U.S. Recovery – eine große Lüge?

von am 12. Februar 2012 in Allgemein

Gastbeitrag von Hajo

Der Verbrauch von Rohöl und Benzin kann wohl als ein zentrales Indiz für die Verfassung einer Volkswirtschaft dienen. In einem Post vom 10.02.2012 zeigt einer der renommiertesten US-Wirtschaftsblogger, Mike Shedlock (“MISH”), einen 3-Month Rolling Average Chart zum Verbrauch von “Petroleum” (= Rohöl) und “Gasoline” (= Benzin).  Quelle: Globaleconomicanalysis.blogspot.com/petroleum-3-month-rolling-average-turns

 
Dieser Chart reflektiert “rollierende” Drei-Monate-Durchschnitte für die Monate November bis Januar seit November 1991/Januar 1992. Der letzte Zeitabschnitt ist der zwischen November 2011 und Januar 2012. Ein Folgechart würde die Monate Dezember bis Februar erfassen, dann Januar bis März, usw. Die Monate Dezember und Januar zählen generell zu denen mit dem größten Heizölverbrauch. In den Monaten Juli/August (Urlaubszeit) und in den Monaten November/Dezember (Weihnachtseinkäufe) wird im Vergleich zu anderen Zwei-Monate-Zeiträumen überdurchschnittlich viel Benzin verbraucht.
 
Mish: “Rather, the huge dropoff in gasoline and petroleum usage in the US, coupled with falling shipping rates, a drop in Japanese Exports Three Consecutive Months, and a European Recession poised to get much worse, makes a strong case that a collapse in global trade is underway.”
 
frei übersetzt: Meines Erachtens stellt der enorme Rückgang beim Verbrauch von Benzin und Rohöl in den USA im Kontext mit sinkenden Frachtraten (im Überseetransport), einem Rückgang der japanischen Exporte drei Monate in Folge und einer Rezession in Europa mit der Tendenz, sich auszuweiten, ein starkes Indiz für einen beginnenden Einbruch des Welthandels dar.
 
Wie “zutiefst krank” die USA sind, zeigt sich u.a. in folgendem Chart der Außenhandelsbilanz:
 
Worauf die sprunghafte Reduzierung des Außenhandelsdefizits zwischen Mitte 2008 und Anfang 2009 basierte, ist mir bis heute noch unerklärlich. Der einzige Positivsaldo der Amis besteht, mit leichter Aufwärtstendenz, noch in (Finanz-)Dienstleistungen. Quelle Chart: Markt-daten.de/Research/Indikatoren/Handelsbilanz
 
Gastbeitrag von Hajo
 

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13 KommentareKommentieren

  • Roland - 12. Februar 2012 Antworten

    Hallo Hajo,

    interessante Graphiken, danke.

    Im Sommer 2008 wurde die Entwicklung der Finanzkrise in den USA immer dramatischer, bis schließlich im September 2008 der Große Knall mit der Pleite von Lehmann Brothers kam.
    Banken und Real-Wirtschaft verfielen für einige Zeit in Schock-Starre, die Importe brachen ein.

    War gut fürs Defizit der Handelsbilanz – vorübergehend.

  • mitwisser - 12. Februar 2012 Antworten

    Den Sprung im Defizit zu ergründen, hielte ich auch für interessant.

    Ansonsten gilt: Sind die Strassen und die Wirtschaften voll, brummt die Wirtschaft…..oder eben andersrum….und wenn die Amis mal weniger fahren, dann wirft das schon Fragen auf.

  • Holly01 - 12. Februar 2012 Antworten

    Der Chart über die Handelsbilanz zeigt ganz klar, wie dumm die Annahme ist Geld seit teilbar. Der Sprung 2007 – 2009 zeigt, wo das Geld bleibt.
    Die Amis legen ihr virtuelles Geld im Ausland am, um ihren Einfluß zu mehren.
    Die Vorherrschaft wird gedruckt, so lange die Dollar auf dem Rest der Welt als Zahlungsmittel akzeptiert werden.

  • MagnaBavaria - 13. Februar 2012 Antworten

    Zum Weltspiegel:

    Auch ein Krieg mit Iran scheint im Hinblick auf den fortschreitenden Wahlkampf immer wahrscheinlicher. In der heißen letzten Phase kann Obam fast nicht mehr “NO”zu einem Krieg sagen, da er sonst als “Weichei” bei den Wählern da stehen würde und ihn das aller Wahrscheinlichkeit seine zweite Amtsperiode kosten würde.

    Jeder kann sich ausmalen, was diese für den Rohölpreis bedeuten würde. Hierdurch würde auch das restliche zarte Wirtschaftswachstum abgewürgt werden.

  • Vandermonde - 13. Februar 2012 Antworten

    Mit Ende 2007 hat die FED begonnen die Zinsen zu senken.

    Libor Zinsätze
    http://www.global-rates.com/images/charts/gr-libor-chart-10-16.jpg

    Da sich der Effekt 6 – 12 Monate verzögern kann, könnte das hinkommen…

  • Duke van Hudde - 13. Februar 2012 Antworten

    Die Reduzierung des Güterhandelsdefizit 2008 wird zu einen nicht kleinen Teil durch eine Reduzierung der Lagerbestände der US Wirtschafft gekommen sein.Wen ich aber Lagerbestände verkaufe ohne sie wieder vollständig aufzufüllen brauche ich für eine kurze Zeit keine Waren einkaufen.In der Zeit wollte ja jeder Geld haben und auf keinen Fall Güter da die Finanzierung durch die Banken alles andere als unsicher war.

    Sonst bleibt eigentlich nichts zu sagne wie immer.China macht das gleiche mit dne USA wie wir mit Griechenland.China und Deutschland haben ihre Währung an eine Weichwährung gekoppelt die viel zu niedrig bewertet ist im Vergleich zu ihrer Leistungsfähigkeit.

    Durch diese Koppolung bekommt nur noch die “Elite” der Gewinn aus Produktivitätsfortschritt und Lohnzurückhaltung und nicht wie früher ein Teil der Arbeiter durch die steigende Währung.
    Deshalb ist die “Elite” auch so scharf auf dne Euro gewesen das das ganze in ein Desaster laufen musste wollten sie nicth sehen oder ihnen wr klar das man die Kosten dann auch locker auf die normalen überwälzen kann.

  • georg - 13. Februar 2012 Antworten

    Also VERBRAUCH RUNTER, PREISE HOCH …….alles nur SPEKULATION ? ANGEBOT und NACHFRAGE AUSSER KRAFT ?
    http://www.zerohedge.com/news/average-gasoline-price-jumps-highest-5-months
    gruss georg

  • Georg Trappe - 13. Februar 2012 Antworten

    Man sollte die Amerikaner bei einer Sache nicht unterschaetzen. Sie sind weltmeisterlich als Blender. Beeindruckende Fassaden bauen, das koennen sie. Wie man perfekte Selbstdarstellung mit Power Points ohne Ende betreibt, ziehen die sich anscheinend mit der Muttermilch rein. “Perception creates reality” ist so tief und umfassend verinnerlicht, dass man es sich kaum vorstellen kann. Von daher, vielen Dank fuer die Hinweise darauf, was hinter dieser Fassade los ist.

  • bronko - 13. Februar 2012 Antworten

    Möglich, dass auch die 08/09 angesetzte “Buy American” Kampagne einen Teil zum Rückgang des Handelsdefizits beigetragen hat. Aufgrund der Sorge vor einem Handelskrieg wurde wieder zurückgerudert.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,605430,00.html

    • mitwisser - 13. Februar 2012 Antworten

      Bei vielen Produkten ist aber ein “buy american” gar nicht mehr möglich, da vollständig im Ausland produziert wird und die lokale Produktion samt Know-how eingestampft wurde. Erhebliche Teile der Bevölkerung könnten sich diese teureren Produkte auch gar nicht mehr leisten. Die sind auf die (noch) billige Importware angewiesen.

  • bronko - 13. Februar 2012 Antworten

    Was wollen Sie mir in Bezug zu dem Chart sagen, dass das rückläufige Handelsbilanzdefizit ausschließlich aufgrund einer wirtschaftlichen Schockstarre zustande gekommen ist?
    Das müsste sich dann aber auch bei den Dienstleistungen entsprechend wiederspiegeln.
    Das die industrielle Basis der USA relativ schwach ist, ist ja bekannt.

    • derdestiller - 14. Februar 2012 Antworten

      Der Einbruch bei den Handelsbilanzen betraf ja nicht nur Amerika sondern war ein weltweites Phänömen. Meine Erklärung dafür: Durch Austrocknen der Interbankenmärkte, und resultierende Liquiditätssicherung der Banken sowie gepaart mit der weltweiten Unsicherheit ist vor allem das auftragsorientiert verarbeitende Gewerbe eingebrochen. Produkte werden erst bei Abnahme bezahlt, für die Fertigung hingegen waren ua. Kredite oder liquite Mittel notwendig. Diese waren jedoch knapp oder nicht verfügbar. Hinzu kommt bei internationalem Handel die erhöhte Unsicherheit der Gegenseite.

  • georg - 14. Februar 2012 Antworten

    irgenwie passen die daten nicht zusammen
    http://www.zerohedge.com/news/january-gas-prices-all-time-highs
    ich denke wir haben mittlerweile eine gefährliche desinformationindustrie.. incl der öffenlich rechtlichen und der qualitätsprintmedien
    gut das es diesen blog gibt und einige andere darunter auch us amerikanische.

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