Zuspitzung

von am 2. August 2011 in Allgemein

Wie es nicht anders zu erwarten war, spitzt sich die Krise in der Eurozone weiter zu. Die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen zog heute auf 6,129% an, dies war der höchste Stand seit dem 18.11.1997. Auch die Rendite spanischer Staatsanleihen stieg weiter auf 6,282%. In den USA wurde zwar im letzten Moment das gesetzliche Schuldenlimit erhöht, aber deutlich wird auch, dass die USA mit den geplanten 2,4 Billionen Dollar an Einsparungen in den nächsten 10 Jahren, zunächst vielleicht nicht direkt die Wirtschaft abwürgen wird, aber der Staat als zusätzlicher Stimulusgeber definitiv ausfällt. Und selbst unter den bisherigen expansiven Staatsausgaben gelang es schon nicht, die Wirtschaft so anzukurbeln, dass auch signifikant Jobs entstehen. Ein übler Mix gebündelt mit den Signalen, dass sich weltweit die wirtschaftliche Aktivität abkühlt, der den Finanzmärkten gar nicht gefällt.

Italiens und Spaniens Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen am Startpunkt der Todeszone von jenseits der 6%:

Die Entwicklung der Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen seit Januar 1994 im Dailychart. Heute schloss die Rendite bei 6,129%.

Die Entwicklung der Rendite 10-jähriger spanischer Staatsanleihen seit Januar 1993 im Dailychart. Heute schloss die Rendite bei 6,282%.

Der Euro verliert weiter massiv gegenüber dem Schweizer Franken:

Die Entwicklung des Euro zum Schweizer Franken seit Januar 1990 im Dailychart. Heute markierte der Euro ein neues Tief mit 1,0846! Im Vergleich zum Vorjahr verlor der Euro satte -20,5%!

Auch zum Gold verlor der Euro weiter an Wert:

Die Entwicklung des Goldpreises in Euro seit Januar 1990 im Dailychart. Heute erklomm der Goldpreis im Tageshoch in Euro ein neues Allzeithoch mit 1160,50 Euro je Feinunze.

Auch den Aktienmärkten scheint es endgültig zu dämmern, das die Krise der Eurozone, Austeritätsmaßnahmen nun in einer abgemilderten Form auch in den USA, kein Umfeld sind in dem man in Aktien investiert sein muss, in den USA fiel der Dow Jones Industrial unter 12’000 Punkte und der DAX sank ebenfalls kräftig:

Die Entwicklung des deutschen Aktienleitindex DAX seit Januar 1960 im Dailychart. Heute sank er erneut, diesmal um -2,26% nach -2,9% gestern und notiert bei 6796,75 Indexpunkten!

Es gilt auch weiterhin noch tiefer geht nicht, gibt es nicht, wie der griechische Aktienleitindex ATHEX zeigt:

Die Entwicklung des griechischen Aktienleitindexes seit Januar 1987 im Dailychart. Heute sank er um -3,25% und schloss mit nur 1144,29 Indexpunkten auf dem tiefsten Stand seit dem 27.01.1997! Nur zum Vorjahr verlor der ATHEX satte -34,5%!

Grundsätzlich vollzieht sich nun klar sichtbar, was im Blog seit vielen Monaten avisiert wurde. Der Bailout des Bankensystems und damit die Rettung des Finanzsystems, die expandierenden Staatsausgaben und die Maßnahmen der Notenbanken haben zwar Zeit geschunden, aber es wurden keinerlei Probleme auch nur im Ansatz gelöst, weder die Verwerfungen an den Finanzmärkten, noch die Ungleichgewichte im Welthandel, noch das Meer an faulen Krediten im System. Unter diesen Umständen war ebenfalls klar, dass die Fehlkonstruktion des Euro, vor allem die ungleiche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit seiner Mitglieder, offen zu Tage tritt und das die chronische Defizitfinanzierung der Südperipherie in einem Desaster enden wird. Die Entwicklung des Goldpreises war bisher ein perfekter Indikator um die Zuspitzung der Situation zu messen. Lösungen sind nach wie vor keine in Sicht, weiter so, war und ist das bestimmende Motto der Protagonisten.

Zum Vergrößern bitte die Charts 1x anklicken.

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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