Deutschland: einsam – aber mit Überschuss

von am 21. April 2017 in Allgemein

DeutschlandAuch im Jahr 2017 taucht eine absurde Diskussion, abseits von zwingenden volkswirtschaftlichen Zusammenhängen auf. Sind die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse gut oder schlecht und kann der Staat lenkend eingreifen oder nicht. Für Bundesfinanzminister Schäuble ist alles klar, so wie immer: “Es gibt weder vernünftige Maßnahmen, die Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss senken, noch brauchen wir aktive wirtschaftspolitische Maßnahmen, um dies zu erreichen”. Mit dieser Meinung stehen die deutschen Überschuss-Interessenvertreter ziemlich alleine auf dem internationalen Parkett. Denn die Realität, volkswirtschaftliche Logiken und Wirtschaftsdaten zeigen offensichtlich anderes!

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Die Entwicklung der deutschen Leistungsbilanz seit Januar 1950 im Jahreschart. Zuletzt im Jahr 2016 lag der deutsche Leistungsbilanzüberschuss gegenüber der Welt bei +261,309 Mrd. Euro, dies entsprach +8,3% des nominalen BIPs.

Die Leistungsbilanz ist neben der Kapitalbilanz Bestandteil der Zahlungsbilanz. Die Leistungsbilanz spiegelt die Handelsbilanz, die Dienstleistungsbilanz, die Erwerbs- und Vermögenseinkommen und die laufende Übertragungen mit dem Ausland wider.

Die Entwicklung der kumulierten deutschen monatlichen Leistungsbilanz seit Januar 1956 im Chart. Bis Februar 2017 kumulierte sich ein Leistungsbilanzüberschuss von +2451 Mrd. Euro! Der Chart macht schön deutlich, wie sich dieses Ungleichgewicht erst nach 2002 dynamisch aufbaute (+2336 Mrd. Euro seit Anfang 2002), einhergehend mit einem für Deutschlands Leistungsfähigkeit permanent unterbewerteten Euro, womit bereits verifiziert ist, was eine der Hauptursachen für die Nettoexporterfolge ist.

Der erzielte akkumulierte Leistungsbilanzüberschuss ist 1:1 der Finanzierungssaldo des Auslands, um diese akkumulierte Summe verschuldet sich das Ausland um deutsche Nettoexporte zu absorbieren. Im anhaltenden Strom verschuldet die deutsche Überschusswut das Ausland bzw. Schulden sind die Genese des Auslandes um deutsche Waren Netto zu importieren. Dies feuert ganz eindeutig außenwirtschaftliche Ungleichgewichte an und diese Ungleichgewichte sind Quelle von Verschuldungen, von immer stärkeren Gläubiger/ Schuldner Verhältnissen, Abhängigkeiten und die damit in der chronischen Version schon fast zwingend in Finanzkrisen münden müssen.

Schäubles Haltung und die der Bundesregierung, die ihrer Berater und der Regierungsparteien, Waren “Made in Germany” sind begehrt – deshalb hat Deutschland einen Exportüberschuss, ist natürlich nicht ganz falsch, aber greift zu kurz, denn natürlich würde ein höheres Lohnniveau in Deutschland auch höhere Preise für deutsche Waren erzwingen und damit die Spitze der Wettbewerbsfähigkeit kappen.

Relevant für die Binnennachfrage sind die Nettolöhne und natürlich könnte auch ein Staat, mit einer massiven Steuer- und Abgabenlast etwas dafür tun, dass die realen Nettolöhne steigen. Die sind längst abgekoppelt vom realen BIP-Wachstum:

Die Entwicklung des realen BIP (blau) und der realen Nettolöhne (preisbereinigt 2010=100/ rot) als Index Q1 1991=100 im Chart. Während das saisonbereinigte reale BIP seit Q1 1991 um +39,5% bis Q4 2016 stieg, stiegen die saisonbereinigten, durchschnittlichen, realen Nettolöhne nur um +3,5% im selben Zeitraum.

Hier versagen Politik, Gewerkschaften, Tarifparteien bzw. handeln im Interesse der Exporteure und Konzerne. Die Partizipation der Arbeitnehmer ist zu schwach, dies schwächt die Binnennachfrage und damit auch die Importe und sorgt auch dafür, dass die Lohnstückkosten, die Exportpreissteigerungen vergleichsweise niedrig bleiben. Ergo zusammen mit einem brachial für Deutschland unterbewerteten Euro, die halbe Welt mit deutschen Nettoexporten überschüttet werden kann.

Wo man auch hinsieht oder sich den Fakten nähert, dasselbe Bild:

Die Entwicklung der Arbeitsproduktivität (rot) und des Reallohnindex (Bruttolöhne-VPI/ blau) als Index 1992=100. Während die Arbeitsproduktivität von 1992 bis Q4 2016 um +39,0% anzog, stiegen die Reallöhne um +6,2% im selben Zeitraum. Der erste Anstieg am äußersten Rand kompensiert nicht im Ansatz das jahrelange Darben der Reallöhne und das Gap zur Entwicklung der Arbeitsproduktivität.

Ähnliches gilt für Investitionen, die steigen zwar, aber gemessen am Zustand von tausenden Brücken, vielen Kilometern Schienen und Strassen, öffentlichen Schulen und Gebäuden und auch daran, dass die Abschreibungen immer noch höher sind als die Bruttoinvestitionen, bleibt das zu viel wenig, um einen Beitrag zum Abbau der Leistungsbilanzüberschüsse und damit für höhere Binnennachfrage (Konsum+Investitionen) zu leisten:

Die Entwicklung der Nettoanlageinvestitionen des Staates in Mrd. Euro, von 1960 bis 2016 im Chart. Im Jahr 2016 lagen die Nettoanlageinvestitionen des Staates (Bruttoanlageinvestitionen – Abschreibungen) bei -0,150 Mrd. Euro, nach -2,366 Mrd. Euro 2015. Immer noch schrumpft der Kapitalstock leicht, dies obwohl mit ESVG 2010 nun militärische Ausrüstungen (Waffen: Flugzeuge, Panzer usw.) nicht mehr als Vorleistungen des Staates zählen, sondern als Investitionen und damit die Investitionen des Staates potentiell hochtreiben. 

Ähnliches zeigt sich noch, wenn man auf die Nettoanlageinvestitionen insgesamt (privat und staatlich) schaut und diese um Preisfaktoren bereinigt:

Die Entwicklung der realen Nettoanlageinvestitionen in der Gesamtwirtschaft von 1960 bis 2016 in Mrd. Euro im Chart. Zuletzt 2016 lagen die realen Nettoanlageinvestitionen bei 68,985 Mrd. Euro, beim Hoch im Jahr 1992 waren es 170,957 Mrd. Euro.

Gemessen an der Leistungsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft sind im Schnitt die Löhne und Renten zu niedrig, was auch die im Schnitt zu niedrigen medianen Nettovermögen der privaten Haushalte, im Vergleich zu anderen Ländern, impliziert und dahin führt. Garniert von zu niedrigen Investitionen des Staates (schwarze Null Agenda) und von zu niedrigen Investitionen in der Gesamtwirtschaft, bei einem starken Output der Industrie und guten Produkten, entstehen in Einheit mit dem für Deutschland unterbewerteten Euro immense Überschüsse. Deutschland siegt sich und die Partner im Euroraum zu Tode, denn die Ungleichgewichte wiegen schwer, mit den Nettoexporten exportiert man auch Arbeitslosigkeit und damit Perspektivlosigkeit für Millionen in der Südperipherie der Eurozone, die sich ebenfalls im Korsett des Euro, gemeinsam mit Deutschland befindet, nach außen nicht abwerten kann, nur nach innen und nur mittels dampfender Druckerpressen der EZB am Überleben gehalten wird.

Exemplarisch die Entwicklung im Produzierenden Gewerbe von Deutschland versus Italien:

Die Entwicklung des Produzierenden Gewerbes in Deutschland (blau) und in Italien (rot) als Index 1995=100 von Januar 1995 bis Februar 2017 im Chart. Während in Deutschland seit 1995 der Output um +36,5% anstieg, ging es in Italien um -13,1% abwärts.

Die immensen deutschen Überschüsse und damit die Ungleichgewichte im Welthandel gefährden nicht nur den Euroraum, sondern die Ungleichgewichte mit der Welt (primär USA und UK) tragen zu immer größeren Nettoauslandsschulden dieser Volkswirtschaften bei und am Ende des Tages werden durch den scheinbar endlosen Strom an dortigen Defiziten, schwere Krisen befeuert, in deren Folge sich auch große Teile des deutschen Nettoauslandsvermögen, entstanden durch die chronischen Überschüsse, in Luft auflösen werden. Eine irre und kurzfristig auf Pfründe für wenige (Exporteure, Konzerne, Banken und Vermögende) orientierte deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik!

Quellen: Genesis.destatis.de/VGR Datenbank, Bundesbank.de/Datenbank Zeitreihen, Ec.europa.eu/AMECO-Datenbank

Kontakt: info@querschuesse.de

 

Zum Thema passend:

s1230Die Daten zum medianen Nettovemögen für 2014, aus der aktuellen PHF-Studie (Private Haushalte und ihre Finanzen) am 18.12.2016 von der EZB veröffentlicht: PHF Studie.

Die Renten, inklusive Mehrfachrenten je Person in Euro, mit der entsprechenden Anzahl der Rentner (Personenkonzept) laut Rentenbestandsstatistik 2016 unter oder über definierter Schwellen zusammengefasst. Schon heute liegen 47,5% bzw. 9,953134 Millionen aller ausgezahlten gesetzlichen Renten unter 900 Euro.

s1113Der Anteil der Niedriglohnempfänger ausgewählter westeuropäischer Länder, der EU28 und der Eurozone (EU19) und von Deutschland im Jahr 2014. Deutschland beschämt mit einem Anteil der Niedriglohnempfänger an allen Arbeitnehmern von 22,5% !

Die Entwicklung des Leistungsbilanzüberschusses (blau/ kumulierte Stromgröße), des Nettoauslandsvermögen (rot/ Bestand) und des Gaps (grün) seit 1956 bis 2016 im Chart.

Während sich die Leistungsbilanzüberschüsse in Q4 2016 auf 2410 Mrd. Euro akkumulierten, betrug der bewertete Bestand an Nettoauslandsvermögen aller Sektoren der deutschen Volkswirtschaft 1705 Mrd. Euro. Es manifestiert sich ein Gap (grün/ akkumulierter Leistungsbilanzüberschuss minus Nettoauslandsvermögen) von 705 Mrd. Euro, welche im Finanzmarktcasino oder via abgeschriebener Forderungen/Kredite verlustig gingen. Das Gap wird noch kaschiert, da ein signifikanter Anteil des Nettoauslandsvermögens am äußeren Rand aus Target2 Netto-Forderungen besteht (Q4 2016 754,263 Mrd. Euro), nicht fungibel und höchstwahrscheinlich nicht einbringbar. Im März 2017 waren es bereits +829,751 Mrd. Euro an Target2 Forderungen.

Die Entwicklung der Target2 Salden von Deutschland (blau), von Italien (rot) und von Spanien (grün) von Januar 1999 bis März 2017 im Chart. Während Deutschland im März 2017 eine Target2 Forderung von +829,751 Mrd. Euro ausweist, zeichnet sich in Italien eine Target2 Verbindlichkeit von -419,838 Mrd. Euro und in Spanien von -374,568 Mrd. Euro.

Nur der massive Einsatz von Zentralbankgeld (Bilanzausweitung) hält die Eurozone am Leben und kaschiert alle Ungleichgewichte, Verwerfungen und Fehlentwicklungen:

Die Entwicklung der Total Assets des Eurosystems seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW13 2017. In der KW13 2017 stiegen die Total Assets und damit die Bilanzsumme auf 4,100733 Billionen Euro. 

Eine nahezu unfassbare Bilanzausweitung im Eurosystem von +1,158969 Billionen Euro bzw. von +39,4% zur Vorjahreswoche.

 

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69 KommentareKommentieren

  • Holly01 - 21. April 2017

    Hallo,
    ja das ist schon eine sehr sonderbare Diskussion. Dabei ist das ganze doch extrem einfach und übersichtlich.
    Wenn ich Anbieter bin und Kunden habe, die grundsätzlich mehr kaufen, als diese Kunden durch Einkommen bezahlen können, dann fange ich doch an mir Gedanken zu machen.
    Die Währung müsste bei diesem Verhalten ja auch massiv abwerten, aber da ist ja die “Magie” der CoL davor.
    Spätestens wenn ich feststelle, das Ware gegen Kredit mir Geld in die Hand spült, das ich nicht brauchen kann, müsste dann aber alle Alarmglocken zum Läuten bringen.
    ich KANN das Geld ja nur als Kredit an meinen eigenen Kunden zurück geben.
    Ich kreditiere also grundsätzlich meine schlechten Kunden.

    Der Rest ist klar. Kunden die nicht mit Geld umgehen können finden das toll.
    Ein Idiot der mir Geld gibt, damit ich seine Waren kaufe.

    Ja, so kann man (MUSS MAN) Exportweltmeister werden.

    Aber nein die Herren Politiker. Da könnt ihr nichts tun. Das muss so sein. Wenn deutsche Unternehmen auf Bilanzen schauen, die zu 1700Mrd aus Kreditforderungen bestehen, die sie bei Kunden aufgebaut haben, die strukturell nicht mal laufende Kosten tragen können, ist das absolut ok.
    Wenn man schon ein GAP von 700Mrd hat, welches die Bundesbank mit unterschiedlichen Bewertungen erklärt (ist klar Nominalforderung vs Realwert), dann ist das natürlich auch ok.
    Das MUSS so sein.
    Dann braucht man aber auch Notenbanken, die einspringen und ihre endlose Kreditlinie ziehen.

    Liebe Politik, die Summe ist immer Null. Notenbanken können keine Verluste machen. Notenbanken können ohne Obergrenze agieren.
    Gesellschaften und Nationalökonomien können das aber nicht.
    Geldschöpfung findet immer im Eigentum der Gesellschaft statt.
    Früher oder später muss die Frage geklärt werden, wer nun abschreibt.
    Der Idiot der seine Kunden mit seinem eigenen Geld pimpt, damit die kaufen können oder der Idiot der nix hat und konsumiert.
    Die Erfahrung leer, das man nicht in leere Taschen greifen kann.
    Also meiden Sie Spiegel, sonst sehen sie die Idioten die früher oder später den Verlust ausweisen müssen. Denken Sie aber auch daran, die Kosten für die Rohstoffe, die Herstellung und den Vertrieb, die bleiben auf jeden Fall beim Produzenten hängen und addieren sich auf.
    Herzlichen Glühstrumpf, das ist VL/BWL die man beim Bier in der Eckkneipe, vor der ersten Vorlesung lernen kann.

    Gibt ja auch keine historischen Beispiele. Woher sollen deutsche Politiker das wissen. Die sind ja nur clever, wenn sie sich korrumpieren lassen können und das Recht so lange biegen, bis es bricht.
    lg Holly

    • Holly01 - 21. April 2017

      Die Klärung der Abschreibungsfrage ist historisch betrachtet immer der Grund für Krieg.
      Was wir mit Griechenland machen ist auch Krieg, nur eben mit anderen Mitteln.
      Also Fr. vd Leyen, dann rüsten sie ihre 3 Divisionen mal voll auf, Sie werden sie benötigen … und noch einiges mehr 😛
      Das war schon immer ein Erfolgsrezept.

      • Holly01 - 21. April 2017

        Ah ja, da die Unternehmen mit ihren Hausbanken und die Hausbanken wiederum mit den Versicherungen auf das Engste verbunden sind, benötigt man ja Kapitalzuflüsse für dieses Modell.
        Die Namen lauten H4, Riesterrente, Schuldenbremse, ARGE, prekäre Arbeit, PPP, TISA, TTIP usw usf, nicht das einer der werten Leser hier meint, das ginge ihn nichts an und das findet alles in den Vermögen der 0,1% statt.
        Aus dem Schierlingsbecher müssen alle trinken …. das ist die Kehrseite des Exportweltmeisters …
        Die Verarmung der Deutsche ist die direkte Folge dieses zweifelhaften Geschäftsmodells.
        lg Holly

  • Cbrant - 21. April 2017

    Super Artikel! Danke für Darstellungen.

  • Holly01 - 21. April 2017

    OT oder auch wieder nicht ganz, ich lache jedenfalls immer Tränen wenn die FAZ oder die SZ da Verrenkungen machen, um den ganzen Scheiss schön zu schreiben (das denen das nicht peinlich ist 🙂 ):
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/exportueberschuesse-deutschlands-wirtschaft-ist-zu-stark-warum-14981097.html

  • Fekub - 21. April 2017

    Hallo Steffen

    Die BRD produzierte >6Mio Kfz und Nutzfahrzeuge In Jahr 2016.
    Selbst bei drastischen Lohsteigerungen gibt es keinen annähernden Markt für diese Produktion.
    Selbst wenn das bolschewistische Berlin aufwacht und in Infrastruktur investiert, haben wir nicht die Kapazitäten an heimischen Baufachleuten um die Maßnahmen zu realisieren. Natürlich könnte man Bauarbeiter aus Spanien oder Italien dazu anwerben und gleichzeitig die target2 Forderungen abbauen, aber wir importieren vorzugsweise Spezialisten aus nahöstlichen Kulturen.
    Einstweilen führen die prekären Löhne zu einem Akademisierungswahn, mit allen bekannten Folgen: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/akademisierung-provoziert-gigantischen-fachkraeftemangel/

    Die währungstechnische Unterbewertung der deutschen Gesellschaft hat zu einem Kapazitätsaufbau in Exportindustrien geführt, die jetzt – wo die Schulden aus Investitionen stehen – kaum mehr umgelenkt werden können. Nicht mal die Löhne kann man erhöhen ohne das Preisgefüge zu stören, das gilt insbesondere für die geknechteten Zulieferer…

    Wie immer, wenn Probleme zu Tränen führen – Augen zu und durch – das Licht am Ende des Tunnels kann kein Zug sein…

    Grüße
    Fekub

    • Querschuesse - 21. April 2017

      Hallo Fekub,
      man kann immer etwas tun, wenn man nur will, um die Leistungsbilanzüberschüsse zu senken. Deutschland könnte sogar weiter 6 Mio. Fahrzeuge produzieren und einen großen Teil davon exportieren, wenn im Gegenzug eine höhere Binnennachfrage die Importe bei anderen Gütern steigert und Investitionen des Staates für zusätzliches Einkommen und einer besseren Infrastruktur in Deutschland führen.
      Das Zulieferer und Dienstleister oft nicht in der Lage sind die Löhne zu erhöhen ist mir klar, aber dass zeigt ja gerade, von dem deutschen Geschäftsmodell profitieren nur wenige, aber viele verlieren, werden geknechtet, für die exorbitanten Überschüsse weniger. Drastische Lohnsteigerungen führen zu einer stärkeren Binnennachfrage und diese könnte es schließlich irgendwann auch interessant für Unternehmen machen, die Wirtschaft nach dem Binnenmarkt auszurichten und nicht so einseitig auf den Export.

      “Wir” können es auch sein lassen, aber irgendwann werden die sich aufbauenden Verwerfungen entladen und damit das deutsche Geschäftsmodell mit Gewalt begradigen, dieser Weg wird sicher härter in seinen Folgen.

      Gruß Steffen

      • Fekub - 22. April 2017

        Hallo Steffen,
        zwischen der “drastischen Lohnsteigerung” und dem einsetzen einer gestiegenen Nachfrage, insbesondere nach unseren vornehmlich kostspieligen Investitionsgüter, muss eine Kapitallücke überbrückt werden – für die es keine Rücklagen gibt. Die EZB könnte noch planwirtschaftlicher diese Lücke schließen, aber um den Preis Unternehmen zu erhalten, die schon jetzt Zombies sind…. wie das Bankensystem insgesamt.

        Der Kaufkraftverlust entstand über >20 Jahre langsam, stetig – und könnte wenn überhaupt nur ebenso langsam abgebaut werden – mit allen Folgen für die Nachfrage (gestiegene Kosten/Preise/Unternehmenspleiten/Arbeitslose). Jeder schlagartige Versuch löst genau den Crash aus, der uns blüht wenn die Eurozone zerfällt… nur stimmen wir überein, dass die bestehenden Ungleichgewichte (target2, Leistungsbilanzüberschüsse) zu groß sind um sie in lächerlich kleinen Schritten ab zu bauen.

        In jedem Fall droht dem Bundesbürger mindestens eine verlorene Generation wie seinerzeit den betrogenen DDR Bürgern. Bei Zerfall der Eurozone noch eine zukünftige dazu.

        Die Idee target2 durch Import von Bauleistung aus den nicht ausgelasteten Gesellschaften in Italien oder Spanien zu mindern – kommt hier offenbar nicht an?

        Meine Hoffnung richtet sich nicht an planwirtschaften durch Politiker/Parteisysteme, die uns die Misere eingebrockt haben.

        Grüße
        Fekub

        • Querschuesse - 22. April 2017

          Hallo Fekub,
          “Die Idee target2 durch Import von Bauleistung aus den nicht ausgelasteten Gesellschaften in Italien oder Spanien zu mindern – kommt hier offenbar nicht an?” Klar kommt die bei mir an, guter Vorschlag, nur leider kann ich es nicht beauftragen/ ansagen, wäre ja auch Planwirtschaft 🙂

          “Der Kaufkraftverlust entstand über >20 Jahre langsam, stetig – und könnte wenn überhaupt nur ebenso langsam abgebaut werden – mit allen Folgen für die Nachfrage (gestiegene Kosten/Preise/Unternehmenspleiten/Arbeitslose).” Eine interne Aufwertung ist nötig, auch Schritt für Schritt, sie löst keinen Crash aus, sondern würde helfen die Binnennachfrage zu steigern und dies wird hilfreich sein, wenn der Nachfrage- und Kreditzyklus aus dem Ausland endet bzw. nachlässt.

          Deine Argumente sind alle gut, nur es ändert nichts, man muss irgendwann mal anfangen die Ungleichgewichte abzubauen, tut man es nicht, fliegt der “Laden” uns irgendwann um die Ohren.

          “Meine Hoffnung richtet sich nicht an planwirtschaften durch Politiker/Parteisysteme, die uns die Misere eingebrockt haben.” …Verstehe ich, aber es wird eng, denn die Hoffnung an die bisherigen Profiteure, Exporteure, Konzerne, Banken und Vermögende brauchen wir auch nicht hegen. Was bleibt?

          Die Tugenden die du privat zuschreibst, gibt es längst bei einer Vielzahl von privaten Konzernen, Banken usw. nicht mehr.

          Gruß Steffen

          • Fekub - 22. April 2017

            Hallo Steffen,
            durch target2 tritt die Bundesbank als Gläubigerin auf, übertragen die BRD oder der Steuerzahler.. der Leistungsausgleich kann nur auf staatlicher Ebene erfolgen=planwirtschaftlich.

            Ehrlich glaub ich nicht daran, die spanische ZB tauscht pfändbare Titel nicht in Giralverbindlichkeit um (H.W.Sinn), wenn es Absichten gäbe die Schuld zu begleichen. Das Rührei Euro wird bereits entflochten :o)

            >es wird eng, denn die Hoffnung an die bisherigen Profiteure, Exporteure, Konzerne, Banken und Vermögende brauchen wir auch nicht hegen. Was bleibt?
            Die alten Eliten haben ausgedient. Wer Veranstaltungen aller Parteien besucht erkennt die Ähnlichkeit der Argumente und die Leugnung sämtlicher Probleme – gemäß der GroKo.
            Der pöööse Markt wird die Unwilligen zwingen, zum Schaden aller. Da alle Aufklärungsversuche am dt. Michel durch Ignoranz & Egoismen (meine Frührente, mein Sparer, meine LV, mein Haus, mein Depot, mein Urlaub, mein, mein, mein) abprallen, wird es gut so sein. Ich finde nirgends die kritische Masse für Opposition=Veränderung.

            Hinnehmen was nicht zu ändern ist.

            Grüße
            Fekub
            (An deinem Versuch die Optik der Seite zu verbessern, gefiel mir am besten die übersichtliche Lesbarkeit der Kommentarfunktion, denn blöde Tippfehler schleichen sich bei kleinen Schriften leicht ein)

    • Jan Bermann - 23. April 2017

      Ja ja der alte Akademiseierungswahn.
      Warum kommt eigentlich dieses gequatsche immer nur von verbeamteten Lehrern und Durchschnittsakademikerin ala Nida-Rümelin? Weil halt mit festem Bürojob und monatlich Kohle vom Staat der Klassenkampf beginnt. Übrigens wenn es einen Handwerkermangel gäbe müssten dort die Löhne steigen, tun sie aber nicht. Also gibts auch keine Mangel. Nur zu Prophylaxe: Ein Freund von mir ist nach seinem Physikstudium bei JP Morgen gelandet und baut sich gerade sein zweites Haus am Zürichsee. Sollen wie jetzt alle Banker werden?

  • Erino - 21. April 2017

    Eine interne Aufwertung wäre ja tatsächlich möglich und sinnvoll. Man könnte etwa ein Gesetz erlassen, das eine einheitlich Lohn- und Gehaltserhöhung (einschliesslich Renten) etwa von 20% für alle durchsetzt. Dabei müssten natürlich die Steuer- und Abgabensätze entprechend angeglichen werden. Dann gibt es zwar vielleicht 2 Millionen Arbetslose mehr, aber die Ungleichgewichte in der Eurozone wären von unserer Seite her angeglichen.

    Möglich wäre das auf jeden Fall. Eine Auflösung des Euro hätte auf jeden Fall schlimmere auswirkungen.

    • Marja - 21. April 2017

      Man müsste nur die Unternehmensüberschüsse stärker besteuern und die unteren Lohneeinkommen entlasten. Dann gäbe es mehr Binnennachfrage bei gleichzeitig stabiler Steuerlast. Stattdessen fordert der Staat das Geld dort, wo am wenigsten ist, und entlastet die, wo es am meisten gibt. Ich kann gar nicht genug Eimer kaufen, in die ich hineinkotzen möchte.

      • Marja - 21. April 2017

        Wenigsten die Schwarzen mit dem olivgrünen Schimmer, der Spezialdemokraten und die FDP, deren Handeln ganz im Dienst der Vertiefung der Ungleichgewichte steht, werden vom Wähler abgestraft. Leider bleiben dann nur Merkel und die AfD.

        http://www.rottmeyer.de/politisch-korrekter-ikarus/ => Inhalte überwinden! Das haben die Parteien in Schland erreicht.

        • Holly01 - 21. April 2017

          In den Lenkorganen der 0,01% werden Sie keine Hoffnung finden.
          Politik, Medien und Industrie können Sie komplett vergessen.
          Die machen so was wie das “Bündniss für Arbeit” wo die gesamte Gesellschaft zur Dispositionsmasse der Kapitalinhaber verkommt, die das Kapital dann im Export verplempern.
          Der Hegemon will es so……

    • Querschuesse - 21. April 2017

      Hallo Erino,
      klingt etwas brachial, aber im Kern richtig, so wie Deutschland, von anderen die interne Abwertung innerhalb der Eurozone einfordert, könnte es selber auch eine interne Aufwertung befeuern, wäre dringend nötig oder man lässt es eben und kehrt zu den nationalen Währungen zurück, dann regelt der Außenwert vieles schnell von alleine, so durch eine brachiale Aufwertung der DM und schwupps wäre die Masse der deutschen Leistungsbilanzüberschüsse begradigt.

      Gruß Steffen

      • markus - 22. April 2017

        Was man eigentlich machen müsste, wäre hohe Vermögen und Kapitaleinkünfte stark besteuern. Da, wo systembedingt das Geld einfließt, muss man es aktiv zu den Benachteiligten schaufeln. Das erfordert allerdings eine kontinuierliche Politik für die Ärmeren und das ist schwer zu bewerkstelligen, weil (und das ist nicht mal systembedingt sondern generell menschlich) die erfolgreichen Menschen in der Regel mehr Einfluss haben. Nur wenn gar nichts mehr geht, kommt es meist zu disruptiven Umbrüchen, die oft mit Gewalt verbunden sind (Revolution u. Ä.).

  • Holly01 - 21. April 2017

    Ich meine das ganz ernst.
    Die rund 1000Mrd aus der Agenda 2010 will ich zurück haben, das heisst, das hat der Staat mit Steuergutscheinen den geschröpften Bürgern zurück zu geben.
    Ich will die Rentenerwartungen wieder haben.
    Ich fordere die Bundesregierung auf, bei einem bankenkorsortium der Schuldenländer einen Kredit über 1700Mrd Euro aufzunehmen und das Geld direkt in Deutschland und seinem Umfeld zu investieren.
    Es ist nicht einmal wichtig in was investiert wird oder ob sich das rentiert.
    Aber neue öffentliche Gebäude, neue Brücken, eine komplette Breitbandversorgung via Glasfaser und min 1GB DL/UL für jeden Haushalt, komplett dezentralisierte Energieversorgung komplett ohne Karbontechnik usw usf sofort ….
    Was man nicht selbst bauen kann, sehr gut Auslandsaufträge.
    Die KFZ Industrie mit den tatsächlichen Kosten konfrontieren und komplett auf Elektromobilität umsteigen.
    Eine deutsche IT Industrie anstossen, nicht mit 100Mrd ne, mit 500Mrd.
    Bildunsgoffensiven das 85jährige noch mal Programmieren lernen.

    Eine Offensive wie sie die Welt noch nicht gesehen hat, mit Städten aus dem Nichts in der Ostdeutscehn Brache, wo sich aller neuste Denkmuster spiegeln.

    Raus aus der Depression, einen riesen Schub starten und Ressourcen sparen überall wo man dran geht.

    So wäre Zukunft und wo die 1700 Mrd als Anschub nicht reichen, Scheiss egal, alles auf Pump aufblasen, nach chinesischem Muster.
    Den Chinesen würde ich eine Seidenstrasse entgegen bauen, das ihr Ding aussieht wie die Resterampe aus dem 19. Jahrhundert.

    Aus dieser Krise muss man maximal offensiv und mit gewaltigen Geldmitteln raus.

    Ach ja, die Russen mal fragen, wie eine strategische Partnerschaft bei der Erschliessung östlich des Urals aussehen könnte. Ob man da die Überbevölkerung in China und im nahen Osten nutzen kann und wie die Russen das sicherheitstechnisch hin bekommen können oder ob man ihnen da zusammen mit Polen nicht Hilfestellung mit allem geben könnte was Industrie so kann…..

    3000Mrd würde ich in die Hand nehmen ….. und auf 10 Jahre rausschiessen, mit geplantem Zinscut. Geld raus, Geld abschreiben, keine Zinserwartung …

    • Holly01 - 21. April 2017

      Arbeit MUSS sich für JEDEN so lohnen, das die Leute sich freuen, wenn Sie anpacken können und dürfen …..

      • Holly01 - 21. April 2017

        Sachwerte.
        Wir brauchen Sachwerte.
        Wir müssen Alttechniken abschreiben.
        Wir müssen umschulen.
        Wir müssen neue Sachwerte schaffen.
        Wir brauchen Beleihungsgrundlagen.
        Wir benötigen Vermögen.
        Wir brauchen breit gestreutes Vermögen aller Art.
        Wir müssen den 0,01% aus dem Anlagenotstand heraus helfen.
        Wir müssen tausende Milliarden die ohne Anlagemöglichkeit in der Luft hängen einfangen.
        Wir müssen die Derivateblase aufstechen.

        Das geht nur im in einem gigantischen Schub, eine gigantische bubbel platzen lassen und mit einem technologischen Sprung auffangen, der gigantische neue Werte schafft.
        Wir brauchen den innovativen Schub der 70er und 80er und wir müssen den im Geldwesen austoben.
        Weil die Alternative eine unglaublich düstere Zukunft mit wahrscheinlichem Elend, Tod, Krieg und Abwehrschlachten an unseren Grenzen endet.
        Die Menschheit benötigt eine positive Perspektive……. nicht diesen verlogenen,neoliberalen Scheiss, der nur ins Elend führt .

        • Holly01 - 21. April 2017

          Und dann lassen wir alles in einer Hyperinflation verschwinden …….

          • sadoma - 22. April 2017

            Hallo Holly01,

            ich teile deinen Rettungsstrategie-Vorschlag. Jetzt bestünde noch ein Zeitfenster die Küche zeitgemäß zu restaurieren und auf zukünftfähige, nachhaltige neue “Back-Rezepte” umzustellen. Ich befürchte jedoch wir werden diese Zeitfenster genauso vergeigen wie wir bei Wiedervereinigung die Chance auf eine eigene Verfassung vergeigt haben. Wir feiern uns lieber als Export-Weltmeister und lassen uns weiterhin von den 0,01 % verdummen. Die Hyperinflation wird kommen und uns mit unserer alten Küche ziemlich alt aussehen lassen 🙁

            • Holly01 - 23. April 2017

              Tja, bleibt nur die Frage: wenn alle in die Expansion flüchten, woher kommen die Ressorcen?

              Und Küche? Sie werden absehbar keine Küche mehr haben.
              Sie schalten den TV ein und haben oben links die Anzeige: Geld verfügbar.
              Dann gehen Sie in einen virtuellen Laden und kaufen virtuelle Ware.
              Die reale Ware ist in voll automatisierten Warenlagern. Befüllung und Ausliefernung ohne Menschen.
              Wenn es hakt, dann geht eine Drohne hoch, stellt den Fehler CE080DFE fest und das Standartprotokoll läuft zur Behebung ab.
              Natürlich werden Sie gesxchützt. Vor sich selbst. Wenn Sie Butter bestellen, sagt Ihnen Ihr TV, das Sie noch 2 Stück haben und die reichen bei Ihrem (zu hohen) Verbrauch bis zum frischen Geld.
              Waren die nicht so erwünscht sind tauchen nicht mehr auf.
              Waren die von einem anderen Konsortium kommen auch nicht.
              Ihre Krankenkasse hat die Daten genau so wie ihre Bank.
              Die Preise sind selbstverständlich individualisiert.
              Sie haben eine Bewertung, eine Prognose und eine “Entwicklung”, die zeigt ob Sie sich inhaltlich auch in die richtige Richtung bewegen.
              Die Preise sind entsprechen. Sie haben leider Übergewicht. Die Kategorie “Süssigkeiten” hat bei Ihnen 150% und die Kategorie “Sport zu Haus” hat 80% vom Basispreis.
              Der Basispreis errechnet sich aus ihrer Lebenssituation aka Beleihungssituation.
              Wenn Sie auf Sozialtransfer angewiesen sind (Rentner?) ist die Prognose natürlich sehr negativ und der Basispreis kann nicht mit zu erwartenden Gewinnen verrechnet werden. Schade.
              Aber das kennen Sie ja aus der “Gewinnbeteiligung” Ihrer Lebensversicherung.
              Individualverkehr? Völlig unnötig. Gefährlich sogar. Die weniger Leute, die sich noch auf der Strasse bewegen müssen, dei haben kein Interesse an Bedrohungen durch Systemverlierer.
              Da wird mit Personendrohnen vom Balkon abgeholt und wieder zurück gebracht.
              Achso, die Küche. natürelich wird niemand zu hause kochen.
              Ihr TV bietet Ihnen natürlich die virtuelle Küche an. Da können sie die karte rauf und runter bestellen und bekommen alle “heiss” direkt auf dem Tisch abgestellt (von der Drohne Ihrer Wahl).
              Die familie isst auch wieder zusammen.
              Schule ist nicht mehr. Das geht alles über TV. Viel gesünder, weniger Gewalt. Da kann man auch Spiele einbinden. Da lernen Kinder in virtuellen Spielen mit virtuellen “Personen” den Umgang mit Menschen, die sie nur selten zu sehen bekommen.
              Andererseits ist die “Polizei” auch direkt da, wenn es mal “Streit” gibt. Via TV natürlich. Mit Gesprächs- und Hilfeangeboten, via TV natürlich.
              Für unterwegs (der Gang zur Tiolette vielleicht?) gibt es natürlich tragbare TV, egal wie dei dann heissen, wichtig ist nur der “Rückkanal” und den haben ja Handys, Tablet, Smartkram usw usf.
              Eine wunderbare Welt von Leichtigkeit und Frohsinn.
              Aber wir haben ja die Wahl …. am 24.9.2017 zum Beispiel. was wir nciht haben sind Alternativen.
              lg Holly

              • sadoma - 23. April 2017

                der Begriff “Küche” war metaphorisch gemeint. Ich nutze Ihne gern als Ersatzt für alle Sachvermögen die in einer Volkswirtschaft notwendig sind um den Volkswirtschaftkuchen BIP zu backen 😉

                • Holly01 - 23. April 2017

                  Die “richtigere” Maßnahme ist nicht die Expansion !!
                  Die “inhaltlich bessere” Maßnahme ist das Kappen von Zinserwartungen und Kosten aus dem Rechtssystem.

                  Beispiel:
                  1L einer markenbrause kostet 1€.
                  Kappt man den Zinsanteil von derzeit etwa 80% um die Hälfte kostet das Produkt ohne eine Änderung am Produkt oder der Herstellung 60 Cent.

                  Der durchscnittliche Zinsanteil liegt bei etwa 50% over all, wobei ich keine Quelle angeben kann.
                  Bei Mieten und markenprodukten mehr, bei Grundnahrungsmitteln mit kurzem Vertriebweg weniger.

                  Ein kappen des Zinsanteils um 50% (wir reden hier um das Delta des Vermögenszulaufs, da verzichtet niemand wirklich, da wachsen Zinsgewinner nur langsamer), ist das ein kaufkraftgewinn innerhalb des betreffenden Wirtschaftsraums von TADDAAAA Tusch, Trommelwirbel 25%.

                  Dem Zinseszins kann man nicht weglaufen. Man kann ihn aber kappen…….

                  Ist ja einen Gedanken wert, wenn man den Griechen den scheiss erzählt, sie hätten über ihre Verhältnisse gelebt und müsssen nun bis 3017 gestreckte Kredite abstottern.
                  Die Mittel kamen aus dem NICHTS. Nicht einmal wertlos, nein garNICHTS.
                  lg Holly ;P

  • Gundermann - 21. April 2017

    Die Vermögensstatistik finde ich besonders interessant. Hier zeigt sich, was die sogenannte Solidarität in Europa wert ist – nämlich nichts! Ein Parasitenstaat, dessen Existenz wohl eher der Ungenauigkeit der Landkartenzeichner des frühen 19 Jhd. geschuldet ist, als irgendwas anderem, gewährt internationalen Konzernen Steuervorteile und kann von den läppischen Prozentchen, die diese Firmen noch zahlen sehr gut leben. Kein Wunder, wenn man nur rund 300T Einwohner versorgen muss. Die Abermilliarden, die die Firmen nicht zahlen müssen, fehlen allerdings zig Millionen Menschen in der übrigen EU.
    Diese größenwahnsinnige Missgeburt von Pseudo-Staatsgebilde genannt EU abzuwickeln, sollte oberste Priorität haben.
    Ach ja, gleiches gilt natürlich für die übrigen Steueroasen in Europa, wie z.B. Irland.

  • Georg Trappe - 22. April 2017

    Mir fiel dazu vor gut drei Jahren folgendes auf:

    http://georgtsapereaude.blogspot.de/2013/11/sehenden-auges.html

  • markus - 23. April 2017

    @Querschuesse:

    Die 60kEuro Nettovermögen, ist das pro Person (Kinder eingerechnet) oder Haushalt? Inklusive Immobilien (minus Restschuld bei Finanzierung)?

    Zu der Rentenstatistik: Ich meine, ich hätte irgendwo gelesen, dass die Rentner durchschnittlich ähnlich oder sogar etwas mehr Einkommen als die Arbeitnehmer haben. Das deckt sich mit meiner Erfahrung, dass die Rentner kaufkräftiger sind (zumindest die männlichen).

    • Holly01 - 23. April 2017

      Die Rentner folgen den lächerlichen, prekären Einkommen. Nur eben zeitversetzt.
      Ein aktueller Rentner mit 60% vom letzten Nettoeinkommen kann sehr leicht ÜBER dem aktuellen Einkommen liegen, das ein Beschäftigter in seiner ehemalihen Tätigkeit heute erhält.
      Der Beschäftigte von heute bekommt dann ab 2030 den angepaßten, lächerlichen Gundsicherungs nahen Betrag der Ihm gemessen an seinem erarbeiteten Einkommen zugeteilt wird.
      da prallen also zwei völlig unterschiedliche Lebenssituationen auf einander.
      Der Altrentner bekam seine fette Rente aus der Umlageversicherung die der Not folgend nach dem DoppelWk aufgesetzt wurde.
      Der Neurentner wird mit dem abgespeist was die “reiche” Republik nach 70 jahren Wachstum und Zinsgewinn und Exportweltmeisterdasein so hergibt.
      lg Holly

      • sadoma - 23. April 2017

        “Ein aktueller Rentner mit 60% vom letzten Nettoeinkommen kann sehr leicht ÜBER dem aktuellen Einkommen liegen, das ein Beschäftigter in seiner ehemalihen Tätigkeit heute erhält.”

        Kann diese Erfahrung aus dem realen Leben nur bestätigen. Habe bei der Telekom gearbeitet wo sowohl die “Alte Welt” als auch die “neue Welt” Schreibtisch an Schreibtisch die gleiche Arbeit mit einer Lohndifferenz von übe 100% verrichten. Da ging eine “Alt-Kollegin” in Frühverrentung und hatte dann immer noch mehr Rente als ein arbeitender “Neu-Arbeitsweltler”. Diese schöne neue Arbeitswelt wäre mal ein eigener Beitrag Wert. Von wegen gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Die Gewerkschaften sind die zweiten Verräter der Arbeitnehemerinteressen hinter der SPD.

        Die Begrifflichkeit ALT-Rentner und Neu-Rentner gefällt mir sehr gut. Man muss Sie nur noch mit konkreten Beispielen für die allgemeinheit verständlich veranschaulichen!
        Die kaufmännischen Dienstleistungsberufe die untger “Sacharbeiter” laufe eignen sich hierzu sehr gut.

    • Querschuesse - 23. April 2017

      Hallo Markus,
      Geld- und Sachvermögen minus Geldschulden, je privaten Haushalt. Die Quelle EZB-Studie war verlinkt im Artikel, einfach dort anklicken.

      Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag laut Rentenbestandsstatistik 2016, betrug lausige 848,32 Euro im Monat! Bei Männern waren es durchschnittlich 1065,36 Euro und bei Frauen 675,13 Euro.

      Es mag sein, dass es Fälle gibt, wo einer mit einer besseren Rente nach Hause geht, als der, der gerade die vergleichbare Arbeit macht, nur dies zeigt eben wie lausig heutige Arbeitsverhältnisse sind, die durchschnittliche Rente ist auch heute schon nahe der Altersarmut, so die Daten aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die müssen es wissen (Rentenbestandsstatistik). Hier die letzte:
      http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/Rentenbestandsstatistik-2016.pdf?__blob=publicationFile&v=2

      Gruß Steffen

      • uwe - 24. April 2017

        >die durchschnittliche Rente ist auch heute schon nahe der Altersarmut

        Äpfel und Birnen.

        Ich verstehe den “Rentenzahlbetrag” als pro gezahlte Rente (Äpfel) und nicht pro Rentner (Birnen). D.h. der einzelne Rentner bezieht möglicherweise mehrere Renten, z.B. eigene + Witwer. Oder er hat nur einen kleineren oder grösseren Teil seiner Erwerbsbiographie in das Rentensystem eingezahlt, z.B. als zunächst Arbeitnehmer und später Selbständiger oder auch als später Beamteter.

        • Querschuesse - 24. April 2017

          Hallo uwe,
          ok., war nicht ganz korrekt, unscharf, für einen Kommentar recherchiere ich manchmal nicht so ordentlich, wie für die Daten in einem Artikel. Ich habe am Anfang der PDF zu flüchtig geschaut, auf der Seite 17 Rentenfallkonzept.

          Man muss auf die Renten nach Personenkonzept sehen, Renten, auch Mehrfachrenten je Rentner (Person), die sind dort aufgeschlüsselt:
          16,845839 Millionen Rentner erhalten nur eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, mit durchschnittlich 860,55 Euro im Monat (Männer und Frauen, Ost und West).

          4,116944 Millionen Rentner erhalten Mehrfachrenten, z.B zusätzlich eine Witwenrente, mit durchschnittlich 1308,91 Euro im Monat.

          siehe auf PDF Seite 259:
          http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/Rentenbestandsstatistik-2016.pdf?__blob=publicationFile&v=2

          Also die Masse der Rentner bezieht nur eine Rente, auch Rentner, die noch Pensionen beziehen werden wenige sein, es gibt nur 1,23 Millionen Pensionäre in Deutschland, selbst wenn da 100’000 oder 200’000 dabei sein sollten, die auch noch eine Rente beziehen, aus der Arbeitszeit vor der Beamtenzeit, dass verändert nicht grundsätzlich das Bild. ….Die Masse der gesetzlichen Renten sind schon heute Renten nahe der Armutsgrenze.

          Die Masse der Birnen sind leider nur Äpfel 🙂

          Beim Personenkonzept, Renten, mit Mehrfachrenten je Person lagen auch 2016 9,953131 Millionen Rentner unter 900 Euro im Monat, dies waren 47,5% aller Rentner. Unter 1200 Euro lagen 67,2% aller Rentner bzw. 14,078935 Millionen Rentner.

          Gruß Steffen

          • uwe - 25. April 2017

            Alles gut. Siehe dazu auch (19) Seite 11 unten in der Rentenbestandsstatistik. Die Rentenstatistik gibt mangels Daten die Armutsbehauptung nicht her, so naheliegend sie auf den ersten Blick auch sein mag.

            Die Birnen enthalten übrigens nicht nur die rund 4 Mio Mehrfachrentner mit mehreren gesetzlichen Renten sondern noch mal rund 4 Mio mit einer zusätzlichen Betriebsrente. Dazu kommen dann noch eingige Pensionäre, Selbständige, Freiberufler (auch Angestellte), die eine Anwartschaft auf eine kleinere staatliche Rente erworben haben, bevor sie den Hauptteil ihres Berufslebens anderweitig vorgesorgt haben.

            • Querschuesse - 25. April 2017

              Hallo uwe,
              sicher können noch Betriebsrenten dazukommen, private Vorsorge, andere Einkommensarten. Aber wenn man die Aussage etwas besser fasst, formuliert: schon heute ist die Mehrzahl der ausgezahlten gesetzlichen Renten, nahe von Altersarmuts-Renten, dann ist die Formulierung meiner Meinung nach korrekt, ich lasse dir gerne deine andere Meinung dazu.

              Gruß Steffen

              • uwe - 26. April 2017

                >Aber wenn man die Aussage etwas besser fasst, formuliert: schon heute ist die Mehrzahl der ausgezahlten gesetzlichen Renten, nahe von Altersarmuts-Renten,

                nochmal: Siehe dazu auch (19) Seite 11 unten in der Rentenbestandsstatistik. Dann erfähst Du, dass die Aussage zu 100% irreführend ist. Sozusagen fake news vom Feinsten.

                Etwa genaus formal richtig und irreführend wäre die Aussage, dass weit über 90% aller Kinder in Deutschland mit ihrem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegen. Stimmt zwar formal, nur leben kids halt nicht von ihrem eigenen Einkommen (z.B. Taschengeld, Vermögen) sondern insbesondere dem der Eltern. Und Renter leben nicht nur von einer Einnahmequelle sondern sehr oft von mehreren.

                Zur Einkommensituation der Rentner gibt es natürlich – wir sind ja in D – auch regelmäßige Untersuchungen. Knapp 50% beziehen mehrere Renten inkl. Riester und Lebensversicherungen. Aus dem Kopf gibt das im Schnitt so um die 1500 netto pro Nase nach Sozialgedöns und Steuern im Monat. Vermögensverzehr ist da noch nicht mal bei. Also ganz weit weg von armutsgefährdet oder gar Armut.

                Schönen Abend noch.

                • Querschuesse - 29. April 2017

                  unter (19) Seite 11 steht: “Das Renteneinkommen von Einzelpersonen hat nur begrenzte Aussagekraft bei der Beurteilung der gesamten Einkommenssituation. Diese lässt sich letztlich nur unter Einbeziehung aller Einkommensarten darstellen.” ….Ein Allgemeinplatz, denn Sinn einer Rentenbestandsstatistik ist ja die ausgezahlten gesetzlichen Renten zu erfassen. Am Fakt in der Rentenbestandstatistik dargestellt, dass 47,5% bzw. 9,953134 Millionen aller ausgezahlten gesetzlichen Renten je Person unter 900 Euro liegen ist nicht zu deuteln. Solche gesetzlichen Renten sind nahe von Altersarmutsrenten, man muss überhaupt auch erst Mal in der Lage sein privat vorzusorgen, denn niedrige gesetzliche Renten sind auch Spiegelbild von niedrigen Löhnen oder von gebrochenen Erwerbsbiografien. Und ob jetzt Riesterrenten überhaupt eine geeignete private Vorsorge sind, die eine Rendite abwirft, dass ist noch ein ganz anderes Thema, eher Geschenk für die Finanz- und Versicherungswirtschaft.

                  Querschuesse stellt sehr viel statistisches Material dar, immer auch mit dem Versuch dies in einem Kontext von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen und Entwicklungen zu setzen, wie in diesem Artikel, dein lächerlicher Fake News Vorwurf perlt an mir ab 🙂

                  • uwe - 29. April 2017

                    Eigentlich wollte ich nur auf einen offenkundigen Denkfehler aufmerksam machen, Äpfel und Birnen Vergleich samt abgeleiteter Armutsbehauptungen. Dass das Äpfel und Birnen sind, hast Du dann ja auch gemerkt und die Dir fehlende Datenquelle / Idee für eine zukünftig korrekte Darstellung konnten wir auch ausfindig machen. Soweit prima.
                    Auch dass die gesetzliche Rente schon seit sehr vielen Jahren NICHT mehr den Anspruch hat, die einzige Einkommenssäule des Renters zu sein, dass ist Dir als politisch Interessiertem sicherlich seit langem bekannt.
                    Warum du dann gegen besseres Wissen auf solche irreführenden Behauptungen / Kampfbegriffen wie “Armutsrente” beharrst, das wundert mich. Du meinst ja auch nicht, dass fast alle Kinder mangels eigenem Einkommen arm sind, siehe oben.

                    Falls du tatsächlich Interesse an der derzeitigen finanziellen Lage der Altersrentner haben solltest und den Bericht trotz Hinweis oben nicht gefunden hast, bitteschön:
                    http://www.alterssicherung-in-deutschland.de/DOWNLOADS/fb-474z-alterssicherung-deutschland-2015.pdf

                    Ah, noch eines. Der Anteil der Rentner, die Hilfe zum Lebensunterhalt etc beziehen, liegt erheblich unter dem Anteil der Bezieher von H4 etc. in den anderen Altersklassen. Kann also nicht so schlimme sein mit den angeblichen “Armutsrenten”.

                    • Querschuesse - 29. April 2017

                      die von dir verlinkte PDF bestätigt mich doch, die Masse der Rentner hat nur die gesetzliche Rente und mit der Höhe dieser ist man im Durchschnitt nicht weit weg von Armutsrenten. Meine Betrachtung geht auch in Richtung der Leistungsfähigkeit unserer Volkswirtschaft, daran gemessen sind die Renten vielfach lausig, sieh auch OECD-Vergleich Pension at a Glance. Eine Volkswirtschaft mit sehr hohen Leistungsbilanzüberschüssen und einem Überschuss im Staatshaushalt, impliziert gemessen an der Leistungsfähigkeit auch zu geringe Löhne und Renten, sowie zu geringe private und staatliche Investitionen, dass ist die Quintessenz des Artikels unter dem du kommentierst.

                      2015 hatten 2,849 Millionen Rentner eine zusätzliche Betriebsrente und 717’000 eine private Rente, darunter die Riesterrenten (jeweils Männer und Frauen) so die von dir verlinkte PDF. Ergo hat die Masse der Rentner nicht diverse Einkommensarten, sondern primär eine, die aus der gesetzlichen Rentenversicherung, wo 47,5% bzw. 9,953134 Millionen aller ausgezahlten gesetzlichen Renten unter 900 Euro liegen, 14,078938 Millionen unter 1200 Euro bzw. 70,3% aller Rentner (Personenkonzept).

                      Und nochmal 16,845839 Millionen Rentner erhalten nur eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, mit durchschnittlich 860,55 Euro im Monat (Männer und Frauen, Ost und West). 4,116944 Millionen Rentner erhalten Mehrfachrenten, z.B zusätzlich eine Witwenrente, mit durchschnittlich 1308,91 Euro im Monat. Selbst wenn man alle Betriebsrenten und privaten Renten inkl. Riesterrenten nur von den 16,845839 Millionen abziehen würde, was sicher nicht richtig ist, blieben 13,3 Millionen mit nur einer gesetzlichen Rente übrig, über die Hälfte von allen Rentenbeziehern (20,9 Millionen), mit durchschnittlich 860,55 Euro.

                      Nun sind der Zahlen und Argumente aber genug ausgetauscht, jeder der hier liest kann sich sein Bild machen und überlegen, wer Denkfehler begeht bzw. die Diskussion abwegig führt.

                      Gruß Steffen

                    • uwe - 29. April 2017

                      @stefan 29.4.17

                      Du hast Recht, Daten helfen nur, wenn man sie auch interpretieren kann/will. Vielleicht kann ich Dir nochmal helfen.

                      Eine Denksportaufgabe:

                      Sowohl meine Frau als auch ich werden jeweils gesetzliche Renten der DR beziehen, jeweils in Höhe von 50 -250.- monatlich und entsprechend die zukünftigen Rentenberichte mit niedrigen Zahlbeträgen füllen. Nach Deiner Definition sind das wahre Armutsrenten. Nur, warum juckt uns das nicht?

                      Nein, nicht wegen Vermögen. Nächster Versuch.

                      Könnte es womöglich sein, dass viele (natürlich nicht alle) derjenigen 47,xy% von Dir gerne behaupteten Armuts-Altersrenter der DR, die so jämmerliche Zahlungen erhalten, auf diese gar nicht angewiesen sind oder diese nur eine und womöglich gar die kleinere Einkommenssäule darstellen? Das wäre zumindest eine Erklärung für die durchschnittlich gut 1400.- (nicht 1500.- wir ich zunächst annahm) durchschnittlichem Nettoeinkommen aller Rentner (siehe Bericht zur Einkommenssituation der Rentener, oben).

                    • Querschuesse - 30. April 2017

                      es war klar, dass so eine realitätsfremde Sicht nur jemand haben kann, der auf die eine Säule gesetzliche Rente nicht angewiesen ist, es sei dir gegönnt, trotzdem ist deine Sicht falsch, du versuchst Kritik an im Schnitt zu niedrigen gesetzlichen Renten zu ersticken, mit dem Verweis auf den höheren Schnitt, wenn man alle Einkommensarten berücksichtigt. Also gesetzliche Rentenversicherung (GRV), betriebliche Altersvorsorge (BAV), Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst (ZÖD), Beamtenversorgung (BV), Alterssicherung der Landwirte (ADL), berufsständische Versorgung (BSV) und der Leistungen aus einer privaten Rente (inklusive Riesterrente) oder eine Rente aus Lebensversicherungen.

                      Aber selbst der breiteste Schnitt ist nur 1392 Euro Nettoeinkommen je Person und Monat, lt. der von dir verlinkten PDF, Stand 2015, nach Steuern und Sozialversicherungen. Ein DURCHSCHNITT von 1392 Euro, primär “hochgezogen” durch Beamte (Pensionen) und denjenigen erfolgreichen Selbständigen oder Unternehmern, wie Arbeitnehmern mit guten Löhnen, die sich eine private Vorsorge leisten können.

                      Aber letztlich sind die Masse der Erwerbstätigen nicht Selbstständige, Unternehmer und Beamte, sondern Arbeitnehmer und die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind Spiegelbild der Löhne dieser Arbeitnehmer und da wo die Löhne zu niedrig sind, sind auch die Renten aus der GRV niedrig und es bleibt kaum Platz für eine private Altersvorsorge.

                      Wegen Äpfel und Birnen, dass eine ist die Rentenbestandsstatistik mit der Anzahl und der Höhe der tatsächlich ausgezahlten gesetzlichen Renten (brutto) und dein Link: Alterssicherung in Deutschland (ASID 2015) sind Daten aus allen Einkommensarten (netto) aus einer Umfrage bei 30.585 Personen (Stichproben hochgerechnet) bei der Bevölkerung ab 55 Jahren.

                      Deinen Denksport, dieser Sorte, kannst du gerne selbst betreiben 🙂

                      Das Thema von der Anstalt verarbeitet:

                      Gruß Steffen

                    • uwe - 10. Mai 2017

                      @Steffen, 30.04.17

                      Du scheinst trotz mehrfacher Hinweise nicht zu sehen, dass die Zahlen der GRV keinen brauchbaren Proxy für das Einkommen der Altersrentner darstellen, da weitere Einkommen ausserhalb des GRV-Systems vorliegen. Mir ist unverständlich, dass Du dazu den ausdrücklichen Hinweis der Rentenversicherung als „Allgemeinplatz“ abtust.

                      Die Aussage der Rentenversicherung wird gestützt durch ASID2015 Tabellen A7-5 und 6. Ausgerechnet die Bezieher niedriger GRV Renten haben gute Gesamteinkommen. Die niedrige GRV Rente ist für diese Personen oft nur ein kleiner Teil des Alterseinkommen. Ihre Hauptalterseinkommen haben sie offenkundig ausserhalb der GRV erwirtschaftet.

                      Mathematisch hat das ganz nebenbei zur Folge, dass der von Dir zitierte Schnitt von 860,55 (einzige GRV Rente lt. GRV-Rentenbericht) durch die „Nebenerwerbs“-GRV-Renten stark abgesenkt ist. D.h. dieser Betrag ist keineswegs die Durchschnittsrente derjenigen, die neben der GRV keine weitere Alterssicherung haben.

                      Hier noch ein Beitrag zur gern beklagten Einkommensentwicklung der Altersrentner:
                      https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/beitrag/lebensverhaeltnisse-aeltere-stehen-besser-da-339199

                      Gruß

                      Uwe

  • Martino - 23. April 2017

    tja, wer nicht hören will…muss halt fühlen… sogar der alte Walter Funke brachte im Juli 1940 sein Unbehagen gegenüber dauerhaften Aussenhandelsüberschüssen zu Protokoll…

  • markus - 23. April 2017

    Danke für die Antwort!

  • Traumschau - 23. April 2017

    Danke!!
    Ich stelle mir immer wieder diese eine Fragen:
    Das sind doch Daten der Bundesbank – und wenn die das weiß, dann wissen es doch auch unsere Schwarzen Nullen in Berlin? Was bezwecken die denn damit? Wollen die mit aller Gewalt die Eurozone sprengen, und wenn ja, warum? Heiner Flassbeck ist der Auffassung, “die” würden diese Zusammenhänge nicht verstehen. Ich bezweifle das! Also warum das alles? Um in Europa das Sagen als größter Gläubiger zu haben und durch diesen Druck einen europäischen Superstaat zu erzwingen? Das kann doch so niemals funktionieren bzw. ist das ein Unterfangen, welches auf Sand gebaut ist. Rechnen die sogar damit, dass ganz Europa nach rechts schwenkt?
    Man kann es kaum fassen … LG

    • Querschuesse - 23. April 2017

      Hallo Traumschau,
      das ist schwierig zu beantworten bzw. zu interpretieren, aber betrachtet man das Handeln einfach aus der gesamtwirtschaftlichen Sicht und diese erweitert man auf die Eurozone und Europa, denn verbal wollen Schäuble & Co dies ja, dann offenbart sich nicht nur eine Inkompetenz, sondern so wie die deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik tickt, trägt man aktiv zum Bruch der Eurozone und Europa bei, man kann sich nur an den Kopf fassen.

      Gruß Steffen

      • Holly01 - 23. April 2017

        “man kann sich nur an den Kopf fassen”

        Wenn man die US-Politik zur EU betrachtet und Deutschland als den willfährigen Vasallen einfügt ergibt sich schon ein sehr klares Bild.
        Die EU ist den USA anscheinend zu “groß” geworden.
        Diese “Finanzkrise” die ja nichts anderes als ein schleifen der europäischen Finanzmärkte ist.
        Dieser “arabische” Frühling, der im tiefsten Winter geendet ist.
        Diese “Ukrainekrise”, die (auch von deutschen, parteinahen Stiftungen” umfangreich vorbereitet wurde.
        Diese Troika die ja nur das Beste will und Austerität predit, die alles nur schlimmer macht.
        Diese Russlandsanktionen, die völlig haltlos und willkürlich sind.
        Türkei und naher Ostern sidn weitere Beispiele.
        Diese Flüchtlingswellen, die man alle auf aktive politische Auslöser der NATO und NATO-Verbündeten zurück führen kann.
        Der Brexit, der ohne Zustimmung der USA sicher nicht zur Diskussion stände.
        usw
        usf
        Da ist der Sargträger Deutschland nur ein munteres Rädchen, im Schredder, wo Europa gerade durch gefahren wird.
        Die EU soll weg.
        Das wird auch passieren ….
        lg Holly

  • Jeha - 24. April 2017

    Holla die Waldfee hier ist ja was los im Kommentarbereich. War deswegen Querschuesse zeitweise nicht erreichbar 😉

    @Marja
    Ich sehe es genau so. Um die unteren Einkommen zu entlasten böte es sich an die Mehrwersteuer auf Lebensmittel komplett abzuschaffen und die allgemeine Mehwersteuer zu senken.
    Im Gegenzug die Unternehmenssteuer und den Spitzensteuersatz rauf mit einer Verschiebung zu etwas höheren Einkommen. Außerdem wäre eine vernünftige Erbschaftssteuer und geringe Vermögenssteuer nötig, sowie Steuer auf Zinsen wieder normal als Einkommen zu versteuern, anstelle pauschal mit 25%.

    Schäuble als scheinheilig zu bezeichnen, wenn er sagt der Staat habe keinen Einfluss auf die Löhne ist eine grobe Untertreibung. Wenn er das wirklich glaubt kann er ja bei Leiharbeit equal pay vom ersten Tag an einführen, Werksverträge zurückdrängen und KAPOVAZ wieder verbieten und per Gesetz dafür sorgen, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder die Sozialbeiträge 1 zu 1 teilen.Seiner Meinung nach kann, dass die Lohnkosten ja nicht steigern, da der Staat ja sonst Einfluß auf die Löhne hätte.

    Das unsere Leitmedien das komplett sinnfreie Gequatsche von Schäuble so unkommentiert abdrucken ist IMHO ein Missbrauch der Pressfreiheit.

    Und die Knalltüten schreiben von Filterblase…

    Wie war das mit dem Eimer Marja?

    • Holly01 - 25. April 2017

      Hallo Jeha,
      Der Zinseszins verdrängt die Löhne.
      Steuern sind Zinseszins.
      Um der Verdrängung entgegenzuwirken, muss man das entkoppeln, also KEINE Steuern auf Löhne.
      Da die Warensteuern geringe Einkommen (relativ) mehr betreffen als hohe, muss man natürlich ein System daneben stellen, bei dem die geringen Einkommen mit Steuergutscheinen einen Ausgleich haben.
      Und je nach Zinssättigung muss dieser Ausgleich in der Tendenz steigen.

      Dieses verschieben von Grenzen ist schön für das Auge, aber inhaltlich unsinnig.

      Die Bemessungsgrenzen für die Sozialsysteme könnte man ja auch abschaffen und damit die höheren Einkommen höher belasten.
      Sinniger wäre aber auch da die Abschaffung.

      Richtig sinnvoll wäre die jährliche Anpassung der Einkommen in Festbeträgen, dei sich prozentual am Median orientieren.
      Also 300€ Erhöhung für Alle …. so diese Art. Das führt auch die enorme Schere die sich aus der prozentualen Erhöhung ergeben hat wieder etwas zusammen.
      lg Holly

      • MartinR - 25. April 2017

        Richtig, die %-Erhöhung der Einkommen ist eine Ungerechtigkeit, die auch praktisch nicht diskutiert wird.
        Die Idee in Festbeträgen zu erhöhen wäre volkswirtschaftlich viel sinnvoller, aber die nächsten Jahre sollten die unteren Einkommensklassen sogar um wesentlich höhere Festbeträge erhöht werden als die oberen, um für einen Ausgleich der vergangenen Jahre zu sorgen.

  • Holly01 - 25. April 2017

    OT:
    Frage an Querschuesse:
    Ich habe gerade gesehen das die NachdenkSeiten auf den Artikel verlinken, was ich ausgesprochen begrüße.
    Wie ist das mit den Kommentaren? Ist das bei dem Artikel dann auch frei gegeben?
    Inhaltlich wäre mir die Info wichtig, ich würde mich dann auch sehr freuen, wenn es einen Hinweis geben würde. Weil ich im geschlossenen Bereich anders schreibe als im offenen.
    lg Holly

    • Querschuesse - 25. April 2017

      Hallo Holly,
      die Kommentare kann man auch lesen, soll ich deine löschen?

      Ansonsten ganz einfach, wenn du eingeloggt bist, beim angeklickten Artikel, am Artikelnamen, z.B. Deutschland: einsam – aber mit Überschuss (L) das L in Klammern siehst, ist der Artikel im geschlossenen Bereich, nur für Leser mit Login lesbar, ohne (L) für alle lesbar, inklusive der Kommentare.

      Ansonsten als Hinweis, wenn ein Artikel unter Leseproben verlinkt ist, ist er immer frei lesbar, inklusive die Kommentare.

      Gruß Steffen

  • Juespre - 25. April 2017

    Die meisten Beiträge sind von einer naiven, idealisierten Vorstellung getragen was Ziele und Zweck eines Staates sind und was einen Staat ausmacht.

    Dabei wird übersehen, daß sich Ziel und Zweck seit Jahrtausenden nicht geändert haben. Ziel und Zweck eines Staates ist, der Machtelite optimale Bedingungen für Wertschöpfung und deren Aneignung zu minimalen Kosten zur Verfügung zu stellen.

    Professor Mausfeld hat das in seinem Vortrag ‘Die Angst der Machteliten vor dem Volk’ sehr schön und leicht verständlich herausgearbeitet:

    https://www.uni-kiel.de/psychologie/mausfeld/pubs/Mausfeld_Die_Angst_der_Machteliten_vor_dem_Volk.pdf

    Daraus läßt sich ableiten, daß Parteien und Berufspolitiker gleich welcher Couleur nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems sind.

    Das meiner Meinung nach stärkste Indiz dafür ist die unterschiedliche Behandlung von Einkommen aus Kapital und aus Arbeit in Bezug auf Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.

    Ich habe das in zwei Varianten für mich berechnet und bin zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen, nach denen ich dann auch meine weitere Lebensplanung ausrichten werde:

    Variante 1: Ich beziehe die gesetzliche Rente und die berufliche und private Altersvorsorge als regelmäßige Zahlungen.

    Variante 2: Ich beziehe die gesetzliche Rente als regelmäßige Zahlung und die berufliche und private Altersvorsorge als Kapital, das ich in Aktien zu einer Rendite von ca. 5% anlege.

    Damit ergeben sich bei Variante 2 gegenüber Variante 1 folgende Vorteile:

    1. Ich zahle weniger Steuern, weil ich die Kapitaleinkünfte mit der Abgeltungssteuer von 25% versteuern kann.

    2. Ich zahle weniger Sozialversicherungsbeiträge, denn Kapitaleinkommen sind nicht sozialversicherungspflichtig.

    3. Ich kann das Kapital vererben, während die Pension aus beruflicher und privater Altersvorsorge mit meinem Tod verfallen würden.

    4. Meine Erben haben mit dem Aktienpaket ein bedingungsloses Grundeinkommen, das die auch selbst wieder weiter vererben können.

    Die Ersparnis an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen wird für mich etwa 500 Euro/Monat ausmachen.

    Die Mittelschicht wird weiter nach oben buckeln und nach unten treten und dabei den Gorilla mitten im Raum geflissentlich übersehen.

    Notfalls gibt es ein paar Ablenkungsmanöver mit Demographie oder Flüchtlingen, das funktioniert immer.

    • Holly01 - 25. April 2017

      Hallo Juespre,
      keine Ahnung ob Querschuesse das drin läßt, weil es ja schon extrem OT ist.

      Zum Inhalt:
      Sie sehen das eigentliche Problem nicht. Hr Mausfelder thematisiert es auch nicht, weil es nicht sein Fach ist.
      Sie sind Teil eines Systems. Sie haben freie Entscheidungen. Sie können natürlich Ihren Weg gehen.
      Sie bleiben aber immer Teil des Systems.
      Diese soziologische Überbau hat ja ein Fundament.
      Das ist die Geldschöpfung.
      Sie können kein Geld schöpfen.
      Sie sind Zinszahler.
      Sie sind abhängig von dem, was das System Ihnen zukommen lässt.
      Mag sein, Sie haben den Weg gefunden, der Ihnen einen optimalen Verlauf gibt.
      Ich denke das nicht.
      Sie bewegen sich sowohl im Handelsrecht, wie auch im geschöpften Kapital.
      Sie haben also keine Chance.
      Statistisch können Sie mit dem Markt wachsen. mehr nicht, der Rest ist Glück und das Glück kommt und geht.

      Noch (auch daran wird massiv gedreht) ist ein Grundbuch eine relativ abgesicherte Anlage.
      Aber ganz egal was Sie tun.
      Sie sind im System und dort sind Sie Zinszahler.

      Nach Ihrer Sichtweise empfehle ich Ihnen maximalen Sozialtransfer.
      Setzen Sie sich zu Hause hin und tun Sie “Nichts”.
      Beziehen Sie ein Leben lang Zahlungen aus verschiedenen gesellschaftlichen Quellen.
      Maximieren Sie den Zulauf durch betteln.
      Alles was Sie einnehmen ist “Reingewinn” ohne Steuern und mit geringem Zinsanteil.
      Machen Sie keine Schulden.
      Rechnerisch der Königsweg …. 😉 denken Sie mal drüber nach.
      lg Holly

      • Juespre - 25. April 2017

        Ich sehe das nicht als Off Topic. Irgendwo müssen diese Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse ja bleiben,wenn sie schon nicht in den Taschen der produzierenden Klasse landen.

        Ich muß auch kein Geld schöpfen. Es genügt, wenn ich Zugriff auf genügend Produktionsmittel habe um mich zu einem großen Teil selbst versorgen zu können, zum Beispiel Wohnung, Energie, Trinkwasser, Lebensmittel und ein sicheres Einkommen aus Kapital – zumindest sicherer als die Einkommen aus gegenwärtig grassierender prekärer Beschäftigung.

        Das reduziert die für den Lebensunterhalt benötigten Mittel erheblich. Die erzielten Dividenden sind in etwa so hoch wie die zu erwartenden Pensionszahlungen, nur eben mit dem feinen Unterschied, daß diese mit meinem Ableben nicht verfallen.

        Damit bin ich nicht von Sozialtransfers abhängig, muß mich nicht dem Stigma des Schmarotzers aussetzen und bin allgemein anerkannter Leistungsträger. 😛

        Sich nur auf den Zins zu fixieren scheint mir den Blick sehr einzuengen.

        • Holly01 - 25. April 2017

          Ich hatte nicht wirklich die Absicht dem Leben in der wirtschaftlichen Abhängigkeit von der politischen Willkür das Wort zu reden,. es ist nur “rechnerisch” maximal profitabel.

          Ich versuche es Ihnen in einem angestaubten Bild zu erklären:
          Wir spielen alle “Reise nach Jerusalem”.
          Einige (die die Geldschöpfung kontrollieren mit ihren Notenbanken (NB) stellen die Stühle auf, schalten die Musik ein und aus und verkaufen den Eintritt an die Spieler.
          Die Systeminhaber bestimmen im laufenden Spiel die Anzahl der Spieler.
          Die Systeminhaber bestimmen im laufenden Spiel die Anzahl der Stühle.
          Die Systeminhaber spielen auch mit.
          Da die Systeminhaber die Musik schalten, stehen sie 10 Sec. früher auf und setzen sich immer 10 Sec. früher hin.
          Alle die mitspielen, müssen die AGB der Systeminhaber unterschreiben.
          Die Systeminhaber ändern aber die AGB im laufenden Spiel nach belieben.

          Um im Bild zu bleiben: Sie schreiben gerade Sie spielen mit und machen den ganz großen Schnitt, der Sie (relativ) unabhängig macht.
          Ich zweifel das an.

          Ein bescheidenes Vermögen aufzubauen wird Ihnen (wahrscheinlich) gelingen.
          Die Rahmenbedingungen bestimmen aber die Wahrscheinlichkeit, ob Sie dieses behalten.
          Ihre Eltern sind ein Risiko. Der Gesetzgeber erhöht das Haftungsrisiko der Kinder für ihre Eltern permanent.
          Das Vermögen Ihrer Eltern ist natürlich gefährdet. Bei Krankheit oder Pflege wird es eingezogen, sobald die Mittel der Pflegekasse nicht mehr ausreichen.
          Ein Partner ist für Sie ein Risiko. Zum einen muss dieser Partner ebenfalls wirtschaftlich erfolgreich sein, zum anderen wird dieser Partner auch Eltern haben.
          Das Geld für Ihre Investments entnehmen Sie ihrem laufenden Einkommen.
          Also der Tausch Konsum heute, gegen Vermögen morgen.
          Da steht aber die langfristige Inflation und der Geldwertverlust gegen Sie.
          Gurgeln Sie einmal Profit aus Lebensversicherungen, da werden Sie schnell sehen, dass hohe Abschlusszahlungen ansich risikofrei sind. Also für den Anbieter risikolos.

          Dazu kommt, dass Sie nur einen sehr begrenzten Finanzrahmen haben.
          X Jahre Einkommen multipliziert mit y Euronen Verdienst

          Nun ist der Anteil der Menschen die bei “X-Jahre” erstaunlich kleine Zahlen aufweisen steigend und die Zahl der Menschen die bei “Y Euronen” eine schwarze Null schreiben ebenfalls.
          Mag sein, dass Sie das Problem nicht haben, aber als Anbieter der nur “sich selbst” vermarkten kann, läuft der Markt gegen Sie.

          Zudem leben Sie in einem Umfeld, bei dem das Geldsystem relativ gesaättigt ist.
          Die Märkte sind voll ausgebildet und bereits zu Oligopolen verdichtet.
          Die Gesellschaften (in denen ihr System funktionieren könnte) sehen eher nach Verfall und sozialem Krieg aus, als nach Expansion und Geschäftsentwicklung.

          Noch gar nicht eingerechnet eingerechnet habe ich die Umwelt und die Ressourcen.
          Ich bin babyboomer, wir haben die Welt nur einfach versaut und die Energie und die Biologie zerstört und verkonsumiert. Nein nicht schön, aber zumindest überschaubar.
          Die Generation Laktoseintolleranz hat aber ganz andere Probleme.
          Das fängt mit der aufgebauten Ungerechtigkeit auf der Welt an und hört mit der Zerstörung der Bestäubungsinsekten und Genmutationen die sich auch im menschlichen Genom fortpflanzen wird noch lange lange nicht auf.

          Sie setzen möchten ein System erfolgreich benutzen, dessen Ideal darin besteht, ALLE Ressourcen der Erde in nur EINEM Schritt ohne menschliches Zutun in Ware zu verwandeln und dabei komplett ausblendet, dass es weder funktionierende Märkte gibt, noch eine Kontrolle der Gier, die aus dem Geldsystem ensteht.
          Frage: Wenn Maschinen produzieren, wer ist dann der Kunde und woher nimmt der das Einkommen?

          Zins? Ja wichtig, aber eben nicht umfassend. Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Erfolg mit Ihren Ansatz.
          lg Holly

          • Holly01 - 25. April 2017

            Hach … ich denke Ihre Musik spielt gerade …. Sie müssen nun laufen und die Stühle im Auge behalten …..

            • Holly01 - 25. April 2017

              Ehem, einen oder zwei Hinweise vielleicht doch noch.
              Als Kontoinhaber bei einer Bank sind Sie haftender Investor.
              Als Aktieninhaber sind sie mithaftender Besitzer.
              Die Aktien haben Sie aber gar nicht. Sie haben nur Briefe wo steht, das Sie die hätten. Die Aktien verwaltet ihre Bank……. s.o.
              Banken sind Dienstleister. Als Rechtsgrundlage gilt das Recht, nach dem der Vertrag abgeschlossen wurde.
              Gerichtsstand ist Vertragsgegenstand.
              Sicherheiten sind handelbar.
              Naja ich bin mir sicher Sie kennen Ihre Risiken und das Vermögensrecht.
              Rechtsberatung ist in diesem Bereich recht teuer.
              In Sclalnd gibt es rund 80Mio Lebensversicherungen, von denen ein erheblicher Teil innert der nächsten 15 Jahre fällig würde, wenn denn gezahlt würde.
              Es gibt da aber inzwischen eine Vielzahl von Ausnahmen bei den Zahlungen.

              Die Systeminhaber ändern die Spielerzahl, die Stühlemenge und die AGB on the fly …..

          • Traumschau - 25. April 2017

            “Frage: Wenn Maschinen produzieren, wer ist dann der Kunde und woher nimmt der das Einkommen?”
            Das ist die entscheidende Frage. Analog verhält es sich wie mit zwei Staaten, wo der eine den anderen im Wettbewerb der Nationen nieder konkurriert. Wenn der Verlierer die Importe nicht mehr bezahlen kann ist er pleite. Wie kann aber der Gewinner seine Waren noch absetzen? Das geht ja nur, wenn der Sieger dem Verlierer das Geld dazu gibt.
            Aber die Gewinner der gigantischen Umverteilung werden einen Teufel tun und die Verlierer alimentieren …

  • sadoma - 25. April 2017

    Auch wenn Hollyy01 manchmal eine etwas “derbe” Sprache verwendet kann ich Ihm bei der
    Beschreibung der Ausgangslage:

    Wir spielen alle “Reise nach Jerusalem”.

    nur zustimmen. Wer dieses Spiel als didaktisch best aufbereitete Volesung erklärt haben will sollte sich etwas Zeit nehmen und die Vorlesungen von Dr. Solte: Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit – Weltfinanzsystem und Nachhaltigkeit unter:

    anschauen. Herr Solte spricht bei dem Spiel übrigens immer von den Gorillas (die wiklich großen Kapitalakkumulataoren) die als Spielteilnehmer im Zweifel immer einen Platz finden werden , Sie können sich dank Ihrer Masse ja einfach auf einen bestzten Platz drauf setzen, wer wird da schon protestieren 🙁

  • Jeha - 27. April 2017

    @Steffen

    Danke für den Hinweis zu nachdenkseiten. das hatte ich schon gelesen, da war aber kein Chart bei. Ich dachte du hättest was dazu gemacht.

    Gruß Jens

  • Juespre - 28. April 2017

    @Holly01, @sadoma

    Ich finde es immer wieder erfrischend wie mir Leute, die mich überhaupt nicht kennen erklären wollen was ich denke, was meine Ziele sind und was ich angeblich alles nicht sehe.

    Dabei habe ich den Eindruck, daß diejenigen, die so argumentieren weniger nach Lösungswegen suchen als vielmehr nach Rechtfertigungen um weiter in der Duldungsstarre selbstgewählter Unmündigkeit verharren zu können.

    Alle zu Bedenken gebrachten Risiken bleiben unabhängig vom gewählten Lösungsweg bestehen, sind teilweise bei mir bereits eingetreten und erfolgreich bewältigt.

    Mein Lösungsweg sieht dabei – um beim Beispiel mit der Reise nach Jerusalem zu bleiben – so aus, daß ich meinen eigenen Stuhl mitbringe.

    Auch das Zinssystem, das gedanklich zu verlassen einigen sichtlich schwer zu fallen scheint, ist Teil der Evolution und Teil der Biosphäre dieses Planeten.

    Entgegen der Behauptungen der Sozialdarwinisten war dabei in den vergangenen drei Milliarden Jahren der Evolution des Lebens die erfolgreichste Strategie die der Kooperation und gegenseitigen Hilfe, deren Anfänge sich bereits bei der Entstehung der ersten Zellen nachweisen lassen.

    Wer selbst gerne in Ketten leben will darf das gerne tun, ich werde sie ihm nicht ohne dessen Zustimmung abnehmen, sollte sich aber hüten dieselben mir anlegen zu wollen.

    Ein Leben lang im Hamsterrad des Systems zu rotieren bis die Nabe glüht um anschließend mit leeren Händen dazustehen ist mein Ding definitiv nicht.

    Wer lieber in Selbstverwaltung, Selbstverantwortung, Selbstversorgung und Selbstbestimmung leben will darf gerne mit mir kooperieren.

    • Holly01 - 28. April 2017

      Sie sind weiter, klüger und besser aufgestellt, als ich angenommen habe.
      Spricht eindeutig für Sie und gegen mich und meine Engstirnigkeit.
      Glänzende Antwort.
      Danke und lg Holly

      • Juespre - 4. Mai 2017

        Das spricht absolut nicht gegen Sie. Es geht doch nicht darum, recht zu behalten.

        Es geht darum, gemeinsam Lösungen zu finden und umzusetzen, die unser Überleben sichern.

        Als – auch – von SF beeinflußter Babyboomer bin ich vielleicht zu optimistisch wenn mir dazu ‘Kobayashi Maru’ in den Sinn kommt.

        Versuchen Sie sich vorzustellen, was sich mit Netzwerk- und Skaleneffekten gewaltfrei und völlig legal durch Selbstverwaltung, Selbstverantwortung, Selbstversorgung und Selbstbestimmung erreichen ließe.

        Wäre das nicht einen Versuch wert?

  • uwe - 28. April 2017

    Da ist der Wurm drin.

    Im Kommentar schreibst Du von ca. 16 Mio Rentnern mit einer Rente und ca. 4 Mio Mehrfachrentner. In der Grafik
    führst Du locker 50 Mio Renten auf. Scheint mir doch recht widersprüchlich zu sein.

    Gruss

    Uwe

    • Querschuesse - 28. April 2017

      man beachte unter Schwellen und ÜBER Schwellen, natürlich kann man nicht alle aufaddieren, sondern nur die 17,574503 Millionen unter 1500 Euro und die 3,388280 Millionen über 1500 Euro, dann erhält man genau die 20,962783 Millionen Personen die Rente aus gesetzlichen Rentenversicherung erhalten.

  • uwe - 28. April 2017

    ok, danke.