Vermögensentwicklung in der Krise – Teil 1: Vermögensbilanz des Euro-Krisenmanagements

von am 7. Januar 2014 in Allgemein

2007 war das Jahr der US-Hypothekenkrise. 2008 war das Jahr des Börsencrashs infolge der Lehman-Pleite und der Finanzmarktkrise. 2009 war das Jahr der Weltwirtschaftskrise. 2010 das Jahr, in dem mit der Finanznot Griechenlands die europäische Schuldenkrise begann, die später oft auch als Euro-Krise bezeichnet wurde. Sie endete in der Rückschau im Juli 2012 mit der Ankündigung von EZB-Präsident Mario Draghi, alles zu tun, um den Euro zu erhalten.

Genau genommen ist sie ganz sicher nicht beendet und dasselbe gilt auch für die Finanzmarktkrise. Denn die ursächlichen Probleme wurden nicht gelöst, sondern mit viel Geld lediglich einstweilen entschärft. Die Sorge, sie könnten wieder virulent werden und uns zurück in den akuten Krisenmodus werfen, hat zuletzt abgenommen. Grund zur Beunruhigung gibt es allerdings mehr als genug, nicht zuletzt erneut wegen der Immobilienmärkte (z.B. in China und Großbritannien), der Gefahr einer Kreditklemme auf Chinas Finanzmarkt, der Schuldenkrise in Japan und den USA, der mit dem Zurückfahren der Anleihenkäufe der US-Notenbank verbundenen Gefahren für die Schwellenländer (Kapitalabfluss, unter Druck stehende Währungen) und der nach wie vor bestehenden Finanz- und Wirtschaftsprobleme in den europäischen Krisenstaaten.

Außer Frage steht, so viel lässt sich schon vorab sagen, dass all dies dem Wachstum des weltweiten Privatvermögens – beim gegenwärtigen Stand der Dinge – keinen Abbruch getan hat.

Vermögensentwicklung in der Krise: Fortsetzung einer früheren Aufsatzreihe

Zwar gibt es, was ein Manko ist, nach wie vor keine verlässlichen Daten zum globalen Privatvermögen. Jedoch existieren diverse mehr oder weniger zuverlässige Schätzungen desselben, so dass man immerhin näherungsweise bestimmen kann, wie sich das globale Privatvermögen und dessen Verteilung im Zuge der Krise verändert haben.

Seit 2010 gibt beispielsweise die Credit Suisse jedes Jahr ihr „Global Wealth Databook“ heraus, in dem auf der Grundlage verschiedener Datenquellen und mithilfe mathematisch-statistischer Methoden die Entwicklung und Verteilung des globalen Privatvermögens berechnet wird. Dabei setzt sich das individuelle Privatvermögen in diesen Analysen aus dem finanziellen Vermögen, dem nicht-finanziellen Vermögen (insbesondere Immobilen und Land) zusammen und den privaten Schulden.

Schon einmal, nämlich im zweiten Halbjahr 2012, habe ich auf der Basis des Global Wealth Databook (von 2011) und anderen Quellen das Thema Vermögenskonzentration in den Fokus einer sechsteiligen Aufsatzreihe unter dem Titel „Einkommens- und Vermögenskonzentration“ gestellt (siehe dazu: (1)). Die mit diesem Aufsatz beginnende neue Aufsatzreihe knüpft daran an, setzt aber einen anderen Schwerpunkt, nämlich wie sich das Privatvermögen und seine Verteilung im Zuge der nacheinander aufkommenden Krisen entwickelt hat und zu welchen Verschiebungen es infolgedessen zwischen und innerhalb von Ländern und Wirtschaftsregionen gekommen ist. Die Einkommensentwicklung wird hingegen nicht betrachtet.

Vermögensanstieg trotz Krise

Die Dauerkrise ab 2007 oder genauer gesagt die Abfolge von Krisen ist definitiv nicht spurlos an den Privatvermögen vorübergegangen und ganz gewiss nicht an der Vermögensverteilung. Auf aggregierter Ebene betrachtet war sie jedoch aus heutiger Perspektive eher eine Art Schluckauf, so zynisch dies angesichts der sich ausbreitenden Armut in Europa und speziell in jenen Ländern, die eine strikte Austeritätspolitik verfolgen, auch klingen mag.

Denn gemäß der neuesten Ausgabe des Credit Suisse „Global Wealth Databook“ von Oktober 2013 erreichte das globale Privatvermögen zur Mitte des abgelaufenen Jahres einen neuen Allzeit-Rekordwert:

240.900 Milliarden Dollar. (2)

Das ist mehr als der Höchstwert von 214.500 Milliarden Dollar aus dem – gemessen an der Vermögensentwicklung – letzten Vorkrisenjahr 2007. Nach den neuesten, korrigierten Schätzungen der Credit Suisse toppte das globale Privatvermögen diesen alten Vorkrisen-Höchstwert allerdings bereits schon wieder im Jahr 2010, wie aus Abbildung 1 zu ersehen ist.

Seit 2000, dem Jahr, in dem die „New Economy“-Blase an den Börsen platzte, hat sich das globale Privatvermögen sogar mehr als verdoppelt.

Von den Problemen, das globale Privatvermögen zu bestimmen

In der Abbildung 1 wurden die Schätzungen und korrigierten Schätzungen des globalen Privatvermögens für die Jahre 2000-2013 aus den bisher erstellten vier Jahresberichten (2010-2013) der Forschungsgruppe der Credit Suisse nebeneinander gestellt.

SLE_A01_CS-Schätzungen 2010-2013 des glob Privatvermögens 2000-2013

Es ist gut zu erkennen, wie stark die Schätzungen in den Krisenjahren ab 2008 voneinander abweichen. So wurde der Einbruch beim globalen Privatvermögen in 2008 überschätzt und die anschließende Erholung bis einschließlich 2010 im Global Wealth Databook von 2010 eindeutig unterschätzt. In den nachfolgenden Ausgaben wurden die Zahlen jedoch Jahr für Jahr nach oben korrigiert, wobei die Korrekturen in den letzten beiden Berichten nur noch relativ gering ausfielen.

Die Abweichungen in den Schätzungen für 2010 und 2013 sind auf dieser aggregierten Ebene betrachtet jedoch durchaus keine Lappalie. Für die drei Krisenjahre ergeben sich zwischen den drei Berichten Differenzen von 2.500 Milliarden Dollar (2008) bis 20.600 Milliarden Dollar (2010) bzw. Abweichungen von 3 bis knapp 9,5 Prozent.

Umgekehrt ist der Vermögensanstieg im Jahr 2011 zunächst überschätzt worden. Der Wert wurde im aktuellen Global Wealth Databook, wie aus den in der Abbildung über den Säulen angegebenen Vermögensdaten zu ersehen ist, deutlich nach unten korrigiert.

Generell ist allerdings davon auszugehen, dass die letzten Schätzungen auch die jeweils besten sind, weil die genutzten Datenquellen immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden. Gleichwohl erinnert die Abbildung 1 in jedem Fall daran, dass es sich bei all diesen Daten und Berechnungen letztlich eben immer nur um Schätzungen handelt, die mehr oder weniger ungenau sind. Umfassende und verlässliche Daten zum globalen Privatvermögen gibt es wie gesagt leider nicht. Das hat beispielsweise mit unterschiedlichen Definitionen und Erfassungsstandards zu tun, aber auch mit Erfassungslücken. So fließt etwa das Vermögen von Superreichen schon aus Schutzgründen oft gar nicht in behördliche Statistiken ein.

Darüber hinaus gibt es auch wieder lediglich Schätzungen dazu, wie viel Privatvermögen weltweit überhaupt nicht erfasst wird, weil es in „Steueroasen“ versteckt wird oder genauer gesagt in exterritorialen Strukturen, sogenannten „tax havens“. Es wird in diesem Zusammenhang vom „Offshore“-Vermögen gesprochen und es gibt eine regelrechte „Offshore“-Industrie – zu der selbstverständlich auch Großbanken gehören –, die dies möglich macht und daran verdient, auch wenn sich die Regierungen zunehmend den Kampf gegen die Steuerflucht auf die Fahnen geschrieben haben.

Eine Studie für das Tax Justice Network vom Sommer 2012 schätzte beispielsweise das nicht erfasste Privatvermögen für eine näher untersuchte Gruppe von 139 Staaten für das Jahr 2010 auf 7.300 bis 9.300 Milliarden Dollar und das weltweit insgesamt versteckte Vermögen für dasselbe Jahr auf wenigstens 21.000 bis 32.000 Milliarden Dollar. (3) Die Studie wurde, wer sich dafür interessiert, in Teil 2 meiner Aufsatzreihe zur Vermögens- und Einkommenskonzentration von 2012 („Der sichtbare und der unsichtbare Teil der Vermögensschere(4)) ausgewertet.

All dies sollte im Hinterkopf behalten, wer den Ausführungen in den nachfolgenden Aufsätzen zu diesem Thema folgt.

Vermögensentwicklung in der EU in der Euro-Krise

Die Euro-Krise hat seit Anfang 2010 bis Ende 2012 die Schlagzeilen der europäischen Presse beherrscht. Angesichts der ergriffenen Stützungsmaßnahmen für die finanziell angeschlagenen Mitgliedstaaten und einer sich trotzdem immer weiter verschärfenden Finanzierungssituation für diese Länder an den Kapitalmärkten, wurde immer wieder unter anderem der Vorwurf erhoben, die großen Ratingagenturen forcierten künstlich die Schuldenkrise und an den Finanzmärkten würde gegen den Euro spekuliert.

Es ist nie zweifelsfrei geklärt worden, ob es so war. Tatsache ist jedoch, dass es nach der Ankündigung des EZB-Präsidenten Mario Draghi im Sommer 2012, den Euro koste es was es wolle zu erhalten, eine merkliche Entspannung der europäischen Schulden- bzw. der Euro-Krise gegeben hat.

Rückgang des Privatvermögens in der Euro-Krise

Schaut man sich nun Abbildung 2 zur Entwicklung des Privatvermögens in der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU 28) zwischen 2009 – also dem Jahr vor der Euro-Krise – und 2013 – dem Jahr „nach“ der akuten Euro-Krise – an, so fällt auf, dass es insbesondere mit den Privatvermögen in den großen Euro-Ländern Deutschland, Italien und Spanien, aber auch in Belgien von 2010 bis 2012 kontinuierlich bergab ging.

Das kommt auch in der Veränderung der Gesamtsumme der Privatvermögen für die EU 28 zum Ausdruck. Sie lag 2009 bei 69.000 Milliarden Dollar, sank in 2010 auf 67.500, 2011 auf 66.000 und in 2012 schließlich auf 64.900 Milliarden Dollar. Das heißt, das gesamte Privatvermögen in der EU reduzierte sich im Zuge der Euro-Krise um knapp 6 Prozent.

Frankreich ist eine interessante Ausnahme unter den großen Euro-Ländern, weil das Privatvermögen dort in der Summe von 2009 bis 2011 kontinuierlich anstieg und es nur in 2012 schrumpfte. Für viele Euro-Länder war das Jahr 2012 im Hinblick auf die Entwicklung der Privatvermögen der absolute Tiefpunkt in der Euro-Krise.

Im Jahr 2013 haben sich dann die Privatvermögen in den genannten Ländern sowie in Österreich wieder deutlich erhöht. Das gilt, was bemerkenswert ist, auch für das Privatvermögen in den von der Austeritätspolitik gebeutelten Krisenländern Spanien und Portugal, aber nicht für das in Griechenland und Irland, das in der Summe zwischen 2010 und 2013 jeweils unverändert blieb. Signifikant aufwärts ging es mit dem Privatvermögen in 2013 auch für Großbritannien, Schweden, Dänemark und Polen, die keine Euro-Länder sind.

 SLE_A02_EU28 nach Privatvermögen 2009-2013

Ergänzend ist in diesem Zusammenhang anzumerken, dass die Werte im Global Wealth Databook der Credit Suisse für die Jahre 2000-2011 jeweils den Stand zum Ende des Jahres wiedergeben, während sie für die Jahre 2012 und 2013 jeweils den Stand zur Mitte des Jahres repräsentieren.

Es gibt viele Faktoren, die die Vermögensentwicklung beeinflussen. Insofern wäre es sicher falsch, den Wendepunkt in der Entwicklung der Privatvermögen in der EU allein am Versprechen des EZB-Präsidenten festzumachen zu wollen. Sollte seine Ankündigung von Juli 2012 jedoch einen Einfluss gehabt haben, dann würde sich dies nicht in den Vermögensdaten der Credit Suisse für das Jahr 2012 niederschlagen, sondern nur in denen für das Jahr 2013. Man ist wegen der signifikanten Veränderung von 2012 auf 2013 durchaus versucht, einen solchen Zusammenhang zu sehen. Er lässt sich jedoch nicht ohne weiteres herstellen.

Ungleiche Vermögensverteilung in der Europäischen Union

Beim zweiten Blick auf die Abbildung 2 fällt noch etwas besonders auf, nämlich wie ungleich das Privatvermögen in der Europäischen Union verteilt ist. Es konzentriert sich auf die vier wirtschaftsstärksten Länder der Union, mit Frankreich – nicht Deutschland – an der Spitze. Mit sehr großem Abstand folgt Spanien an fünfter Stelle und mit wiederum großem Abstand folgen die Niederlande, die die Nummer 6 des Länder-Rankings nach Privatvermögen sind.

Gemessen am gesamten Privatvermögen in der EU in 2013 (69.800 Milliarden Dollar) vereinen die vier wirtschaftsstärksten Länder 72,6 Prozent davon auf sich. Nimmt man Spanien hinzu, befinden sich knapp 80 Prozent des Privatvermögens in der EU in nur fünf Ländern.

Es fällt ferner auf, dass die Länder mit dem geringsten Privatvermögen auch wirtschaftlich schwach und/oder klein sind und – mit Ausnahme von Luxemburg – in der Peripherie der Europäischen Union liegen sowie im Osten und Südosten.

Deutlich negativere Entwicklung bei Anteilen am globalen Vermögen

Viel deutlicher als bei den absoluten Zahlen stellen sich die Verluste der EU 28 bei den Anteilen am globalen Privatvermögen während der Euro-Krise dar. Das verdeutlicht Abbildung 3.

 SLE_A03_EU28-Anteile globales Privatvermögen 2009-2013

Zunächst fällt bei der Betrachtung dieser Abbildung auf, dass im Zuge der Euro-Krise im Unterschied zu der Entwicklung beim Privatvermögen in absoluten Zahlen (Abbildung 2) alle Mitgliedstaaten auf der rechten Hälfte des Charts ab Luxemburg – mit Ausnahme von Tschechien – bei den Anteilen am Weltvermögen deutlich und überwiegend auch kontinuierlich verloren haben. Dies erklärt sich aus dem Umstand, dass das globale Vermögen von 2009 bis 2013 jedes Jahr weiter angestiegen ist (siehe Abbildung 1). Europäische Staaten, die in diesem Zeitraum beim Vermögen lediglich das Niveau gehalten haben, sind deswegen bei den Anteilen trotzdem zurückgefallen.

Besonders auffällig sind die Unterschiede bei der Entwicklung des Vermögens und bei den Anteilen am globalen Vermögen in Frankreich und Großbritannien.

Frankreich hatte beim Vermögen (siehe Abbildung 2) eine zwischen 2009 und 2013 eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung, die nur durch den ausgeprägten Rückgang in 2012 unterbrochen wurde. Bei den Anteilen am globalen Privatvermögen hat Frankreich im gleichen Zeitraum hingegen Jahr für Jahr deutlich eingebüßt.

In Großbritannien wiederum war das Privatvermögen von 2009 auf 2010 leicht gestiegen und in 2011 eingebrochen, stieg danach aber wieder. In 2012 hatte es dort also im Unterschied zu vielen anderen EU-Staaten keinen starken Rücksetzer gegeben. Bei den Anteilen am globalen Privatvermögen ging es für Großbritannien hingegen schon in 2010 nach unten klar nach unten (von 5,74 auf 5,5 Prozent) und der Tiefpunkt wurde ein Jahr später erreicht (4,84 Prozent). Seitdem hat sich der Anteil kaum mehr erhöht.

Letzteres gilt im Übrigen auch für viele andere Mitgliedstaaten. Die Verluste bei den Anteilen am globalen Privatvermögen, die im Zuge der Euro-Krise eingetreten sind, wurden nicht wieder ausgeglichen, obwohl es teilweise gegenüber 2012 eine positive Veränderung gegeben hat. In anderen Ländern scheinen die Anteile auf dem in der Euro-Krise erreichten niedrigeren Niveau zu stagnieren (Ungarn, Rumänien, Österreich, Belgien und Niederlande). Nur in einem einzigen der vermögensstärkeren Länder hat sich nach der Euro-Krise eine Erhöhung des Anteils über den Wert von 2009 hinaus ergeben: Schweden (0,91 Prozent gegenüber 0,81 Prozent). Den größten Rückgang verzeichnete hingegen Italien mit einem Minus von 1,19 Prozentpunkten.

Auch unter dem Strich hat die Europäische Union als Ganzes in der Euro-Krise Anteile am globalen Privatvermögen eingebüßt. 33,7 Prozent betrug der Anteil in 2009 und er ist in jedem folgenden Jahr gesunken, bis auf 28,3 Prozent in 2012. Erst in 2013 erhöhte er sich wieder auf knapp 30 Prozent.

Ausblick auf Teil 2

Der nächste Teil der Aufsatzreihe beginnt mit der Behandlung der Frage, wie sich das Vermögen in den 19 Ländern mit den weltweit größten Privatvermögen seit 2000 über die verschiedenen Krisen hinweg entwickelt und wie sich die Anteile am Weltvermögen verschoben haben.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

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12 KommentareKommentieren

  • hko - 7. Januar 2014

    wann wird endlich eingestanden, dass der Anstieg des ungezügelten Privatvermögens Ursache der Krise ist

    • Eurelios - 7. Januar 2014

      wann wird endlich eingestanden, dass der Anstieg des ungezügelten Privatvermögens Ursache der Krise ist.

      Nie.

      Warum?

      Weil dann unser Geld/Wertesytem geändert werden müsste und das geht ja gar nicht.

      Warum?

      Weil die Urängste der Menschen immer noch die die gleichen sind wie vor zig-tausenden
      Jahren.

      Wer nicht “Oben“ ist der ist “Unten“ und der wird gefressen.

      Unser derzeitiges Geldsystem ist nichts anderes den Kampf Stark
      gegen Schwach. In Urzeiten auf die Muskeln bezogen ist jetzt umgewandeln in eine nicht
      körbeliche Ebene.

      Also kurz gesagt der körberliche kräftigere Mensch der in der Vergangenheit im Vorteil
      war wurde abgelöst von den wenigen Menschen die das Geldsystem verstehen und
      dadurch die Massen der Menschen unterjochen können.

    • Ert - 7. Januar 2014

      @HKO

      Du meinst die aktuelle Guthabenkrise? In der Eurozone gehts ja schon zurück… aber grundsätzlich mag das System das eben nicht.

      Das debitistische System lebt eben von ständiger Expansion. Optimierung und Einsparung im Sinne der Konkurrenz und des Wettbewerbes sind natürlich – nur expandiert das System in der Summe der Einzelnen immer weiter, was u.a. durch die Vorfinanzierung und die Zins- und Renditeerwartungen (bzw. dem Renditezwang) auch systemisch bedingt ist.

      Und warum funktionierts so gut? Paul C. Martin schreibt: Gunnar Heinsohn und Otto Steiger haben Kapitalismus als das definiert, was er wirklich ist: „Ein Wirtschaftssystem, in dem verschuldete Privateigentümer versuchen, dem permanent auf ihnen liegenden Liquiditätsdruck zu entkommen“ – eben das Hamsterrad :-)

      Das Fettaugenprinzip wird zudem gut über das Fargione Integral beschrieben: http://georgtsapereaude.blogspot.de/2012/12/das-fargione-integral-warum.html

      • michdinger - 8. Januar 2014

        Und deshalb läuft es in Deutschland noch so gut.

        “Denn während in der BRD kaum noch nennenswerte Renditen zu erzielen sind, ist das in den Krisenländer ein inzwischen besseres und Dank garantierten Rettungsschirmen auch sicheres Geschäft geworden. Warum in der BRD magere 2% kassieren, wenn man in Spanien oder Italien leicht das doppelte bekommt mit der todsicheren Unterstützung der EU-Bankenrettung im Rücken? Das Spiel geht unterm Strich zum Vorteil der BRD und Nachteil der Südländer aus, denn diese haben nun die Investorenrenditen zu stemmen, die vorher bei uns anfielen.”

        http://tandemvipera.blogspot.de/2013/12/tandemvipera-jahresaufwasch-2013.html

        • Querschuss - 8. Januar 2014

          Hallo Michdinger,
          das klingt zwar beim ersten Überlesen schlüssig ist es aber nicht wirklich. Denn die “Investments” in Anleihen der Südperipherie senkt ja die Rendite und damit letztlich auch den Kupon für neue Anleihen.
          Wenn das “sichere Geschäft” nicht laufen würden, ginge es hoch mit den Zinsen und die Investorenrendite zu stemmen wäre noch schwerer.

          Es ist oft viel komplexer, als dass man die Vorgänge in kurze Zeilen packen kann, dass gilt (passiert) natürlich auch für Querschuesse.

          Gruß Steffen

  • ziesel - 8. Januar 2014

    michdinger – 8. Januar 2014 Antworten

    Und deshalb läuft es in Deutschland noch so gut.

    was läuft denn da gut ?????

    Sämtliche Staatsanleihen werden bald auf fast Null gehen – bei dem Crash
    Dollar, Euro und Yen.

    Die Staaten müssen sich entschulden, und dann können Sie ihre lächerlichen Papiere
    sich irgendwo hinstecken.

    ….denn da steckt nix dahinter – nur Papier

    • Frank Bell - 8. Januar 2014

      Ja, der gute, alte Crash, der seit 5 Jahren nicht kommt.

      Ah, doch, Gold und Silber sind gecrascht – ganz im Gegensatz zu den Erwartungen derer, die stets vom “Crash” redeten…

      Auch Dollar und Euro bewegen sich seit 5 Jahren seitlich – und der immer wieder totgesagte Dollar behauptet sich wirklich gut.

      Übrigens: Die Aussage, dass die Staaten sich entschulden müssen, stammt doch vom INSM. Was die nicht erwähnen, ist, dass dies auf dem Rücken der Armen und Ärmeren stattfinden soll!

  • JL - 8. Januar 2014

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner

    Das die Privatvermögen in Krisenzeiten auch belastet werden hatten Sie ja bereits früher angedeutet. Wichtig erscheint hier Ihre Abbildung 3. Die Einzeldaten zeigen dort letztlich eine Erholung im Industriesektor oder im Einzelhandelsbereich an. Oder eben auch eine Stagnation bei den Privatvermögen, da die industrielle Basis fehlt und der Dienstleistungssektor vor sich hin dümpelt.

    In Frankreich dürfte dies wohl eher der Dienstleistungssektor sein, welcher zu einer Vermögenszunahme führte, da der Industriesektor schwächelt. In Deutschland ist vermutlich die Exportindustrie hierfür verantwortlich, da der Dienstleistungsbereich stagniert (Siehe Quelle, Karstadt, Schlecker).

    Mein Bedauern über die letztlich abnehmenden Privatvermögen der Superreiche hält sich natürlich in erkennbaren Grenzen, zeigt aber aus einem völlig neuen Blickwinkel die nicht bewältigten Krisensymptome in der EU seit 2009 auf.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • dank - 9. Januar 2014

    Na na, wo bleibt denn die Toleranz und das Mitgefühl gegenüber den 1%? ;-)

    G. Orwell wäre so stolz auf Dich EU!
    Endlich die offizielle Gründung oder besser Grundsteinlegung von Minilieb!
    Ein Hoch auf das Ministerium für Liebe.

    “Zur Überwachung eines „Klimas der Toleranz“ soll eine neue Behörde geschaffen werden. Ihr inoffizielles Motto: Null Toleranz für Verletzung der Toleranz-Vorschriften.”

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/01/06/eu-will-neue-behoerde-zur-ueberwachung-der-toleranz-einfuehren/

    Die Welt (also Erde, nicht das Mainstreamblatt) – eine bitterböse Satire! Kein Wunder, dass das Kabarett und seine Darbieter immer weniger wissen, wie sie sich verhalten sollen und lieber ganz aufhören…
    http://www.magda.de/76/artikel/der-zornige-wortarbeiter/

    • JL - 9. Januar 2014

      Hallo dank,

      ja die Zeiten für Komiker, Kabarettisten und sonstigen Spaßvögel werden immer schlechter, zu groß ist die Konkurrenz in Berlin und anderswo.

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

  • n8igall - 9. Januar 2014

    Hallo,

    vielen Dank fuer den interessanten Artikel.

    Ich haette eine Frage und einen Kommentar.

    Frage:

    “So fließt etwa das Vermögen von Superreichen schon aus Schutzgründen oft gar nicht in behördliche Statistiken ein.”

    Was sind das fuer Schutzgruende?

    Kommentar:

    Es waere interessant das Vermoegen pro Kopf darzustellen.

    Danke nochmals fuer den Artikel!

    • SLE - 9. Januar 2014

      Hallo n8igall,

      Schutzgründe heißt etwa, dass mitunter Rückschlüsse auf einzelne Individuen oder Personenkreis möglich wären, die Anonymität also nicht gewahrt werden könnte.

      Sicher sind Pro-Kopf-Angaben interessant. Aber wie im Aufsatz ausgeführt, geht es mir mehr um die Verschiebungen zwischen Ländern und Regionen im Zuge der Krise. Allerdings sind im Global Wealth Databook entsprchende Angaben vorhanden und zwar ab Seite 33 ff. 7 (ab Tabelle 2-4) Wenn Sie sich die Mühe machen wollen, dann können Sie sich die einzelnen Daten aus den zig Seiten ja mal heraussuchen und dann ein entsprechendes Chart erstellen.

      Später in der Aufsatzreihe werde ich allerdings noch zu den Veränderungen der Vermögensverteilung innerhalb der Gesellschaften von Ländern im Zuge der Krise kommen.

      Viele Grüße
      SLE