Spanien: Target2 Saldo im Februar mit -211,425 Mrd. Euro

von am 3. April 2012 in Allgemein

Die spanische Zentralbank (Banco de Espana) berichtete heute die Daten zum Target2 Saldo, per Monatsende (Montly End Data). Im Februar 2012 schossen die Target2 Verbindlichkeiten der spanischen Zentralbank auf -211,425 Mrd. Euro, nach -183,786 Mrd. Euro im Januar, nach -174,979 im Dezember und nach -137,178 Mrd. Euro im November. Diese Daten stehen weiter für eine anhaltende Kapitalflucht und für eine ungeheure Dynamik. Die Target2 Relativierer und Nivellierer geraten Monat für Monat Macht der Dynamik der puren Datenlage in die Defensive.

Die Entwicklung des Target2 Saldos der spanischen nationalen Notenbank seit November 2007 bis Februar 2012 im Chart. Im Februar 2012 stieg der negative Target2 Saldo um 27,639 Mrd. Euro auf -211,425 Mrd. Euro.

Ein negativer Target2 Saldo ist die Differenz der Leistungsbilanzdefizite abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalzuflüsse oder eben die Summe der Leistungsbilanzdefizite zuzüglich der privaten Nettokapitalabflüsse (Kapitalflucht), der positive Target2 Saldo ist das Pendant dazu, die Differenz der Leistungsbilanzüberschüsse abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalabflüsse oder eben als Summe der Leistungsbilanzüberschüsse zuzüglich der privaten Nettokapitalzuflüsse. Bei einem Leistungsbilanzdefizit das dem privaten Kapitalzufluss entspricht oder einem Leistungsbilanzüberschuss dem ein adäquater privater Nettokapitalabfluss entgegensteht, gibt es keine Target2 Salden.

Das Zahlungsbilanzdefizit Spaniens, die Summe des Leistungsbilanzdefizits und des beschleunigten Kapitalabflusses (Kapitalflucht), die enorme Nettoauslandsverschuldung, die marode Bankenlandschaft, die Kontraktion der Realwirtschaft und die Explosion der Arbeitslosigkeit machen Spanien weiter zum potentiellen Kandidaten, der den Euro-Währungsraum sprengen wird. Alle bisherigen Maßnahmen der Wirtschaftspolitik und der Geldpolitik haben versagt und haben am entscheidenden Punkt der mangelnden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vorbei laboriert. Die aktuelle tatsächliche Lage ist wesentlich schlechter als je zuvor.

Reloaded: Spanien: neues Hoch bei den Arbeitslosenzahlen, Spanien: Außenhandelsvolumen kühlt sich weiter ab, Spanien: Doubtful Loans bei 140,027 Mrd. Euro, Spanien: extrem kritische Lage des Bankensektors, Spanien: reale Einzelhandelsumsätze auf dem tiefsten Stand seit Mai 1999, Industrieproduktionsdaten für DFPIGS, Detaillierte spanische BIP-Daten

Immer alle verfügbaren Target2 Salden aktualisiert inklusive Charts: Querschuesse.de/target2-salden/

Quelle Daten: Bde.es/Balance sheet according to the euro area returns

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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2 KommentareKommentieren

  • M.E. - 3. April 2012

    Morgen muss die spanische Regierung wieder Anleihen auf den Markt bringen und die Zinsen steigen wieder.

    http://www.onvista.de/news/handelsblatt-top-news/artikel/03.04.2012-16:17:21-spanische-anleihen-machen-anlegern-sorge?newshash=e0383bab071d6e38edb0f08cdad18f0a

    Wie ich es schon vermutet hatte: die Tender hatten eher einen Strohfeuereffekt, der nun schnell wieder nachlässt.

  • Holly01 - 3. April 2012

    Die target Forderung entsteht nur, wenn eine ZB einen “call” veranlaßt. Den call, also den reinen Abruf von Geld muss diese ZB mit Sicherheiten unterlegen. Das sollten Sicherheiten sein, die ihren Ursprung bei den Geschäftsbanken haben.
    Die Banken werden logischerweise zuerst nachrangige Sicherheiten stellen. Beim jetzigen Gesamtvolumen, müsste mehr oder weniger alles auf dem Tisch liegen, was man als Sicherheit anbieten kann.
    Spanien driftet in die Insolvenz, weil es eine Sicherheitenkrise hat.