Spanien: Industrieproduktion schrumpft mit -10,4%

von am 7. Mai 2012 in Allgemein

Wem es nach der Entwicklung in Griechenland bisher noch nicht klar war, Spanien eröffnet die Möglichkeit erneut den Blick zu schärfen! Die Versager-Agenda der Troika schlägt auch dort mit voller Wucht ein, denn mit der organisierten Kontraktion der Einkommen im Zuge undifferenzierter Sparmaßnahmen (Abwertung nach innen) schrumpft der Konsum und zwangsläufig auch die Produktion und damit mündet die Austerität in der Sackgasse weiter sinkender Leistungskraft und treibt die vor allem binnenorientierte spanische Industrie, den Mittelstand und die Einzelhändler in Richtung Ruin! Die avisierte “Krisenbewältigung” endet ganz klar in einer Krisenbeschleunigung! Das spanische Statistikamt INE berichtete heute von einem Einbruch beim Output der Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) im März 2012 von -10,4% zum Vorjahresmonat bei den unbereinigten Daten und dies markiert den schwächsten Output in einem März, seit März 1994!

Die Entwicklung des unbereinigten Outputs der breit gefassten Industrieproduktion, das Volumen bzw. der Ausstoß der Produktion, im März 2012 von -10,4%, im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Die Entwicklung des unbereinigten Outputs der breit gefassten spanischen Industrie (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe), ohne Baugewerbe, jeweils aus März seit März 1985 laut dem spanischen Statistikamt INE. Im März 2012 sank der unbereinigte Output um -10,4% zum Vorjahresmonat auf 82,8 Indexpunkte. Dies markiert den schwächsten März seit 1994 und der Einbruch zum Hoch im März 2007 betrug mehr als relevante -28,93%!

Die Entwicklung des saisonbereinigten Outputs der breit gefassten spanischen Industrie (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe), ohne Baugewerbe, im Langfristchart seit Januar 1990 laut Eurostat. Im März 2012 sank der saisonbereinigte Output (Volumen) um -1,8% zum Vormonat auf 79,16 Indexpunkte, nach abwärtsrevidierten 80,64 Indexpunkten im Vormonat. Die saisonbereinigte industrielle Output fällt auf ein elendes Niveau von Mitte 1994! Zum Allzeithoch im Mai 2007 mit 109,58 Indexpunkten betrug der Einbruch bis März 2012 satte -27,76%! Ein Desaster pur!

Auch die Daten für März 2012 zeigen mehr als deutlich, das die Austeritätsmaßnahmen am entscheidenden Punkt nicht nur vorbeizielen, dem Organisieren von Wertschöpfung, Jobs und den Einkommen daraus, sondern diese Ziele klar konterkarieren. Ohne diese Komponenten gibt es auch für Spanien kein Entrinnen aus der Krise. Gerade die Daten zum Output der breit gefassten Industrie zeugen von einer unterentwickelten Leistungsfähigkeit, mit dramatischen Auswirkungen auf die erzielte Wertschöpfung und den Arbeitsmarkt in Spanien. Aber weniger Wertschöpfung und weniger Jobs heißt in der Endkonsequenz auch eine geringere Schuldentragfähigkeit der Volkswirtschaft und dies bei einer Nettoauslandverschuldung (NIIP) von knapp 1000 Mrd. Euro!

Es wurde höchste Zeit, dass durch die Wahlen in Frankreich und Griechenland der Wirtschafts- und Finanzpolitik a’ la schwäbischer Hausfrau eine Abfuhr erteilt wurde, auch wenn die Ergebnisse für Griechenland auch gleichzeitig für noch mehr Unsicherheit stehen, aber besser Unsicherheit, als die Gewissheit der ungebremsten Abwärtsspirale. Die Verfechter der Troika-Agenda gehören in die Wüste geschickt, wo sie ohne Wasser, über ihre verordneten “Segnungen” zur Genesung von unterentwickelten Volkswirtschaften der Südperipherie der Eurozone nachdenken sollten! Die Faktenlage ist selbst anhand von offiziellen Wirtschaftsdaten, wie hier seit vielen Monaten präsentiert, erdrückend!

Quellen Daten: Ine.es/PDF: Pressmitteilung Industrieproduktion March 2012, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank, Ine.es/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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76 KommentareKommentieren

  • Haderach - 7. Mai 2012

    Wie immer gute Daten, und grob falsche Schlußfolgerungen.
    Die Kritik an Sparmaßnahmen impliziert die Vorstellung dass staatliche – und um nichts anderes geht es – Ausgaben Prosperität, Wirtschaftswachstum und Wohlstand bringen.
    Das ist Schwachsinn.
    Alles was der Staat ausgibt hat er zuvor entweder den Produktivkräften der Wirtschaft entzogen, oder er leiht es sich auf Grundlage seiner staatsmonopolistischen Enteigungsmöglichkeiten. In keiner Weise schafft der Staat je Wohlstand oder Wachstum.
    Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Höhe der Staatsquote und den Wachstumskräften einer Volkswirtschaft – je weniger Staat, je größer die Freiheit, je höher das Wachstum. Nur jene die an den Zitzen des Staates hängen leiden unter staatlichen Sparmaßnahmen. Konsum der staatliche Verschuldung basiert hebt zwar kurzfristig den Wohlstand und das Wachstum. Es ist allerdings ein auf Scheinvermögen gebauter Pseudowohlstand dem kein echtes Kapital zu Grunde liegt. Genau wie jeder Normalo der durch Verschuldung und Kontoüberziehung temporär einen höherern Wohlstand vertäuschen kann, geht es Ländern die das tun. Sie gehen bankrott und werden auf das Niveau ihrer tatsächlichen Produktivität zurückgeworfen.
    Genau das passiert zur Zeit, und es wird nicht bei den PIGGS halt machen. Auch wir sind bald dran. Dass die Banken ein Haufen krimineller Betrüger sind steht außer Frage. die Verantwortung für Verschwendungssucht hat trotzdem der Verschwender zuallererst selbst zu tragen. Höhere Steuern werden daran nicht das geringste ändern. Es werden sich noch alle wundern wie wenig man noch aus den Produktiven saugen kann.

    • Querschuss - 7. Mai 2012

      Hallo Haderach,
      “….und grob falsche Schlußfolgerungen.” das meinst du, das sehe ich komplett anders, die Staatsverschuldung Spaniens ist mit 68,5% des nominalen BIPs niedriger als die von Deutschland (81,2%) und ist nur wegen den Bankenbailouts überhaupt auf diesem Niveau. Es besteht also keine akute Notwendigkeit bei diesem aktuellen Bruttoschuldenstand die Neuverschuldung brachial zurückzufahren, zum Preis einer sich verschlimmernden Rezession. Selbst die Staatsquote lag bereits 2011, ohne die avisierten Sparmaßnahmen des spanischen Staates von 37,3 Mrd. Euro für 2012, mit 43,6% niedriger als in Deutschland mit 45,6%.

      Quelle Daten: http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/2-23042012-AP/DE/2-23042012-AP-DE.PDF

      Die entscheidende Frage ist doch ob die volkswirtschaftlichen Schäden, welche die undifferenzierte Austerität anrichtet nicht höher zu gewichten sind als der vermeintliche Nutzen und sorry diese Frage ist mittlerweile eindeutig beantwortet, “die immer guten Daten” lassen gar keinen anderen Rückschluss zu. Schwachsinn ist zu meinen eine Volkswirtschaft mit 24,1% saisonbereinigter Arbeitslosenquote und 51,1% Jugendarbeitslosigkeit und die negativen Folgen daraus auf Konsum, Kreditausfälle, Investitionen und Produktion mit einer zusätzlichen Drosselung der Staatsausgaben in Höhe von 3,5% des nominalen BIPs sanieren zu wollen.

      Du meinst wenn man die Austerität auf die Spitze treibt und auch in Folge in Spanien der Output der Industrie, wie in Griechenland auf ein Niveau von 1978 fällt wird alles besser. Der Gegenbeweis wird erbracht werden, denn diese Strategie sichert nur die Maximierung der Schäden – Griechenland-Style!

      “Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Höhe der Staatsquote und den Wachstumskräften einer Volkswirtschaft – je weniger Staat, je größer die Freiheit, je höher das Wachstum.” Gähn, nach der Logik müsste Somalia eine Boom-Region sein, Pauschalien führen oft in die Irre.

      Gruß Steffen

      • Klaus - 7. Mai 2012

        “Gähn, nach der Logik müsste Somalia eine Boom-Region sein, Pauschalien führen oft in die Irre.”

        Umgekehrt müssten Nord-Korea oder Kuba perfekte Ökonomien sein. Solche “Belege” taugen in beide Richtungen nichts.

        Der Zusammenhang zwischen Staatsquote und Wirtschaftseffizienz ist nicht so einfach herzustellen, da eine Reihe von Randbedingungen einbezogen werden müssen.

        Die Idee jetzt mit Ausweitungen des öffentlichen Sektors und höherer Verschuldung irgendwelche Wachstumsprogramme anzuschieben, ist m.E. auch zum Scheitern verurteilt. Die meisten Euro-Länder leiden gewiss nicht unter einem zu niedrigen Staatsanteil.

        • Querschuss - 7. Mai 2012

          Hallo Klaus,
          “Der Zusammenhang zwischen Staatsquote und Wirtschaftseffizienz ist nicht so einfach herzustellen,….” ……Auf nichts anderes wollte ich hinaus. Der Ausgangspunkt war Haderach mit: “Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Höhe der Staatsquote und den Wachstumskräften einer Volkswirtschaft – je weniger Staat, je größer die Freiheit, je höher das Wachstum.” …..Meine Zuspitzung mit Somalia sollte nur zeigen das solche Pauschalien bzw. der behauptete klare Zusammenhang nicht wirklich stimmig ist und auch keine wirkliche gar alleinige Erklärung der Krise der Südperipherie liefert. Deshalb habe ich auch die Staatsquote von Spanien angeführt, die niedriger als die in Deutschland ist.

          Ich habe im Gegenzug aber auch nicht behauptet das eine hohe Staatsquote, gar die höchsten für eine perfekte Ökonomie stehen. Insofern ist der Zusammenhang zu Nordkorea und Kuba eine böswilliger Unterstellung, die meine Kommentare nie hergaben.

          Ich habe auch nichts von Ausweitungen des öffentlichen Sektors geschrieben nur von der Zurücknahme undifferenzierter Austerität, welche nachweislich die wirtschaftliche Kontraktion unnötig beschleunigt. Ich habe auch nicht behauptet das die Euro-Länder unter einem zu niedrigen Staatsanteil leiden, sondern das die Südperipherie kein Geschäftmodell hat, wie die schwache Industrieproduktion und das darbende Baugewerbe zeigt.

          Ich behaupte aber weiterhin, dass unterentwickelte Volkswirtschaften mit zweistellig sinkenden Raten bei den Investitionen nicht flott zu machen sind, aber wer würde dies auch ernsthaft bezweifeln?

          Aber es ist vielleicht besser, ich beschränke mich auf meine Artikel und erspare mir sowas.

          Gruß Steffen

          • Klaus - 7. Mai 2012

            Hallo Steffen!

            Du gibst dich angegriffener als ich es beabsichtigte. Das tut mir leid, denn so “böswillig” war es nicht gemeint. Überwiegend stimme ich deinen Ausführungen zu.

    • Harald E - 7. Mai 2012

      Zitat:
      Nur jene die an den Zitzen des Staates hängen leiden unter staatlichen Sparmaßnahmen.

      Wie bitte ?

      Wer hängt den an den Zitzen ?

      Die warme Milch läuft in die Münder der Multis

      Der Rest der Bevölkerung dient lediglich als Milchkuh, der immer leistungsstärkere Pumpen angehangen werden bei gleichzeitiger Reduzierung der Futtermenge und -qualität.

      Immerhin ihr letzter Satz stimmt dann wieder halbwegs:
      **
      Es werden sich noch alle wundern wie wenig man noch aus den Produktiven saugen kann.
      **

      Ja…..wenn die Kuh -wenn überhaupt- nur welkes Gras bekommt, weil sich der Staat (als Tierschützer) ja besser raushalten soll und die Fraktion der Absauger sich -mangels Kontrolle- lieber um noch leistungstärkere Pumpen kümmert, statt ums Futter, wird man sich in der Tat noch wundern.
      Irgendwann kommt da nämlich keine Milch mehr, dann saugt man an anderen lebensnotwendigen Flüssigkeiten…..an einer bockiger werdenden Kuh.

      • The EXE - 7. Mai 2012

        ^^ die armen Kühe….
        Wie war es doch früher schön mit dem Bärenmarke Bär und der Milka Kuh.

        Also man muss doch mal ernst bleiben.
        Wir leben in einem Geldsystem das auf Schulden basiert bzw. aufbaut.
        Wen einer Spart nimmt man einem andrem Guthaben weg.
        Die Zinsen kommen zwangsläufig aus neuen Krediten.
        Will der Staat wie auch immer seine Schulden zurückzahlen / zurückfahren,
        muss man Guthaben streichen bzw. das Wachstum von Guthaben verlangsamen.

        Und wir sehen ja das Sparen nicht gut ist in unserem System das können wir hier ja schon seit zwei Jahren sehr genau lesen.

        Da sind nun mal keine Kühe und auch kein Gras im spiel.
        Wen die menschen weniger Arbeit haben somit weniger Verdienen kein Geld für Konsum von was auch immer haben wird es zwangsläufig ein Explodieren der Schulden geben.

        • Harald E - 8. Mai 2012

          Nunja…..wenn man mit Gewalt an diesem Geldsystem festhalten möchte, ist man auf immer absurder werdende Maßnahmen angewiesen.
          Mit gesundem Menschenverstand hat das ja nu nix mehr zu tun.

          Zudem zielte meine Replik an Haderach auf dessen bizarre Vorstellung, Sozialtransferempfänger würden an den Zitzen des Staates hängen.
          Dabei reichen die es nur durch.

    • Lothar - 7. Mai 2012

      Groessig solche rechts kapitalfaschistschen und vor allem einfach zu widerlegende Meinung auch in D lesen zu muessen, bisher dachte ich das waere auf die Libertaeren (Ron Paul/ Peter Schiff etc.) in den USA beschraenkt.

      Sie scheinen jedenfalls mit dem beruehmten Haderach aus Frank Herberts Dune Roman nichts zutun zu haben, dessen voraussicht fehlt bei Ayn Rand Befuerwortern.

    • Dom - 7. Mai 2012

      Scheint mir ein Troll zu sein, falls nicht habe ich eine Lektüre-Empfehlung:
      23 Lügen, die sie uns über den Kapitalismus erzählen von Ha-Joon Chang
      ;)

    • Andreas Z - 7. Mai 2012

      Hallo Haderach,
      Ihre Argumentation lässt die wesentliche Ursache aus: Der EURO ist Ausgangspunkt des Übels. Die gemeinsame Währung hat die Fehlallokation von Investitionen vorangetrieben und zusätzlich die Regierungen in den Mittelmeerstaaten zu übermäßiger Verschuldung verleitet. Viele Ökonomen hatten gewarnt: Der EURO-Währungsraum passt einfach nicht zusammen. Den Krisenstaaten muss die Währunssouveränität zurückgegeben werden. Nur so lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen. Die reine Austeritätspolitik führt in den Kollaps.

    • hhntz - 7. Mai 2012

      der angebliche Zusammenhang zwischen der Staatsquote und den Wachstumskräften einer Volkswirtschaft ist nie überzeugend nachgewiesen worden. Es gibt auch zahlreiche Gegenbeispiele (z.B. Europa in den 70er Jahren (doch,doch, die Wachstumsraten waren damals höher als in den 2000er Jahren, nachdem die Staatsquote zurückgefahren worden war), China, auf der anderen Seite zahlreiche afrikanische Staaten mit geringer Staatsquote und geringem Wachstum). Oder bedeutet die seltsam unbestimmte Formulierung “Wachstumskräfte” in Ihrem Kommentar vielleicht etwas anderes als tatsächliches Wirtschaftswachstum und wäre somit nicht nachweisbar? Das wäre charakteristisch für die Ideologie des Neoliberalismus: Kausalbehauptungen aufstellen, die weder bestätigt noch falsifiziert werden können …
      Wenn Banken ferner das alleinige Recht der Geldschöpfung haben, so ist dies doch nicht minder “Scheinvermögen, dem kein wirklicher Wohlstand zugrunde liegt”, denn immerhin haben die Kreditnehmer ja einen Haufen Schulden am Hacken. Es ist aber genau diese Geldschöpfung/VErschuldung, die in unseren heutigen Ökonomien das BIP-Wachstum einleiten oder ausmachen.

    • Tourist - 7. Mai 2012

      Hallo,
      Du behauptest:

      Alles was der Staat ausgibt hat er zuvor entweder den Produktivkräften der Wirtschaft entzogen, oder er leiht es sich auf Grundlage seiner staatsmonopolistischen Enteigungsmöglichkeiten. In keiner Weise schafft der Staat je Wohlstand oder Wachstum.
      Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Höhe der Staatsquote und den Wachstumskräften einer Volkswirtschaft – je weniger Staat, je größer die Freiheit, je höher das Wachstum.
      Aber nur in der Theorie, die Empirie springt mit dem nackten Hintern ins Gesicht.

      Die Staatsqoute in den Sibzigern in der BRd war höher als heute nud die Wachstumsraten auch. da bleibt von deiner agenbotsorienrtierten martkttheoretischen Behautung nicht viel übrig.

      Steffen hat dir ein weiteres eindeutiges Argument geliefert.

      Aber nochwas: Auch dir muesste doch kalr sein, das eine Staatsquote nachfragewirksam ist. D

    • Tourist - 7. Mai 2012

      Hallo,
      Du behauptest:

      “Alles was der Staat ausgibt hat er zuvor entweder den Produktivkräften der Wirtschaft entzogen, oder er leiht es sich auf Grundlage seiner staatsmonopolistischen Enteigungsmöglichkeiten. In keiner Weise schafft der Staat je Wohlstand oder Wachstum.
      Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Höhe der Staatsquote und den Wachstumskräften einer Volkswirtschaft – je weniger Staat, je größer die Freiheit, je höher das Wachstum.”

      Aber nur in der Theorie, die Empirie springt dir mit dem nackten Hintern ins Gesicht.

      Die Staatsquote in den Siebzigern in der BRD war höher als heute und die Wachstumsquote auch. Da bleibt von deiner angebotsorientierten martkttheoretischen Behauptung nicht viel übrig.

      Steffen hat dir ein weiteres eindeutiges Argument geliefert.

      Aber nochwas: Auch dir muesste doch klar sein, das eine Staatsquote nachfragewirksam ist. Ich sage nicht, dass das der Weissheit letzter Schluss ist. Aber: Eine Staatsquote entzieht der Wirtschaft doch kein Geld, sondern führt es ihr zu. Oder glaubst du die sitzen da mit Schaufeln und schmeissen das Geld in einen Ofen und reiben sch dabei genüsslich die Hände? Das Geld landet vom Staatskonto nach Ausgabe auf einem anderen Konto.

      Die Steuerstruktur in der BRD ist so ausgelegt, dass sie eben produktive überflüssige Überschüsse besteuert un das auch nicht bis Anschlag.

      Bei so einer Arschkriechersteuerstruktur ist es schon fast peinlich, dass dann die Besteuerten Zeit haben zum Heulen, die Steuer sei zu hoch, während ihr Gesäß sich zeitgleich der Kriecherei erfreut.

      Und trotzdem steigen die Unternehmensgewinne und Vermögensgewinne und zeitgleich sinkt die Investitionsquote. Dass die nicht investieren, liegt nicht daran, weil die Steuer ihnen die Möglichkeit dazu nimmt. Nein, die Investionsquote rasst aus ganze anderen Gründen abwärts bzw. stagniert. Guckst du mal bei Marx.

      Also ich will keine Lanze brechen für den Staat, sondern schau dir das Verhältnis zwischen Markt und Staat aus einer anderen Perspektive mal an. Sie sind keine erbitterlichen “Feinde”, sondern gegenseitige Steigbügelhalter.

      Gruss Tourist

      PS: Ich kanns nicht mehr hören. Staat vs. Markt. Das einzige Argument für diese Debatte ist immer das markttheoretisch falsche, dass die Steuer den Preismechanismus verfälsche. Mag ja sein, ,dass der Staat durch Steuer in die Preisstruktur eingreift, aber das Problem mit dem Argumnnt ist, dass der Preismechanismus sowieso angebotstheoretische Unsinn ist und das zugrunde liegende Preis-Mengenverhältnis garnicht in dem Sinne empirisch funktioniert.

      Die Staat vs. Marktdebatte entzündet sich immer dann, weil ein paar Leute nen mikroökonomisches Lehrbuch gelesen haben und den Unsinn auch noch für wahr halten. Äääätzend.

    • Vandermonde - 7. Mai 2012

      Ich bin zwar ein Laie, aber man kann doch erwarten, dass Leute, die hier eine Meldung posten, zumindest ein paar grundlegende Bücher über das Thema gelesen haben und verstehen, dass Staaten nicht einfach ein größeres Unternehmen sind und auch absolutistische, undifferenzierte Aussagen wie “In keiner Weise schafft der Staat je Wohlstand oder Wachstum.” ein (um es in ihren gewählten Worten auszudrücken) absoluter “Schwachsinn” sind.

  • M.E. - 7. Mai 2012

    Die westlichen Volkswirtschaften sind seit langer Zeit auf zunehmende Verschuldung geeicht
    Und wenn es manchem Staat vorübergehend gelungen ist, die Neuverschuldung oder sogar die gesamtstaatliche Verschuldung runterzufahren, dann immer dank zunehmender Privatverschuldung und Blasenproduktion zuallererst im Immobiliensektor.
    Wenn nun der Staat von seinen Haushaltsdefiziten runterkommen will wenigstens in Richtung Null-Neuverschuldung (wird ohnehin in aller Regel nicht erreicht) und die Privatverschuldung auch infolge des Platzens der vorher produzierten Blasen und verstärkter Sparanstrengungen von Verbrauchern und Firmen sinkt, dann ist eine Rezession bis hin zum steilen Absturz der Wirtschaftsleistung unausweichlich.
    Gleichzeitig bewirkt das Sinken des BIP, dass selbst eine kontrahierende gesamtgesellschaftliche Verschuldung (Staat, Privat, Firmen, Banken) sich in der Verhältnis-Prozentzahl zum BIP nicht verbessert, meist sogar zügig weiter verschlechtert – siehe Griechenland.
    Trotz brutalster Sparanstrengungen.
    Nun kann man freilich noch stärker auf die Sparbremse treten, verstärkt aber damit noch mehr den Effekt der wirtschaftlichen Absturzes.

    Es gibt bei gesamtgesellschaftlichen Verschuldungsgraden jenseit der 300…350% keinen Ausweg mehr. Egal ob Anschieben der wirtschaftlichen Aktivität durch zusätzliche Ausgaben (sprich zusätzliche Schulden) oder durch eisernes Sparen und damit einhergehendem wirtschaftlichen Einbruch – beide wegen führen nicht aus dem Dilemma heraus.

    Bei dem Verschuldungsstand der meisten westlichen Staaten hilft nur ein weitgehender Schulden- und Vermögensschnitt, also ein äußerst tiefgreifender Eingriff in den Vertrauensschutz von Anlegern aller Couleur (vom Kleinsparer bis hin zum Milliardär mit seinen Kapitalanlagen).
    Die westlichen Wirtschaften und Gesellschaften werden durch die aufgelaufene Gesamtverschuldung regelrecht erwürgt. Das Zinseszinssystem stößt an seine Grenzen.

    Das diesen Schulden- und Vermögensschnitt keine Bank, kein Fonds und keine Versicherung überleben würde, liegt auf der Hand. Denn deren Forderungen müssten ja je nach Land um 50 bis 80% (letztere Zahl etwa für Griechenland) abgewertet werden.
    Das würde also auf eine vorübergehende Verstaatlichung der gesamten Finanzwirtschaft mit allen seinen Einheiten hinauslaufen. Ob die Staaten dieser gewaltigen Herausforderung gewachsen wäre, kann man natürlich anzweifeln.
    Aber beide obengenannten Wege (zusätzliche Verschuldung oder brachiales Sparen mit gleichzeitigem wirtschaftlichem Einbruch) führen in den ungesteuerten Kollaps.

    Alles verstärkt noch durch die Verteuerung der physischen Wertschöpfungsgrundlagen – krisenbedingte vorübergehnde Preisrückgänge mit eingeschlossen. Die Bereitstellung der physischen Wertschöpfungsgrundlagen (Energie, Rohstoffe) bindet einen immer größeren Anteil der Gesamtwertschöpfung. Selbst ein weniger verschuldetes Gesamtsystem würde irgendwann damit Probleme bekommen.

  • SLGramann - 7. Mai 2012

    Die verfehlte deutsche Euro-Politik ist wirtschaftlich ein Desaster. Politisch ist sie nun – gerade deshalb – ebenfalls am Ende.

    Da der Einheitseuro von Kreta bis Kiel aber nach Beschluss unserer Blockparteien alternativlos ist, wird es jetzt darauf ankommen, dass der von Hollande geforderte Wachstumspakt letztlich durch die EZB finanziert wird und nicht durch staatliche Bettelei am Bondmarkt. Man kann das gerne durch komplizierte Konstruktionen und Worthülsen vernebeln, aber in der Sache muss die EZB endlich wirklich in die Pflicht genommen werden.
    Ob Hollande so etwas durchsetzen kann oder auch nur will? Ich bleibe fürs erste skeptisch, denn das würde die Besitzer der großen Geldvermögen unter einen gewissen inflationären Druck setzen, bei gleichzeitiger “finanzieller Repression”. Darf der das denn?

    • kurzdump - 7. Mai 2012

      Wie soll eine Zentralbank ein “Wachstumspaket” finanzieren?

      • SLGramann - 7. Mai 2012

        Indem die Zentralbank – gerne über den Umweg ESM – das notwendige Geld einfach druckt. Der zu erwartende inflationäre Effekt wäre dabei übrigens kein Kollateralschaden, sondern ausdrücklich ein Nebenziel der Aktion.
        Man darf natürlich auch nicht überziehen, aber Inflationsraten von im Durchschnitt 5% in der Eurozone über die nächsten 10 bis 15 Jahre sind geradezu notwendig. Deutschland braucht übrigens eine deutliche Abweichung nach oben vom Durchschnitt, damit sich die Kostenbasis innerhalb der Währungsunion wieder angleicht.
        Man muss das nicht gut finden, aber dann muss man aus dem Euro raus.

      • kurzdump - 7. Mai 2012

        Egal was die EZB tut, das zusätzliche “gedruckte Geld” muss sich letztlich in Form von staatlicher oder privater Verschuldung manifestieren. Geld drucken ohne Schuldner geht nicht.
        Klar kann man durch zusätzliche Aufschuldung Wachstum – also Nachfrage – “erzwingen”, ein nachhaltiger Selbstläufer wird daraus dennoch nicht werden.

        • Lothar - 7. Mai 2012

          Natuerlich geht das 100 jaehrige zu 0,1% verzinste Staatsanleihen rausgeben und aus die Maus. Und wurde bereits in kleinem Massstab gemacht.

    • Rolf - 7. Mai 2012

      Es würde die Besitzer großer Geldvermögen unter inflationären Druck setzen? Es setzt wohl eher die Geringverdiener und Leute mit festen Einkommen (z.B. Hartz4) unter inflationären Druck! Die Besitzer großer Geldvermögen wissen sich stets am besten vor Inflation zu schützen, da sie die Knete haben, um sich kräftig Sachvermögen anzueignen. Die Inflation ist doch grade der Grund dafür, warum die soziale Schere über die letzten Jahre immer weiter auseinander geht.
      Und so ein toller Wachstumspakt heißt doch wieder nichts anderes, als dem in Europa prima ausgebauten Infrastruktursystem noch ein paar überflüssige Straßen, Schienen und Brücken hinzuzufügen, die nen kurzfristigen Wachstumsschub bringen, der sich sofort wieder ins Gegenteil verkehrt, sobald mit Schuldenmachen aufgehört wird. Die Staaten sind doch alle Schuldensüchtig und mehr Schulden machen die Staaten doch nicht wieder gesund, sondern lassen nur die Entzugserscheinungen verschwinden. Soll das System wirklich wieder gesunden, dann muss ein kräftiger Schuldenschnitt her und anschließend am besten ein gedecktes Geld und keine Staatsschulden mehr! Sonst geht die ganze Kacke doch wieder von vorne los!

  • Carmen Fischer - 7. Mai 2012

    Der Staat sorgt so für eine gewisse Kaufkraft auch bei gering Verdiehnern oder Arbeitslosen.
    Ohne sie liegt die Kaufkraft jetzt schon am Boden.
    Sie haben ja Recht, daß weniger Steuern die Kaufkraft stärken würde, aber halt nur auf dem Papier.
    Denn die wenigen Vermögenden schaffen nicht genung Nachfrage. Das könnten sie mit drastisch steigenden Löhnen verbessern, aber die Schaffung neuer Wirtschaftsleistung kann leider nie dauerhaft so schnell wachsen, wie die expotentielle Steigerung der Geldmenge es bedingte.
    Bei diesem System muß es rein logisch betrachtet zu einem Zusammenbruch kommen.
    Bei reiner liberaler Marktwirtschaft käme dieser Punkt leider noch viel schneller.
    Nur durch wahnsinnig teure Maßnahmen, wie die Rettungsschirme, oder in Deutschland Sofin, läuft das insolvente Finanzsystem überhaupt noch ein wenig weiter. Würden diese staatlichen Stützen fallen, hätten wir die nächsten Wochen schon den Zusammenbruch der Weltwirtschaft.
    Sehen wir einfach ein, es gibt kein allheilsbringendes System, nicht die libertäre Marktwirtschaft aus den letzten Jahrzehnten, noch andere Wirtschafts und Staatsformen. Alle sind bisher grandios gescheitert. Die Welt ist einfach zu komplex für diese einfachen Strukturen.
    Ich persönlich habe Angst vor noch mehr liberaler Marktwirtschaft für die Zukunft, ich halte sie für hochgradig unsozial und unmoralisch.

    • Querschuss - 7. Mai 2012

      Hallo Carmen,
      ohne den von Haderach gescholtenen Staat wäre das Bankensystem schon längst zusammengebrochen und auch die deutschen Forderungen und damit die Guthaben hätten sich bereits in Luft aufgelöst. So wird eine unhaltbare Situation verlängert und der Einsatz des Staates schindet Zeit ohne das die zu Grunde liegenden Probleme gelöst werden!

      Auch wenn in Spanien Austerität gilt, scheint man die noch vorhandenen Spielräume auszunutzen, aber nicht um die Wirtschaft anzukurbeln und den sinkenden Lebenstandard abzupuffern, sondern um weiter das Bankensystem zu alimentieren und zu “retten”:
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-koennte-banken-mit-steuergeldern-retten-a-831775.html

      Gruß Steffen

    • Rolf - 7. Mai 2012

      Es findet doch überhaupt keine liberale Marktwirtschaft mehr statt. Und dass ein schuldenbedingter Zusammenbruch in einer wirklich liberalen Marktwirtschaft schneller zustande käme, ist doch grade die Stärke dieses Systems! Denn da wir keine Banken und Staaten pleite gehen lassen, ermöglichen wir doch nur noch weiter die Kreditmenge und die Fallhöhe, wenn der Zusammenbruch am Ende nicht mehr verhindert werden kann, weil selbst wir Deutschen uns dann zuviel Bürgschaften und Schulden aufgehalst haben werden. Und dann aber Prost Mahlzeit! In einem System, in dem niemand auf eine Gesellschaft hoffen kann, die einen erzwungenerweise auffängt, wenn man zu viel Risiko eingegangen ist oder sich zu stark verschuldet hat, werden solche Kreditexzesse vom Markt wenigstens schon früh beendet und können nicht Jahr für Jahr weiter voranschreiten …

    • Frank Bell - 7. Mai 2012

      @ Carmen Fischer

      Sie werden noch viel, viel mehr “liberal Marktwirtschaft” (gemeint ist wohl Neo-Liberalismus) sehen.

      Die SPD WILL MIT ALLEN MITTELN die Agenda weiter durchziehen – und wird vom Wähler dafür honoriert. Der CDU war die Agenda schon immer viel zu schwach in ihren Folgen – auch sie wird vom Wähler honoriert.

  • Querschuss - 7. Mai 2012

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Wirtschaftsweiser-tadelt-Merkel-article6200266.html

    Bofinger sagte, die Entwicklung in den vergangenen zwei Jahren lege es nahe, dass “die von der Bundesregierung präferierte Therapie nicht nur unzureichend, sondern vielmehr kontraproduktiv gewesen ist”.

    So eine Überraschung!

    Gruß Steffen

    • SLGramann - 7. Mai 2012

      “Der Regierungsberater äußerte zugleich Kritik am ESM: Dieser sei weder vom Volumen noch von den Konditionen her in der Lage, eine umfassende Antwort auf die gravierenden Risiken zu bieten.”

      Was Bofinger damit m.E. meinen sollte, ohne es offen sagen zu sollen: “Gebt dem verdammten ESM eine Banklizenz und verpflichtet die EZB, Schuldscheine des ESM zu dessen Bedingungen zu rediskontieren. Und lasst den ESM dann die Finanzierung der Staaten übernehmen – und auch der Realwirtschaft, soweit auch dort Bedarf besteht.”

      • kurzdump - 7. Mai 2012

        Der ESM als “unabhängige”, “unverletzliche” Bad-Bank mit der Lizenz zur unbegrenzten Geldschöpfung? Das wäre der Traum aller Politiker, nicht wahr?

        Bloß, wer sammelt das viele Geld dann im Bedarfsfall wieder ein?

  • klaus - 7. Mai 2012

    Der Fiskalpakt ist DRECK.

    Hier mal zum Nachdenken.

    VW I. VW II.

    Sozialprodukt Sozialprodukt

    Austerizität mit Tina Austerizität ohne TINA

    Sparen pur – negative Stimmung Sparen + positiver Ausblick
    Frustschäden Verschleißschäden
    Konsumverweigerung Normalkonsum
    Unsicherheit Vertrauen
    Geldmengenverkleinerung(Umlauf) konstanz in Geldmenge
    Kontraktion keine Kontraktion
    Kriminalisierung keine Kriminalisierung
    keine Menschenrechte Menschenrechte

    Führt die Liste der 2 Volkswirtschaften einfach weiter.
    In Volkswirtschaft I. sieht man die ganz einfach Merkels Kurs.

    Es ist einfach dazu gedacht ein Kontraktion, also Vermögensumverteilung
    zu erreichen, für die rechtlich keine Grundlage wäre.
    Genau das soll der ESM tun. Enteignen.
    Das dieser Vorteil nur für wenige nutzbar ist, ist klar.

    Das ist der Grund, warum Europa aufsteht.

    So einfach kann Betrachtung sein.
    Natürlich werden bei zwanghafter Erhaltung der Austerität
    die Fronten immer härter.

    ;)

  • SLGramann - 7. Mai 2012

    Hallo M.E.,

    im wesentlichen stimme ich Dir zu, nämlich dass nach 30 Jahren Umverteilung von unten nach oben und konsequenter Politik zu Gunsten von Gläubiger-Interessen die Schulden in den Volkswirtschaften zu groß geworden und im Schnitt untragbar geworden sind. Die Gläubiger haben sich zu Tode gesiegt.

    Es gibt aber eine andere Lösung als diese, die Du beschreibst:

    “Das diesen Schulden- und Vermögensschnitt keine Bank, kein Fonds und keine Versicherung überleben würde, liegt auf der Hand. Denn deren Forderungen müssten ja je nach Land um 50 bis 80% (letztere Zahl etwa für Griechenland) abgewertet werden.”

    Der Schulden- und Vermögensschnitt darf nicht durch einen deflationären Crash und Zahlungsausfälle geschehen.
    Ein viel besserer Weg ist es, den realen Wert der Schulden und Vermögen zu senken, während die Nominalwerte steigen.
    Dies ist durch (mäßige!, aber lang anhaltende) Inflation bei gleichzeitiger “finanzieller Repression” erreichbar.
    Die EZB muss das Geld drucken und gleichzeitig die Zinsen niedrig halten – und zwar auch am “langen Ende”. Technisch ist das möglich, man muss es “nur” politisch wollen.

    Gruß
    SLG

  • Haderach - 7. Mai 2012

    @querschuss
    Die Höhe der Staatsverschuldung ist nur ein Parameter der Verschuldung einer Volkswirtschaft. Fehlallokation von Kapital durch zu niedrige Zinsen können im Privatsektor (Immobilien) genauso auftreten wie im staatlichen. Was zählt ist die Gesamtverschuldung aller Wirtschaftssubjekte im Vergleich zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, also im Vergleich zu den tatsächlich hergestellten Gütern. Und da sieht es durch die Bank düster aus, selbst in Deutschland.
    An den Zitzen des Gewaltmonopolisten hängt ein jeder, der sein Einkommen nicht dadurch bezieht dass ihn (oder die Firma für die er arbeitet) freie Menschen aus freiem Willen mit eigenem Kapital bezahlen. Jeder dessen Einkommen direkt oder indirekt aus staatlichen Transfers oder Subventionen besteht hängt an den Zitzen Leviathans. Er ist ein Parasit eines Systems das auf Umverteilung und Enteigung basiert. Er bekommt mehr als das was er produziert wert ist – wäre dem nicht so müßte er nicht auf staatlichen Zwang zurückgreifen.
    Diese Form der Lebensweise ist Ausfluss des demokratischen Wohlfahrtsstaates, einer naiven Egalitätsreligion deren Früchte Kapitalverzehr, Rechtspositivismus und Etatismus sind.

    Alles Kapital das unsere Gesellschaft besaß und erwirtschaftet hat ist weg. Es ist verpfändet, verliehen, belehnt, verkonsumiert, versprochen und ausgegeben. Wer glaubt man kann sich aus Überschuldung mit noch mehr Schulden herauskonsumieren läuft einem Luftschloss, einer naiven Wunschvorstellung nach. Man die Realität ignorieren, aber man kann die Konsequenzen des Ignorierens der Realität nicht ignorieren. Wir stehen erst ganz am Anfang eines Bereinigungsprozesses der sehr bitter werden wird. Denn das Sagen haben ausschließlich Leute deren Leben auf Kapitalverzehr, und nicht auf Kapitalaufbau, auf Diebstahl und nicht auf Arbeit, auf Konsum und nicht auf Sparen aufbaut. Am Ende wird die vollständige Zerstörung unserer Währungen stehen, und damit die Abschreibung sämtlicher in den letzten Jahrzehnten angehäuften Scheinvermögen, vor allem solcher in Form staatlicher Zahlungsverpflichtungen. Im Unterschied zu den letzten Währungsreformen wird danach aber keine genügend große Anzahl von Menschen übrig sein, die fähig und willens sind produktiv zu arbeiten. Zu groß ist die Zahl derer die solche Tätigkeit als “kapitalfaschistisch” bezeichnen, die Parasitentum für einen Lebensstil höherer Moral halten. Diese werden wieder nach dem Staat schreien, der ihr Einkommen sichern soll. Sie werden die Gleichheit in Armut und Sklaverei der Ungleichheit in Freiheit und Wohlstand vorziehen. Sie sind die waren Feinde der Menschheit, die wahre Ursache unseres Untergangs.

    • Querschuss - 7. Mai 2012

      Hallo Haderach,
      “Die Höhe der Staatsverschuldung ist nur ein Parameter der Verschuldung einer Volkswirtschaft. Fehlallokation von Kapital durch zu niedrige Zinsen können im Privatsektor (Immobilien) genauso auftreten wie im staatlichen. ” Ach, …steht doch im Artikel NIIP, also die Nettoauslandsverschuldung aller Bereiche der Volkswirtschaft liegt bei knapp 1000 Mrd. Euro. Nur was du nicht versteht ist, wenn alle Bereiche der Volkswirtschaft inkl. Staat sparen passiert was? Genau das BIP schrumpft und damit letztlich auch die Schuldentragfähigkeit, denn im Verhältnis zum BIP steigt die Verschuldung.

      Den Rest der größten Teils pauschalen undifferenzierten Phrasen und Dogmen lasse ich mal lieber unkommentiert.

      Gruß Steffen

    • kurzdump - 7. Mai 2012

      Das sehe ich auch so, Haderach. Das dingliche Kapital ist weg, was bleibt ist das Kapital “Staatsbürger”. Das Spiel endet spätestens dann, wenn auch der Staatsbürger “verpfändet, verliehen, belehnt, verkonsumiert, versprochen und ausgegeben ist”.

    • Bernd Klehn - 7. Mai 2012

      @ Haderach

      “Was zählt ist die Gesamtverschuldung aller Wirtschaftssubjekte im Vergleich zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, also im Vergleich zu den tatsächlich hergestellten Gütern. Und da sieht es durch die Bank düster aus, selbst in Deutschland.”

      Wie bitte? Wie geht dieses? Die Schulden des einen sind die Guthaben des anderen und die Summe aller Schulden und Guthaben sind zu jedem Zeitpunkt null. Unhabhängig von Gläubiger- zu Schuldnerverhältnissen ist das vorehhanden, was zum jeweiligen Zeitpunkt auf der Welt vorhanden ist. Die einzige Aufgabe des Geldsystems ist es das Hamsterrad, den Wirtschaftskreislauf, zum Nutzen der Menschen in Gang zu halten. In der Phase vor einem drohenden massiven Zusammenbruch von Gläubiger- zu Schuldnerverhältnisse kommt das Hamsterrad zum Stillstand ebenso ist es schwer nach einem Zusammenbruch wieder schwer in Gang zu setzen.

  • klaus - 7. Mai 2012

    VW I.

    Sozialprodukt
    Austerizität mit Tina
    Sparen pur – negative Stimmung
    Frustschäden
    Konsumverweigerung
    Unsicherheit
    Geldmengenverkleinerung(Umlauf)
    Kontraktion
    Kriminalisierung / Bagatellen

    VW II.

    Sozialprodukt
    Austerizität ohne TINA
    Sparen + positiver Ausblick
    Verschleißschäden
    Konsum bleibt konstant
    Sicherheit
    Geldmenge bleibt konstant ( Umlauf )
    keine Kontraktion
    keine Kriminalisierung

    Führt die Liste der 2 Volkswirtschaften einfach weiter.
    In Volkswirtschaft I. sieht man die ganz einfach Merkels Kurs.

    Es ist einfach dazu gedacht ein Kontraktion, also Vermögensumverteilung
    zu erreichen, für die rechtlich keine Grundlage wäre.
    Genau das soll der ESM tun. Enteignen.
    Das dieser Vorteil nur für wenige nutzbar ist, ist klar.

    Das ist der Grund, warum Europa aufsteht.

    So einfach kann Betrachtung sein.
    Natürlich werden bei zwanghafter Erhaltung der Austerität
    die Fronten immer härter.

    P.S. Entschuldigung hatte die eigenwillige Formatierung vergessen.
    Gerne darf der Erstkommentar weg. Nochmals sorry.

  • Martha Gruber - 7. Mai 2012

    Viele Menschen (mich eingeschlossen) erreichen nun ein Alter, in dem wir uns nicht mehr selbst versorgen können. Wir sind auf eine bezahlbare Pflege und Unterstützung angewiesen. Und das gibt den vielen arbeitslosen Jugendlichen in Europa eine echte Chance gut bezahlte Arbeit zu bekommen.
    Ich habe keine Erben, keine Familie mehr die mich pflegen können und wollen. In meinem Testament werde ich eine ehrliche und menschenwürdige Pflege sehr großzügig würdigen, die meinem Pfleger ein auskömmliches Leben sichert. Das sehe ich als die große Chance für den Ausgleich von Europas Finanzsituation.

    • Lothar - 7. Mai 2012

      Das waere ok wenn es nicht die Akkumulation auf Seiten der 1% gibt. Nicht nur das auch ein Ultra Reicher nur 3x am Tag essen kann nur in einem Bett schlafen kann (konzeptionell gedacht auch wenn er einige Betten hat). So wird er auch nur einmal 24 Stunden am Tag gepflegt werden muessen.

      Der Reichtum der 1% kann gar nicht mehr durch reale Dienstleistungen und Produkte verteilt werden, daher werden sie ja spekulativ eingesetzt und vermehren sich immer schneller.

      Dein Vorschlag ist also leider keine Loesung auf Volkswirtschaftlicher Sicht.

  • Milo Minderbinder - 7. Mai 2012

    “Ich glaube fest daran, dass viele unserer Politiker insgesamt davon überzeugt sind, es richtig zu machen, denn die Daten, die sie erhalten, bestärken sie.”
    (aus dem Artikel http://www.arztwiki.de/wiki/Jan_Erik_Döllein -hat, glaube ich jemand hier schon verlikt gehabt)

    Trennt man die Situation von Deutschland von der Resteuropas, läuft doch alles prächtig -die Gewinne sprudeln, Arbeitslosenzahlen sinken und die lästigen Konkurrenten in Resteuropa gehen den Bach runter.

    Natürlich darf man den Rest Europas nicht verhungern lassen – aber dafür werden die Steuerzahler mit Sozialtransfers schon sorgen.

    Ungeahnte Einsparmöglichkeiten tun sich auch hierzulande auf: Der sowieso schon arg marginalisierte Bildungssektor kann weiter runtergefahren werden – Wer in den GIIPS Ländern qualifiziert ist, soll gefälligst deutsch lernen und hier arbeiten – vielleicht kann er/sie sich dann sogar ein Moped leisten.

    Oh, und unsere Lohnstückkosten werden natürlich auch sinken müssen- von Griechenland lernen heißt sparen lernen – sonst werden wir von europäischen Wirtschaftsflüchlingen um unsere (Rest-) Arbeitsplätze gebracht.

    Für unsere “Eliten” : Manager, verantwortungslose Lobbyisten und Politiker (die sich der “Tyrannei der Maßen” entgegenstellen) beweist sich doch gerade, wie erfolgreich der neoliberale Schwachsinn ist.

    Na gut, irgendwann ist die Party vorbei, und die Rechnung kommt – aber darum werden sich unsere professionellen Zechpreller auch drücken

  • Frank Bell - 7. Mai 2012

    Welt online betreibt totale Desinformation:

    “Das zentrale Problem sei (laut Krugman) ein anderes: Die Einführung des Euro habe dazu geführt, dass Geld aus Deutschland in den Süden Europas geflossen sei. Dort entstand eine Blase, die Löhne stiegen. Nun ist die Blase geplatzt, die Löhne sind aber weiter auf einem hohen Niveau.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article106266611/Top-Oekonom-fordert-riesiges-Konjunkturprogramm.html

    Das ist eine Frechheit ohnegleichen!

    Bei 25 % Arbeitslosigkeit ist das Gerede von zu hohen Löhnen (in Spanien) und ganz besonders in Griechenland schlicht unverschämt.

  • Roland - 7. Mai 2012

    ND (Konservative) und PASOK (Sozialdemokraten), die beiden Bruchpiloten Griechenlands haben zusammen nur noch ca. 35% der Stimmen erhalten und damit ihren gemeinsamen Stimmenanteil von 77% von vor 2 Jahren glatt halbiert.
    Nur durch das undemokratische Wahlsystem Griechenlands (die stärkste Partei bekommt 50 Bonus-Sitze geschenkt !) haben sie zusammen noch genau die Hälfte der Sitze im Parlament erreichen können.

  • Ronald - 7. Mai 2012

    Auch wenn ich mit meinen folgenden Kommentaren einige negative Bemerkungen aus diesem Blog auf mich ziehe so ist es mir doch wichtig meine Meinung zu sagen.
    Ich stimme Haderach zu, was er sagt stimmt inhaltlich und ist historisch belegt.
    Erst einmal zu der groessten Luege ueberhaupt: Austeritaet

    Steffen, ich finde Deine Grafiken sehr gut, es waere toll, wenn Du uns mal einen Chart mit dem Staatsbudgets von Spanien, Portugal, Italien und Griechenland in den letzten 10 Jahren zeigst.

    Dann werden endlich alle sehen, dass Austeritaet eine Luege ist. Die Politiker sparen nicht einen Cent. Was die Wirtschaft in den PIIGS Staaten nach unten zieht ist die massive Steuererhoehung die diese Staaten beschliessen (Mehrwertsteuer, Einkommenssteuer) anstatt endlich mal zu sparen in Sachen wie Militaerausgaben, Subventionen, Foreign Aid und vielen anderen Dingen, in denen der Staat Geld verschwendet. Ich bin sicher der Bund der Steuerzahler kann jedem Staat dort Anregung geben.

    Investitionen kommen vom Sparen und nicht vom Geld drucken. Das ist eine der Grundregeln der Volkwirtschaft, daher bitte keinen Muell mehr schreiben, dass Investitionen und Jobs und Wohlstand vom Gelddrucken kommen.

    Der Grund warum der Konsum und die Investitionen in Spanien, Griechenland und Portugal so fallen ist klar. Die Laender haben so sehr ueber ihre Verhaeltnisse gelebt, es sind nurnoch wenige Ersparnisse uebrig. Vieles war nur auf Pump. Italien steht hier wesentlich besser da, es hat eine hohe Sparquote, daher spielt es in einer anderen Liga.

    Die gefaehrlichsten Menschen sind allerdings diejenigen die nach Gelddrucken schreien. Der Grund warum es die Haeuserblase in Irland und Spanien gab war das massive Gelddrucken der ECB. Die “True Money Supply” in Europa ist um ueber 120% seit Einfuehrung gestiegen. Die Laender und die Konsumenten konnten sich nur durch die billige Geldflut der ECB so verschulden und ueber ihre Verhaeltnisse leben.
    Jetzt als Loesung zu verlangen dass die ECB genau das gleiche als “Heilmittel” macht ist Bloedsinn.
    Japan hat es seit Jahren versucht. Es funktioniert nicht. Und Zimbabwe hat es auch versucht, Argentinien genauso.
    Gelddrucken und hohe Inflation ist Diebstahl am Sparer. Und wenn Investitionen vom Sparen kommt, dann zerstoeren wir damit das Fundament fuer die Zukunft.
    Aussserdem, wie koennen wir denn 5-6% Inflation ueberhaupt herstellen? Preiskontrollen fuer Milch? Benzin? Die ECB und die Banken koennen die Firmen und Privatleute nicht zwingen Kredite aufzunehmen und Geld auszugeben.
    Es ist erschreckend dass Leute nach Planwirtschaft und Kommunismus schreien aus Loesung fuer diese Krise, die durch staatliche Wirtschaftsplanung (Euro Einfuehrung, ECB, Bruessel) ueberhaupt erst hervorgerufen wurde.

    Wohlstand kommt von harter Arbeit, Sparen, Investieren, Forschung&Entwicklung. Das schafft Arbeitsplaetze und Wohlstand.

    Harte Arbeit kann man nicht drucken und das Geld das ich auf meinem Sparkonto habe ist das Resultat von vielen Jahren harter Arbeit.

    Ansonsten wuerden wir ja alle den ganzen Tag zuhause vor dem Fernseher sitzen und von dem Geld leben dass frisch gedruckt jeden Monat von der ECB in unserem Briefkasten landet.

    Bitte jetzt ueber meine Meinung nachdenken und dann reichlich kommentieren. Davon lebt die Demokratie.

    Falls jemand nicht weiss was Demokratie ist…Es ist das Gegenteil der Europaeischen Union und Bruessel :-)

    • kurzdump - 7. Mai 2012

      Dann müsste die EZB sofort die Leitzinsen auf zweistellige %-Werte anheben, was die Wirtschaft (und die Staaten obendrein) wohl nicht überleben würden.
      In der aktuellen Situation ist Sparen genauso falsch wie “Geld drucken”. Um eine globale Währungsreform kommt man nicht mehr umhin – und wie M.E. schon angedeutet hat, es ist fraglich ob unser fragiles Wirtschafts- und Gesellschaftssystem einen solchen überstehen könnte.

      Wir können nicht (mehr) auf “altbewährte” Lösungsansätze zurückgreifen.

    • Frank Bell - 7. Mai 2012

      @ Ronald

      “Foreign Aid und vielen anderen Dingen, in denen der Staat Geld verschwendet”

      Ausgerechnet die liberalen (F.D.P.) wollten die Entwicklungshilfe abschaffen – vor der Wahl. Doch nach der Wahl haben sie sich an diesem Ministerium persönlich bereichert.

      Der Erfolg dieser Heuchelei: Ein unerwartet gutes Ergebnis bei der Wahl in SW.

    • peterb - 7. Mai 2012

      Was bei allen diesen angeblichen “Richtigstellungen” komplett unterschlagen wird:
      !. Die Konstruktion unseres Geldsystems, dass letzten Endes ein Kettenbriefsystem darstellt. Aber das wäre ein eigener Thread.
      2. Die Unterscheidung zwischen Micro- und Macroökonomie.

      Gesamtstaatlich haben wir es mit Macroökonomie zu tun. Was im Falle von Microökonomie (Privat- und Firmensicht) noch funktioniert, scheitert hier kläglich. Staaliche Ein- und Ausgaben spiegeln stets einen “durchlaufenden Posten.”. Mit ALLEN sog. Sparmaßnahmen wird stets der Bürger belastet. Ob Infrastruktur, Sicherheit, etc. etc.: Wird dort gespart, geht es immer auf Kosten derer, sich die jetzt zusätzlichen Kosten alleine nicht mehr leisten können.

      Einen “schlanken”, sprich abgemagerten Staat können sich nur sehr Reiche leisten. Auch die weiter oben genannten Gegen-Beispiele aus Fernost treffen nicht zu: Gerade diese Staaten hatten sehr strikte Regelungen erlassen, um ihre heimische Industrie vor Fremdeinwirkungen des Westens zu schützen – und haben – China macht das heute noch so – das von Fremdfirmen erwirtschaftete Kapital nur bedingt aus dem Land gelassen…

      Gerade diese Länder haben sehr regulativ in das Wirtschaftsgeschehen eingegriffen. Informieren hilft hier weiter, bevor solche Schnellschüsse ins Netz gesetzt werden.

      Davon ab: Mit DIESEM Geldsystem gibt es weder mit Sparen noch mit Gelddrucken eine Rettung.

  • Bernd Rickert - 7. Mai 2012

    Marktwirtschaft besteht aus Angebot und Nachfrage.
    Das Angebot ist da. Nachfrage gibt’s auch.
    An was fehlt es also?

    Geld ist für sich selbst kein Produkt.
    Wer mit Geld marktwirtschaftliche Geschäfte macht, ist kurzum ein Betrüger.
    Das Geldmanagement befindet sich schlichtweg in schlechten Händen.

    Die angeblichen Schuldenstaaten sollten neben dem Euro nationale Komplementärwährungen einrichten um die Binnenwirtschaft aus dem Würgegriff der Betrüger zu befreien.

    Der neu angedachte Wachstumskurs scheitert mangels Substanz, denn Substanz bedeutet Verteilung der geldwerten Vermögen von oben nach unten. Gegenwärtig ist das Gegenteil der Fall. Ein Millionär konsumiert absolut in etwa soviel wie ein Hartz. IV-Empfänger. Prozentual sieht der Hartz IV-Empfänger wesentlich besser aus.

  • Hansi - 7. Mai 2012

    Immer dieser keynesianische Dummfug mit dem Gelddrucken und der Inflation, was alle Probleme lösen soll.
    Wenn Gelddrucken Prosperität bringen würde, wäre Zimbabwe das reichste Land der Welt.

    Dauerinflation behindert und verhindert Kapitalformation.
    Ersparnisse sind die Basis von Prosperität, nicht die Druckerpresse.

    • Querschuss - 7. Mai 2012

      Hallo Hansi,
      wo wird in meinen Artikeln Gelddrucken und Inflation das Wort geredet, bitte Zitate…, da bist du ganz schnell am Ende, oder?

      Gruß Steffen

      • Hansi - 7. Mai 2012

        Nee, das ging nicht gegen den Blogbetreiber, sondern gegen die Kommentatoren unter dem Artikel. Wahrscheinlich Mitarbeiter von Heidelberger Druck, haha.

        Der Blog ist super!

    • Bernd Rickert - 7. Mai 2012

      Ersparnisse sind Kapital für Kredite.
      Die Kreditzinsen sind erheblich höher als die Sparzinsen und werden auf die Preise aufgeschlagen, sodass die m.E. gar nicht bemitleidenswerten Kleinsparer sowieso auf ihre Sparguthaben draufzahlen. Sparen lohnt sich nur für Großsparer. Sparen sollte mit kräftigen Negativzinsen bestraft werden, sofern man nur aus Raffgier spart.

  • M.E. - 7. Mai 2012

    Hallo SLG,
    wenn es mal so einfach wäre mit der mäßigen Inflationierung.
    In Japan wird das schon seit 22 Jahren versucht – ohne Erfolg.
    Das einzige, was die Liquiditätsspritzen bisher bewirkt haben, sind unterschiedlichste Vermögensblasen und Verschuldungsausweitungen.
    Selbst hsitorisch sehr niedrige Zinssätze haben nichts mehr bewirkt. Weil alle versuchen, von der Fremdkapitalabhängigkeit wegzukommen.
    Das einzige, was “helfen” würde, wäre eine Geldverteilung in den Bevölkerungsschichten, die fast ihr gesamtes Einkommen für die existenziell notwendigen Dinge ausgeben müssen. Und für die Sozialtransferempfänger.
    Das würde nachfragebelebend und bei richtiger Dimensionierung mäßig inflationierend wirken.
    Aber natürlich würde das auch die Staatsschulden weiter nach oben treiben und bei Anwendung in vielen Ländern das Ressourcenproblem verschärfen. Das Verschuldungsproblem also nicht lösen. Und die zusätzliche Kaufkraft durch die Geldverteilung im ärmeren Bevölkerungsdrittel würde natürlich durch die nachfolgende Inflation zum großen Teil wieder aufgezehrt.

    Außerdem würden bei einem Ansteigen der Inflation notwendigerweise auch die Zinsen steigen. Die Zinslast auf die bestehende Verschuldung würde also steigen, bevor die schuldenabwertende Wirkung der Inflation deutlich eingetreten wäre.
    Was in wachsenden Märkten/Volkswirtschaften ohne Überschuldungssituation noch funktionierte, funktionioert in gesättigten Märkten und überschuldeten Gesellschaften eben nicht mehr.
    Ich glaube also nicht an diese Problemlösungsmöglichkeit.
    Es wird wohl mit größter Wahrscheinlichkeit auf einen ziemlich ungeordneten Schulden-/Vermögensschnitt in historisch einmaligem Ausmaß hinauslaufen. Natürlich einhergehend mit einer starken Strukturzerrüttung des Finanzwesens.

    Kurzfristig wäre das verheerend, mittel- bis langfristig nach meiner Überzeugung aber die einzige Lösung.
    Das heißt, wirklich langfristig kommen noch ganz andere Strukturveränderungen auf uns zu. Völliges Neuland.

    • Bernd Rickert - 7. Mai 2012

      Ich finde dieses ganze Schuldgeldsystem verheerend.

  • Hallowach - 7. Mai 2012

    Mir fehlt die Vorstellungskraft, um mir vorzustellen, wie es mittel- bis langfristig um uns bestellt ist. Aber ich glaube zu erkennen, daß egal was die Politik unternehmen wird, das Ende nahe ist. Der ewige Drang nach Wachstum ruiniert uns. Es spielt keine Rolle, ob Merkel & Co. ihre Arbeit gut oder schlecht machen…. die Qualität ihrer Arbeit bestimmt lediglich das Tempo des Niedergangs….. ich glaub ich muß mal wieder das Krisenvorsorgeforum bemühen…. und bei dem Gedanken wird mir gerade schlecht…..

  • MagnaBavaria - 7. Mai 2012

    Die Anzahl der offenen Stellen in Deutschland ist rückläufig:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zahl-der-jobangebote-geht-zurueck-a-831742.html

  • Eastpak - 7. Mai 2012

    Hallo an Querschuss/Steffen und alle anderen,

    ich kann Harderach ebenfalls nur zustimmen. Ronald hat bereits vor mir das Wichtigste gesagt, aber als moralische Unterstützung sage ich gerne auch nochmal etwas dazu.

    Der Staat schafft kein Wohlstand, er kann nur für eine Umverteilung sorgen (falls dies wie in D oder anderen Sozialstaaten präferiert wird) oder im Falle von Marktversagen korrigierend eingreifen. Diese Umverteilung vernichtet jedoch immer Teile des ursprünglichen Wohlstandsniveaus, das erreichbar gewesen wäre.

    Der Sparkurs ist natürlich vollkommener Unsinn, darin – denke ich – stimmen hier alle überein. Das ist aber in der jetzigen Situation vollkommen egal, da in den letzten 30 Jahren ein grundlegendes ökonomisches Gesetz verletzt wurde: Investiere nie mehr als du sparst.
    Und so lange in der Richtung keine notwendige Bereinigung stattgefunden hat, können wir noch soviel Fiatgeld drucken oder sparen wie wir wollen – wir werden nie wirkliches Wachstum erhalten, geschweige denn die jetzige Krise beenden.

    Darum dreht sich die ganze Diskussion für mich ein wenig im Kreis, denn wir können das Problem momentan weder durch Investieren noch durch Sparen lösen. Ganz im Gegenteil, investieren wir mit der Druckerpresse, wird am Ende die Situation noch schlimmer werden.

    • Querschuss - 7. Mai 2012

      Hallo Eastpeak,
      “Der Sparkurs ist natürlich vollkommener Unsinn, darin – denke ich – stimmen hier alle überein.” …..So ist es! Ich rede nicht der Druckerpresse das Wort, nachweislich in diversen Artikeln zur Bilanzausweitung der Notenbanken dokumentiert. Die Südperipherie hat aber kein Geschäftsmodell und dieses muss entwickelt werden und dafür braucht es Investitionen in künftige Wertschöpfung, Jobs und Einkommen, bestimmt aber nicht zweistellig schrumpfende Investitionen in unterentwickelte Volkswirtschaften. Ist allgemeiner Konsens, dass dies in der Südperipherie der Eurozone, warum auch immer, nicht zu leisten ist, haben diese Länder in einer Währungsunion mit einer so starken Volkswirtschaft wie Deutschland nichts zu suchen, da die sich aufbauenden Ungleichgewichte irgendwann alle ruinieren werden. So einfach ist das. Ansonsten ist es nicht mein Begehr hier jemand zu überzeugen, die präsentierten Daten sprechen eindeutig für sich!

      Gruß Steffen

    • Lothar - 7. Mai 2012

      Da muss man aber auch Wohlstand definieren. Wenn das bei dir unnuetzer Produktmuell ist der in deiner Wohnung rumsteht und platz wegnimmt oder ein noch 100kg schwereres Auto, dann ok. Das ist nicht Aufgabe des Staates – das ist Drogenkonsum.

      Wohlstand ist auch bezahlbarer sozialer Wohnungsbau, Infrastruktur, Sicherheit durch Polizei, Feuerwehr und Krankenhaueser, Buechereien etc.
      Wohlstand ist auch wenig zu arbeiten und Zeit dafuer zu haben.

      Den Wohlstand immer mehr Scheisse zu kaufen die mich gerade mal die ersten paar Tage irgendwie befriedigen nur damit die Fabriken viel Rohstoffe verbrauchen und der Fabrikbesitzer Wachstumszahlen an die Bank melden kann um einen neuen Investitionskredit zu bekommen. Nein, das ist kein Wohlstand.

    • Tourist - 7. Mai 2012

      Diese Umverteilung vernichtet jedoch immer Teile des ursprünglichen Wohlstandsniveaus, das erreichbar gewesen wäre.

      Dann erklär mir mal, warum die Investitionsquote nicht nach oben schnellt, nachdem die Besteuerung der Gewinne und Vermögenden runtergefahren wurde und zu guter letzt auch noch unter der Fuchtel des ach so bösen Stuerstaates die Gewinne und Vermögen auch noch zunehmen? Für dich gilt der gleiche Antwort, die ich Haderach verpasste.

  • marcito - 7. Mai 2012

    off topic:

    was sagt man dazu?

    http://www.gfinm.de/images/stories/workingpaper29.pdf

    • Michael S. - 7. Mai 2012

      Danke für den link!

      Zwar nur kurz überflogen, spricht aber viele Punkte an.

      Gruß Michael S.

      • marcito - 7. Mai 2012

        gerne

  • Canpichurri - 7. Mai 2012

    “Der Sparkurs ist natürlich vollkommener Unsinn, darin – denke ich – stimmen hier alle überein.” – Das muss man natürlich differenziert sehen, meine ich. Natürlich macht das Kürzen nach rasenmähermethode keinen (!) Sinn, aber sinnvolles Ausgeben hat noch niemandem geschadet. Und vor allem, man kann nicht mehr ausgeben als man einnehmen kann. Bis dahin, denke ich, wird mir ein Grossteil der leser hier zustimmen. Dann wird´s aber brenzlig: Wie kann man das bewerkstelligen? Nun, nur “oben” abgreifen” geht in der Theorie, aber in der Praxis geht das voll daneben. Geld ist wie ein scheues Reh – schiesst man zu scharf, rennt es weg. Was man dann hat? Geldklemme – und keine Lösung.
    Das eigentlich Wahnsinnige sind die Politiker, die immer neue Leistungen versprechen (Rente ab 60 J, höhere Zuzahlungen für Schulen und Universitäten, bedingungsloses Grundeinkommen für alle etc.) Wenn man keine Enteignung von “Apple” a la Argentinien-Kirchner machen will, dann soll man mir mal sagen wie man das alles seriös finanzieren will.

    Zurück zu Spanien: Die Rajoy-Regierung setzt den Rotstift an zu vielen Stellen an, wodurch die Wirtschaft abgewürgt wird. Siehe Graphiken oben. Das ist hier völlig richtig von Steffen analysiert worden. Das Problem in Spanien ist die Überschuldung der Haushalte und der Firmen. Und eines undurchsichtigen Föderalstaates mit Krone, welches zu Doppel- oder gar Trippelfunktionen führt. Das muss und musste geändert werden, wobei die Vorgängerregierung unter Zapatero schon erste Schritte in diese Richtung unternahm.

    Das “Ausschütten” von Staatsgeldern hat immer nur kurz zu einem Boom geführt und niemals zu nachhaltigem Wachstum. Von daher ist dieses ernsthaft zu hinterfragen ob und wann es Sinn macht.

  • tarzun - 7. Mai 2012

    Ich lebe im Haus meiner Großeltern, die so um 1920 geboren wurden.

    Damals gab es eine beheizte Wohnküche und ein unbeheiztesSchlafzimmer.
    Der Rest des Hauses wurde wirtschaftlich genutzt.

    Es gab keine Pflegeheime, die Eltern meiner Großeltern lebten im sogenannten Ausgedinge.
    Auch gab es keinerlei erwähnenswerte Sozialleistungen.

    Das Leben bestand aus harter Arbeit und 3 Feiern im Jahr. ( Dorffest, Kirtag und die kirchl. Feste). Bezahlt wurde in Gold, Naturalien oder Goldäquivalente.

    Kinder spielten mit einem Stück Holz und nicht mit Dingen, die nur mittels Hochtechnologie
    und in Übersee hergestellt wurden.

    Ich bitte alle Kommentatoren und auch den Blogbetreiber zu berücksichtigen, dass sich
    die Welt auch damals drehte.

    Geld oder Kredit kann niemals für Alle zeitgleich ein Mittel zum hedonischtischen Leben sein.
    Ich denke mal, wir sind alle verwöhnt, verwöhnt von der Demokratie, die es halt so ansich hat,
    mehr zu geben, als eigentlich da ist.

    Es scheint, als ob jetzt Zahltag wäre.

    Da hilft weder Gelddrucken noch Sparen. Die Griechen und Spanier haben die Rechnung
    schon serviert bekommen.

    Bald ist es auch in Deutschland und den restlichen (Geber-) Ländern soweit.
    Ich meine wir sind im Schnitt zu bequem für ausreichend Nachkommen zu sorgen,
    da verlangt doch tatsächlich jemand von uns zu arbeiten?

    Und das vielleicht noch an der frischen Luft?
    (Dafür holen wir uns dann Gastarbeiter, ohne Rechte)

    Mann oh Mann, was soll das sozialistische Geheule? Haben es den die
    sozialistischen Staaten jemals über einen längeren Zeitraum geschafft, dass alle
    Bürger im Wohlstand leben?

    Und wenn, dann nur auf Kosten eines anderen Volkes oder Staat.
    Echtes Miteinander ist nicht mit Sozialistmus zu verwechseln.

    Also, weg mit dem TV, Playstation, Klimaanlage, computergesteuerten Heizungsanlage.
    Hin zur täglichen Arbeit ums Überleben.

    Wir brauchen nicht 100 Jahre zurücksehen wie das Leben so läuft.
    Es genügt ein Blick nach Indien, Bulgarien oder Ukraine.

    Das ist unsere gerechte Zukunft, alles Andere wird weder fair, noch sozial,
    vielleicht nationalsozial, aber das hatten wir ja schon……

    Oder wir packen endlich das Ressourcenproblem bei der Wurzel und es
    gibt freie Energie für alle.

    • Michael S. - 7. Mai 2012

      Aha, klingt romantisch…

      “Ich lebe im Haus meiner Großeltern, die so um 1920 geboren wurden…Bezahlt wurde in Gold, Naturalien oder Goldäquivalente.”

      http://de.wikipedia.org/wiki/Goldm%C3%BCnze

      “Im 20. Jahrhundert endete allerdings die Ära der Goldmünzen als Zahlungsmittel: Unmittelbar nach Beginn des Ersten Weltkriegs setzten die meisten Zentralbanken die Einlöseverpflichtung für Banknoten aus, so auch die deutsche Reichsbank am 4. August 1914. Spätestens mit Kriegsbeginn waren die Goldmünzen aufgrund des Greshamschen Gesetzes in den meisten europäischen Ländern aus dem Zahlungsverkehr verschwunden.”

      Gruß Michael S.

  • Ronald - 7. Mai 2012

    Erstmal Danke fuer die vielen Kommentare.
    Somit machen wir genau das Gegenteil von Merkel&Schaeuble…wir hoeren einander zu und diskutieren anstatt den Buerger als dumm abzustempeln und zu bevormunden.
    Merkel & Schaeuble haben mit ESM und ESFS und mit der Besetzung von Assmussen in der ECB Deutschland sowieso schon quasi in die Staatspleite befuehrt durch unbegrenzte Schuldenuebernahme der anderen EU Laender (Deutschland traegt auch 27% aller ECB Verluste). Nur so nebenbei, meine Ersparnisse sind nicht der im Euro.
    Genau so wie die Sowietunion mit ihrem korrupten Politbuero in Moskow am Ende auseinandergefallen ist durch Misswirtschaft und weil sie gegen den Willen des Volkes regieren, so wird auch die EU mit dem korrupten Politbuero in Bruessel auseinanderfallen.
    Helmut Kohl hatte einen Doktor in Geschichte, aber hat keine Ahnung von Geschichte.
    Es hat noch nie funktioniert, wenn man eigenstaendige Staaten, die weder kulturell noch wirtschaftlich zusammen gehoeren, einfach zusammen packt mit einem zentralen Parlament.
    Der Zerfall der Sowietunion, Jugoslawien, sogar der staendige Kampft zwischen Baskenland und Spanien und Nord und Sueditalien haetten schon genug historische Grundlage fuer ein Scheitern der EU geliefert. Aber machtgeile Politiker wie Kohl und Mitterand die unbedingt in die Geschichtsbuecher eingehen wollten, ignorierten alle Warnungen. Genau wie Merkel und Schaeuble heutzutage.

    @Frank Bell: Die FDP hat sich durch die Reduzierung der Hotel MWST nach der letzten Wahl selber demoliert. Und durch Westerwelle und und und. Die Partei hat ein paar gute Denkansaetze, aber die Leute an der Spitze sind leider unfaehig. Entwicklungshilfe ist in den meisten Faellen nur versteckte Korruption, oder unterstuetzt Diktatoren (z.B. Afrika) oder sind verstecke Subventionen fuer deutsche Unternehmen um Auftraege im Ausland zu bekommen (siehe Korruption). Daher halte ich nichts von Entwicklungshilfe. Zudem gibt es genug Plaetze in Deutschland die Geld benoetigen wie Kindergaerten, Bildungssystem und Kinderarmut.

    @kurzdump: Wenn Sparen und Gelddrucken beides falsch sind in der derzeitigen Situation, was ist denn die Loesung. Was ist die “globale Waehrungsreform” die Du erwaehnst?

    Es gibt keine einfache Loesung in unserer Situation. Menschen die ueber ihre Verhaeltnisse gelebt haben, muessen jetzt ihren Lebensstandard massiv einschraenken nicht nur innerhalb ihrer Verhaeltnisse leben sondern auch die Kreditkartenschulden zurueckzahlen. Einige Laender und Privatpersonen muessen Bankrott anmelden und die faulen Kredite abgeschrieben werden. Dann muessen viele Banken neues Kapital bekommen (nicht vom Steuerzahler sondern wie im Gesetz vorgesehen von den Aktionaeren and Anleihebesitzern!!!).
    Wenn Europa das Gleiche macht wie Japan, naemlich bankrotte Banken wie Zombiebanken bestehen laesst, dann wird Europa das gleiche bluehen wie Japan in den letzten 20 Jahren.

    @Bernd Rickert: Ja, Angebot und Nachfrage gibt es in der Marktwirtschaft. Wenn die Nachfrage kuenstlich ueber einen befristeten Zeitraum ( die letzten 12 Jahre) durch Schulden zu hoch war, dann wird die Nachfrage sinken so lange bis die Schulden beglichen sind oder abgeschrieben sind. Eine Kreditblase, die 12 Jahre andauerte, ist nicht in einem Jahr beseitigt. Leider.

    Gruss,
    Ronald

  • Querschuss - 7. Mai 2012

    Hallo Ronald,
    wer schreit hier nach Gelddrucken, ich nicht, nur nach dem Ende von undifferenzierter Austerität, die mehr volkswirtschaftlichen Schaden als Nutzen anrichtet. Das die Immobilienblasen im Zuge der Euro-Einführung der damit in Zusammenhang stehenden sinkenden Zinsen und der unregulierten Kreditexpansion in Spanien und Irland entstanden sind, habe ich in den letzten Jahre viele dutzend Male geschrieben. Das die Erhöhung der Mehrwertsteuer zusätzlich den Konsum abwürgte habe ich ebenfalls geschrieben (Griechenland +4,0 Prozentpunkte).

    “Austerität ist eine Lüge”, ….nein, sie erstreckte sich sogar nicht nur auf Sparen beim Staat, es wurde sogar in die Privatwirtschaft hineindiktiert, wie die Absenkung der Mindestlöhne in Griechenland zeigte, sogar soweit das Arbeitnehmern unter 25 Jahren sofort und direkt die Löhne auf Mindestlohn gekürzt werden können, alles vergessen, ist hier alles dokumentiert.

    Das die Defizite nicht kräftig fallen ist logisch, denn eine schrumpfende Wirtschaft impliziert sinkende Steuereinahmen und eine hohe Arbeitslosigkeit steigende Sozialausgaben.
    Trotzdem sind in Griechenland die Staatsausgaben gesunken
    2009: 124,466 Mrd. Euro, 2010: 114,106 Mrd. Euro und 2011: 107,769 Mrd. Euro.

    Spanien
    2009: 484,759 Mrd. Euro, 2010: 479,645 Mrd. Euro, 2011: 468,505 Mrd. Euro

    Portugal:
    2009: 83,842 Mrd. Euro, 2010 88,502 Mrd. Euro, 2011: 83,615 Mrd. Euro

    In talien ging es seitwärts, allerdings sind dies die breitgefassten Staatsausgaben, die Staatsquote und diese Angaben sind nur bedingt aussagefähig in Bezug auf das Sparen, denn sie reflektierten auch die Ausgaben der Sozialversicherungen, Renten usw., die jedoch auch Versicherungseinnahmen gegenüberstehen und die einen gewissen Rechtsanspruch darstellen.

    Staatsquoten 2011: Deutschland: 45,6%, Portugal: 48,9, Italien: 49,9%, Griechenland: 50,1%, Spanien: 43,6%

    Allein aus dieser Quote erfolgreiche und nicht erfolgreiche Volkswirtschaften abzuleiten greift erheblich zu kurz.

    Wichtig ist finde ich, auf die Verwendungsrechnung des BIPs zu schauen, da wird in Bezug auf Griechenland alles klar.

    Verwendungsrechnung: BIP = private Konsumausgaben + staatliche Konsumausgaben + Investitionen + Außenbeitrag (Exporte – Importe)
    Wenn also im Jahr 2011 die privaten Konsumausgaben (-4,16%), die staatlichen Konsumausgaben (-9,17%) und vor allem Investitionen (-15,07%) gemeinsam fallen (alles nominal) , hilft auch eine Verbesserung des Außenbeitrages nicht.

    „Wohlstand kommt von harter Arbeit, Sparen, Investieren, Forschung&Entwicklung. Das schafft Arbeitsplaetze und Wohlstand.“ …..Genau das Gegenteil passiert aber, nicht nur in Griechenland, die Wertschöpfung sinkt, der Output der Industrieproduktion ist um -32,55% zum Hoch gesunken, die Arbeitslosigkeit auf 21,9% gestiegen und die Bruttoanlageinvestitionen sind um -49,93% zum Hoch gesunken.

    Dies zeigt auch, dass die Kritiker der Querschuesse-Artikel bar jeder Fakten- und Datenlage argumentieren, mit Pauschalien und Unterstellungen, denn nirgends in einem Querschuss-Artikel wirst du Belege für den Schrei nach Gelddrucken finden, aber jede Menge kritische Artikel zur Geldpolitik, dem Versagen der Liquiditätsflutung und Kritik an der unkontrollierten Bilanzausweitung und ein enthemmtes Target2 Zahlungssystem, was die Risiken in die öffentliche Hand verschiebt!

    Schön zeigen die vielen Kommentare und die vielschichtigen Sichtweisen, wie komplex das Ganze ist, deshalb gibt es auch keine einfachen Antworten und schon gar nicht die Wahrheit.

    Mein Zeitbudget ist heute trotzdem im Kommentarbereich bereits absolut überstrapaziert, ich kann mich nicht zerteilen und kann nicht auch noch einen vollumfänglichen Support im Kommmentarbereich leisten, deshalb mache ich hier Schluss.

    Weiter eine spannende Diskussion!

    Gruß Steffen

  • Eastpak - 7. Mai 2012

    Hallo Steffen,

    zum Investieren braucht es aber momentan erstmal ein Streichen der Schulden, sodass die Fähigkeit aller Wirtschaftssubjekte wiederhergestellt wird, aktiv am Wirtschaftsverkehr teilzunehmen. Und dieser Prozess wird sehr, sehr, sehr schmerzvoll werden und große Verwerfungen mit sich bringen, davon spricht auch Harderach.

    Private werden in Griechenland nicht mehr investieren, dass heißt nur noch der Staat kann einspringen. Und das geht dann entweder über die Notenpresse oder über Steuererhöhungen und neuer Verschuldung. Das wird aber wieder die Wirtschaft abwürgen. Griechenland wird erst ein Geschäftsmodell haben, wenn die Schulden im System gestrichen sind.

    Ich stimme mit deiner Analyse größtenteils überein, aber in der jetzigen Situation durch Investitionen etwas verbessern zu wollen ist mit dem Stühlerücken auf der Titanic vergleichbar. Du vesteckst damit die Symptome, aber die Krankheit wirst du so nicht los.

    LG Eastpak

  • M.E. - 7. Mai 2012

    Hallo Ronald,
    die Kreditblase ist natürlich nicht das Produkt von 12 Jahren, sondern eher von 60 Jahren. Das war der Zeitpunkt, an dem die letzte wirkliche Schulden- und Vermögenskontraktion hinter den Ländern des Westens lag. Jedenfalls den Ländern Europas.
    Seitdem geht es mit Schwankungen und gelegentlichen kleinen Rücksetzern immer aufwärts mit der Verschuldung. Italien z.B. war schon bei Euro-Einführung etwa in heutiger Realtion zur Wirtschaftsleistung verschuldet.

    Und was die Kredite angeht, die wir von der Natur nehmen im Sinne des Verbrauchs von nur meist sehr langsam erneuerbaren natürlichen Ressourcen und teilweise nicht erneuerbaren / nicht recyclebaren Rohstoffen, reicht die Vermögensblase sogar ca. 10000 Jahre zurück. Die Mesopotamier, Bewohner der Osterinseln oder alten Römer konnten schon diesen Verbrauch nicht mehr aufrechterhalten bzw steigern und deren ressourcenbasierte Vermögensblase implodierte am Ende.
    Wir haben diese Vermögensblase nun auf eine völlig neue und globale Stufe gehoben mittels Erschließung eines unglaublichen dreifachen fossilen Jackpots (Öl, Gas, Kohle) . Und wie nannte es SLG: wir haben uns totgesiegt.
    Das heißt: noch nicht ganz. Das Totsiegen kommt erst in den nächsten Jahrzehnten, aber beginnend in diesem Jahrzehnt beim wichtigsten der 3 fossilen Jackpots.

  • Andres Müller - 7. Mai 2012

    Nachdem deutsche Richter den 5€ -Stundenlohn als zumutbar bezeichnet haben steht Europa vor seinem ethisch -moralischen Bankrott. Solche Löhne können auch die Spanier nicht unterbieten, womit sich die Handelsungleichgewichte weiter festigen.

  • schnauzevoll - 7. Mai 2012

    eastpak, Hadernach und ein paar andere Nasen sind offenbar gewerblich im Auftrag der FDP zugange. Anders kann man sich die Staatsverteufelung nicht erklären. Als es um die Bankenrettung ging, wäre ich auch dafür gewesen, der Staat hätte sich herausgehalten. Ich denke, diese Fetischkommentatoren säßen dann längst beim Fallmanager.

    Diese Denkmurmeln gehen davon aus, dass das ganze gedruckte Geld in der Realwirtschaft ankommt, an die Kredite vergeben werden, die von der Kaufkraft gar nicht nachgefragt werden. Es geht darum, das Geld zur Verfügung steht, um die Komunen zu stärken, diese in Infrastruktur investieren und somit der Staat seine Kernaufgaben wieder wahrnehmen kann, ohne in die Fänge von diesen geistig armen Wirtschaftsliberalen zu geraten.

    Typen wie Haderenach und Eastpak würden sich in ihrer peinlichen Kurzsichtigkeit und Gier selbst das Wasser abgraben. Insofern wäre ich auf jeden Fall für ein Abkoppeln des Staates, bei Subventionen, Steuerprivilegien und anderen Privilegien. Eine natürliche Auslese würde das System bereinigen.

  • SLGramann - 7. Mai 2012

    Weil mein “Geschrei nach der Druckerpresse” vielfach und mit guten Argumenten kritisiert wurde, eine kurze Klarstellung:

    Ich bin weit davon entfernt, zu glauben, dass mein Vorschlag uns die beste aller Welten bringt.

    Ich verwechsele nicht realwirtschaftliche Ersparnis und Investition mit Geld.

    Ich kritisiere heftig die lockere Geldpolitik der Zentralbanken in der Vergangenheit, die für die gegenwärtige Krise mitverantwortlich ist.

    NUR:

    Was kann man in der konkreten(!) Situation konkret(!) tun. Es hat ja keinen Sinn, seiner Ideologie nachzuhängen und dieses und jenes abzulehnen, weil es einem eigentlich nicht in den Kram passt und dann eben faktisch gar nichts zu tun.

    Welchen Sinn könnte es haben, die Finanzierung der Staaten über ESM und EZB zu niedrigen Zinsen (unterhalb der Inflation!) zu organisieren?

    Ich versuche es kurz zu erklären:

    Wie M.E. bin ich der Meinung, dass die Schulden (und damit die Vermögen) zu hoch geworden sind, um tragbar zu sein.

    Wie Steffen bin ich der Meinung, dass das “gegen die Schulden Ansparen” kontraproduktiv ist, weil es die Volkswirtschaften abwürgt und deren Schuldentragfähigkeit noch mehr vermindert.

    Hierzu noch eine Bemerkung: Dass unter deutschem Diktat für die europäische Politik diese Verwechslung von etwas, das mikroökonomisch richtig ist (Sparen, wenn zu sehr verschuldet) mit einer makroökonomischen Lösung geschehen konnte, ist intellektuell unglaublich armselig. Makroökonomisch ist eine Austeritätspolitik mitten in der Krise einfach Selbstmord. Das sollte man nach 1929/33 wissen.

    Durch die Austeritätspolitik liegen immer mehr Produktionspotentiale brach. Arbeitslosenzahlen von über 20% und sinkendes BIP sprechen Bände.

    Jetzt und hier – in dieser ganz speziellen Situation(!) – hat Keynes sehr wohl Sinn. Ein Impuls von der Geldseite kann solche brachliegenden Produktionsfaktoren wieder ins Werk setzen.

    Was unbedingt vermieden werden muss, ist der deflationäre Crash – also der massenweise Bankrott, der sich wie eine Kettenreaktion durch die Wirtschaft frisst.

    Nur in dieser speziellen Situation plädiere ich für eine aggressive Geldpolitik, die allerdings diesmal nicht das Finanzkasino befeuern soll. Daher soll das Geld der Finanzierung der Staaten und der Realwirtschaft dienen.
    Gebt es nicht wieder den privaten Banken für 1%, die es uns dann für 4% wieder leihen!

    Wenn die dann zu erwartende höhere Inflation die Geldvermögen zu einem Teil real entwertet, ist das genau das, was die Schuldner so dringend brauchen.

    Die Zinsen müssen nicht steigen, denn die Zentralbank bestimmt die kurzfristigen Zinsen und kann auch die Zinsen am langen Ende sehr stark beeinflussen, wenn sie es nur will.

    Es gibt neben dem deflationären Zusammenbruch und meinem Szenario noch eine dritte Alternative:
    Direkte Transfers von Steuermitteln aus Deutschland in den Süden. Größenordnung schätzungsweise 100 Milliarden Euro pro Jahr + X.

    Etwas – oder auch deutlich – mehr Inflation ist immer noch die beste Option, in einer Welt, in der es gute Optionen einfach nicht mehr gibt.

    Denkt mal drüber nach.

  • Hansi - 7. Mai 2012

    SLGramann,
    Du denkst Dir die Welt zu einfach. Wie die späten 1970er und 1980er Jahre gezeigt haben, wird ab ca. 5% negativer Realzinsen nicht mehr gross investiert in Produktionskapazitäten, sondern nur noch Inflations-Hedges erworben (Gold, Immobilien).
    Sogar mein werter Grossvater, extrem staatsgläubiger Beamter, hatte Ende der 70er Jahre das normale Geldsparen weitestegehend aufgegeben und sich lieber jeden Monat ein Vreneli (populäre, kleine Schweizer Goldmünze) gekauft.
    Das hat man damals nur durch 18% Nominalzins (Paul Volcker FED-Präsident), also etwa 3% Realzins, wieder einfangen können.

    Merke: wenn Du die Zinsen künstlich nach unten manipulierst um alle zu betrügen, werden sich die Menschen irgendwann wehren und Du bekommst den Währungsabverkauf.
    Ich habe hier noch 10.000 vietnamesische Dong herumliegen (ca. 36 Euro-Cent). Die haben das mit der kontrollierten Inflation auch probiert.

  • Carmen Fischer - 7. Mai 2012

    @ Haderach:
    “Zu groß ist die Zahl derer die solche Tätigkeit als “kapitalfaschistisch” bezeichnen, die Parasitentum für einen Lebensstil höherer Moral halten. Diese werden wieder nach dem Staat schreien, der ihr Einkommen sichern soll. Sie werden die Gleichheit in Armut und Sklaverei der Ungleichheit in Freiheit und Wohlstand vorziehen. Sie sind die waren Feinde der Menschheit, die wahre Ursache unseres Untergangs.”

    Ich vermute mal, sie sind männlich, alleinstehend, über 30Jahre, studiert, haben einen technischen Beruf und halten sich für überaus rational.
    Wahrscheinlich haben in ihrem Umfeld negative Erfahrung mit “Kapitalfaschisten” gemacht, oder ihre Angst vor dem Zusammenbruch führt dazu, daß ein “Gegner” ausgemacht werden muss, der an allem Schuld ist. Das geht jedem Menschen so :)

    In unserer komplizierten Welt kann man nicht alles in eine Formel packen. Selbst wenn rein rechnerisch ein System zu funktionieren scheint, vergessen sie die Emotionalität der Marktteilnehmer, deren Entscheidungen selten rational und objektiv getroffen werden.
    z.B. jeder weiß, das Rauchen oder Alkohol Drogen sind, die bei übermäßigen Genuß den Körper schädigen können. Trotzdem machen es sehr viele, da die negativen Effekte nicht sofort, sondern mit jahrelanger Verzögerung einsetzen und und dann Gefühle hervorrufen werden, die man jetzt besser verdrängt.
    Auch in der Wirtschaft sind die Auswirkungen nicht immer gleich spührbar, rufen aber genauso negative Emotionen hervor, die erstmal verdrängt werden.
    Der Mensch ist eben gierig, ausgrenzend, und neidisch, er kann garnicht anders.
    Ein “System” wird dem nie gerecht werden. Man versucht aber Auswirkungen die unmenschlich erscheinen mittels Ethik und Moral abzufedern. Wie man diese Zustände beurteilt hängt wieder von eigenen Emotionen wie Mitgefühl, Scham oder Gerechtigkeitsempfinden ab.
    Also lassen sie uns Menschen sein und keine Kugeln auf elliptischen Bahnen ;)
    Das der Zusammenbruch verschleppt wird, das dies die Probleme vergrößert sehe ich auch so….aber die Gefühle…. sie wissen was ich meine :)

  • Ronald - 7. Mai 2012

    Hallo Steffen,

    danke, dass Du Dir die Zeit genommen hasst fuer einen ausfuehrlichen Kommentar.
    Zum Staatsbudget in Portugal, Spanien, Griechenland und Italien ist eines wichtig zu wissen. Ein paar von diesen Laendern haben Milliarden aus oeffentlichen Pensionsfonds und anderen Toepfen genommen um ihre Verschuldung zu druecken.
    Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Statistikbetrugs in den PIIGS Staaten ist, dass viele Kommunen und die Regierung und das Gesundheitswesen schon seit langem ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Das trifft viele kleine Unternehmen in den Staaten die dadurch pleite gehen indem sie Jahre auf Bezahlung warten.
    Als Beispiel hatte zum Beispiel Siemens gesagt, dass sie seit 2009 nicht mehr von Griechenland bezahlt wurden fuer die Krankenhaus Austattungen. Und spanische Krankenhaeuser haben zum Teil seit 1.5 Jahren ihre Medikamenten Rechnung an die Pharmafirmen nicht mehr bezahlt.
    Wenn Regierungen eine Bilanz wie Firmen haetten, wuerde man schnell sehen, dass da Pfusch betrieben wird was man in den Debitoren und Kreditoren Positionen im Anlage und Umlaufvermoegen sehen kann (working capital im englischen).
    Ich habe letztens einen Artikel in der englischen Presse gelesen, indem ein Drittel aller Pleiten im Einzelhandelssektor durch nicht bezahlte Rechnungen der Kommunen und des Staates zustande gekommen sind. Wie die echten Zahlen aussehen ist schwer zu erfassen durch die Bilanzierungstruicks aber es ist klar dass dort viel gepfuscht wird.

    Viele deutsche Politiker glauben heute noch, dass Deutschland soooooo viel vom Euro profitiert hat. Welches Land hat denn als erstes die Maastricht Kriterien gebrochen? Warum wurde Deutschland die ersten 4 Jahre nach der Euro Einfuehrung “the sick man of Europe” genannt? Deutschland geht es besser als anderen Laendern durch Arbeitsmarktreformen (Agenda 2010 durch Schroeder), Lohnverzicht und Sparen. Lohnverzicht fuehrt zu besserer Wettbewerbsfaehigkeit und gibt den Unternehmen hoehere Gewinne und somit auch hoehere Mittel zur Investition und neuen Arbeitsplaetzen. Volkswagen investiert 62 Milliarden Euro in den naechsten 5 Jahren in neue Fabriken und Forschung und Entwicklung. Das koennten sie nicht, wenn sie niemals Gewinne gemacht haetten.
    Deutschlands Exportanteil zu den anderen EU Laendern ist stetig geschrumpft in Prozent (das letzte was ich gesehen habe war glaube ich 40%), weil China und andere Laender wichtiger als Exportteilnehmer wurden. Schaut euch mal an warum es Sweden so gut geht ohne Euro. Weil sie eine aehniche Industriestruktur die Deutschland hat. Und Schweden kommt sehr gut ohne Euro aus und hat sogar Ueberschuesse im Staatsbudget.
    Die Politiker in Deutschland leben in einem Irrglauben, wenn sie Denken das 35 Millionen deutsche Arbeitnehmer fuer 200 oder 300 Millionen Leute in der EU bezahlen koennen. Das ist moderne Sklaverei. Und “Taxation without Representation” hat schon immer in der Geschichte fuer Krieg oder Gewalt gesorgt.

    Die Loesung fuer Europa ist entweder Hass, Buergerkriege und gewaltsames auseinanderbrechen des Euros und der involvierten Laender, oder Schuldenabschreibung auf ein tragbares Niveau so die Aktionaere und Anleiheninhaber die Verluste tragen und nicht der Staat.

    Es ist keine Loesung zu sagen, dass Spanien und Portugal nicht mehr den Guertel enger schnallen sollen weil es nicht gut ist.

    Diese Laender sind pleite und haben kein Zugang mehr zu Geld ausser das was von der ECB direkt oder ueber LTRO durch die Banken kommt.

    Wenn man pleite ist, muss umgeschuldet werden, muessen Arbeitsmarktreformen gemacht werden.

    Die PIIGS Staaten sind langfristig sowieso nicht zu retten, da China die ganzen einfachen Produkte schon jetzt herstellen koennen (Kleidung, Schuhe, Spielsachen usw). Und dies zu 90% geringerer Kosten. Somit ist auch eine Abwertung in Peseta keine Loesung. Diese Laender werden wieder Entwicklungslaender.

    Lassen sie uns hoffen, dass die rueckradlosen deutschen Politiker unser Land nicht wirklich in den bankrott fuehren. Und ich hoffe, dass es irgendwann eine unabhaengige parlamentarische Untersuchung in die Beziehung zwischen Ackermann und Merkel gibt. Der einzige Grund warum der deutsche Staat die Hypo RealEstate und Commerzbank/Dresdner uebernommen hat ist damit Ackermann seinen Bonus bekommt und nicht Abschreibungen bei der DB vornehmen muss.

    Und die Bilanz der DB ist ein Witz. Das die Bafin nicht schon laengst eingegriffen hat, zeigt das Korruption und Vetternwirtschaft in Deutschland ein extremes Niveau erreicht hat.

    Gruss,
    Ronald

  • Eastpak - 7. Mai 2012

    Ich kann mir die heftigen Reaktionen auf Hadernach nur so erklären, als dass er einen Nerv getroffen haben muss. Die Wahrheit ist offenbar nicht für jeden hier zu ertragen.

    Man kann das jetzige System nicht retten, es braucht einen Reset, wie es schon oft in der Geschichte der Fall war. Wenn in dem Zusammenhang von Rettungsschirm oder Rettungspaket gesprochen wird, dann ist das eine bewusste Irreführung des Bürgers. Deshalb nutzt es nicht viel, sich darüber zu streiten, ob man nun sparen oder investieren sollte und wenn man dafür die neuesten Statistiken bemüht. Sparen bringt natürlich nichts, investieren sehe ich nur im Falle einer höheren Besteuerung der großen Vermögen.

    Es ist wichtig, die jetzige Situation auch empirisch fundiert zu beobachten, jedoch sollte man dabei nicht die wahren Ursachen der Probleme außer Acht lassen.

    Ich verweise auf Ludwig Mises, einen der größten Nationalökonomen des 19. Jahrhunderts, der sich sein gesamtes Leben mit dem Thema Geld beschäftigt hat und der sagte:

    „Es gibt keine Mittel, eine grundlegende Bereinigung nach einem durch Schulden befeuerten Boom abzuwenden. Die einzige Frage besteht darin, ob diese Bereinigung rascher vonstatten geht oder aber die Krise so lange hinausgezögert wird, bis am Ende der ganz große System-Kollaps steht, der auch die Währungsordnung mitreißt.”

    Ich denke, den meisten Leute hier erzähle ich damit nichts Neues. Den einzigen Ausweg, der sich ohne Inflation oder Währungsreform bieten könnte, wäre eine stärkere Besteuerung der wirklichen Vermögen der oberen 1 Prozent und der Konzerne. Aber diese Gruppe besitzt momentan zu viel Macht und Einfluss…

  • Karin Jürgens - 8. Mai 2012

    @ Haderach, Eastpak & Co.
    Selbstverständlich kann ein Staat Wohlstand schaffen. Wenn er z.B. Straßen legt zum Aufbau eines Industriegebietes, indirekt auch über qualitativ hochwertige Schulsysteme und Universitäten und dergleichen. Er kann sich auch direkt an Unternehmen beteiligen oder sie schützen (VW-Werk, früher unser Sparkassensystem). Sie meinen wahrscheinlich Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, um die Arbeitslosenzahlen zu drücken, “Konjunkturpakete” oder ähnliches – das ist natürlich reine Geldverschwendung. Ich denke, daß ist eben die Kunst des Regierens, mit dem Geld der Bürger Investitionen zu tätigen, die der Gesellschaft auf irgendeine Art zukünftig Gewinn bringen – muß keineswegs nur materiell sein. Wie sagt man so schön: Eine gute Regierung erkennt man daran, daß der Wohlstand der Gesellschaft zunimmt, eine schlechte verspielt den vorhandenen Wohlstand. Na, was haben wir zur Zeit?