Zwischen Troika-Wahn und Zypern-Rettung: Vom Ende des Märchens von der Alternativlosigkeit

von am 24. März 2013 in Allgemein

Das vom Staatsbankrott bedrohte Zypern war bei den Verhandlungen der Euro-Gruppe über Finanzhilfen Freitagnacht vor einer Woche gezwungen gewesen, eine Zwangsabgabe auf Bankeinlagen zu akzeptieren. Im Rahmen der Einlagensicherung sind Einlagen unter 100.000 Euro vor Verlust geschützt. Trotzdem endete das Treffen mit der Entscheidung, die Zwangsabgabe auf alle Einlagen zu erheben, was bei Investoren und Bankkunden europaweit für erhebliche Verunsicherung gesorgt und die Gefahr eines Bank Runs auf in Zypern heraufbeschworen hatte.

Wie hoch der dadurch angerichtete Vertrauensschaden ist, wird erst in den kommenden Wochen an Zahlen zur Höhe der Kapitalabflüsse bei europäischen Banken und, sofern Institute dadurch bedingt in Schwierigkeiten kommen sollten, an eventuell notwendig werdenden Stützungsmaßnahmen ablesen können.

Zyperns Parlament hat den nachtäglich von der Euro-Gruppe zwecks Schadensbegrenzung eingeräumten Spielraum für die Ausgestaltung der Zwangsabgabe nicht genutzt, sondern das gesamte Rettungspaket abgelehnt. Regierung und Parlamentarier Zyperns sind nun im Begriff, ein eigenes, alternatives Rettungskonzept zu beschließen. Für wesentliche Bestandteile ist das bereits geschehen.

Der neue Stand

Gestern beschloss das Parlament in Nikosia (1) (2)

  • die Einrichtung eines Solidaritätsfonds zur Ausgabe von Notanleihen für die Rekapitalisierung der Banken, das heißt konkret der beiden größten, hoch verschuldeten Banken des Landes, Laiki Bank und Bank of Cyprus; als Sicherheiten sollen Mittel der orthodoxen Kirche Zyperns und der Rentenkasse sowie die Goldreserven der heimischen Notenbank dienen, wobei inzwischen jedoch von der Heranziehung der Rentenkasse wieder Abstand genommen worden sein soll;
  • Kapitalverkehrskontrollen, um verhindern zu können, dass durch Abhebungen und Überweisungen ins Ausland massenhaft Gelder abfließen;
  • ein Gesetz zur die Restrukturierung des Bankensektors, das die Zerschlagung von Banken und damit die geplante teilweise Abwicklung der in Schieflage geratenen zweitgrößten Bank des Inselstaates (Laiki Bank) erlaubt; die 361.000 Sparer mit Einlagen unterhalb von 100.000 Euro bei der Bank sind geschützt, während jene mit Einlagen über 100.000 Euro abwarten müssen, ob und wenn ja wie viel sie davon nach der Restrukturierung wiederbekommen; durch die teilweise Abwicklung der Laiki Bank soll sich der die Restrukturierung der Banken erforderliche Betrag um 2,3 Milliarden Euro reduzieren;
  • inzwischen haben sich Zypern und Troika auch auf eine Regelung für die Zwangsabgabe geeinigt; demnach soll jetzt auf Einlagen von über 100.000 Euro bei der in Schieflage geratenen größten zyprischen Bank, bei der die meisten Guthaben vermögender Ausländer liegen, nämlich der Bank of Cyprus, eine einmalige Abgabe in Höhe von 20 Prozent und bei allen anderen Banken in Höhe von 4 Prozent erhoben werden. (3)

Am Sonntag soll in einem Treffen von Staatspräsident Anastasiades Zypern mit Ratspräsident Herman Van Rompuy, José Manuel Barroso, Mario Draghi und Christine Lagarde in Brüssel das Alternativkonzept erörtert werden. (4)

Das ist eine Premiere für Europa:

Es gibt erstmals ein Alternativkonzept zur Sanierung der Staatsfinanzen – für Zypern.

Denn die Euro-Retter und insbesondere auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erzählen uns seit Anfang 2010, das heißt seit dem Beginn der Griechenland-Krise, regelmäßig immer wieder Folgendes:

Es gibt keine Alternative zu dem jeweils von der sogenannten Troika (EU-Kommission, EZB und IWF) in allen europäischen Schuldenstaaten nahezu unterschiedslos forcierten Sanierungskonzept für die Staatsfinanzen.

Das erklärt die zum Teil verstört, in jedem Fall aber höchst irritiert wirkenden Reaktionen von führenden Politikern der Euro-Gruppe auf das unerwartete „Nein“ der Parlamentarier des kleinen Inselstaats Zypern sowie auf die Ankündigung, es werde ein eigener Rettungsplan ausgearbeitet und dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt.

Verärgert hat zudem viele Euro-Retter, unter anderem auch die Bundeskanzlerin (5), dass über Tage hinweg Funkstille zwischen Nikosia und den Euro-Rettern herrschte. Zypern ließ Brüssel und die Euro-Gruppe in der Luft hängen. Das haben sich die Verhandlungsführer jedoch selbst zuzuschreiben.

Zwischenzeitlich wurden Zypern und das, was über den „Plan B“ durchsickerte, über die Medien in einer die Wirklichkeit verzerrenden Weise schlecht geredet.

Dazu zwei Beispiele:

Das Geschäftsmodell Zyperns

Herbe Kritik wurde am „Geschäftsmodell“ Zyperns geübt, dessen Kern Finanzgeschäfte, extrem anlegerfreundliche Bedingungen und niedrige Steuern sind. Die Bundeskanzlerin erklärte es beispielsweise sogar für gescheitert. (6) Es wurde der Eindruck erweckt, als sei dieses Geschäftsmodell die Ursache allen Übels.

Richtigerweise wurde zwar darauf hingewiesen, dass die Bilanzsumme des zyprischen Bankensektors das 7,1-fache des Bruttoinlandsprodukt Zyperns beträgt, der damit ungesund aufgebläht ist. Allerdings scheint es niemanden zu stören, dass die Bankenbilanzsumme in Luxemburg etwa das 21-fache des Bruttoinlandsprodukts ausmacht (7).

Klar, in Luxemburg gibt es keine Pleitebanken und das Land muss auch nicht gerettet werden. Steuervermeidung, Steuerflucht und mithin, wie im Falle Zyperns der Vorwurf lautet – zum Teil pauschal mit dem Hinweis auf den relativ hohen Anteil russischer Anlagen (ca. 28 Prozent (8)) und Finanzgeschäfte auf der Insel –, auch Geldwäsche, sind alles Probleme die im Zusammenhang mit diesem Geschäftsmodell auftreten. Es kann aber nicht angehen, dass ein und dasselbe Geschäftsmodell in einem Fall verurteilt und als Quell allen Übels dargestellt wird (Zypern) und im anderen nicht (z.B. Luxemburg, Irland, britische Kanalinseln oder London) – so wie es gerade passt. (9)

Das gilt erst recht vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Europäischen Staats- und Regierungschefs es in all den Jahren seit der Lehman-Pleite nicht geschafft haben, die Regeln so zu verändern, dass die Möglichkeiten für Steuervermeidung, Steuerflucht, Geldwäsche und für einen in Relation zur Größe einer Volkswirtschaft exzessiv aufgeblähten, hoch riskanten Finanzsektor innerhalb der Europäischen Union wirksam eingeschränkt werden. Im Gegenteil, sie haben diese Möglichkeiten ja überhaupt erst geschaffen und dann mit dem Hinweis auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit vehement verteidigt, was nicht zuletzt für Großbritannien gilt.

Das alternative Rettungskonzept

Was das alternative Rettungskonzept Zyperns anbelangt, so stößt jetzt vor allem auf starke Ablehnung, dass Zypern Mittel aus der Rentenkasse als Sicherheit für den Solidaritätsfonds heranzuziehen plante. So wird etwa Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) mit den Worten zitiert, „Wir können nicht akzeptieren, dass die Renten der Menschen verpfändet werden“ (10) und auch die Kanzlerin sagte, für den geplanten Solidaritätsfonds die Pensionskasse anzuzapfen, komme nicht in Frage (11).

Das ist für sich genommen eine begründete und nachvollziehbare Kritik. Freilich darf man sich darüber wundern, seit wann in Berlin darüber entschieden wird, was die Zyprioten mit ihrer Rentenkasse machen. Zudem ist zu fragen, wie diese Haltung mit der drastischen Kürzung von Renten in Einklang zu bringen ist, die unter anderem im Gegenzug zu Finanzhilfen von den europäischen Krisenstaaten gefordert und durchgesetzt wurden und warum es keinerlei moralische Bedenken gab, als das mit Finanzhilfen gestützte Portugal im Jahr 2011 6 Milliarden Euro (12) und 2012 2,7 Milliarden Euro (13) aus dem Pensionsfonds privater Banken in die Staatskasse verschob, um sein Haushaltsdefizit aufzuhübschen und sich damit für weitere Tranchen der Finanzhilfe zu empfehlen.

Fazit

Einem Bericht von Reuters zufolge wurde das am Freitag vor einer Woche beim Treffen der Euro-Gruppe in Brüssel beschlossene Rettungspaket für Zypern im Wesentlichen in Verhandlungen in kleiner Runde festgeklopft. (14) Das Ergebnis bzw. unverantwortliche Desaster haben demnach vor allem zu verantworten: die Verhandlungsführer von Europäischer Kommission und EZB, der Chef der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, die IWF-Direktorin Christine Lagarde sowie Zyperns Staatspräsident Anastasiades und sein Finanzminister.

Das Verhandlungsergebnis zeigt, dass Zypern beim Treffen dazu gezwungen wurde, entweder eine Zwangsabgabe auf Bankeinlagen zu erheben und dadurch 5,8 Milliarden abzuschöpfen oder auf die zur Abwendung des Staatsbankrotts benötigte Finanzhilfe zu verzichten.

Eine offene und sachliche Diskussion über die Frage, was das beste Konzept zur Rettung Zyperns ist, hat offenbar von vornherein nicht stattgefunden. Die oben exemplarisch angesprochenen Reaktionen der Euro-Partner auf die Ablehnung des Rettungspaketes und den von Zypern entwickelten Alternativplan lassen zudem den Eindruck entstehen, dass dies im Falle Zyperns auch gar nicht erwünscht ist und die Befürchtung aufkommen, dass es sich um eine generelle Abwehrhaltung handeln könnte. Anders ausgedrückt: Die dominierenden Vertretern in der Euro-Gruppe (insb. Deutschland) und innerhalb der Troika (insb. IWF) scheinen vielmehr darauf fixiert zu sein, das auf die Sanierung der Staatsfinanzen gerichtete Basiskonzept der Troika durchzuboxen, koste es was es wolle. Dabei spielt offensichtlich auch keine Rolle, dass dieses im Zuge der immer stärker sichtbar werdenden katastrophalen Nebenwirkungen für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft in Griechenland, Portugal, Spanien und Italien inzwischen äußerst kritik- und diskussionswürdig geworden ist.

Das ist eine Erklärung dafür, wieso in Brüssel ein Rettungspaket für Zypern geschnürt werden konnte, das nicht nur eine Totgeburt war, sondern vor allem auch einen kapitalen Flurschaden anrichtete, was aber keiner der Verantwortlichen zuzugeben bereit ist. Stattdessen wird der Versuch unternommen, das eigene Versagen hinter einer unsachlichen Argumentation, dem Zerfleddern des im Detail noch gar nicht bekannten Alternativkonzeptes und Drohungen zu verbergen.

Das verheißt zunächst einmal wenig Gutes für die neue Verhandlungsrunde über das Alternativkonzept Zyperns, auch wenn die Pleite abgewendet werden dürfte. Doch andererseits liegt erstmals überhaupt ein Alternativkonzept vor und es wird in Brüssel darüber diskutiert werden. Das wiederum bedeutet zweierlei: Das Gerede von der Alternativlosigkeit ist de facto als Märchen entlarvt worden und Regierungen werden ihre Ideen- und Konzeptionslosigkeit künftig nicht mehr dahinter verstecken können.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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50 KommentareKommentieren

  • Martin - 24. März 2013

    wenn Rajoy in Spanien die Rentenkasse plündert und damit die Staatsfinanzen saniert lobt man ihn und Merkel spricht ihm ihr größtes Vertrauen aus, wollen das andere machen ist das natürlich eine Schweinerei. Ist es natürlich auch. Aber diese inkonsistente Argumentiererei der ReGIERung geht auf den Wecker!!! Es geht hier nur um reinste Kolonisierungs und Dominierungs-Willkür!

  • SLGramann - 24. März 2013

    Danke Herr Dr. Eichner für Ihre zusammenfassenden und analytisch untersetzten Berichte zur Situation auf Zypern.
    In den Massenmedien liest man ja immer nur Versatzstücke und/oder Neo-Großdeutsches “wir sind weider wer”-Gekeife.

    Unabhängig wie diese Sache hier im Detail ausgeht, hat sich politisch etwas verändert, glaube ich. Das erste mal hat im Süden ein Parlament seine Bevölkerung nicht komplett verraten, sondern so etwas wie Widerstand probiert.
    Das macht hoffentlich Schule.
    Der Widerstand wird aber nur dann glaubwürdig werden, wenn man im Süden die wirkliche Alternative – nämlich den Austritt aus dem Euro – endlich ernsthaft ins Auge fasst.
    Mit diesem Euro und diesem Deutschland wird der Süden nie eine Perspektive für einen wirtschaftlichen Aufschwung bekommen. Mal sehen, wann diese Erkenntnis reift…

  • C.A.Wittke - 24. März 2013

    Panik reitet alle Pferde!

    Ich frage mich, was passiert mit dieser Bank of Cyprus? +20% ihrer Einlagen nimmt der Staat, die anderen >80% wollen umgehend entweichen, dürfen aber erst mal nicht; verboten! Weil der verhasste Apparat den Verkehr des Kapitals kontrollieren will um zu vermeiden, was nicht mehr zu vermeiden ist und das gilt nicht mehr nur für Zypern. Viele der früher geltenden VWL Standardlehrsätze sind angesichts stinkender Bad Banks und dreckiger EZB-Tricks ausgehebelt, admitted. Aber Kapital bleibt flüchtig; der alte Schäuble kann sich ganz offensichtlich nicht mal mehr daran erinnern!

    Folgendes liest sich interessant und läßt darauf schließen, daß mindestens schlaue Geschäftsleute aus West und Ost Vorkehrungen zur Absicherung bzw. Aufrechnung ihrer Einlagen getroffen haben – in time:

    http://www.bankofcyprus.com/en-GB/Start/News/Profit-Warning-/

    Mit der Bank of Cyprus und der Laiki Bank sind die beiden größten in Abwicklung, der kleine, abhängige Rest befindet sich damit im freien Sturz und wird somit ein dringender Fall für Draghis Trickkiste; dringend, denn Griechenland ist heftig mitgehangen und nicht nur Russen haben ein langes Gedächtnis. Nur, kein noch so guter Draghi Trick bietet Arbeit, Einkommen oder gar ein Auskommen!

    Der folgende Satz ist so alt wie die Bankfeiertage auf Zypern nun andauern: „Dilettantischer, blöder, dämlicher geht es eigentlich nicht: nicht mal eine grobschlächtige Zwangsabgabe vermögen diese selbstherrlichen Laienschauspieler namens Schäuble (Mr. 40%-macht-man-am-Wochenende!), Lagarde (Mrs.-Ich-Chefin!) und Merkel (Madame-begrüße-ich-ausdrücklich!) umzusetzen, ohne bereits Nachverschlimmbesserungen diskutieren zu müssen und um die Ohren gehauen zu bekommen bevor das zuvor als das Gelbe vom Ei gepriesene Pseudo-Rettungsversucherli überhaupt irgendeine Rechtskraft besitzt.“

    Nun haben sie `ne ganze Insel in den Sand gesetzt.

    caw

  • DAnconia - 24. März 2013

    Die “Rettung” wird auf diese Weise nicht funktionieren. Warum es trotzdem gemacht werden wird könnte auch hiermit zusammenhängen: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/24/ezb-schieflage-draghi-braucht-das-geld-der-bank-kunden-in-zypern/

  • Roland - 24. März 2013

    Vom Blitzsieg nach Stalingrad

    Das zypriotische Bankensystem, bisher ein kleiner Player im europäischen Konzert, gibt es so nicht mehr. In den letzten Tagen haben wir einen Blitzkrieg erlebt, der mit einer völligen Kapitulation Zyperns endet.
    Es wäre aber nicht das erste Mal, dass die Blitz-Sieger mittelfristig ihr Stalingrad erleben.

  • Navigator.C - 24. März 2013

    Moskau alarmiert Botschaften: Holt euer Geld aus den Banken in Europa!
    Das russische Außenministerium hat in einem Memo an sämtliche Botschaften die Bürger
    und Unternehmen Russlands dazu aufgefordert, Geldeinlagen aus westlichen Banken abzuziehen. Der Verlust des Vermögens sei zu befürchten.
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/24/russland-alarmiert-botschaften-holt-euer-geld-aus-den-banken-in-europa/

    Ein Zwischenfazit kan schon gezogen werden. Als internationale Reservewährung ist der € Toast

    Navigator.C

    • Traumschau - 24. März 2013

      Hallo Navigator,
      der Link funktioniert nicht! Es sieht so aus, als hätte man den Beitrag “abgesetzt”! Auf der Hauptseite erscheint zwar noch der Artikel, aber kann man ihn nicht mehr lesen …
      Es scheint sich wieder einmal mehr zu zuspitzen. Tja, wenn das zutrifft ist bald “Ende im Gelände” …
      LG Traumschau

      • micdinger - 24. März 2013

        Immer ruhig Blut. Bei mir funktioniert der Link. Und ein Euro für 1,17$ ist doch auch nicht so verkehrt, da kommt der Export noch mal so richtig in Schwung.

    • hro - 24. März 2013

      Wenn die das machen, dann braucht die Politmafia die 4 Osterfeiertage wohl tatsaechlich.

      Gruss hro

  • Deutscher Michel - 24. März 2013

    Blick über den Tellerand
    Wert auf Euroland und die EU einprügelt, sollte einen Blick über den Tellerrand wagen.
    Wir haben große Mißstände, aber andere haben noch größere.
    Die EU ist vergleichsweise modern, so sind Todesstrafe und das Verprügeln von Kindern in allen EU-Staaten verboten – ein Blick über den “großen Teich” offenbart dort andere Zustände. Bis auf die Briten 1982 hat auch kein EU-Land mehr einen Krieg vom Zaun gebrochen.
    Wer die EU und vor allem Euroland mit seinem zugegebenermaßen fetten, unfähigen und teilweise nicht demokratisch inthronisierten Machtapparat in die Schranken weisen will, schafft neuen Lebensraum für noch viel schlimmere Geister.
    Wir müssen unsere Probleme lösen und dabei in Kauf nehmen, daß im Kindheitsstadium auch Fehler gemacht werden, anstatt bösen Mächten anderswo Tür und Tor zu öffnen.
    Sapere aude.

    • Basisdemokrat - 24. März 2013

      “Bis auf die Briten 1982 hat auch kein EU-Land mehr einen Krieg vom Zaun gebrochen.”

      Kosovo, Libyen Beihilfe in Syrien?
      Gruß BD

    • FuggerinEssen - 24. März 2013

      Die Liste lässt sich fortsetzen:

      Bundeswehr in Afghanistan (Krieg gegen den Terror, siehe Gesetzgebung), Mali, Waffenlieferungen nach Syrien, Israel usw.

      Und wenn man es weiter fasst könnte man das Verhungernlassen von Griechen als kriegerischen Akt werten.

      Die EU als Friedensprojekt: Nicht in dieser Welt. Die EU kann untergehen, Europa niemals, da es ein Kontinent ist.

  • Frank Bell - 24. März 2013

    Weg mit dem Euro, weg mit Brüssel, weg mit den Schmarotzern im Straßburger Parlament.

    Das eingesparte Geld bekommen die Länder, die es benötigen, und die vielen Arbeitslosen werden dann z.B. zum Straßenbau/der Straßensanierung herangezogen.

  • Dietmar - 24. März 2013

    Wenn man die “Reichen” zappeln lässt um die “Armen” zu retten endet das im Chaos. Denn das grosse Vermögen ist besonders fluchtwillig/fähig.

  • Eurelios - 24. März 2013

    @ Roland

    Es wäre aber nicht das erste Mal, dass die Blitz-Sieger mittelfristig ihr Stalingrad erleben.

    Tja und dann heist es für alle kleinen Normalbürger:

    Stalingrad ——-> Massengrab

    Und die Begleitmusik zum Massengrab in etwa so:

    http://www.youtube.com/watch?v=Ze6SWqE4oxc

    • Roland - 24. März 2013

      Hochbegabte Musiker, ihr Produkt klingt aber in etwa so schräg wie ne nervtötende Wagner-Oper.

  • Skeptiker_ - 24. März 2013

    Merkel hat eben aus dem Griechendesaster gelernt ;-)

    Die Griechen haben alles versprochen, um an die Rettungsmilliarden zu kommen, aber nahezu nichts davon gehalten (Steuereintreibung, Privatisierung, Beamtenabbau).

    Nun wird den Zyprioten eben das Messer angesetzt -> ohne konkreten tatsächlichen Eigenbeitrag keine Rettung.
    Mit dem Pensionskassentrick, wollen die Zyprioten das Problem wiederum in die Zukunft verschieben (genau wie die Griechen), aber Merkel wird das nicht mitmachen :-)

    • Conney - 24. März 2013

      Na, dann wird jetzt ja alles gut. Gut, dass wir Frau Merkel, die Meisterin des Verschiebens von Problemen in die Zukunft, haben.

      • Skeptiker_ - 25. März 2013

        Noch funktioniert das “Verschieben auf später” Spiel von Merkel, weil Deutschland noch keinem Marktdruck ausgesetzt ist (niedrige Zinssätze für deutsche Staatsanleihen). Aberauch hier wird sich das Blatt in Bälde wenden gggggggggg

    • Holly01 - 24. März 2013

      Die deutsche Politik ist taktisch und inhaltlich ein Desaster.
      Ob Deutschland etwas mitmacht oder nicht wird in sehr kurzer Zeit sehr egal sein.
      Es sitzen immer mehr Parteien am Tisch.
      Die anglikanischen Interessen durch Deutschland vertreten rücken da in den Hintergrund.
      Die Frage war schliesslich nie, ob man die Zinsen realisieren kann (kann man natürlich nicht) sondern die Frage war immer :
      Wer muss wieviel abschreiben und wie lange ist dazu Zeit.
      Am Ende sind nicht alle tod, aber alle arm.
      Die Welt die sich gerne als die “erste” bezeichnet, hat sich kollossal verzockt und verarmt.
      Die 0,001% Multimilliardäre können nirgends hin, es gibt nur eine Welt. Da bleibt nur die Wahl, wer denen das Geld am Ende abnimmt und wie das geschehen wird.
      Wahrscheinlich mit einem Krieg gegen das Land in dem sich die “Gewinner” verkrochen haben. Am lustigsten wird es wenn die USA als “Schutzmacht der Reichen” herangezogen wird.

      • Skeptiker_ - 24. März 2013

        Sie haben es völlig richtig erkannt -> es gibt keinen Ausweg aus dem Desaster !!!

        Der Umverteilungskampf wird immer härter geführt werden und irgendwann vom Finanzkrieg in einen physischen Krieg umschlagen.

        Übrigens die Milliardäre machen 0,000.000.015% der Weltbevölkerung aus ;-)

        • Holly01 - 24. März 2013

          Es ist schwer zu beschreiben, was für einen diabolischen Spaß ich haben werde, sobald sich herauskristallisiert, das Sachwerte und Industrie wichtig sind.
          Da werden sich die “Finanzzentren” mit ihren Kunden aber sehr wundern.
          Schliesslich haben genau die Leute die “Schwellenländer” per Arbeitsplatzexport aufgebaut, die heute voll in Bargeld investiert sind ….. es soll ja immer noch Menschen geben, die meinen ein Fond sei ein Besitz … kaum zum glauben.

  • Frank - 24. März 2013

    Ich bin sicher, Zypern wird 100% gerettet und es gibt keinen Staatsbankrott.
    Denn dann, so liest man, hätte die EZB ganz gewaltige Probleme und würde einen großen Teil ihres Eigenkapitals verlieren. So blöd ist Draghi ganz sicher nicht.

    Schlimmer ist jedoch, was die nun folgende wirtschaftliche Perspektive des Landes und was ganz besonders die Auswirkungen der Kapitalverkehrskontrollen (Beschränkung der Bargeldabhebungen, Einfrierung der Spareinlagen, Einschränkungen von Auslandsüberweisungen) angeht. Die Banken sind bereits schon zu lange in Zypern geschlossen worden. Keiner dürfte dort mehr Vertrauen haben.

    Es könnte nämlich sein, dass neben einer Menge Menschen in Südeuropa, auch Liesschen Müller in Deutschland sieht, wass passiert, wenn ein paar mehr Leute ihr Bargeld gleichzeitig von der Bank abheben wollen. Nix geht dann mehr ! …und genau das könnte viele Menschen nun ganz massiv zum Nachdenken anregen, bereits im Vorfeld auf Nummer sicher zu gehen und BARGELD abzuheben, bevor es auch bei uns einmal zu so etwas kommen könnte (2008 ist ja allen noch ganz bewusst, wie ernst die Lage damals war)

    Wenn man sich die extremen Beruhigungsversuche der Verantwortlichen in allen Medien ansieht, scheint nämlich genau so ein Szenario der Alptraum der EZB, Troika und der Banker zu sein. Ab Dienstag und in den nächsten Wochen wird es somit extrem spannend werden. Ein paar gute Kontakte zu ehrlichen (!) einfachen Bankangestellten (Kassierern) sind sicher bereits heute schon sehr viel wert.

    Die Bargeldbestände kann ja jeder abrufen und die Bevölkerungszahl in Europa ist auch bekannt, so dass jeder sich ausrechnen kann, wieviel BARGELD es überhaupt für den einzelnen geben kann.

    http://www.oenb.at/de/rund_ums_geld/bargeldstatistik/euro_umlaufzahlen/euro-umlauf.jsp#tcm:14-159211

    • Eurelios - 24. März 2013

      Es könnte nämlich sein, dass neben einer Menge Menschen in Südeuropa, auch Liesschen Müller in Deutschland sieht, wass passiert, wenn ein paar mehr Leute ihr Bargeld gleichzeitig von der Bank abheben wollen. Nix geht dann mehr !

      Naja. So lange aber das Liesschen Müller in Deutschland, obwohl im die Wahrheit gesagt wird,darüber noch lacht über die drohende Gefahr bin ich nicht so darüber überzeugt ob es so
      kommen könnte.

      http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/760014#/beitrag/video/1867000/Hassknecht,-der-Kleinsparer

      Das er sich damit selber auslacht auf dem Gedanken kommt der nie.

  • Holgi - 24. März 2013

    Schäuble strickt seine öffentliche Meinung auch je nach dem Wind. So hat er sich nach der Ablehnung des ersten “Rettungspaketes” erst empört, um später dann auf die Selbstständigkeit Zyperns zu verweisen. Irgendwann wollte er gar nichts mehr mit dem ersten Vorschlag zu tun gehabt haben, hat es aber offensichtlich selbst mit beschlossen. Merkel dasselbe in Grün. Ich bin schon gespannt, wem sie wohl das Scheitern ihrer Austeritätspolitik in die Schuhe schieben werden. Wahrscheinlich waren es dann wieder die Linken oder andere Sündenböcke (Griechen, Spanier, Italiener, Zyprioten,…).

  • Bubblegum - 24. März 2013

    @ SLE,

    vielen Dank für diese Zusammenstellung. Trotzdem möchte ich noch auf eine Fragestellung aufmerksam machen, die bisher überhaupt nicht wirklich diskutiert wird.

    1. Hat Zypern überhaupt eine andere Möglichkeit Geld zu verdienen, als auf die bisher praktizierte Art? Praktisch alle Welt ist sich einig, die bisher von den Zyperern praktizierte Methode ist unmoralisch und den Wettbewerb absolut verzerrend. Aber mit ein bißchen Tourismus und Landwirtschaft sind die aufgelaufenen Schulden nicht tilgbar und auf lange Sicht wird es niemals gelingen, im Euroraum annähernde gleiche Lebensverhältnsse herzustellen, denn sonst wird es zwangsläufig zur Binnenwanderung aus der Südperipherie
    kommen (Zuzug in die funktionierenden Sozialsysteme) mit allen gesellschaftlichen Folgeerscheinungen wie jetzt schon in Duisburg zu beobachten!

    2. Warum war der Canossa-Gang des zyprischen Finanzministers nach Moskau so nieder-
    schmetternd erfolglos?
    Irgendjemand schrieb hier ja schon: ” Wissen die etwas, was wir nicht wissen?”
    Fakt ist: Die Insulaner haben den Russen einen Militärhafen auf einer Insel angeboten, die
    direkt in jenem Gebeiet des Mittelmeeres liegt, in dem riesige Öl-und Gasvorkommen
    vermutet werden. Dazu noch die entsprechenden Förderlizenzen! Eigentlich ein
    willkommener Ersatz für die Stützpunkte in Syrien, die wohl verloren sind, nachdem es CIA
    und Mossad gelungen ist, erfolgreich einen Bürgerkrieg anzuzetteln! Alle dortigen Anrainer
    einschließlich des schwachen Libanon bringen sich schon mal Interesse wahrend in
    Stellung! Trotzdem winkt Putin ab!
    Warum?
    Sind die erzielbaren Gewinne doch geringer als die aufzubringenden Kosten? Und
    die erhoffte Öl-und Gasförderung im östlichen Mittelmeer einfach nur eine gewaltige
    Luftnummer?
    Oder haben die vereinigten Terror-und Folterstaaten von Nordamerika den Russen diskret
    aber unmißverständlich bedeutet, dass eine Unertstützung der Zyprer im wahrsten Sinne
    des Wortes der Casus Belli sei?

    Viele Grüße Bubblegum

    • Roland - 24. März 2013

      Rußland ist kein “Weisser Retter”, sondern eine stinknormale kapitalistische Macht. Es ist aber nur eine Mittelmacht und steht im Spannungsverhältnis von Zusammenarbeit und Konkurrenz mit den starken imperialistischen Mächten USA und Europa.
      Bei Zypern ist es vor einem Konflikt mit der stärkeren EU zurückgeschreckt.
      Es stand zu viel auf dem Spiel: Barroso hatte mit Putin in Moskau eine Absichtserklärung abgegeben, den gegenseitigen Handel auf 500 Milliarden EURO pro Jahr auszubauen.

      So nimmt Russland den Raubzug russischer Einlagen auf Zypern mit zusammengebissenen Zähnen zur Kenntnis.

    • Freiberufler - 24. März 2013

      @ Bubblegum

      ad 1:
      Nein, und ich kaufe auch keine zypriotischen Frühkartoffeln. Die taugen nämlich nichts!

      ad 2:
      Glaubt denn irgendjemand, dass Zypern diese “Rettung” überlebt? Putin braucht doch nur zu warten, bis das Geld alle ist.

    • SLE - 24. März 2013

      Hallo Bubblegum,

      ich denke auch, Zypern hat nichts anderes, ebenso wie Luxemburg und Liechtenstein etc. Wäre Irland dazu gezwungen worden, seine niedrigen Steuersätze anzuheben, sähe es dort mit Sicherheit auch (noch) schlechter aus.

      Warum Russland eine so herbe Absage erteilte, darüber kann man nur spekulieren. Andererseits, so denke ich, ist deren Nein vielleicht noch auch gar nicht das letzte Wort gewesen. Das werden wir aber erst dann wissen, wenn die Verhandlungen mit der Euro-Gruppe tatsächlich zu keiner Lösung führen und die EZB den Geldhahn wirklich zudreht. So wie ich gelesen haben, sagen Zyprioten, geholfen hätten ihnen in der Vergangenheit immer nur Griechenland und Russland.

      Viele Grüße
      SLE

    • Navigator.C - 24. März 2013

      Zyperns Zentralbank druckt fleißig Geld. Trotz Kapitalverkehrskontrollen wird der (negative) TARGET II Saldo für Zypern immer größer. Pro Tag einige 100 Mio. € :

      Auffällig hohe Geldabflüsse aus Zypern

      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/…sse-aus-zypern-12126658.html

      Na da ist doch alles klar was da abläuft. :-)
      100 Mill€ pro Verhandlungstag verschwinden auf nimmerwiedersehen.
      Die werden noch Jahrelang verhandeln

      Navigator.C

  • Traumschau - 24. März 2013

    Ein kurzer Beitrag von 1plus, der den Irrsinn der Europolitik ziemlich gut zusammen fasst:

    http://www.youtube.com/watch?v=TLFTBmTkzOg

    LG Traumschau

  • Basisdemokrat - 24. März 2013

    Für alle Prognosen-Forscher eine klare Ansage:

    http://www.flassbeck-economics.de/zypern-oder-wie-man-ein-kleines-land-und-eine-grose-wahrungsunion-zugleich-zerstort/

    • Holly01 - 25. März 2013

      Hallo BD,
      guter Link. Kann man sehr schön nachvollziehen, was Hr. Flassbeck da schreibt.
      Ich möchte nur erweitern :
      USA : Die Amis verkaufen keine Anleihen mehr am Markt. Die werden von der FED und den Sozialsystemen absorbiert, wenn die fällig werden.
      Eine Handelszone in Lateinamerika und eine in Asien entsteht ausdrücklich mit dem Wunsch zur Zusammenarbeit miteinander, aber beide ohne amerikanische Beteiligung.
      Syrien fällt trotz massiv Einsatz nicht.
      Israel muss sich bei der Türkei entschuldigen.
      Freihandelszone mit der EU ist eher lächerlich.
      Bankengeheimnisse weltweit unter Druck gesetzt.
      Mit dem Krieg gegen den Terror, den Terror erst weltweit etabliert.
      Das Finanzsystem mit dem Investmentbanking kann man nur als asozial bezeichnen.
      SNAP, Arbeitslosigkeit, Deindustrialisierung, Handelsbilanzdefizit, Haushaltsdefizit, überbordendes Militär und Geheimdienst machen die USA als Partner nicht attraktiver.
      GB : Ein sterbender Staat.
      EU : Der Euro war eine gute Idee. Die Rechtssicherheit war eine gute Idee. Frieden war eine gute Idee. Umweltschutz war eine gute Idee. Menschenrechte waren eine gute Idee.
      Die Ideen liessen sich fortsetzen, aber es liegt alles in Trümmern. Die politische Umsetzung ist ein Hohn gegenüber allen Idealen. Klasse Bild nach aussen und paßt zu dem der USA.
      Der Klobrille den Boden herausgehauen hat man mit der Enteignung und dem einfrieren von Kundengeldern. Wenn schon der Umgang mit “Freunden” nicht abgeschreckt hat, dann war das sicher ein highlight.
      Rechtssicherheit? Mit ESM und nach dem Umgang mit Griechenland und Zypern kaum zu vermitteln.
      .
      Warum sollte irgend ein Staat auf der Welt sich ohne direkten Druck und ohne Not solche Geschäftspartner an das Bein binden?
      Die nächsten 2 Wochen werden sehr spannend. Die Russen verzichten dankend auf die Blumen. Die Russen waren quasi die letzten, die noch ein Interesse an der EU gezeigt haben.
      Die Türken sind schon vor Monaten abgerückt.
      Das Rollen der Schulden (immerhin etwa 10 Bill. $ nur in 2013) wird sich als Fiasko herausstellen.
      Das ist eine gute Gelegenheit, weil die Staten nur einfach “nichts” tun müssen. Die Anleihen werden fällig …..
      An dem Tag an dem Rohstoffe nicht mehr in Dollar gehandelt werden, müssen die USA allen den Krieg erklären oder ihre Insolvenz.

  • Andres Müller - 25. März 2013

    Zypern kam kaum wegen den Russen zum Schlingern, und auch nicht wegen dem Geschäftsmodell die Banken hoch zu gewichten. Aus meiner Sicht hat Bubblegum richtig analysiert. Die Rettung Zyperns würde darin bestehen dieses Land, so wie es ist zu stützen, bis dass die Europa-Krise bei den Schwergewichten behoben ist. Solidarität ist angesagt. Bevor man Zypern aufordert die Bankengeschäfte aufzugeben, sollte man das Vorhaben für ganz Europa orchestriert angehen, denn nicht nur in Zypern gibt es die Notwendigkeit Finanzinstitute abzubauen. Ich vermisse den zentralen Plan im Umgang mit der Bankenkrise.

  • Roland - 25. März 2013

    Schäubles Finanz-Neutronenbombe löscht die Laiki-Bank aus.
    Und auch die Bank of Cyprus wollten die EU-Genies abschiessen.

    Wirtschaftskrieg in Europa.

  • Frankenfurter - 25. März 2013

    Zur Eurobankenrettung beziehungsweise zu ihrer geordneten Abwicklung im Einzelfall gab es nie eine Alternative. Ich glaube sogar, dass es zur akuten vollen Haftungsübernahme durch die Eurostaaten bis heute kein TINA gab. Wenn nix elementar verändert wird, wird es auch in Zukunft kein Tina zur Vollhaftung der Gesellschaft geben. Und danach sieht es doch aus.

    Das Drehbuch der Währungsretter sah vor, mit sich mit den Banken von Zypern ganz zuletzt beschäftigen. Denn dass die zypriotischen Banken nach dem sog. Schuldenschnitt von Griechenland, also seit 2011 lichterloh in Brand standen, war jedem, der deren Bankbilanzen gelesen hat bekannt. Das sich zb. bei der Laiki-Bank heute überhaupt noch größere Guthaben befinden sollen, halte ich für ein Gerücht.

    Die Euro-Kreditkrise aus der Vogelperspektive.

    Die Wirtschaftsleistung im Euroraum betrug 2010 9,1 Billionen Euro. Die real gewordenen Bankschulden der “Zone” in Deutschland über Griechenland-Zypern bis Irland und Spanien beliefen sich seit 2008 inklusive noch nicht fällig gewordener Haftungsübernahme von einer Billion € insgesamt auf 1,7 Billion Euro. Der bisher aufgelaufene Kreditschaden seit Euroeinführung summierte sich somit auf mMn tragbare 18% des Eurozonen-BIP eines Jahres, der sich leicht zinslos auf viele Jahre verteilen ließe, die wiederum peu a’ peu von den größten EU-Profiteuren/Vermögen übernommen werden könnten.

    Deshalb ist für mich klar: Die bisherigen TINAs: Schuldenbremse und Fiskalpakt und obendrauf noch der Hochzins ausgerechnet für die schwachen Euroländer ist Ausdruck von blanker Idiotie von Leuten, die offenbar Null Ahnung von elementarer Saldenmechanik oder volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung haben und sich Euroretter schimpfen.

    PS. Man schaue sich einmal den EU-Haushalt an. Ein Winzling, immer noch.

  • TSTM - 25. März 2013

    Lohnt sich hier mal rein zu lesen:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/zypern/entscheidung-in-nikosia-auffaellig-hohe-geldabfluesse-aus-zypern-12126658.html

    Aha, alles anscheinend beim Alten: einige sind dann doch gleicher als gleich.

  • TSTM - 25. März 2013

    Wollte ich noch loswerden:

    “Klar, in Luxemburg gibt es keine Pleitebanken und das Land muss auch nicht gerettet werden. ”

    Vielleicht noch nicht. Wenn sich einige “Leute” bewusst werden, dass mitten am Finanzstandort EU eben mal so “Abgaben” über Nacht erhoben werden können, hebt ggf. der ein oder andere mal was ab.

    Sehenswert zu dem Thema: https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=woCK0gBWS9A#t=1020s

    Und auf Spaniens, Italiens etc. – Konten bin ich wirklich gespannt.

    • SLE - 25. März 2013

      Hallo TSTM,

      ich hatte ursprünglich vorgehabt, “Klar, Luxemburg … muss auch (noch) nicht gerettet werden” zu schreiben, bin aber zu dem Schluss gelangt, dass der Satz dazu anregen würde, sich dieses “noch” zu denken. Das gilt natürlich auch nicht nur für Luxemburg, sondern für alle Staaten, die dasselbe Geschäftsmodell verfolgen und deren Volkswirtschaft in hohem Maße vom Finanzsektor abhängig sind. Da kommt also noch einiges auf uns zu.

      Viele Grüße
      SLE

      • TSTM - 25. März 2013

        Hatte ich auch so verstanden, konnte es aber nicht lassen, noch mal direkt den Finger in die Wunde(n) zu stecken. Sollte keine negative Kritik sein, im Gegenteil.

        Alles in allem immer 1a-SLE-Artikel, DANKE!

        Grüsse,

        TSTM

      • Frankenfurter - 25. März 2013

        Gut, dass England noch das Pfund hat. Für die Banken ist ein ordentlicher Risikopuffer vorhanden, der sich mittels Notenbank beliebig vergrößern lässt. Die Hausfrauenriege in Brüssel hat ihre Schuld getan, die Hausfrauenriege kann gehen.

  • Rolmag - 25. März 2013

    Das mit dem “alternativlos” haben nur die geglaubt, für deren Ohren es bestimmt war, Leute mit Hauptschulabschluss 8. Klasse und politisch eher Desinteressierte.

    Wer der Politik überhaupt irgendetwas glaubt, außer wenn die eine Steuererhöhung ankündigen, also das Leben teurer wird, ist ein naiver und hoffnungsloser Romantiker.

    Demokratie war nicht gestern, Demokratie war noch nie!

    Die Politiker haben die Sterbeworte Alleister Crowleys zur Maxime ihres Handelns erhoben: “Nichts ist real, alles ist erlaubt!”.
    Aber nicht mehr lange, denn dann bald gibt es doch etwas Reales, den Mangel. Dann sind diese Politverbrecher in einer Situation, wo auch die größte Lüge und die dreisteste Manipulation nicht zum gewünschten Erfolg führen wird, nämlich den Leuten ihre Arbeitsleistung möglichst vollumfänglich zu entwinden, um sie ihren Amigos zuzuschieben, weil es nichts mehr zum entwinden geben wird bzw. bei weitem nicht genug. Mit Siebenmeilenschritten hetzen sie in diese Richtung.

    Wer sein Rennpferd, so wie die BuReg unser Deutschland, in jedes mögliche Rennen zwingt, auch wenn keinerlei Siegchance besteht, wird bald keine Freude mehr an dem Gaul haben aber dafür umso mehr Kosten und Ärger.

    • Eurelios - 25. März 2013

      Das mit dem “alternativlos” haben nur die geglaubt, für deren Ohren es bestimmt war, Leute mit Hauptschulabschluss 8. Klasse

      Naja. Ich kenne einige Menschen in meinem Bekanntenkreis mit Hauptschulabschluss 8. Klasse die sind nicht blöde sondern durchschauen das “Spiel“ der derzeitigen Geldeliten.

      Soweit es Ihnen möglich war haben diese auch schon ihr kleines Vermögen abgesichert
      in dem sie ihr Geld auf der Bank in sinnvolle Sachwerte umgeschichtet haben.

      Andereseits kenne ich auch Hochschulablsoventen die weiterhin denken das sie mit
      Anlagen die sich im hohen Risikobereich befinden noch mehr Knete scheffeln könnten.

  • Konjunktion - 25. März 2013

    Seit vielen Jahren schreiben alternative Medien darüber, dass die EU bzw. das Konstrukt Brüssel nur einem Ziel dient: Der Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa – besser EUdSSR – durch die Hintertür mit Hilfe des Euros, einer dadurch gezwungenermassen gemeinsamen Fiskalpolitik und die Herbeiführung von Krisen, um die Alternativlosigkeit einer EUdSSR aufzuzeigen.

    Seit gestern Nacht haben sich diese in den Mainstreammedien immer als Verschwörungstheorien diffamierten Meinungen mehr als bestätigt. Gerade rechtzeitig vor Öffnung der asiatischen Märkte und dem Auslaufen des EZB-Ultimatos haben die Finanz-Minister der Euro-Gruppe, der IWF, die Weltbank und die EZB Zypern mit einem Deal zur Rettung des Euros ausgetrickst.

    mehr hier: http://konjunktion.info/2013/03/willkommen-in-der-eudssr/

    • Lothar - 25. März 2013

      Der Begriff EUdSSR stammt aber von den neoliberalen Rechtsaussen. Denn die UDSSR hatte alles fuer ihre Buerger getan. Kein Wunder das sich mittlerweile 40% die UDSSR zurueckwuenschen und 51% wieder eine Planwirtschaft anstatt Marktwirtschaft.

      Das was hier eingefuerht werden soll ist der franzoesische Absolutismus mit einer Feudalherrschaftlichen Geldelite und vererbaren Schuld Frondiensten

  • Traumschau - 25. März 2013

    Hallo zusammen,
    hier zum Thema Finanzmärkte eine sehr eindrucksvolle Rede von unserem ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, der ebenso wie viele andere dem Neoliberalismus und dem Spiel der freien Märkte früher das Wort geredet hat:

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=16648

    Zur ganzen Rede von Köhler ist ein Link zu einer PDF-Datei angegeben.
    Oder anders: “Nur Idioten ändern ihre Meinung nie”. Köhler beweist mit dieser Rede, dass er kein Idiot ist!
    LG Traumschau

  • Pessimist - 25. März 2013

    Hochgradig OT

    Fracking wird gewaltig überschätzt

  • micdinger - 25. März 2013

    In den Nachrichten wird ja immer nur von zwei betroffenen Banken (Bank of Cyprus und LAIKI) gesprochen. Was geschieht eigentlich mit den Einlagen der anderen sechs Banken?
    http://www.aaadir.com/banks/countries/all/main.jsp?cont_id=4&country_id=43&la=3

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