Corona Faktencheck – Deutschland

Hier werden täglich alle relevanten Daten vom RKI und von Destatis zu Covid-19 in Deutschland aufbereitet. Anhand der Charts kann man sich ein relativ objektives Bild machen, haben wir hier eine Zweite Welle und vor allem haben wir eine epidemische Lage von nationaler Tragweite?

Zweite Welle ?

Stand 30.11.2020 – 11169 positive PCR-Tests.

Die PCR (Polymerase-Kettenreaktion) ist eine NAT (Nucleic Acid Amplification Technology)-Methode. Der Test misst Sequenzen, also Nukleinsäuren, die im Virus enthalten sind. Ein positiver Test zeigt nur an, dass SARS-COV-2 RNA vorliegt, erlaubt jedoch keinen Rückschluss auf das Vorhandensein eines Infektion und ob diese ansteckend ist. Dies kann nur mittels eines Virusnachweises durch Vermehrung in einer Zellkultur erfolgen. Dieses Faktum hat die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit auf Anfrage eines Abgeordneten bestätigt.

Stand 30.11.2020

Stand 30.11.2020

Im Schnitt der letzten 14 Tage sind pro Tag 264,4 Personen an und mit Covid-19 gestorben, heute 125 Personen, im Durchschnitt liegen die gesamten Sterbefälle in Deutschland bei täglich ca. 2600! Bisher sind 16248 Personen an und mit Covid-19 gestorben, die gesamten Sterbefälle im Jahr in Deutschland liegen aber bei knapp 1 Million! Der Anteil der Covid-19 Toten am gesamten Sterbegeschehen beträgt bis jetzt nur 1,6%. Beim aktuellen Covid-19 Sterbegeschehen müsste aber nun die Übersterblichkeit deutlich steigen, soweit es sich um Sterbefälle an Corona handelt?

Über ein Drittel der Covid-19 Verstorbenen in Deutschland kamen aus Pflegeheimen. Bis heute sind diese nicht richtig geschützt!

Das Durchschnittsalter der an und mit Covid-19 Verstorbenen lag bei 81 Jahren. Von den bisher Verstorbenen waren nur 6 Personen unter 20 Jahre alt, insgesamt 64 unter 40 Jahre und 194 unter 50 Jahre. 12399 bzw. 86% der Verstorbenen waren älter als 70 Jahre. Nur 1,3% aller Toten waren unter 50 Jahre alt!

Warum wird hier das Durchschnittsalter der an und mit Covid-19-Verstorbenen (81 Jahre) erwähnt, weil die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland ebenfalls bei 81 Jahren liegt und Covid-19 somit keinen negativen Einfluss auf die durchschnittliche Lebenserwartung haben kann.

Anzahl PCR-Tests

Stand Kalenderwoche 47 2020

Stand: Kalenderwoche 47 2020

In der KW 47 wurden 1,350270 Millionen PCR-Tests durchgeführt, ein Rückgang von -39111 zur Vorwoche. In der Relation zu den gefundenen positiven Befunden gab es einen weiteren Anstieg, 9,39% aller durchgeführten PCR-Test waren positiv. In der Ersten Welle waren es am Hoch 9,03%.

Es ist durchaus wichtig auch auf die Anzahl der durchgeführten PCR-Tests zu sehen, denn diese haben eine Fehlerquote. In einem Ringversuch der Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboren e.V. (Instand e.V.) stellten sich 1,4 bis 2,2% (je nach Hersteller) der verdeckt positiven und negativen Sars-CoV-2 Proben mit einem fehlerhaften Testergebnis heraus, was zwangsläufig bei Massentestungen, auch zu relevanten Falsch-Positiven Ergebnissen führt. Dies kann sich im Einzelfall auch noch viel schlimmer darstellen, wie der jüngste Skandal im Augsburger MVZ-Labor zeigt. Bei durchgeführten Kontrolltests entpuppten sich von 60 positiv Getesteten, 58 in Wirklichkeit als negativ!

Fall-Verstorbenen-Anteil, also wie viele Personen gemessen an positiven PCR-Tests versterben. In der KW47 lag das Ratio bei 0,29%.

Sentinelerhebung (Sentinelsurveillance) 

Die Anzahl der SARS-CoV-2 Nachweise in der Sentinel-Erhebung der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts je Kalenderwoche, Stand KW47 2020. Seit der KW16 gab es keinen einzigen SARS-CoV-2 Nachweis mehr, der in Vermehrung in der Zellkultur erbracht wird! Seit der KW39 finden wieder vereinzelte Nachweise statt. Bei den PCR-Test findet man dagegen Abertausende mit Nukleinsäuren Schnipsel. In der KW47 wurden 2 positive Nachweise aus Zellkulturen erbracht, aber sie machten nur einen 3%igen Anteil, an den gesamten im Sentinelprogramm untersuchten Proben aus. Ein merkwürdiger Datensatz für eine Pandemie?

Überlastung des Gesundheitssystems?

Stand KW47 2020

Die Anzahl der Hospitalisierungen (peripher-stationäre Behandlungen und intensivmedizinische Behandlungen) je Kalenderwoche. In der KW47 gab es in ganz Deutschland 4221 Hospitalisierungen. Es gibt 1927 Krankenhäuser in Deutschland (die 19,4 Millionen Behandlungen jährlich durchführen), sie mussten sich nur 4221 neue Hospitalisierungen in der KW47 teilen. Bisher wurden im laufenden Jahr 2020 62356 Patienten mit Covid-19 hospitalisiert. Das sind nur 0,32% der gesamten Hospitalisierungen auf das Jahr betrachtet.

Um zu beurteilen, ob unser Gesundheitssystem überlastet ist, da hilft u.a. auch ein Blick auf den Notaufnahme-Situationsreport. Dort zeichnen sich nach wie vor deutlich weniger Patienten in den Notaufnahmen, als im Vorjahr:

In der KW47 2020 lag die Anzahl der Notaufaufnahmevorstellungen um -24,2% unter dem Niveau der Vorjahreswoche.

Divi-Intensivregister

Stand 01.12.2020

Die Zahl der aktuellen Intensivpatienten mit Covid-19 beträgt deutschlandweit 3919 (am alten Hoch waren es 2922). Dies entspricht 14,2% (am alten Hoch waren es 12,7%) aller vorhandenen Intensivbetten. Von aktuell 22151 Intensivpatienten in ganz Deutschland haben 3919 Covid-19, 5460 Intensivbetten sind frei. Insgesamt stehen 27611 Intensivbetten zur Verfügung.

Obwohl die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 seit Wochen deutlich zunehmen, werden seit Wochen weniger Intensivbetten von den Krankenhäusern gemeldet, seit dem 30.07.2020 mit 33367 Intensivbetten immerhin -5756, was natürlich massiv auf die Zahl der vorhandenen freien Intensivbetten negativ durchschlug. Bei einer steigenden Zahl von Covid-19 Intensivpatienten sinken stetig die Intensivbettenkapazitäten? Zusätzlich gibt es noch die Notfallreserve, die theoretisch aktiviert werden könnte. Die Notfallreserve liegt Stand heute bei 11789 Intensivbetten, ebenfalls ein Rückgang zum Höchststand von -1075 Betten.

Die Entwicklung der gesamten Intensivbetten (ohne Notfallreserve) seit dem 01.07.2020 im Chart. Stand 01.12.2020,  …… Das wirft weiter Fragen auf ??

Auf der anderen Seite, die belegten Intensivbetten:

Stand 01.12.2020

Trotz des starken Anstieges der Covid-19 Intensivpatienten (mehr als 17 Mal so hoch wie im Sommer) steigen in der Summe bis jetzt die gesamten Intensivpatienten nicht an und nur diese Zahl ist letztlich entscheidend! Erst wenn es in der Summe aller Intensivpatienten auf Station einen signifikanten Anstieg gibt, gibt es auch ein wirkliches Problem, welches dann Überlastung hieße. Sollten die stark ansteigenden Zahlen von Intensivpatienten mit einem positiven PCR-Test, echte Covid-19 Patienten sein, müssten alle anderen Krankheiten die zu Intensivfällen führen, um dieselbe Summe zurückgehen, was ja extrem unwahrscheinlich/ unplausibel wäre. Dieser Artikel greift die Problematik gut und verständlich auf:
Heise.de/tp/Corona-Lockdown: Droht tatsächlich eine akute nationale Gesundheitsnotlage
Einen gewissen Teil der Erklärung dieses Phänomens liefert auch die Zählweise, jede Pneumonie, Lungenentzündung in einem Krankenhaus, auch ohne positiven PCR-Test oder Nachweis beim Patienten, wird als Covid-19 gezählt, wenn dieser Kontakt zu einem positiv Getesteten hatte. Auch fragwürdig, alle nicht symptomatischen Patienten mit einem positiven PCR-Test werden gezählt, obwohl sie wegen einer anderen Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Quelle: Rki.de/PDF/Neuartiges_Coronavirus/Falldefinition
Noch unglaublicheres liefert eine neue Studie der Initiative Qualitätsmedizin (IQM), von den im 1. Halbjahr 2020 hospitalisierten Covid-19 Patienten der untersuchten 421 Krankenhäuser waren zwei Drittel nur Verdachtsfälle, sie wurden ausschließlich wegen ihrer Symptome mitgezählt.
Quelle: Initiative-qualitaetsmedizin.de/covid-19-pandemie

Einen guten Anhaltspunkt zur Einschätzung der Lage liefern auch die Helios-Kliniken in Deutschland mit täglich aktualisierten Daten zu 89 Kliniken. Von 15362 Hospitalisierungen am 01.12.2020 hatten 1211 Patienten einen positiven PCR Test-Befund. Der Anteil an Covid-19 Patienten betrug damit 7,9% aller Hospitalisierungen.

Im Gesamtaggregat passiert auch bei den 89 Helios-Kliniken nichts außergewöhnliches, die gesamten Hospitalisierungen liegen aktuell sogar unter denen des Vorjahreszeitraumes und 2019 war nicht einmal ein Grippejahr! Quelle: Helios-gesundheit.de/PDFAuslastung Kliniken/Covid-19 Helios

Auch spannend, in der ersten Studie der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) wurden von 310 Kliniken, während der Phase des Lockdowns, die Abrechnungsdaten analysiert und mit dem Vergleichszeitraum 2019 verglichen wurden, u.a. mit einem erstaunlichen Ergebnis. Es gab im selben Zeitraum 2019 mehr Pneumonien (Lungenentzündungen), als während des Lockdown 2020 wegen Covid-19! Noch einen drauf setzt die Anzahl der künstlichen Beatmungen, denn während des Lockdowns 2020 wurden -36,1% weniger Patienten künstlich beatmet als im gleichen Zeitraum 2019!! Auch insgesamt kann von Überlastung der Krankenhäuser überhaupt keine Rede sein, denn während des Lockdowns brach in den 310 Kliniken die Zahl der stationär behandelten Patienten um -42,7% zu 2019 ein!

Allgemein gilt anhand der dargestellten Daten, bisher gab es zu keinem Zeitpunkt eine Überlastung der Krankenhäuser und Intensivstationen wegen Covid-19! In den Monaten April und Mai meldeten Krankenhäuser und Arztpraxen sogar für 410000 Mitarbeiter Kurzarbeit an! Krankenhäuser bekommen 11,5 Mrd. Euro vom Bund, als Ausgleich für entgangene Einnahmen in der Coronakrise (unbelegte Betten, nicht durchgeführte Behandlungen). ” 40 Prozent der Krankenhäuser verzeichnen Verluste, für ein Zehntel besteht erhöhte Insolvenzgefahr.”

Die Bundesregierung hatte 26281 Beatmungsgeräte bestellt, davon wurden bis Ende August 7691 ausgeliefert. Nun versucht man den “Rest” zu stornieren, bei zwei Herstellern konnten bereits 2500 Beatmungsgeräte storniert werden. Erstaunlich auch, während der “Corona-Pandemie” haben rund 5900 deutsche und 2700 ausländische Altenpflegekräfte ihren Job verloren. In der Krankenpflege waren es sogar 9000 deutsche und 3900 ausländische Beschäftigte die entlassen wurden.

Berlin Corona-Fakten

Stand 30.11.2020

Die zweite Welle der positiven PCR-Test ist viel stärker als die Erste, mehr als 5 x Mal so Hoch.

Nach 4 Wochen im Teillockdown gibt es nur einen leichten Rückgang, dies weist nicht gerade auf die Evidenz der getroffenen Maßnahmen hin.

Zum Glück blieb das Sterbegeschehen gemessen an den sehr hohen Fallzahlen lange Zeit moderat, dann gab es Tage mit deutlich erhöhten Todesfällen:

Stand 30.11.2020

Bisher 565 an und mit Covid-19 Verstorbene in Berlin im Jahr 2020, bei rund 35’000 Sterbefällen in Berlin pro Jahr. Nur 1,6% der gesamten Sterbefälle in Berlin wir auf das Jahr betrachtet an und mit Corona verstorben sein. Über ein Drittel der Toten kommt aus Berliner Pflegeheimen, beschämend und durch geschlossene Restaurants, Kinos und Sportstätten in der Stadt lässt sich das Problem nicht lösen, dieses wird falsch adressiert.

Stand 30.11.2020: Es gibt 826 Covid-19 Patienten in peripher-stationärer Behandlung (blau) und 316 Covid-19 Patienten in intensivmedizinischer Behandlung (rot). Also sind insgesamt 1142 Covid-19 Patienten in stationärer Behandlung im Krankenhaus, aber es gibt 85 Krankenhäusern in Berlin! Überlastung? Im Schnitt werden pro Jahr in den 85 Krankenhäusern in Berlin 875000 Patienten behandelt! Covid-19 verursacht nur Bruchteile an den gesamten Hospitalisierungen.

Deutschland gesamte Sterbefälle – Übersterblichkeit?

 

Mit den Sterbefällen bis zur KW44 laut Destatis.

Die monatlichen Sterbefälle von Januar 1952 bis Oktober 2020.

Die Corona-Toten spielen statistisch betrachtet, im gesamten Sterbegeschehen bis dato keine relevante Rolle, vielleicht eine kleine im April. Die Übersterblichkeit im August war auf die Hitze zurückzuführen und nicht auf Corona. Im Oktober 2020 ist eine da, laut Destatis liegt sie +4,0% über dem Durchschnitt von 2016 bis 2019, dies entsprach 2777 Verstorbenen (offizielle Tote an und mit Covid-19 lt. RKI 964). Aber Destatis liefert weitere Daten dazu, denn bei den unter 80-jährigen ist die Sterblichkeit um -4,0% gesunken, dort liegt sogar eine kleine Untersterblichkeit vor, dagegen bei den über 80-jährigen ist die Sterblichkeit um +9,0% über dem Schnitt von 2016-2019. Diese höhere Sterblichkeit bei den über 80-jährigen kann man auch Covid-19 zuschreiben, aber dies ist nicht eindeutig, denn auch Destatis räumt ein, das bereits 2019 der Anteil der Bevölkerung mit über 80 Jahren deutlich höher lag (5,7 Millionen), als 2015 mit 4,7 Millionen, also auch Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung zu überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen beitragen könnten.
Quelle: Destatis.de/Pressemitteilung Nr. 472 vom 27. November 2020

Sterbefälle jeweils 01.01. bis 01.11.

2020: 790’943 (davon 10’481 Corona-Tote)
2019: 780’321 (unterdurchschnittliches Grippejahr)
2018: 801’511  (überdurchschnittliches Grippejahr)
2017: 778’016 (durchschnittliches Grippejahr)
2016: 752’033 (nahezu keine Grippe)

Quellen Daten:
Rki.de/Tägliche Situationsberichte
Wiki/Sentinelerhebung
Influenza.rki.de/Wochenberichte-Sentinelproben
Rki.de/Notaufnahme-Situationsberichte
Divi.de/Intensivregister-Tagesreport
Berlin.de/Corona-Fallstatistik
Gesetze-im-internet.de/Infektionsschutzgesetz
Destatis.de/Sonderauswertung-Sterbefälle