Europa ist kein Unterseeboot: Was Xi Jinping und Franziskus sehen, aber die Euro-Retter nicht

von am 15. März 2013 in Allgemein

In China hat der neue Staatspräsident Xi Jinping der Kommunistischen Partei und sich selbst Bescheidenheit und Sparsamkeit verordnet und den Kampf gegen Korruption und hemmungslose Bereicherung der Parteielite, bei gleichzeitig immer drückenderer Armut im Großteil der chinesischen Bevölkerung, zu seiner Hauptaufgabe gemacht.

Beim Konklave in Rom haben die Kardinäle mit dem Erzbischof von Buenos Aires und Jesuiten Jorge Mario Bergoglio einen Mann zum Papst gewählt, der sich mit seinem entschiedenen Kampf gegen Armut, Ungerechtigkeit und Korruption einen Namen gemacht hat und der für seine Bescheidenheit bekannt ist.

Etwa ein Viertel der wahlberechtigten italienischen Bürger hat bei den Parlamentswahlen mit Beppe Grillo einen Mann gewählt, der sich dezidiert und vehement gegen die Massenverarmungspolitik der Regierung Monti und der Euro-Gruppe, gegen die darin zum Ausdruck kommende Ungerechtigkeit gegenüber der breiten Bevölkerung und vor allem auch gegen Korruption und Verschwendungssucht ausgesprochen.

Dazu als Hintergrund nur ein paar Hinweise: Seit 2008 ist in Italien ein Viertel der Produktion weggebrochen, insgesamt 818.000 Menschen haben seither ihren Arbeitsplatz verloren und allein 2012 machten 364.972 überwiegend kleine und mittelgroße Unternehmen dicht. Jedes zweite Kleinunternehmen bezahlt seine Mitarbeiter heute in Raten, drei von fünf Betrieben nehmen einen Kredit auf, um ihre Steuern bezahlen zu können, Zinsen wie auch die Zahl notleidender Kredite sind in die Höhe geschossen und ein Drittel aller italienischen Unternehmen leidet unter Liquiditätsmangel. (1)

Nicht mangelnde internationale Wettbewerbsfähigkeit oder rückläufige internationale Nachfrage sind der Grund für die Talfahrt der italienischen Volkswirtschaft, sondern die einseitig auf die Konsolidierung der Staatsfinanzen abzielende Austeritätspolitik der Regierung Mario Montis, die die italienische Bevölkerung dazu zwingt, ihre Ausgaben drastisch einzuschränken. Der mit der Euro-Gruppe abgesprochene Krisenkurs bricht der italienischen Volkswirtschaft nämlich gerade das Rückgrat, das der gesellschaftliche und unternehmerische Mittelstand bildet.

Dasselbe geschieht etwa auch in Griechenland und in Spanien, wo – als Spätfolge der geplatzten Immobilienblase –noch zusätzlich täglich etwa 500 Immobilien zwangsgeräumt werden, weil die Eigentümer aufgrund der katastrophalen Wirtschaftslage oder weil sie ihren Arbeitsplatz verloren haben ihre Hypothekenkreditraten vielfach nicht mehr zahlen können. Wird in Spanien nur eine einzige Rate nicht rechtzeitig gezahlt, können Banken mitunter nicht nur horrende Verzugszinsen fordern, sondern auch entsprechende Hypothekenverträge einfach für nichtig erklären und mit einem Schlag den gesamten Darlehnsbetrag zurückzufordern – wozu aus naheliegenden Gründen kaum ein Kreditnehmer in der Lage ist. Die jeweilige Bank hat damit das Recht zur Zwangsräumung. Spaniens Bankensektor steckt in großen, selbst verursachten finanziellen Schwierigkeiten. Dieses Beispiel zeigt, wie die Banken damit umgehen. Die haarsträubende spanische Gesetzgebung macht es ihnen möglich (2) und das erinnert allzu sehr an die Praktiken der Banken in den USA (3).

Erst Massenproteste und eine von 1,5 Millionen Spaniern unterzeichnete Petition, die ein sofortiges Ende der von den Banken veranlassten Zwangsräumungen forderte, brachten die konservative Regierungspartei von Premier Mariano Rajoy, gegen die die Staatsanwaltschaft wegen Korruptionsverdachts ermittelt, dazu, eine Gesetzesinitiative zur Vermeidung sozialer Härten in die Wege zu leiten. Doch zögerte die Regierung, die die absolute Mehrheit im Parlament hat, die Verabschiedung hinaus, weil eine Klage gegen die gesetzliche Regelung von Zwangsräumungen vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Entscheidung anstand. Eine Änderung des spanischen Verfahrens zur Zwangsräumung von Wohnungen wird es jetzt nur deswegen geben, weil der EuGH dieses Verfahren für unvereinbar mit dem europäischen Recht zum Verbraucherschutz und infolgedessen für nichtig erklärte. (4)

Was bedeutet das?

Es bedeutet, dass die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, die gerade auf dem Frühjahrsgipfel bekräftigt haben, Kurs halten zu wollen, anders als die chinesische Führung und die katholische Kirche die Zeichen der Zeit und die Dringlichkeit einer deutlichen Kurskorrektur noch immer nicht erkannt haben. Dass selbst das immer noch mit starkem Wirtschaftswachstum ausgestattete China und die katholische Kirche, die mit Fragen des Wirtschaftswachstums und der Arbeitslosigkeit unmittelbar gar nichts zu tun hat, dies sehen, während sich die europäischen Staats- und Regierungschefs noch immer gegenseitig für ihre, die wirtschaftlichen Probleme und die sozialen Spannungen in Europa dramatisch verschärfende, Krisenpolitik auf die Schulter klopfen, ist auf eine mittlerweile beinahe peinliche Weise irritierend.

Denn was überall in europäischen Krisenstaaten gegenwärtig bedingt durch die austeritätspolitische Krisenpolitik de facto stattfindet, ist vereinfacht ausgedrückt Folgendes:

Es werden in einer die volkswirtschaftliche Substanz verzehrenden Weise zu Lasten der gesellschaftlichen und unternehmerischen Unter- und Mittelschicht große Banken und Unternehmen stabilisiert und im Zweifel auch immer wieder gerettet, die jahrelang

  • erstens eine Kostensenkungsstrategie gefahren haben, die sozialpolitisch gesehen für die Staaten teuer war, zudem aber immer stärker auch an die eigene Unternehmenssubstanz ging, was in Krisenzeiten und auch deswegen zum Problem werden musste, weil sie
  • zweitens in massivem Umfang Geschäfte getätigt haben, die auf keiner soliden Grundlage standen, sondern mit erheblichen immanenten (Ausfall-)Risiken verbunden waren, welche letztlich bei den Staaten abgeladen wurden und sie
  • drittens praktisch nach wie vor nicht wirksam dazu gezwungen sind, es wirklich anders zu machen, sondern im Gegenteil trotz einiger Gegenmaßnahmen unter dem Deckmantel der Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit politisch unter dem Strich noch immer dabei unterstützt werden.

Diese Art von Krisenpolitik ist absurd. Sie weitet im Effekt nicht nur die Schere zwischen Arm und Reich brachial und beschädigt die wirtschaftliche Basis Europas gravierend sowie möglicherweise längerfristig. Sie ist bildlich gesprochen zudem auch in etwa dasselbe, als würde der Kapitän der leckgeschlagenen Titanic nach und nach alle Passagiere der 3. Klasse und der 2. Klasse über Bord werfen lassen, weil er restlos davon überzeugt ist, dass das Schiff die 1. Klasse dann auch wieder besser (z.B. im Falle Italiens und Spaniens) bzw. weiterhin (im Falle Deutschlands) wird tragen können.

Das heißt, die Krisenpolitik ist letztlich nicht nur irrational, sondern auch unter sozialen und ethischen Gesichtspunkten unhaltbar geworden.

Europa steht längst unter Wasser – in wirtschaftlicher wie in gesellschaftlicher Hinsicht. Die Füße der Kapitäne und der 1. Klasse sind aber noch immer trocken.

Es ist ein Trauerspiel, dass jeder, der das nüchtern feststellt, als Marktwirtschafts- oder Kapitalismusgegner verunglimpft wird. Doch gerade deswegen muss es auch gesagt werden. Denn die meisten „Kapitalisten“ sitzen eben gar nicht in der 1. Klasse – und Europa ist kein Unterseeboot.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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73 KommentareKommentieren

  • Roland - 15. März 2013

    Grillo und der Papst werden mit einem absurden SLE-Heiligenschein versehen.

    • Frankenfurter - 15. März 2013

      Häh? Was ist denn mit Ihnen los, bitte um Erklärung Ihres giftigen Kommentars?

      • Roland - 15. März 2013

        Googeln Sie doch einfach unter “Bergoglio Militärdiktatur” (1) und “Grillo Costa Rica” (2)

        Das beste Gift gegen home-storys vom “Anwalt der Armen” (1) und “Kämpfer gegen Korruption” (2).

        • Frankenfurter - 15. März 2013

          Sehr investigativ, und Ihre Quellen sind natürlich super seriös. Klarer Fall, damit hat der “absurde” Artikel von SLE seine Glaubwürdigkeit entgütig verloren. Und Sie haben es als Erster gemerkt, gratuliere.

      • Basisdemokrat - 16. März 2013

        ……Unter der Junta setzte Bergoglio in seinem Jesuitenorden die Edikte des Vatikans gegen die “Befreiungstheologie” durch. Diese Bewegung war in den 1960er Jahren von reformorientierten Kräften in der lateinamerikanischen Kirche gegründet worden. Sie stellte das Schicksal der Armen in den Mittelpunkt, um angesichts der politischen Radikalisierung der Arbeiterklasse in der ganzen Region den Einfluss der Kirche aufrecht zu erhalten.
        1976 verlangte Bergoglio von zwei jesuitischen Priestern – Orlando Yorio und Francisco Jalics – mit dem Predigen der Befreiungstheologie aufzuhören und die Slums, in denen sie arbeiteten, zu verlassen. Als sie sich weigerten, ließ Bergoglio sie aus dem Orden ausschließen. Danach wurden die beiden Männer vom Militär entführt und gefoltert. Associated Press berichtete: „Yorio beschuldigte Bergoglio, sie praktisch den Todesschwadronen überantwortet zu haben, weil er sich geweigert habe, gegenüber dem Regime zu erklären, dass er ihre Arbeit begrüße.“
        Der argentinische Journalist Horacio Verbitsky schrieb 2006 über die Affäre ein Buch mit dem Titel „El Silencio: de Paulo VI a Bergoglio: las relaciones secretas de la Iglesia con la ESMA. „Er stellte die Sicherheit des jesuitischen Ordens über die Sicherheit der Priester“, behauptete Verbitsky.
        Die Sache wurde 2005 von einem Menschenrechtsanwalt vor ein argentinisches Gericht gebracht, ist aber noch in der Schwebe. Bergoglio bestreitet die Vorwürfe und beschuldigt Verbitsky der „Verleumdung“. Er behauptet, sich in stiller Diplomatie bei der Junta für die beiden Priester eingesetzt und ihre Freilassung erwirkt zu haben.
        Bergoglio musste im Fall einer katholischen Laienarbeiterin mit Namen Maria Elena Funes vor Gericht aussagen, die in dem berüchtigten Foltergefängnis ESMA gefangen gehalten wurde. Sie sagte zu dem Verschwinden der französischen Nonnen Alice Domon und Leonie Duquet aus und erklärte, dass die beiden Priester vom Militär entführt worden seien, nachdem Bergoglio ihnen seinen Schutz entzogen habe.
        Luis Zamora, der ehemalige Parlamentsabgeordnete und Anwalt in dem Fall, bezeichnete Bergoglios Aussage als „ausweichend“ und fügte hinzu. „Wenn jemand derart ausweicht, dann lügt er oder sagt nur einen Teil der Wahrheit.“
        Des weiteren wurde Bergoglio beschuldigt, die Bitten einer Familie ignoriert zu haben, die fünf ihrer Mitglieder an die Junta verloren hatte, darunter eine im fünften Monat schwangere junge Frau. Bergoglio übergab den Fall angeblich einem jüngeren Kollegen, der später eine Notiz von einem Oberst mit der Nachricht enthielt, dass die junge Frau in Gefangenschaft entbunden habe und das Baby einer „wichtigen Familie“ übergeben worden sei. Obwohl Bergoglio mit diesem Fall zu tun hatte, behauptete er 2010, er habe erst nach dem Fall der Diktatur von gestohlenen Babys erfahren.
        Nach dem Ende der Militärherrschaft versuchte der jetzige Papst Franziskus, die Verbrecher in den Streitkräften zu schützen. 2006 schloss er sich einem öffentlichen Protest von Ex-Militärs und rechten Kräften an, die eine umfassende Amnestie für alle unter der Junta begangenen Verbrechen verlangten. 2012 gab Bergoglio im Namen der Bischöfe des Landes als Reaktion auf zunehmende Empörung unter der argentinischen Bevölkerung eine Erklärung heraus, in der er sich formell für das „Versagen“ der Kirche in dem „schmutzigen Krieg“ entschuldigte. Gleichzeitig machte er die Militärdiktatur und ihre linken Gegner gleichermaßen für die Gewalt verantwortlich.
        “Die Geschichte verurteilt ihn”, soll Fortunato Mallimacci, der ehemalige Dekan der Sozialwissenschaften der Universität von Buenos Aires laut Reuters gesagt haben. „Sie zeigt, dass er gegen jede Erneuerung in der Kirche ist und sie zeigt vor allem, dass er während der Diktatur ein inniges Verhältnis zum Militär pflegte.”
        http://www.wsws.org/de/articles/2013/03/15/pope-m15.html

        • Frankenfurter - 16. März 2013

          Das die Jesuiten ein erzkonservativer Haufen sind, der mit Befreiungstheologie rein gar nichts am Hut hat, ist bekannt. Vielleicht kann man dem aktuellen Papst in dem oben beschriebenen Fall sogar Feigheit vorwerfen. Das der heilige Franz (von Asisi) dessen Namen er angenommen hat, in seiner Jugend ein Soldat war, der in blutigen Ritterschlachten gekämpft hat, ist auch bekannt. Dito Mohammed. Der Gründer des Buddhismus führte in seiner Jugend ein lotterhaftes Partyleben…..

          Darf ich ein Jesuswort anbringen? Wer unter uns nicht fehlerhaft oder feige ist, oder schon mal war, der werfe den ersten Stein.

          • Basisdemokrat - 16. März 2013

            So ein paar kleine Fehlerchen, da drücken wir dem Stellvertreter Gottes doch mal die Daumen für unfehlbare späte Einsicht!
            Um die Jesuiten mache ich mir keine Sorgen, die haben das Opus Dei fest im Griff:

            A Jesuit, a Dominican, and a Franciscan were walking along an old road, debating the greatness of their orders. Suddenly, an apparition of the Holy Family appeared in front of them, with Jesus in a manger and Mary and Joseph praying over him. The Franciscan fell on his face, overcome with awe at the sight of God born in such poverty. The Dominican fell to his knees, adoring the beautiful reflection of the Trinity and the Holy Family. The Jesuit walked up to Joseph, put his arm around his shoulder, and said, “So, have you thought about where to send him to school?”
            😉

        • SLE - 16. März 2013

          Hallo Roland, Basisdemokrat und Frankenfurter,

          ich habe keinen Aufsatz über den neuen Papst geschrieben und die Diskussion über das, was er möglicherweise falsch gemacht hat oder nicht passt überhaupt nicht in den Zusammenhang des Aufsatzes. Franziskus wurde von mir als ein promininentes Beispiel für die Fokussierung auf den Kamf gegen Armut, Ungerechtigkeit und für Bescheidenheit genannt, weil er dafür bekannt ist und diese auch als Papst sicher stärker in den Mittelpunkt rücken wird. Xi Jinping hat dies in ähnlicher Weise getan und er handelt auch so, was aber nicht heißt, dass er über jeden Zweifel erhaben ist.

          Ihre Diskussion passt in einen Papst-Blog, aber sie gehört nicht hierher. Bleiben Sie bitte beim Thema.

          Grüße
          SLE

  • Bubblegum - 15. März 2013

    @Roland,

    was soll hier diese dümmliche, marktradikale Polemik?

    @SLE

    der EuGH, hat jetzt Gott sei Dank den Zwangsräumungen in Spanien einen Riegel vorgeschoben.
    Die Hypothekenkreditverträge benachteiligten die Kreditnehmer unangemessen.
    Der EuGH entwickelt sich immer mehr zum letzten Hort von Recht und Gerechtigkeit in Europa!
    Viele Grüße
    Bubblegum

    • Frankenfurter - 15. März 2013

      Schon bei den massenhaften Zwangsräumungen in den USA nach 2008 habe ich mich gefragt, warum man den überforderten Hausbesitzern nicht Angebote gemacht hatte zu deutlich verbesserten Kreditbedingungen in ihren Häusern zu verbleiben. Zumal ja auch viele Banken mit sagenhaftem Aufwand nach ihren “Kreditunfällen” gestützt wurden. Oder gab es in den Staaten ebenso direkte Hilfestellungen für die kleinen amerikanischen Hausbesitzer in Not?

      • Fransisco - 15. März 2013

        Ja billigere Kredit für alle und wir werden die derzeitigen Probleme nicht mehr sehen?

        • Frankenfurter - 15. März 2013

          Beide beteiligten Parteien wurden “rausgehauen”, Die eine Partei aus ihren Häusern, die andere Partei musste nicht mal einen Tag ins Gefängnis. Meine Intention ging in Richtung materieller Schadensbegrenzung, Wissen Sie, was mit der Bausubstanz passiert wenn Häuser länger leerstehen?

          Außerdem ist die Hauptschuld für den Schlammassel eindeutig bei dieser “Finanzindustrie” zu verorten und nicht bei den einfachen Leuten, die auf deren Lügen und Lockungen hereingefallen sind. Da sind regelrechte Drückerkolonnen durch die armen Stadtviertel in den USA gezogen und haben den Menschen Irrsinns-Hypotheken angedreht, Das muss man sich mal vorstellen. Ähnlich wird der Kreditschmu auch in Spanien oder Irland gelaufen sein.

          • Fransisco - 16. März 2013

            Die Finanzindustrie kann jemanden zwingen einen Kredit aufzunehmen? Nur in diesem Fall hätten Sie recht, da das nicht der Fall ist, ist es sonnenklar die Leute haben einfache gedacht mit wenig Aufwand reich zu werden. Dazu kann ich nur sagen, jeder Verlust den Sie dabei erleiden ist selbstverschuldet und verdient.

            • Querschuss - 16. März 2013

              Hallo Fransisco,
              eine sehr eindimensionale Sicht, wie schon deine anderen Kommentare. Wieso sollen nur die Leute (Kreditnehmer) Verlust erleiden, in einer Marktwirtschaft müssten es genauso die Gläubiger (Kreditgeber), denn sie sind in der Verantwortung (Haftung) wenn sie Kredite an Leute vergeben, die nicht mal Mindestkreditvergabestandards erfüllen. In der Realität werden aber die Gläubiger (Banken) gebailoutet und dies durch den Staat (Steuerzahler) ohne vom Steuerzahler eine demokratische Legitimation erhalten zu haben (Demokratiedefizit).

              So sind wir also beim Kern des Problems, Risiko und Haftung wurden ausser Kraft gesetzt, nach dem bereits die Regeln bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurden (Deregulierung und Liberalisierung der Finanzmärkte). Die enormen Gewinne aus den Kreditexzessen wurden privatisiert, die nun folgenden Verluste sozialisiert und bei all dem nimmt die Demokratie einen Schaden, da diese Handlungen zutiefst undemokratisch sind und sogar den Urtugenden des Kapitalismus widersprechen.

              Gruß Steffen

          • Frankenfurter - 16. März 2013

            @Steffen
            …..So sind wir also beim Kern des Problems, Risiko und Haftung wurden ausser Kraft gesetzt, nach dem bereits die Regeln bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurden (Deregulierung und Liberalisierung der Finanzmärkte). Die enormen Gewinne aus den Kreditexzessen wurden privatisiert, die nun folgenden Verluste sozialisiert und bei all dem nimmt die Demokratie einen Schaden, da diese Handlungen zutiefst undemokratisch sind und sogar den Urtugenden des Kapitalismus widersprechen.

            Wie willst du eine Bankhaftung durchsetzen, wenn als Mindesterservepflicht der Euro-Geschäftsbanken bei der EZB gerade mal 1% der gezogenen Liquidität vorgeschrieben ist? Wie soll das funktionieren? Forderung [der Bank ggü. privaten Kreditnehmer] gegen Verbindlichkeit [ Bank ggü. Zentralbank] funktioniert nicht mit diesen symbolischen Eigenkapitalbestimmungen . Selbst nach Basel III Sandart nicht, meine ich.

  • Uwe - 15. März 2013

    Da fehlt mir nur noch die Antwort: Warum machen die (Eurokraten) das?
    Finde ich sie am Anfang des Statements?
    Korruption?
    Die Interessenverbände statten Politiker mit Allem aus und lassen sie alle vier Jahre vom Volk bestätigen.
    Wird denen jetzt etwa heiss (AfD)?
    Genüsslich beobachte ich, wie sich die Alteingesessenen, die die Neue zunächst selbstgefällig mit Missachtung straften, immer nervöser werden. Kauder, Kampeter, Sozis, wie Grüne eilen sich plötzlich, den Feind zu bekämpfen.
    Aus meiner Sicht: 1:0 für Jemanden, den es noch gar nicht gibt!

  • Willie - 15. März 2013

    Ein kreativer und stimmiger Artikel.

    Auch Krugman hat ja neulich im Bezug auf die Folgen der Austerität in Europa hingewiesen und wurde von der EU-Elite zum Teil attackiert. Das heißt, man will gar nicht vom Kurs abweichen, egal wer dazwischen funkt.

    Wohin das Ganze führen wird, wird immer deutlicher. Die Eurozone wird wahrscheinlich ganz einfach zerbrechen.

    Aber wer weiß, vielleicht schlägt die Krise ja demnächst auch in Deutschland durch und Merkel kommt mit Konjunkturprogrammen und wird dann von europas Medien als Krisenhelding gefeiert, die endlich die Zeichen der Zeit erkannt hat. Die Wiederwahl ist sicher und auch der Peer hat keine Chance. Der neoliberale Kurs kann weiter verfolgt werden.

    Absurd aber den Medien und dem Wahlvieh ist vieles zuzutrauen.

    • MartinR - 15. März 2013

      Zustimmung, so ist es und so oder ähnlich wird es wohl kommen.

      Bezeichnend Muttis Kurzkommentar vom EU-Gipfel, daß “Fehler in der Lohnpolitik gemacht wurden”.
      So einfach glaubt sie, die Probleme abhandeln zu können. Wenn D die Agenda 2020 bekommt, müssen die anderen EU-Länder eben beide Agenden auf einmal durchpeitschen und alles wird gut…;-)

    • Emeier - 15. März 2013

      @Willie

      Peer hat auch so keine Chance, weil er
      a) selber ein neoliberaler ……. und
      b) ein …………. ist,
      der es in keinster Weise schaffen wird, das sozialdemokratische Stammklientel auch nur ansatzweise zu mobilisieren. Das wird noch eher den Grünen gelingen. Und das konservative Stimmvieh läuft sowieso paralysiert der Merkel hinterher. Wahlkampfenergie an diese Bevölkerungsgruppe zu verschwenden wäre sinnentleert.

      • SLE - 16. März 2013

        Hallo Emeier,

        hier wird niemand mit Schimpfwörtern belegt oder persönlich beleidigt. Sie sollten wissen, dass dies rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann für den Blogbetreiber. Deswegen habe ich die Ausdürcke gelöscht. Unterlassen Sie so etwas bitte künftig.

        Viele Grüße
        SLE

  • Milo Minderbinder - 15. März 2013

    Das Bild mit der Titanic finde ich sehr passend. Eine Kursänderung ist absolut unnötig, weil die Titanic bekanntlich unsinkbar ist. Da wird der Kurs auch beibehalten, wenn schließlich dem Kapitän und den 1. Klasse Passangieren das Wasser bis Oberkante Unterlippe steht – weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

    Gruss
    stp

    • Willie - 15. März 2013

      Das ironische an der Titanic-Geschichte ist die Tatsache, dass wenn die Titanic den Eisberg frontal getroffen hätte, sie nicht untergegangen wäre.

      Aber wir wissen alle, wie der Beitrag gemeint war. Dem ist nichts entgegenzusetzen.

  • M.C. - 15. März 2013

    Als die Titanic auf der einen Seite längst sank, ging es auf der anderen ja auch noch (eine Zeit lang) steil aufwärts…

  • Fransisco - 15. März 2013

    Wer glaubt Schulden lassen sich durch mehr Schulden heilen, dürfte beizeiten ein böses Erwachen erleben. Wie man immer mehr sieht, war es ein Boom basierend auf billigem Geld und scheinbarem Wohlstandsgewinn durch steigende Preise. Und die Staaten haben mitgezündelt. Ich darf auch daran erinnern, daß die Spanier in 2005 schrieben Sie würden den kranken Mann Europas Deutschland innerhalb der nächsten 5 Jahre überholen. Offensichtlich sind die 5 Jahre vorüber und auch die Spanier merken Sie haben auf Treibsand gebaut. Was hier offensichtlich nicht verstanden wird, sind fundamentale Elemente des Wirtschaftens. Was ich sehr bedauerlich finde.

  • zykliker - 15. März 2013

    @SLE, Zustimmung, aber:

    wer die Austeritätspolitik kritisiert (zu Recht, wie ich meine), der sollte auch das grosse Dilemma der Staatsfinanzen zumindest thematisieren:

    Es gibt in der Westlichen Welt seit mittlerweile Jahrzehnten keine ausgeglichenen Staatsfinanzen mehr, weil hier jeder Versuch, die Ausgaben zu senken oder die Einnahmen zu erhöhen zwangsläufig in die Depression führen würde, wie die Gegenwart in etlichen Ländern ja auch exemplarisch zeigt. Deutschland als “Insel der Seeligen” ist hier eher die Ausnahme (Export-Weltmeister), die die Regel bestätigt, und wird sein blaues Wunder in den nächsten Jahren noch erleben (die Eckpunkte 2014 fussen auf lächerlich unrealistischen Annahmen, z.B. Euro-Bürgschaftsverpflichtungen…)

    Wenn wir die westlichen Gesellschaften als gegeben hinnehmen, z.B. was die Rezessions-Phobie anbelangt, oder auch, was das Abräumen von öffentlichen Subventionen durch Konzerne betrifft – nicht ganz unwichtig auch der durch die wirtschaftlichen Machtverhältnisse vorgegebene BIP-Verteilungsschlüssel und somit die weitere Verwendbarkeit der Erträge in der Realwirtschaft, dann müssen wir auch akzeptieren, dass wirtschaftliche Prosperität und solide Staatsfinanzen einander ausschliessende Ziele in einem “Magischen N-Eck” zu sein scheinen.

    Aber das müssen wir bei aller berechtigten Kritik an der Austeritätspolitik seriöserweise auch so deutlich sagen.

    Gibt es innerhalb der von Ihnen aufgezeigten Gegenentwürfe zum bestehenden Wettbewerbsmodell ein schlüssiges Konzept für solide Staatsfinanzen? Wenn ja, viele der hier Lesenden wären interessiert, auch hier einen konstruktiven Gegenentwurf kennen zu lernen.

    Unabhängig von einem derzeit noch utopischen Gegenentwurf interessiert natürlich auch die Frage, wie in der gegenwärtig so verfahrenen Lage aus dem konkreten Dilemma jetzt herauszufinden wäre… was also jetzt tun. solange ein neues Modell noch nicht implementiert ist, und bevor “langfristig alle verhungert sind.”

    • SLE - 16. März 2013

      Hallo zykliker

      die Politik in den Industriestaaten versteht ihre Aufgabe bis heute schlicht im Verteilen von Geld oder eben Belastungen. Dieser Logik folgt auch die gegenwärtige (austeritätspolitische) Art der Krisenbekämpfung sowie ebenfalls die von einem Teil der Regierungschefs geforderte Konzeption der (keynesianischen) Förderung von Wachstum und Beschäftigung.

      In beiden Fällen werden die markt- und wirtschaftsstrukturellen Voraussetzungen bzw Gegebenheiten ausgeblendet, die eben genau diese Politik der Verteilung von Geld und Lasten über die letzten Dekaden überhaupt erst geschaffen hat.

      Die Durcholigopolisierung der Märkte, die massiven Ungleichgewichte zwischen Volkswirtschaften und die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich sind das Ergebnis dieser Politik.

      Diese Strukturen sind genau dann der denkbar beste Nährboden für exzessiven Lobbyismus und ausufernde Korruption, wenn die Politik alles tut, um diese Strukturen weiterhin zu fördern oder – im Krisenfalle – um jeden Preis zu erhalten.

      Nichts anderes tut die europäische Krisenpolitik gegenwärtig, die uns aber im Gegenteil glauben machen will, dass sie genau das Richtige und Notwendige zur Krisenbekämpfung tut und damit impliziert, auch zuvor immer alles richtig gemacht zu haben.

      Genau darauf wollte ich mit dem Aufsatz nochmals explizit aufmerksam machen.

      Es ist m. E. evident, dass solche Strukturen in Verbindung mit einer solchen Art von Krisen- und Politikverständnis zu massiven Problemen bei den Staatsfinanzen führen müssen und diese nicht zu lösen sind, so lange die Politk nicht umdenkt und sich neu ausrichtet.

      Franziskus hat diese Notwendigkeit beispielsweise erkannt und Xi Jinping ebenso.

      Dies bedeutet selbstverständlich auch Veränderungen im Ausgabenverhalten, aber die gegenwärtige Form der Austeritätspolitik setzt offensichtlich die Schwerpunkte im Wesentlichen völlig falsch, denn sie ist wirtschaftlich gesehen destruktiv.

      Egal ob es nun um Kürzungen und Einsparungen oder um gezielte Fördermaßnahmen geht, sie müssen definitiv darauf ausgerichtet sein, die eklatante Schiefe in den Strukturen (Markt, Wirtschaft, Volkswirtschaften, Einkommen) abzubauen mit dem Ziel, die dadurch bedingte Blockade des Potenzials der “2.-Klasse-Wirtschaft und -Gesellschaft” aufzulösen. Ein höhere Wirtschaftsaktivität sorgt auch für mehr Staatseinnahmen (- vorausgesetzt das Steuersystem ist gerecht, was gegenwärtig aber auch nicht der Fall ist, weil beispielsweise viele Konzerne kaum Steuern zahlen).

      Wenn ein Vier-Zylinder-Motor nur noch auf einem Zylinder läuft, dann ist klar, dass das Fahrzeug, den er antreiben soll, kaum vorankommt. Genau dahin haben es die Industriestaaten gebracht und sie ändern mit ihrer krisenpolitik nichts daran, sondern machen es noch schlimmer.

      Viele Grüße
      SLE

  • Holly01 - 15. März 2013

    Der Fehler ist nicht das Sparen !
    Der Staat muss die notwendigen Ausgaben bezahlen können.
    Das Geld muss da geholt werden wo es ist und wenn das Geld bei den 1% ist, dann muss das Geld dort geholt werden.
    Das ist kein Aufruf zur Enteignung !
    Es geht um laufende Einnahmen und nicht um Bestand.
    Die Beitragsbemessungesgrenzen sind ein Hohn, in Anbetracht von 880€ Durchschnittsrente für Neurentner der Altersrente in 2012.
    Die “Sonderregeln” für Beamte (auch Wahlbeamte) und viele andere “Gutverdiener” sind eine ungerechtfertigte Belastung der Masse.
    Die Steuern müssen nicht im Spitzensatz erhöht werden, sonden die Ausnahmen für Einkommen müssen abgeschafft werden.
    Unmengen Leute in Spitzenpositionen schützen sich durch Doppelbesteuerungsabkommen, welche unsere Regierung mit “Steuerparadiesen” geschlossen hat.
    Der Staat muss sich finanzieren.
    Die Produktion muss die Leute ernähren.
    Defizite sind asozial.
    Produktivität 100% würde bedeuten alle vorhandenen Ressourcen in 0 Zeit zu 100% in Produkte umzuwandeln, ohne einen Arbeiter zu beschäftigen.
    Da es weder Konsumenten gäbe, noch Märkte und danach auch keine Firmen mehr benötigt würden, ist das absoluter Schwachsinn. Es ist eine Grenzfunktion, welche bei Annäherung nicht nur den Sinn verliert, sondern zerstörerisch wirkt.
    Die Argenda 2010 zu feiern, weil die Zahl der Beschäftigten gestiegen ist, bedeutet einen Weg zu gehen, bei dem wir 100% Beschäftigung haben, kleine Löhne mehr zahlen und das als Durchbruch der Wirtschaftlichkeit feiern.
    Auch absoluter Schwachsinn.
    Wenn man hier von negativen Hypothekenzinsen lesen kann, ohne das das zerfetzt wird, dann frage ich mich ernsthaft, wie sinnleer das ganze System inzwischen ist, wenn selbst aufmerksame Kritiker so eine Ente schwimmen lassen.
    Den Finanzsektor kann niemand mehr retten. Wir müssen die Gesellschaft schützen. Wenn das bedeutet die Banken zu zerschlagen, dann soll es so sein.

    • Herbert - 16. März 2013

      “Der Fehler ist nicht das Sparen !
      Der Staat muss die notwendigen Ausgaben bezahlen können.
      Das Geld muss da geholt werden wo es ist und wenn das Geld bei den 1% ist, dann muss das Geld dort geholt werden.
      Das ist kein Aufruf zur Enteignung !”

      Doch, das ist es! Ich habe ne verrückte Idee, wie wäre es, achtung festhalten, wenn der Staat, eine niedrigere Staatsquote als 50% fährt. Das wäre revolutionär. Ich habe schon mal gehört, dass es in der Geschichte tatsächlich Staaten gegeben haben soll, in denen nicht jeder zweite für diesen gearbeitet hat. Und die sind angeblich nicht mal schlecht damit gefahren (war glaube ich in den USA auch mal so). Aber neeeeee. Warum stellen wir nicht einfach ALLE beim Staat an. Wo wir dabei sind, warum verzichten wir nicht einfach auf Steuern, die machen nur pessimistisch. Soll die Zentralbank direkt allen Bürgern ihr Gehalt aufs Konto überweisen. Ich meine, wir hören ja immer, dass das Gedrucke doch gar keine schlechten Auswirkungen auf unsere Kaufkraft hat. FREIBIER FÜR ALLE!

  • Holly01 - 15. März 2013

    Im Übrigen empfehle ich allen, die sich mit der Krise beschäftigen sich die Kreditvolumina der Nationalbanken anzuschauen.
    Das sind alles Krisen mit ansagen.
    Die banken reduzieren das Volumen immer bei den schwächsten Kunden und stellen glatt durch Fälligkeit.
    Für die ist das ein reiner Verwaltungsakt, der den Vorgaben der Notenbanken folgt.

    • Ert - 15. März 2013

      Soweit ich mitbekommen habe sinkt das Kreditvolumina in der Eurozone doch, oder?

  • Holly01 - 15. März 2013

    Japp. Die Geldmenge wird heruntergefahren. Kredite werden mit höheren Sicherheiten hinterlegt.
    Altkredite werden nicht mehr gerollt.
    So etwas nennt man einen (vielleicht den?) Krisenfaktor.

  • Traumschau - 15. März 2013

    Tja, alles dreht sich letztlich immer um das “liebe Geld”. Sparen oder nicht sparen? Wieviel sparen? Als Laie sehe ich das so:
    Nun, offensichtlich kann eine Volkswirtschaft nicht wachsen, wenn niemand Schulden macht. Wenn alle sparen bricht die Wirtschaft zusammen. Wir brauchen das Wachstum – wohin ist eigentlich egal. Nur, wie sinnvoll ist Wachstum, wenn es nicht an Nachhaltigkeit gebunden ist? Es wird ja auch nur immer das Positive des Wachstums angegeben, während die negativen Folgen nie in diese Rechnung eingehen. Ich glaube, dass es in diesem Sinne Wachstum nicht gibt. Es scheint mir mindestens ein Nullsummenspiel zu sein. Was wir mit unseren Händen aufbauen, reissen wir mit unserem “Hintern” wieder ein. Bestes Beispiel ist der Titel “Exportweltmeister”. Wir haben enorme Überschüsse, (fast) alle schreien “Hurra” und sehen nicht, wie wir unsere Nachbarn an die Wand drücken – und dafür (u.a.) zahlen wir jetzt. Irgendwie ist das alles sehr schief, oder?
    Ich habe über das Thema Geld noch einmal nachgedacht. Ich sehe das so:
    Warum eigentlich ist Geld eine Ware, für die Zinsen gezahlt werden müssen? Ich denke, dass Geld eben keine Ware sein darf. In einer Demokratie, so wie ich sie verstehe, gehört das Geld dem Staat, sprich dem Volk. Warum soll ein Staatsbürger für Geld Zinsen bezahlen, wenn es doch eigentlich ihm gehört? Demzufolge hat jeder Bürger ein Anrecht auf Geld (natürlich im Rahmen vernünftiger Bedingungen, die die Stabilität der Währung sichern). Warum kann der Staat nicht das Geld bereit stellen, um nachhaltige Investitionen zu tätigen, z.B. für die Energiewende? Prof. Richard Werner hat erklärt, dass solche produktiven Investitionen inflationsneutral sind. Wir haben ja erlebt und erleben es noch, was unproduktive Investitionen, z.B. in Finanzprodukte bzw. Konsum, für Schäden anrichten. Für R. Werner ist das die Ursache der Blasenbildung: die Geldschöpfung aus dem Nichts für die Kreditvergabe in unproduktive Investitionen. Seiner Meinung nach muss deshalb die Kreditvergabe gesteuert werden.
    Ich finde das recht logisch. So gesehen gibt es keinen Grund zu “sparen”, d.h. auch unsere Nachbarn könnten diesen Weg gehen, um wieder aus der Rezession zu kommen – theoretisch natürlich! Aber es scheint allen wichtiger zu sein, die Banken und ihre Gläubiger raus zu hauen!

    http://www.youtube.com/results?search_query=richard+werner&oq=richard+werner&gs_l=youtube.12..0.3169.6692.0.7916.14.8.0.6.6.0.118.601.7j1.8.0…0.0…1ac.1.wzqR91e53UQ

    LG Traumschau

  • Bubblegum - 15. März 2013

    @Traumschau

    “Tja, alles dreht sich letztlich immer um das “liebe Geld”. Sparen oder nicht sparen? Wieviel sparen? Als Laie sehe ich das so:
    Nun, offensichtlich kann eine Volkswirtschaft nicht wachsen, wenn niemand Schulden macht. Wenn alle sparen bricht die Wirtschaft zusammen. Wir brauchen das Wachstum – wohin ist eigentlich egal. Nur, wie sinnvoll ist Wachstum, wenn es nicht an Nachhaltigkeit gebunden ist? Es wird ja auch nur immer das Positive des Wachstums angegeben, während die negativen Folgen nie in diese Rechnung eingehen.”

    Ich erlaube mir mal diese Aussage zu korrigieren:

    1. Wenn Sie als Landwirt einen Teil der Ernte zurückhalten(=Sparen), um ihn im nächsten Jahr
    als Saatgut auszusäen, dann können sie trotzdem zusätzliches Wachstum haben z.B durch
    höhere Ernteerträge und können den Teil der zusätzlichen Erträge, den Sie nicht sparen
    müssen und nicht für den Eigenverbrauch benötigen, zu Alkohol brennen!

    2. Die Behauptung, nur Wachstum halte ein Volkswirtschaft am Laufen ist eine der übelsten
    und dümmsten Nebelkerzen, die die Claquere dieser Psydowissenschaft VWL immer
    wieder werfen, um den wahren Sachverhalt zu verschleiern. Zu verschleiern heißt: Nur eine
    halbwegs vernünftige Einkommens- und Vermögensverteilung verhindert den Wippeneffekt
    ( habe ich hier schon mündlich skizziert ) und damit das Fettaugensyndrom (sehr schön
    graphisch aufbereitet in dem Blog von Georg Trappe) bei dem es nach einer bestimmten
    Anzahl von Perioden mathematisch zwangsläufig zu einem rapiden Abfall des BIP
    kommen muss, weil der Nachfrageausfall bei der Masse der Geringverdiener nicht mehr
    durch den Mehrkonsum der Wohlhabenden ausgeglichen werden kann!
    Bei Marx heißt das sinkender Fall der Profitrate und hochtrabend Expropriation der
    Expropriateure! Was kein Arbeiter verstehen kann!!

    Viele Grüße Bubblegum

    • Querschuss - 15. März 2013

      Hallo Bubblegum,
      das Beispiel des Landwirts auf eine gesamte Volkswirtschaft zu übertragen ist nicht nur Unfug, sondern falsch. Denn es dürfte bereits einen entscheidenden Unterschied machen, ob ein oder einige Landwirte 30% der Erträge sparen oder eben alle Landwirte zugleich. Ganz zu schweigen davon, dieses Sparen aller Landwirte würde auch noch alle volkswirtschaftlichen Sektoren erfassen.

      Ansonsten ist es richtig, dass die ungleiche Einkommens- und Vermögensverteilung ein riesiger Hemmschuh für eine positive wirtschaftliche Entwicklung ist und ab einem bestimmten Grad der Fehlentwicklung sicher gravierend negativ auf das BIP wirkt.

      Gruß Steffen

    • Traumschau - 15. März 2013

      Hallo Bubblegum,
      ich verstehe ihr Beispiel. Allerdings müssen Sie zugeben, dass dieses auf einem schon fast urtümlichen Niveau aufsetzt. Geld entsteht durch Kreditvergabe. Wie Querschüsse das schon oft sehr eindrücklich dargelegt hat, ist ein Sparen in allen Sektoren unmöglich und führt in die Rezession. Wenn die Bürger sparen, die Banken das Geld horten und niemand das Geld nimmt, um (hoffentlich produktiv) zu investieren, führt das in die Katastrophe – weil der Staat darf ja nicht: “schwäbische Hausfrau” und so … Für einen Selbstversorger mag ihr Beispiel aufgehen, aber für eine komplexe, arbeitsteilige Wirtschaft ist dieses Beispiel m.E. nach nicht geeignet.
      Zum Wachstum noch mal:
      Nehmen wir doch das Beispiel Atomkraft. Natürlich wurde uns das immer als “billige Energie” verkauft, die für eine “prosperierende Wirtschaft” unerlässlich ist.
      Nur, welche Schäden hat das angerichtet? Von den unmenschlichen Bedingungen, unter denen beispielsweise in Mali oder Nigeria Uran abgebaut wird, bis zu Fukushima und die Kosten für den Rückbau, Entlagerung, die Asse, etc. Es gibt beliebig viele Beispiele – auch Kriege gehören dazu! Kann man da tatsächlich per saldo von Wachstum sprechen? Ich möchte das stark bezweifeln.
      LG Traumschau

  • Eurelios - 15. März 2013

    Hallo Stefan,

    Dein Satz:

    Sie ist bildlich gesprochen zudem auch in etwa dasselbe, als würde der Kapitän der leckgeschlagenen Titanic nach und nach alle Passagiere der 3. Klasse und der 2. Klasse über Bord werfen lassen, weil er restlos davon überzeugt ist, dass das Schiff die 1. Klasse dann auch wieder besser (z.B. im Falle Italiens und Spaniens) bzw. weiterhin (im Falle Deutschlands) wird tragen können.

    finde ich klasse.

    bei dem Satz:

    Denn die meisten „Kapitalisten“ sitzen eben gar nicht in der 1. Klasse – und Europa ist kein Unterseeboot.

    Da gebe ich Dir nur zum Teil recht und zwar mit diesem:

    Denn die meisten „Kapitalisten“ sitzen eben gar nicht in der 1. Klasse.

    Aber es gibt in der Tat auch noch Passagiere di den Status 1A haben und das sind
    die ganz wenigen Geldeliten.

    Da habe ich das ungute Bauchgefühl das kurz von dem Untergang der Titanic ein U-Boot auftaucht um die 1A Passagiere aufnimmt und abtauchen wird, damit diese Leute
    von dem wilden gestrampel der Menschen der ersten bis dritten Klasse verschont werden
    die mit dem Absaufen kämpfen und auch ertrinken werden.

    Wenn dann sich die Lage wieder normalisiert hat wird dieses U-Boot wieder auftauchen.
    und das ganze Dilemma fängt von vorne an.

    • Uwe - 15. März 2013

      Hey, dem Mutigen … ist das nicht die Übersetzung von Eurelios?… will ich mal mit einem aktuellen Einblick bei Wikipedia.de zu AfD etwas unter die Arme greifen:
      Währungspolitik [Bearbeiten]

      “Die Alternative für Deutschland setzt sich für eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes ein. Sie fordert die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM soll kein Tabu sein. Sie fordert eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk solle demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen. Sie fordert, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert. Sie fordert, dass die Kosten der Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden, sondern dass Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger als primäre Nutznießer dieser Politik zuerst dafür geradestehen müssen. Sie fordert, dass überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken sollen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden. Sie fordert zudem einen sofortiger Stopp des unlimitierten Ankaufsprogramm der Europäischen Zentralbank. Inflation dürfe nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

      Europapolitik [Bearbeiten]

      Die Alternative für Deutschland unterstützt ein Europa souveräner Staaten mit einem gemeinsamen Binnenmarkt das in Freundschaft und guter Nachbarschaft zusammenlebt. Das Budgetrecht den nationalen Parlamenten solle erhalten bleiben. Eine Transferunion oder gar einen zentralisierten Europastaat lehnt sie entschieden ab. Sie fordert, Gesetzgebungskompetenzen in einigen Bereichen zurück zu den nationalen Parlamenten zu verlagern und die ausufernde Brüsseler Bürokratie der EU zu reformieren mit dem Ziel Transparenz und Bürgernähe zu fördern. Sie unterstützt die Positionen des britischen Premierministers David Cameron, die EU durch mehr Wettbewerb und Eigenverantwortung zu verschlanken.

      Staatsfinanzen und Steuern [Bearbeiten]

      Die Alternative für Deutschland will die Staatsverschuldung abbauen. Sie fordert, dass die Haftungsrisiken aus der Euro-Rettungspolitik in der Finanzplanung berücksichtigt werden. Sie fordert eine vereinfachtes des Steuerrechts, damit der Bürger verstehen kann, warum er in welcher Höhe besteuert wird. Sie fordert eine progressive Einkommensbesteuerung und will den Einfluss von Lobby-Gruppen begrenzen.

      Alterssicherung und Familie [Bearbeiten]

      Die Alternative für Deutschland ist der Meinung, die Eurokrise gefährde alle Formen der Altersvorsorge durch Inflation und minimale Zinsen. Sie fordert, die Höhe der Renten langfristig zu garantieren. Die Schulden der Eurokrise dürften nicht zu einer Rente nach Kassenlage führen. Insgesamt müsse Deutschland kinder- und mütterfreundlicher werden um die Renten langfristig zu sichern.

      Bildung [Bearbeiten]

      Die Alternative für Deutschland fordert bundesweit einheitliche Bildungsstandards orientiert an den besten Schulsystemen Deutschlands.Sie fordert Bildung als Kernaufgabe der Familie zu fördern. Kitas und Schulen müssten dies sinnvoll ergänzen. Nichts sei für die Zukunft wichtiger als die Bildung der Kinder. Sie fordert ein Familiensplitting, damit die Familien auch die Mittel behalten, ihre Kinder optimal zu betreuen und auszubilden.

      Demokratie [Bearbeiten]

      Die Alternative für Deutschland fordert eine Stärkung der Demokratie und der demokratischen Bürgerrechte. Parteien sollen am politischen System mitwirken, es aber es nicht beherrschen. Sie fordert mehr direkte Demokratie auch in den Parteien. Das Volk solle den Willen der Parteien bestimmen, nicht umgekehrt. Sie fordert, alle bezahlten Nebentätigkeiten für Bundestagsabgeordnete zu verbieten. Sie fordert Volksabstimmungen über grundlegende gesellschaftliche Fragen.

      Energiepolitik [Bearbeiten]

      Die Alternative für Deutschland fordert ein nachhaltiges Energiekonzept. Sie fordert eine Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). Es sei unsozial, Subventionen für Sonnen- und Windenergie durch die Strompreise zu finanzieren. Subventionen für erneuerbare Energien sollen statt dessen aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert werden.

      Integrationspolitik [Bearbeiten]

      Die Alternative für Deutschland fordert eine Neuordnung des Einwanderungsrechts nach kanadischem Vorbild. Deutschland brauche qualifizierte und integrationswillige Zuwanderung. Eine ungeordnete Zuwanderung in die Sozialsysteme müsse unterbunden werden. Zuwanderer sollen Deutsch- und Staatsbürgerschaftskurse besuchen müssen. Ernsthaft politisch Verfolgte müssten aber in Deutschland jederzeit Asyl finden können. Zu einer menschenwürdigen Behandlung gehöre auch, dass Asylbewerber hier arbeiten könnten.”

      Klingt doch ganz gut?
      Was ist die Antwort der linken Kritiker?

    • Holly01 - 15. März 2013

      Das ist der Wunsch vieler 1a Passagiere.
      Es wird nur sehr wenig Erde übrig sein, auf der man ein Leben führen kann, wie wir es kennen.
      Antibiotikaresistenzen, Peak Oil, Peak Trinkwasser (Asien Tiefenbohrungen), Peak Lebensmittel (Fischerei, tote Ackerböden, Massentierproduktion), Peak Mensch (Reproduktion), Peak Metalle, Peak Moral, Peak Ethik und die Agressivität die der westen mit seinem “Krieg gegen den Terror” in die Welt trägt und damit selbst Terror erzeugt, die sprechen eine ganz andere Sprache von der Zukunft.
      Dazu kommt, daß etwa 2 Milliarden Menschen auf “Land” lebt, welches weniger als 2m über dem Meeresspiegel liegt und in der Tendenz unbewohnbar wird, weil es regelmäßig vom Salzwasser überschwemmt wird und absäuft durch diese errosion.
      Dieses Mal scheint die Elite ganze Arbeit zu leisten, in ihrem Wahn.

      • Traumschau - 15. März 2013

        Hallo Holly01,
        genau das ist der für mich springende Punkt: Wir reden vom stetig steigendem Wachstum und kapieren nicht, dass wir die Kosten der Folgen doppelt und dreifach – oft zeitversetzt – zurück zahlen müssen. Ich glaube, dass wir uns entwickeln können, aber nicht wachsen. Irgendwo auf dieser Welt wird die Gegenrechnung gebucht. Die Folgen des Klimawandels beispielsweise wird alles Wachstum, von dem wir glauben es sei notwendig, mehr als nur aufzehren. Denn zu glauben, dass unser Wachstum nichts mit dem zu tun hat, was Armut in der Welt, Terrorismus, Umweltzerstörung z.B. Alcoa in Brasilien, etc. ausmacht, ist ein Irrtum.
        LG Traumschau

  • Bubblegum - 15. März 2013

    @Querschuesse,

    “das Beispiel des Landwirts auf eine gesamte Volkswirtschaft zu übertragen ist nicht nur Unfug, sondern falsch. Denn es dürfte bereits einen entscheidenden Unterschied machen, ob ein oder einige Landwirte 30% der Erträge sparen oder eben alle Landwirte zugleich. Ganz zu schweigen davon, dieses Sparen aller Landwirte würde auch noch alle volkswirtschaftlichen Sektoren erfassen.”

    Sie unterstellen mir in diesem Beispiel Unfug!

    Warum habe ich dieses Beipiel gewählt?

    1. Um es für diejenigen, die sich bisher nicht sehr intensiv mit Wirtschaft befaßt haben, ein
    möglichst einfaches Bild zu generieren!

    2. Um die Funktionfähigkeit von Produktionsmitteln aufrecht erhalten und zu können sowie
    Verbrauchsgüter zu ersietzen, ist Sparen von allen Beteiligten einer VW vorzunehmen.
    Nicht umsonst ist in jeder G+V Rechnung die Postion Abschreibung enthalten und geht in
    die verschieden Varianten der Cash-Flow Berechnungen ein! Der Verbraucher leistet die
    Ersparnis in Form der gezahlten Warenpreise, denn die in Form der Abschreibungen
    geleistete Ersparnis ist Bestandteil der Handlungskosten! Soweit wollte ich die Dinge aber
    gar nicht ausfüh ren!

    3. Ich habe nicht umsonst den Begriff von der Expropriation der Expropriateure benutzt. Dies
    ist nur möglich, wenn es Wettbewerb gibt. Und der zwingt zum Produktivitätsfortschritt.[
    Ausnahme ist die zunehmende Ressourcenerschöpfung]. Kann der Produktivitätsfortschritt
    nicht aus den eigenen Ersparnissen geleistet werden, dann muss er durch Kredit finanziert
    werden. Ansonsten ist Wachstum auch ohne Kreditaufnahme möglich! Die Nomadenvölker
    zeigen uns das Jahr fur Jahr. Und in jeder Religion ist dieser paradisische Zustand
    kollektivistisch ins Gedächtnis der Gläubigen eingebrannt! Nur, wer wie ich, belegt dass
    Wachstum auch ohne Kreditaufnahme möglich ist, wird gefährlich, weil er verdeutlicht, dass
    Geschäftsbanken für das Wohl und Wehe einer Volkswirtschaft unwichtig sind. Ich glaube, es
    war Quesnay, der dies bereits im 18.Jahrhundert so ähnlich formuliert hat, als er die Banker
    und Kaufleute als Diebe und Spitzbuben bezeichnete und als große Gefahr und völlig
    überflüssig für das Wohlergehen und den Fortschritt Frankreichs!

    Viele Grüße Bubblegum

    • Querschuss - 15. März 2013

      Hallo Bubblegum,
      denk dir mal alles weg, was auch in Deutschland nicht aus Ersparnis, sprich 100% Eigenkapital angeschafft wurde. Dann kann man ermessen wieviel Wachstum nicht stattgefunden hätte und damit wieviel Ausgaben, Produktion und Einnahmen.

      Die Ersparnisbildung löst immer einen temporären Nachfrageausfall aus. Sparen alle bevor sie konsumieren bzw. investieren oder auch produzieren käme man aus der Rezession nicht mehr heraus. Weil die Erparnis zugleich die Nichteinahme anderer Wirtschaftssubjekte ist.

      Wenn jemand spart muss sich immer jemand anderes verschulden, dies gilt für einzelne Wirtschaftssubjekte, erst recht für die volkswirtschaftlichen Sektoren, sparen alle Sektoren ist Rezession, sparen die privaten Haushalte per Saldo müssen Staat, Unternehmen oder das Ausland sich adäquat verschulden, tun sie es nicht ist Rezession. Bei Wachstum müssen sich Staat, Unternehmen oder das Ausland sogar stärker verschulden als es die Ersparnis der privaten Haushalte abbildet.

      Dein Beispiel mit dem Landwirt, übertragen auf alle Landwirte oder gar die gesamte Volkswirtschaft ist Unfug und dies nicht nur weil der Ersparnis, mehr Saatgut, nicht mehr landwirtschaftliche Nutzfäche zum Aussehen gegenüber steht 🙂

      Kapitalismus war nie was anderes als Kreditexpansion, dass du dies ignorierst macht dich doch nicht “gefährlich”. Das ein Nomadenvolk ohne Kredit Wachstum kreiert mag sein, die globalisierte hoch arbeitsteilige Wirtschaftswelt ist aber nicht mit einem Nomadenvolk und seiner Lebensweise vergleichbar, deshalb ist der Beweis weitgehend keiner.

      Gruß Steffen

      • Huthmann - 16. März 2013

        Sehr geehrte Querschüsse,

        irren Sie sich da nicht mit Ihrer Vorstellung über Ersparnisse?

        Banken schöpfen Geld auch dem nichts, das müßte mittlererweile klar geworden sein und geben nicht nur Ersparnisse weiter.

        Demgemäß hat eine zunehmende oder abnehmende Ersparnis ceteris paribus über die Sektoren private Haushalte, Unternehmen, Staat und Ausland erst einmal nichts mit zunehmender oder abnehmender Nachfrage zu tun, sondern Sie müssen das Geldschöpfungsverhalten der Banken betrachten, um zu einer auch saldenmechanisch richtigen Analyse zukommen.

        MfG

        • Huthmann - 16. März 2013

          Erläuterung zur besseren Verständlichkeit. Zum Vermögensänderungskonto:

          Leistungsbilanzsaldo = gesamtwirtschaftliche Ersparnis – Nettoinvestitionen aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gilt nur dann, wenn der Bankensektor als Input-Output-System von Ersparnissen ohne Geldschöpfungskapazität betrachtet wird.

          MFG

        • Querschuss - 16. März 2013

          Hallo Huthmann,
          hat hier jemand behauptet, dass Banken als Kredit nur Ersparnisse weitergeben. Nee! Sie irren sich bei der Interpretation bzw. dem Verständnis meiner Kommentare und interpretieren Dinge – die meine Texte nicht im entferntesten hergeben.

          Vielleicht einfach mal mit Saldenmechanik beschäftigen, z.B. Stützel lesen: “Volkswirtschaftliche Saldenmechanik”

          Wenn durch Kredite die Ausgaben eines Wirtschaftssubjekts steigen, steigen immer auch die Einnahmen anderer Wirtschaftssubjekte, dass gilt selbstverständlich für die einzelnen Wirtschaftssektoren ebenso, wie auch für die Volkswirtschaft als Ganzes. Dies gilt völlig unabhängig davon, ob Banken Einlagen als Kredite vergeben oder ausschließlich Kredite aus Geldschöpfung.

          Ausgaben = Einnahmen

          Es ging nicht um meine Vorstellung von Ersparnis, sondern das der Einnahmeüberschuss eines Sektors z.B. der privaten Haushalte saldenmechanisch die Ersparnis (Nettogeldvermögen) ist.

          Einnahmen – Ausgaben = Nettogeldvermögen gilt nur für einzelne Wirtschaftssubjekte oder einzelne volkswirtschaftliche Sekoren.

          Wirtschaftssubjekte oder volkswirtschaftliche Sektoren können ihr Nettogeldvermögen nur dann erhöhen (durch einen Einnahmenüberschuss), wenn andere Subjekte oder Sektoren ihr Nettogeldvermögen in gleicher Höhe verringern (durch einen Ausgabenüberschuss).

          Für die geschlossene Volkswirtschaft als Ganzes oder die Weltwirtschaft als Ganzes gilt Einnahmen – Ausgaben = Null. Eine geschlossene Volkswirtschaft oder die Weltwirtschaft als Ganzes können nicht sparen.

          Ausnahmefall ist logischerweise die offene Volkswirtschaft, denn durch die Leistungsbilanzsalden ensteht Nettogeldvermögen abseits von Null. In der Summe aller offenen Volkswirtschaften gilt aber wieder Einnahmen – Ausgaben = Null

          Saldenmechanik ist zum Verständnis der Krise in der Eurozone und warum die bisherigen Maßnahmen alles nur schlimmer machten elementar. Aus der Saldenmechanik heraus, war bereits 2010 bei den ersten Ausgabenkürzungen (des Staates in den Ländern der Südperipherie) klar, es geht wirtschaftlich abwärts, erst recht wenn private Haushalte, finanzielle wie nichtfinanzielle Unternehmen auch ihre Ausgaben kürzen. Nur wenn das Ausland adäquat zu den sinkenden Ausgaben dieser Sektoren eingesprungen wäre hätte eine Rezession vermieden werden können. Da aber wichtige Handelspartner, der einzelnen Länder der Südperipherie, dieselbe Stretegie übernommen bzw. aufgezwungen bekommen haben, konnte logischerweie das Ausland nicht adäquat einspringen. Die Genese des Verlaufs der Krise ist pure volkswirtschaftliche Arithmetik. Es konnte kein anderes Ergebnis, als das was wir jetzt sehen dabei herauskommen….Und solange kein volkswirtschaftlicher Sektor oder das Ausland mit Ausgabensteigerungen einspringt, welche die Ausgabenkürzungen der anderen Sektoren kompensiert, werden die betroffenen Volkswirtschaften weiter abschmieren.

          • Huthmann - 17. März 2013

            Hallo Querschüsse,

            Einnahmen-Ausgaben = 0 für eine geschlossene EinzelVLW oder eine WeltVWL. Das ist doch unbestritten.

            Erhöhen wir nun das Nettokreditvolumen durch zusätzliche Geldschöpfung und gehen wir davon aus, daß das zusätzliche Nettokreditvolumen ausgabenwirksam wird. Somit gilt wieder Einnahmen-Ausgaben = O.

            Was ist Geldschöpfung? Geldschöpfung ist eine Erhöhung des Nettokreditvolumens. D.h. die später zu tilgende Erhöhung des Volumens muß durch ZUKÜNFTIGE Sparvolumina getilgt werden. Somit ist eine heute ausgabenwirksam werden Nettokrediterhöhung ein Ausgeben ZUKÜNFTIGER Sparvolumina (zu erbringen z.B. aus dem verfügbaren Einkommen).

            D.h. Saldenmechanik zielt auf Erhaltung des Status Quo im statischen Sinne und betrachtet nicht die Dynamik.

            Wenn nun die Preise, Löhne und Gehälter einer VWL durch Nettokreditwachstum gestiegen sind, dann erhält Saldenmechanik den Status Quo dieses Systems. D.h. Preise, Löhne und Gehälter bleiben gleich.

            Und dies völlig unabhängig davon, ob die zusätzlichen Ausgaben zu nachhaltigem Wachstum geführt haben oder nicht und ob somit die Sparvolumina der Zukunft, die bereits verbraten sind, überhaupt aufgebracht werden können.

            Aus diesen Gründen halte ich die Argumentation mit Saldenmechanik für nur sehr beschränkt weiterführend.

            MfG

            • Querschuss - 17. März 2013

              Hallo Herr Huthmann,
              sie greifen sich aus einer groben Erklärung der Saldenmechanik bzw. was Ersparnis in der Saldenmechanik bedeutet ein Puzzle heraus, “Einnahmen-Ausgaben = 0 für eine geschlossene EinzelVLW oder eine WeltVWL”, wie es ihnen gerade in ihre Argumentation passt. Dieses Zitat war doch nicht der Kern der Aussage und ich habe auch nicht behauptet das diese Trivialität als Teilaspekt jemand bestreitet. Dabei belasse ich es, jeder der die Kommentare liest kann sich selbst ein Bild machen.

              Gruß Steffen

        • SLE - 16. März 2013

          Hallo Herr Huthmann,

          ich denke Ludwig Poullain hat hier einmal eine sehr hilfreiche Unterscheidung zwischen “konkretem” (für produktive Zwecke eingesetztes) Geld und “abstraktem” Geld (nicht für produktive Zwecke eingesetzt) vorgenommen und in diesem Zusammenhang auch die Frage beantwortet sehen wollen, ob wir Banken überhaupt brauchen (bubblegum hat diese Frage angesprochen).

          Hier der Link zum Interview mit Poullain:

          http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/ludwig-poullain-das-endet-mit-dem-grossen-knall-seite-all/4590890-all.html

          Steve Keen trifft – passend auch zu dem, was ich im Aufsatz thematisierte – dieselbe Unterscheidung in einem erweiterten Zusammenhang, wenn er sagt:

          … as Schumpeter argued, there will be a link between accelerating debt and rising income if that debt is used to finance entrepreneurial activity. Our great misfortune is that accelerating debt hasn´t been primarily used for that purpose, but has instead financed asset price bubbles.

          und weiter:

          As Schumpeter´s analysis shows, accelerating debt should lead change in output in a well-functioning economy; we unfortunately live in a Ponzi economy where accelerating debt leads to asset price bubbles.

          (Zitate S. 31 in Keens Aufsatz – Link: http://www.paecon.net/PAEReview/issue57/Keen57.pdf)

          Ich vermute, Sie meinten dies und mit dieser Blickweise wird man wohl auch den Bankensektor betrachten müssen.

          Was die Euro-Retter indes machen, ist, jenen Teil bzw. jene Aktivitäten des Finanzsektors zu stabilsieren und notfalls zu retten, der “abstraktes” Geld generiert. Das wäre zumindest eine Erklärung dafür, warum nach der Finanzkrise viele Volkswirtschaften bestenfalls vor sich hin dümpeln und die Maßnahmen der Notenbanken größtenteils nicht zur Belebung der Wirtschaft beigetragen haben.

          Gruß
          SLE

    • Traumschau - 15. März 2013

      @Bubblegum
      Ich sehe das ähnlich, was die Banken anbelangt. Wir haben ja das Glück, dass wir Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken haben, die dem Gemeinwohl verpflichtet sind. Diese arbeiten regional.
      Wie Prof. Werner das ausführte, war das unser Glück in der Finanzkrise. In andern Ländern gibt es diese Struktur so nicht. Ich denke, dass wir ein gemeinwohlorientiertes Bankwesen brauchen – allerdings muss dieses einer Kreditlenkung durch eine Zentralbank – demokartisch kontrolliert – unterworfen sein. Man braucht Regeln und Zielsetzungen dafür, wofür eigentlich Geld bereit gestellt werden soll. Natürlich wird das unser Wachstum, wie wir es bisher kennen verlangsamen, aber die Entwicklung einer Gesellschaft, sprich Volkswirtschaft, befördern. Und das alles möglichst nachhaltig und nicht auf Kosten anderer – meistens auf Kosten der Ärmsten dieser Welt.
      Die bisherige, angewandte Wirtschaftspolitik in der westlichen Welt und darüber hinaus, ist m.E. für ALLE Beteiligten nachteilig. Unser kurzfristiger Vorteil ist ein Bumerang, der als Nachteil zurückkehrt. Sei es die Umweltzerstörung – Stichwort Smog in Peking, Migration, Armut, Hunger und Tod, Seuchen, etc. Ich meine, auch für diese Folgen geben wir Unsummen aus. Im Augenblick wahrscheinlich noch nicht so viel wie wir gewinnen – allerdings wird das nicht so bleiben. Es gibt nur eine Möglichkeit: Kooperation statt Wettbewerb der Nationen.
      Wenn das aber gelingen soll, muss zuerst das Finanz- und Wirtschaftskartell zerschlagen werden und zudem eine wirklich demokratische Mitbestimmung durchgesetzt werden. Und natürlich brauchen wir eine freie Presse … und …
      Naja, ich schicke diese Wunschliste schon mal jetzt an den Weihnachstmann – vielleicht werde ich vorzeitig berücksichtigt … 🙂

  • Holly01 - 16. März 2013

    @ Querschuesse :
    “Hallo Bubblegum,
    denk dir mal alles weg, was auch in Deutschland nicht aus Ersparnis, sprich 100% Eigenkapital angeschafft wurde. Dann kann man ermessen wieviel Wachstum nicht stattgefunden hätte und damit wieviel Ausgaben, Produktion und Einnahmen”
    .
    Diese Frage ist sehr leicht zu beantworten : Nichts wäre verloren gegangen.
    Der Industrieproduktionsindex von GB hier ein paar Threads zuvor zeigt das überdeutlich.
    Das Strohfeuer wird gezündet, Ausgaben werden vorgezogen.
    Die Konrtrolle, Haftung und Regulierung werden zur Brandbeschleunigung suspendiert.
    Der Vorgriff wird irgenwann durch Verfall von Glaubwürdigkeit und Verfügbarkeit gebremst.
    Dann kommt die Frage nach der Bezahlung.
    Anwort Inflation, was so viel heisst, wie : keiner soll zahlen müssen.
    Aber Alle verlieren.
    Die vorgezogene Produktion landet in der AfA, wird als abgeschrieben.
    Zugewinn keiner. Verluste maximal, da alles verzinst wird.
    Am Ende die Gewinner sind die Profiteure des Zinseszinssystems, die sie Bürger über Bankensystem und Staatshaushalt ausplündern.
    Dafür rennen diese “Gewinner” jetzt auf der ganzen Welt herum und haben Angst davor, dass ihnen alles wieder abgenommen wird.
    Der größte Witz ist, sobald einer Kasse machen will, ist alles den Bach herunter. Es wurde ja alles mehrfach gebündelt und so lange verquickt, das kaum noch nachvollziehbar ist wem was gehört.
    Nur diie Banken arbeiten mit “Volumen”, dennen sind Besitzer völlig wumpe. Das Geld kommt ja sowieso immer wieder zurück in das System. Ihr System, also Banklensystem.
    Die schöpfen Mickymausgeld und nennen es Giralgeld, um es dann wie legales Zahlungsmittel zu benutzen. Es ist, war und wird immer sein Mickymausgeld.
    Das produziert es dann auch nur : Illusionen.

    • Querschuss - 16. März 2013

      Hallo Holly01,
      “Nichts wäre verloren gegangen.” …Das ist jetzt nicht dein ernst, ohne Vorfinanzierung, Kredit würden massenhaft PKWs, andere Konsumgüter und Immobilien auch in Deutschland nicht stehen, mit den entsprechenden Rückkopplungen auf Einnahmen (Einkommen), getätigten Ausgaben (Nachfrage) und erzielter Produktion, da ja auch hier nie entsprechend investiert worden wäre.

      Kredit ist nicht per se schlecht, es kommt immer auf seine Verwendung und auf die Kreditvergabestandards an.

      Ausgaben = Einnahmen
      steigen mittels Kredit die Ausgaben (Nachfrage), steigen adäquat die Einnahmen und damit steigt auch die Produktion.

      Steigenden Schulden stehen immer entsprechenden Vermögen gegenüber, ob in Form von Sachwerten, Bankeinlagen oder was auch immer, denn Ausgabeüberschüsse durch neue Schulden einzelner Wirtschaftssubjekte oder volkswirtschaftlichen Sektoren ermöglichen die Einnahmeüberschüsse anderer Wirtschaftssubjekte oder volkswirtschaftlichen Sektoren.

      Das wachsende private Geldvermögen (Einnahmeüberschuss) in einer Periode in Deutschland abzüglich der Exportüberschüsse (Ausgabenüberschuss des Auslandes) entspricht immer den Staatschulden (Ausgabenüberschuss des Staates). Gibt es keine neuen Staatschulden und gleichzeitig keine neuen Exportüberschüsse kann per Saldo der Privatsektor (private Haushalte, nichtfianzielle und finanzielle Unternehmen) keine Einnahmeüberschüsse generieren, sprich Sparen.

      An diesen trivialen volkswirtschaftlichen Zusammenhängen führt kein Weg vorbei.

      Und selbsverständlich wäre ohne Kreditexpansion nie diese dynamische Entwicklung der Weltwirtschaft möglich gewesen, gar der Aufstieg Chinas in nur 2 Jahrzehnten.

      Das es dabei Exzesse und Verwerfungen gab und gibt ändert an den saldenmechanischen Zusammenhängen nichts. Senkt der Staat seine Ausgaben haben andere volkswirtschaftliche Sektoren Einnahmeausfälle die zum Tragen kommen wenn sich kein anderer Sektor adäquat zur Ausgabenkürzung des Staates verschuldet.

      Unser Geldsystem ist ein Schuldgeldsystem, Geld entsteht durch Kreditvergabe, Geldforderungen = Geldschulden.

      • Holly01 - 16. März 2013

        Hallo Querschuss :
        Doch das ist mein Ernst. Der Begriff “Vorfinanzierung” besagt es ganz klar. Man ändert den Zeitpunkt.
        Ausserdem : 1 Arbeitsleben mit 45 Jahren Arbeitszeit und 50k€ mittleres Jahresnettoeinkommen ermöglicht 45 * 50 = 2250K€ Lebenskonsum.
        Vorfinanzierung zeht einen Teil davon durch Zinsen auf.
        Es findet also eine lineare Funktion von Vorfinanzierung zu Konsumdepression statt.
        Das ist nichts anderes als der Gewinn der Banken.
        Ich meine das im vollen Ernst : Kredit ist die dümmste Art des Konsums.

        • Querschuss - 16. März 2013

          @Holly01, Bubblegum,
          ihr macht beide den selben Fehler, blickt aus der einzelwirtschaftlichen Position, hier bei dir der eigenen, auf die gesamtvolkswirtschaftlichen Situation. Beide impliziert ihr das Kredit gleich Konsum ist und dieser nur vorgezogen und dadurch linear fällt. Erstens kann Kredit auch Investition oder Vorfinanzierung der Produktion sein und dort heraus entstehen Einkommen und daraus Nachfrage, zweitens in der Summe aller volkswirtschaftlichen Sektoren findet gar kein Schuldenabbau bzw. Tilgung statt, sondern seit vielen Jahrzehnten eine Aufschuldung nur mit Zinsdienst, die einhergeht mit einer adäquaten Steigerung der Vermögen und Geldforderungen.

          • Holly01 - 16. März 2013

            Ok, makro.
            Der Staat verschuldet sich zum Zweck der Investition. Der Staat investiert im Umfeld der Bürger, weil der Bürger weder die Mittel hat diese Investitionen (Autobahnen, Bahngleise, Flugplätze, Verwaltung, Rechtswesen …), noch einzelne Bürger ein System für Alle aufbauen können.
            Selbst für den optimalen Fall gilt :
            Es fehlt an nichts, es wird ein optimales Umfeld geschaffen. Die Abschreibung und Erhaltung ist öffendliche Aufgabe. Sie muss finanziert werden.
            Messbarer Wachstumsvorteil? Subjektiv ja, objektiv eher nein.
            Sinnhaftigkeit? Da diese Strukturen gebraucht werden, aber ausser dem Staat keiner die Mittel und den Einzelwillen zum Aufbau hat, gebe ich den Sinn mit “maximal” an.
            Alle anderen Investitionen (Subventionen, Schulwesen, Forschungsförderung, Verteidigung, Koordinierung mit anderen Staaten) sind schon sehr viel fragwürdiger.
            Diese kognitiven Investitionen unterliegen Zeitgeist und Ideologie und haben dadurch extreme Wirkungsverluste.
            Ich gebe zu, diese Investitionen sind nicht vorgezogen. Die Finanzierung ist zwingend und fortlaufen.
            Aber zu diesem Thema schreibe ich stets : der Staat muss das Geld da holen wo es verdient wird.
            Schuldensysteme sind asozial.
            Ein Staat der vorfinanziert ist ein dämlicher Staat, weil er ein unternehmerisches Risiko eingeht und weil man die Investitionen viel besser finanzieren kann, wenn die Bürger sie wünschen und nicht irgendwann wünschen könnten.
            Das ist das gleiche wie Subventionen. Man kann das tun, aber auf Kreditebene. Wo das nicht trägt, ist kein Geschäft. Das ist dann keine Subvention sondern Geld wegwerfen.
            Anschubfinazierungen auf Kreditbasis würden dazu führen, das die Unternehmen Boni für vorzeitige Tilgung erhalten oder der Laden gehört der Versicherung, die die Subventionen des Staates abgesichert hat. Ganz schlicht und übersichtlich.
            Schuldensysteme sind Abhängigkeitssysteme ohne Zugewinn, ausser für die Geldgeber (Geldhorter sind per se unwirtschftlich).

            • Querschuss - 16. März 2013

              Hallo Holy01,
              “ok makro”…ich rede fast immer aus der Makro-Brille und nicht aus der einzelwirtschaftlichen Brille, weil letztere genau zu dem realwirtschaftlichen Desaster in der Eurozone führte. Meine Makro Brille müsste man aber aus den Kommentaren deutlich rauslesen können, ohne das ich es jedes mal extra betone.

              Gute Nacht
              Steffen

    • Traumschau - 16. März 2013

      Hallo holy01,
      ich muss Steffen – als Laie gesprochen – recht geben. Es ist die fundamentale Frage, WOFÜR ich Mittel bereit stelle. Die (Giral-) Geldschöpfung der Geschäftsbanken war zu einem, nein, zum größten Teil, als Kreditvergabe in den (unproduktiven) Finanzmarkt geflossen. Die dadurch erzeugten Blasen sind geplatzt und machen uns nun schwer zu schaffen. Zugleich wurde die Kreditvergabe in die Realwirtschaft gedrosselt. Insbesondere seit dem Crash ist das ein großes Problem. Anders als Steffen – so habe ich ihn bisher verstanden – bin ich gegen unser zinsbasiertes Geldsystem. Dafür gibt es m.E. keine Legitimation. Aber das ist ein anderes Thema.
      In meinen Augen hat die getätigte Geldschöpfung, die nach Prof. Werner zu ca. 97% durch Geschäftsbanken erfolgt, zu der viel zitierten “Asset-Inflation” geführt. Die Frage ist nur, wer für die daraus entstehenden Verluste gerade steht, denn der reale Gegenwert ist nicht vorhanden. Naja, das wissen wir bereits …
      Ich bin – wie oben ausgeführt – für eine Kreditlenkung durch eine Zentralbank über ein gemeinwohlorientiertes Bankensystem. Das würde in meiner Vorstellung nicht dazu führen, dass keine PKW mehr finanziert würden, aber dann eben beispielsweise keine Ferraris mehr, oder weniger davon …
      Zumindest stelle ich mir das ganz naiv so vor …
      LG Traumschau

      • Holly01 - 16. März 2013

        Ja, ich lasse auch eine Ausnahme zu. Die selbstgenutzte Immobilie. Da ist es eine Abwägung, ob man erst anspart und so erst später nutzt oder erst nutzt und damit sehr viel mehr abbezahlen muss.
        Der Rest ist Asche.
        Ferrari ? Ja wer braucht den denn? Das ist ein Prestigefahrzeug und das soll sich kaufen, wer es sich leisten kann, Zinsgewinner zum Beispiel.
        Apropo Zinsgewinner : In einem vernünftigen Geldsystem ist jeder Zinsgewinner, der nicht vorfinanziert. Das heisst nichts anderes als, abwarten bedeutet Konsumzugewinn.
        Die Zinsen auf Guthaben gehen ja zusätzlich zum Lebenseinkommen in die Konsumrechnung ein.
        Ein Zustand von dem man heute nur träumen kann, weil ja schon in jedem Produkt gemittelt mehr als 40% Zinsverluste drin stecken.
        Dadurch zahlt jeder der ohne Kredit durchs Leben geht 40% seines Konsumvermögens in das Zineszinssystem ein.
        Denken Sie einmal darüber nach : 40 (in Worten “vierzig”) mehr Konsummöglichkeiten ein Leben lang ………
        Das ist der Betrug an Ihnen, mir und allen anderen. Wir nennen es nur nicht Betrug sondern Kapitalismus.

        • Traumschau - 16. März 2013

          Jau! Ich habe das schon mal gehört. Die “Wertschöpfungskette” schlägt gandenlos zu. Deshalb bin ich gegen ein zinsbasiertes Geldsystem – habe ich in meinem ersten Beitrag hier ausgeführt. Ich halte das für anti-demokratisch. Das Geld eines Staates ist das Geld des Souveräns in einer Demokratie – und das ist das Volk. Darüber möchte ich auch nicht mehr diskutieren. Ich halte das schlicht und ergreifend für eine Selbstverständlichkeit. Aber na gut, es gibt dazu eben andere Meinungen. Nur, man muss eben wissen, dass ein zinsbasiertes Geldsystem mit einem Privileg privater Banken zur Geldschöpfung das Todesurteil jeglicher Demokratie ist. Genau das können wir gerade besichtigen. Die Parlamente werden entmachtet. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man diesen m.E. einfachen und logischen Zusammenhang leugnen kann. Bis dahin …
          LG Traumschau

      • Querschuss - 16. März 2013

        Hallo Traumschau,
        ” Anders als Steffen – so habe ich ihn bisher verstanden – bin ich gegen unser zinsbasiertes Geldsystem.” das ist eine gewisse Fehlinterpretation, ich habe keine abgeschlossene Meinung zum zinsbasierten Geldsystem, aber auch unter dem jetzigen Geldsystem wäre eine wesentlich bessere Wirtschaftsentwicklung möglich, dass Abschmieren z.B. der Südperipherie auf das Zinssystem zu reduzieren greift zu kurz.

        Denn gerade die niedrigen Zinsen, runtergeprügelt von den Notenbanken bilden ja kein Risiko mehr ab, was Fehlallokationen von Krediten verstärkt, in einem Nichtzins basierten System stellen sich deshalb die Fragen nach Steuerung der Kreditausweitung, Kreditvergabestandards, Aufsicht, Aufsichtsgremien und Haftung noch viel stärker.

        Gruß Steffen

        • Traumschau - 16. März 2013

          Hallo Steffen,
          “aber auch unter dem jetzigen Geldsystem wäre eine wesentlich bessere Wirtschaftsentwicklung möglich, dass Abschmieren z.B. der Südperipherie auf das Zinssystem zu reduzieren greift zu kurz.
          Denn gerade die niedrigen Zinsen, runtergeprügelt von den Notenbanken bilden ja kein Risiko mehr ab, was Fehlallokationen von Krediten verstärkt”…
          Das ist allerdings wahr! Absolute Zustimmung!
          LG Traumschau

        • Holly01 - 16. März 2013

          @ Querschuss :
          “auf das Zinssystem zu reduzieren greift zu kurz”
          Absolut richtig. Die Rolle der Notenbanken wird viel zu wenig beachtet.
          Wenn man sieht, dass Basel III die institutionellen Anleger zum Verkauf sehr vieler Gewerbeimmos zwingen wird und gleichzeitig die Rahmen für private Immo Besitzer eingeschränkt werden, dann haben wir in kurzer Zeit (ich schätze 12-18 Monate) eine “Immoblase” die dann “platzen” wird.
          Viele Interessen werden komplett ausgeblendet.
          Es ist ein zu tiefst undemokratisches, narzistisches System, dem alle ausgeliefert sind.
          Die teife Staffellung mit Medienkampagnen, Politikdarsteller, Wirtschaftsmarionetten und Nobelpreismarktschreiern, macht die Übersicht nicht gerade leichter.
          In Summe kann man aber inzwischen sagen : wir werden systematisch in den Misthaufen getrieben. Natürlich TINA.

          • Herbert - 16. März 2013

            Korrekt. Das eigentliche Problem ist die Manipulation der Zinsraten sowie das Herauskaufen von Leuten die ihr Geld falsch angelegt haben. Beides sollte im Kapitalismus eigentlich nicht vorkommen. Das gilt übrigens ganz besonders für Staaten.

  • Bubblegum - 16. März 2013

    @Querschuss,

    “Sparen alle bevor sie konsumieren bzw. investieren oder auch produzieren käme man aus der Rezession nicht mehr heraus. ”

    Dies widerspricht dem, was den Studenten von ihren VWL-Professoren in der Anfängervorlesung Makroökonomie eingetrichtert wird: Danach ist Ersparnis der Teil des
    BIP, der von den Wirtschaftssubjekten nicht investiert bzw. konsumiert wird. D.h. es liegt eine ex-post Betrachtung vor, d.h. eine Feststellung, die am Ende eines WJ getroffen wird.

    Außerdem wird bei Ihrer Argumentation der sog. Leverage-Effekt nicht berücksichtigt! Wachstum durch Kreditaufnahme kann nur dann bewirkt werden, wenn der durch die Kreditaufnahme bewirkte Mehrertrag eine höhere Verzinsung des EK bewirkt als der zu zahlende Zinssatz für den Kredit.

    Daneben bewirkt die durch die Kreditaufnahme bewirkte zusätzliche Konsum- bzw. Investitionsausgabe nur im Jahr der Ausgabe einen Wachstumssteigernden Effekt,
    die in den Folgejahren weiterhin zu zahlenden Zins-und Tilgungsraten haben dann kontraktive Wirkungen, mindern also das Wachstum! Das haben Sie ja mit temporär beschrieben

    “Wenn jemand spart muss sich immer jemand anderes verschulden, dies gilt für einzelne Wirtschaftssubjekte, erst recht für die volkswirtschaftlichen Sektoren, sparen alle Sektoren ist Rezession, sparen die privaten Haushalte per Saldo müssen Staat, Unternehmen oder das Ausland sich adäquat verschulden, tun sie es nicht ist Rezession. Bei Wachstum müssen sich Staat, Unternehmen oder das Ausland sogar stärker verschulden als es die Ersparnis der privaten Haushalte abbildet.”

    Folgt man dieser Argumentation, dann hätte es in den letzten hundert Jahren kein Wachstum der Weltwirtschaft gegeben, denn die Länder, die Kredit geben, den sie aus den Ersparnissen der Vorjahre oder aus Fiat-Geld finanzieren, verzichten für die Laufzeit des Kredites auf eigene Wachstumseffekte. Wir hätten es also mit einem Null – Summen – Spiel zu tun!

    Viele Grüße Bubblegum

    • Querschuss - 16. März 2013

      Hallo Bubblegum,
      “dann hätte es in den letzten hundert Jahren kein Wachstum der Weltwirtschaft gegeben”….das Gegenteil ist der Fall, wegen der Kreditexpansion und den daraus resultierenden Ausgabensteigerungen kam dynamisches Wachstum zustande. Wie kam denn das deutsche Wachstum primär zustande, durch den Export und der wurde zum großen Teil per Kapitalexport finanziert (Kredit). Deutsche Banken finanzierten bis zum Krisenausbruch fleißig die Defizite der Südperipherie, Frankreichs u.a., was kräftig zum Exportwachstum beitrug. Weil sich das Ausland verschuldete und der deutsche Staat (Ausgabenüberschüsse) konnte der deutsche Privatsektor Einnahmeüberschüsse aufbauen, Sparen, Vermögen und Geldforderungen bilden.

      So wie die Chinesen ebenfalls den größten Teil der eigenen Exporte finanzieren, in dem sie die auflaufenden Deviseneinnahmen (Dollar) aus dem Export der Waren in die USA wieder in US-Staatsanleihen und andere Dollar basierende Papiere anlegen (Kapitalexport).

      Ansonsten reden wir ein gutes Stück aneinander vorbei. Meine Statements waren ausgiebig dabei belasse ich es jetzt, jeder Leser kann sich selbst sein Bild machen.

      Gruß Steffen

  • klaus - 16. März 2013

    Tja, ganz einfach.
    Schuld sind die NINJA -Kredite.

    Und sie gehen weiter.
    Die Immos stehen leer und die Banken schreiben
    diesen leerstehenden Immos ab.
    Also geht man lieber 100 Prozent Finanzierung,
    als das der Mietzins sogar noch ausbleibt.

    Die Leerstandslisten der Immos werden demnächst im
    Kataster zu finden sein.

    Und gar nix.
    Das ist kein Wachstum !
    Das sind schon jetzt die neuen Insolvenzler.
    Und die Differenz wird vom Steuerzahler getragen.

    Und nein, wer Geld hat, der pumpt es nicht in die Immobilie.
    Der hält seine Liquidität hoch und versucht mit schnellster
    Zahlung ein paar Euro zu sparen.

    Also rechnet man mit der erstandenen Immo zu 300 TD
    eine Rate von 700 Euro mtl., oder so.

    Was passiert denn, wenn die Depression weiter geht?
    England steht vorm Triple Dip.

    Im Moment ist das Vertrauen in die Banken derart mies,
    glaubt da noch jemand, das sich die Coba aus der staatl.
    Fessel befreit? Auf wessen Kosten?
    Blessing hat spasshalber 100.000 geordert.

    Und genauso dürfte es beim Vertrauen der Banken untereinander sein.

    Junker versucht bereits in Zypern alles, um ja keinen richtigen
    HairCut stattfinden zu lassen.

    Der Normalo schaut Fernsehen und sieht, wie Banken und
    Versicherungen kleine Privat-Investoren übers Ohr hauen.

    Nimmt man dann dazu alles zusammen und dazu das Italien-Wahlergebnis
    merkt man, das die Zeit der Bailouts immer mehr abläuft.
    Da hilft es auch nicht mehr, falls der Papst Bescheidenheit lobt.

    Gar nix ist. Man schaut sich die Defizite der Banken an und
    weiß, das man nach Immofond-Schließungen dort nix
    Gutes mehr zu erwarten hat.
    Da ist keiner mehr so blöd und tut was auf das Tagesgeldkonto.

    Die tun das Geld auf ein Konto, wo sie morgen die Fensterscheiben
    einwerfen können, wenn das Geld weg ist.
    Oder sie verbuddeln das Geld.

    Bis zur Wahl wird auch nicht mehr viel bremsen.
    Im Juli werden wohl Moodys und S&P aktiv.

    Dann helfen auch keine selbstlobenden Wahlsprüche mehr.

    Oder glaubt jemand, das der einfache Bürger von einer Rente
    von 850 Euro ausgeht?

    Dieses Rentenversprechen dient doch nur dazu, das keine
    gut ausgebildeten Jungen aus Deutschland ihr Glück
    im Ausland suchen.

    Und Schwarz/Gelb wollen selbst da noch mit dem Feuer
    der Abwanderung spielen.

    Mutti hat Respekt vor den Altenpflegern steht in der Bild.
    Ohne Bezahlung bleiben die aber net lange.
    Auf ein dickes Lob pfeifen die.

    Warum sollte man Banken und Kleinorte retten,
    die auf kaputten Immos sitzen?

    Im Handelsblatt war bereits ein Artikel drüber.
    Und dabei hat der Verfasser schon das Geld für
    die Aufbesserung der Ort als vergebens gesehen.

    Tja, besser nicht erben, als Omas Schuld im Pflegeheim.
    Da sitzt die Bank/Kommune besser drauf.

    Es zeigt sich jetzt, was Schröder mit Hartz IV gemacht hat
    und Schwarz/Gelb in die komplette Perfektion getrieben hat.

    10 Mio Klein- oder Garnicht-Beschäftigte haben die LV gekündigt.
    Die Refinanzierung der Banken ist tot.
    Die Bausparverträge, Riester,Rürup helfen nicht.
    Dank der Aufstocker sind dazu die Sozialkassen für die
    Subventionierung der Konzerne ausgeblutet.
    Pflegebahr lohnt sich nicht für Wechsel-Beschäftigte Kleinverdiener.
    usw.
    Die Abgaben steigen ( man nennt es nicht Steuern ).
    Und die keine Abgaben leisten müssen, für die treibt
    man die Mieten hoch und treibt ihnen die Krankenkasse
    in die Privatisierung.
    Die Wasserversorgung ebenso.

    Man schöpft schlicht jeden Euro für das Bailout-System ab.
    Die Zahl der Zwangsversteigerungen geht zurück?
    Stimmt nicht. Man vergleicht die Anzahl nur mit dem ALTEN Bestand.
    Und dazu steigt aber das gerissene Loch in Euro, weil
    jetzt auch dickere Brocken kommen.

    Wie schlimm es ist?

    Ist der Ton nicht schon jetzt harsch genug?

    Gruß klaus

    • Herbert - 16. März 2013

      Alles kurz und auf den Punkt gebracht. Besonders “Dieses Rentenversprechen dient doch nur dazu, das keine gut ausgebildeten Jungen aus Deutschland ihr Glück im Ausland suchen.” Und die glauben sogar noch dass dieses Versprechen gelten wird – ist schon trollig oder?

  • Marrei - 16. März 2013

    Bravo Klaus, kann ich so wirklich größtenteils unterschreiben!

  • Holly01 - 16. März 2013

    Teilenteignung der Giralguthaben auf Zypern.
    Sollen die Normalbürger zum Bankenrun angestachelt werden ?

  • Hunsrückbauer - 16. März 2013

    zu Grillo möchte ich nur sagen, dass der Mann mehr drauf hat, als dem Kapitalismus gut tut und er deswegen (politisch) nicht überleben wird.
    zum Papst und zur kath. Kirche, nun, da gibt´s m. E. nur eines: diese Institution ist wie alle Institutionen nur mehr darafu aus ihre Macht und EInfluß zu erhalten und auszubauen, dabei blickt sie auf die längste geschichte und das größte KnowHow aller solcher Institutionen zurück, die es gag und gibt. Sie ist nicht willens zu erkennen, dass sie als solche von gesellschaftlichen Minderheiten genutzt wird, die sich ihr zuhauf willig in die Arme werfen um ihre perversen Triebe ungesühnt ausleben zu können. Ihre Mitglieder sind nach Jahr100en von Gerneation dermaßen indoktriniert und geistig verstümmelt, dass sie mehr Angst vor der Institution als der Schädigung ihrer Brut haben.
    Solcher und ähnlicher Maßnahmen bedienen sich auch kriminelle Vereinigungen.

    • Frankenfurter - 16. März 2013

      Oha!
      Beppe Grillo ins ARD-Mikrophon am 15.3.2013:

      Ich will einen Alternativplan. Ich bin kein Protestler. Wir sind demokratische Konservative. Wir wollen freies, volkseigenes Wasser, ein staatliches Gesundheitssystem, den Sozialstaat…..

      Und dann muss man sofort Geld zur Schaffung eines Grundeinkommens für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen bereitstellen. Dann müssen wir einen Plan vergleichbar mit der “Agenda 2010” in Deutschland bekommen. Was sich in Deutschland bewährt hat, wollen wir auch.

  • klaus - 16. März 2013

    @ Frankenfurter

    Das sehe ich nicht so.
    Grillo hat mit Sicherheit das Ganze anders gemeint.

    Schau mal hier.

    EU-Zahler und EU-Empfänger 2011 mit Grafik

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/9643193/EU-budget-who-pays-what-and-how-it-is-spent.html

    Italien hat 4.5 Mrd gezahlt und nix bekommen.
    Kein Wunder, das die auch mal die Nase voll haben.
    Italien hat selbst Baustellen.

    Mal abwarten, was Grillo bei solchen Zahlen dem
    Volk zu sagen hat.
    Das wird für die EU-Politik nicht so gut sein.
    Das wird Alles aber keine Befürwortung der Agenda 2010 sein.
    Das wäre in Italien sein Tod, nachdem er den Retter mimt.
    Aber das wäre mit Sicherheit auch der Situtation geschuldet und
    korrekt.
    Das wäre ETWAS zuviel getäuscht.

    😉

  • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 17. März 2013

    Die Mär vom Sparen ist dochj längst enttarnt! Gespart wird im Club Med nicht und wurde die letzten 100 Jahre auch noch nie!

  • Berger - 17. März 2013

    Korrupte Politiker, Banken u. Spekulanten etc…. Alles richtig, doch die entscheidende Ursache aller
    perversen Entwicklungen ist das bestehende Falschgeldsystem (Fiat Money) = Staatssozialismus, das die letzten Reste der Marktwirtschaft vergiftet. Größenwahnsinnige, korrupte Politiker in Komplizenschaft mit Hochfinanz bilden eine kriminelle Vereinigung auf Kosten aller steuerzahlenden
    Bürger. Das ist die schlichte, bittere Wahrheit.
    Wann endlich wacht der Michel auf?!…