Vermögensentwicklung in der Krise – Teil 6.1: Die Vermögenskonzentration nimmt auch in der Krise auf allen Ebenen weiter zu

von am 17. Februar 2014 in Allgemein

Ohne jede Frage hat die Krise ab 2007 eine zunehmende Konzentration des globalen Privatvermögens in den reichsten Ländern zur Folge gehabt. Abbildung 28 zeigt wie groß der Anteil der – beim Stand von 2013 – reichsten drei, sieben, zehn, zwanzig und fünfundzwanzig Länder in den Jahren 2000, 2007, 2008, 2012 und 2013 gewesen ist.

Der private Reichtum steigt in der Top 3-Ländergruppe am stärksten

Nach 2000 hatte der Anteil sich zwar zunächst stark reduziert. Der der reichsten drei Länder – USA, Japan und China – war sogar besonders stark zurückgegangen. Allerdings hat sich seit Beginn der US-Immobilienkrise in 2007 der Anteil der Top 3 wieder besonders stark vergrößert. Zusammen kamen die drei Länder in 2012 wieder fast auf einen Anteil von 50 Prozent.

Wäre es in Japan ab Ende 2012 nicht zu der gewollten und durch die „Abenomics“ forcierten massiven Abwertung des Yen gekommen, der die in Dollar bewerteten Vermögen der Japaner abschmelzen ließ, dann wäre der Anstieg der Konzentration in allen in der Abbildung 28 aufgeführten Länder-Gruppierungen im Jahr 2013 zweifellos nicht gestoppt worden. Denn Japan ist nach den USA immer noch, das heißt knapp vor China, das Land mit dem weltweit zweitgrößten Privatvermögen. Mit Sicherheit wären die drei reichsten Länder dann in 2013 auf einen Anteil von über 50 Prozent gekommen.

SLE_A28_Konzentration glob Privatvermögen bei Top 25 Ländern 2000-2013

Abbildung 28

Die reichsten EU-Länder lassen den Reichtum der Top 7-Ländergruppe stagnieren

Interessant ist in diesem Zusammenhang ebenso, dass es in der Gruppe der Top 7, in der zu den Top 3 Ländern die vier reichsten EU-Staaten Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien hinzukommen, anders als in allen anderen Länder-Gruppierungen seit 2008 keine Vergrößerung des Anteils am globalen Privatvermögen gegeben hat. Zusammen kommen diese sieben Länder auf einen Anteil von nach wie vor knapp unter 70 Prozent.

Das ist verständlich, denn bei diesen vier EU-Ländern sind in der Euro-Krise auch die weltweit größten Vermögensverluste angefallen und in Großbritannien hatte es von 2007 auf 2008 den europaweit mit Abstand gravierendsten Einbruch beim Privatvermögen gegeben (siehe dazu Abbildung 4 in Teil 2).

Stabiler Anteil der Top 25-Ländergruppe am globalen Privatvermögen trotz Krise

Hervorzuheben ist des Weiteren, dass der Anteil der Top 25-Länder seit 2000 besonders stabil gewesen ist. Das spricht dafür, dass das Wachstum des globalen Privatvermögens hauptsächlich den Menschen in diesen Ländern zugute kommt und Verschiebungen bei den Anteilen hauptsächlich innerhalb dieser Ländergruppe stattfinden. Der Rest der Welt ist und bleibt außen vor.

Vor diesem Hintergrund fragt sich, wie sich die Krise auf die Vermögensverteilung innerhalb der Länder ausgewirkt hat, in denen sich das globale Privatvermögen konzentriert und vermehrt.

Die Vermögensverteilungswirkungen der Krise innerhalb von Ländern

Daten zur Vermögensverteilung innerhalb von Ländern finden sich in den vier bisher veröffentlichten Ausgaben des Global Wealth Databook der Credit Suisse (1) nur für eine Länderauswahl. Zudem decken sie nur den Zeitraum von 2010 bis 2013 ab. Das für die Privatvermögen schlimmste Krisenjahr 2008 kann deswegen ebenso wenig in die Analyse mit einbezogen werden, wie das Jahr 2009, das in dieser Aufsatzreihe immer als erstes Jahr der Euro-Krise berücksichtigt wurde, weil die Vermögensdaten für dieses Jahr den Stand zum Jahresende widerspiegeln.

Für die Vermögensverteilung innerhalb der – in Teil 3 definierten – Weltregionen liegen für den Zeitraum 2010-2013 ebenfalls Daten vor, so dass sie in die folgende Analyse einbezogen werden können.

Inwieweit es im Zuge dieser Krisenjahre zu einer weiteren Vermögenskonzentration gekommen ist, lässt sich durch eine entsprechende Zusammenfassung und vergleichende Betrachtung von Daten zur Vermögensverteilung feststellen und veranschaulichen.

Verglichen wird nachfolgend einmal die Entwicklung des privaten Vermögens der unteren 60 Prozent (Bottom 60%) der Vermögenspyramide (im jeweiligen Land bzw. in der jeweiligen Weltregion) mit der des Vermögens des oberen 1 Prozent (Top 1%). Anschließend wird die Entwicklung der Anteile der untersten 90 Prozent (Bottom 90%) und der obersten 10 Prozent in der Länderauswahl und den Weltregionen in den Blick genommen.

Zur Länderauswahl

In den folgenden Abbildungen zur Vermögensverteilung innerhalb von 14 ausgewählten Ländern zwischen 2010 und 2013 befinden sich elf der Top 25 Länder genauer gesagt alle Top 7 Länder, die Nr. 10 (Spanien), die Nr. 13 (Schweiz) sowie Nr. 17 und 18 (Niederlande und Schweden). Beim Stand von 2013 stehen diese elf Länder zusammen für 179.900 Milliarden Dollar was 74,6 Prozent des globalen Privatvermögens entspricht.

Die übrigen drei Länder sind Mitgliedstaaten der Europäischen Union: Finnland, Irland und Tschechien. Erfasst sind somit die sieben reichsten EU-Länder, die im Jahr 2013 zusammen ein Privatvermögen von 59.900 Milliarden Dollar beziehungsweise 85,8 Prozent des Privatvermögens in der Europäischen Union (EU 28) repräsentieren. Mit Irland, Spanien und Italien sind auch drei der Euro-Krisenländer mit dabei.

Für alle zehn in den Abbildungen 29 und 31 erfassten EU-Mitgliedstaaten ergibt sich addiert ein Privatvermögen von 61.600 Mrd. Dollar. Das sind 88,2 Prozent des Privatvermögens in der EU.

Alle 14 Länder in den Abbildungen 29 und 31 kommen laut Credit Suisse Global Wealth Databook im Jahr 2013 zusammen auf ein Privatvermögen von 181.600 Milliarden Dollar (75,3 Prozent des globalen Privatvermögens).

Die unteren 90 Prozent und das reichste 1 Prozent

In Abbildung 29 veranschaulichen die grünen Säulen die Entwicklung des Anteils der untersten 90 Prozent oder mit anderen Worten des Gros der Bevölkerung in den 14 betrachteten Ländern im Krisenabschnitt 2010-2013. Die violettfarbenen Säulen geben den Anteil des jeweils reichsten 1 Prozent an oder genauer gesagt derjenigen, die in den ausgewählten Ländern über Vermögenswerte verfügen.

Die Reihenfolge der Länder in der Abbildung orientiert sich grob an der Größe des Anteils (in Prozent), der auf die unteren 90 Prozent (bzw. Bottom 90%) der Vermögenspyramide des jeweiligen Landes entfallen. Oben sind die Länder abgetragen, in denen dieser Anteil im Ländervergleich am größten bzw. die Vermögenskonzentration beim obersten 1 Prozent am geringsten ist.

SLE_A29_Vermögensverteil 90-1_14Länder 2010-2013_1 Abbildung 29

Es ist unschwer zu erkennen, dass von 2010 bis 2013 der Anteil der unteren 90 Prozent in keinem dieser Länder je größer als 56 Prozent gewesen ist. Den höchsten Wert weist mit 55,1 Prozent Finnland aus und zwar für das Jahr 2013.

In Finnland verzeichnet das reichste 1 Prozent der Bevölkerung zugleich auch die im Ländervergleich geringsten Anteile am Privatvermögen.

In der Schweiz und vor allem auch in den USA, aber auch in Schweden ist das Privatvermögen des reichsten 1 Prozent dagegen in allen vier Jahren größer als jenes der unteren 90 Prozent. Fast genau so viel wie die unteren 90 Prozent besitzen die Top 1-Prozent bemerkenswerterweise in Tschechien.

Freilich muss man dabei sowie bei den folgenden Abbildungen zur Vermögensverteilung immer auch die jeweiligen Bevölkerungszahlen vor Augen haben und wie viel Privatvermögen es überhaupt zu verteilen gibt (siehe dazu Abbildung 2 in Teil 1 und Abbildung 4 in Teil 2). Denn ob es, wie im Falle Finnlands (mit 5,4 Millionen Einwohnern) im Jahr 2013, um die Verteilung von 700 Milliarden Dollar auf den vermögenden Teil der Bevölkerung geht oder wie in der Schweiz (mit 8,1 Millionen Einwohnern), um die Verteilung von 3.100 Milliarden Dollar, macht natürlich einen Unterschied.

Die Entwicklung ist für die unteren 90 und die oberen 1 Prozent in den Ländern sehr unterschiedlich verlaufen.

In einigen Ländern ist der Reichtum des oberen 1 Prozent in der Krise gestiegen. Für den gesamten Zeitraum gilt das jedoch nur für zwei Länder: Tschechien und Deutschland. Aufwärts ging es für die Top-1-Prozent aber auch in den Euro-Krisenländern Spanien und– ab 2011 – Italien. Vergrößert hat sich deren Anteil ab 2011 auch in Großbritannien. Dagegen ist er in Frankreich stark gesunken und auch in Schweden zurückgegangen.

Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass das reichste 1 Prozent in den USA in der Krise ebenfalls seinen Anteil vergrößerte, allerdings nur bis 2012. Der Rückgang der unteren 90 Prozent war dort im gleichen Zeitraum aber viel stärker ausgeprägt als der Anstieg für das obere 1 Prozent. Dasselbe Bild ergibt sich für die Entwicklung der Weltregion „Nordamerika“, wie Abbildung 30 zeigt.

SLE_A30_Vermögensverteil 90-1_Regionen 2010-2013_1 Abbildung 30

Europa als Weltregion ist zwar nicht identisch mit der Europäischen Union, sondern umfasst insgesamt 40 Staaten. Gleichwohl fällt auf, dass dies die einzige Weltregion ist, in der das obere 1 Prozent in etwa so viel besitzt wie die unteren 90 Prozent. In allen anderen Weltregionen ist das Privatvermögen des reichsten 1 Prozent deutlich größer als das der unteren 90 Prozent – mit Ausnahme von China, wo es genau umgekehrt ist.

Gestiegen ist der Reichtum des oberen 1 Prozent von 2010 bis 2013 ferner in Indien, Lateinamerika und, wenn auch nicht durchgehend, im asiatisch-pazifischen Raum.

Die unteren 60 Prozent und die reichsten 10 Prozent

In Abbildung 31 kommt das Ausmaß der Ungleichverteilung des Privatvermögens besonders deutlich zum Ausdruck. Die unteren 60 Prozent in der jeweiligen Vermögenspyramide der 14 Länder besitzen in keinem Land und in keinem Jahr mehr als 19 Prozent des Privatvermögens.

Den geringsten Anteil haben die unteren 60 Prozent im reichsten Land der Welt, in den USA. Dort ist der Anteil im betrachteten Zeitraum sogar noch deutlich gesunken auf etwa 3 Prozent. Niedrig und zugleich stark gesunken ist er aber auch in Deutschland – zumindest bis 2012 (etwa 5 Prozent). Damit steht Deutschland auf Basis der Credit-Suisse–Daten und in dieser Länderauswahl an vorletzter Stelle und damit nicht viel besser da als die USA.

 SLE_A31_Vermögensverteil 60-10_14Länder 2010-2013_2

Abbildung 31

Gesunken ist der Anteil der unteren 60 Prozent zwischen 2010 und 2013 darüber hinaus auch Japan, Italien, Spanien, Finnland und Tschechien. In Frankreich und den Niederlanden hat er sich 2013 wieder deutlich erhöht, in Irland gleichfalls, aber nicht so stark. In Irland gibt es keinen klaren Trend, allerdings fehlen hier auch die Daten für 2010.

Nur in Schweden ist er kontinuierlich gestiegen. Allerdings liegen in diesem Fall für 2010 keine Daten vor und Schweden ist in diesem Ländervergleich nach den USA das Land mit dem zweitgeringsten Anteil der unteren 60 Prozent am Privatvermögen, wenn man alle vier Jahre zum Maßstab für die Einordnung nimmt.

Eine positive Entwicklung gibt es auch in der Schweiz. Dort stagniert der Anteil jedoch seit 2011. In Großbritannien ist er von 2010 auf 2011 deutlich gestiegen, seitdem aber wieder sukzessive gesunken, allerdings nur moderat.

Ein klareres Bild ergibt sich bei den Weltregionen. Aus Abbildung 32 geht hervor, dass die unteren 60 Prozent in Asien und in Europa den niedrigsten Anteil am Privatvermögen der jeweiligen Region haben. Mit Ausnahme von China und Afrika gibt es zudem in allen Weltregionen eine in der Tendenz negative Entwicklung beim Anteil der unteren 60 Prozent und eine eindeutig positive Entwicklung beim Anteil der reichsten 10 Prozent, mit Ausnahme von Europa. Das heißt, die Schere zwischen Arm und reich öffnet sich weiter.

SLE_A32_Vermögensverteil 60-10_Regionen 2010-2013_2 Abbildung 32

Die Vermögenskonzentration nimmt auch innerhalb von den reichen Ländern zu

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Krise im betrachteten Zeitabschnitt offenbar nur in Ausnahmefällen zu einer Verringerung der Ungleichverteilung des Privatvermögens geführt hat.

In den Mehrzahl der betrachteten reichen Länder und in fast allen Weltregionen (Ausnahme: Afrika) hat sich die Ungleichverteilung von 2010 bis 2013 jedoch weiter erhöht. Auf Länderebene gilt das insbesondere für die USA, aber auch für die Euro-Krisenländer Italien und Spanien und – nach den Daten des Global Wealth Databook der Credit Suisse – auch für Deutschland, Finnland, die Niederlande und Tschechien. Nur in Schweden, der Schweiz und Frankreich haben die unteren 60 Prozent der Vermögenspyramide des jeweiligen Landes im Jahr 2013 mehr als 2010 – in China stagnieren die Werte.

 

Was in diesen Daten freilich nicht zum Ausdruck kommt, ist die Zahl all derer, die im Zuge der Krise aus dem Vermögensraster gefallen sind, weil sie ihre Vermögenswerte verloren haben. Wie sich die Krise auf die Zunahme der „Nicht-Vermögenden“ ausgewirkt hat, geht aus Vermögensstudien wie der der Credit Suisse nicht hervor.

Um diese wichtige Facette der Vermögensentwicklung in die Analyse speziell mit Blick auf die Krise in Europa einbeziehen zu können, werden in Teil 6.2 Eurostat-Daten zu den von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen in der Europäischen Union herangezogen, der morgen veröffentlicht wird.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

Die anderen Aufsätze der Reihe finden sich hier:

Teil 1 „Vermögensbilanz des Euro-Krisenmanagements“

Teil 2 „Gewinner und Verlierer der Euro-Krise im Klub der reichsten Länder“

Teil 3 „Krisengewinner und ‑verlierer nach Weltregionen: Transatlantische „Partnerschaft“

Teil 4 „Transatlantische „Partnerschaft“ – oder die länderspezifischen Folgen der Euro-Krise für das finanzielle Privatvermögen“

Teil 5 „Vermögensentwicklung in der Krise – Teil 5: Die Veränderungen in der Zusammensetzung der Vermögensportfolios

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23 KommentareKommentieren

  • thewisemansfear - 17. Februar 2014

    Sehr eindrucksvoll, insbesondere die Grafiken mit dem Vergleich Top 10/Bottom 60 sollten einem zu denken geben. Insbesondere auf welch “breiten” Schultern die nicht aufgeführte “Mittelklasse” ruht. Damit wird auch irgendwie klar, dass man den unteren Teil der Bevölkerung nur noch durch Zwang und/oder ein ausgeklügeltes Ablenkungssystem zum Arbeiten motivieren kann. Eigentlich wäre eine Begrenzung von Spitzengehältern, bzw. die Kopplung an Niedrigverdienste ein Schritt in die richtige Richtung, weiteres Auseinanderlaufen zu verhindern. Aber wer an der Spitze nicht genug kriegen kann, nimmt dafür sehenden Auges die Erosion der unterliegenden Basis in Kauf. Nachhaltig ist das nicht.

    • Dieter Schmitz - 18. Februar 2014

      Den unteren Teil der Bevölkerung hat man durch Hartz IV und durch die damit drohende Obdachlosigkeit im Griff…

      • Holly01 - 18. Februar 2014

        Hallo Hr. Schmitz,
        das läßt sich sogar präzisieren:
        die gesamte Arbeitnehmerschaft, die seit H4 eingestellt wurde, weil die Älterne in Rente gegangen sind, teilen sich die 7Mio. ehemaligen Vollzeitstellen in aktuellen rund 12Mio Teilzeitstellen.
        Kurz könnte man auch sagen: die Jüngeren arbeiten zu zweit für das Auskommen, das die Eltern mit einer arbeitenden Person hatten.
        Mit allen Folgen die da dran hängen.
        Zum Glück fehlt ja nun die eine Person, welche sich um die Kinder kümmern könnte, so konnte der Bereich komplett kommerzialisiert werden.
        So haben diese Jungfamilien meist 2 PKW, weil ja beide arbeiten und eine Kostenstelle für die Kinderbetreuung.
        In Summe ist da wenig auskommen mit dem Einkommen.
        Das geht übrigens exakt so weiter. Das ist der aktuelle “Bedarf” an Zuzug.
        Zeitglcih hat man dafür gesorgt, daß der Rentner von heute 1/3 weniger bekommt, als der von gestern und der von morgen wird ein weiteres Drittel weniger haben und als Normalverdiener nur ein paar Euronen über der Lebenshilfe für Rentner liegen.

        Die Bevölkerung wird systematisch verarmt.

        • Holly01 - 18. Februar 2014

          Das mit den Renten bezieht sich auf Personen mit vergleichbarem Versicherungsverlauf und vergleichbarem Einkommen.
          Ich spreche also jeweils von etwa 40 jahren Beschäftigungszeit, bei Durchschittseinkommen.
          Die Anrechnungszeiten wurden ganz leise geändert, genau wie die Ausfallzeiten.
          Dazu kommen Sozialabgaben, Steuern, Demographischer Faktor und natürlich die Absenkung der Versorgungshöhe von 53% auf 42%.
          Viele wissen garnicht, wo die politischen Heckenschützen schon abgedrückt haben.

          • MartinR - 18. Februar 2014

            Zudem kann man nicht oft genug wiederholen, daß durch die kalte Progression und Tariferhöhungen in % anstatt gleicher Bruttobetrag für alle die unteren Einkommen seit Jahrzehnten benachteiligt werden.

      • MartinR - 18. Februar 2014

        Vielleicht wurde es auch hier bei Querschuesse schon mal gepostet:

        Jutta Dittfurth geht auf das Thema im Detail ein:
        http://www.heise.de/tp/artikel/40/40798/1.html?zanpid=1862088844695294976

        Auch in den USA sieht es ähnlich aus:
        http://robertreich.org/post/74519195381

  • Rolmag - 18. Februar 2014

    Abbildung 31 sieht für Deutschland so richtig schön pervers aus.

    Die Topp 10% legen zu, die Bottom 60% geben ab und das funktioniert dennoch, noch!

    Denn wenn die Topps so weitermachen, dann gehn denen die Sklaven aus, den gehn die Sklaven aus, ja dem Umverteilungsstaat dem geht sein Arbeitsviehzeug aus!

    Denn so kann man vielleicht eine landwirtschaftlich geprägte Nation führen aber sicher keine, die von ihren Ideen lebt, ganz sicher nicht! Unsere ökonomische Stärke wird sich nicht halten lassen, denn aufgrund der perversen allseitigen Ausbeuterei halten die Unternehmen Investitionen stark zurück, auch weil immer mehr Wasserbirnen in den Chefetagen hocken, von Technik keine Ahnung, die nur noch auf die Zahlen glotzen, womit wir unsere wirtschaftliche Stärke nach und nach verlieren. Metaller sind nur noch Bezahlnutzaffen, die Chinesen lassen uns stehen!

    Wir haben damals im Staatsbürgerkundeunterricht über den Rotz gelacht, den die uns erzählt hat, heute vergeht mir zunehmend das Lachen! Aber erst seit dem Euro, als hätte die Alte die Zukunft vorhergesehen.

  • Georg Trappe - 18. Februar 2014

    Tja, man kann es drehen und wenden wie man will. Eine Gesellschaft deren fuehrende Koepfe in Politik und Wirtschaft einen durchschnittlichen IQ nahe der Raumtemperatur haben, ist nicht zu retten. Wenn sich die Eliten in ihrer endlos dummen Gier und ihrem Wettbewerb um Macht und Listenplaetze bei Forbes und Co nicht nur Land und Produktionsmittel aneignen, sondern auch noch der Wirtschaft, der sie ihren “Ruhm und Reichtum” zu verdanken haben die Liquiditaet entziehen, dann hilft nichts. Gegen eine solche Konzentration von Dummheit im gesellschaftlichen Oberstuebchen ist kein Kraut gewachsen.
    Besonders amuesant an dieser Geschichte ist die Rolle der sog. Wissenschaft, die sich dem Thema Wirtschaft verpflichtet fuehlt. Waherend also das Geld und die Vermoegen ganz offensichtlich den Berg hinauf fliessen und die gesellschaftlichen Regionen, in denen der ganze Krempel erarbeitet wird, daher mit zunehmender Duerre zu kaempfen haben, behauptet diese sog. Wissenschaft steif und fest das Gegenteil. Warum nur?

    • Holly01 - 18. Februar 2014

      Das fatale ist ja, die glauben wirklich den Scheiss, den die jeden Tag verkünden.
      Wenn man wenigstens noch annehmen könnte, die seien doppelbödig oder verlogen, würde ja noch eine hintergründige Intelligenz unterstellen, die ist aber schlicht nicht vorhanden.
      Die bekommen von Bertelsmann die sachen in die Hand gedrückt und das ist dann die neue Bibel.
      So einfach ist das.

  • Holly01 - 18. Februar 2014

    Na, ein Name ist auch doof, die machen das ja nicht alleine.
    Also Springer, Gruner&, Bertelsmann, McKinsey, Berger ebend alle die den neocon Mist agressiv verbreiten, wider jeder Vernunft und Logik.

  • Dieter Schmitz - 19. Februar 2014

    @ MartinR

    Der US-Amerikaner Robert Reich kann ruhig glauben, dass es zu einer Reform oder Revolution kommen wird.

    Ich bin da anderer Meinung.

    Letztlich wird es darauf hinauslaufen, dass die Macht der Konzerne noch viel grösser wird (Trans Atlantic Partnership etc.) und weite Teile der Gesellschaft durch Privatisierung in die Verantwortung der Konzerne kommen.
    Die Menschen werden, um überleben zu können, einfach gehorchen, einerseits durch das Versprechen immer neuerer Technik (Google Glass, iPhone und ähnliche Dinge, die man ja besitzen will), andererseits durch die Drohung der Vernichtung der eigenen Existenz (Obdachlosigkeit oder Gefängnis oder auch zukünfig Straflager).

    In Kanada gibt es eine Fernsehserie, die die künftige (dystopische) Gesellschaft, in der die Konzerne die ganze Macht haben, als abendliche “Unterhaltung” in die Wohnzimmer – und damit die Köpfe der Menschen – bringt: Continuum.

  • Dieter Schmitz - 19. Februar 2014

    P.S. Ich bin übrigens der Meinung, dass die Gewerkschaften nicht wegen des Mitgliedermangels an Schlagkraft verloren haben, sondern dass die Mitglieder wegen der mangelnden Schlagkraft verloren gegangen sind.

    Diese mangelnde Schlagkraft ist dadurch bedingt, dass sich die Gewerkschaftsbosse letztlich auf die Seite der “da oben” gestellt haben, sei es bei Tarifverhandlungen, sei es bei der Arbeitszeitverkürzung (35-Stunde-Woche) oder auch bei Hartz IV. Da hat ja die Gewerkschaft aus Bewunderung für Schröder feige geschwiegen, den Protest übernahm die WASG, welche letzlich durch die PDS aufgesogen – und zerstört wurde.

    • Holly01 - 19. Februar 2014

      Ich möchte da an die 1DM Posse mit der Neuen Heimat und die Coop Geschichte erinnern. Da hat man den Gewerkschaften einen hohen 7stelligen Betrag abgenommen.

      Ganz davon ab, wer glaubt eine Solidarische Arbeitnehmerschaft mit Jungarbeitnehmern aufbauen zu können, welche durch die CIA Drogen verkorkst, durch das TV entsozialisiert und durch die Schulen verblödet sind, der muss auch den Glauben an den Weihnanchtsmann verinnerlicht haben.
      Das Gros der jungen Arbeitnehmer hat keinerlei Selbstwertgefühl und kann sich überhauptnicht schnell genug selbst Prostituieren, indem man sich gegenseitig in die Pfanne hat.

      Die spüren ganz genau, das sie verarscht werden, haben nicht die kognitiven potentiale die Art und den Umfang gemeinsam zu erkennen.
      Das wird noch sehr sehr lustig.

      • Holly01 - 19. Februar 2014

        9 Stellig, es ist früh, es waren (nach meiner privaten Info) damals etwa 8 Milliarden DM.

  • Dieter Schmitz - 19. Februar 2014

    @ MartinR

    Vergiss den neuen Papst. Das mit der Armut und der Option für die Armen ist pure Heuchelei.

    Denn warum lässt dieser Papst Firmen wie McKinsey und andere Unternehmensberater in den Vatikan und zahlt denen noch horrende Summen?

    DIESES GELD gäbe man wirklich besser den Armen.

    • MartinR - 19. Februar 2014

      Wenigstens werden seine Worte verbreitet und von vielen zur Kenntnis genommen.

      • Dieter Schmitz - 19. Februar 2014

        Seine Kritik an diesen Verhältnissen ist gut und notwendig.

        Dass er aber gleichzeitig Firmen wie McKinsey, Deloitte etc. jetzt in der Kirche rummachen lässt, führt seine Aussagen ad absurdum.

        Leider.

        • Georg Trappe - 20. Februar 2014

          Ich halte es bei derat widerspruechlichen Figuren mit dem Satz: “Hoer weniger auf das was einer sagt und schau mehr auf das was einer tut.” Und da muss man bei jemandem, der in der Spitze einer derart tiefgestaffelten Hierachie steht, wie sie die katholische Kirche nunmal seit Jahrhunderten hat ueberleben lassen, sehr genau hinschauen. Denn das was einer tut und was er dank hierachischer Position tun laesst, sind auch immer noch zwei Paar Stiefel. Insbesondere letzteres bietet die Option des “Hedge”, also einer Startegie, die ganz bewusst auf gegensaetzliche Ausgaenge des “Spiels” setzt, um so im (unvorhersehbaren) Verlauf durch “Feinsteuerung” mit grosser Sicherheit auf die Gewinnerseite zu kommen.

          • Holly01 - 20. Februar 2014

            Ist die Geschichte mit der Vatikanbank ansich allgemein bekannt?
            Das die alle Geld Aautomaten abschalten mussten?
            Der Rücktritt von unserem viertel vor zwölften soll ursächlich darauf beruhen, daß die Bank andernfalls von staatswegen zugemacht hätte.
            Die Vatikanbank war der finanzielle backup für die Zerlegung des alten Jugoslawien.
            Die Kirche ist aktiver Part in mehreren Dutzend von aktuellen Klein- und Großkriegen.

            Es würde mich extrem überraschen, wenn da einer an die medialen Hebel käme, der nicht 250% auf Linie ist.

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