Spanien: Immobilien- und Mietpreise im Vergleich

von am 21. September 2014 in Allgemein

Ein kurzes Bild zum Sonntag: Die Immobilien- und Mietpreise in Spanien im Vergleich.Wie man unschwer erkennen kann, ergab sich seit 2001 (möglicherweise auch schon früher, aber die Daten von TINSA reichen nur bis Januar 2001 zurück) eine enorme Diskrepanz zwischen den Immobilienpreisen und den Mieten:

Esp_immo_mieten_vgl

Während die Immobilienpreise von Januar 2001 bis zum Hoch im Dezember 2007 um schlappe 145% gestiegen sind, gingen die Mieten im selben Zeitraum nur um 33% in die Höhe. Seitdem sind die Immobilienpreise bis August 2014 um 41% gesunken (von 244,6 Indexpunkten auf 143,5 mit Januar 2001 = 100), die Mieten im weitere 14% gestiegen (von 133,3 Indexpunkten auf 152,4). Gegenüber Januar 2001 ergibt sich damit also bei den Immobilienpreisen immmer noch ein Plus von 43,5%, bei den Mieten von 52,4%.

Immobilienpreise, die wesentlich schneller steigen als die Mieten sind eine klassische Daumenregel für eine Immobilienblase. Geht man davon aus, dass die Immobilienblase mit der Euroeinführung 1999 (Buchgeld) bzw. 2002 (Bargeld) gestartet ist, so dürften die Immobilienpreise weitgehend korrigiert sein.

Jedenfalls zeigen die Daten, dass sich die Immobilienrendite (Verhältnis Mieten zu Immobilienpreis) gegenüber 2007 deutlich verbessert hat. Wer noch nach rentablen Anlagen sucht – womöglich ist der spanische Immobilienmarkt ja einen Blick wert.

Quelle: Eurostat Datenbank; TINSA

Gastbeitrag von Sebastian

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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15 KommentareKommentieren

  • dank - 21. September 2014

    Spaniens Rentner hängen zeitweise fest, aber weder am Staat noch am System:
    http://www.mallorcazeitung.es/lokales/2014/09/18/rentner-ketten-palmas-kongresspalast-fest/32900.html

  • Bubblegum - 21. September 2014

    @RedMoe

    “Jedenfalls zeigen die Daten, dass sich die Immobilienrendite (Verhältnis Mieten zu Immobilienpreis) gegenüber 2007 deutlich verbessert hat. Wer noch nach rentablen Anlagen sucht – womöglich ist der spanische Immobilienmarkt ja einen Blick wert.”

    Denke das ist ein klassischer Fehlschluss.
    Begründung: Wird überhaupt die Diskrepanz zwischen der (den) verlangten Miete/Nebenkosten und den tatsächlich gezahlten erfasst?
    Wie hoch ist Summe der noch ausstehenden Mieten/Nebenkosten, weil Mieter wg. Arbeits- oder sogar Vermögenslosigkeit gar nicht mehr zahlen können?
    Wenn die Jugendarbeitslosigkeit bei 50% und die allg. Arbeitslosigkeit bei ca. 30% liegt, werden viele Eigentümer stillschweigend Mietreduktionen/Mietausfälle in Kauf nehmen, solange wenigstens die Nebenkosten wieder rein kommen und jemand die Immobilie bewohnt, so dass die Verwahrlosung des Objektes wenigstens verzögert wird.
    Viele Grüße Bubblegum

    • RedMoe - 21. September 2014

      Möglich, kann man aber von der Ferne aus wohl nicht beurteilen. Jedenfalls hat eine Freundin von mir demletzt in Barcelona eine 40qm Einzimmerwohnung (mit eigenem Bad, aber Küche muss mit einem Nachbarn teilen) für sportliche 600€ gemietet und das war nach ihrer Aussage das beste Angebot, das nach ca. vier Wochen Suche hergegangen ist. Ansonsten standen entweder verschimmelte Buden zur Verfügung oder welche mit einem Jahr Mindestmietzeit. Zumindest letzteres scheint eher darauf hinzudeuten, dass es die Vermieter mitunter nicht total nötig haben; andernfalls würde man wohl vermieten was geht, auch wenn es nur für ein paar Monate ist.

      • dank - 21. September 2014

        “…welche mit einem Jahr Mindestmietzeit”
        Als Vermieter würd ich sowas nur machen, wenn ich Angst haben müsste, dass der Mieter wegen Zahlungsunfähigkeit schnell wieder weg ist und dann nicht gleich wieder einer kommt. Vielleicht steht das auch für eine Schere zwischen, nicht möglich und nicht nötig. Leute, die nicht (lange) zahlen können und anderen,die (fast) “jeden” Preis zahlen.

      • Canpichurri - 21. September 2014

        @ RedmMoe und alle anderen von einem der in Spanien lebt …
        Die Immobilienpreise sind regional unterschiedlich stark gefallen. So hat man in Andalusien Wertverluste seiner in 2007 gekauften Whg. von gut und gerne bis zu 70% hinnehmen müssen während in Städten wie Barcelona, Madrid, San Sebastian oder Bilbao gerade mal 10% Nachlässe zu erzielen waren. Waren, denn seit einigen Monaten geht es in den grossen Zentren wieder bergauf. Eine 70 qm Wohnung in Almería ist für 75.000 € zu bekommen – das gleiche kostet in Barcelona oder Madrid gut und gerne 250.000 €. Es kommt also sehr stark auf den Ort an.

        Weiterhin möchte ich vor Käufen warnen, die rein auf Wertzuwachs und/oder Mieteinahmen ausgerichtet sind. Die Mietgesetze in Spanien sind grundsätzlich unterschiedlich – es gibt einen hohen Anteil an Mietausfällen. Auch der Käuferschutz ist nur unzureichend, wodurch es immer wieder zu Betrügereien kommt. Man sollte auch nicht vergessen, dass teilweise shr grosse lokale Abgaben für vermietete oder Zweitwhg zu entrichten sind. Wer allerdings eine eigengenützte Whg zu Ferienzwecken sucht, kann hier und da fündig werden. Die Preise sind runtergekommen – mehr in den südlichen Regionen. Die Inseln haben und hatten schon immer eigene “Gesetze”. Ich empfehle auf jeden Fall die Einschaltung eines ansässigen, deutschen Anwalts des Vertrauens, der die Dokumente prüfen kann. Es stehen z.B. z.Zt. eine Menge Häuser aus Pleitemassen zum Verkauf. Auch wenn ich das Haus kaufe, ich darf dort nicht einziehen bis die Gerichtsverhandlung abgeschlossen ist. Und das kann hier Jahre dauern … es lauern viele Fallstricke!

        Die Mindestmietzeit wird vom Gesetzt aus verlangt. Der normale Mietvertrag ist nur unter besonderen Umständen unterjährig zu kündigen.

        Gruss aus Katalonien

        • JL - 21. September 2014

          Hallo Canpichurri

          Danke für den Immobilienbericht vor Ort.

          Eine Frage ganz anderer Art hätte ich zu den katalonischen gegenwärtigen Gegebenheiten.

          Katalonien will sich nun ja auch versuchen sich von der Zentralregierung in Madrid zu lösen.

          Könnten Sie hierzu Ihre Eindrücke schildern?
          Oder anders gefragt: Wie spanisch ist Spanien überhaupt noch?

          Mit Dank im voraus.

          Mit freundlichen Grüßen

          JL

          • Frank Bell - 22. September 2014

            Hallo JL,

            es ist primär die anarchistische ERC, die die Unabhängigkeit vorantreibt. Allerdings wird das Votum GARANTIERT pro Unabhängikeit ausfallen, mit mindestens 60 bis 70 % dafür.

            Die Katalanen wollen halt die Gelder aus Brüssel ohne Umweg über Madrid bekommen. Und die ERC will erreichen, was sie 1936 nicht erreicht hat, als die Anarcho-Syndikalisten der Regierung der Generalitat beigetreten sind.

            Die wollen halt immer noch mit den angeblich “Rechten” abrechnen. Ich befürchte, dass nach dem Ja zu Katalonien Mitglieder der PP ermordet werden.

            Ich hoffe aber sehr, dass die Spanier konsequent sind und den FCB bei einem “Ja” von der spanischen Liga ausschliessen. Sollen die doch gegen Girona oder Figueras spielen!

            Übrigens:

            Der Sommer war für Katalonien recht bescheiden, was den Tourismus angeht. Das weiss ich von einem, der vor Ort Immobilien verkauft oder vermietet. Es sind nämlich zahlreiche Touristen aus Osteuropa, insbesondere die zahlungskräftigen Russen ausgeblieben. Auch so ein Eigentor der Sanktionen befürwortenden, irren Politiker.

            • JL - 23. September 2014

              Hallo Frank Bell

              Danke für die Info.

              Das Politiker das genaue Gegenteil von wirtschaftlichen Verstand an den Tag legen hätten Sie aber nicht explizit erwähnen müssen.:-)

              Mit freundlichen Grüßen

              JL

              • Frank Bell - 23. September 2014

                Ach so, es gibt einen Grund, der mich für eine friedliche Abspaltung – also keine Morde oder so – der Katalanen optimistisch stimmt. Falls niemand im Untergrund dagegen arbeitet.

                Die Tatsache, dass die Katalanen im Gegensatz zu den Basken NIE, auch nicht unter Franco, die Freiheit mit Terrorismus erkämpfen wollten.

                Deswegen kann ich schon eine gewisse Sympathie dafür aufbringen.

                Die Katalanen sind ihren Weg bis heute FRIEDLICH gegangen, nicht wie diese unsäglichen baskischen Mörder!

                Man weiss natürlich nicht, ob nicht auch anderes dahinter steckt (Schutzgelderpressung).

        • dank - 23. September 2014

          Danke für den Hintergrund

  • mitwisser - 22. September 2014

    Spanien ist allerdings kein typisches Mieterland, weil die Eigentumsquote ungewöhnlich hoch ist. Ein Zusammenzug von Partnern geht häufig einher mit Wohnungskauf und Verschuldung über 30 oder 40 Jahre. Die Mieten waren in den großen Zentren auch schon lange Zeit relativ hoch und der Markt recht eng.

  • Frank Bell - 22. September 2014

    so dürften die Immobilienpreise weitgehend korrigiert sein

    Wieder ein Puzzlestein, der das Ende der Krise anzeigt.

    So wie sich die Erholung der Wirtschaft in steigenden Aktienkursen zeigt.

    Etc.

    • Vogel - 22. September 2014

      @Frank Bell
      “Wieder ein Puzzlestein, der das Ende der Krise anzeigt.”

      Ich glaube, Du meinst das ironisch. Falls nich, lies bitte beispielhaft hier

  • Frank Bell - 22. September 2014

    @ Vogel

    Danke für den Link. Ich habe mir den Artikel von Flassbeck durchgelesen. Meine Reaktion war:

    Der hat ja eine Meise!

    Beispiel:

    Ja, das wichtigste Instrument, das die Reichen haben, um ihre Macht in die Unendlichkeit auszudehnen, zerfließt ihnen gerade unter den Händen. Der Zins verschwindet!

    Ein Witz! Die haben nicht nur Wertpapiere, die haben auch Aktien (= Dividenden). Und Anteile an Fonds, die man als Kleinanleger nicht bekommt. Mindestanlagesumme ab 500.000 und so. Und dann bekommen die natürlich Sonderkonditionen bei den Banken. Und müssen auch nicht mit den Kundenberatern über Sparbücher palavern!

    Wow. So blöd kann der Flassbeck doch nicht sein!

    Und dann:
    wie man das vor langer Zeit verstorbene Lohnwachstum wiederbeleben kann.

    Ich empfehle dazu:

    Prof. Bontrup “Arbeit wird billig wie Dreck – das ist nur eine Frage der Zeit”

    http://www.youtube.com/watch?v=Dc4I7uxKtC0

    Weiters: Wenn man sieht, wie die Leute sich um z.B. das iPhone reissen, dann ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange beim Konsum da!

    Ich würde mich sehr freuen, wenn wir wirklich einmal eine SATTE Deflation erleben würden. Ich verdiene nämlich so wenige, dass ich mich über jeden Pfennig, den ich nicht ausgeben müsste, freuen würde.

    • Eurelios - 23. September 2014

      Ich verdiene nämlich so wenige, dass ich mich über jeden Pfennig, den ich nicht ausgeben müsste, freuen würde.

      Na dann sind Sie aber sehr früh in dem Level:

      “Arbeit wird billig wie Dreck – das ist nur eine Frage der Zeit”

      angekommen. Aber es geht ja aufwärts wie Sie meinen.

      Meine ich auch aber nur für ein paar Wenige denke ich.

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