China: Anlageinvestitionen Januar bis März 2017

von am 17. April 2017 in Allgemein

ChinaDas National Bureau of Statistics of China (NBS) veröffentlichte heute die Daten zu den fixed assets investments für den Zeitraum Januar bis März 2017. Im akkumulierten Zeitraum Januar bis März und stiegen die Anlageinvestitionen (privat und staatlich) um +9,2% zum Vorjahreszeitraum.

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Die Entwicklung der Anlageinvestitionen (fixed assets investments) von Januar 1996 bis März 2017 im Chart, jeweils die akkumulierte Rate von Jahresanfang, also für März 2017 von Januar bis März 2017 mit +9,2%.

Im Trend sieht es weiter nach etwas Schwäche aus, aber dies ist auch dem hohen Basiseffekt geschuldet. Im  Zeitraum Januar bis März 2017 betrugen die Anlageinvestitionen in Ausrüstungen der Industrie, Infrastruktur und Bauten 9,377700 Billionen Yuan. Immer noch würde sich das Volumen der Sachanlagen, beim bestehenden Wachstum, in weniger als 10 Jahren verdoppeln und dies auf diesem enormen Ausgangsniveau:

Die Entwicklung der Anlageinvestitionen, jeweils im akkumulierten Zeitraum Januar bis Dezember von 1998 bis 2017 in Billionen Yuan im Chart. Von Januar – März 2017 stiegen die Anlageinvestitionen auf 9,3777 Billionen Yuan! 

Ziehen tun immer noch die Investitionen in die chinesische Infrastruktur mit aktuell +23,5%, von Januar bis März 2017. Die Investitionen in das Verarbeitende Gewerbe stiegen noch um +5,8% zum Vorjahreszeitraum und in der chinesischen Autoindustrie stiegen die Investitionen um immerhin +8,1%, obwohl schon Massen an PKW in China produziert und verkauft werden. Man geht von weiterem Wachstum aus, bzw. plant dieses.

Die Investitionen in die chinesische Infrastruktur sind gewaltig und bleiben es, bis 2020 sollen alleine 460 Mrd. Dollar in das Zugnetz investiert werden, dabei neue 11’000 Kilometer in Hochgeschwindigkeitstrassen. Zuletzt 2016 wurden 1’903 Kilometer neue Hochgeschwindigkeitstrassen für Züge gebaut, 5’899 Kilometer elektrifizierte Gleise insgesamt, 8 neue Flughäfen fertiggestellt und 6’745 Kilometer Autobahnen. Insgesamt wurden sogar 324’898 Kilometer Strassen gebaut, unvorstellbare Dimensionen für ein Land wie unseres, wo schon der Ausbau, die Reparatur von wenigen Kilometer Autobahn und Landstraßen gefühlt Jahre dauert!

Quelle: Stats.gov.cn/2017年1-3月份全国固定资产投资(不含农户)增长9.2%

Kontakt: info@querschuesse.de

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4 KommentareKommentieren

  • Fekub - 17. April 2017

    Hallo Steffen,
    der Tiefbauspezialist Bauer AG meldet interessantes in seinem Lagebericht Seite 19: http://www.bauer.de/bauer_group/investor_relations/reports/annual_report/
    Fazit:
    – hohes Niveau
    – lokale Hersteller v. Baumaschinen hätten das Potential völlig überschätzt
    – Rückgang bei den Verkäufen “in den letzten Jahren” von 50%
    – Weltmarkteinbruch = 28%
    Ausblick: Es wird Jahre dauern bis sich die Märkte wieder einpendeln.

    Die bisher erworbenen Maschinen und Anlagen müssen ausgelastet werden, bis ihre Finanzierung und Nutzungsdauer vollendet ist. Die Ausrüster wie u.a. auch der Geschäftsbereich von Bauer spüren dies zuerst. Das hohe Niveau will gehalten werden.

    Manipulieren Politik und Zentralbank die Nachfrage wird die Aufgabe der Geschäftsleitung von Unternehmen das richte Maß beim Angebot zu finden unmöglich – mit allen Konsequenzen für zukünftig notleidende Kredite, Arbeitsplatzverluste, privater Fehlinvestitionen (Immobilien) von Mitarbeitern etc…..

    Grüße
    Fekub

    • Querschuesse - 17. April 2017

      Hallo Fekub,
      sicher gibt es in China Fehlallokationen und Fehlinvestitionen, aber in Summe peitscht die Kreditexpansion das Wirtschaftswachstum an, konsequent wird gerade die Infrastruktur nach vorne gebracht, kein Vergleich zu dem Gebarme hier, tausende Kilometer an maroden deutschen Strassen, Schienen, Brücken und Schulen in einem kläglichen Zustand. In der selben Zeit wo am Berliner Flughafen rumgewurstelt wird, sind in China über 60 Flughäfen in den Betrieb gegangen.

      Gruß Steffen

      • Fekub - 18. April 2017

        Hallo Steffen,
        China – so beeindruckend wie seinerzeit als nach dem Krieg alle Feldwege in Deutschland asphaltiert wurden….Stromtrassen ohne Proteste gebaut werden durften und man an das Atomzeitalter glaubte, mitten im kalten Krieg.

        Grenzenlos dumm war die Tulpenzwiebelspekulation, grenzenlos dumm – was Chinesen entscheiden und es richtig scheint, weil alle es tun.

        Grüße Fekub

        • Querschuesse - 18. April 2017

          ich würde etwas unterscheiden zwischen Immobilienboom, Blase und einer funktionierenden und hypermodernen Infrastruktur, die Grundvoraussetzung für erfolgreiches Wirtschaften ist und die die Lebensverhältnisse verbessert. Exzesse gibt es überall, leider, wenn die Blase platzt, platzen die Kredite, das Schuldner/ Gläubiger Verhältnis. Aber die errichtete Infrastruktur bleibt. Genaugenommen auch die gekaufte Eigentumswohnung, sieht hat nur weniger Wert, im schlimmsten Fall deutlich weniger, als die bestehende Schuld darauf.

          Gruß Steffen