Zuspitzung

von am 2. August 2011 in Allgemein

Wie es nicht anders zu erwarten war, spitzt sich die Krise in der Eurozone weiter zu. Die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen zog heute auf 6,129% an, dies war der höchste Stand seit dem 18.11.1997. Auch die Rendite spanischer Staatsanleihen stieg weiter auf 6,282%. In den USA wurde zwar im letzten Moment das gesetzliche Schuldenlimit erhöht, aber deutlich wird auch, dass die USA mit den geplanten 2,4 Billionen Dollar an Einsparungen in den nächsten 10 Jahren, zunächst vielleicht nicht direkt die Wirtschaft abwürgen wird, aber der Staat als zusätzlicher Stimulusgeber definitiv ausfällt. Und selbst unter den bisherigen expansiven Staatsausgaben gelang es schon nicht, die Wirtschaft so anzukurbeln, dass auch signifikant Jobs entstehen. Ein übler Mix gebündelt mit den Signalen, dass sich weltweit die wirtschaftliche Aktivität abkühlt, der den Finanzmärkten gar nicht gefällt.

Italiens und Spaniens Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen am Startpunkt der Todeszone von jenseits der 6%:

Die Entwicklung der Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen seit Januar 1994 im Dailychart. Heute schloss die Rendite bei 6,129%.

Die Entwicklung der Rendite 10-jähriger spanischer Staatsanleihen seit Januar 1993 im Dailychart. Heute schloss die Rendite bei 6,282%.

Der Euro verliert weiter massiv gegenüber dem Schweizer Franken:

Die Entwicklung des Euro zum Schweizer Franken seit Januar 1990 im Dailychart. Heute markierte der Euro ein neues Tief mit 1,0846! Im Vergleich zum Vorjahr verlor der Euro satte -20,5%!

Auch zum Gold verlor der Euro weiter an Wert:

Die Entwicklung des Goldpreises in Euro seit Januar 1990 im Dailychart. Heute erklomm der Goldpreis im Tageshoch in Euro ein neues Allzeithoch mit 1160,50 Euro je Feinunze.

Auch den Aktienmärkten scheint es endgültig zu dämmern, das die Krise der Eurozone, Austeritätsmaßnahmen nun in einer abgemilderten Form auch in den USA, kein Umfeld sind in dem man in Aktien investiert sein muss, in den USA fiel der Dow Jones Industrial unter 12’000 Punkte und der DAX sank ebenfalls kräftig:

Die Entwicklung des deutschen Aktienleitindex DAX seit Januar 1960 im Dailychart. Heute sank er erneut, diesmal um -2,26% nach -2,9% gestern und notiert bei 6796,75 Indexpunkten!

Es gilt auch weiterhin noch tiefer geht nicht, gibt es nicht, wie der griechische Aktienleitindex ATHEX zeigt:

Die Entwicklung des griechischen Aktienleitindexes seit Januar 1987 im Dailychart. Heute sank er um -3,25% und schloss mit nur 1144,29 Indexpunkten auf dem tiefsten Stand seit dem 27.01.1997! Nur zum Vorjahr verlor der ATHEX satte -34,5%!

Grundsätzlich vollzieht sich nun klar sichtbar, was im Blog seit vielen Monaten avisiert wurde. Der Bailout des Bankensystems und damit die Rettung des Finanzsystems, die expandierenden Staatsausgaben und die Maßnahmen der Notenbanken haben zwar Zeit geschunden, aber es wurden keinerlei Probleme auch nur im Ansatz gelöst, weder die Verwerfungen an den Finanzmärkten, noch die Ungleichgewichte im Welthandel, noch das Meer an faulen Krediten im System. Unter diesen Umständen war ebenfalls klar, dass die Fehlkonstruktion des Euro, vor allem die ungleiche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit seiner Mitglieder, offen zu Tage tritt und das die chronische Defizitfinanzierung der Südperipherie in einem Desaster enden wird. Die Entwicklung des Goldpreises war bisher ein perfekter Indikator um die Zuspitzung der Situation zu messen. Lösungen sind nach wie vor keine in Sicht, weiter so, war und ist das bestimmende Motto der Protagonisten.

Zum Vergrößern bitte die Charts 1x anklicken.

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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31 KommentareKommentieren

  • M.E. - 2. August 2011

    Ja, so ist das mit dem Treibsand: je hektischer man zappelt, desto schneller versinkt man.

    Börsen, Anleihemärkte, Politiker… Alle hochnervös.
    Das ist der Stoff, aus dem eine kommende Panik gemacht ist.

  • Heiner Brack - 2. August 2011

    Im Prinzip haben wir ein Reloaded der Weltwirtschaftskrise 1929. Wie die gelöst wurde, sollte bekannt sein..:-((((

  • Ro - 2. August 2011

    „Durch Kunstgriffe der Bank- und Währungspolitik kann man nur vorübergehende Scheinbesserung erzielen, die dann zu umso schwererer Katastrophe führen muss. Denn der Schaden, der durch Anwendung solcher Mittel dem Volkswohlstand zugefügt wird, ist umso größer, je länger es gelungen ist, die Scheinblüte durch Schaffung zusätzlicher Kredite vorzutäuschen.“

    Dieses Zitat ist von 1922!

    Ich beschreibe bewusst nicht von wem. Sonst fallen die Touristen über einen her, mit einer was auch immer VWL Diskussion und einer wirren Systemik – mir sind die Reisenden dann doch wesentlich genehmer. Versierten VWL Interessierten ist es eh bewusst. Nur Gesetz den Fall, dass ich wieder mal in solch eine Systemdiskussion verwickelt werden sollte. Will ich nicht.
    Das Fazit für mich, ebenfalls vom gleichen Autor längst vergangener Zeit – „Der Wirtschaftsinterventionismus kann nicht als ein System von Dauer angesehen werden. (Ergänzung von mir: Wird er aber siehe den hilflosen Aktivitätenplan seit Lehman) Er ist lediglich eine Methode, um allmählich und stufenweise vom Kapitalismus zum Kommunismus überzugehen.“

    Was aktuell ja auch in der „EU Vordiktatur“ passiert. Da braucht´s nicht mehr um den heißen Brei herum zu reden.

    Starker Tobak und ich hoffe wir wachen vorher auf. Man kann nun wirklich NICHT sagen, dass man nicht gewusst hat was kommt. Dies vor fast 100 Jahren in der Erkenntnis! Nenene Freunde, die guten Damen und Herren und „Schwachmaten-Lenker“ (das lässt sich bei bestem Willen nicht mehr verheimlichen) des Supertankers GLOBALER GAU sind die Hände gebunden. Das System kontrolliert herunterzufahren würde einen starken Charakter erfordern, wäre machbar. Mit großen
    Schmerze, gar keine Frage.

    Die matehmatische Todeszone rückt näher. Es bleibt davor und danach.: Der Mensch ist des Menschen Wolf. Universal gültig im Großen wie im Kleinen. Gruß.

  • Ro - 2. August 2011

    Ergänzung – in Italien brennts, was zu erwarten war::

    Italy calls emergency meeting as eurozone crisis resurfaces

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/8677497/Italy-calls-emergency-meeting-as-eurozone-crisis-resurfaces.html

    Gruß

  • Henne - 3. August 2011

    Zur Zeit werden die schwächsten Schafe aus der Herde rausgepickt und zur Schlachtbank geführt. Da warten dann Herr Moody, Herr Fitch und Herr Poor mit dem großen Schlachtebeil. (bildlich übertragen) Ja, der Sommer wird ungemütlich. Nun wundere ich mich über den Zeitpunkt. Unsere Politiker sind doch alle in der Toskana? Können die nicht wenigstens Warten bis sie erholt aus dem Urlaub zurück sind?? In Washington sind doch jetzt auch grosse Sommerferien… . Hmm… .
    Ich ahne das hier das journ. Sommerloch gefüllt wird.

  • Tourist - 3. August 2011

    Ludwig Mises!

    Planwirtschaft ist übrignes ne Variante des Kapitalismus! Und wer will eigentlich sowas, igitt! Der Grennutzen ist als Wertmesser übrigens selbst von den Angebotstheoretikern widerlegt worden und erstezt worden durch die Indifferenzkurvenanalyse!

    Das spannende, das Ergebnis ist dassselbe; Markt ist nen toller Wertmeser der Reproduktionskosten!

    Ja, das können wir ja gerade guuuut beobachten, wie toll der Markt seine Schädigungen einpreist!

    Nur das der Preis eben genau das nicht tut, was seine Aufagabe ist! Messen, was er theoretisch soll, um eine effektiven Verbrauch und eine effektive Bedürfnisbefridigung hinzukriegen!

    Und weil die Preise das so gut können, gehen ja die Gütermärkte vor die Hunde, reißen ganze Vokswirtschaften und Peripherien in den Abgrund und die ökologische Grundlagen als Produktionsmittel (!!!!) verschwinden im Jordan!! Und warum? Alles nur, weil DER Markt mit seinen Preisbildungen das tut, was er am besten kann, angeblich effektiv messen!

    Hallo Ro, steckst schon drin^^

  • der-oekonomiker - 3. August 2011

    Niemand kann ernsthaft geglaubt haben, der Bailout wäre eine Bankenrettung gewesen. Genauso wenig war es irgendwann seit 2008 ernsthaft darum gegangen, das marode System durch sinnvolle Maßnahmen zu bändigen. Schliesslich machen längst die Banker die Politik. Um was es denen geht, ist bereits hinreichend bekannt. Nur ein kleiner Widerspruch: Die Einführung des Euro war richtig, die Umsetzung Murcks. Könnte aber immer noch, ernsthaften politischen Willen vorausgesetzt, korrigiert werden. Das wirtschaftliche Ungleichgewicht war für Deutschland immer schon die Grundlage des Erfolges. Nannte sich “Made in Germany”. Funktionierte auch viele Jahre ganz gut. Jetzt kommt das Ende in Sicht. Aber auch hier geht es nur um Zeitgewinn, Lösungen fehlen. Deshalb werden den Chinesen die deutschen Ingenieursleistungen der vergangenen Jahrzehnte jetzt auf dem Silbertablett überreicht. Alles mit Unterstützung von Geld und Politik…

  • Steffen B - 3. August 2011

    Wow, da ist jetzt nicht mehr viel Buffer bis zum totalen Kollaps. Es fehlt ja nur noch ein letzter Schritt, Eurobonds und die Zinsen von Deutschland gehen nicht weiter runter sondern rauf. Dann war es das, keine Chance mehr irgendwas zu tun. Und wenn man sie wie lange Rettungspakete heute halten, gerade noch einen halben Tag. Nach dem ersten Griechenlandpaket hatte man noch ein halbes Jahr, bevor es wieder hoch kochte.

  • flo - 3. August 2011

    Werde die nächsten Tage einen guten Teil meiner Schweizer Franken in Gold umtauschen, lange macht die Schweiz die Aufwertung nicht mehr unbeschadet mit. Mit Franken kriegt man Gold derzeit billiger als noch vor einem halben Jahr oder so…

  • MagnaBavaria - 3. August 2011

    Endspiel:
    http://www.heise.de/tp/blogs/8/150239

    Auch Leap2020 scheint mit seiner Voraussage, des Krisenausbruchs spätestens im Oktober 2011 mal wieder ins Schwarze getroffen zu haben…

  • M.E. - 3. August 2011

    Italien dürfte gegenüber Spanien sogar das deutlich größere Problem darstellen. Nicht nur wegen der höheren im Feuer stehenden Verbindlichkeiten, sondern weil Italien auf Grund der höheren Verschuldungsrate gegenüber dem BIP eine geringere Zinstoleranzschwelle hat, als Spanien. Selbst 5% dürften für Italien mittelfristig schon problematisch sein, während Spanien auch 7…7,5% für einige Zeit noch aushalten könnte.
    Kürzlich habe ich übrigens gelesen, dass die Zinstoleranzschwelle für Japan nur noch 1,8% beträgt. Ich halte das für übertrieben, aber mehr als 3% dürfte Japan bei der enormen Verschuldungsrate tatsächlich nicht mehr vertragen. Und diese Schwelle sinkt von Jahr zu Jahr – in allen Ländern. In den USA und Japan besonders schnell.
    Zinsen? Wir können nur billig!
    Deshalb kommt die FED auch nicht mehr aus ihrer Nullzinspolitik raus – obwohl der Zusammenhang zu den Anleihezinsen natürlich nur ein Indirekter ist.

  • Canpichurri - 3. August 2011

    @ Tourist
    Gut recherchiert – Ludwig von Mises ist richtig. Das Geldsystem kann auf Dauer nur bestehen, wenn auch ein entsprechendes Wertesystem dahintersteht. Und das wurde in den 70iger Jahren, spätestens, abgeschafft. Im Kommunismus wurde übrigens gleich von Anfang an darauf verzichtet, und darum ist er in der Weltgeschichte da angekommen, wo er mathematisch gesehen hingehört.

    Nachrichten heute morgen in Spanien:
    Im letzten Quartal allein gingen 1.427 Firmen in Spanien Pleite. Die durchschnittliche Mitarbeitergrösse dieser Firmen lag bei 19 Angestellten. Hier geht also der untere Mittelstand “vor die Hunde”. Gründe sind bekannt:
    - schlechte Eigenkapitalausstattung vs Kreditvolumen
    - steigende Zinsen machen diese Kredite noch teurer
    - Ungenügende oder nicht vorhandene Exportbereitschaft
    - Fehlende Führungskenntnisse
    - Abschöpfung der Unternehmensgewinne in guten Zeiten zur Aufstockung des Familienvermögens
    - Stark verzögerte Zahlungen von öffentlicher Seite (bis zu 1 Jahr und mehr unbezahlte Rechnungen)

    Diese Tendenz wird in den nächsten Quartalen anhalten. Viele Unternehmen “überleben” nur, da sie pflichtabzuführende Sozialbeiträge einbehalten um Lieferanten + MA zu bezahlen. Ich kenne einige Firmen persönlich, die dem Staat Millionen an Sozialbeiträgen schulden. Diese werden im Moment NICHT eingefordert, da dieses die Situation nur noch weiter verschlimmern würde.

    In den nächsten Monaten wird dieses aber bei einer möglichen Rezession in Europa und Amerika nicht mehr zu finanzieren sein und viele andere Firmen werden sich in die Schlange der Pleitefirmen einreihen müssen. Wie bei einem solchen Ausblick die Wirtschaft wieder auf die Beine kommen soll und die Schulden getilgt werden sollen ist und bleibt ein Geheimnis.

  • flo - 3. August 2011

    FT Alphaville hat öfters berichtet, dass schon 5-6% bei fast null Wirtschaftswachstum und wenig Inflation für Italien nicht tragbar sind. Die Schuldendynamik kennt dann nur eine Richtung. Spanien ist auch am Ende, woher soll denn dort das benötigte Wachstum kommen? Mehr Immobilien?

    Wir sind also an einem Punkt angekommen, wo die Schulden eines Grossteils der Eurozone bei auch nur stagnierenden Zinsen nicht mehr tragbar sind. Mal sehen, wie lange es jetzt noch dauert, bis die Schulden komplett verallgemeinschaftet sind. Alternativlos halt….

  • hunsrückbäuerlein - 3. August 2011

    Italiens und Spaniens Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen am Startpunkt der Todeszone von jenseits der 6%; eine irrer, verrückte und zugleich zutreffende Definition des Standpunktes. Doch steht die Eurozone dank der souveränen FÜhrung der Bankster m. E. schon mittendrin und muß sich nun ohne Plan durch das Minenfeld den Ausgang suchen. Da wird so mancher eine Tretmine treffen die dann mit einem lauten Knall explodiert. Wir sollten die alten VoPos, Grenzsoldaten der ex-DDR reaktivieren, die wissen wie man da heil durchkommt.

  • Joe der Leiharbeiter - 3. August 2011

    Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler gibt sich trotz der Schwächetendenzen in der Weltwirtschaft, namentlich in den USA, für die weitere Wirtschaftsentwicklung in Deutschland gelassen.

    „Kein Grund zur Beunruhigung“, sagte der Minister. Nach wie vor wachse die deutsche Wirtschaft, wenn auch in manchen Teilen verlangsamt. Das deutsche Wachstum sei „grundsätzlich sehr stark, sehr positiv“. Die zunehmenden Finanzierungsprobleme der Euro-Länder Italien und Griechenland sind nach Röslers Worten im Kabinett nicht zur Sprache gekommen.

    „Das hat während der Kabinettssitzung keine Rolle gespielt“, sagte Rösler, der als Vizekanzler in Vertretung der urlaubenden Kanzlerin Angela Merkel erstmals die Ministerrunde leitete.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article13523232/Nichts-beunruhigt-Deutsche-so-wie-Staatsschulden.html

  • Joe der Leiharbeiter - 3. August 2011

    Querschüsse: “In den USA wurde zwar im letzten Moment das gesetzliche Schuldenlimit erhöht, aber deutlich wird auch, dass die USA mit den geplanten 2,4 Billionen Dollar an Einsparungen in den nächsten 10 Jahren, zunächst vielleicht nicht direkt die Wirtschaft abwürgen wird, aber der Staat als zusätzlicher Stimulusgeber definitiv ausfällt. ”

    Äh eine Frage… wo liegt die neue Schuldengrenze jetzt eigentlich?

    Sie ist von 14,3 Billionen Dollar auf…. ??? gehoben worden…

  • M.E. - 3. August 2011

    Hallo Joe,
    die tatsächliche gesamtstaatliche Verschuldung müsste jetzt, nach Herausrechnen der diversen Buchungs-Kunstgriffe, die wieder rückgängig gemacht werden müssen, bei etwa 14,9 Billionen Dollar liegen.
    Nachholend müssen also Anleihen für 0,6 Billionen Dollar ZUSÄTZLICH emittiert werden.
    Und pünktlich zum Ende des Haushaltsjahres dürften die USA dann schwungvoll die 100%-Grenze bei der Staatsverschuldung durchstoßen. Und 2…2,5 Jahre später sind sie dann da, wo Italien heute ist.
    Allerdings mit einem nicht ganz unbedeutendem Unterschied: die Steuerquote ist in den USA wesentlich geringer. Und was sich zunächst positiv anhört, ist bezüglich der Schuldenrelation negativ. Denn die Steuerquote kann nicht einfach deutlich angehoben werden
    1. wegen des Gelöbnisses fast aller Abgeordneter der Republikaner, die Steuern auf keinen Fall zu erhöhen,
    2. weil sonst die auf hohen Konsumanteil geeichte US-Wirtschaft einbricht.

    Der hohe Schuldenstand bei geringer Steuerbasis macht das Problem also für die USA noch erdrückender als bei einem europäischen Staat mit gleicher am BIP gemessener Verschuldungsquote.
    Das Schuldenverhältnis zu den Steuereinnahmen ist eigentlich relevanter, was die Handlungsfähigkeit des Staates angeht, als das Verhältnis zum BIP.

  • Joe der Leiharbeiter - 3. August 2011

    Querschüsse: “Die Entwicklung des deutschen Aktienleitindex DAX seit Januar 1960 im Dailychart. Heute sank ererneut, diesmal um -2,26% nach -2,9% gestern und notiert bei 6796,75 Indexpunkten!”

    “Der Dax fällt immer tiefer. Das weckt Erinnerungen an den Lehman-Crash. Am Mittwochmorgen rutscht der Index sogar kurz unter 6700 Punkte – kaum zu glauben, dass er nur eine Woche vorher noch bei 7300 Zählern lag. Und wie reagieren die deutschen Anleger? Erstaunlich gelassen. Statt Panik herrscht eher ungläubiges Staunen.”

    Die haben sich wohl von der xxl-propaganda die birne verneblen lassen. :)

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/das-kann-doch-einen-zocker-nicht-erschuettern/4459832.html

  • Munteres Schneiderlein - 3. August 2011

    Eins kann man über die Deutschen nun wirklich sagen: Sie bleiben sich treu. Sie finden kein Mittelmass, sondern sind immer extrem.

    Erst wollen sie ganz Europa besetzen und nun wollen sie ganz Europa retten !!!!

    Frau Merkel freut sich dabei wie Schmidt Katze, dass bald ihre geliebte Kindheitserinnerung, die weiche DDR-Mark als butterweicher Euro endlich wiederbekommt.

    Erst wenn alle Schulden Europas an Deustchland weitergereicht wurden, verlassen alle anderen Staaten schlagartig das gemeinsame gesunkene Boot.

  • Heiner Brack - 3. August 2011

    Nun ist wie angenommen Italien dran. Da ist der Weg nach Paris nicht mehr weit, das Land lebt noch mehr auf Pump, siehe die Einzelhandelsumsätze. Anscheinend hat man dort die meiste Angst vor dem werktätigen Volk, man denke “an die Laterne”…..

  • M.E. - 3. August 2011

    Und heute spricht auch noch der Faschingsprinz Silvio.
    Den Italienern bkleibt auch nichts erspart.

  • Munteres Schneiderlein - 3. August 2011

    Falls übrigens der steuerpflichtige Normalbürger sein lange und sauer erspartes Geld oder sonstiges Vermögen noch ins Ausland (z.B. Schweiz) retten möchte , sei er daran erinnert, dass der Bundestag/rat am 23. November (möglicherweise sogar schon vorher) und mit sofortiger Wirkung beschliessen wird alle Geldtransfers über 1000 Euro meldepflichtig zu machen. Die bisher geltende Begrenzung von 15000 Euro fallen dann. Man braucht ja nun bald jeden Euro, auch wenn er bereits besteuert ist und immer wertloser wird. Der totale Überwachungsstaat kommt. Wie immer sind die Deutschen bei allem was sie machen so schön exrem.

  • M.E. - 3. August 2011

    Interessante Information: die Deutsche Bank gat ihren Bestand an italienischen Staatsanleihen von über 8 Milliarden auf 997 Millionen Euro innerhalb von 6 Monaten reduziert.
    Clever, die Jungs.

  • Joe der Leiharbeiter - 3. August 2011

    FTD macht sich über Goldkäufer lustig:

    Das Bild vom sicheren Hafen ist unvollständig. Wer wirklich eine pessimistische Sicht auf die Zukunft hat, braucht mindestens ein Sturmgewehr. :)

    Es gibt da nur einen Haken – mal abgesehen vom lauen Argument, dass Gold keine Zinsen abwirft: Das Bild vom sicheren Hafen ist unvollständig. Es fehlen die Verteidigungsanlagen.
    Die Goldgläubigen leben ihren Pessimismus – zumindest in der Regel und Gott sei Dank – unvollständig aus. Wer tatsächlich eine so pessimistische Sicht auf die Zukunft hat, dass er glaubt, sich in einer hoch arbeitsteiligen Gesellschaft mit ein paar gehorteten Goldnuggets (oder Zertifikaten) das Ersparte sichern zu können, sollte sich bitte schön auch gleich die passende Waffe zulegen. Mindestens ein Sturmgewehr, um im Falle eines Falles missgünstige Nachbarn zu vertreiben. Oder die Entsandten einer etwaigen Notregierung.

    http://www.ftd.de/politik/international/:anlage-in-schwere-zeiten-gold-reicht-nicht-kauft-waffen/60086849.html

  • Munteres Schneiderlein - 3. August 2011

    Joe, solange das Sturmgewehr aus Gold ist und in einem sicheren Safe in der Schweiz liegt, ist doch alles in Ordnung

  • Canpichurri - 3. August 2011

    @ Joe der Leiharbeiter
    Ja, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht … der Autor wird es wahrscheinlich am eigenen Laibe erfahren, wenn dann in einigen Jahren auf ihn losgeballert wird …

    aber …

    so schnell kommt das niicht, wie wir jetzt vielleicht meinen. Ein Sturm hat auch Momente wo er Bäume knickt und andere wo er gerade mal ein paar Äste bewegt. Was will ich damit sagen … der August wird recht ruppig werden, aber die Politik wird sich schnell auf ein neues Hilfspaket oder gar Eurobonds einigen. Verkauft wird das dann als “alternativlos”, da die “bösen Spekulaten” ja gerade Europa sturmreif schiessen. Das man sich das eigentlich selbst an die backe schmieren muss, bleibt natürlich unerwähnt.
    Die Geschichte wird über die Jahre 2010-2020 ihr eigenes Urteil fällen, aber eins ist gewiss: Dieses Jahrzenhnt wird als ein Jahrzehnt der Umbrüche in die Bücher eingehen – keiner weiss, was danach kommt … aber das Finanzsystem wird sicherlich ein neues Korsett bekommen und damit auch die Politik/Regierungen.
    ach könnt ich mich doch in die Zukunft beamen ….

  • M.M. - 3. August 2011

    Zum Thema Gold steht hier mal wieder ein einfaches Interview:

    http://www.radio-utopie.de/2011/08/02/gold-ist-totes-material/#more-58026

    Im Sinne vom Weissgarnix kann man allerdings nur sagen: wurde schon tausend mal gesagt und hat trotzdem nix bewirkt.
    Mein neues Gesetz lautet im Sinne des Artikels :

    Der Goldpreis ist direkt proportional zur Kraft am Stecker ….

  • flo - 3. August 2011

    Die Frage ist doch die: Wieviel von der neuen goldgedeckten Waehrung gibt es fuer die alten Euros zu dem Zeitpunkt, an dem der Goldstandard wieder eingefuert wird? Wenig, wenn ihr mich fragt. Mir tun die ganzen Riester-Renten, LV und so weiter Sparer echt leid. Sollten lieber jetzt konsumieren als nach 20 Jahren Inflation, Energie und Waehrungskrise mit leeren Haenden dazustehen.

    Vermutlich wird zeitgleich zur (Wieder-) Einfuehrung des Goldstandards auch der private Besitz von Gold verboten. Alles andere wuerde mich in D wundern. Ich zieh naechstes jahr wieder zu den Eidgenossen und nehme mein Gold natuerlich mit:-)

  • Wunderwuzi - 3. August 2011

    Ist ja ganz schön und Kritik ist berechtigt, aber solange wir uns das von den Finanzfeudalisten (und in ihrem Schlepptau hängenden Politikern) gefallen lassen wird sich leider nichts ändern – und zwar bis zum biteren Ende!

  • zykliker - 3. August 2011

    “Das Geldsystem kann auf Dauer nur bestehen, wenn auch ein entsprechendes Wertesystem dahintersteht”. (im Kontext Mises / Geldsystem / Interventionismus)

    Ja, aber in welcher Traumwelt leben diese Ideologen denn eigentlich. Fordern, daß der böse Staat sich aus allem raushalten soll, aber beim erstbesten Schlagloch in der Straße wird auf die Politik geschimpft.

    Wer den Staat ablehnt, sollte mal wirklich die Augen aufmachen, und sich bewußt machen, welche staatlichen Leistungen er meist unbewußt in Anspruch nimmt, und wie das alles bezahlt wird. Ja, Ineffizienzen, Verschwendung und Korruption sind leider auch dabei; geschenkt, dass man vieles auch anders besser machen könnte.

    Der Mensch ist doch seit Jahrtausenden darauf konditioniert, dass da oben ein König oder Präsident oder Kaiser Befehle erteilt und schon spuren sie alle. Das Volk schreit doch nach dem “König”: Mach Arbeitsplätze (als könnte er sie sich aus den Rippen schneiden), mach, dass die BIP-Verteilung gerecht ist….

    Bei der erstbesten “kleinen” Rezession 1966 wurde der Wirtschaftswunder-Kanzler Erhard politisch erledigt, weil er es wagte, so etwas zuzulassen… (wahrscheinlich hat er sich mit seiner ernsthaften Wettbewerbspolitik zu viele Feindschaften in den Chefetagen der Wirtschaft zugezogen). Ähnlich die Phobie – nicht nur – der US-Amerikaner vor einer Rezession: dieses hässliche R-Wort klingt in der öffentlichen Debatte wie Krätze oder Aussatz (und tut den wirklich Betroffenen ja auch höllisch weh), aber das Mittel der Wahl soll dann wohl Austeritätspolitik a´la Brüning sein?

    Demokratie als Wertesystem und konsequent liberales Wirtschaften (ohne staatlich Einmischung) schliessn sich gegenseitig aus; ist das wirklich so schwer zu verstehen? Als Utopie taugt die österreichische Welt genauso wie die Ideale des Kommunismus; fordern kann man das gerne, aber in der realen Welt haben beide nichts zu suchen.

    Allerdings konzediere ich den Marxisten wie auch den Österreichern, dass ihre erhobenen Zeigefinger in die richtige Richtung zeigen: Ja, der Interventionismus hat leider die fatalen Folgen, die Mises prophezeit (ich meine damit nicht den “Weg in die Knechtschaft” des Kommunismus, sondern den schließlich unvermeidlichen Zusammenbruch des Schuldengebirges. Im Gegensatz zu den Ideologen halte ich diese Entwicklung aber für zwangsläufig und daher unvermeidlich, weil die von den Ideologen gepredigten Alternativen noch viel früher viel fürchterlichere Folgen hätten. “So haben wir vor dem Tod wenigstens gelebt.”

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