Spanien: BIP- und Kreditkontraktion

von am 30. April 2012 in Allgemein

Das spanische Statistikamt INE berichtete heute in einer ersten Schätzung für das 1. Quartal 2012 von einer saisonbereinigten realen BIP-Schrumpfung von -0,3% zum Vorquartal. Damit schrumpfte das reale BIP zum zweiten Mal in Folge im Vergleich zum Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal schrumpfte das reale BIP im -0,4%. Damit wirkt sich die nachlassende wirtschaftliche Aktivität noch moderat auf das Bruttoinlandsprodukt aus, was aber sicher auch hedonischer Berechnungsmethoden (Qualität- und Leistungsberreinigung) und nicht adäquater Preisbereinigung geschuldet sein dürfte.

 Die Entwicklung des saisonbereinigten realen BIPs in Prozent zum Vorquartal seit Q1 2000 bis Q1 2012 im Chart. Zum zweiten Mal in Folge schrumpft das reale BIP mit einer Rate von -0,3% zum Vorquartal.

Die BIP-Schrumpfung ist letztlich nicht nur angetrieben von sinkenden Staatsausgaben in Folge der Austerität, sondern auch von einer schrumpfenden Kreditvergabe an private Haushalte und Unternehmen durch das spanische Bankensystem. Kreditexpansion und Wirtschaftswachstum und Kreditkontraktion und eine Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität hängen direkt miteinander zusammen. Zuletzt im Februar 2012 betrug das ausstehende Volumen der Kredite an private Haushalte und Unternehmen 1,763313 Billionen Euro, davon erwähnenswerte 981,932 Mrd. Euro als Hypothekendarlehen und damit nur bei Hypothekendarlehen unglaubliche 91,5% des nominalen BIPs. Betrachtet man das monatlich ausstehende Kreditvolumen an private Haushalte und Unternehmen in der Langfristreihe offenbart sich festhaltenswertes, denn nicht nur seit der Euro-Einführung, die einherging mit niedrigen Zinssätzen, explodierte die Kreditvergabe, sondern die gesamte neuere Geschichte war eine der massiven Kreditexpansion. Dies wiederum überrascht auch nicht wirklich, denn der wirtschaftliche “Erfolg” des Kapitalismus beruhte primär auf Kreditexpansion und billig verfügbarer Energie. Nun zum beeindruckenden Chart:

Die Entwicklung des ausstehenden Kreditvolumens der spanischen Banken an private Haushalte und Unternehmen in Prozent zum Vorjahresmonat seit Januar 1963 im Chart. Über Jahrzehnte verlief die Kreditexpansion bei 15-25% zum Vorjahr, unterbrochen von 2 Einbrüchen, die relativ zügig von einer weiteren Kreditexpansion abgelöst wurde. Diesmal kommt es zu einer Kreditkontraktion, bereits den 13. Monat in Folge schrumpft das ausstehende Kreditvolumen zum Vorjahresmonat, im Februar 2012 mit -3,0%.

Der vorerst letzte Schub der Kreditexpansion bei privaten Haushalten und Unternehmen kam durch die Euro-Einführung, begünstigt durch die damit im Zusammenhang gestandenen sinkenden Zinsen. Das Problem dabei waren nicht nur die dabei ausgelösten Fehlinvestitionen und Fehlallokationen, aus der Kreditexpansion in die Immobilienblase, sondern auch der damit bereits sehr hohe Verschuldungsgrad der privaten Haushalte. Die im langen Zeitrahmen einmalige Kreditkontraktion dürfte noch anhaltende und stärkere negative Auswirkungen vor allem auf die privaten Konsumausgaben entfalten, zumal auch Staatsausgaben und Investitionen schrumpfen. Allein ein besserer Außenbeitrag, primär Importschrumpfung, vermag auf der Verwendungsseite des BIPs diese Einbrüche nicht auszugleichen.

Quellen: Ine.es/PDF Advance Estimate of the Quarterly National Accounts – Base 2000 First quarter of 2012, Bde.es/Zentralbank Daten: Aggregated balance sheets Credit institutions

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13 KommentareKommentieren

  • M.E. - 30. April 2012

    Tja, die realwirtschaftlchen Pferde wollen nicht saufen:

    http://www.rottmeyer.de/frage-der-woche-drucken-bis-der-arzt-kommt/

    “der wirtschaftliche “Erfolg” des Kapitalismus beruhte primär auf Kreditexpansion und billig verfügbarer Energie.”

    Tja, Steffen, mit Beidem stehts zur Zeit nicht sehr gut. Und in Zukunft wahrscheinlich noch schlechter.

  • bauagent - 30. April 2012

    “Kreditexpansion”, das Stichwort für die folgenden Szenarien.

    Springt die Kreditnachfrage nicht an, gehts immer tiefer in die Depression. Gibt´s
    ” Zwangsflutung ” dürfen wir uns über hohe Inflation freuen, nach einer vorhergehenden Deflation..

    Für jeden was dabei. Und dass wir Zeuge werden dürfen, ist sicher ein zweischneidiges
    ” Vergnügen “.

    • topperhopper - 30. April 2012

      Stimme Dir zu.

  • Duke van Hudde - 30. April 2012

    Hmm die untere Grafik ist echt der Wahnsinn und deshalb habe ich dazu mal Fragen.

    Wurde da irgendwie die Inflation mit eingrechnet oder wenn nicht wie hoch war die in der Zeit ca..
    Wie hat sich in der Zeit der Zins entweickelt und wie die Einkommen aus Arbeit und Unternehmerischer Tätigkeit.

    Weil wenn der Zins nicht massiv gefallen die Ifnaltion oder das Bip stark gestiegen ist dann bedeutet das das die Bezieher von Zinseinkünften immer grössere Teile deS Bips für sich vereinnahmen können.

    Nur das was wir über Spanien seit der euroeinführung wissen. Deutet dadrauf hin das die Geldmengenausweitung viel zu hoch war und das wir das bei der Inflation nur nicht gesehen haben ,weil die Assetpreisinflation(Immobilien) nicht wirklich gemessen wurde.

    Einiges was ich in den Zusammenhang gerne wissen würde habe ich hier als Fragen verpackt.
    Nur ich habe halt schon eine Vermutung zu den Antworten und dann muss ich sagen konnte das doch nicht gut gehen und man musste doch das unheil sehen können.

    Auf jedne Fall ein rechter Schmankerl was eine neue Sicht der Dinge angeht mit der Statistik.

    Von mir hier mal vielen Dank für die auch immer mal wieder neuen Statistiken und damit einhergehenden neuen Überlegungen.

    • Canpichurri - 30. April 2012

      Auf jeden Fall kann man in der Graphik die (damals nur spanische) Krise 83-84 und 93-94 ganz klar erkennen. Damals führte sie nur an Krditwachstum “zero” heran, aber nicht in eine Kreditkontraktion, wie wir es jetzt haben. Daher sind die Auswirkungen auch so brutal für die spanische Wirtschaft und Gesellschaft – etwas was man vorher “nie gesehen” hat. Die Kreditkontraktion dürfte noch einge Zeit anhalten. Sinkende Einkommen auf der einen Seite, steigende Ausgaben durch Steuererhöhungen und andere Belastungen auf der anderen Seite führen zu weniger Ausgaben und Kreditrückführung. Das “Haus” ist den Spaniern heilig, stärker noch als in D. Man verzichtet eher auf´s Essen als die Hypothek nicht mehr zu bezahlen, denn man 90 Tagen Überfälligkeit, schlagen die Banken nomalerweise den Weg zur Zwangsräumung ein. Das ist zwar langwierig und kompliziert, aber so sichert sich die Bank zumindest den “Wert” der Immobilie.
      Zwangsräumungen stehen heute an der Tagesordnung. Mehr als 8% der Hypotheken sind bereits “marode”, d.h. sie werden nicht mehr bedient.
      Spanischen Banken soll nach den letzten Hochrechnungen ein Loch von ca. 80 Mrd. Euro entstehen – ein Betrag, den sie allein nicht als Tier1 Kapital heben können und daher auf weitere Geldspritzen der Regierung + EZB angewiesen sein werden. Im Nachgnag wird wiederum “gutes Geld” schlechtem hinterhergeworfen mit der Folge, dass man sich zwar Zeit aber keine Lösung erkauft.

      Es bleibt spannend!

  • LukeSkywalker - 30. April 2012

    Die A-Typische
    Liquidity Trap.
    Die Banken haben zwar Liquiditaet ohne Ende, aber trauen sich nicht in die Realwirtschaft zu investieren.

  • Georg Trappe: - 1. Mai 2012

    Debtdeflation! Steve Keen erklaert das ganz ausgezeichnet. Der hat dafuer auch ganz zu recht den Revere Award in Economics der RWER bekommen. Siehe auch:
    http://www.debtdeflation.com/blogs/manifesto/

  • Georg Trappe: - 1. Mai 2012

    Das Problem ist, dass die neoklassischen Modelle die Banken als Durchreiche von Ersparnissen und Gewinnen zu Investitionen darstellen und dabei uebersehen, das Banken mit ihrer Kapazitaet zur Geldschoepfung Nachfrage erzeugen koennen, die in den Gleichgewichtsmodellen, allen voran der DSGE Schrott, nicht abgebildet wird. Wenn sich diese kreditinduzierte Nachfrage auf sog. Assets (Immobilien, Aktien, Staatsanleihen) bezieht, dann kommt es zu einer Asset Price Inflation. Das funktioniert immer dann besonders gut, wenn es im knappe Assets geht, wo die Menge begrenzt ist z.B. Aktien und die Herstellungskapazitaet nur langsam ausgeweitet werden kann (IPO, Bauland, Staaten unter Spardruck). Bei all diesen Asset Price Inflations (Asienkrise, Dotcom Krise, US Hypotheken Krise, Europa Staatsschuldenkrise) ist der Crash von Anfang an eingebaut, da die Ertargserwartungen in Form von Return on Investment ja mit steigen. Irgendwann faellt der herde dann auf, dass die ganzen Internetstartups, die alle nur Variationen des Konzepts “Mehr Gummibaerchen per Internet verkaufen” waren, keine Chance haben bei KGVs gegen unendlich Rendite abzuwerfen. Das gleiche gilt fuer Immobilien, die keine entsprechenden Mietertraege bringen. Da hilft es auch nichts, wenn die Immobilien eigentlich der Bank gehoeren und gegen Zinsen “vermietet” werden. Besonders interessant ist der fall bei Staatsanleihen, da diese Assets ja festgeschriebene Ertraege / Zinsen haben. Das die in einem Umfeld staendig sinkender Leitzinsen Performance also steigende Kurse zeigen ist klar.
    Das sie als risikolos gelten macht sie zu Darlings in jedem Portfolio der banken und Versicherungen. Aber was wenn die Leitzinsen nicht mehr weiter sinken koennen? Oder sogar wie durch Bernanke als Zuender der Krise gemacht, die Leitzinsen sehr schnell soweit angehoben werden, das die Zinsstrukturkurve invertiert? Dann werden auch diese “Assets”
    zu Tulpenzwiebeln. http://de.wikipedia.org/wiki/Tulpenmanie
    Die radikale Umkehr von exezessiver Kreditexpansion zu Kreditkontraktion ist dann die Folge und der Killer fuer eine Realwirtschaft, die sich an diese Zusatznachfrage via kreditgetriebener Asset Price Inflation gewoehnt hat und ihre Kapazitaeten entsprechend eingestellt hat. Denn das Geld, was zunaechst in die Assets fliesst, verschwindet ja nicht, sondern wird eingesetzt um Internetprogrammierer zu bezahlen, Computer zu kaufen etc, bzw. um Bauarbeiter zu bezahlen, Baumaterialien zu kaufen etc, bzw. Staatsbedienste zu bezahlen, Infrastrukturprojekte zu bezahlen etc.. Das Verhalten der Banken und der Investoren, die gehebelt mit Bankkrediten dieses radikale Rein / Raus betreiben ist die Ursache. Die zweite Ableitung der Kreditentwicklung, der Creditaccelerator ist dabei das Mass der Dinge. Die Tragik ist die sog. Wirtschaftswissenschaften neoklassischer Praegung sind blind dafuer (s.o.).
    http://diebankensinddiedummen.blogspot.com/2012/04/geld-und-krisentheorie.html

  • Georg Trappe: - 1. Mai 2012

    Nachtrag.
    Die sog Wiwis sind blind dafuer. Aber die Banken sehen es und versuchen daraus ein Geschaeft zu machen. Das ist nicht nur gierig und verantwortungslos sondern auch dumm. Denn da ist nochetwas, was auch Steve Keen nicht auf der Rechnung hat.
    Und das ist das Fettaugensyndrom.
    Bei all diesem hin und her laeuft ein stetig fortschreitender Konzentrationsprozess ab, der sich auch in der Struktur der Bankbilanzen niederschlaegt. Ich habe das mal versucht hier zu beschreiben:
    http://fettaugensyndrom.blogspot.com/
    Da die Banken ihre Bilanzen ausgeglichen halten muessen, entsteht fuer sie das Problem das einige wenige Kunden gigantische Einlagen bei ihnen haben denen kaum Schulden gegenueberstehen und immer mehr Kunden Schulden haben deren Bedienung staendig aussichtsloser wird. Der gedachte Mechanismus um das im Ernstfall auszugleichen ist das haftende Eigenkapital, das bei Kreditausfaellen ueber die GuV in Ansprch genommen wird. Das reicht aber in keinem Fall bei einem derartig progressivem Problem. Daher die ganzen ungeeigneten Versuche der Banken das fuer sie toedliche Problem zu “loesen” und dabei noch Geld zu verdienen.
    1. Wachstum, Kreditexpansion, Bilanzverlaengerung: Dann wird der Teich auf dem die Fettaugen schwimmen zwar immer groesser und es haben auch wieder kleinere Platz, aber diese werden unweigerlich von den grossen ueber Zeit gefressen. Also Kreditexpansion naehrt leztendlich die Fettaugen und macht das Problem nur groesser. Gleichzeitig induziert es die dynamischen Probleme die Steve Keen erklaert (s.o.).
    2. CDS. Kreditausfallversicherungen sollen das Risiko gleichmaessiger verteilen. Es landet dann bei AIG, dem Versicherungsfettauge und schon war aus die Maus, oder bei anderen Banken, die genau das gleiche Problem haben. Keine gute sondern eine aeusserst dumme Idee.
    3. Verbriefung und Buchstabensuppe. Das ist “Die Loesung”. Da werden also die vielen wacklig werdenden Kredite, also die Risiken in der Bilanz en gros an sog. FMKG (Finanzmantelkapitalgesellschaften) verkauft, die diese dann “strukturieren” und als sog. strukturierte Finanzprodukte z.B. Zertifikate verkaufen. Das sind Anleihen, die mit einem hoeheren Zins locken aber durch ein Buendel von Konditionen, also mit einer Wahrscheinlichkeit groesser Null auch total ausfallen koennen. Diese Wahrscheinlichkeit wird von diesen FMKGs so eingestellt, dass sie hoeher ist als die tatsaechlich Ausfallwahrscheinlichkeit des unterliegenden Kreditbuendels. Dieses Zeug wird dann Kunden verkauft, die keine Schulden haben aber ueber Guthaben verfuegen. Und schon ist das Fettaugenproblem aus Sicht der Banken zumindest ein stueckweit geloest und sie hat noch daran verdient. Denn wenn die unterliegenden Kredite durchhalten und nicht ausfallen, dann bekommt der Zertifikatekunde seine hoeheren Zinsen und sein Kapital zurueck, aber es bleibt immer noch was fuer die Bank haengen. Da die Konditionen dieser Zertifikate so sind, das sie wahrscheinlicher ausfallen als das unterlegte Kreditbuendel ist das Risiko des Ausfalls fuer die Bank (Kreditbuendel faellt aus, Zertifikat laeuft durch da Ausfallkonditionen nicht gerissen werden) auf jeden Fall geringer als es ohne diese Zertifikate waere. Das grenzt dann schon an dem was man Betrug nennt. Im grossen Stil sind da die europaeischen Banken drauf herein gefallen als sie den triple A rated CDO, ABS Buchstabensuppe Schrott von ihren Wall Street Kollegen gekauft haben. Siehe auch:
    http://diebankensinddiedummen.blogspot.com/2012/04/gedanken-zum-ursprung-der-krise.html

  • klaus - 1. Mai 2012

    Hallo GeorgTrappe,

    das ist keine Debt-Deflation.

    Vielleicht sollte man einfach davon ausgehen, das superbilliges Geld
    einen Haken hat !

    Staatl. Auflagen mit Gutachter,
    größere Geldpakete als Bedarf,
    und nicht zuletzt Bausparverträge und
    Lebensversicherungen zur Absicherung, deren
    Geld sofort in Länder wie Griechenland befördert
    werden.

    Die Bürger wissen doch längst, das die
    nebenbei vertickerten Sachen TEUER sind.

    Alles in allem hat man eher den Eindruck,
    das jeder verfügbare Euro für den
    großen Topf abgeschöpft wird.
    Und die Banker dazwischen Bonuszahlungen
    damit verdienen.

    AIDA halt.

    Attention – Kleiner Zins.
    Interesst – Die Werbung dazu.
    Desire – Baumarktwerbung,Immomarkt
    Traum vom Eigenhaus,
    Immobilie als Inflationsschutz
    und großzügig Geldreserven einplanen.
    Action – Vertrag machen,
    Versicherungen aufschwätzen
    Opa,Oma,Kinder unterschreiben lassen
    zur Sicherung

    Geld exportieren, fertig.
    Und die Leistungsträger der Familie
    buckeln ewig für TINA & Co.

    Nein, das ist keine Debt-Deflation,
    das ist Lack of Credibillity.

    Wir werden ja sehen, wie SEB Immo-Invest
    am 7.5. funktioniert, wenn sie öffnen.
    1/3tel Abschlag ist bereits.

    Das ist Kundenverlust im Gewerbe-Immo,Haus und Wohnungsmarkt.

    In England hat der Export von 10 Mrd an den IWF schon
    zu 0.5 pc höheren Bauzinsen geführt. More to come.

    Grundstücke dagegen boomen als Ersatz-Goldbarren.

    So sieht es aus.

    Grüße

    klaus

  • Georg Trappe: - 1. Mai 2012

    Down under, in Australien sackt die Immoblase auch in sich zusammen. Siehe auch diesen interessanten Vergleich mit Japan! und den USA.
    http://www.debtdeflation.com/blogs/2012/05/01/australian-house-prices-down-10-from-peak/
    Schoenen Feiertag wuenscht
    Georg Trappe

  • dank - 1. Mai 2012

    Ebenfalls OT, aber nur um aufzuzeigen welche Tricks und Kniffe Unternehmen im Notstand aufgreifen:
    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Delta-wird-zum-Sprithersteller-article6154041.html

    Verhält sich ähnlich bei den Kfz-Herstellern, die mittlerweile zu Banken verkommen sind.

  • khaproperty - 1. Mai 2012

    Erstens können die Banken nicht mehr, weil sie komplett überschuldet sind.
    Zweitens verschleiern sie das vor allem dadurch, daß sie alte Kredite, die auszufallen drohen, weil sie in Kürze fällig würden, umschulden in langlaufende möglichst günstiger verzinste und nominell höhere (wegen aufgelaufener nicht bezahlter Zinsen) Darlehen.
    Das ist nicht nur in Spanien usus, dort aber schon recht lange.

    Ein nur weiters Zeichen dafür, daß neben all den Großbanken auch all die unzähligen mittleren und kleinen Institute im Grunde pleite sind, es nur nicht offenbaren müssen, weil neben dem Wegschauen der Aufsicht und des Staates die Fälligkeiten einfach in die Ewigkeit transformiert werden.

    Drittens wird das unsaubere Spiel solange andauern, wie Deutschland vor allem als zahlungsfähig angesehen wird, an dem fast alle Garantien und Verpflichtungen am Ende hängen – wenn alle anderen schon nicht mehr willig oder fähig zu Unterstützungszahlungen sein werden. Auf die andauernde Thumbheit der deutschen Regierung ist eben Verlaß – solange sie dafür Steuergelder zum Fenster hinauswerfen darf. Noch hat ihr niemand einen Riegel vorgeschoben.
    Das ist angesichts der sagenhaften deutschen Sparsamkeit in der Tat eigenartig sowie recht widersinnig.