Deutschland: Exporte mit +14,9% zum Vormonat

DeutschlandWie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag berichtete, sind die deutschen Exporte von Waren und Gütern saisonbereinigt um +14,9% zum Vormonat gestiegen, um die höchste Rate seit August 1990. Diese Daten wurden mit Optimismus und guter Stimmung aufgenommen.

Hier soll jetzt aber gar nicht der Punkt sein, ob diese Erholung nur einen Nachholeffekt impliziert oder Nachhaltigkeit…..

Die Entwicklung der unbereinigten Originaldaten bei den gesamten Exporten von Waren und Gütern in Mrd. Euro seit Januar 1990 im Chart.

Die Exporte (unbereinigte Originaldaten) sind im Juni 2020 zum Vorjahresmonat um -9,4% gesunken, auf 96,1 Mrd. Euro. Die Importe sanken um -10,0% zum Vorjahresmonat, auf 80,5 Mrd. Euro. Der Handelsbilanzüberschuss betrug +15,6 Mrd. Euro und der Leistungsbilanzüberschuss betrug +22,4 Mrd. Euro.

Und jetzt kommen wir zu diesem Punkt:

Die Entwicklung der monatlichen deutschen Leistungsbilanz seit Januar 1956 im Chart. Im Juni 2020 lag der Leistungsbilanzüberschuss bei +22,4 Mrd. Euro.

Noch der entscheidende Blick auf die kumulierte monatliche Leistungsbilanz seit Januar 1956:

Die Entwicklung der kumulierten deutschen Leistungsbilanz in Euro seit Januar 1956 im Chart. Bis Juni 2020 kumulierte sich ein Leistungsbilanzüberschuss von +3294 Mrd. Euro! 

Vernachlässigen wir einmal, ob Deutschland wieder den Pfad exzessiver Überschüsse aufnehmen kann oder ob der Nimbus des Exportweltmeisters Stück für Stück gebrochen wird. ….Aus dem bisherigen endlosen Strom an Leistungsbilanzüberschüssen hat dieses Land wenig gemacht, weder seine Infrastruktur noch andere wichtige Dinge, wie vor allem die Zukunftsfähigkeit nach vorne gebracht. Es wurden letztlich primär monetäre Forderungen angehäuft, mit Krediten, Hilfen und anderem wurden u.a. die eigenen Exporte, die EU, die Eurozone und der Euro am Leben gehalten. Was aber eben nicht geschah, es wurde in dem Land kein zusätzlicher Wohlstand geschaffen. Ein kurzer Blick auf das mediane Vermögen im Vergleich lässt Schamesröte aufkommen:

Das mediane Haushaltsvermögen in Euro im Vergleich, einiger ausgewählter Länder der EU. Oh Schreck, selbst Polen ist in Teilen vorbeigezogen, mit 65800 Euro…., an den Ostdeutschen, die nur 26700 Euro an Geld- und Sachvermögen besitzen (Westdeutsche 123300 Euro). Für Deutschland ergeben sich insgesamt 86500 Euro, von Jahrzehnten exzessiver Leistungsbilanzüberschüsse ist nichts zu sehen, kam schlicht im Median betrachtet nie beim Volk an.

Noch trauriger sieht es aus, beim selbstgenutzen Wohneigentum, nur 43,9% der Deutschen wohnen in der eigenen Wohnung, abgeschlagen liegt Deutschland hinten, trotz Rekordüberschüsse.

Quellen Daten:

Destatis.de/Pressemitteilung Nr. 295 vom 7. August 2020

Ecb.europa.eu/economic-research/Household Finance and Consumption Network (HFCN)

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