Stagnierende deutsche PKW-Neuzulassungen

von am 2. März 2012 in Allgemein

Laut den heutigen Daten des Kraftfahrzeugbundesamtes lagen im Februar 2012 die Neuzulassungen von Personenkraftwagen (PKWs) in Deutschland nahezu unverändert (-0,05%) zum Vorjahresmonat. Damit ist auch bei den PKW-Neuzulassungen keine Spur von einem deutschen Konsumboom zu erkennen. Mit 224’318 PKWs handelt es sich auch für einen Februar um ausgesprochen schwache PKW-Neuzulassungen! Ein weiterer dicker Malus 62,7% aller Neuzulassungen im Februar 2012 waren gewerbliche Zulassungen.

Die Entwicklung der PKW-Neuzulassungen in Deutschland seit Januar 2001 im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Die Entwicklung der PKW-Neuzulassungen seit Januar 1990 bis Februar 2012 im Chart. Im Februar 2012 sanken die Neuzulassungen um -0,05% zum Vorjahresmonat auf 224,318 neu zugelassene PKWs, nach 210’195 PKWs im Vormonat und damit auf die achtzehnschwächsten Neuzulassungen in einem Monat seit 1990. Der langfristige monatliche Durchschnitt von Januar 1990 bis Dezember 2007 lag bei 287’640 PKW-Neuzulassungen, im Februar 2012 lag man um -22,01% unter dem langfristigen Durchschnitt.

Der Chart zeigt ganz klar über 2 Jahrzehnte Stagnation am deutschen Automarkt und dokumentiert zusammen mit den heutigen Daten  zum realen Umsatz im deutschen Einzelhandel von Destatis, den medialen Fake eines angeblichen deutschen Konsumbooms.

Quelle Daten: Kba.de/Pressemitteilung Nr. 6/2012 – Fahrzeugzulassungen im Februar 2012

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12 KommentareKommentieren

  • Frank - 2. März 2012

    Ich finde, jeder der sich in dem wohl besten Wirtschaftsblog in Deutschland hier informiert, könnte regelmäßig Steffen für seine ausgezeichnete Arbeit mit einer kleinen Spende, oder eine persönliche Anfrage seiner Kontonummer, unterstützen. Ich mache das heute auch wieder gerne mit einem kleinen Betrag.
    Denn was wären wir alle hier ohne Steffen und diesen phantastischen Blog? Die Welt wäre dann wirklich verdammt trübe…*g*

  • georg - 2. März 2012

    Ich denke auch dieser blog ist best of the best, ist natürlich keine automatische abwertung der anderen.
    zum thema.. 62% der zulassungen gewerblich ? also firmenwagen subventioniert durch den steuerzahler ? aus reiner nächstenliebe kaufen die unternehmen bestimmt keine autos. gruss georg

  • der Bauer vom Hunsrück kurz vor Feierabend - 2. März 2012

    Was in der Tageszeitung steht, läßt sich guugeln, was vor Ort passiert kriegt man beim Feierabendbier mit und was sonst noch los ist, dafür braucht´s inzwischen keines mehr von diesen rechtsnationalen ultrakonservativen neoliberalen menschenverachtenden Hetzblättern aus HH oder F oder B oder M. Den Betrag für das Monatabo einer dieser endlos bereits benutzen Klopapierrollen, spare ich mir und helfe lieber Steffen u. a. mit dem geld über die Runden zu kommen. Wenn das jeder so machen würde, gäbe es das ein oder andere Altpapierheftchen schln nicht mehr. Die Macht das Kapitals bekämpft man am besten, indem man ihm sein Schwert nimmt. Das Schwert des Kapitals ist sein Geld. Ohne Abo -> kein Geld -> kein Schmierenblatt -> keine Belästigung -> weniger Dummheit

  • Benedikt - 2. März 2012

    Hinter den Gewerblichen Verkäufen verstecken sich auch Leasingwagen oder Eigenzulassungen. Mit beiden Varianten kann man die Zulassungszahlen eine Zeit nach oben treiben. Allerdings ist das teuer. Ich denke, die PKW Hersteller werden ihre Produktion sehr bald kontroliert herunterfahren. Der Einbruch in Deutschland dürfte sehr bald kommen. Opel und Fiat wollen ja sogar ganze Werke stillegen.

  • Kalmar - 3. März 2012

    was man auch nicht vergessen darf sind viele service und abnahme verträge wo gereglt ist wann welche autos zu kaufen sind im großkunden geschäft oder wenn bestimmte kontigente im etwas im vorraus bestellt wurden

  • Mark - 3. März 2012

    Warum sollten die Neuzulassungen in Deutschland zunehmen? Die Bevölkerungszahl nimmt eher ab als zu, und wer ein Auto hat, der fährt es ersteinmal solange, bis er es irgendwann ersetzt. Ich sehe angesichts der horrenden Spritpreise auch nicht, dass es besonders reizvoll ist, sich einen Zweitwagen anzuschaffen, der ja zudem noch Steuer und Versicherung kostet (und in Großstädten einen Stellplatz). Außerdem sind die Autos auch besser verarbeitet als früher; sie halten also tendenziell länger. Woher soll also das Wachstum kommen?

    • Querschuss - 3. März 2012

      Hallo Mark,
      Intention war nicht das die PKW-Neuzulassungen wachsen sollen oder müssen, sondern das schwache Einzelhandelsumsätze in Kombination mit schwachen Autoverkäufen, die zusammen rund 40% der privaten Konsumausgaben in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung darstellen, niemals für den offiziell propagierten deutschen Konsumboom stehen können, sondern nur für Stagnation.

      Gruß Steffen

      • Michael - 3. März 2012

        1998 hat ein VW Golf – Neuwagen ca. 25000 DM gekostet, 2008 25000 €. Mit anderen Autotypen war es genauso. Ich hatte extra mal nachgesehen. Der Umsatz bei Autos dürfte durchaus beträchtlich gestiegen sein. Der Name des Autotyps mag geblieben sein, aber die Kisten unterschieden sich qualitativ schon. 2008 waren die Rohstoffpreise noch nicht explodiert. Auf der anderen Seite ist auch die Produktivität enorm gestiegen, was die Preise drücken müßte. Der Vergleich mit den Einzelhandelsumsätzen würde hinken. Die ganze Zeit ist verblüffend, dass bei diesen exorbitanten Spritpreisen seit Jahren die Autoverkäufe nicht stärker eingebrochen sind.

  • ö.ä. - 3. März 2012

    Hey man muss sich keine großen Sorgen machen, wenn man dem Handelsblatt glaubt, denn es gibt einen “warmen Geldregen in der Automobilbranche”, weil die Geschäfte so gut liefen:

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/hohe-erfolgsbeteiligungen-zeit-fuer-fruehlingsgefuehle/6280536.html

    ;)

  • Mark - 3. März 2012

    Ach so.

    Ja, der regelmäßig verkündete “Konsumboom” ist natürlich völliger Unsinn. Auch hier die Frage: Wo soll’s denn herkommen? Die Marktforscher haben natürlich tendenziell eher ein Interesse daran, den Markt nicht kaputtzureden. Das ist reiner Zweckoptimismus.

    Grundsätzlich zweifle ich die meisten Meinungsumfragen inzwischen an, da die Erhebungsmethoden zunehmend fragwürdiger werden. Beispiel: Die Teilnehmer für Telefonumfragen werden oft zufällig ausgewählt. Ein Server wählt zufällig irgendeine Nummer und fragt, ob der Angerufene bereit wäre, eine kurze Befragung mitzumachen. Da sehe ich schon zahlreiche Probleme:

    1. Es werden -aus Kostengründen- nur Festnetznummern angerufen. Dadurch verändert sich aber klar das Antwortprofil. Viele junge Menschen haben gar keinen Festnetzanschluß, das ist eher etwas für Ältere. So wird das Antwortprofil eher ins Konservative gezogen.

    2. Die Anrufe finden natürlich tagsüber statt. Kein Wunder: Wenn mich irgendwann mal ein Server des nachts anrufen sollte, dann gibt’s aber richtig Zoff! Nun sind aber tagsüber wieder eher konservative Leute am (Festnetz-) Telefon mit genug Zeit und Lust, auch an einer Umfrage teilzunehmen.

    3. Die Fragestellung und die vorgegebenen Antwortmöglichkeiten beeinflussen natürlich die Antworten. Hier gibt es wohl nur bei Standardfragen (z.B. Sonntagsfrage) keinen Bias. Alle anderen Themen mit individuellen Themen werden immer durch den Ersteller des Fragenkataloges beeinflusst.

    Die Umfragen sind aber wichtig, weil sie zu zitierfähigen, halbamtlichen Nachrichten werden, bei denen dann kaum mehr nach den Fragestellungen oder der Erhebungsmethode gefragt wird. Ist ganz beliebt beim Staatsfernsehen, wenn man eine bestimmte Meinung pushen möchte.

    Schlimm ist, dass eben die “unabhängigen” Medien dies wissentlich mitmachen und sich immer wieder vor den Karren spannen lassen.

  • M.E. - 3. März 2012

    Liebe Mitdiskutanten,
    verlasst Euch drauf: dies ist immer noch ein Konsumboom per excellenze, wenngleich zugegebenermaßen immer mehr Menschen davon ausgenommen sind, die gerade so einigermaßen mit dem Geld über die Runden kommen und nach Abdeckung ihrer Basisbedürfnisse in heutiger Definition. Mitunter nicht mal ganz das – siehe die immer zahlreicheren Tafeln und die steigende Obdachlosenzahl.
    Aber: für jede Generation, die vor 1970 gelebt hat und jede Generation, die nach 2020…2030 leben wird, ist dies nicht nur ein Konsumboom, sondern geradezu ein Konsumexzess, der sich in diesen goldenen 50 bis 60 Jahren abspielt. Den sie auch gerne gehabt hätten, aber der ihnen verwehrt war/sein wird.

    Tut mir leid, wenn ich hier immer mal auf so Grundsätzliches hinweisen muss, über die Tagesaktualität hinaus. Aber diese Tatsache sollte man sich ruhig immer wieder vor Augen führen, zumal ja die allermeisten zu ihren Lebzeiten noch das Ende des goldenen Konsumismuszeitalters erleben werden.

    Ich bitte von einer Steinigung abzusehen.

  • Paperback - 11. März 2012

    Stichwort: Geschäftswagen :
    Musste mir mal schnell ein neues Auto zulegen. Privatkauf.
    Der Händler hat mir aber nach intensiven Verhandlungen
    einen Geschäftswagenkauf mit dementsprechenden Preis-
    nachlass ermöglicht. Also:
    Geschäftswagen können durchaus PrivatPKW sein.
    Warum das so ist, wäre interessant zu klären.
    Stagniert der Geschäftswagenabsatz ebenso wie der
    PrivatPKWabsatz ? Hat der Hersteller sich zu sehr auf
    die Abnahme seiner Produkte verlassen und auf Halde
    produziert ? Ist tatsächlich der Geschäftswagenabsatz
    eingebrochen, und wenn ja wieso ? Wurde auf Halde
    produziert um Einfluß auf den Börsenwert des Unternehmens
    auszuüben ?