S&P/Case-Shiller Home Price Indices weiter in Richtung Süden

von am 31. Januar 2012 in Allgemein

Wie Standard & Poor’s (S&P) heute mitteilte, waren die S&P/Case-Shiller Home Price Indices, mit die wichtigsten Preisindizes zur Messung der Preisentwicklung am US-Wohnimmobilienmarkt, in den 10 größten Städten der USA im November 2011 um -3,56% zum Vorjahresmonat gesunken und beim 20-City Composite war ein Rückgang von -3,67% zum Vorjahresmonat zu verzeichnen. Damit bleiben wie erwartet die Immobilienpreise weiter schwach, saisonbereinigt ging es beim 10-City Composite um weitere -0,72% zum Vormonat abwärts und beim 20-City Composite ging es um -0,70% zum Vormonat abwärts.

Im Chart die prozentuale Veränderung der Häuserpreise in den 10- und 20 größten Städten, im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zum Vergrößern bitte die Charts 1x anklicken.

Die saisonbereinigten Indizes zu den Großraum-Regionen beim 10-City Composite seit Januar 1987 (blau) und beim 20-City Composite seit Januar 2000 (rot) im Chart.

Der saisonbereinigte 10-City Composite sank im November 2011 um -0,72% auf 150,89 Indexpunkte, nach 151,98 Indexpunkten im Vormonat, generiert damit einen neuen Tiefstand seit dem Platzen der Immobilienblase und notiert auf dem Niveau von Juli 2003. Der 20-City Composite fiel um -0,70% auf 137,52 Indexpunkte, nach 138,49 Indexpunkten im Vormonat und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2003. Seit dem Hoch im April 2006 mit 226,91 Indexpunkten sind die Preise beim 10-City Composite um -33,50% eingebrochen und beim 20-City Composite, seit dem Hoch im April 2006 um -33,45%. Die Indizes zeichnen die nominale Entwicklung der Preise für Wohnimmobilien nach.

Noch etwas beeindruckender sind die Charts der Großraumregionen mit den größten Preiseinbrüchen:

Die saisonbereinigten nominalen Immobilienpreise im Großraum Las Vegas (blau) fielen seit dem Hoch im April 2006 um unglaubliche -61,64%. Phoenix (rot) folgt mit einem Einbruch von -56,40% seit Mai 2006 und Miami (grün) mit -51,49% seit Mai 2006! In Las Vegas war der Preisrückgang am stärksten, dort notierten im November 2011 die Immobilienpreise auf dem tiefsten Stand seit Dezember 1996.

Auch die Daten des Census-Bureau vom 26.01.2012, zu den Neubauverkäufen von Wohnimmobilien in den USA, für Dezember 2011 zeigen nichts Positives. Im Dezember sanken die  Neubauverkäufe auf 307’000 verkauften Wohneinheiten auf das Jahr hochgerechnet (SAAR), nach 314’000 verkauften Einheiten im Vormonat, das Niveau des verkauften Volumens bleibt historisch betrachtet erbärmlich:

Die Entwicklung der New Home Sales (SAAR) seit Januar 1963 im Langfristchart. Zum Allzeithoch im Juli 2005 mit 1,389 Millionen verkauften Wohneinheiten brachen die Verkäufe bis Dezember 2011 um -77,90% ein!

Besonders brachial erscheint weiter dieser Kollaps bei den Neubauverkäufen am US-Immobilienmarkt vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung:

Die Entwicklung der Neubauverkäufe in der Relation zu je 10’000 Einwohnern seit Januar 1963 im Chart. Im Dezember 2011 wurden je 10’000 Einwohnern nur 9,8 Wohneinheiten (SAAR) verkauft, beim Hoch im Juli 2005 waren es 46,9 Wohneinheiten und im langfristigen Durchschnitt von 1963 bis 2007 immerhin 28,6!

Nimmt man den Blick weg von der SAAR-Basis, auf das Jahr hochgerechnet und saisonbereinigt, und sieht direkt auf die Originaldaten bei den Neubauverkäufen in 2011, dann ist Land unter. 2011 wurden mit 302’000 Wohneinheiten, nach 323’000 Wohneinheiten 2010, so wenig Wohnimmobilien verkauft wie noch nie seit 1963:

Die Entwicklung bei den unbereinigten Originaldaten der Neubauverkäufe auf Jahresbasis seit 1963 im Chart.

Mit dem anhaltenden Preisverfall und den schwachen Neubauverkäufen wird bereits deutlich, kein Problem am US-Immobilienmarkt wurde gelöst, ein totales Desaster wurde hingegen mit Staats- und Notenbankhilfen mühsam abgewendet. Aber weiter betrugen zuletzt in Q3 2011 die “unter Wasser Hypotheken”, laut den Daten von CoreLogic, landesweit 22,1% bzw. 10,7 Millionen Hypotheken. “Unter Wasser” bedeutet, dass der Wert der Immobilie unter dem Wert der ausstehenden Hypothek lag. Weitere 2,4 Millionen Hypotheken befanden sich in unmittelbarer Nähe dieses Status. Der Immobiliendatenanbieter Zillow Inc. berichtete für Q3 2011 noch etwas schlechtere Daten, deren Angaben zu Folge stieg der Anteil der “Underwater Homeowners” auf sogar 28,6%, nach 26,8% im Vorquartal und nach 23,2% in Q3 2010! Der Trend zur Unterwasser-Hypothek ist weiter ungebrochen! Weiter schlummern hunderte Milliarden Dollar an faulen bzw. gefährdeten Hypotheken in den Bilanzen der Banken und vor allem bei den beiden de facto verstaatlichten Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac.

Quelle Daten: Standardandpoors.com/Portal: S&P/Case-Shiller Home Price Indices, Census.gov/Portal: New Home Sales

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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35 KommentareKommentieren

  • henne - 31. Januar 2012

    Danke Steffen für den Querschuss!
    Heißt nichts gutes für die Wirtschaft. 2012 können die Herren abhaken.
    Der Wahlkampf wird brutal und die Verschuldung steigt weiter in ungeahnte Höhen.

    • Lazarus09 - 1. Februar 2012

      und die Verschuldung steigt weiter in ungeahnte Höhen

      Und das trotz “Sparorgien” angeleiert vom “Blanken Hans™” dem die Banken und Anleger die leckeren Renditen verdanken Dank der von ihm zu verantwortenden Deregulierung der Märkte war er doch einer der Väter der teuflischen Krise™….. der “Ausgeglichene Haushalt™” war die Möhre vor dem Maul des Steuermichels, jeden Tag nur Blabla Ausgeglichener Haushalt™,Blabla Ausgeglichener Haushalt™ was natürlich blanker Unfug war heute erinnert sich kein Mensch mehr an das Vehicle der Beibringung für Kürzungen und Sozialabbau was nahtlos von der pösen Krise™ dann abgelöst wurde … gespart™ hat man natürlich weiter beim Bürger .. die obszönen Renditen in die Taschen der Anleger und die Verluste sozialisiert und verstaatlicht der Bürger muss bezahlen …

      Den Wohlstand herbeisparen …wir hungern uns fett und satt. Anyway der Michel glaubt’s mit leerem Kopf nickt es sich eben leichter ..

      666

      • Weltenbrand - 1. Februar 2012

        “…mit leerem Kopf nickt es sich eben leichter…” -echt k(l)asse, nicht zu vergessen: “Wer kriecht, der kann nicht stolpern.”

  • M.E. - 31. Januar 2012

    Die Herren Case und Shiller beherrschen nicht einmal die einfachsten Grundsätze der statistischen Umformung der Wirklichkeit.
    Ab zur Weiterbildung, meine Herren.

  • sunwalker - 1. Februar 2012

    “Unter Wasser” bedeutet, dass der Wert der Immobilie unter dem Wert der ausstehenden Hypothek lag.

    In diesem Falle kenn ich genügend Beispiele aus dem direkten Umfeld: Für 240.000 gebaut derzeitiger Wert 160.000, Haus muss verkauft werden, da einer den Job verloren hat. 100.000 wurden abgezahlt von einer Kreditsumme deren Gesamtwert weit jenseits der 300.000 lag, Haus geht in die Zwangsversteigerung und wahrscheinlich für 90.000 unter den Hammer.
    Familie geht in die Privat insovenz – 6 Jahre am Minimum leben. Aus die Maus und das Haus, darin stecken ausserdem noch jede Menge Eigenleistung (Dac hbodenausbau, Pflasterarbeiten, Carportbau, Terasse, Garten, Zaun etc.).
    Derartige Fälle bekomme ich immer öfter zu hören.
    Sollte die Rezession aufgrund der wegbrechenden Exportmärkte auch in Deutschland voll ankommen, dann wird aus vielen vor Jahren scheinbar recht solide finanzierten Häusern ganz schnell eine deutsche “Subprime Krise”. Viele Kredite sind auch hier in Deutschland derart knapp auf Kante genäht, dass schon eine Lohnkürzung reicht, um jeden Monat ein bissschen tiefer ins Minus zu rutschen und am Ende dann in die Insolvenz mit Einzug des Eigentums durch die Bank.

    • Achim Hase - 1. Februar 2012

      Zwischen Verkehrswert und Beleihungswert gibt es in Deutschland im Gegensatz zu den USA normalerweise einen großen Puffer. Beleihungswerte von 70% sind eher normal hier. Außerdem gab es in Deutschland keinen starken Preisanstieg in den letzten Jahren und damit auch keine nennenswerte Spekulation.

      Eine Immobilienkrise ist also so ziemlich das Letzte was wir fürchten müssen.

      • dietmar - 1. Februar 2012

        Kein starker Preisanstieg in Deutschland? Das ist ja sehr interessant. Meiner Erfahrung nach sind die Preise von Grundstücken, Häuser, Wald und Wiesen in Deutschland, wie die “sicheren” Bundesanleihen, geradezu explodiert.

      • Markt - 1. Februar 2012

        Da kann ich nur sagen abwarten, Herr Hase, abwarten.

        Außerdem ist es nur zum Teil richtig was Sie sagen. Ja es gab keine starken Preissteigerungen in Deutschland in den letzten Jahrzehneten (Ausnahme die letzten 3 Jahre) Aber das bauen eines neuen Hauses ist in den letzten ebenfalls 3Jahren extremst angestiegen. Aber ist ja kein Problem die Zinsen werden immer günstiger. Dazu das Märchen von der Inflation und schups entstehen inflationär mehr EFH und das auch noch bei zurückgehender Bevölkerung.

        Ein Schelm wer böses dabei denkt. Aber in Deutschland kann das nicht passieren.

      • Michael - 1. Februar 2012

        Das würde ich nicht unterschreiben. Es käme auf die Regionen an. Statistisch gleicht sich aus, dass in weiten Teilen der Gebiete mit schlechter Wirtschaftsentwicklung die Preise deutlich nachgeben, während die in Lagen mit mehr “Reichen” schon lange in den Himmel geschossen sind. Ich habe mir bei uns die Preise für Einfamilienhäuser vor der Euroeinführung und jetzt wieder angesehen. Ebenso, wie die Autopreise, haben sie sich mehr als verdoppelt. Außerdem sind derzeit Kapitalflüchtlinge, nicht nur in der Schweiz, unterwegs. Wer eine geeignete Immobilie übrig hat, der Zeitpunkt sie zu verkaufen ist gut. Grund zur Eile ist nicht, die Europanik hält schon noch etwas an.

        • Thorsten Eckau - 1. Februar 2012

          Der Presse nach, haben sich die Preise in speziellen Gebieten (bestimmte Berliner oder Münchener Stadtteile) stark verteuert. Der Erfahrung eines Freundes nach (Kauf liegt 2-3 Jahre zurück), sind auf dem platten Land (in dem Fall 60km außerhalb Kölns) die Preise stark eingebrochen. Von extrem preiswert auf lächerlich, meiner Meinung nach.
          Und meine ganz persönliche Erfahrung ist da gespalten: 2000 habe ich eine 2Z-Wohnung für 294000DM gekauft. 2008 die gleiche eine Etage höher noch einmal für 150.400EUR, was fast identisch ist. Zusammen machen diese beiden Wohnungen in einem Objekt als 2x62qm + 2 Garagen für ca. 300.000 EUR in Köln Innenstadt/beliebter Stadtteil. Nun sind Nachbarn aus dem gleichen Objekt ausgezogen und die Hausverwaltung, welche für alle bezeichneten Objekte auch als Makler fungierte, hat die 120qm Maisonette (ohne Parkplatz!) für 405.000EUR zzgl. Makler und zzgl. Parkplatz ausgeschrieben. Hier ist klar, dass auf einmal ein riesiger Schub passiert ist, der vor 3-4 Jahren noch nicht da war. Und ich habe keinen Zweifel, dass die Wohnung für diesen Preis heute einen Käufer findet…

  • Roland - 1. Februar 2012

    Die beiden rechten Parteien der USA (Republikaner und Demokraten) erhöhen die Staatsverschuldung in diesem Jahr um über 1 Billion USD (amerikanisch: 1 Trillion), um die Wirtschaft bis zum Wahltag einigermaßen über Wasser zu halten.
    Ab dem Tag danach wird die Mittelschicht zur Kasse gebeten und die Unterschicht in die Verelendug gestoßen werden.
    Dann kommen unruhige Zeiten auf die USA – und nicht nur auf diese- zu.

    Als “Wessi” jetzt ein Aufruf an die “Ossis” :
    Sie haben doch einstmals die alten Klassiker (Marx, Engels) gelesen. Haben Sie die blauen Bände entsorgt oder noch auf dem Dachboden ? Sie haben doch noch das Wissen – oder ?

    Bringen Sie diese Analysen des Kapitalismus in die Debatte in Deutschland ein. Jetzt werden Sie persönlich gebraucht !

  • Achim Hase - 1. Februar 2012

    Steffen, ich würde hier eher von Stabilisierung des Niveaus sprechen als von weiterem Abstieg. Wir sind jetzt ungefähr bei den Werten von 2004. Mittlerweile ist allgemein akzeptiert, dass Clinton hier ein Strohfeuer entfacht hat. Es sieht jedenfalls alles nach Konsolidierung aus.

    Übrigens lässt die USA-weite Betrachtung außer Acht, dass es auch propsperierende Gegenden mit stabilen und anziehenden Immobilienpreisen gibt. Die Bay Area südlich von San Francisco ist nur wenig unter den Werten von 2008. In den Jahren des Strohfeuers wurden nicht überlebensfähige Siedlungen aufgezogen, die jetzt langsam zur Gänze abgeschrieben werden. Las Vegas ist so ein Beispiel. Dort war Sand ohne Wasser und dann wurden Holzbretter daraufgestellt und es waren plötzlich Milliarden-Assets. Jetzt wird es wieder zu Sand ohne Wasser.

    • jo - 1. Februar 2012

      Was hat 2004 mit Clinton zu tun? War da nicht GWB Jahre zuvor an der Macht?

      • Achim Hase - 1. Februar 2012

        Clinton hat die Politik des subventionierten Hauseigentums eingeführt mit staatlichen Kreditgebern wie Fannie und Freddie. Durch politische Entscheidung wurden die Kriterien der Kreditwürdigkeit von Darlehensnehmern massiv gesenkt.

  • frank_meck - 1. Februar 2012

    @Roland
    “Ab dem Tag danach wird die Mittelschicht zur Kasse gebeten und die Unterschicht in die Verelendug gestoßen werden.
    Dann kommen unruhige Zeiten auf die USA – und nicht nur auf diese- zu.”

    Also ich schaue mir öfters auf youtube die Demonstrationen von occupy Oakland an. Wenn mich mein Gefühl nicht täuscht, dann sind die USA jetzt schon am Ende. Dort werden Hubschrauber, schwer bewaffnete Spezialeinheiten gegen friedliche, unbewaffnete Demonstranten eingesetzt. Letzten Samstag wurden Tränengasgranaten in den Demonstrationszug geschossen, in dem sich auch Kinder befanden. Speziell in Oakland verlieren die Herrschenden schon die Nerven.

  • Alex-ab - 1. Februar 2012

    Meine Mutter besitzt eine Immobilie in der Bay-Area. Sie könnte diese heute nur um 30% unter den Hochpreisen von 2008 veräußern… – Soviel zur Behauptung in dieser Region wären die Preise stabil. Es gibt immer einzelne Objekte für die Spitzenpreise gezahlt werden, das hat jedoch mit der allgemeinen Marktsituation absolut nichts zu tun!

    • Lazarus09 - 1. Februar 2012

      Alex-ab

      Florida Ft.Myers area das selbe …

  • M.E. - 1. Februar 2012

    Na klar,
    wenn es einige Regionen gibt, in denen die Immobilienpreise kaum eingebrochen sind, heißt das im Folgeschluss, dass es bei den kommunizierten Durchschnitsszahlen des Case-Shiller-Indexes andere Regionen geben muss, in denen die Immobilienpreise noch weit stärker eingebrochen sind, als es die Durchschnittswerte ausweisen.

    Und was lehrt uns das?
    Nichts.

  • der-oekonomiker - 1. Februar 2012

    B. Obama, der “Friedensnobelpreisträger”-Präsident arbeitet doch gerade mit seinen Mannen aus der Wall Street an einer eleganten Lösung, noch nicht gelesen? Investoren sollen in großem Stil Häuser aus Zwangsversteigerungen übernehmen und als Mietobjekte der vermögenslosen Mittelschicht anbieten. Dieses Programm wird natürlich zeitlich begrenzt und soll den Immobilienmarkt endlich stabilisieren, an Preisteigerungen ist noch nicht zu denken. B. O. kämpft um seine Wiederwahl und die Chancen stehen nicht günstig. Da ist jedoch Idee recht, die vielleicht ein paar Hundert zusätzliche Wähler bringt. Mehr werden es sicher nicht, so langsam beginnen selbst die “Fox-gebildeten” Amerikaner zu begreifen wie der Hase läuft und vor allen Dingen in welche Richtung. Den “Big Deal” machen die Invesetoren, die Häuser zu einem Bruchteil ihres wirklichen Wertes kaufen können. Beispiele dafür kennen wir genug. Für Interessierte: Seht euch mal hier um: http://www.propublica.org

    • Querschuss - 1. Februar 2012

      Hallo oekonomiker,
      aus Zwangsversteigerungen heraus, löst nicht das Problem der faulen Hypotheken, auch nicht das der “Unter Wasser” Hypotheken, im Gegenteil, nach der Zwangsversteigerung, die den Wert der jeweiligen Hypotheken nicht abdecken dürfte, werden Abschreibungen fällig, laut US-Notenbank waren in Q3 2011 immer noch 10,23% aller Wohnimmobilienkredite mit mehr als 30 Tagen im Zahlungsausfall, dies entsprach einem Volumen von 297,128 Mrd. Dollar. Bei allen Darlehen und Leasingverträge der US-Geschäftsbanken lag die Deliquency Rate noch bei 5,66%, dies entsprach noch einem Volumen von 365,984 Mrd. Dollar Krediten mit mehr als 30 Tagen im Zahlungsverzug. Also Entspannung sieht anders aus.

      Gruß Steffen

      • der-oekonomiker - 1. Februar 2012

        Hallo Steffen,
        habe ich mich so missverständlich ausgedrückt? Wollte ironisch sein, ist scheinbar daneben gegangen. Natürlich ist diese Idee aus dem US-Machtzentrum politischer Hokuspokus und ändert nichts am Grundproblem. Es wird Handlungsfähigkeit suggeriert. Aber: Die faulen Hypothekenkredite finden auf der anderen Seite einfach wieder einen Weg nach Europa , wie zuletzt das Beispiel der Credit Suisse doch eindrucksvoll zeigt. Ich glaube es ging da um 100 Milliarden USD. Dahinter steckt mehr oder weniger “sanfter Druck”: Die CS will sich aus dem Steuer-Streit mit den USA “freikaufen” um nicht das Schicksal der Bank Wegelin und, ganz aktuell, der Züricher Kantonalbank, zu teilen.

  • der Bauer vom Hunsrück - 1. Februar 2012

    der Herr Hase weiß von nix….
    natürlich sind die Preise in D expoldiert. Bei einer Reallohnstagnation reichen schon 2-5% Preissteigerung/a um von einer Preisexplosion zu sprechen. In den Ballungsgebieten und deren Peripherie sind 5%/a Preissteigerung noch zu wenig angesetzt.

    Und auf dem Land, Herr Hase, da sieht die SItaution wie folgt aus: Kostenvolumen 300.000 €, Wiederverkaufswert am Tag des Einzugs: 150.000 €, und nach deutschen Recht kein Freibrief, bei Auszug. Wenn da auch nur minimal am EK gerüttelt wird, gibt´s jede Menge Zwangsver-steigerungen und noch mehr Privatinsolvenzen bzw. Dauerschuldner. Und häufig handelt es sich dabei um junge Familien, die dank Sponsoring von Oma, Opa, Mama, Papa über relativ viel EIgenkapital verfügen. Aber selsbt Darlehen von 100 – 150 k€ wollen bezahlt und getilgt werden. Wenn das kein Pulverfass ist, dann weiß ich nicht, was eines sein soll.

    • Achim Hase - 1. Februar 2012

      Gut dass der Bauer nicht nur die dicksten Kartoffeln hat, sondern auch sonst Bescheid weiß.

      Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung, die niedrigsten Zinsen seit Ewigkeiten und einen übers statistische Mittel sehr moderaten Preisanstieg, dazu noch vorwiegend langlaufende Kredite mit festem Zinssatz und eine im internationalen Vergleich hohe EK-Quote beim Hauskauf.

      Die Schlussfolgerung daraus ist, dass wir vor einer Katastrophe und massenhaften Zwangsversteigerungen stehen?

      Das 300TEUR, das nach dem Einzug noch 150TEUR wert ist, sollte vielleicht nicht gebaut werden.

      • sunwalker - 1. Februar 2012

        Mmmh … ich ahbe eine Weile überlegt, ob ich darauf Antworten soll aber ich werde es Kurzfassung einmal tun:
        “Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung”, wenn das so in der Presse und auf diversen Konferenzen verkündet wird, dann mag das die Wahheit dieser Personen sein, wenn man sich aber mal auf den Seiten des Statistischen Bundesamtes und des Arbeitsamtes umsihet kommt man schnell zu einem anderem Schluss, und auch hier im Forum wurde schon das Eine oder Andere dazu gepostet mit entsprechenden Quellenangaben, Wir haben ALG 1 und ALG 2 Empfänger, die allen Anschein nach in der öffentlichen Statistik aufgeführt werden, dann gibt es aber noch Menschen in Maßnahmen, 1 Euro Jobber, Aufstocker und andere, die nicht mehr in der Statistik auftauchen alles in allem kommt man auf ca. über 10 Millionen Menschen, die Unterstützung brauchen, das sieht nicht wirklich nach Konjunktur und Kaufkraftsteigerung aus. Zumal in vielen Branchen bei den Neueinstellung die Löhne deutlich geringer ausfallen, als bei den alten Arbeitsverträgen, der Trend bei Löhnen geht weiterhin nach unten – war vor kurzen auch ein ausführliche Reportage in Deutschland Radio Kultur zum Beispiel Telekom.

        “einen übers statistische Mittel sehr moderaten Preisanstieg”
        einfach mal mit dem statistischen Warenkorb beschäftigen und dann das eigene Einkaufsverhalten überprüfen….
        Ich habe mir selbe die Mühe gemacht und im April 2011 von ca.80 Waren in Discountern und Supermärkten, die man regelmäßig einkauft, den Preis festgehalten, zwei Monate später dann dasselbe nochmal es war schon erstaunlich, da gab es bei den Milchprodukten, trotz angekündigter 4-6 %, Steigerungen von über 30%, der Durchschnitt lag bei 10-12%,
        Ich werde dieses Jahr im April noch einmal genau dieselben Produktreise einholen, mal sehen wo wir dann stehen. Vielleicht kann ich die Ergebnisse hier dann auch in Kurzfassung veröffentlichen.

        “Glaube nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast” ich glaube der war von Churchill. ;-))

        - langlaufende Kredite mit festem Zinssatz
        lies mal die AGB´s der Banken, das kann sich in Zeiten finanzieller Engpässe auch ganz schnell ändern

        -und eine im internationalen Vergleich hohe EK-Quote beim Hauskauf

        Das hilft auch nicht, wenn der Job weg und die Kreditrate aber weiterhin fällig ist.

      • der-oekonomiker - 1. Februar 2012

        Hallo Achim Hase,
        bitte einfach ma ein bisschen in der deutschen Geschichte wühlen. Da gibt es eine Menge Anschauungsmaterial dafür, wie mit Immobilienbesitzer umgegangen wird, wenn zuerst die Banken und später der Staat in Stress geraten. Die heutigen Verträge für Hypothekendarlehen geben den Banken alle Rechte, den Schuldnern alle Pflichten. Noch sind keine Zinserhöhungen in Sicht. Aber das bleibt kein Dauerzustand. Die Banken werden sich dann nicht an Laufzeitvereinbarungen halten. Die Darlehensverträge regeln längst außerplanmässige Kündigungen und beinhalten eine sogenannte “Darlehenssicherungsklausel”. Der gestresste Staat bedient sich u. a. mittels Zwangshypothek und Hauszinssteuer an der Immobilie. Das ist dann nicht mehr lustig. Wer sich unvoreingenommen mit dieser Thematik auseinandersetzen will, der findet hier Informationen: http://der-oekonomiker.blogspot.com/2011/07/standpunkt-ausgabe-23.html. Kann nichts schaden, Bescheid zu wissen.

        • Achim Hase - 1. Februar 2012

          Die Steuereinnahmen sprudeln, die Neuverschuldung sinkt rapide, die Banken sind bis auf wenige Ausnahmen gesund (sprich mal mit Volksbänkern oder Sparkassen, die könne vor Kraft nicht mehr laufen), die Sozialkassen vermelden große Überschüsse und Du machst Dir Sorgen über Enteignungen und Zwangsabgaben auf Immobilien wie nach dem Krieg.

          Etwas abstrus.

          • der-oekonomiker - 1. Februar 2012

            Die sprudelnden Steuereinnahmen sind geschätzt, was – logisch – die Neuverschuldung auf dem Papier sinken läßt, genau die Nachrichten, die zum deutschen Auftreten in Europa passen. Ich rede seit 1980 mit Bankern, offiziell und – noch viel interessanter – inoffiziell. Wer davon spricht, dass Sparkassen und Volksbanken “vor Kraft nicht laufen können” der blendet den Bilanzmüll in deren “Führungsinstituten”, Schattenbanken, usw. einfach aus. Ist natürlich auch ein vertretbarer Ansatz, vor allen Dingen sehr menschlich, den Kopf in den Sand zu stecken. Habe ich vollstes Verständnis. Nur: Wer den Kopf in den Sand steckt, der knirscht irgendwann mit den Zähnen … Ach so, fast hätte ich sie vergessen, die Überschüsse der Sozialkassen: Buchhalterische und statistische Meisterleistungen, mehr nicht. Alleine 2011 sind zwei große Betriebskrankenkassen pleite gegangen. Stimmt, alles “etwas abstrus”.

          • sunwalker - 1. Februar 2012

            Aus welchen Quellen nehmen Sie Ihre Informationen?

          • sunwalker - 1. Februar 2012

            Sorry – die Frage ging an Herrn Hase!!

  • Bubblegum - 1. Februar 2012

    “Gut dass der Bauer nicht nur die dicksten Kartoffeln hat, sondern auch sonst Bescheid weiß.

    Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung, die niedrigsten Zinsen seit Ewigkeiten und einen übers statistische Mittel sehr moderaten Preisanstieg, dazu noch vorwiegend langlaufende Kredite mit festem Zinssatz und eine im internationalen Vergleich hohe EK-Quote beim Hauskauf.

    Die Schlussfolgerung daraus ist, dass wir vor einer Katastrophe und massenhaften Zwangsversteigerungen stehen?
    Das 300TEUR, das nach dem Einzug noch 150TEUR wert ist, sollte vielleicht nicht gebaut werden!”

    Die obigen Sätze provozieren geradezu den folgenden Kalauer:

    Meine Name ist Hase ich weiß nicht Bescheid, das wird auch so bleiben bis in alle Ewigkeit!

    Nun aber zu den Fakten:

    Sitze ich vor 2 Wochen in einem Speiselokal. Am Nebentisch ein älterer Herr mit einem Bekannten/Sohn?
    Aus den Gesprächsfetzen ergibt sich so in etwa folgender Sachverhalt: Der ältere Herr
    wohl im öffentlichen Dienst beschäftigt, möchte in ca. 5 Jahren in den Ruhestand gehen!
    Da die Hypothekenzinsen zur Zeit günstig sind, bemüht er sich für seine Immobilie um eine Anschlussfinazierung in Form eines Forwarddarlehens .. ” Da stecke ich in den
    letzten 10 Jahren inklusive Kaufpreis 450.000,- € in das Haus und die Bank wertet das mit
    215.000,-€ ein! Bin ich in deren Augen ein Idiot? Die tun so als habe ich mit jedem € Investition
    50 cent versenkt,” empört sich der ältere Herr so lautstark, dass das ganze Lokal das hört!”

    “Nein!” so die Antwort seines jüngeren Begleiters, ” so denkt eine Bank. Die gehen vom Zerschlagungs- bzw. Insolvenzwert aus. Und da biste mit etwas weiger als 50% noch gut bedient!”

    Das Herr Hase ist wirtschaftliche Realität in diesem Wirtschaftssystem! Und die unterdrückte
    Wut der Leute ist mit jedem Tag mehr auch in diesem Land zu spüren! Deswegen wäre ich überhaupt nicht überrascht, wenn auch in Deutschland an einem nicht allzufernen Tag Banker und Politiker an Laternenpfählen baumeln. Gebe Gott, dass es nicht dazu kommt!

    Hochachtungsvoll

    Bubblegum

  • Bubblegum - 1. Februar 2012

    Und in Ergänzung dazu:

    http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:krisensignal-suedeuropaeische-banken-knausern-mit-krediten/60162790.html

    “Südeuropäische Banken knausern mit Krediten
    Die Währungsunion driftet auch bei der Darlehensvergabe immer weiter auseinander. Während die Lage in Deutschland entspannt ist, sieht sie in anderen Teilen der Euro-Zone düster aus.
    Jede vierte Bank in der Euro-Zone denkt über eine Verschärfung ihrer Kreditbedingungen nach. Das geht aus der vierteljährlichen Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) unter 124 Instituten hervor. Dabei wurde die Kreditvergabe bereits Ende 2011 mit deutlich härteren Vorgaben verknüpft – besonders für Großunternehmen mit einem langfristigen Finanzierungsbedarf und für private Bauherren. Ähnlich restriktiv waren die Geldhäuser zuletzt im Frühjahr 2009, also wenige Monate nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers.

  • der Bauer vom Hunsrück - 1. Februar 2012

    hallo Herr Hase,
    sind sie von derAgitprop-Abteilung vom Bundesmurksel?
    Soviel Unbedarftheit beim Heranziehen von angeblichen Fakten und Dreistigkeit bei der Argumentation derselben, nötigt mir einen gewissen Respekt ab, mehr nicht!

    Die Mitkommentatoren haben sich bereits über die Qualität ihrer Argumentation ausgelassen, das sollte genügen, Denn geht man davon aus, dass hier niemand niedergemancht werden soll, sind damit außerordentlich viele Hinweise ergangen, ihre Argumentation nochmals zu überprüfen.

    • dank - 1. Februar 2012

      Der Witz daran ist, dass ich genau die Argumente von Herrn Hase immer wieder höre, wenn ich dummerweise meinem Sendungsbewusstsein freien Lauf lasse – egal ob unter Kollegen, Bekannten oder Freunden.
      Oberflächlich betrachtet scheinen die Aussagen gut zu klingen und zu stimmen – ein wenig an den Meinungen gekratzt und schon beantworten sich Fragen nach der echten Arbeitslosigkeit, Inflation, Immo-Wert und Sinn einer Anschaffung dieser, Zinsen (Haben wie Soll) und und und anders und die rosarote Zukunft verblasst.
      Allerdings ist dann meist auch das Gespräch vorbei, weil die heutige Zeit eben nicht negativ belastet werden kann und darf und nur mit netten leichten Worten lassen sich eine Menge Dinge nicht richtig darstellen…

  • Tim Schaefer Wall Street - 3. Februar 2012

    Also im Finanzviertel in New York sind die Preise extrem stabil geblieben. Sie ziehen sogar an. Es entsteht gerade ein neuer Boom. Und was den Rest von Manhattan angeht, gehen auch hier die Preise wieder rauf. Andere Städte wie Washington DC sind ebenfalls stabil.

    Ich denke, es bietet sich für Langfristanleger in den USA eine herrliche Chance für Immobilien in guten Lagen. Hinzu kommt: Der EURO ist ja trotz Dauer-Krise gar nicht mal so schwach gegenüber dem Dollar. Die Bevölkerung wächst ja zum Glück in den USA. Insofern lösst sich das Problem eines Tages ohnehin von selbst.

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