Spanien: Target2 bei -276,033 Mrd. Euro per Monatsende März

von am 26. April 2012 in Allgemein

Im März 2012 explodierte die Target2 Verbindlichkeit der spanischen Zentralbank (Banco de Espana) nach Angaben des Institut für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität Osnabrück (Euro Crisis Monitor) per Monatsende (Montly End Data), auf -276,033 Mrd. Euro, nach -211,425 Mrd. Euro im Februar, nach -183,786 Mrd. Euro im Januar, nach -174,979 im Dezember 2011 und nach -137,178 Mrd. Euro im November 2011. Diese Daten stehen für eine extrem dynamische Kapitalflucht aus Spanien in Folge der Long-Term Refinancing Operations (LTROs-Injektionen) des Eurosystems.

Die Entwicklung des Target2 Saldos der spanischen nationalen Zentralbank seit November 2007 bis März 2012 im Chart. Im März 2012 stieg der negative Target2 Saldo um 64,608 Mrd. Euro auf -276,033 Mrd. Euro.

Die anhaltende Dynamik, nicht nur beim spanischen negativen Target2 Saldo, steht für die sich Monat für Monat hochschaukelnden Verwerfungen in der Eurozone und für die sich weiter beschleunigte Zahlungsbilanzkrise in der Eurozone. Zentralbankgeld muss Leistungsbilanz und Kapitalbilanz in Übereinkunft bringen, da private Nettokapitalzuflüsse nicht mehr die Leistungsbilanzdefizite der PIIGSBF finanzieren und Zentralbankgeld nun auch noch zusätzlich die explodierenden privaten Nettokapitalabflüsse (Kapitalflucht) aus diesen Staaten ausgleichen muss. Damit maximiert sich der Risikotransfer von Privaten (vor allem Banken) hin zu den Zentralbanken und damit in die öffentlichen Hände. Die Liquiditätsflutung des Bankensystems durch die Zentralbanken des Eurosystems per LTRO-Injektionen hat primär die Kapitalflucht innerhalb der Eurozone angefeuert und damit statt zu einer Stabilisierung direkt zu einer weiteren Destabilisierung der Eurozone beigetragen.

Ein negativer Target2 Saldo ist die Differenz der Leistungsbilanzdefizite abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalzuflüsse oder eben die Summe der Leistungsbilanzdefizite zuzüglich der privaten Nettokapitalabflüsse (Kapitalflucht), der positive Target2 Saldo ist das Pendant dazu, die Differenz der Leistungsbilanzüberschüsse abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalabflüsse oder eben die Summe der Leistungsbilanzüberschüsse zuzüglich der privaten Nettokapitalzuflüsse. Bei einem Leistungsbilanzdefizit, das dem privaten Kapitalzufluss entspricht oder einem Leistungsbilanzüberschuss, dem ein adäquater privater Nettokapitalabfluss entgegensteht, gibt es keine Target2 Salden.

Die Target2 Salden bei den nationalen Zentralbanken des Eurosystems entstehen aus dem Target2 Echtzeit-Brutto-Zahlungsverkehrssystem womit der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr, ausschließlich mittels Zentralbankgeld abgewickelt wird. An dem Target2 Zahlungssystem sind alle nationalen Zentralbanken des Eurosystems und alle relevanten Kreditinstitute angeschlossen. Fließt Banken eines Landes durch grenzüberschreitende Transaktionen mehr Zentralbankgeld ab als zu, entsteht bei diesen Banken ein Bedarf an Zentralbankgeld, der durch geldpolitische Refinanzierungsgeschäfte des Eurosystems gestillt wird, da der Interbankenmarkt weiter nicht funktioniert.

Die Target2 Salden entstehen bei den nationalen Zentralbanken im Eurosystem, da eine Transaktion via Echtzeit-Brutto-Zahlungsverkehrssystem nur von der heimischen Bank an die dortige Zentralbank mit Zentralbankgeld ausgeführt wird. Der adressierten Bank im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr bekommt jedoch die Buchung von ihrer heimischen Zentralbank, ohne das zwischen den beiden beteiligten Zentralbanken Geld floss. Die Zentralbank, die an die adressierte Bank die Gutschrift tätigte, erhält im Gegenzug eine Target2 Forderung gegenüber das Eurosystem und die Zentralbank dessen heimische Bank die Überweisung auslöste eine Target2 Verbindlichkeit gegenüber das Eurosystem (EZB).

Der enorm hohe negative Target2 Saldo der spanischen Zentralbank, die enorme Nettoauslandsverschuldung (NIIP) aller Bereiche der Volkswirtschaft, die marode Bankenlandschaft, die Kontraktion der Realwirtschaft und die Explosion der Arbeitslosigkeit machen Spanien weiter zum ernsthaften Kandidaten, der den Euro-Währungsraum sprengen wird.

Die Banco de Espana selbst hat für März 2012 noch keine monatliche Bilanz mit den Monatsende-Daten auf ihrer Webseite veröffentlicht, dies geschieht Anfang Mai, aber anscheinend bereits an das IFS (International Financial Statistics) des Internationalen Währungsfonds berichtet, wo das IEW der Universität Osnabrück wohl Zugriff auf die detaillierten Daten hat. Veröffentlicht, jeweils zum 14. des Monats, hat die Banco de Espana aber bereits die Target2 Verbindlichkeit für März 2012 mit den durchschnittlichen Monatsdaten (Montly Average Daily Data) in Höhe von -252,097 Mrd. Euro. Es ist schlüssig das am Monatsende März der Target2 Saldo, wie auch in den letzten Monaten deutlich höher war als beim Monatsdurchschnitt.

Quelle Daten: Euro Crisis Monitor IEW-Uni-Osnabrueck

Immer alle verfügbaren Target2 Salden aktualisiert inklusive Charts: Querschuesse.de/Target2-Salden

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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27 KommentareKommentieren

  • bauagent - 26. April 2012

    Konkrete Frage an die juristisch belesenen Kommentatoren:

    Wenn der Laden hoch geht, wie werden dann die Forderungen von den Ländern geltend gemacht
    die positive Salden aufweisen?

    Besteht die Forderung ausschließlich gegen die ECB oder sind Durchgriffe der ECB vorgesehen auf die Schuldner ZB´s ?

    Es scheint ja jetzt doch exponetiell dem Ende entgegen zu gehen. Selbst wenn die EZB massiv monetisiert, dürften die Anleiheeigner wohl die Flucht ergreifen.

    • Wolfgang - 27. April 2012

      Die Target-Forderung ist eine Forderung der Nationalen Zentralbank an die ECB. Solange die Nationale Zentralbank im ESZB ist, kann die Forderung nicht fällig gestellt werdden.

      Die Staaten kommen erst ins Spiel, wenn die Nationale Zentralbank rekapitalisiert werden muss.

  • dank - 26. April 2012

    Immer schneller: Der Target2 Anstieg Club Meds – und auch Steffens Blog.

    Kann es nicht eventuell sein das LTRO1&2 nur diesen einen Zweck hatten – die Kapitalflucht zu ermöglichen? Damit wärens doch 100 Punkte für die EZB.
    Haben die wirklich geglaubt so den Interbankenhandel wieder anzuschieben und/oder den hochverschuldeten Banken, bzw. ausgebluteten Instituten damit einen Gefallen zu tun?
    Haben die vielleicht in der EZB-Zentrale eine Art Computersimulation, die mit optimalem Markt ohne Menschen operiert?!
    Sind die Analysten bei der EZB evtl. nur Simulationen?

    • Querschuss - 26. April 2012

      Hallo dank,
      sagen wir mal gesichert so, ohne LTROs wäre die Kapitalflucht indem Ausmaß nicht möglich.

      @bauagent,
      müsste ich noch mal genau recherieren, meine mich aber zu erinnern, ein Auseinanderfallen der Eurozone ist in den Verträgen nicht vorgesehen, sollte sie fallen müssen die Modalitäten noch verhandelt werden, sprich stellt sich eine Schuldner-Zentralbank und damit der dazugehörige Staat stur, war es das, deshalb schreibe ich ja auch so oft uneinbringbare Forderungen.

      Gruß Steffen

  • klaus - 26. April 2012

    Steuerstreit mit der Schweiz eskaliert.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/steuerstreit-schweiz-will-nrw-gelder-einfrieren-lassen/6560014.html

    Da ist bald kein Geld mehr sicher in der Schweiz.
    Muahaha.
    Der Steinbrück kommt bald mit der Kavallarie und holt das Schwarzgeld.

    ;)

  • Erich - 26. April 2012

    Nun, da ist kein Halten mehr, aber ich tippe mal mal dass wir uns nochmals 1 Billion zusätzlich aufhalsen, bevor das ganze auseinander bricht. wir haben dann unsere Verschuldung in etwa verdoppelt, super.

  • Hansi - 26. April 2012

    Habe eine Verständnisfrage.
    In Spanien werden Einlagen abgezogen, beispielsweise nach Deutschland überwiesen. Dort gehen sie in Bunds, Wohnimmobilien etc.
    Über Target2 wird die Kapitalbilanz Spaniens ausgeglichen – der spanische Staat bezahlt seine Stromrechnungen, neue Reifen für die Polizeimotorräder, Renten etc. mittels Target2-Zentralbankgeld.

    Wirkt dieser Vorgang denn dann nicht hoch inflationär/preistreibend, da der ursprünglich spanische Euro nun in Deutschland ausgegeben wird und gleichzeitig durch Target2-Geldschöpfung auch in Spanien?

    • Bernd Rickert - 26. April 2012

      :) Der nach Deutschland geflossene, spanische Euro gelangt nicht wirklich in den Wirtschaftskreislauf. In Deutschland landet der spanische Euro wieder auf der Einlagefaziltät und Termineinlagen der Bundesbank und geht so wieder nach Spanien.

      vgl. Nowotny zur Inlfationsgefahr wegen der LTRO (27.1.2012)

      “Das ist ein weit verbreitetes Vorurteil, das so nicht stimmt. Wir wissen, dass die Geldversorgung als solche nicht relevant ist, sondern die Kreditvergabe der Banken. Geld, das beispielsweise bei der Notenbank wieder gebunkert wird, hat keinen Effekt auf die Geldmenge. Ein Inflationsproblem sehe ich deshalb nicht, wir sind aber jederzeit wachsam.”

      aus diepresse
      http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/727501/Nowotny_EZB-wird-Banken-mit-mehr-Geld-fuettern

      Mit Gruss

      Bernd

      ps. 100 Punkte an Dank

      • Wolfgang - 27. April 2012

        Solange das Geld bei der Buba eingelagert wird, ist alles o.k. Wehe, wenn es nachfragewirksam wird….

        Übrigens: Das Geld bleibt bei der Buba. Die Spanier drucken neues Geld, das dann auch zur Buba kommt.

        • Wolfgang - 27. April 2012

          Eine kleine Einschränkung zu “solange das Geld der Buba eingelagert wird…”.
          Es ist nicht alles o.k., denn der Gegenwert der Buba-Einlagen der deutschen Banken sind die Spareinlagen der Deutschen bei den Banken.

  • Erich - 26. April 2012

    target2 selber schöpft kein Geld, es wird nur aus Spanien abgezogen, im Euroraum gleicht sich das aus (bei uns mehr inflation in Spanien weniger). Nur wenn die spanischen Banken mittels Geldschöpfung von der ECB neues Geld bekommen (sonst gäbe es ja dort bald keines mehr), wird Geld geschaffen, und wenn das nicht nur vorübergehend passiert, Inflation erzeugt.

    • Wolfgang - 4. Mai 2012

      TARGET (Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System) wurde unter der Federführung des Europäischen Währungsinstituts eingeführt. Dabei handelt es sich um eine Infrastruktur, die für das reibungslose Funktionieren der Politik auf dem Gebiet der einheitlichen Währung unabdingbar ist. Mittels TARGET sollen die Europäische Zentralbank sowie die nationalen Zentralbanken der EURO-Zone in der Praxis nämlich ihre Währungspo0litik durchführen, indem sie Liquiditäten in das Sy<stem einbringen oder aus ihm abziehen. Über TARGET sollen die Geschäftsbanken auch ihre Arbitrage-Möglichkeiten zwischen den verschiedenen Finanzplätzen wahrnehmen und somit eine Angleichung der kurzfristigen Zinsen und letztendlich die Konsistenz der Währungspolitik sicherstellen. In diesem Sinne ist TARGET also vor allem ein Mittel der Währungspolitik der EURO-Zone.
      quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Target

  • Hansi - 26. April 2012

    Erich, aber ist das nicht der Fall? LTRO 1+2?

    • Erich - 27. April 2012

      klar, aber das ist LTRO, und nicht direkt Target2, ausserdem muss deswegen nicht sofort Inflation entstehen, dafür gibt es zu viele Deflationstendenzen (die Löhne steigen nicht bei hoher Arbeitslosigkeit), aber auf Dauer verwässert mehr Geld natürlich dessen Wert, dh. Inflation

  • klaus - 27. April 2012

    S P A N I E N herabgestuft.

    S&P A –> BBB+

    Was ist mit Deutschland nach dem Unterzeichnen des
    Fiskalpaktes ?

    Erst werden die Banken herabgestuft.
    Ende einer Lebensleistung wird die DB wohl den Treffer einstecken müssen.
    Welch ein Triumph.

    Dann geht es gemeinsam mit anderen Banken an den Staatstrog.

    Wird Deutschland dann im Oktober/November herabgestuft?
    Die 230 Mrd aus den Staaten kommen wohl erst nach der
    USA-Wahl im November.

    Spätestens dann wird Tina keine Worte mehr haben.

    Dann ist nur noch Vollgas, Augen zu und Gebet angesagt.

    Spardiktat vom Feinsten.

    Mal gespannt wie die CDS jetzt mal auf die 8 Prozent gehen.

    Europa ist auf Kurs.
    Im Süden wird Geld gedruckt und im Westen wird zwangsversteigert,
    damit das Ausland Geld reinpumpt.

    Mal sehen was die in Bayern da noch husten.
    Der LB soll es ja auch nicht sooo gut gehen.

    Und die Bayern sind kitzlig, wenn irgendjemand
    von großen Taten anfängt. Besonders bei der LB.

    Na, ich sag dann ma Guat Nocht.

    • Das Häschen - 27. April 2012

      Spanien herabgestuft und Deutschland usw…

      Ich habe mir das anders angeschaut. Es gibt einige Unternehmen die ihre Risikomodelle respektive Teile davon präsentieren per Video.

      Manche sagen: Verschuldung der Banken + Staatsverschuldung > 5 * Einnahmen des Staates – Aktion erforderlich, als Daumenregel. Deutschland ist ca. auf Fakt. 9. Das stört soweit keinen, da durch die ‘Exportüberschüsse’ Geld zufließt.

      Für mich persönlich sind eher die Kennzahlen auf variablen Basisgrößen, auch ein BIP das sich nicht so einfach lässt verdichten eine Gefahr, da solche Kennzahlen eher für bestimmte Knoten in einer Hierarchie Aussagen treffen aus einer bestimmten Sicht auf einen ausgewählten Sachverhalt. Die Realität in der Volkswirtschaft wird über politische Zusagen vereinbart.

      Mir macht mehr die Grundtendenz Sorge, dass zu lange wurde innoviert wurde und der Wohlstand in Mitteleuropa eher noch in den U.S. über Produkte wird erwirtschaftet die einfach viel zu weit weg sind von der Deckung des ursprünglichen Bedarfs (Schlangenöl), das in Kombination mit wachsenden Abgaben/Zins Anteilen in den Preisen ist eine sich aufschaukelnde beobachtbare Tendenz, losgelöst von den Ursachen, das ginge jetzt zu weit das auszuführen.

      Es ist wohl ein enormer Vorteil als Unternehmer bei Investition nicht hinterfragen zu müssen, ist jemand willens das zu finanzieren. In Österreich hat das annähernd zu Investitionsstillstand geführt (schon lange her). Alle diese Wege haben sich als nicht gangbar erwiesen. Heute ist das System soweit, dass jeder Innovationszugewinn entweder über Ausschüttung von Gewinnen und Zinsen/Steuern vom Finanzsystem wird eingehoben. Selbst unter der Annahme, dass diese benötigten Gelder wieder in Investitionen laufen, die Verkürzung der Innovationszyklen ist für mich ein Zeichen, dass aus unterschiedlichen Motiven immer mehr ‘Schlangenöl’ wird produziert und von Quacksalbern vertrieben, anstatt etwas Neues sinnvolles zu schaffen. Das ist eine Aufgabe für die Politik, dass sich die Unternehmen nicht bei der Produktion von ‘Schlangenöl’ konkurrieren. Darüber kann man diskutieren.

      Weder für Österreich und Deutschland mache ich mir aus dem Aspekt große Sorge aktuell. Deutschland ist etwas anders organisiert, aber das ist der Einwohnerzahl geschuldet. Die großen Unternehmen wirken stabilisierend. Erstaunlich, so manches deutsches Unternehmen hat ungewollt sogar ‘Monopolstellung’ ausgesessen in Nischenmärkten.

  • Comino - 27. April 2012

    …ja, so langsam dürfte auch dem Letzten die Exponentialkurve auffallen…alles mit System oder inhärent im System? Zins hat nunmal nur eine Funktion: leistungsloses Einkommen auf Kapitalbestand.

    Alles bekannt und nix neues an der Front. Alle 70-80 Jahre der Knall…aber wie M.E. und Steffen (und andere, ist halt ein geiler Blog) schon oft genug betont haben: kein Nachschuldner mehr da, keine Ressourcen (News aus der Wissenschaft: Sonden auf Asteroiden schicken um Rohstoffe auszubeuten) und keine billige Energie mehr (Fracking)…der Süchtige kratzt grad die letzten Reste vom Spiegel um es sich durch die Nase zu ziehen…

    Absturz aus GANZ großer Höhe. Und wir alle live dabei…dank Internet genug Infos für die wenigen Interessierten.

    Aber: der Mensch ist des Menschen Wolf. Exkursion Biologie: wenn der Pool an Individuen zu groß wird, knallts.

    Lösungen? Fehlanzeige.
    Umkehr? Fehlanzeige.
    Einsicht? Fehlanzeige.

    Einzig der bequeme Sessel in den alle hineinpupsen. TV an und Tatort. Oder DSDS.

    Leutz, es wird ungemütlich werden, soviel sollte allen klar sein…

  • Wolfgang - 27. April 2012

    Irgendwie funktioniert das blog-system nicht richtig.

    • Querschuss - 27. April 2012

      Hallo Wolfgang,
      ja spinnt schon seit einigen Tagen, gerade Kommentare mit längeren Texten oder mit Links in den Kommentaren wandern automatisch in den Spamordener. Bin dran und werde solange bis zur Lösung des Problems die entsprechenden Kommentare manuell aus dem Spam-ordner holen.
      Gruß Steffen

  • frank_meck - 27. April 2012

    @comino
    “Lösungen? Fehlanzeige.
    Umkehr? Fehlanzeige.
    Einsicht? Fehlanzeige.

    Einzig der bequeme Sessel in den alle hineinpupsen. TV an und Tatort. Oder DSDS.

    Leutz, es wird ungemütlich werden, soviel sollte allen klar sein…”

    Weil es ein Denktabu gibt, über eine Gesellschaft nach dem Kapitalismus nachzudenken.

  • Hansi - 27. April 2012

    Äh, wieso landet der spanische Kapitalfluchteuro in der Einlagenfaszilität der BuBa?
    Der Spanier eröffnet ein Konto bei der deutschen Sparkasse und kauft von diesem Konto eine Eigentumswohnung in Deutschland. Giralgeld zirkuliert in Deutschland. Bank lagert Geld jenseits der Mindestreservesätze für 1% Zins sicher bei der BuBa, die aber das Geld munter weiter an die spanische Zentralbank verleiht, die wiederum an die spanischen Banken, die wiederum an den spanischen Staat.
    Der spanische Kapitalflüchtling hat jetzt ein Asset in Deutschland (Wohnung), aber der spanische Staat ist immer noch über Target2 verschuldet/finanziert. Somit wird das Geld doch an zwei Orten gleichzeitig ausgegeben, ein wenig perpetuum mobile?! Jaja, Keynes’ circular flow of money ist mir bewusst, aber das kann doch so nicht funktionieren?! Ich kann doch einen Euro in meiner Tasche nicht zweimal ausgeben?

    • Wolfgang - 27. April 2012

      Bei TARGET2 sind nicht die Staaten, sondern die Zentralbanken beteiligt. Geld, das nach Deutschland fließt, wird der Buba gutgeschrieben und dem Quellenland belastet.

      Die Buba kann es dann weitergeben und es wird irgendwo angelegt.

    • Querschuss - 27. April 2012

      Hallo Hansi,
      das ist komplex und schwierig in einem kurzen Kommentar abzuhandeln, außerdem bin ich auch nicht in jedem Detail fit, wenn jemand ergänzen bzw. verbessern möchte bitte gerne. Nur soviel: erstmal fließt bei Target2 zwischen den Zentralbanken kein Geld, nur z.B. von der spanischen Bank zur spanischen Zentralbank. Die Buba wierderum führt den über Target2 eingegangen Zahlungsauftrag nur aus, erhält also kein Geld von der spanischen Zentralbank, sondern schöpft selber welches indem sie die Summe des Zahlungsauftrages der deutschen Empfängerbank auf dem Buba-Zentralbankonto gutschreibt. Im Gegenzug erhält sie eine Target2 Forderung gegen das Eurosystem (EZB). Das was eine deutsche Bank am Tagesende an Habensalden auf dem Buba-Zentralbank-Konto hat, wird automatisch zu Einlagefazilität. Die Einlagefazilität bei der Buba ist im März 2012 um +81,8 Mrd. Euro angestiegen und damit mehr als die Target2 Forderung, die um +68,9 Mrd. Euro anstieg.

      Wenn also Spanier im relevanten Umfang Immobilien oder Vermögenswerte in Deutschland gekauft haben sollten, muss dies neutral gewesen sein, sprich der Immobilienkauf erzeugte eine adäquate Einlage im Bankensystem, vom Verkäufer, Bauherrn usw. Per Saldo hat also das deutsche Bankensystem also nicht ihr Zentralbankgeldguthaben bei der Buba angetastet, sondern es ist sogar weiter gestiegen als es die Target2 Forderung impliziert.

      Gruß Steffen

  • Sven Steinkamp - 27. April 2012

    Lieber Herr Bogs,

    zunächst einmal Danke, dass Sie durch Aufbereitung der Target2-Daten zur öffentlichen Aufklärung bezüglich dieses heiklen Themas beitragen und sich scheinbar nicht von den Nebelkerzen einiger Blogger und/oder Wissenschaftler in die Irre leiten lassen.

    Eine Richtigstellung: Unsere Daten am aktuellen Rand stammen mit einer Ausnahme alle direkt aus den Veröffentlichungen der Zentralbanken, so auch im Fall von Spanien. Zugegebenermaßen ist der Wert nicht direkt ausgewießen, er lässt sich jedoch über Umwege problemlos errechnen. Es hat sich außerdem ein Tippfehler in der Quellenangabe unterhalb des Blogeintrages eingeschlichen

    Mit freundlichem Gruß,
    Sven Steinkamp

    • Querschuss - 27. April 2012

      Lieber Sven Steinkamp,
      freut mich sehr das sie hier mitlesen. Ja richtig die Target2 Relativierer kommen Macht der Daten in die Defensive und werden sichtbar leiser. Mein kleiner Beitrag war sicher diesen etwas entgegenzusetzen und auf den Kern des Problems zu drängen, statt mit Diskussionen über Formulierungen, Details und Interpretationen zu vernebeln.

      Wenn ihr den Target2 Saldo von Spanien für März 2012 nicht vom IFS noch von der Banco de Espana habt und diesen errechnet, wie errechnet ihr den Saldo und wie hoch war bisher die Abweichung, zu den später berichteten Daten. Würde mich über eine Antwort freuen, wenn sie nicht im Kommentarbereich möglich ist, gerne auch an:
      info.querschuss@yahoo.de

      Danke und viele Grüße

      Steffen