Spanien immer deutlicher im Griechenlandstyle

von am 3. November 2011 in Allgemein

Die vermeintlichen Euro-Retter und ihre verantwortlichen Akteure sind alles andere als Strategen, denn ihre Instrumente zur Rettung entspringen leider einer kompletten Versagerstrategie. Die aufgebauten Schuldenpyramiden der Südperipherie lassen sich niemals allein mit Sparen abtragen, sondern wenn überhaupt, nur mit Investitionen in Wertschöpfung und die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit der betroffenen Volkswirtschaften. Aber dafür bedarf es wesentlich mehr als pure Austerität und deren Überwachung. Grundsätzlich muss auch die Frage beantwortet werden, ob eine Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit der Südperipherie unter dem Korsett des Euro überhaupt möglich ist. Alle bisherigen Maßnahmen waren nur geeignet Zeit zu schinden, zum Preis der weiteren Maximierung der Schäden.

Immer zu Bedenken gilt, es geht bei diese Problematik eben nicht nur um Griechenland, sondern auch um Portugal, Spanien und Italien. Spanien ist bereits im fortgeschrittenen Stadium im Griechenlandstyle verfangen. Die Folgen aus der Wirtschafts- und Finanzkrise und der Immobilienblase sowie der aktuellen Versagerstrategie der ausschließlichen Austeritätsmaßnahmen kumulieren sich in den Auswirkungen zu einem destruktiven Ausmaß.

In Folge der Unsicherheit, der enormen Arbeitslosigkeit und den sinkenden Einkommen, befeuert durch die Sparmaßnahmen, kommt es zu einer deutlichen Schrumpfung der Binnennachfrage, insbesondere der privaten Haushalte. Dies dokumentieren auch die aktuellen Daten zu den PKW-Neuzulassungen und den Einzelhandelsumsätzen und dies lässt erahnen wie stark auch die Steuereinnahmen des Staates, nur alleine aus der Mehrwertsteuer unter Druck stehen.

Die Entwicklung der PKW-Neuzulassungen seit Januar 1990 bis Oktober 2011 im Chart. Mit 57’278 Neuzulassungen im Oktober 2011 wurde der schwächste Oktober seit 1993 bei den spanischen Neuzulassungen generiert. Der Rückgang zum Vorjahresmonat 2010 betrug -6,7%, zum Oktober 2009 waren es -41,8% und zum Rekord-Oktober aus 2007 -55,7%.

Der langfristige Durchschnitt von Januar 1990 bis Dezember 2009 betrug 101’279 neuzugelassene PKWs, aktuell liegt man um -43,45% unter diesem! Zum Allzeithoch im März 2007 mit 173’716 neuzugelassenen PKWs betrug der Einbruch bis Oktober 2011 mit 57’278 PKWs satte -67,03%.

Vor allem die privaten Neuzulassungen brachen ein. Seit 16 Monaten in Folge geht es im Vergleich zum Vorjahresmonat bereits abwärts. Im Oktober wurden nur noch 31’195 private Neuwagen zugelassen, ein Einbruch zum Vorjahresmonat von kräftigen -14,2% (gesamt: privat und gewerblich -6,7%). Von Januar bis Oktober 2011 sanken die Neuzulassungen der Privaten um signifikante -37,3% zum Vorjahreszeitraum, auf 338’856 Einheiten. Die gewerblichen Neuzulassungen stiegen dagegen im breiten Zeitraum Jan.- Okt. 2011 um +7,2% auf 230’177 und nur im Oktober 2011 um +4,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Diese Daten werfen auch einen gewissen Blick auf die Lastenverteilung der spanischen Sparmaßnahmen zur vermeintlichen Sanierung des Staatshaushaltes.

Bemerkenswert, der spanische Automobilherstellerverband ANFAC weist in seinem Statement zu diesen Daten explizit auf eine Kreditklemme bei Autofinanzierungen hin.

Auch der Einbruch der spanischen Einzelhandelsumsätze setzt sich unvermindert fort. Nach den letzten Daten des spanischen Statistikamtes INE sanken die realen Umsätze um -5,4% zum bereits schwachen Vorjahresmonat:

Die realen Umsätze im spanischen Einzelhandel und seiner Subsektoren im September 2011 im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Die saisonbereinigte Datenreihe der realen Einzelhandelsumsätze in Spanien, laut den aktuellen Daten von Eurostat:

Die Entwicklung der realen und saisonbereinigten Umsätze im spanischen Einzelhandel von Januar 1995 bis September 2011. Im September 2011 sanken die realen und saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze um -1,7% zum Vormonat, auf 85,08 Indexpunkte, nach 86,58 Indexpunkten im Vormonat. Die realen Einzelhandelsumsätze notieren im September 2011 auf dem tiefsten Stand seit November 1999. Mehr als ein Jahrzehnt reales Umsatzwachstum beim Einzelhandel wurde seit der Wirtschafts- und Finanzkrise und im Zuge der spanischen Austeritätsmaßnahmen komplett ausgelöscht! Seit dem Hoch im März 2007 mit 106,79 Indexpunkten ging es um reale -20,33% abwärts!

Nur aus diesen dramatische Rückgängen bei den Umsätzen im Einzelhandel und den PKW-Verkäufen, die zusammen ca. 40% der privaten Konsumausgaben reflektieren und auch auf die Rückgänge bei den Einkommen zurückzuführen sind, resultiert in der Sache der Staatsschulden, in Spanien vor allem in der des aktuellen Staatshaushaltsdefizit kein Fortschritt im Gegenteil. Der private Konsum ist das wichtigste Standbein beim BIP und diese Rückgänge koppeln direkt auf die Steuereinahmen, insbesondere der Mehrwertsteuer des Staates negativ zurück. Nicht zu vernachlässigen ist auch, dass gerade die eh unterentwickelte Industrie weiteren Schaden erleidet, denn diese ist wenig Export – aber dafür Binnenmarkt orientiert.

Letztlich erweist sich auch in Spanien die eingeschlagenen Strategie als fatal, statt die strukturellen Probleme anzugehen, industrielle Wertschöpfung, damit Jobs und Einkommen voranzutreiben und über diesen Weg für eine ausgeglichene Handelsbilanz zu sorgen, wofür auch Investitionen integraler Bestandteil sein müssten, führen undifferenzierte Sparmaßnahmen, vor allem zu Lasten der Massenkaufkraft, zur Schrumpfung der Nachfrage, in der Rückkopplung zu sinkenden Investitionen der heimischen Wirtschaft und in der Summe zu einer schrumpfenden Wirtschaftsaktivität, die wiederum die avisierten Sparziele u.a. durch Steuerausfälle konterkarieren. Eine weitgehend selbst bzw. unter Druck von EU-Institutionen organisierte Abwärtsspirale, die bereits im Griechenlandstyle mündet und sich noch beschleunigen könnte. 

Quelle Daten: Anfac.com/Pressemitteilung PKW-Neuzulassungen Oktober 2011, Ine.es/Pressemitteilung Einzelhandelsumsätze September 2011

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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29 KommentareKommentieren

  • Querschuss - 3. November 2011

    Die EZB senkt überraschend den Leitzins auf 1,25% und das Volk in Griechenland wird anscheinend doch nicht gefragt und Papandreou wahrscheinlich gestürzt. Der Euro siegt, ….was ich hier bloß immer für verquere Daten rausfummel.

    Gruß Steffen

    • Lothar - 3. November 2011

      Ist halt der wöchentliche Endsieg der Euros.

    • titoslavija - 3. November 2011

      dann gibt es neuwahlen, weder die die ND noch PASOK partei werden da eine regierung auf die beine stellen können, die kommunisten werden als störenfriede agieren, und das wird dem euro das restliche geben, dann gibt es keinen sieg mehr für den euro.

    • Appaloosa - 3. November 2011

      Jo Steffen, läuft “da oben” mal wieder nach Schema F ab: Wer das Volk befragen will oder gegen den allmächtigen Euro ist, wird abgesägt.
      BtW: BMW fuhr, dank zahlungskräftiger (vom Staat gesponserte Banker?)Autokäufer einen Rokordgewinn von 1 Mrd. Euro ein…

  • hunsrückbäuelerin - 3. November 2011

    nun, dass Sparmaßnahmen alleine nicht helfen scheint ja inzwischen nicht nur mehr bloggern bewußt zu sein, fragt sich nur, warum wird eine strategie die darauf baut, bei den dahin siechenden länder nicht angewendet? Ist es Kalkül? Ist es (immer) noch Unwissenheit? Was hindert?
    letztlich ist der zustand menschenverachtend und gleicht daher dem tatbestand der erpressung und freiheitsberaubung. wann werden endlich die schuldigen gesucht, gefunden und dingfest gemacht? doch da stellt sich schon die nächste frage, wer sollte das tun? nachdem wir ja inzwischen wissen, dass für D gilt, dass korrupte staatsanwaltschaften korrupte polizisten decken, polizisten, die nachweislich dank fotodokumentation kriminelle handlungen begehen die weit über jede legitimation in einer demokratie hinausgehen, ungestraft davon kommen, wer also sollte das tun, wenn es anderswo auch besser sein sollte aber der neue deutsche leitgedanke ist: am deutschen wesen soll die welt genesen?
    da kommt kein edelmütiger ritter, der für den preis das hübschesten bauernmädchen zu ehelichen, die tyrannen vertreibt, und damit das volk von seiner knechtschaft befreit. diesmal muß sich das volk schon selbst befreien so wie damals im 16 Jh. die Dithmarscher Bauern.

  • Martin - 3. November 2011

    Die Zinssenkung der EZB war absehbar. Künftig wird auch die EZB inflationär agieren, zumal der italienische EZB-Chef darin besser ist als jeder andere. Geldwertstabilität ist ohnehin nur in D ein Thema gewesen.

    Zum Artikel aber selbst:
    Wie soll man es denn schaffen, in den Südländern Europas eine Wirtschaftsförderung hinzubekommen? Es sind über die Jahre Zig-Milliarden dorten genau für diesen Zweck versenkt worden, ohne dass sich echte Ergebnisse einstellen. Man müsste das politsche System dort ändern, die Verwaltung und auch in der Bildung viel tun. Jedoch das ist nicht möglich in den gegebenen Rahmen der EU.
    Zudem, die Wirtschaftsentwicklung dort zu fördern setzt voraus, dass man woanders Kapazität abbaut und dort hin bringt. So billig aber wie in China ist aber das nirgends kaum möglich. Man müsste in der EU einen Protektionismus einführen, der die Produktion aus China in die Südländer zurück bringt (das ist nämlich das Problem, die wenige Industrie, die in Portugal war ist abgewandert nach China bzw. durch Billigprodukte von dort platt gemacht worden).

    Dieser ungezügelte Globalisierungswahnsinn ist eigentlich das Problem. Wie sollen Produkte mit den Sozialkosten der EU mit weitgehend sozialkostenbefreiten, subventionierten Produkten aus China im selben Regal stehend konkurrieren?

    Die EU hat versäumt, eine Sozialumsatzsteuer einzuführen, um die Sozialkassenkosten für alle Produkte vergleichbarer einzupreisen. Würde man die Sozialkosten auf die Umsatzsteuer auflegen (bzw. nur durch diese bezahlen), könnte man hier viel besser agieren und handeln. Doch dumme Politiker usw. haben das völlig mißachten bzw. überstieg dieser Ansatz deren Denkvermögen, so dass die Misere sich jetzt immer weiter entwickelt, ohne eine Gegenstrategie.

  • maximinus - 3. November 2011

    warum wird eine strategie die darauf baut, bei den dahin siechenden länder nicht angewendet? Ist es Kalkül? Ist es (immer) noch Unwissenheit? Was hindert?

    Ich bin überzeugt, dass es tatsächlich Unwissenheit ist. Man braucht doch nur im eigenen Kreis nachzufragen, wie unser Geldsystem funktioniert. Weitgehende Unwissenheit. Wieso soll das bei Politikern und Ideologen uups ich meinte Ökonomen anders sein.

    Es kann nur Aufklärung helfen, und da sind wir alle gefordert

  • Alles wird gut - 3. November 2011

    Ja, eigentlich ist es ja wirklich verwunderlich, was uns Steffen hier immer präsentiert?!

    Ver”quere” Daten?
    Genau – der Siegeszug des Euro beginnt mit dem heutigen Tage.
    Merkt ihn Euch gut – ab dem 03.11.2011 wird alles gut – ab sofort geht nur noch in eine Richtung: aufwärts. ÜBERALL.
    Der ehemalige Ostblock feiert sich eben einen Wolf – die Aufnahme in die Eurozone wir heute Nacht für alle Staaten vollzogen, die bis 20 Uhr den Antrag abgegeben haben. Die Türkei ist beleidigt, weil gestern noch keine Anträge angenommen wurden.
    Eben meldet sich auch die ersten Staatspräsidenten aus Amerika, schicken Grüße und lassen anfragen, ob denn Süd- oder wenigstens Mittelamerika eigentlich nicht auch zur Eurozone gehören.

    Was interessieren Arbeitslosenzahlen, Autoverkäufe, Verschuldungsstände (privat oder staatlich; egal), versteckte Schulden ala Target/2, Immobilienleerstände, Banksterallüren, CDS, Zinseszinsen, Leerverkäufe, monitäre Wahllügen, finanzielle Depressionen, Umsätze der Globalcoms, Inflationen, Essensmarkenbezieher, Steuersätze oder mafiöse Politikerkastenguthaben im Ausland?

    Es ist ganz einfach:
    Jeder Staat der tief verschuldet ist, bekommt in den nächsten 3-6 Monaten einfach eine neue Regierung und schon sind alle Probleme beseitigt und gelöst, aber nur, wenn nicht das beherrschte Volk befragt wird.

    50 % der Wirtschaft sind Psychologie, wenn dem so wäre, würde schon großes Schlottern und Zähneklappern in den Finanzmetropolen herrschen. Tut es das?
    50 % der Wirtschaft ist Demenz, trifft es besser. Was war gestern?

    Alleine das absolut nicht mehr argumentierbare Auf und Ab der Börsen zeigt nur eines:
    Es ist nach der großen Flucht der Bankster und Globalcoms aus dem Anleihemarkt
    viel Kapital ungebunden am Markt unterwegs – da werden Spielchen gemacht.
    Die Zeit zu Fliehen hat unsere hOCHfinanz ja von unseren VolksverDREHERN bekommen.
    Aber dafür erhalten Schlafmichl und Blödliesln aus Deutschland und vielleicht sogar noch von anderswo, wenn die sich ebenfalls dumm (an)stellen, dann auch die Rechnung, wenn die nächsten Jahre die vollmundigen Steuergeschenke in dicken Minusnummern enden.

    Sarkasmus oder Pessimismus würde sich viel böser anhören… Nicht?

    Da freue ich mich auch schon wieder auf die fast in die Kameras heulenden Chefs der Globalcoms, die von Kurzarbeit und Lohnkürzungen, Leiharbeitern und Auftragsrückgängen stammeln und vor unserer Regierung auf Knien um Ankurbelung der Wirtschaft flehen, um ein Jahr später wieder wie die allerfeinsten Aristokraten aufzutreten und den Politikern auf die Köpfe zu spucken…

    Alles wird gut! JA! Wirklich!!!

    Und was Steffen präsentiert sind nicht ENDZEITZAHLEN – sondern es heißt: ENDlich ZEIT zu ZAHLEN.
    Das wirs nur immer wieder falsch herum interpretiert. Aber darüber sollten wir eigentlich gar nicht diskutieren; ist doch nicht der Rede wert.
    Das Wording machts:
    Neusprech 10.5 – haben Sie Ihre Ausgabe noch nicht erhalten?

  • Andreas - 3. November 2011

    @hunsrückbäuelerin
    Wie soll sich das Volk selber befreien? Mit Demonstrationenin ganz D ? Hahaha der Witz ist nicht schlecht. Und wenn 80 Mio Deutsche vorm Kanzleramt stehen und mit einer Stimme rufen das wir ein neues System wollen, macht die Mereln das Fenster auf und ruft zurück “danke für eure Meinung wir haben in D ja freie Meinungseußerung” und macht das Fenster wieder zu und nichts wird geschehen. ………………………………………………….(Redaktionell gelöscht von Querschuss)

    Das Volk geht nicht auf die Straße – Fernsehen ist schöner und angenehmer.
    Das Volk geht nicht auf die Straße – Ihm ist es egal was die da oben machen es hat kein Interesse an Politik.
    Das Volk geht nicht auf die Straße – Es muss arbeiten und ist nach dem Feierabend kaputt.
    Das Volk geht nicht auf die Straße – Es fühlt sich zu alt für solchen Quatsch das solln die jungen machen.

    Also wer solls machen

    MfG
    Andreas

  • bauagent - 3. November 2011

    Zitat Steffen:

    “Eine weitgehend selbst bzw. unter Druck von EU-Institutionen organisierte Abwärtsspirale, die bereits im Griechenlandstyle mündet und sich noch beschleunigen könnte”

    Was selbstverständlich nicht nur für Spanien, sondern für eine Reihe weiterer Euro-Länder zutrifft.

    Die Behauptung, dass DIE einfach nicht das Geldsystem kennen und daher Fehlentscheidungen treffen ist für mich nicht schlüssig. Ein Heer von Fachleuten unterstützt unsere Politiker mit Fachwissen und Kompetenz.

    Die Frage stellt sich also: Sind die Entscheidungen, die rein volkswirtschaftlich betrachtet im hohen Maße kontraproduktiv sind, vornehmlich politisch getrieben und welche Ziele verfolgt eine Politik, die wider besseren Wissens, weitere Griechenlanddesaster in anderen Ländern in Kauf nimmt?

    Für mich wird die Antwort immer klarer:

    Diese Bande ist überzeugt davon, dass ein zentralistisch geleitetes Europa unter Reduzierung demokratischer Strukturen bessere Zukunftschancen hat, als ein Europa der Völker. Dabei ist ihnen der Wohlstand der Menschen völlig gleichgültig. Die Ziele der Bevölkerung stehen in diametralem Gegensatz zu den Zielen derer, die als Handlanger der Industrieoligarchie und Hochfinanz mit Überzeugung ihr Werk tun, die Politiker in der ersten Reihe.

    Einer ganzen Reihe von Äußerungen der maßgebenden Personen ist sogar eine verklausulierte
    weitere Entwicklung heraus zu hören, in dem auf der Grundlage der angeblichen Überbevölkerung der Erde, nur eine zentrale weltweite Führung die Probleme unseres Planeten
    lösbar erscheinen lassen.

    Die aktuelle Entwicklung in Griechenland zeigt deutlich, dass an diesem übergeordneten Ablauf im Chaos etwas dran sein muss, wenn die alten Studienfreunde Papandreou und Samaras, unter Ausschaltung des Militärs, eine Einheitsregierung beschließen wollen.

    Ein interessanter Probelauf um zu prüfen, inwieweit Bevölkerungen, erst einmal an die Wand gedrückt, nach Führung rufen. Das Spiel ist immer das gleiche.

  • bauagent - 3. November 2011

    Sorry, ich wollte noch an den Kommentar von Henry Kissinger, dem Globalisten schlechthin,
    erinnern, der scih zu den Griechen in einer Rede 1974 äußerte:

    “Das Griechische Volk ist Anarchisch und sehr schwer zu beherrschen, aus diesem Grund müssen wir Sie tief in Ihren Kulturellen Wurzeln treffen.
    So zwingen wir Sie vielleicht dazu sich unterzuordnen.
    Ich meine damit Ihre Sprache, Ihre Religion und Ihre Historische und Kulturelle speicher anzugreifen um so Ihnen die Möglichkeiten zu nehmen sich weiter zu Entwickeln,
    Sie sollen sich selbst nicht erkennen oder gar zeigen das Sie gewinnen könnten.
    Nur so können wir die Hindernisse in unseren Strategischen Plänen für den Balkan, das Mittelmeer und den Nahen Osten durchsetzten”

  • Karl Napp - 3. November 2011

    Der Vergleich Spanien/Griechenland dürfte doch etwas hinken. Zwar ist der Abwärtstrend der spanischen Wirtschaft greifbar, aber der Verschuldungsgrad Spaniens ist mit gerade einmal 68% des GDP im Vergleich zu Griechenland deutlich niedriger. Spanien bleibt also noch Zeit, die Sache in Ordnung zu bringen. Nutzen sollte das Land diese Zeit allerdings. ei Griechenland ist diese Zeit abgelaufen. Hier hilft wohl nur noch die Insolvenz.

    • Querschuss - 3. November 2011

      Hallo Karl Napp,
      jeder Vergleich hinkt, vor allem wenn einem Vergleiche untergemogelt werden, die man nicht gezogen hat. Mit Griechenlandstyle meine ich nicht den Vergleich der Bruttostaatsschuldenstände, steht auch so nirgenwo, sondern vor allem die Kontraktion des privaten Konsums, an den PKW-Verkäufen und den Einzelhandelsumsätzen festgemacht und genau diese Charts sind nahezu identisch mit dem Verlauf der Griechischen. Bei der Staatsverschuldung ist nicht der nominale Bruttostand das vordergründige Problem, sondern vor allem das laufende hohe Staatshaushaltsdefizit bzw. die hohe Wahrscheinlichkeit das die Defizitziele nicht eingehalten werden können. Und die schwachen Daten zum privaten Konsum dürften nicht geeignet sein die Steuereinnahmen zu erhöhen und das Defizitziel einzuhalten.

      Zur Schuldenpyramide der Südperipherie zählen ja auch die Schulden der privaten Haushalte und Unternehmen (inkl. Finanzsektor) und da sieht es in Spanien düster aus.

      Wo hat Spanien etwas in Ordnung gebracht? Es ist schon viel Zeit verstrichen, wenigstens ein paar grüne Triebe müssten zu sehen sein, ich sehe keine.

      Gruß Steffen

  • Thorsten Eckau - 3. November 2011

    Meine ehrliche Meinung zu den Entscheidungen Deutscher Politiker:
    Ich fürchte, dass das alles viel größere Dimensionen hat, als uns allen lieb sein kann. In Europa herrschten Jahrhunderte Kriege und Feindseligkeiten. Frankreich und Deutschland als ganz ganz große Freunde die sich furchtbar lieb haben und deren Oberhäupter sich in den Armen liegen, dass passt in einem großen zeitlichen Kontext nicht wirklich ins Bild. Und dennoch wäre es ja schön, wenn es so wäre. Ich fürchte aber, dass es das nicht ist und nie war. Nach dem 2. WK wollten die Siegermächte aus Deutschland ein Agrarland machen und verhindern, dass diese Nation jemals wieder “hoch” kommt. Den Amerikanern – trotz aller Spielchen die auch die USA im Sinn hatten und mit uns spielten – ist es zu verdanken, dass dem nicht ist war/ist. Warum aber? Nun, erstens war ein westliches Deutschland auch im Sinne der Franzosen und restlichen Europäer, eine DDR an der Saar wäre sicherlich nicht in ihrem Sinne gewesen. Zum anderen wurde früh damit begonnen, Deutschland “einzubinden” in die Wirtschaft Europas (Montanunion, EWS, EG,…). Dies alles war zu unserem, aber immer auch zum Nutzen unserer Nachbarn. Das ist – soweit ich das sehe – auch eine recht gute Win-Win-Lage gewesen.
    Nun drohte aber 1990 durch die Wiedervereinigung dieses Deutschland sehr sehr stark von seiner Besiegtenmentalität abzurücken und erste, kleine Spuren von wiederaufkeimendem Nationalstolz zu zeigen. Und es stand durchaus zu befürchten, dass selbst diese wahnsinnigen Wiedervereinigungskosten von Deutschland geleistet werden könnten, so dass wieder ein wirtschaftlich starkes und dann dominanter werdendes Land entstehen könnte.
    Dies war – so liest man – wohl auch einer der Hauptgründe dafür, dass Maggie und Francois unserem Helmut die Zustimmung nur im Gegenzug zum Euro gegeben haben. Kohl wollte, so wird gesagt, erst ein geeintes Europa und nachher eine gemeinsame Währung. Doch über die (Ein)Bindung Deutschlands in den Euro mit Frankreich (inflationierender Zentralstaat mit überbordenden Kosten, die möglichst irgendwoher, nicht aber von 35-Wochenstunden-Arbeitern Frankreichs bezahlt werden sollten), ergaben sich Möglichkeiten die wirtschaftliche Stärke entweder im Zaum zu halten und/oder anzuzapfen. Dies entspricht in etwas übrigens auch der Haltung, die England zu den USA pflegen: Der Schwächere umklammert den stärkeren möglichst eng, um in einer Symbiose zu überleben und nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.
    Vor diesem Hintergrund ist es doch vollkommen logisch, dass gerade die Französischen Banken MAXIMAL in den schwachen Südländern investiert sind, welche – noch Frankreich und Deutschland – am Ende nur von den stärksten mit der größten Beteiligung “ausgebailt” werden müssen. Deshalb ist Sarkozy so unglaublich darauf fokussiert, dass diese Achse zusammenhält und jede noch so kranke Rettungsaktion durchgeführt wird. Er muss die Banken von uns retten lassen, sonst ist Frankreich hinüber (und die EU allemal).
    Ich behaupte hier und jetzt, dass seit September schon mehr oder weniger deutlich und mit fast schon nicht mehr verschleierten Aussagen kriegerische Auseinandersetzungen seitens Frankreich (als Drohendem) und Deutschland (als Wink, warum wir das alles unbedingt durchwinken MÜSSEN) angedeutet werden:

    „Europa sei „viel, viel mehr als eine gemeinsame Währung“. Die Geschichte habe gezeigt, dass Länder mit einer Gemeinschaftswährung nie Kriege gegeneinander geführt hätten, sagte Merkel, deren Koalitionsmehrheit bei der Abstimmung über den Rettungsschirm EFSF Ende September wackelt.“
    „„Scheitert der Euro, scheitert Europa“, bekräftigte Merkel. „Er darf nicht scheitern, und er wird nicht scheitern.““
    07.09.2011
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article13590387/Scheitert-der-Euro-scheitert-Europa.html

    „Das Pfeifen im Walde war nicht zu überhören: „Eine beispiellose Finanzkrise wird uns zu wichtigen, sehr wichtigen Entscheidungen in den kommenden Tagen führen.““
    „Sarkozy sagte: „Wer die Zerstörung des Euro erlaubt, riskiert die Zerstörung Europas. Diejenigen, die den Euro zerstören, werden die Verantwortung dafür trage, dass Konflikt und Trennung auf unserem Kontinent wieder auferstehen.““
    18.10.2011
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/28428/

    „Frankreichs dramatischer Appell an den Kontinent“
    „Warnung vor Scheitern des Krisengipfels:
    Fillon warnte vor einem Scheitern des Euro-Krisengipfels in Brüssel. „Wenn der Gipfel scheitern würde, dann könnte dies den europäischen Kontinent in unbekannte Gefilde stürzen“, sagte Fillon laut Abgeordneten bei einem Treffen mit Vertretern der konservativen Regierungspartei UMP.“
    25.10.2011
    http://www.welt.de/politik/ausland/article13680345/Frankreichs-dramatischer-Appell-an-den-Kontinent.html

    “Polen hält Krieg bei Auseinanderbrechen der Euro-Zone für möglich.”
    “Der polnische Finanzminister Jacek Rostowski hat mittel- und langfristig einen Krieg in Europa nicht ausgeschlossen, wenn es zu einem Zerfall der Eurozone und der Europäischen Union kommt. “Wir dürfen nicht zulassen, dass es dazu kommt”, sagte Rostowski am Mittwoch vor dem Europaparlament in Straßburg.”
    DPA Meldung vom 14.09.2011, u. a. hier:
    http://www.financial-informer.de/infos/polen_halt_krieg_bei_auseinanderbrechen_der_euro_zone_fur_moglich_1867675

    „UBS-Prongose: Wenn der Euro scheitert, gibt es Krieg“
    07.09.2011
    http://www.moz.de/wirtschaft/wirtschaft/artikel-ansicht/dg/0/1/974935/

    Ich würde mich freuen, wenn die Damen und Herren Mitdiskutanten mir hier zeigen könnten, warum mein Weltbild so schräg hängt, dass ich mir unnötige Sorgen mache. Aber so stellt es sich mir dar und bis auf weiteres befürchte ich, dass dies die einzige Erklärung ist, warum wir Deutschen in Form unserer Regierung so irrwitzige Projekte wie diese EU (in dieser Form!) und den EUR (in dieser Konstruktion) mit Garantien und Krediten alimentieren (müssen), welche sich zwingend zu unserem absehbaren und nachhaltigen Nachteil ausprägen werden, to say the least.

    Die letzte Bitte ist ernst gemeint: Wer mir klar machen kann, dass und so ich ein falsches Weltbild habe, ist herzlich aufgefordert mich mit korrekten Sachverhalten auf eine andere Schiene zu heben.

    • micdinger - 3. November 2011

      Hallo Thorsten,

      in Europa halte ich einen politischen, Krieg, also Nation gegen Nation für unwahrscheinlich. Ich ich liste einfach mal die Punkte auf, die mir beim Lesen deines Beitrags in den Sinn kamen.

      1. Die wirtschaftlichen Verflechtungen von Firmen in den einzelnen Staaten sind heute viel ausgeprägter als noch vor siebzig Jahren, vom Energieverbund bis zum Absatzmarkt.

      2. Die kulturellen Verflechtungen sind heute ganz andere als noch vor siebzig Jahren. Vom gemeinsamen Fernsehprogramm bis hin zur gemeinsamen Küche.

      3. Die persönlichen Verflechtungen unter den einzelnen Staaten über Urlaube und Ausbildung.

      All das gab es natürlich auch schon vor siebzig Jahren. Aber nur für eine recht schmale Oberschicht und nicht so weit in der Bevölkerung verbreitet wie heute.

      4. Fehlende persönliche Kriegserfahrung. Alle die sollen, kennen Krieg nur aus den Medien, von einigen Zeitsoldaten der Bundeswehr mal abgesehen. Und in den Medien wird Krieg eigentlich (noch) immer als etwas grausiges vermittelt. die Heroisierung früherer Jahre ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Im rechten noch unbedeutendem Lager mag das etwas anders aussehen.

      • Steffen B - 3. November 2011

        Micdinger,

        Du machst mir Angst. Ich hatte mal einen Bericht gelesen, das vor dem ersten Weltkrieg es auch schon eine nie dagewesene Verflechtung der Weltwirtschaft gab und ein Krieg aus diesen Gründen unvorstellbar war für die meisten. Keine Ahnung wie es beim gemeinen Volk aussah, aber die gebildeten waren vermutlich auch viel unterwegs und die Dorfbewohner wollten ihr Dorf eigentlich noch nie für nen Kriegszug verlassen.
        Und war es nicht damals ein Wirrwar aus Verträgen, deren logische Abfolge das ganze hat eskalieren lassen? Und genau sowas sehe ich jetzt auch wieder. Niemand will es, aber am Ende ist es doch wieder alternativlos. Das kriegen die Politker schon hin. Vielleicht diesmal eher im Sinne des Röhmischen (das h wegen den Böhmischen Dörfern), das Truppen in abtrünnige Gebiete entsendet…
        Wenn ich nur irgendwo ein bischen Verstand sehen würde. Und auchmal ein Nachdenken, ob man auf dem richtigen Wege ist statt den als alternativlos zu deklarieren.

    • KD - 3. November 2011

      Um ganz ehrlich zu sein, gingen mir bei diesen Worten, die wahrscheinlich noch einige mehr gehört haben, kurz ähnliches durch den Kopf und dazu meine Fragen:

      Kann ein Krieg nicht auch rein finanzieller/industieller Natur sein?
      Findet ein solcher nicht bereits (ebenso wie ein Cyperkrieg) statt – die Waffen sind andere, die Auswirkungen doch ebenso gleich mit knventionellen Waffen.
      Hunger und Armut – Übernahme von Firmen und Strukturen in Ländern außerhalb der bekannten Grenzen, Druck auf die eigene und fremde Bevölkerung wird durch Entzug von finanziellem Spielraum und Aufbau von Angst ausgeübt.

      Viele Sprechen von der EZB als Atomwaffe – warum? Weil sie sich ebenso einsetzen lässt?
      Wer will das und wer will das nicht – andere Länder nutzen diese Waffe – mit Erfolg – allerdings unterschätzen diese Länder auch die entstehende Strahlung in heimischen Gefilden…

      Sind Hedgefonds nicht mit riesigen Armeen vergleichbar, die ganze Länder niederwalzen können und können Ratingagenturen nicht mit einem einzigen Handstreich zuerst Späher und danach sogar Saboteure sein?

      Liefern große Banken nicht gefährliche Finanzprodukte an alle – und wenn bösartig andere geschädigt werden sollen in Art von Zeitbomben, die es schnell weiter zureichen gilt?

      Sind wir mit unserem Kapital nicht auch nur Kanonenfutter und jeder, der glaubt, da noch mitspielen zu können, wird noch mehr dazu?

      Denke die Dimension von Finanzkrieg ist noch lange nicht ausgeschöpft, aber bereits jetzt verlieren Menschen, wegen falschen (und auch mutwilligen) Entscheidungen und Versprechen der Würdenträger und Bankster alles
      - Heime und Altervorsorgen werden zerstört
      - Landstriche und Infrastruktur durch Habgier und Kalkül ausgedünnt
      - Familien durch Jobs außerhalb der Heimzone zerrissen
      - Menschen gezwungen immer schneller der Arbeit zu folgen
      - Kinder viele Stunden alleine zurückgelassen, damit Geld ins Haus kommt
      - immer weiter versucht die Ideologie des Kapitalvermehren vorangetrieben und in andere Länder importiert
      - die Grundversorgung gefährdet
      - eine Aura der Angst geschaffen, wenn wir nicht machen, was sie wollen und mit dem schlimmsten gedroht

      Ich frage ganz bewusst nicht, was der Unterschied ist – denn hier geht es nicht darum direkt zu vergleichen.
      Doch vieles klingt ähnlich – es funktioniert nur anders.

    • peterb - 3. November 2011

      Die Zerstörung des Euro würde wohl einige Träume und Wünsche einer sehr reichen und mächtigen Elite beenden. Welche Folgen das hätte?
      Krieg glaube ich nicht. Denn das was für diese Klientel verloren ginge, würde durch einen Krieg auch nicht gewonnen werden können.

      Im Übrigen ist wohl das Schicksal Griechenlands (ob sie nun so oder so entscheiden) für die weitere Entwicklung nicht so entscheidend. Wirklich entscheidend sind Italien und Spanien.

      Die ökonomische Entwicklung dieser Länder wird, das ist meine beschiedene Einschätzung, die europäischen Politiker wohl zu einer Entscheidung führen, die die Völker nicht wollen, aber wieder als alternativlos dargestellt werden wird: Europa als von oben aufoktroierter Bundesstaat, Ich denke, die ganzen Kriegsdrohungen sind prima geeignet diesem Szenario den Weg zu bereiten.

      Deine (ängstliche) Frage zeigt das schon – lieber nehmen die meisten die Kröte “Eurorettung über Zwangsvereinigung” in Kauf als einen (wenn auch sehr unwahrscheinlichen) Krieg.

      Das diese mögliche Zwangsvereinigung, sollte sie denn ins Gespräch kommen, nicht gerade sehr demokratisch ablaufen wird, dürfte auch klar sein.

      Interessant finde ich in dem Zusammenhang die Diskussionsrunde bei Illner heute abend im Zweiten unter dem Titel “Gefährdet Demokratie den Wohlstand?” Ich schätze, die Titelgebung war ein freudscher Versprecher…

  • hunsrückbäuelerin - 3. November 2011

    @ andreas,
    du urteilst über das volk, wir sind das volk, zumindest ein teil davon. aber selbst wenn es dem tv entsagen würde und von der arbeit weniger kaputt wäre und es nicht denken würde, zu demonstrieren sei quatsch und es auch nicht die aktivitäten auf die jungen schieben würde, es würde nicht reichen……
    und genau das wolte ich sagen

  • hunsrückbäuelerin - 3. November 2011

    @ micdinger,
    das sehe ich komplett anders, siehedie Propaganda gegen GR. Wieviele gibt es die liebend gerne abkommandiert würden um den GR das arbeiten beizubringen? ´ne Menge Deutsche, sie sitzen Abend für Abend an den Stammtischen, haben von nix ne Ahnung aber davon viel und machen Stimmung und wenn jemand dagegen geht, wird er ausgebuht.
    D im Jahr 2011 ist dank der Staatspropagnda D im Jahr 1933 ff.

    so, nun zu den einzelheiten:
    zu 1: die wirtschaftlichen Verflechtungen spielen keine rolle, da sie nur großunternehmen betrifft und die partizipieren immer am krieg (nachzulesen über GM, Opel, CocaCola etc.)
    zu 2. kulturelle verflechtungen gibt es schon seit den römern, die haben auch vor 100 jahren nicht gehindert frankreich, polen etc. zu überfallen und wer will schon kultur, wenn er nach malle fährt um wiener schnitzel zu essen, der will nur D wo´s warm ist, also anektieren!
    zu 3. persönliche verflechtungen? wieso, hast du freunde in GR, P, S, F,? ansonsten sieh 2.
    zu 4. soll das ein Manko sein? na wieso ziehts dann soviele junge leute zur armee, zur polizei? eine teil wohl desshalb, weil sie dort ungestraft gewalt ausüben können, sofern sie sich nicht gar so blöd anstellen, aber selbst wenn, bleiben sie i. d. r. straffrei, s, bloody thursday 30.09.2010 in S21
    deine haltung ist löblich, aber leider schlicht naiv.

    • micdinger - 3. November 2011

      Hallo hunsrückbäuelerin ,

      also, ich halte prinzipiell alles machbare für möglich. Doch in meiner persönlichen Welteinschätzung rangiert ein klassischer Krieg in Europa ziemlich weit hinten auf einer Erwartungsskala. Eher geht die Entwicklung zu einer Welt, in der Mad Max den Ton angibt, was ich aber hoffentlich nicht mehr erleben werde.

      zu 4. Ja, wie viele zieht es denn zur gerade verkleinerten Armee? Habe da etwas von Rekrutierungsschwierigkeiten gehört.

      zu 3. Ich persönlich habe Bekannte in P und N, und war schon in anderen europäischen Ländern. Nette Leute getroffen, wie hier auch, und ebenso nicht mehr Dumpfbacken als hier. Dürfte anderen Urlaubern auch so gegangen sein. Hatte auch einen sehr sympathischen Iraner und Pakistani in meinem Bekanntenkreis.

      zu 2. Wieder ein Mengenproblem. Wie viele fahren denn an die Südküsten und bleiben völlig unbeleckt von der dortigen Kultur. Sicher viele, aber meiner Meinung nach nicht genug, und selbst denen, die sich nur im Hotel aufhalten wird man den spanischen Kellner nur schwer als Witwenmacher und Kinderschänder verkaufen können.

      zu 1. Die Zeiten dürften sich geändert haben, da ein Krieg heute keine neuen Absatzmärkte mehr erschließt, sondern je nach Kriegsgebiet und Kriegspartei zu einem Einbruch der Absatzmarktes führen dürfte. Von den militärisch bedeutsamen Industrien mal abgesehen.

  • hunsrückbäuelerin - 3. November 2011

    @ thorsten eckau
    nein, auch ich kann dir bei der faktenlage deine ängste nicht nehmen, weil es mirähnlich ergeht.
    schon der erste link auf die welt vom 07.09.11 kann durchaus als drohung aufgefaßt werden. wieso bildet merkel die staaten an eine währung, was nachgewisen so nicht funktioniert?

    der link vom 18.10. auch sarkozy bläst ins gleiche horn. bei all den fakten will er dass D in den euro eingebunden bleibt, eine deutliche warnung an alle, vor allem wohl D da zu diesem zeitpunkt die ersten überlegungen bekannt wurden, D könnte den euro verlassen und zurück zur DM, siehe Olaf Henkel etc.
    25.10. dito, nur andere Person, geliche Nationalität

    Polen reagiert sehr sensibel, manchmal geradezu empfindlich auf Äußerungen deutscher und russischer Politiker, nicht ohne Grund. Ich halte persönlich viel von dieser Nation, vor allem von der Klarheit und Sensibilität mit der sie Entwicklungen wahrnehmen und darlegen.

    nun, die UBS-Prognose würde ich unter rein monetären aspekten sehen, was dem aussagegehalt keinen abbruch tut. bricht europa geht auf der einen seite viel geld verloren, was auf der anderen seite das potential hat, zu gewinnen. ob sich die verlierer ohne widerstand ergeben, wage ich zu bezweifeln.

    also, die EU ist wieder in der realität angekommen und Kohl hat in gewissem Sinn recht, wenn er seniliert: “die (merkel) macht mir mein Europa kaputt”, er vergißt dabei allerdings, dass das kaputt machen schon zu seiner zeit eingefädelt wurde, vielleicht nicht von ihm, aber zumindest unter seiner ägide.

  • hunsrückbäuelerin - 3. November 2011

    @ andreas nochmal: dein erster Absatz bestätigt genau das, was ich überzeichnet habe und ich teile auch die schlußfolgerung mit dir. allerdings sollten wir blogger vorsichtig sein mit solchen forderungen um 1. den blog nicht zu gefährden, 2. nicht den straftatbestand des aufrufes zur gewalt, zu erfüllen. querschuss hat mich darauf schon zu recht hingewiesen.

    • Querschuss - 3. November 2011

      @hunsrückbäuerlein,
      brav, …..hatte den Kommentar von Andreas übersehen, entsprechende Passage ist gelöscht.

      Irgendwie wird mir der Kommentarberich mit aller Macht verübelt.

      Steffen

  • aquadraht - 3. November 2011

    Steffen,

    Mich würde interessieren, wie Du die Perspektiven einschätzt. Wenn ich das richtig sehe, hast Du Dich gegen Konstrukte wie Eurobonds ausgesprochen. Ich kann das zwar nachvollziehen, aber die Alternative ist doch, dass die Zinsen “den Märkten” überlassen werden, mit dem Erfolg, dass sich die Banken zu unter 1% Geld bei der EZB leihen, das sie mit bis zu 25% an die verschuldeten Staaten weiterverleihen, da kann ihnen auch ein haircut von 60% relativ egal sein.

    Es geht mir nicht einmal um den Euro, der meiner Meinung nach fehlkonstruiert und broken by design ist. Eine gemeinsame Währung ohne gemeinsamen Wirtschaftsraum funktioniert nicht, und selbst mit gemeinsamem Wirtschaftsraum ohne gleichartige Wirtschaftsstruktur kommt so etwas heraus wie die Vernichtung der DDR-Wirtschaft durch die Wiedervereinigung. Es geht eher darum, wie wir – mindestens theoretisch – aus dem Dreck rauskommen.

    Ideen? Auch Systemfrager, wenn er mitliest. Übrigens helfen “Sparmassnahmen” nicht nur “nicht allein” nicht, sie sind das Gegenstück zum Aderlass der vormodernen Medizin, mit dem mehr Menschen umgebracht wurden als in den Kriegen.

    a^2

    • Querschuss - 3. November 2011

      Hallo aquadraht,
      den Kapitalismus gesundsparen geht meiner Meinung eh nicht, denn die Kreditexpansion war sein Erfolg. Ich formuliere dies nur etwas diplomatisch korrekter. Aber sicher können auch punktuelle Sparmaßnahmen Bestandteil eines Programms zur Wiederherstellung der Südperipherie beinhalten, nur so ein Programm muss Investitionen und die Ankurbelung der Wertschöpfung beinhalten und so ein Programm traue ich den heute Verantwortlichen nicht zu. Aus der Sicht des maximalen Zeitgewinns wären Eurobonds richtig, dies würde aber nur das Elend, was irgendwann auch auf Frankreich und dann auf Deutschland übergreift künstlich verlängern.

      So wie ich immer geschrieben habe das Griechenland keine Chance unter dem Euro hat, Portugal ebenso nicht und wenn es so weiter geht auch Spanien und Italien nicht, gilt es die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften zu akzeptieren und über das Korsett des Euro abzustreifen und durch das Ventil der Abwertungen von den dann eigenen Währungen zu entschärfen.

      Mit Theorie wie man aus dem Dreck raus kommt befasse ich mich nicht explizit, meine Meinung interessierte beim in den Dreck reinkommen auch nicht, von den Lesern hier abgesehen, ist also nicht meine Baustelle, allerdings ergibt sich indirekt aus den hier geschriebenen Analysen des Status Quo, was man besser machen könnte.

      Gruß Steffen

  • Bernd Klehn - 4. November 2011

    Lieber aquadraht,

    ich empfehle dir als Grundlage und Denkanstoß für eine dauerhaft tragfähige Lösung Keynes Bancor Plan. http://www.postwachstumsoekonomie.org/Keynes-Bancor_Version2.pdf

    Lies seine Ausführungen immer und immer wieder, dann erkennst du die Fehlkonstruktion des Eurosystems und Lösungsansätze zu dessen Beseitigung. Dann verstehst du Vorteile eines richtig konstruierten Eurosystems gegenüber freien Wechselkursen innerhalb der EU. Vielleicht kann ich sogar Steffen von dieser Alternative überzeugen. Dessen Datenaufbereitungen und Analysen immer unverzichtbar, weil eben fundiert, sind.

    Sehr sehr liebe Grüße an dich und Steffen.

    • Querschuss - 4. November 2011

      Hallo Bernd,
      der Bancor Plan is zweifelos ein richtiger Ansatz, den ich sofort unterstützen würde, nur ich befürchte diese Bekundung von mir ist für die weitere Entwicklung nicht relevant, ein Dilemma.

      Gruß Steffen

  • Joaquin - 20. November 2011

    Ich finde es aber schon bezeichnend, wie nahezu alle zuvor weg geschaut haben, bzw. die Probleme klein geredet oder gar vollständig negiert haben. Daher sehe ich nicht nur einen oder zwei Schuldige, sondern sehr viel mehr.

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