Spanien: Doubtful Loans auf 18-Jahreshoch

von am 18. April 2012 in Allgemein

Heute berichtete die spanische Zentralbank (Banco de España) die monatlichen Daten der spanischen Kreditinstitute zu den “Data on Doubtful Loans” für Februar 2012. Die Zahl der säumigen Kredite und Darlehen mit mehr als 90 Tagen im Zahlungsrückstand stieg weiter auf 8,16% der vergebenen Kredite der spanischen Banken, nach 7,91% im Vormonat und nach 6,20% im Vorjahresmonat. Die aktuellen 8,16% aller Kredite im Zahlungsrückstand waren die höchste Rate seit Oktober 1994. Diese Rate entsprach einem neuen Rekordkreditvolumen im Zahlungsrückstand von 143,815 Mrd. Euro, bei einem Gesamtvolumen von 1,763 Billionen Euro an vergebenen Krediten und Darlehen an Unternehmen und privaten Haushalten.

Die Entwicklung der säumigen Kredite und Darlehen mit mehr als 90 Tagen Zahlungsrückstand seit Januar 1975 im Chart. Im Februar 2012 stieg das Kreditvolumen im Zahlungsrückstand auf 143,815 Mrd. Euro, nach 140,027 Mrd. Euro im Vormonat und nach 112,580 Mrd. Euro im Vorjahresmonat.

Die Entwicklung der säumigen Kredite und Darlehen mit mehr als 90 Tagen Zahlungsrückstand in Prozent der vergebenen Kredite und Darlehen seit Januar 1975 im Chart. Im Februar 2012 stieg das Kreditvolumen im Zahlungsrückstand auf 8,16% aller Kredite und Darlehen, nach 7,91% im Vormonat und nach 6,20% im Vorjahresmonat.

“Erbaulich” und bezeichnend der Aufbau der exzessiven Kreditvergabe an private Haushalte und Unternehmen von 483,742 Mrd. Euro im Januar 2000, auf 1,870 Billionen Euro beim Hoch im Dezember 2008 und die leichte Kontraktion auf ein ausstehendes Volumen von 1,763 Billionen Euro im Februar 2012.

Der Anstieg der notleidenden Kredite wird natürlich hauptsächlich aus den vergebenen Hypothekenvolumen gespeist, da der Abschwung am spanischen Immobilienmarkt im Zuge der Schuldenkrise und der hohen Arbeitslosigkeit weiter an Dynamik gewinnt. Selbst der offizielle Immobilienpreisindex bestätigt dies:

Die Entwicklung des offiziellen Housing Price Index vom Instituto Nacional de Estadística (INE) 2007=100 von Q1 2007 bis Q4 2011. Zum Hoch in Q3 2007 sank der landesweite Immobilienpreisindex für neue und gebrauchte Wohnimmobilien bis Q4 2011 um -21,71%, womit die Zahl der Hypotheken, die “unter Wasser” stehen, explodiert sein müsste. Bei “unter Wasser” Hypotheken übersteigt der noch ausstehende Immobilienkredit den Marktwert der Immobilie.

Trotzdem dürfte das aktuelle Doubtful Loans Volumen (säumige Kredite und Darlehen) in Höhe von 143,815 Mrd. Euro nur die sichtbare Spitze des Eisberges sein. Der Ökonom Raj Badiani von IHS Global Insight meint zu den heutigen Daten, dass die wirkliche Zahl der zweifelhaften Darlehen gerade aus dem Bau- und Immobiliensektor verdeckt wird, durch umfangreiche Asset Swaps der spanischen Banken. Da durch die Asset Swaps das Bonitätsrisiko an Dritte, Investoren meist andere spanische Banken übergeht, können Kredite, obwohl sie säumig beim ursprünglichen Kreditnehmer sind, zum Anschaffungspreis in der Bilanz der Bank bis zum Laufzeitende verbucht werden und werden demzufolge nicht als säumig ausgewiesen. Abgeschlossene Asset Swaps der Banken untereinander stellen ein bilanzielles Hedging dar und verdecken die wirkliche Zahl der Kreditausfälle.

Reloaded: Spanien: extrem kritische Lage des Bankensektors

Quelle Daten: Bde.es/Datos de créditos dudosos (febrero de 2012)

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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39 KommentareKommentieren

  • marcito - 18. April 2012

    spanien – das neue griechenland.

  • marcito - 18. April 2012

    denke mal es sind eher tage als wochen bis die gerettet werden müßen

  • bauagent - 18. April 2012

    Der Bericht ist einfach Spitze und zeigt das wahre Problem in diesem Land. Hierzu gehört jetzt noch, egal wie die Werte bilanziell teilweise unsichtbar gemacht wurden, dass neben der Problematik der Gesamtverschuldung ( Staat, Kommunen und Länder, Privat und Unternehmen )
    vor allem die Immobilien nicht zu Verkehrswerten, sondern zu Phantasiewerten bilanziert werden.

    Die Differenz, dass hatte ich vor vielen Monaten schon einmal gepostet, ist mindestens 250 Mrd.€
    Bei korrekter Bilanzierung wären sie allesamt pleite..

    In Spanien ist es Tradition, dass die Häuser ohne Käufer gebaut werden und während oder nach dem Bauvorgang veräußert werden. Die Zwischenfinanzierung übernimmt irgend eine Caixa auf der Ecke. Der weitere Refinanzierungsweg dürfte allen klar sein.
    Die jetzt vorhandenen Immobilien sind zu einem erheblichen Teil abbruchreif. Sie sind substanziell minderwertig, häufig ohne Baugenehmigungen gebaut worden und entsprechen nicht einmal den Bedürfnissen der Wenigen, die überhaupt eine Immobilie suchen.

    Die von mir seinerzeit geschätzten 250 Mrd. Verlust dürften heute bereits Geschichte sein.
    Weitere bilanzierte Zinsforderungen, die uneinbringlich sind, dürften die Summe erheblich erhöhen.

    Im Gegesatz zu Italien, die gegen ihre Gesamtverschuldung eine existierende Industrie und hohe Sparguthaben der Bevölkerung vorweisen können, hat Spanien nur die Guthaben der deutschen Steuerzahler aus dem kommenden ESM oder Tomaten, Orangen Oliven.

    Die Parallelen zu den USA sind erschreckend.

    • Tourist - 19. April 2012

      “In Spanien ist es Tradition, dass die Häuser ohne Käufer gebaut werden”

      Wie hat man sich das vorzustellen?

      “Och Leute , keine Nachfrage, keine Aufträge, ..EGAL..wir klotzen da mal ein Bau hin. Hat mal jemand 200 bis 300000 Euro übrig, die er vorlegen kann? Nicht? OK dann gehen wa zur Bank! Die habens und vergeben Kredite ohne Aussicht auf Rückzahlung!” ;)

      • mitwisser - 19. April 2012

        Viele Jahre wurden den Immobilienentwicklern die “pisos”, primär Eigentumswohnungen aus den Händen gerissen, häufig mit erheblichen Verzögerungen in der Fertigstellung und reichlich Pfusch am Bau, mangels qualifizierter Handwerker und Termindruck. Der Kunde ertrug das meist geduldig. So hat sich dann eben dieser Bau auf “Vorrat” entwickelt, da man sich nicht vorstellen wollte, das dieses Spiel endlich ist.
        Nun stehen eine knappe Million “pisos” ohne Käufer oder enteignet da und nicht wenige stehen halbfertig landauf landab als Ausdruck der Krise herum.
        Diese unbewohnten Immobilien werde durch Leerstand, schlechte Bausubstanz und Vandalismus recht schnell unbewohnbar werden und die Landschaft weiter verschandeln oder abgerissen werden müssen.

        • Tourist - 19. April 2012

          ich kapier deine Ausführungen nicht…

          • mitwisser - 19. April 2012

            Mittlerweile baut natürlich kaum mehr einer auf Vorrat. Denn da gibts weder Nachfrage noch Vorfinanzierung und es sind auch noch Unmengen dieser “auf Vorrat” gebauten Wohnungen zu haben.
            Bauagent hatvor allem die Vergangenheit und ihre Folge beschrieben.

            Mein restlichen spöttischen Kommentare sind nur Randnotizen.

            Besser zu kapieren nun?

      • Mark - 19. April 2012

        Naja, sooo ungewöhnlich ist das Vorgehen doch nicht. Auch bei uns in Deutschland werden doch Objekte gebaut, die noch nicht zu 100% verkauft sind. Naja, so war’s jedenfalls vor dem Bauboom der letzten Jahre. Da hat ein “Investor” mal angefangen, ein Mehrfamilienhaus zu bauen und sobald die Pläne vorliegen, wird das Ding zum Verkauf angeboten. Nicht immer wurde ihm das aus den Händen gerissen, so dass neue Wohnungen und Häuser z.T. auch längere Zeit leer standen.

        So ähnlich wird das in Spanien wohl auch sein, nur dass die Kohle halt schneller alle war als gedacht. Und damit stehen nun die unfertigen Bauruinen in der Landschaft herum.

        • mitwisser - 19. April 2012

          Zu Boomzeiten hat das ja auch funktioniert und viele haben die Geschäfte ihres Lebens gemacht, sofern sie rechtzeitig ausgestiegen sind.
          Das Problem fing unter anderem damit an, als viele anfingen Wohnungen und Häuser kreditfinaziert zu kaufen, welche sie selbst gar nicht brauchten, oder nur für die Ferien. Nur weil Kredit billig war und die Hütte jedes Jahr an Wert zulegte.
          In Spanien sollen auf jeden Haushalt 1,54 eigene Wohnungen kommen. Angeblich die höchste Rate der Welt.
          So steht nun mindestens eine Mio. Wohnungen rum, fertig und halbfertig.

  • Holly01 - 18. April 2012

    Darf ich fragen, wie sich die 250 Mrd. errechnen?
    Unabhängig davon weist der Graph einen weiteren Anstieg aus. Das überrascht nicht wirklich.
    Ich erwarte die 10% im Sommer.
    Ansich benötigt Spanien ein Auffangprogramm für private, selbstgenutzte Immobilien.
    Das werden die “Investoren” des Zentralstaates, aber nicht zulassen.
    Die Banken können nur über EZB-Geld ihre Kunden umschulden und den Zins drücken. Das bedeutet sinkende Zinserträge.
    Die EZB wird noch einige Langläufer auflegen müssen.

  • Sebastian - 18. April 2012

    Gott sei Dank hab ich keine Ersparnisse! #Inflation tik tak

  • dank - 19. April 2012

    Und da ist sie wieder – meine persönliche Lieblingskurve in diesen Zeiten: MoneyBaseJumpingFreeRide4all
    Weils so schön passt:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,828196,00.html
    und wieder dieser erhabene Optimismus von Schäuble & Co:

    “Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sind Spanien, Italien und Europa insgesamt ohnehin auf einem guten Weg aus der Krise. Aus der Bundesregierung heißt es laut “SZ” außerdem, Spanien brauche kein Hilfsprogramm.”

    Der letzten Satz kann übrigens auch jederzeit in eine andere, als die eigentlich gedachte, Richtung ausgelegt werden.
    In der Rückschau ist bekannt, was solche Sätze über andere Länder und Banken und spätere Rettungsaktionen bedeutet.

    Ohne EZB-Hilfe könnte die Kurve der säumigen Kredite und Darlehen (Grafik 2) ebenso die Bond-Entwicklung von S zeigen.

  • Georg Trappe: - 19. April 2012

    Das ist die direkte Folge einer Credit Acceleration, die in eine Credit Deceleration uebergeht.
    Steve Keen ist da eine gute Quelle, um das zu verstehen.
    http://www.paecon.net/PAEReview/issue57/Keen57.pdf

  • RB - 19. April 2012

    Schätze mal, es wird nicht mehr lange dauern, bis wir wieder mal eine endgültige und alternativlose Aufstockung des ESM erleben. Die Presse bringt zur Zeit schon wieder verdächtig viele Jubelmeldungen bezüglich Aufschwungs.
    Mand darf sicher gespannt, mit welchen Propaganda-Tricks und rheotorischen Feuerwerken diesmal die Abweichler zur Räson gebracht werden sollen. Wahrlich interessante Zeiten.

  • Roland - 19. April 2012

    Wer schon mal mit Spanien Geschäfte gemacht hat, weiss, dass eine Überziehung von Zahlungszielen völlig normal ist.
    War das übliche Zahlungsziel bei vertrauenswürdigen resp. Hermes-gesicherten Kunden vor einigen Jahren noch 120 Tage, so sind es jetzt mindestens 180 Tage. Und auch die werden nicht eingehalten.

    Die obige Kurve, die bei uns schon längst Panik ausgelöst hätte, wird in Spanien eher mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen.
    Durch den beginnenden Einstrom der Touristen gibt es jetzt erstmal etwas Entspannung. Viele junge Leute haben einen Saisonjob -offiziell oder schwarz- bekommen.

    Kritisch wird es dann ab Herbst.

  • mitwisser - 19. April 2012

    Den Höchststand vor 18 Jahren werden die Spanier spätestens zur Jahresmitte reissen. Allerdings war das Volumen der Hypotheken damals bei weitem geringer als heute, was die Lage heute noch viel dramatischer macht.

  • ö.ä. - 19. April 2012

    “Schätze mal, es wird nicht mehr lange dauern, bis wir wieder mal eine endgültige und alternativlose Aufstockung des ESM erleben. Die Presse bringt zur Zeit schon wieder verdächtig viele Jubelmeldungen bezüglich Aufschwungs.”

    Ich vermute mal in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen zaghaft, dass seitens der EU versucht wird, brenzlige Entwicklungen unter dem Deckel zu halten, damit Parteien gewählt werden, die den Kurs der EU mittragen. Das Dilemma besteht nur darin, dass die nackten Zahlen (wie hier in den Artikeln aufbereitet) frei zugänglich sind und nicht alles schöngerdet werden kann, um einen Rest Glaubwürdigkeit zu behalten. Trotzdem versucht man dies im medialen Mainstream, vielleicht auch weil ein Großteil der Rezipienten nicht über genug ökonomischen Sachverstand (ich nehme mich da nicht aus) verfügt, die Zahlen richtig einzuordnen, geschweige denn diese mit ähnlichen historischen Entwicklungen in Zusammenhang zu bringen.
    Jetzt plötzlich heißt es z.B., Griechenland brauche keine weiteren “Hilfspakete” mehr und man hätte auf EU-Ebene Strategien um Wachstumsimpulse zu setzen, ganz aufhören zu sparen könne man aber nicht.
    Das hört sich ja ganz so an, als ob hier der Eindruck vermittelt werden soll, dass die EU die strauchelnden Länder nicht fallen lassen möchte. Ungewiss ist hingegen, was passiert, wenn nach den Wahlen Parteien regieren, die den EU-Kurs nicht mittragen.
    Nur meine Meinung.

  • Theta - 19. April 2012

    Am spanischen Immobilienmarkt ging es im 1. Quartal 2012 mit zunehmender Dynamik weiter abwärts.

    Im Vergleich zum Q1´2012 sank der offitielle Immobilienpreisindex um 7,2% (nach 6,8% im Q4`2011).

    Im Vergleich zum Q4´2012 sanken die Immo-Preise im Q1`2012 um 3,2%. Annualisiert bedeutet dies eine ABsturzrate von mittlerweile 12,8%. Aua! (Quelle: Bloomberg, Daten vom 18. April).

  • bauagent - 19. April 2012

    Hier ist eine wirklich gute Zusammenfassung aktuellen Datums der Immoblienproblematik Spaniens.

    http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=4561

    Lediglich die hier beschriebene AFA Thematik setzt zwar richtig an, beschreibt aber die Methodik hinsichtlich der Wertgutachten und der Kommunikation mit dem Auslöser dieser Praxis – der Banco Espana . m.E. zu vorsichtig.

  • King Balance - 19. April 2012

    Eine Monarchiekrise kommt auch noch: Liebt Juan Carlos diese deutsche Prinzessin?
    http://www.bild.de/unterhaltung/royals/koenig-juan-carlos-1/liebt-spaniens-koenig-diese-deutsche-prinzessin-23739250.bild.html (Achtung BILDung)

    Ohne EU-Hilfe sind wohl diese spanischen Bankster im Grunde nicht mehr zu retten: Immobilienkrise bedroht Existenz der spanischen Banken
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/04/18/immobilienkrise-bedroht-existenz-der-spanischen-banken/

    Der dritte Schuss der EZB wird kommen!
    http://www.wiwo.de/politik/europa/ezb-der-dritte-schuss-der-ezb-wird-kommen/6504224.html

    Der Euro wird untergehen… und als nächster Step dieses unsägliche, antidemokratische Konstrukt namens EU. Jener Tag, an dem der europäische (Alp)Traum ein jähes Ende findet, wird als “Tag der Befreiung” in die Geschichte der Völker eingehen.

    Danach ist der $ fällig: http://kingbalance.blogspot.de/2011/08/am-tag-als-der-dollar-starb.html

  • Puppenzauber - 19. April 2012

    Seit längerer Zeit lese ich hier mit und zu Spanien nur soviel: Der Masse geht es es wirklich sehr schlecht. Manchem Unternehmen, insbesondere die, die auf Export ausgerichtet sind, geht es verhältnismäßig nach wie vor aber sehr gut. Auch in Spanien gibt es die verhasste Schere zwischen Reich und Arm. Ausserdem ist in Spanien der Verfall, die Vorboten der Entstehung von Geisterstädten zu erkennen.

    In Amerika sieht es nicht viel anders aus. Zeltstädte! Ausverkäufe zu Dumpingpreisen. Wer günstig shoppen möchte, sollte in die USA fliegen. Dort kann man Lederjacken zu 20$ mitnehmen, die hier kaum unter 500€ gehandelt werden. Jedenfalls war es im letzten Jahr so. Es geht ums nackte Überleben. Wohlgemerkt, der kleinen Leute und kleinen Einzelhändler. Das Bild, das in den Medien offenbar ganz bewusst “erzeugt” wird, hat nichts mit der Lage vor Ort zu tun. Ich denke, Gleiches gilt für Griechenland. Ausser in den Urlaubszentren von Rhodos oder ähnlichen Gegenden, sollte man als Deutscher wohl besser dort wegbleiben.

    Der Kapitalismus in seiner jetztigen Form ist eine Krebszelle!

  • Erich - 19. April 2012

    Die Hauspreise werden auf jeden Fall noch weiter sinken. ich tippe mal auf 30-50% des vorigen Niveaus. In den USA sind sie wohl auf etwa 60% gesunken, da ging es schneller, weil der Markt nicht ganz so reguliert wurde wie in Spanien.

    Damit dürften so gut wie alle spanischen Banken pleite sein. Aber müssen wir wirklich mit unseren Steuergeldern deren Aktionäre, und die Aktionäre von deren Kreditgebern von den Verlusten freistellen? Irgendwie fehlt mir da die so viel gepriesene Verantwortlichkeit.

    Warum nicht reinen Tisch machen, die Banken für pleite erklären, und dann mit neuem Kapital (und Eigentümern) versehen. Dass die neuen Eigentümer dann erst mal staatlich sind, ist klar. Später wenn sich alles beruhigt hat, kann man sie ja dann wieder an die Börse bringen.

  • Sozialdemokraten gegen den Fiskalpakt - 19. April 2012

    Das sind nur die Daten der spanischen Kreditinstitute. In deutschen Banken, die die Immobilienblase mitfinanziert haben (Kredite an Haushalte und Bauunternehmen im Wert von 300 Milliarden) duerften auch jede Menge Schrottkredite lauern. Wenn in Spanien eine Bank umfaellt, dann hat das Auswirkungen bis nach Deutschland. Da soll sich keiner Illusionen machen..

    • Erich - 19. April 2012

      Das habe ich schon verstanden, aber auch hier gilt, besser eine Marktbereinigung jetzt, und nicht verschieben auf den Sankt Nimmerleinstag. Die Ungewissheit ist sicher schädlicher, als ein neuer klarer Ausgangspunkt.

  • Andreas Z - 19. April 2012

    Meldung vom 07.04.12: Schäuble betrachtet die finanzielle Bekämpfung der Euro-Krise als abgeschlossen.
    Danke für diese glaubwürdige Äußerung!

    Wer wählt solche Politiker noch ?

    • Lothar - 19. April 2012

      Du wirst sehen, CDU wird sogar dazugewinnen.

      Das Thema ist zu komplex fuer die kleingeistige Waehlerschicht. Ausserdem ist der Kommunistenhass immer noch zu gross als das sie die Linke – die einzige Oppositionspartei – waehlen und die Piraten sagen zu Wirtschaft/Euro exakt gar nichts.

  • Miss B - 19. April 2012

    Nur eine kleine Anmerkung: in den 8,16% stecken nicht nur die Kredite mit 90 Tagen Zahlungsrückstand, sondern auch Kredite bei denen es zweifelhaft ist, dass sie vertragsgemäß erfüllt werden können (daher “doubtful loans”, siehe Banco de Espana).
    Die Zahlen zu Krediten mit 90+ Tagen Zahlungsrückstand gibt es nur vierteljährlich. Im Dezember waren das 78,5% der doubtful loans.
    Es ist also ein klein wenig weniger schlimm als du berichtest – aber noch lange nicht gut.

  • Christoph Schwarte - 19. April 2012

    Ich bin erfolgreicher Unternehmer, kenne mich denk ich mal ganz gut in Sachen Wirtschaft aus und muß sagen dass dieser Blog wirklich eine Bereicherung ist.
    Hut ab und Vielen Dank !

    Zu den Diskussionen hier wollte ich nur kurz anmerken, dass man sich nicht verrückt machen sollte von verwirrten Persönlichkeiten, die ab und zu auftauchen und sich wichtig machen wollen. Einfach ignorieren und darüber lachen.
    Auch wenn wir Probleme haben, ist es schon immer eine Tugend der Deutschen gewesen, dass wir gestärkt aus Krisen emporgestiegen sind und unsere Innovationskraft, der Durchhaltewillen und unser Fleiß sich schon immer durchgesetzt haben.
    Das Beste setzt sich auf lange Sicht immer durch, das konnte ich mit meiner Firma auch immer wieder sehen. Optimistisch bleiben, nicht auf Kritiker hören und einfach ab und zu mal Augen zu und durch.
    Das Licht am Ende des Tunnels ist nämlich kein Schnellzug, sondern ein neuer Morgen mit neuem Wachstum, neuen Jobs und Wohlstand!

  • Nepumuk - 19. April 2012

    Also ich möchte euch mal wieder mit einer meiner… natürlich völlig aus der Luft gegriffenen Theorien langweilen ;-)

    Könnt ihr euch noch an solche Aussagen erinnern ??

    Griechenland will keine fremde Hilfe

    http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/staatsverschuldung-griechenland-will-keine-fremde-hilfe_aid_475278.html

    Merkel: Griechenland braucht keine Hilfe

    http://www.faz.net/aktuell/politik/vor-eu-gipfel-merkel-griechenland-braucht-keine-hilfe-11145139.html

    Wir wissen alle was sich in den letzten Jahren dort für ein Drama abspielt.

    Wer es sich nochmals vergegenwärtigen möchte… kann sich hier ausführliche Informationen beschaffen und nachlesen.

    http://www.querschuesse.de/griechenland/

    Und heute lese ich folgende Meldung….

    Spanien lehnt Staatshilfen für heimische Banken ab

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/refinanzierung-spanien-lehnt-staatshilfen-fuer-heimische-banken-ab/6531782.html

    Und vor einigen Tagen…

    Spanien will es alleine schaffen

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/schuldenkrise-spanien-will-es-alleine-schaffen/6486290.html

    Meinen die ich kann Google nicht bedienen ??

    So.. nun nehme ich wieder meine Pillen… damit ich mich nicht wieder so aufrege….

    Nepumuk

    • dank - 19. April 2012

      Genau das ist in letzter Zeit sehr auffällig, die ganzen Aussagen wie:
      “…schafft es aus eigener Kraft…”, “…benötigt keine weiteren Kredite…”, “…ist auf dem besten Weg…” “…nicht in Gefahr…” Die liebe Politik sollte ihr Neusprech-Dudlein mal überarbeiten, da es jetzt einfach nicht mehr zieht. Sprachlich gibts viele Parallelen zu Irland, Griechenland und Portugal, was Spanien betrifft. Ohne die Zahlen genau verglichen zu haben, scheint das graphisch auch auf eine Angleichung rauszulaufen. Und dank der Gleichschaltung der MainMedien bleibts in Bilder zuerst mal ruhiger.

      @Nepumuk
      Sei mal froh, dass die das in g**gle noch nicht ausgeblendet haben… ;-)
      Es heißt – das Internet vergisst nicht, aber es wird uns mittelfristig (3-5 Jahre) sehr wohl vergessen lassen. Dann erzählen wir unseren Enkeln: “Ja, damals haben wir noch vieles gelesen und mitbekommen,, da wir selbst gesucht haben, mit den Suchmaschinen. Aber das ist schon lange her….”
      “Wieso suchen – was sind Suchmaschinen? Da ist doch gar nichts anderes als Vorschlagslink, Farcebug, Megastore, Multiplay, Seriendoof und die Erklärungsseiten & Bekanntmachungen des GlobalGov (aka vormals getrennt IWF, WHO, Weltbank, etcpp ole…)”

      Lass Dir einfach Deine Soma-Ration erhöhen, damit zeigt Du Obrigkeitshörigkeit und machst nen Punkt gegen die Wachzelle. Mach ich morgen auch gleich – wieder zum WE – denn aus der Tretmühle von MO-FR komm ich sonst nur wieder auf die Idee mir Gedanken zu machen.

    • Georg Trappe: - 20. April 2012

      Schoen zu sehen, das es noch Menschen gibt, die ein Gedaechtnis haben und sich durch den Schwachsinn der Mainstreammedien und der sog. Wirtschaftswissenschaften beleidigt fuehlen.
      Da kann ich nur sagen, weiter so und bitte mehr davon.
      Vor 2 Jahren hat die Intelligenzia auf ZEITOnline mit den Schultern gezuckt.
      http://georgtsapereaude.blogspot.com/search?q=griechenland
      Heute treffen sich in Berlin von Soros gesponsorte “Aussenseiter” und behaupten das gleiche.
      http://www.fr-online.de/schuldenkrise/nach-der-finanzkrise-das-gescheiterte-weltbild-der-wirtschaft-,1471908,14822706.html
      Nun googeln Sie mal INET unter “News” und lesen Sie was die Mainstream Wirtschaftsmedien
      wie Handelsblatt und FTD fuer Titel zu diesem kleinen Fortschritt liefert.
      Das reicht von “Keine Antwort ist auch eine Antwort” ueber “Studenten Revolte im Adlon” bis “Verrueckte Loesungsvorschlaege fuer die Eurokrise”.

  • Comino - 20. April 2012

    DLF aktuell: durch die aktuellen Massnahmen der Regierung sind die Zustände verschärft worden – Entlassung auf Abruf jederzeit möglich, neue Jobs kaum sichtbar, kein Geld wenn man den Job verliert. Von 8 Mietern 3 in den letzten 2 Monaten arbeitslos, im erweiterten Bekanntenkreis 2 weitere die vor kurzem den Job verloren haben. Depressionen, Traurigkeit in den Familien bzw. in der ganzen Gesellschaft. Mieten kaum bezahlbar, es wird mit den Vermietern ‘verhandelt’. Die Zustände werden von Monat zu Monat schlimmer, die Stimmung kippt immer weiter. Kaum noch jemand arbeitet in den ursprünglichen ‘teuren’ Ausbildungsberufen sondern in prekärer oder nahe an prekärer Beschäftigung…

    Hört sich alles irgendwie bekannt an…

  • EB - 20. April 2012

    @ bauagent

    “Hier ist eine wirklich gute Zusammenfassung AKTUELLEN Datums der Immoblienproblematik Spaniens. http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=4561

    Aktuell: Mai 2010…???

    Nicht, dass diverse Aussagen im Artikel nicht stimmen würden. Im Gegenteil, sie sind mittlerweile sogar (noch) schlimmer geworden, wie ich soeben direkt vor Ort live erleben durfte.

    Den “offiziellen” Housing Price Index vom Instituto Nacional de Estadística (INE) kann ich nicht ernst nehmen.

    “Zum Hoch in Q3 2007 sank der landesweite Immobilienpreisindex für neue und gebrauchte Wohnimmobilien bis Q4 2011 um -21,71%”

    Für Madrid höre ich von Berufskollegen (erstaunlich) nur ein Minus von ca. – 10%

    Andere Regionen, wie zum Beispiel Andalusien, sind -30%, -40%, -50% und stellenweise auch -60% keine Seltenheit.

  • Patrick - 20. April 2012

    Sieht nicht gut aus … Deswegen brauchten die Spanischen Banken ja auch viel Geld aus der dicken Bertha.
    Man müsste sich mal die Cash-flows der Banken anschauen … Wenn diese Kredite wirklich alle ausfallen, werden die Probleme haben, ihre Verbindlichkeiten zu bedienen … Hier geht es ganz derb in einen Abwärtsstrudel hinein