US-Verbrauchervertrauen mit größtem Sprung seit 8 Jahren

von am 29. November 2011 in Allgemein

Heute überraschten positiv die veröffentlichten Daten zum US-Consumer Confidence Index durch das Conference Board für den November 2011. Das US-Verbrauchervertrauen explodierte regelrecht und dies am stärksten seit April 2003. Der Consumer Confidence Index stieg um +15,1 Indexpunkte auf 56,0 Indexpunkte, nach aufwärts revidierten 40,9 Punkten im Vormonat. In der medianen Schätzung der von Bloomberg befragten 70 Volkswirte wurde nur ein Verbrauchervertrauen von 44,0 Indexpunkten erwartet. Dabei lag die Spanne der Schätzungen bei 37,0 bis 49,6 Indexpunkten.

Die Entwicklung des Verbrauchervertrauens des Conference Boards seit Januar 1978 bis November 2011 im Chart. Im November 2011 ging es auf 56,0 Indexpunkte aufwärts.

Der Subindex, welcher die aktuelle Situation beschreibt stieg im November 2011 auf 38,3 Punkte, nach 27,1 Punkten im Vormonat:

Die Entwicklung der Present Situation beim Consumer Confidence seit Januar 1998 bis November 2011 im Chart.

Für die aktuelle Situation wird nach den Business Conditions (konjunkturellen Bedingungen in der Gegend des Konsumenten) gefragt, ob sie gut bzw. schlecht sind und nach den verfügbaren Arbeitsplätzen, ob sie reichlich vorhanden sind, nicht so reichlich oder schwer zu bekommen sind. Besser fiel auch die Meinung zum aktuellen Arbeitsmarkt aus, 5,8% der Befragten meinten, dass es ausreichend Arbeitsplätze gibt, nach nur 3,6% im Vormonat. Auch die Zahl der Befragten die meinten, dass aktuell Arbeitsplätze schwer zu bekommen sind sank im November auf 42,1%, nach noch 46,9% im Vormonat.

Die Entwicklung der Expectations beim Consumer Confidence seit Januar 1998 bis November 2011 im Chart. Im November 2011 stieg der Subindex der Erwartungen kräftig auf 67,8 Indexpunkte, nach 50,0 Indexpunkten im Vormonat.

Das Verbrauchervertrauen des Conference Boards zeigt das Vertrauen der privaten Haushalte in die Wirtschaft an und beruht auf landesweit 5’000 versendeten Fragebögen von denen ca. 3’500 beantwortete werden. Die Expectations (Erwartungen) sind im Consumer Confidence Index mit 60% gewichtet und die Present Situation (aktuelle Situation) mit 40%.

Woraus sich dieser anwachsende Optimismus auch immer speist, sicher nicht vom US-Immobilienmarkt, der gestern mit weiter schwachen Neubauverkäufen und heute mit weiter sinkenden Preisen (The S&P/Case-Shiller Home Price Indices) “glänzte”, für eine Ökonomie mit einem Anteil der privaten Konsumausgaben von knapp über 70% am BIP, ist sicher nicht ganz irrelevant, wenn die Verbraucher wieder positiver, vor allem für die Zukunft, gestimmt sind.

Quelle Daten: Conference-board.org/The Conference Board Consumer Confidence Index November 2011
 
Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Print article

10 KommentareKommentieren

  • Lazarus09 - 29. November 2011

    Vielleicht wurden die hier befragt,den hier hat man fürstliche Renditen eingefahren ;-)

    Aus der Sicht des Normalbürgers nicht nachvollziehbar, die Lage im Land ist schlecht, ich weiß es aus erster Quelle da Verwandte und viele Freunde in verschieden Bundesstaaten, alle Gewerbetreibend größtenteils im Handwerk,was ja bekanntermaßen “goldenen Boden” haben soll … dramatisch !! Auftragsrückgänge…Zahlungsausfälle von Seiten der Kunden ..Übel Übel …

    Was immer da gemessen wird … es hat wie der Sinn/los Ifo Kaffesatzlese-Qualität ..

    666

  • M.E. - 29. November 2011

    Ach, ich sehe gerade, dass es ja einen neuen Querschuss zum Thema gibt. Deshalb hierherkopiert:

    Das US-Verbrauchervertrauen explodiert!

    Die Hütten werden immer weniger wert, die bei US-Bürgern breit verstreut im Besitz befindlichen Aktien sind seit Jahresmitte im Kurs eingebrochen, die Arbeitslosigkeit und die Privatverschuldung verharren auf hohem Niveau, das Benzin ist für US-Verhältnisse sauteuer, für viele Arbeitslose sind die Sozialleistungen ausgelaufen…
    Und trotzdem explodiert das Verbrauchervertrauen.

    Klar, ist ja Gottes eigenes Land. Da geht schon mal was, was anderswo nicht geht.

  • peterb - 29. November 2011

    “Da geht schon mal was, was anderswo nicht geht.”

    Und was geht da?
    Markus Gäertner hat es in seinem Blog beschrieben:
    http://blog.markusgaertner.com/2011/11/27/usa-wie-die-konjunktur-zurecht-geschummelt-wird/

    Zitate:
    “Erstens: Die Inflation in den USA lag zuletzt bei 3,5%. – Preisbereinigt fällt also schonmal die Hälfte dieses “Zuwachses” weg.

    Zweitens, die Öffnungszeiten. Die meisten Läden öffneten im Vorjahr um 4 oder 6 Uhr morgens am Freitag. Diesmal haben viele schon um Mitternacht oder gar – wie Wal-Mart – um 22 Uhr am Vorabend aufgemacht. Vor allem die großen Ketten haben da weitgehend mitgezogen. Das sind grob gerechnet 20-25% mehr Öffnungszeit.

    Da bei weitem nicht alle Läden im Land so früh aufgemacht haben, sind wir vorsichtig und rechnen für die Branche einen Gesamteffekt beim Umsatz von der längeren Öffnungszeit von weiteren 3%. Es waren eher mehr, aber wir wollen konservativ rechnen.

    Drittens: Es wurden zwar die Käufe von 25.000 Einzelhändlern in den USA ausgewertet, was sich sehr beeindruckend anhört und suggerieren soll, dass hier eine sehr breit angelegte Analyse vorgenommen wurde. Doch das sind alles Kaufhäuser, Supermärkte und Shoppingmalls, die vor einem Jahr auch schon da waren.

    Die vielen Tausend, die inzwischen dichtgemacht haben – und damit den 25.000 überlebenden Läden Zusatzgeschäft bescherten, das in Wirklichkeit keines ist – die sind in dieser Zahl nicht enthalten.

    Unter dem Strich bleibt da bei mir im Vorjahresvergleich ein Minus, ich kann es drehen und wenden, wie ich will.”

    Noch klarer dazu die dortigen Kommentare von Thomas Schiller, der als Händler einen Store in einer Mall in St. Antonio betreibt – und da geht es noch gut.

    Noch deutlicher Thomas’ umfangreiches Statement in:
    http://blog.markusgaertner.com/2011/11/25/die-mutter-aller-shopping-schlachten/

    Er hatte seinen Laden schon um 0 Uhr geöffnet, Ergebnis:
    “Im Vergleich zu 2006/2007 liegen wir dennoch 34% unter den Umsätzen von damals. … Am Ende hatten wir ein Ergebnis, welches niedriger war als der Februar 2011, dem Monat, wo die Amis ihre Steuerrückzahlung erhalten.”

  • MCD - 29. November 2011

    …und, American Airlines bestellt 500 Airbusse *smile* und meldet sich heute zum ‘creative accounting course’ (chapter 11) an!:-/
    Wie jetzt?

  • Boris - 29. November 2011

    Bedenklich, dass nirgends die Gründe für diesen grossen Sprung des
    US-Verbrauchervertrauens zu finden sind? Die Medien übernehmen die Notiz einfach – ohne die Zahlen zu hinterfragen?

  • Lazarus09 - 29. November 2011

    AA share and debt holders will pay the price…?

    Chapter 11 schützt Unternehmen sehr weitgehend vor ihren Gläubigern und erlaube es, die Kosten vor allem für die Mitarbeiter zu senken, the employees will pay the price. !!

    AMR orderte bei Airbus 260 Maschinen vom Typ A320 .Nach Listenpreisen wäre die Bestellung 40 Milliarden Dollar … da werden welche nun einen trockenen Husten bekommen..

  • wolfswurt - 30. November 2011

    Wenn ein Imperium zerfällt findet dieser Zerfall in allen gesellschaftlichen/ökonomischen Bereichen statt.

    Ein Aufstieg im Bildungsbereich bei gleichzeitigem Zerfall der Staatsfinanzen ist unmöglich.

    Aufstieg einer Kultur in ALLEN Bereichen.
    Abstieg einer Kultur in ALLEN Bereichen.

    Statistiken zum Anheben der Motivation sind hier wieder einmal Beweis genug.

  • fmh - 30. November 2011

    42+ millionen essensmarkenempfänger sprechen eine klarere sprache.

  • philipp johannes - 30. November 2011

    http://www.usdebtclock.org

    25 millionen arbeitslos.
    47 millionen essenmarktempfänger
    2,47 billionen usd konsementen debits

    gärtners blog wurde bereits angesprochen.
    die zahlen dort zur konjunktur sind sicher korrekt.

    fazit: wer traut einer statistik die von einer propagandalobby stammt.

    im us einzelhandel herrscht krieg.

  • M.E. - 30. November 2011

    Was keine US-Deptclock ausweist:
    100000 Tote pro Jahr durch multiresistente Keime in den USA, Tendenz weiter steigend. Damit sind die USA nicht nur nominal sondern auch in Relation zur Bevölkerung Spitzenreiter weltweit.

    Auch in solchen Zahlen dokumentiert sich der Niedergang.

    Hauptsache die Fassaden am Time Square, am Rodeo Drive und in Las Vegas glitzern schön.