Explosives Krisenmanagement by Brechstange: Zwangsbeteiligung aller Bankkunden an der Zypern-Rettung

von am 17. März 2013 in Allgemein

Die Euro-Gruppe hat Zypern-Hilfskredite aus Mitteln des Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM) in Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro zur Rekapitalisierung von Banken und zur Finanzierung des Staatshaushalts Zyperns beschlossen.

Mit welchem Betrag sich der Internationale Währungsfonds (IWF) beteiligt, ist noch offen.

Die Euro-Retter haben durchgesetzt, auch die in- und ausländischen Kunden von Zyperns Banken zwangsweise an der Rettung des Inselstaates zu beteiligen. Für Bankeinlagen unter 100.000 Euro wird eine Abgabe von 6,75 Prozent fällig, darüber werden 9,9 Prozent eingezogen, wodurch geschätzte 5,8 Milliarden Euro zusammenkommen sollen. Die Forderung nach einer Abgabe auf große Sparguthaben kam vor allem aus Deutschland. (1)

Die entsprechenden Geldbeträge auf den Kundenkonten sind gesperrt worden. Die Kunden können also ihre Gelder nicht durch vorherige Abhebung vor dem Zugriff schützen. (2)

Zahlreiche Kunden, die noch am Samstagmorgen auf Zypern in die Banken strömten, um ihr Geld abzuheben, kamen deswegen vergebens. Wenn die Kreditinstitute nach dem aufgrund eines Feiertages verlängerten Wochenende am Dienstag wieder öffnen, werden sich solche Szenen wahrscheinlich wiederholen.

Das Problem: Auf den Konten befinden sich keineswegs nur Schwarzgelder. Vor allem aber dürften die meisten der auf diese Weise teilenteigneten Kunden nicht verantwortlich sein für die Finanzmisere der Banken und des zyprischen Staates.

Bis spätestens Montagabend muss das Rettungspaket mit allen Auflagen von Zyperns Regierung als Gesetz durchs Parlament gebracht werden. Die Mitte-Rechts-Koalition (DISY und DIKO) des neuen konservativen zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades verfügt jedoch nur über 29 der 56 Sitze im Parlament und die Opposition hat bereits angekündigt, die Sonderabgabe für Bankkunden abzulehnen. Ein einziger Abweichler bei der Abstimmung würde folglich zu einem Abstimmungspatt führen. (3)

Erst jetzt werden viele Zyprer erkannt haben, was es für sie persönlich bedeutet, den gegenüber der Euro-Gruppe stets konzilianten konservativen Politiker Anastasiades bei der kürzlich abgehaltenen Wahl zum Sieg verholfen zu haben. Es ist jedoch fraglich, ob sie sich jetzt ohne weiteres mit der Teilenteignung abfinden werden und was sich in den kommenden Stunden bis zur Abstimmung über das erforderliche Gesetz und bis zum Dienstagmorgen auf Zypern noch abspielen wird.

Die Euro-Gruppe hat mit der veranlassten Sperre der Konten vielleicht vorerst einen „Bank Run“ unterdrückt, damit aber die Wut der Bürger, die mit einer Teilenteignung nicht rechnen konnten, nur noch mehr geschürt. Viele werden sich getäuscht und betrogen fühlen. Wie stark diese Wut in den kommenden beiden Tagen anschwillt und ob und wie sie sich entladen wird, ist nicht vorherzusehen. Es bleibt deswegen jetzt nur zu hoffen, dass die Teilenteignung aller, auch von jeglichem Unrechtverhalten und jeder Schuld freier Bankkunden nicht zu einer Eskalation auf Zypern führt. Weil gerade auch viele Griechen Konten bei Banken auf Zypern haben, muss die Euro-Gruppe sich möglicherweise des Weiteren den Vorwurf gefallen lassen, auch eine weitere Aufheizung der ohnehin schon explosiven Stimmung in Griechenland riskiert zu haben.

Wer geglaubt hatte, bei den den Krisenstaaten aufoktroyierten Maßnahmen könne es nicht noch schlimmer kommen, sieht sich jetzt getäuscht. Dies ist das Signal, das von dieser Entscheidung in Brüssel ausgeht. Sie hat das Potenzial, sich im Nachhinein als einer der bisher folgenschwersten politischen Fehler der Euro-Gruppe in der Schuldenkrise zu erweisen. Die Euro-Retter haben nur wenig Zeit, um die von dieser Art von „Krisenmanagement by Brechstange“ ausgehenden Gefahren für den sozialen Frieden und den Zusammenhalt Europas noch zu neutralisieren. Die Warnung vor einem Zusammenbruch des Bankensystems und vor Finanzmarktturbulenzen könnte bei den Bürgern Zyperns und in den anderen, schwer gebeutelten Krisenstaaten nicht mehr verfangen.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

Print article

141 KommentareKommentieren

  • Lottchen - 17. März 2013

    Iwo, Herr Schäuble sagt, die Maßnahme habe das Vertraen in die Währung gestärkt 😉

    Im Ernst, langsam realisieren die Leute, was da grade abläuft. Die sog. Einlagensicherung ist das Papier nicht wert, auf dem sie steht. In einem Leserkommentar schrieb jemand, der gerade in Griechenland ist, dort seien schon die Bankautomaten leer. In Zypern überlegen sie, ob sie die Banken noch länger schließen. Reine Willkürherrschaft.

    Ich bin gespannt, was Montag in Südeuropa passiert, ob sie jetzt mit dieser Idiotenaktion die Lawine losgetreten haben.

  • Frank - 17. März 2013

    Analysten erwarten daher Panik und Kapital-Flucht in anderen Ländern (hier). Der Chef der dänischen Saxo-Bank Lars Seier Christensen, schreibt auf seinem Blog: „Dies ist der Bruch der fundamentalen Eigentums-Rechte, der einem kleinen Land von ausländischen Mächten diktiert wird. Jedem Inhaber eines Bank-Kontos in Europa muss dies einen kalten Schauer über den Rücken jagen. Ich kann noch immer nicht begreifen, dass das wirklich geschehen ist.“
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/17/zypern-deal-das-ende-der-euro-zone-ist-gekommen/

    Unglaublich, dass die 100.000 EUR gesetzlich garantierte EU-Einlagensicherung nichts wert ist, worauf sich die Menschen (Kleinsparer) verlassen haben.
    Das zerstört jetzt weiter enorm das Vertrauen in das Banksystem und kann noch unabsehbare Folgen bringen. Diese Entscheidung der EU, besonders die Guthaben unter 100.000 EUR auch anzutasten, ist aus meiner Sicht ein ganz schwerwiegender Fehler. Besonders in den Südstaaten kann es jetzt viel schneller zu Bank-Runs kommen, die sich in Folge dann sogar bis in die Kernzone ausweiten können.

    In der EU-Zone gibt es nur ca. 3.000,- EUR an tatsächlichem Bargeldumlauf für jeden Bürger.

    http://direktzu.at/oenb/messages/fragen-zum-geldvolumen-25982?filter%5B%5D=only_answered&order=date&sorting=desc

    http://www.oenb.at/de/rund_ums_geld/bargeldstatistik/euro_umlaufzahlen/euro-umlauf.jsp#tcm:14-159211

    Per 31. Jänner 2013 waren 14,8 Milliarden Banknoten mit einem Gegenwert von 882,54 Mrd EUR und 101,9 Milliarden Münzen mit einem Gegenwert von 23,5 Mrd EUR in Umlauf. Insgesamt beläuft sich der Euro-Bargeldumlauf somit auf 906,1 Mrd EUR.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Eurozone

    Eurozone 330.831.219
    Einwohner

  • Moritz - 17. März 2013

    Ich glaube, die Aushebelung der Einlagensicherung für Sparer mit weniger als 100.000 EUR werden die EU-Deppen noch schwer bereuen.
    Das ist ein Vetrauensbruch, wie er schlimmer nicht sein könnte. In Krisenzeiten sorgen die EUrokraten dafür, das Grundvertrauen der einfachen Bürger in die Banken zu unterminieren.

    Kapital ist ein scheues Reh. (Karl Marx)

  • Peta - 17. März 2013

    Die Sache ist so eindeutig, dass die Vermutung nahe liegt, dass man ganz bewusst die Krise eskalieren will. Vielleicht ist die Politik ja auf die Eskalation vorbereitet und möchte gerne mit vorbereiteten Aktionen zum Zug kommen, die sich anders nicht umsetzen lassen

  • Moep - 17. März 2013

    Man darf gespannt sein auf den Ausgang der Abstimmung des Parlamentes auf Zypern. Auch wenn Steffen berechtigterweise sagt, dass nur eine Zustimmung erfolgen kann.

    Ich für meinen Teil jedenfalls, werde nicht warten bis die Südeuropäer ihre Gelder abziehen, sondern gleich nachher mein Konto abräumen. Die Eurokraten haben genug ihrer Fratze blicken lassen. Die Matratze freut sich, und wenn man sich die Lage mal nüchtern betrachtet kann es noch eine ganze Weile so weiter gehen.

    Aber mal ganz nebenbei gefragt: Wo haben eigentlich 1Mio Zyprer ca. 42Mrd Euro her?

  • peterb - 17. März 2013

    Entschuldigung – was soll die Aufregung?
    Warum sollen wir mit dt. Steuergeldern die Einlagen zyprischer “Investoren” (egal wie groß sie sind) retten? Ich bin strikt dagegen. Welcher Deutsche legt sein Geld in Zypern an – wenn, warum hat er das überhaupt getan? Wie viele Russen waren und sind betroffen – da sind wohl eine ganze Reihe dabei!?
    Wenn eine Bank pleite ist, ist sie pleite und der “Einleger” geht leer aus. Das ist eigentlich normal. Beteiligt er sich an der Rettung, dann bleibt wenigstens noch etwas übrig. Er/Sie sollte dankbar sein.

    Ehrlich gesagt, ich präferiere – gerade in Hinblick auf Zypern – das isländische Modell: Lasst die Banken pleite gehen! Ist doch seltsam, dass es dort im hohen Norden gerade wegen der Nichtrettung der Banken jetzt wieder bergauf geht….

    Von welchen ominösen Eigentumsrechten wird hier geredet? Der /die “Einleger” sollen sich gefälligst an der Bank schadlos halten – warum soll ich dafür gerade stehen, dass anderswo Leute ihr überschüssiges Geld (ihr Gehaltskonto war’s ja wohl nicht) irgendwo “anlegen”, wo sie weder vom Umfeld noch vom Geschäftsgebaren eine Ahnung haben?

    • Querschuss - 17. März 2013

      Hallo peterb,
      der Inhaber eines Spar- oder Girokontos ist also ein “Investor” 🙂

      Das zyprische Modell zeigt was im Falle eines Auseinanderbrechens der Eurozone oder potentiellen Zahlungsausfällen wichtiger Schuldner wie z.B. Spanien auch dem deutschen Sparer droht.

      • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 17. März 2013

        Der Schaden ist schon da. Er wird nur noch nicht in den Büchern reflektiert!

      • peterb - 17. März 2013

        “der Inhaber eines Spar- oder Girokontos ist also ein “Investor””

        Nein, ist er/sie nicht.
        Ehrlich gesagt, wollte ich mit diesem Post auch in erster Linie provozieren- Provozieren in der Hinsicht, dass wir mal darüber nachdenken, ob es nicht tatsächlich mit jeder “Bankenrettung” schlimmer statt besser geworden ist. Und zwar deswegen, weil immer und überall zuerst nur Reiche gerettet worden sind, es im besten Fall kosmetische Reparaturen gegeben hat und die Allgemeinheit (im Falle der EU sogar gegen alle Verträge auch ausländische) und völlig Unbeteiligte in “Sippen”haft genommen worden sind.
        Ich wollte provozieren nachzudenken, ob nicht unser gesamtes Geldsystem in seiner bisherigen Form überhaupt noch tragbar und erhaltenswert ist und ob wir nicht schon einen Punkt erreicht haben, wo wir (ohne es zu wollen) einen Selbstzersörungsmechanismus in Gang gesetzt haben. Ob man sich nicht allmählich über Alternativen Gedanken machen sollte…

        Natürlich ist mir nicht entgangen, dass man auch Freigrenzen hätte installieren können, für kleinere Beträge bis maximal 10- oder 20tsd Euro. Ich wette, aber, dass es dann eine juristische Lawine derer gegeben hätte, die genau das (aus Gründen der “Gerechtigkeit”) nicht einsehen (sollen nicht alle Einleger gleich behandelt werden?). Und da Kapital nun mal bis heute Macht ist, vermute ich, das Ganze wäre dann nach hinten los gegangen und der unbeteiligte Rest Europas hätte alles bezahlt. Auch eine Aufteilung der Banken wäre möglich – aber dies wäre dann ein Präzedenzfall. Und dreimal darf man raten, wer etwas dagegen gehabt hätte.

    • Holly01 - 17. März 2013

      Die Aufregung soll :
      Die Euroländer sind ein Währungsraum.
      Die EU ist ein Rechtsraum.
      Wenn auf Zypern diese Maßnahme möglich ist, dann ist sie überall in der EU möglich.
      Bei der Sinnhaftigkeit möchte ich hinzufügen :
      Wenn ich einer Bank ca. 8% von den Einlagen wegnehme, dann muss diese Bank das Volumen ihrer Geschäfte um diese 8% multipliziert mit dem Hebel -sofort- senken.
      Bei 5,8 Mrd. Einlageentzug dürfte es sich um ein Volumen von 30-50Mrd. handeln.
      Die zypriotischen Banken müssen ihr Volumen also um grob ein Drittel senken -sofort-.
      Das bedeutet Kreditklemme in der Form, daß auslaufende gesunde Hypotheken nicht verlängert werden können und Investitionskapital nicht verfügbar ist.
      Die Eurofinanzminister hätten in der Wirtschaftskammer Zyperns genau so gut einen Brandsatz zünden können.
      Über Sinn und Unsinn einer Teilenteignung möchte ich nicht diskutieren. Aber wenn Sie einmal etwas Geld auf der Bank hatten, um zum Beispiel eine Renovierung vorzunehmen, dann können Sie sich vielleicht vorstellen, wie Sie geschaut hätten, wenn 10% auf einmal weg wären.
      Dies ist kein bailout, dies ist eine Zerstörung von Wirtschaftsleistung.
      .
      Ich möchte den Blogbetreiber nicht schon wieder aufregen, aber die Maßnahmen machen keinen wirtschaftlichen Sinn (im Bailout stecken in der EU mehr als 2500 Mrd.) und sie werden nur die Leute radikalisieren.
      Man könnte das als Absicht unterstellen und sich fragen : wozu?

      • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 17. März 2013

        “Die EU ist ein Rechtsraum.”

        Das ist wohl der beste Witz der letzten 3 Jahre! Die EU ist eher ein Rechtsbruch-Raum!

        • Holly01 - 17. März 2013

          Sie und ich haben keine besseren Rechtsraum. Ausserdem ist der Begriff ansich neutral und sagt nichts über die Qualität dieses Rechts aus.
          Vielleicht einmal ein Punkt über den man nachdenken könnte.

          • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 17. März 2013

            Ich habe sehr wohl bessere Rechtsräume. Dort unterhalte ich auch Bankkonten und Wertpapierdepots.

      • Lothar - 17. März 2013

        Unter anderem weil demnaechst Bundestagswahl ist und Merkel mit dem brutalen Sparkurs in anderen Laendern im eigenen Land gewinnen kann.

        Und das die Geschaefte zurueckgefahren werden muessen ist nicht richtig, das waere es nur wenn bereits jetzt eine volle Auslastung des Eigenkapital existiert und da kann ich dir sagen das das mit Sicherheit nicht der Fall ist. Die meisten Banken schwimmen im Geld und haben keine Anlagemoeglichkeiten mehr dafuer.

  • peterb - 17. März 2013

    Apropos – Geld bei einer Bank – das ist immer eine zweischneidige Sache. Ich selbst habe nur soviel auf den Konten, wie absehbar nötig. Und das schon länger. Es gibt andere Möglichkeiten, “Werte” zu speichern. In Zypern nur schade um die, die (wie hier) meinten, dass eine Bank ein sicherer Hafen sei.

    • Marrei - 17. März 2013

      Bravo, seit Lehmann habe ich nur immer ein paar Hundert € auf meinem Konto ( nur Giro ). So ein paar Rollen mit Ahornblättern sind auch ganz hübsch. Ein paar Franken und aussies sind auch nicht zu verachten. Laut Gesetzgebung gehören Aktien zum Sondervermögen und sind selbst bei Bankpleiten unantastbar, aber wer weiß, was sich da über Nacht plötzlich alles ändert. Leute seit auf der Hut

      • peterb - 17. März 2013

        Ich “investiere” im bescheidenen Maße in Sachwerte. Aber hauptsächlich in “lebende” Werte. Darin, dass Menschen, die mir nahe stehen leben können, darin, dass ein Zusammenhalt aufgebaut wird. Darin, dass Wissen nicht verloren geht bzw. erhalten bleibt. Wissen althergebrachte, aber nützliche Techniken, Wissen über medizinische, biologische und gärtnerische Grundkenntnisse. Und da gibt es jede Menge noch zu “investieren”.

      • Holly01 - 17. März 2013

        Hauptsache Sie investieren nicht in Fonds und haben Ihre Aktien nicht im Depot der Bank sondern zu Hause.
        Die Aktie als tatsächlichen Besitz zu Hause zu haben ist der absolute Sonderfall und wenn Sie nicht dieser Sonderfall sind dann haben Sie nix.

      • Lothar - 17. März 2013

        Nach reiflicher Ueberlegung und Abschaetzung der Risiken hab ich eine Allergie gegen Ahornblaetter entwickelt. Goldkaefer ohne Kaeufer werden schneller sterben als Borkenkaefer ohne Baeume.

        Und wenn der weltweite Goldkurs nur von 5 Banken festgelegt wird ….

  • Navigator.C - 17. März 2013

    Erstaunlich ist die plötzliche Kompatibillität der Bankensoftware!

    Was mich wundert ist die plötzliche Kompatillität der Bankensoftware.
    Gleichzeitig bei allen Konten diese unterschiedlichen Beträge automatisiert einzubehalten. Denn Geldabhebungen am Automaten scheinen ja in Zypern zu funktionieren. Nur eben diese Sperrsumme wird ja eingeforen.

    Daraus läßt sich herleiten, dass europaweit die Bankensoftware schon längst auf ein solches Ereignis einprogrammiert wurde.

    Das ganze wurde von langer Hand vorbereitet und gescha nicht Ad-Hoc wie der Artikel sugeriert.. Und eines ist auch sicher. Sollte es morgen früh zu irgendwelchen Bankruns in Griechenland oder Italien kommen, ist dort eine Lösung schon längst einprogrammiert.

    Man kann es nicht oft genug wiederholen, man muss sofort handeln. Morgen früh, wenn man nichts verlieren möchte.

    Immer wieder erstaunlich so naive Leute wie Peterb die das auch noch schönreden und denken sie würden nicht abgecasht.

    Navigator.C

    • Uwe - 17. März 2013

      Richtig, ist mir auch aufgefallen. Selbst war ich als Projektleiter bei dem Telekom IPO eingesetzt und habe erfahren, wie lange die Vorbereitung einer bankenübergreifenden Platzierung dauert.
      Damals war´s mindestens ein Dreivierteljahr. So muss auch diese Aktion von langer Hand vorbereitet worden sein. Was lässt sich daraus schliessen? Bestimmt kein Single Event: Da kommt noch mehr. Nichts lässt sich mehr ausschliessen. Den ganzen Euroraum könnte man nach einer so erfolgreich geheim gehaltenen Vorbereitung, mit einem Klick sperren.

    • Vandermonde - 18. März 2013

      Hm..

      kein Grund Verschwörungstheorien zu wälzen. Der Staat kann den Banken ja vorschreiben was sie zu tun haben und jede Bank muss dann für sich diese Beträge eben einbehalten bzw. abliefern.

  • Roland - 17. März 2013

    Alle diejenigen, die naiv meinen, sie könnten durch ein Umschichten ihres Geldes weg von Bankeinlagen ungeschoren davon kommen, sollten mal googeln, z.B. nach “Zwangshypothek” oder “Lastenausgleich” ….usw.
    Alles schon mal da gewesen – und es kommt auch wieder, wenn die Leute auf ihren Sofas sitzen bleiben.

    • Lothar - 17. März 2013

      Nun ja aber wenn das nicht kommt kommt Zwangsweise die Inflation.
      Wir haben nunmal eine Guthabenkrise.

      • Roland - 18. März 2013

        Wie wollen Sie bei unausgelasteten Kapazitäten und mangelnder Nachfrage denn Inflation erzeugen ? Da können Sie noch soviel Geld drucken, wie sie wollen. Es tut sich überhaupt nichts, solange dieses Geld nicht in den “Lohntüten” der Konsumenten ankommt.

        • Lothar - 18. März 2013

          Indem ich da Geld hole wo der Kunde keine Chance hat – Nahrungsmittel, Stromversorgung, medizinische Versorgung, Wasser, Verkehr ….

          Ach Wunder ueber Wunder, das findet ja schon statt.

  • Willie - 17. März 2013

    Ich kann mich noch erinnern, dass in den 70ern junge Menschen wegen weniger schlimmen Dingen zur Gewalt gegriffen und sich gewehrt haben.

    Ein Wunder, wie es die Spanier und Griechen schaffen friedlich zu bleiben?!

    Mal schauen, wie die Zyprioten reagieren werden….solche Maßnahmen sind wahrhaftig eine neue Stufe in einer langen Reihe von Erniedrigungen, die die EU-Bürger zu ertragen haben.

    • hko - 17. März 2013

      ich wundere mich auch
      wie lasch sind die heutigen Leute?
      in den 70ern war echt mehr los
      anscheinend müssen sich die Leute von damals wieder in Bewegung setzen
      also Rentner fangt an!

  • willi - 17. März 2013

    Zypern ist ein ziemlich kleines Land und für Europa für sich genommen bedeutungslos. Damit eignet es sich prima als Testlabor für alternative Strategien zur Bankenrettung. Sollte es sich als krasser Fehler erweisen, aus Gründen die hier schon mehrfach genant wurden, darf Brüssel hoffen, dass der Schaden zu begrenzen sein wird -schließlich geht die EU nicht gleich unter, wenn die Leute eines kleinen Inselstaates auf die Straße gehen.
    Für Leute wie Schäuble ist das Vorgehen auch keineswegs ein Vertrauensbruch, sondern das exakte Gegenteil, denn es signalisiert den berühmten Märkten (dass Zitat): “Europa in der Lage ist, die notwendigen Entscheidungen zu treffen”.
    Cooles Statement, das zum Ausdruck bringt, dass die EU keine Skrupel hat, die Ersparnisse der Bankkunden zu opfern. wenn sie der Meinung ist, dass sie sich damit das Wohlwollen der Märkte erkaufen kann.

    Könnte -auch das wurde schon gesagt- natürlich auch schwer nach hinten los gehen.

    • Navigator.C - 17. März 2013

      “Damit eignet es sich prima als Testlabor für alternative Strategien zur Bankenrettung.”
      Nur mal 2 Probleme bei einer sochen Betrachtungsweise.

      -Welcher intenationale Großkonzern hält noch gößere Einlagen bei EU Banken und
      geht das Risko ein, dass am nächsten Morgen, der von Dir erwähnte
      schachsinnige Psychopath stolz verkündet er hätte ,mit der Kohle die Währung gestärkt ?

      -Was ist mit den Headquartern ? Ist ein Standort wie die EU noch angemessen in dem mittlerweile
      völlige Rechtsfreiheit herscht ? Und quasi permanent die Abräumung der Bankkonten droht.
      Oder Anders rum. Hättest Du als CEO eines Großkonzerns lust als Versuchskaninchen
      in diesem Testlabor teilzunehmen ?

      Vergiss das zusammengelogene Zeugs, das von den Politheinis sicher noch kommen wird .
      Das ist nur für die Dschungel-TV fuzzys. Wie schon gesagt, es stehen ja weitere Raids an.

      Hoffe dies ist für den Ein oder Andren ein kleiner Einstieg zum weiterdenken.
      Schönen Sonntag noch

      Navigator.C

      • willi - 17. März 2013

        Da geb’ ich dir völlig Recht. Was du aufzählst sind genau die Gründe, warum das ganze auch nach hinten los gehen könnte und wahrscheinlich auch wird.
        Was ich mich gefragt hatte,war, wie man auf solch eine verwegene Idee kommen kann und da lag es für mich nahe, der Troika die Annahme zu unterstellen, dass man es bei einem so kleinen Land ja mal versuchen könnte und dass da in den letzten Tagen soviel von russischen Oligarchen, Geldwäsche etc, die Rrede war kam sicher auch nicht von ungefähr.
        Gruß

        • Navigator.C - 17. März 2013

          Das mit den Russen ist eher eine, auf den deutschen Durchnittsi…t zugeschnittene
          Medienstory. Ähnliches gabs schon mit der Schweiz. In Spanien waren es die faulen Südläner
          In Italien Berlusconi… Ist auch nicht wirklich wichtig.

          Spannender ist eher:
          Viele Notenbanken halten € als Devisenreserven.
          Ist ein Reservewährungsstatus des €, angesichts der Zustände dort, kombiniert mit einem
          politischen System im Dritte Weltformat überhaupt noch gerechtfertigt ?
          Lässt sich China die einmalige Chance entgehen den Renminbi Yuan als Nummer 2 zu Positionieren entgehen und serviert den € ab?

          Navigator.C

  • Frank - 17. März 2013

    Ein Live-Bericht aus Griechenland…..scheint wirklich übel dort zu sein. Es wird spannend!

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=279514

  • FDominicus - 17. März 2013

    “Die Euro-Gruppe hat mit der veranlassten Sperre der Konten vielleicht vorerst einen „Bank Run“ unterdrückt, damit aber die Wut der Bürger, die mit einer Teilenteignung nicht rechnen konnten, nur noch mehr geschürt.”

    Wieso glauben Sie den Bank run wird es nicht geben? Wer will den Kontoinhabern den jetzt noch erklären wollen, daß so etwas nicht wieder passiert?

    Nein der Bankrun ist nun sicher. Auch wenn die Banken diesen Diebstahl durchführen, wird es einer der letzten “Taten” sein. Angeblich sollen die Banken jetzt ja auch noch am Dienstag geschlossen bleiben. Es ist wahrlich müssig die Tore der Banken überhaupt noch zu öffnen. Und ich wette Ende der Woche reden wir über weitere 20 – 80 Mrd “Hilfe” für Zypern.

    Die Banken in Zypern sind mit dieser Entscheidung völlig fertig und Armut wird für die Zyprioten eine brutale neue Bedeutung bekommen.

    • SLE - 17. März 2013

      Hallo FDominicus,

      in meinem Satz steht “vielleicht”. Es ist ein rhetorisches “vielleicht”. Wir können davon abgesehen aber auch beide nicht exakt wissen, was wirklich geschieht. Aber wenn nun tatsächlich die Banken auf Zypern auch am Mittwoch geschlossen belieben sollen, dann sich inzwischen klar abgezeichnet haben, womit – zumindest auf Zypern – zu rechnen ist.

      Viele Grüße
      SLE

  • Roland - 17. März 2013

    Ihre offensichtliche Lüge bzw. der Vermögenssteuer sollte in diesem Forum kein Platz bekommen.

    ….Edit Querschuss: Danke für den Hinweis, betreffender Kommentar von Donnerkeil wurde gelöscht, da inhaltlich grob falsch!

  • Roland - 17. März 2013

    Ein Abgeordneter der DIKO hat seine Fraktion verlassen.
    Damit kann sich die zypriotische Regierung nur noch auf 28 von 56 Sitzen stützen, hat also keine Mehrheit mehr.

    • SLE - 17. März 2013

      Ja, ja, … ich denke man kann davon ausgehen, dass die Abgeordneten des griechischen Parlaments diese Entwicklung sehr aufmerksam beobachten. Dort ist die Regierungsmehrheit durch Rauswürfe und Austritte ja auch schon bedenklich zusammengeschmolzen.

      Grüße
      SLE

      • Thorsten Eckau - 17. März 2013

        Hier ist die Lage ja noch knapper: Die Opposition hat 100% Verweigerung angedeutet und die Regierungsparteien nur eine Stimme Vorsprung gehabt. Das wäre nun also ein Patt wenn die Meldung stimmt.

        • Lothar - 18. März 2013

          Dann gibts 100% einen Bankrun

    • Skandinavienfan - 17. März 2013

      So ist es ! Die Parlamentsmehrheit für den EU-organisierten Diebstahl am (Klein-) Sparer Zyperns z. G. einer Lizenzverlängerung für das große Finanz-Casino ist nun futsch:

      http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/roundup-zustimmung-des-parlaments-auf-zypern-zum-rettungspaket-unsicher_aid_941962.html

  • Moritz - 17. März 2013

    Leider hat die Aktion, wenn man etwas darüber nachdenkt, auch eine rassistische Note – bei Südländern, also nicht ganz richtig Weissen, irgendwo da unten im -oh Gott- Mittelmeer (!), kann man die Einlagensicherung einfach wegwischen.
    Bei echten, blauäugigen Nordeuropäern ab Toulouse aufwärts würde man das nicht so durchziehen.

  • timon - 17. März 2013

    Zwangsbeteiligung von Kleinsparern – da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich! Die für mich wahrscheinlichste Absicht, die hinter einer solchen Aktion stehen dürfte ist, dass man die unvorstellbaren Summen, die auf Giro- und Tagesgeldkonten im Euroraum so vor sich hin schlummern, freundlich animieren möchte, doch noch nachfragewirksam zu werden.

    Dass die Inflationsstory nicht ganz stichhaltig sein kann, haben ja nun schon einige begriffen und wollen ihre Kohle daher partout nicht mehr rausrücken. Aber ob sie nun 10% durch Inflation oder durch direkte Enteignung verlieren macht dann auch keinen Unterschied – da kaufen sie sich halt lieber doch noch schnell ein neues Auto!?

  • Karl - 17. März 2013

    Die Beteiligung von Konteninhabern ist eine Sache. Die Nicht-Beteiligung der Bankeneigentümer eine andere. Zunächst sollte das Eigenkapital der Bank haften. Erst wenn es vollständig aufgezehrt ist, wäre ein Forderungsfall von Gläubigern der Bank dran. Wenn das Kapital einer Bank weg ist, müsste dann der Vorstand durch einen Insolvenzverwalter ersetzt werden.

    So wie sich die Sache in Zypern ließt, behalten Aktionäre und Vorstände alle Rechte und sind nicht betroffen.

    Oder übersehe ich etwas?

    • Thorsten Eckau - 17. März 2013

      Hallo Karl,

      Du übersiehst nichts, ich glaube Steffen/Querschuss hat das auch weiter oben schon mal beantwortet dass er das auch so wahrnimmt: Es “haften” mit der “Steuer” nur Sparbücher und Girokonten. Ein Unding.
      Und weiter hast Du auch Recht mit den EK-Gebern: In einer funktionierenden Rettungsaktion mit guten Absichten wäre es sicherlich so gelaufen dass man das haftende EK hätte seine Funktion erfüllen lassen und mit Rettungsgeld dann die “kleinen Leute” wegen der vermutlich überforderten Einlagensicherung wirklich “gerettet” hätte. Doch was passiert hier: Man muss aus vielen Gründen offenbar das “System” (hier 1-2 Großbanken) am Laufen halten, kann ergo das EK nicht haften lassen, sagt dann: Mit nur 2% FK-Gebern in Anleihen ist kein Staat zu machen und belastet die Masse der “Kreditgeber” (juristisch korrekt, Sichteinlagen = Forderungen an die Bank = Kredit den man der Bank gewährt). Das ist aber selbstverständlich eine Nebelkerze die verschleiern soll, dass hier in Wirklichkeit andere Motive eine Rolle spielen. Hier kann man nur munkeln, aber es ist sonnenklar dass die kommunizierten Motive nicht die Hauptmotive sind. Oder widerspricht mir irgendwer bei dieser Vermutung?

  • M.C. - 17. März 2013

    Bunkrun ist 80’s.
    Heute kann man selbst in der Schweiz nicht mehr ohne weiteres mehr als 5 Byte Giralgeld in Papiergeld tauschen:

    http://www.blick.ch/news/wirtschaft/kommen-reiche-deutsche-nicht-mehr-an-ihr-geld-id2014591.html

  • Eurelios - 17. März 2013

    Die ganze Eurorettung ist nur noch Irrsinn. Bildlich gesehen wie
    der Bolero (Tanz auf dem Vulkan) von Ravel.

    Die Zypernentscheidung unserer Finanzheinis war der
    Stolperschritt beim Tanz des Boleros der dazu führt daß das
    Tanzpaar (Euro und seine Euroländer) in den Schlund des
    Vulkans fallen werden.

    Die Eurozone ist gerade bei 4;28 Min/Sek dieses Filmchens angelangt.

    Das Ende des Tanzes ist sehr nahe.

  • Roland - 17. März 2013

    Interessante Koalition:
    Sowohl die in Zypern starken Kommunisten als auch der zypriotische Ezbischof der griechisch-orthodoxen Kirche fordern nun einen Austritt Zyperns aus dem EURO und eine Volksabstimmung darüber.

    Der Erzbischof fordert darüber hinaus eine gerichtliche Bestrafung all derjenigen, die die EU-Beschlüsse umsetzen wollen.

    • SLGramann - 17. März 2013

      @Roland, die fordern wirklich den Austritt? Das wäre ja mal wirklich mutig, konsequent und würde Horizonte öffnen! Ganz anders als Tsipras im benachbarten Griechenland. Ich kanns kaum glauben.

      • Thorsten Eckau - 17. März 2013

        Wahr. Aber die Frage was dann passiert (quasi das Totschlagsargument der Akteure in der EU) ist dann immer noch offen und ich harre mit Spannung der Ergebnisse. Mein Tipp: Sofortiger Kollaps der Banken (die die EUR-Schulden nicht mehr bedienen können) und sofortiger Staatsbankrott. Soweit keine mutige Prognose, wichtig wäre in Folge zu sehen wie systemrelevant Zypern dann wirklich gewesen sein wird. Keine Ahnung ob mir das Angst machen sollte oder morbide Neugier mich triebe…

  • Dietmar - 17. März 2013

    Das Ende des Euro ist natürlich die Flucht des Geldes aus Gesamt-Europa. Also nicht mehr von Spanien nach Deutschland, sondern ganz raus.
    Was mich sehr wundert (so wie ich verstadnen habe) ist die Belastung nur auf Guthaben und nicht auf Depotwerte. So werden überproportional wieder die vorsichtigen Sparer geschröpft. Daher wohl der Flucht in Aktien die letzten Monate. Ein Schelm der denkt da bereitet sich jemand nicht bereits wissentlich vor.

  • Frank - 17. März 2013

    Erinnert mich langsam irgendwie an die Situation nach Lehmann Brothers. Damals mussten ja auch Marder herhalten, die die Kabel für die Geldautomaten zerfressen hatten, bevor dann Merkel und Steinbrück ihre Garantie für die Spareinlagen abgaben, die rechtlich völlig nichtig waren.

    Regierungs-Kreise: Bank-Einlagen in Deutschland sind sicher

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/17/berlin-bank-einlagen-in-deutschland-sind-sicher/

  • Bubblegum - 17. März 2013

    @ SLE,

    mich wundert, dass Sie gar nicht das Beispiel Argentinien erwähnt haben! Das war
    die Blaupause für das, was jetzt in Zypern abläuft. Unter dem unsäglichen Präsidenten Carlos
    Menem waren über mehere Wochen die Bankkonten eingefroren, während sich die argentinische Währung im freien Fall befand. Am Ende waren die Ersparnisse des Mittelstandes ausradiert. Die noch vorhandenen Vermögenswerte rissen sich vor allem ” Investoren” aus dem Dollarraum unter den Nagel! Dass Menem einer von allen ach so “geliebten ” Religionsgemeinschaft angehört sei nur am Rande erwähnt und dass er Asyl im Ausland fand, ebenso. Denn in Argentinien selbst hätte Mann/Frau ihn wie einen räudigen Hund erschlagen, wären sie seiner habhaft geworden. Erst Kirchner gelang es halbwegs, das Land zu stabilisieren. Wichtig : er schmiss alle IWF Berater aus dem Land und stellte die Zahlungen auf Argentinische Anleihen ein!
    Folge: Seine Frau Christina die aktuelle Präsidentin des Landes muss bei Staatsbesuchen
    mit einer privat gemieteten Maschine fliegen, denn überall auf der Welt lassen die angloamerikanischen Anleihegläubiger argentinisches Staatsvermögen in dinglichen Arrest nehmen.
    Interessant sind noch die folgenden Zusatzinformationen:
    Ernesto Kirchner starb vor, glaube ich 2 Jahren aneinem plötzlichen Herzinfarkt, seine Frau
    Kristina soll an Krebs erkrankt sein, ebenso wie Lula aus Brasilien, Castro aus Kuba, Chavez
    aus Vezuela. Also alle die alten linksgerichteten Haudegen, die es wagen bzw.wagten, der Wallstreet-Mafia die Stirn zu bieten! Insofern bekommt die Anschuldigung von Maduro, dem
    Übergangspräsidenten von Venezuela, einen gewissen realistischen Hintergrund.
    Viele Grüße Bubblegum

  • Traumschau - 17. März 2013

    Hallo zusammen,
    wenn Vermögen über 100.000 Euro mit 10% belastet werden, dann heißt das ja nichts anderes, als dass die Eurostaaten dem entsprechend für 90% der angelegten Gelder – der Superreichen – garantieren, oder?
    Tja, so wie immer! Die Kleinen bluten und die Grossen werden gebailoutet.
    Hier eine m.E. sehr gute Analyse dazu:
    http://www.jjahnke.net/rundbr97.html#2881

    Machen wir uns auf weitere Überraschungen gefasst, die m.E. nach zwangsläufig zu erwarten sind.
    LG Traumschau

    • peterb - 18. März 2013

      Sehr informativer Artikel bei Jahnke.
      Und wenn alles dort stimmt, zeigt sich deutlich, dass die schlimmsten Beschlüsse weder von der EU noch vom IWF gemacht worden sind, sondern von der zypriotischen Regierung.
      Zitat unter anderem:
      “…doch die zypriotische Seite verweigerte für die Konten über 100.000 Euro jede Abgabe von mehr als 10 %. Einer der Hauptverhandler meinte spaßhaft aber wahrscheinlich ehrlich, der zypriotische Präsident hätte nur reiche Freunde.”

  • JL - 17. März 2013

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner,

    die Androhungen in Zypern die Bankeinlagen zu „erleichtern“ sind klarer Ausdruck spätmittelalterlichen Raubrittertums.
    Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang die Frage, warum dieser einmalige Schritt überhaupt in Erwägung gezogen wurde.

    Sollte dies ein Präzedenzfall werden nur um zu ergründen, ob man dies in anderen Pleiteländern so- oder so ähnlich- auch „durchziehen“ könnte?
    Oder ist dies Ausdruck zunehmender Hilflosigkeit innerhalb der EU?

    – Fakt ist doch, dass immer mehr Länder nicht mehr andere„retten“ können, sondern selbst „gerettet“ werden müssen (Banken).

    – Fakt ist auch, dass in immer mehr Ländern die Realwirtschaft zusammenbricht und damit Steuereinnahmen.

    – Fakt ist ebenso, dass trotz „allheilender“ Austeritätsmaßnahmen die Staatsverschuldungen durchweg weiter steigen.

    -Fakt bleibt, die Banken haben EU- weit nicht nur Leichen in ihren Kellern, sondern ganze Massengräber.

    Die EU ist wohl nicht mehr in der Lage ihrer „Südschiene“ Finanzmittel in ausreichender Größenordnung zukommen zu lassen- dazu fehlt schlicht die Kraft.
    Also will man noch schnell hohlen, was zu holen ist, um anschließend diese Länder wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen.

    Die EU ist wohl grandios an sich selbst gescheitert.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Traumschau - 17. März 2013

    Wie ich so eben erfuhr, werden die Banken in Zypern auch am Dienstag geschlossen bleiben.
    Offensichtlich regt sich überall Widerstand gegen diese Maßnahme. Die Frage ist nur, ob sich die Finanzelite bzw. die Finanzmafia durchsetzt oder … die Vernunft? Schau´n ´mer mal …

    • JL - 17. März 2013

      Hallo Traumschau,

      vermutlich werde ich Sie enttäuschen. In Europa (aber nicht nur dort) herrscht weder Vernunft noch Einsicht, sondern wirtschaftspolitisches Kalkül. Sie, ich und alle anderen hier auch sind nur Bauern im globalen Schachspiel. Wenn Dame und König bedroht sind werden die Bauern als erstes geopfert, nur um Dame und König retten zu können.

      Und wer währe das? Sie, ich und alle anderen hier.

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

      • Traumschau - 18. März 2013

        Naja, wo sehen Sie “wirtschaftspolitisches Kalkül”? Ich sehe das nirgends. Aber für Verschwörungstheorien ist es schon zu spät – willkommen in der Verschwörungs-“Praxis”.
        Natürlich werden wir alle für den Bailout der Finanzelite herangezogen. Das war mir immer irgendwie als Konsequenz der Politik klar, wenn diese so fortgesetzt würde. Nur, ich dachte nicht, dass man tatsächlich soooo weit gehen würde. Ich dachte immer, bevor das passiert, bekommen die Laternen im Umkreis der Parlamente Namen.
        Ich habe mich wohl getäuscht. Da die Menschen in Spanien und anderswo nicht ganz so dämlich sind, erwarte ich einen Bankrun.
        Ich hoffe, ich irre mich und alle Verantwortlichen kommen zu Vernunft und entscheiden endlich LOGISCH!! Aber wenn man einmal kühl analysiert, seit der Finanzkrise die Entwicklung verfolgt, dann wird klar, wer tatsächlich die Entscheidungen trifft – und das sind nicht unsere Politikdarsteller!
        LG Traumschau

        • JL - 18. März 2013

          Hallo Traumschau,

          Sie haben die Antwort eigentlich gleich mitgeliefert, wenn Sie schreiben “Aber wenn man einmal kühl analysiert, seit der Finanzkrise die Entwicklung verfolgt, dann wird klar, wer tatsächlich die Entscheidungen trifft – und das sind nicht unsere Politikdarsteller!”

          Mit freundlichen Grüßen

          JL

        • Georg Trappe - 18. März 2013

          Die Ringburg funktioniert!
          http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/10/die-ringburg.html
          Ein Interview mit Krysmanski findet sich hier:
          http://www.youtube.com/watch?v=FCqt97Jw7uk
          Viele Gruesse
          Georg Trappe

        • Georg Trappe - 18. März 2013

          Teil2 des Interviews: http://www.youtube.com/watch?v=Of7M7dXGh44

          “Anders als in den Vereinigten Staaten ist das Thema Elitenforschung in Deutschland noch weitgehend im Winterschlaf. Alle Pyramidengesellschaften wurden und werden von der Spitze her regiert. Alle. Ihnen liegt eine Struktur zugrunde, die an das Militär erinnert. Wer die Massen erreichen und beherrschen will, kann dies nur über die jeweiligen Eliten bewerkstelligen. Die Geschichte kennt die politischen Eliten, sie ist mit den Eliten der Kirche vertraut. Hinzu kamen später die Intellektuellen Eliten, im 20. Jahrhundert die Eliten der Wissenschaft und des Sports. Das 21. Jahrhundert hat eine völlig neue Form der Elite hervorgebracht. Die Geldelite. Es handelt sich hier um ein Machtzentrum, das weitgehend unsichtbar agiert, dafür aber global die Strippen zieht. Wenige Tausend Superreiche weltweit verfügen über ein permanentes Barvermögen von 500 Mio. Dollar cash – minimum. Einige Hundert unter ihnen Besitzen Milliarden im dreistelligen Bereich. Für diese Menschen haben Gesetze oder nationale Grenzen keine Bedeutung mehr. Sie stehen über dem Gesetz. Nicht selten stellen sie den Gesetzgeber. Die Geldeliten beherrschen die öffentliche Meinung und die internationalen Geldflüsse. Sie besitzen maximale Medienmacht und beherrschen den Finanzsektor. Alles was wir über diese Eliten Erfahren, geschieht im Zuge eigener Inszenierung. Davos oder Bilderberger-Treffen sind die “Bambi-Verleihungen” der Geldelite, denn auch sie kennen untereinander eine Form der Konkurrenz.

          Der Soziologe Hans-Jürgen Krysmanski beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit dieser Klientel, und hat dazu zahlreiche Bücher veröffentlicht. KenFM traf ihn in Hamburg, um mit ihm unter anderem über sein aktuelles Buch “0,1% – Das Imperium der Superreichen” zu sprechen. Das Gespräch wird in zwei Teilen veröffentlicht und kann helfen, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Es geht um das Gesamtbild, nicht nur um einzelne Puzzleteile.

          0,1% – Das Imperium der Milliardäre”

  • Willie - 17. März 2013

    Folgender Gedankengang:

    Man fordert für ein Krisenland Maßnahmen, die die Bevölkerung nicht akzeptieren kann. Die Hilfen werden somit verweigert und das Land geht bankrott und scheidet aus dem Euro aus.
    Geht Zypern bakrott trifft es auch zwangsläufig Griechenland. Beide Krisenländer treten also auas dem Euro aus, die EZB tritt als Lender of Last Resort ein, die restlichen Euroländer sind “sicher”.

    Klingt doch nach einem ganz guten Plan. Vorallem kann man nachher immer sagen, Zypern war Schuld und die Griechen waren ohnehin zu schwach für den Euro.

    Mutti legt dazu noch ein Konjunkturprogramm auf und schon ist die Welt wieder heile, die 50% bei der nächsten Bundestagswahl sicher, da sie von unseren Mainstream Medien als die Retterin Europas gefeiert wird.

    • Skandinavienfan - 18. März 2013

      Ganz genau: sobald der mainstream-medial berieselte deutsche Michel in seinem September-Konklave seinen Beitrag für eine Vier-Jahres-Lieferung Nebelkerzen, äh weißen Rauch abgeliefert haben wird, werden die Berliner Politkardinäle in Liveschaltungen auf allen Kanälen wieder stolz verkünden: “Habemus Mamam !”

  • Häschen - 17. März 2013

    Von einer Sparguthabenstreichung um 7% bis 10% geht jetzt noch keine Gefahr für den sozialen Frieden aus, nicht mehr als jetzt auch schon. Zypern ist ein Bankrott getrieben durch die Griechenlandpleite. Zypern hat 2008 den EURO bekommen. Inflation war höher als bei uns … damit auch die Zinsen. Schulden pro Kopf sind im E.U. Mittel. Staatsverschuldung stieg mit dem Übel in Griechenland.

    Wenn man das 8fache der Volkswirtschaftsleistung ‘retten’ muss, dann liegt der Verdacht nahe, dass nicht der kleine Sparer sein Geld liegen hat. Ansonsten war Zypern eigentlich recht ausgeglichen … Gemessen am BIP pro Kopf sind die 100K EUR halt eher eine hohe Summe. Weh tut es den Zyprioten bestimmt allemal, grad den ganz kleinen Sparer, leicht haben die es bestimmt nicht im Moment Arbeitslosigkeit zieht auf das Niveau Kroatiens nach …

    Mein Gott na, waschen ein paar Oligarchen und Mafiiosi ihr Geld in Zypern und daran stoßen sich E.U. Politiker in Brüssel, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die Helfershelfer der Schlägertruppe der Weltfinanz (sog. IMF) machen sich wichtig.

    Auch wenn die Geschäfte illegal sind, das Verbrechen wurde nicht in Europa verübt … und ob Waffenhandel illegal ist. Allein weil der vom Parlament genehmigt wird, ist selbiger um nichts besser. Häschenhaftigkeit ist denen allen zusammen ein Fremdwort.

    Aber dass die kleine Sparer für Befindlichkeiten einer Administratur in Brüssel, in schwerster Wirtschaftlicher Not den Kopf hinhalten müssen, das ist eigentlich sehr seltsam.

    • Michael - 18. März 2013

      Grundsätzlich besteht die Lösung darin, die Gläubiger UND DAS SIND NICHT DIE KUNDEN, sondern die Gläubiger, der Banken zur Kasse zu bitten. Letztlich kann man es als nahezu sicher ansehen, dass die Sparer nach dem Raubzug allein aus blankem Hass (was soll man mit einem Konto, das sowieso keine Zinsen zahlt?) ihre Konten räumen. Selbst wenn das ein paar Wochen gebremst werden kann, sind die cypriotischen Banken danach leere Hüllen. Sie wären pleite und der Staat Zypern auch. Eine andere Folge der “Zypern-Rettung” ist überhaupt nicht denkbar, denn allein die Einlagen der Ausländer sind 30%. Wenn einer Bank 30% Spareinlagen abgezogen werden ist ihr Untergang sicher. In Deutschland würden 10% reichen, um die meisten Banken in die Mülltonne der Geschichte zu befördern. So “sicher” ist das Geld auf deutschen Banken. Denn deren Eigenkapital ist besonders dünne.

      Die Lösungsvariante “Bankenrettung” über das Berauben von Sparern ist blanker Wahnwitz, der zum Bankrun führen muss und der zudem erhebliche Ansteckungsgefahren birgt.

  • Delta120 - 17. März 2013

    Da der Eurozone der Schutz der Bankeinlagen unter 100.000€ nichts wert ist, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis man in den Regierungen versteht, dass man Aktienkonten ebenso einfach “einmalig besteuern” kann. Es fällt einen nicht schwer sich auszumalen, dass die kommenden Wochen für die Schweizer Banken sehr arbeitsintensiv sein werden.

    Mal ganz davon abgesehen, dass die Goldbunkerer sich vor Freude auf die Schenkel klopfen werden.

  • Norbert - 18. März 2013

    Hallo Zusammen,

    alle Kommentare hier und anderswo beziehen sich immer nur auf das persönliche Guthaben, aber nie auf eine mögliche Kettenreaktion in einem derzeit äußerst fragilem Umfeld.

    Fakt ist, das die Mehrheit hier im Süden abhängig beschäftigt ist und das meist bei kleinen Firmen mit weniger als 10 Beschäftigten. Nirgendwo habe ich Infos dazu gefunden, ob Firmenkonten genauso rasiert werden, aber ich gehe davon aus. Aus eigener Erfahrung weiß ich, das die meisten kleinen Firmen hier keinerlei Reserven mehr haben. Eine “gut geführte, erfolgreiche Firma” hat hier nur zwei, drei, vier Jahre Umsatzverluste von 10-15% pro (!) Jahr gehabt, jetzt NULL Euro auf dem Konto und nur offene Lieferantenrechnungen. Ob Kunden zahlen ist fast schon Glückssache, häufig gibt es Ware nur noch gegen Bares. Kredite gibt es auch schon seit 2008/2009 nur noch bei vollständiger persönlicher Haftung und Hinterlegung von Sicherheiten der Form “Mein Geld gegen Dein Geld plus Zinsen”. Viele Firmen zahlen Mitarbeitern schon seit Monaten Lohn nur teilweise bis gar nicht, aber der Staat bedient sich mit Steuern, Abgaben und Sozialversicherung ohne Rücksicht auf Verluste zuerst und schlägt mit saftigen Strafzahlungen bei Verspätung zu.

    In so einer Situation sorgt auch so ein minimaler Haircut – privat bitter, aber meist irgendwie zu verschmerzen – für einen Zusammenbruch von kleinen Unternehmen in der ersten Runde und in der zweiten Runde wegen dem erneutem Kaufkraftausfall.

    Seit 2009 manage ich hier ein kleines Unternehmen, nun sind alle Effizienzreserven ausgeschöpft. Uns nutzt es auch nichts, wenn wir noch mehr und noch billiger produzieren würden. Es gibt einfach niemanden mehr, der die Kaufkraft für das Mehr hätte. M.E. befinden wir uns hier in einer heftigen Deflationsspirale. Inflation gibt es nur noch in Bereichen wo Monopole bestehen. Die offizielle Inflationsrate ist immer positiv, da hier ein Menge Verträge von wirklich Vermögenden zu deren Gunsten davon abhängen.

    Der Frust bei Angestellten frisst sich deutlich sichtbar auch immer stärker in die gehobene Mittelschicht, wann der Punkt kommt, das Unruhen ausbrechen vermag ich nicht einzuschätzen. Genug Leute die nicht mehr viel verlieren können gibt es genug. Aktionen wie Zypern helfen jedenfalls nicht die Lage wieder zu beruhigen.

    Wir werden sehen was die Zukunft bringt,
    Norbert

    • SLE - 18. März 2013

      Hallo Norbert,

      vielen Dank, dass Sie diese Dinge einmal so ausdrücklich hervorheben. Ich stimme mit Ihnen im Übrigen in jeder Hinsicht überein. Das gilt besonders auch für Ihre Aussage, dass es Inflation nur noch in Bereichen monopolistischen Wettbewerbs (Dominanz von lediglich einer Handvoll großer Unternehmen/Konzerne) gibt und ansonsten eine deflationäre Abwärtsspirale stattfindet. Man muss sich einmal vor Augen führen, was das genau heißt. Es bedeutet, dass wir eine zweigeteilte Wirtschaft haben, in der die kleinen und mittelgroßen, gerade auch auf nationalen und lokalen Märkten tätigen Betriebe die ein Seite darstellen, die von der Politik nicht gestützt wird, sondern im Gegenteil bedingt durch diese und zugunsten der Stabilisierung des anderen, eher global operierenden Teils der Wirtschaft, nämlich den großen, nicht an Volkswirtschaften gebundenen Oligopolisten, substanziell “ausblutet”. Denn pointiert ausgedrückt kann man sagen: Wenn es überhaupt noch politische Hilfe gibt, dann richtet sich diese auf die global relevanten großen Unternehmen (und Banken) und überall, wo überhaupt noch Profite anfallen, werden diese in letzter Instanz von den marktdominierenden großen Spielern abgeschöpft.

      Diese Politik bzw. Rechnung – rette und stütze die Großen, spare dafür bei den ansonsten sich selbst überlassenen Kleinen – kann natürlich nicht aufgehen. Das Tückische daran ist aber gerade für große Volkswirtschaften, dass durch diese Art von Politik die wirtschaftliche Situation oberflächlich betrachtet lange Zeit durchaus noch relativ gut aussehen kann, aber dann mit einem Mal kippt – das heißt der global ausgerichtete Teil der Wirtschaft stürzt ähnlich wie schon nach der Lehman-Pleite unvermittelt ab. Dazu bedarf es als Auslöser aber nicht mehr unbedingt einer neuen Finanzkrise. Die sukzessive wegbrechende Nachfrage wird denselben Effekt haben, denn die schlägt irgendwann auch bei den Großen voll durch, die schon länger alle möglichen Tricks anwenden (z.B. Tages- bzw. taktische Zulassungen im Automobilsektor), um ihre Situation und Perspektiven besser aussehen zu lassen als sie wirklich sind. In diesem Teil der Wirtschaft liegt sehr wahrscheinlich Blasenbildung vor. Die Frage ist nur, in welchem Umfang?

      Anders als 2008/2009 ist aber vom klein- und mittelständischen Teil der Wirtschaft jetzt vielfach kaum mehr ein signifikanter volkswirtschaftlicher Stabilisierungeffekt zu erwarten, ganz besonders nicht in den Krisenstaaten, in denen dieser durch die beschriebene Art von Politik und durch die einseitige Austeritätspolitik systematisch geschwächt sowie mithin eben auch schon teilweise zerstört worden ist – z.B. in Griechenland und Italien.

      Viele Grüße
      SLE

      • Moep - 18. März 2013

        Hallo SLE,

        Danke für diesen sehr nützlichen Kommentar. Ich finde, Sie sprechen hier eine ganz neue, bisher in dieser Form nicht so benannte Teilproblematik an.
        Möglicherweise wäre das, wenn es sich bewahrheitet, in der Lage die derzeitigen Vorgänge in der Wirtschaft, den Unterschied zwischen gefühlter und berechneter Inflation besser zu beschreiben. Es lassen sich jedenfalls einige überzeugende logische Schlussfolgerungen ziehen.

        Und mal wieder die Erkenntnis für mich, die ich schon lange praktiziere: kaufe keine Produkte von Großkonzernen. Wenn ein großer fällt ist wieder Platz für viele kleine (regionale).

      • Andres Müller - 18. März 2013

        ein Ausgezeichneter Zwischenruf Herr Eichner. Ich befürchte gegenüber dieser dualen Segmentierung in Warenkörbe mit Deflation und solchen mit Inflation (wie etwa Aktien) ist kein Kraut einer Notenbank gewachsen. Wo soll da der Hebel angesetzt werden?

        Da benötigt es eine geänderte Politik, eine welche berücksichtigt dass nicht mehr genügend Arbeitsplätze für Alle vorhanden sind und eine Politik die aufhört die Volkswirtschaften mit unsinnigem Wettbewerb gegeneinander aufzuhetzen – u.a. mit dem Argument die Chinesen gelte es auszustechen.

        In Wirklichkeit klemmt man damit die Chinesen von der Fähigkeit ab ihre Exportwirtschaft in Binnenmarkt-Expansion zu transformieren. Die Chinesen wären jetzt nur allzu froh für Hinweise aus dem Westen das dieser nicht mehr gedenkt weiteren Sozialabbau zu betreiben. Dadurch könnte China die Löhne weiter anheben und vielleicht dann auch westliche Produkte importieren.

      • Georg Trappe - 19. März 2013

        Eine deflationaere Entwicklung trifft immer zunaechst die Schwachen. Norberts Kommentar verdeutlicht das sehr nachvollziehbar. Dieses erst langsame und sich dann beschleunigende Absterben von unten her, gibt tatsaechlich den oberen Etagen zunaechst zusaetzlichen Auftrieb und verleitet so zu der Annahme, dass die ergriffenen (Spar-)Massnahmen richtig und im Sinne einer “Rettung” sind. Insbesondere dann, wenn man in den oberen Etagen ansaessig ist.
        Das ist aber das tueckische um nicht zu sagen teuflische an jedem Konstrukt dieser Art. Denn es fuehrt zur Verwirrung und Fehlentscheidungen mit Folgen, die nicht mehr zu korrigieren sind., wenn der Kippunkt dann ueberschritten ist.

        Ein eklatantes Beispiel aus dem Bereich der Technik ist der Reaktorunfall in Tschernobyl. Verkuerzt und vereinfacht: Die Ingenieure im Kontrollraum wollten den Reaktor kontrolliert runter fahren. Dazu haben sie die Steuerstaebe, die die Kettenreaktion bremsen, zunaechst richtigerweise langsam eingefahren. Konstruktionbedingt, reagierte der Reaktor aber zunaechst mit einer Erhoehung der abgegebenen Energie, was in diesem Fall dazu fuehrte, dass die Ingenieure, die schon am Rande der Panik waren, endgueltig vollkommen verunsichert wurden, und nun die Steuerstaebe wieder langsam raus zogen, was zur endgueltigen Ueberhitzung fuehrte, in deren Folge die Steuerstaebe verklemmten und unbedienbar wurden. Den Rest kennt jeder.

        Eine Wirtschaftspolitik in entwickelten Volkswirtschaften, die ausschliesslich die Groessten foerdert und die Kleinen und Mittleren sich selbst ueberlaesst, spitzt die Probleme, die aus der zunehmenden Erstarrung entstehen nur weiter zu. Auch dann, wenn das BIP und BIP pro Kopf zunaechst weiter steigen. Mode, Median und Mean der Verteilungen von Firmengroessen, Gewinnen, Vermoegen und Einkommen driften aber immer weiter auseinander. Und obwohl das im allgemeinen volkswirtschaftlichen Verstaendnis wohl Mikrogroessen sind, hat das massive Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Das BIP stagniert zunaechst, um dann unaufhaltsam zu kippen, weil der eigentliche Motor des Ganzen zerstoert wurde.

        Wer glaubt, die Grossen seien der Motor einer funktionierenden Wirtschaft irrt sich und zwar ganz gewaltig. Der Motor sind kreative, innovative Kleine und Mittlere die im Wettbewerb zueinander stehen und den Fortschritt generieren. Die Grossen schalten das alles durch Marktmacht zunehmend und systematisch aus und schrecken dabei auch nicht davor zurueck sich die Politik zu kaufen und so in ihren Dienst zu stellen, was sehr schoen im Verhalten von Grossbanken in den letzten Jahren zu beobachten ist.

        Ein Politik, die das mit sich machen laesst oder gar aktiv anstrebt, hat sich vom Projekt Moderne endgueltig verabschiedet und betreibt offen Restauration. Restauration eines Feudalismus, der auf “gottgebener Allmacht” wirtschaftlicher Giganten beruht.

  • Traumschau - 18. März 2013

    @Jl
    Hallo,
    ich weiß … “Die Hoffnung stirbt zuletzt”. Ich meine, dass doch eigentlich unseren Politikern der Angst-Schweiß in Strömen aus der Halskrause schießen müsste. Aber, wenn ich diesen doch recht gut gelaunten Schäuble zu dieser Thematik höre, dann habe ich eigentlich keine Zweifel mehr:
    Alles das ist genau so gewollt. Alles läuft nach Plan! Ich kenne die Anwort, ja! Aber fassen kann ich das nicht … unglaublich!

  • Martin - 18. März 2013

    er (Schäuble) hat es also tatsächlich ausgesprochen: damit man den Großanlegern und dicken Investoren nicht zu sehr auf die Füße tritt hat man sie eben nicht so hart rangenommen und das restliche Geld von den Kleinanlegern und Hausfrauen-Sparern eingetrieben. sehr Christilch Demokratische Union…. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/schaeuble-schulz-zypern100.html

    • Traumschau - 18. März 2013

      Hallo,
      ich habe gehört, dass Schäuble einen höheren Abschlag über die 100.000 Euro wollte – 40%.
      Ich dachte immer, wer bezahlt bestimmt die Musik? Auch der IWF war wohl für die stärkere Belastung der höheren Vermögen und der Einhaltung des Sicherungsfonds bis 100.000 Euro.
      Jetzt erkläre mir mal bitte jemand, warum sich Deutschland gegen die Südstaaten bezüglich eines absurden Austeritätskurses durchsetzen kann, aber gegenüber Zypern in dieser Frage nicht? Häh? Wem? Soll ich das glauben oder kommt morgen der Osterhase und erklärt mir alles noch mal ganz genau? Was habe ich verpasst?

  • klaus - 18. März 2013

    Der Abschlag für die unter 100.000 Euro hat sich wohl eher auf 3,5 Prozent reduziert.

    http://www.zerohedge.com/news/2013-03-17/europe-scrambling-last-minute-revision-cyprus-deposit-confiscation-plan

    Dafür werden dann die Konten über 100.000 etwas mehr zur Kasse gebeten.

    Grüße klaus

    • Traumschau - 18. März 2013

      Hallo Klaus,
      ja wenn das so ist, dann will ich auch nichts gesagt bzw. geschrieben haben … 🙂
      Nur, wenn dann spekulative 13% gefordert werden, bleiben immer noch 87%, für die die Völker Europas die Hand ins Feuer legen – müssen! Tja, ich dachte immer das läuft so:
      Einlagensicherung bis 100.000 Euro und alles darüber hinaus ist “futschicato”. Denkste, Gängster!
      Ich stelle nur so langsam fest, dass ich aufhöre, mich über irgendwas zu wundern …
      LG Traumschau

      • Lothar - 19. März 2013

        Naja die 87% sind nur bis zum naechsten Abschlag gesichert.

    • Frankenfurter - 18. März 2013

      @klaus
      wer zerohedge liest, weiß vielleicht auch, womit die Miesen bei den zypriotischen Banken eingefahren wurden. Haben selbst viel in griechische Staatsanleihen investiert, hört man. Aber eine Bankbilanz ist natürlich allerhöchstes zypriotisches Staatsgeheimnis. Wie kann es anders sein, oder? .

  • die Simpsons - 18. März 2013

    Der IWF-Bericht bringt es “verständlich” auf den Punkt: Steuerzahler sollen für die Rettung europäischer Pleitebanken aufkommen.
    Um welche Summen handelt es sich hierbei? 5, 10, 15, 20 Billionen Euro?
    Der letzte Absatz im Artikel von Propagandafront sollte man sich gut merken:
    “Das geflügelte Wort, die Rettungen seien „alternativlos“, würde ins System einzementiert. Die Demokratie, die bei den Rettungen immer mit Füßen getreten wird, würde im Grunde abgeschafft, wenn es darum geht, das Geld der Bürger an die Bankinvestoren weiterzureichen. Und das ist schließlich das ultimative Ziel der Bankenbranche.”

    http://www.propagandafront.de/1162000/iwf-bericht-steuerzahler-sollen-fur-die-rettung-europaischer-pleitebanken-aufkommen.html

  • Torben - 18. März 2013

    Sie haben recht behalten:

    „Der Euro eine beispiellose Serie von Vertragsbrüchen, Lügen und Betrug“

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/02/01/21664/

  • erklärbär - 18. März 2013

    So schlimm kann es aber nicht sein. Auf unseren Dorfbanken ist auch alles in bester Ordnung. Die Börsen stecken es anscheinden ebenfalls sehr gut weg. Oder sind das die berühmten “Stützungskäufe” ala PPT? 😉

    Den Nachdenkseiten ist das keine Erwähnung wert. Ich befürchte, das verläuft genauso im Sand, wie alle anderen Sauereien der letzten Wochen (Lebensmittelskandale, Lebendtiere in Nahrungsbeutel als Schlüsselanhänger…).

    • Querschuss - 18. März 2013

      Hallo Erklärbär,
      das Zypern ganz ausgeblendet wird, selbst bei den Hinweisen des Tages ist erstaunlich, aber ein Target2 Problem sieht man bei den Nachdenkseiten ja auch nicht, dies obwohl man gleichzeitig über hohe Bundesbankrückstellungen berichtet und eine deshalb mager ausgefallene Gewinnausschüttung der BUBA an den Staat, …insofern konsistent, oder 🙂

      • erklärbär - 18. März 2013

        Obwohl dieser Jens Berger von den NDS aber zu wissen scheint, wovon er redet(schreibt).

        Ich darf ihn hier mal zitieren:

        “Die Bundesbank ist keine große Sparkasse und ist nicht verpflichtet, Abschreibungen in ihrer Bilanz auszugleichen. Mehr noch, die weit verbreitete Vorstellung, nach der die Bundesrepublik mit Steuergeldern für etwaige Verluste der Bundesbank haften müsste, ist ebenfalls falsch. Die gesetzlichen Bestimmungen dazu sind eindeutig und auch in der Vergangenheit kam es noch nie vor, dass Verluste der Bundesbank durch Steuergelder ausgeglichen wurden, obgleich die Bundesbank in den 1960er und 1970ern regelmäßig Verluste melden musste. Selbst wenn man das extrem unwahrscheinliche Szenario, dass den Sinn-Schneider-Thesen zugrunde liegt, einmal durchspielt, und daraus die gleichen falschen Schlüsse wie Sinn und Schneider zieht, kann man nicht zum Schluss kommen, dass der Steuerzahler auch nur für einen Cent aus den Target2-Salden haften müsste oder gar würde.”

        Zitat Ende.

        • Lottchen - 18. März 2013

          Entgangene Gewinne sind auch Verluste. Ökonomische Binsenweisheit. Man schiebt halt die Verluste als Verlustvortrag vor sich her. Wo wurde dieser Berger eigentlich ausgebildet? Ich frage mich das jedesmal, wenn ich den Unsinn lese, aber gefunden habe ich bei kursorischem Recherchieren nichts.

        • Querschuss - 18. März 2013

          Hallo Erklärbär,
          Allgemeinplätze, hat denn jemand ernsthaft behauptet das die Bundesbank eine Sparkasse wäre.

          “…in der Vergangenheit kam es noch nie vor, dass Verluste der Bundesbank durch Steuergelder ausgeglichen wurden…” Auch in der Vergangenheit wurden Verluste der BUBA mit weniger oder eben keinen Gewinnausschüttungen an den Staat kompensiert. Mehrere hundert Milliarden mussten noch nie abgeschrieben werden, insofern sind dies nur Bergers spekulative Vermutungen bzw theoretische Erörterung ohne zuverlässige Substanz beim Blick in die Zukunft. Zypern lässt erahnen was bei einem Zusammenbruch der Eurozone alles passieren kann, auch in Deutschland!

          • erklärbär - 18. März 2013

            Hallo Querschuss,

            danke für den Einwand. Aber ist es denn nicht wirklich so, das die Kapitalbilanz nicht gleich der Bilanz an Forderungen ist und somit höher gewichtet werden muss, als die Abschreibungen? Angenommen, die ganzen Forderungen aus dem Finanzsektor würden gekillt. Gäbe es dann beim Aldi keine Lebensmittel mehr? Würde eine hiesige Buchdruckerei die Maschinen abschalten, weil die “Bundesbank” Milliarden abschreiben muß? Dürfen alle Arbeitnehmer dann Zuhause bleiben, weil die Bundebank Verluste ohne Ende macht? Arbeiten wir für die Banken oder arbeiten die für uns? Irgendwie denke ich, wird das “Bankenproblem” nur so gehypt, weil die ganzen reichen Säcke ihre Pfründe schwinden sehen.

            Angenommen, der Euro kippt und Deutschland steht mit seinen aufgeblasenen Bilanzforderungen im Dunkeln. Wenn jeder wieder in seine Landeswährung zurückfallen würde, gäbe es doch viel mehr Möglichkeiten, als diese schwachmatische Eurorettung ohne sinnvolle Regularien. Die Knete ist doch ohnehin weg, weil die Austeritäspolitik die offenen Forderungen in Beton gießt.

            Aber ich bin kein Ökonom, ich kann das nicht an Zahlenwerken so schön festmachen, wie Du als Experte. 🙂

  • M. B. - 18. März 2013

    Russland (Gazprom) ist wohl hinter den Gasvorkommen von Zypern her:

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=279614

  • T.o.J. - 18. März 2013

    Meine Frage an alle ist : Warum wird in der Schweiz so etwas nicht gemacht…ist dort etwa kein Schwarzgeld gebunkert???

    Oder ist es so das der Herr Anastadiades die Order durch unser “Merkelchen” bekommen hat (warum war er sonst hier und warum raet ihm Putin die deutsche Fahne in Zypern zu hissen ) …irgend “jemanden” stoert es das dieses viele Geld in Zypern investiert wird!!!

    Ein Oekonom aus Zypern hat ausgerechnet das es (wenn ueberhaupt) nur ca. 2-3 mlrd Euro sind welche Zypern schuldet!!!

  • Rolmag - 18. März 2013

    “Das zyprische Modell zeigt was im Falle eines Auseinanderbrechens der Eurozone oder potentiellen Zahlungsausfällen wichtiger Schuldner wie z.B. Spanien auch dem deutschen Sparer droht.”

    Also ist das ein Grund, noch mehr und noch mehr Geld dort zu versenken?

    Mit welcher Begründung? Nach dem Motto wenns gut geht dann Party für alle und wenn nicht zahlen die tumben Deutschen?

    Das nimmt kein gutes Ende mehr. Alle verlassen sich auf deutsche Hilfe und hier wird die Mittelschicht verheizt, als wären es Sklaven, die man mal so eben neu einkaufen oder sonstwie “organisieren” kann…

    Am Ende sind alle Zonis im Eimer mit dem kleinen Unterschuied dass die (meisten der) tumben Deutschen nix von der Sause hatten aber die Zeche zahlen durften.

    Ich bedaure es aufrichtig, dass wir kein solches Idiotenvolk kennen.
    EU: “He, ich hab mich von der Gier gepackt total verzockt!”
    DDR 0815: “Kein Thema, wieviel brauchste? Unser Volk von Schafen sagt eh nix. Kannste lebendig ausnehmen, die glotzen allesamt nur wenig helle.”

    • Querschuss - 18. März 2013

      Hallo Rolmag,
      “Also ist das ein Grund, noch mehr und noch mehr Geld dort zu versenken?” …..Erstaunlich, was für Sätze man (du) fehlinterpretieren kann, obwohl dieser: Das zyprische Modell zeigt was im Falle eines Auseinanderbrechens der Eurozone oder potentiellen Zahlungsausfällen wichtiger Schuldner wie z.B. Spanien auch dem deutschen Sparer droht…..es nicht im entferntesten hergibt.

    • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 18. März 2013

      Deutsche Hilfe funktioniert nicht. Das Steueraufkommen ist ca. EUR 600 Mrd p.a. und die Schulden der Problemländer ca. 12.000 Mrd. Man kann also 20 Jahre lang die Steuersätze in DE verdoppeln um für den ClubMed Mist zu zahlen. –> 20 Jahre wäre DE ein Arbeitslager für den ClubMed

  • Fragezeichen - 18. März 2013

    Danke Steffen für Deine Arbeit!

    Angesichts der Nachrichten frage ich mich, ob am Karfreitag nur generelle Softwarearbeiten durchgeführt werden.

    “Keine bankübergreifenden Zahlungen am Karfreitag

    Am Karfreitag werden heuer erstmals europaweit keine Zahlungen zwischen Banken durchgeführt.

    Seit 2013 buchen alle österreichischen Banken über das europäische Zahlungsverkehrssystem TARGET (Trans-European Automated Real-time Gross-Settlement Express Transfer System). Der Karfreitag (heuer der 29.3.2013) ist in diesem System generell als Feiertag definiert. Daher werden Zahlungsaufträge zwischen den Banken an diesem Tag nicht valutiert, d.h. diese werden nicht zinswirksam am Konto verbucht.”

    • Querschuss - 18. März 2013

      Hallo Fragezeichen,
      dazu kann ich nichts sagen, weiß auch nicht worauf du hinaus möchtest?

    • micdinger - 18. März 2013

      Keine Panik, der 29.3 ist ein ganz normaler und schon lange terminierter Target2-Feiertag.

      http://www.vdb.de/target-arbeitstage.aspx

  • Fragezeichen - 18. März 2013

    Sorry, ich habe den Link vergessen:

    https://www.bawagpsk.com/BAWAG/PK/SK/TI/100500/zahlungsverkehr_am_karfreitag.html

    • Holly01 - 18. März 2013

      Ich möchte ja nicht quertreiben, aber bevor nun alle zu Opfern von Wohnungseinbrüchen werden, weil die ihr Geld nach hause geschleppt haben :
      Zypern ist in viellerlei Hinsicht wirklich speziell.
      Es gibt Vorkommen von Öl und Gas im östlichen Mittelmeer. Mit Zypern wird das vorletzte Land ausgeschaltet, welches diese Vorkommen ausbeuten kann.
      Übrig bleibt Israel (wobei die Türkei noch am Kämpfen ist). Der Rest ist wirtschaftlich komplett abgemeldet.
      Zypern war das “Einfalltor” der Russen in den Euroraum. Die Russen mögen weder die CoL noch FM. Das mit den 10% ist ein ganz klarer Schuss vor den Bug.
      Die Banken auf Zypern haben gegen Griechenland gewettet, aber im Auftrag. Die Abschreibungen sind offen, die Anleihen werden (zumindest verstehe ich die Beiträge zu diesem Thema so) zum Nennwert in den Büchern geführt und laufen weiter bis Fälligkeit.
      Die Eurogruppe hat eine politische Entscheidung getroffen.
      Die amerikanische Karte wird hier garnicht gespielt. Im Schatten dieses Spektakels stehen die USA nicht mehr am Rand des Abgrunds sondern sind ein paar Meter weiter.
      Man stabilisiert den Partner (wir können weder mit noch ohne die USA) und läutet eine weitere Runde im Währungskrieg ein.
      Die Flucht aus dem Euro ist ja auch eine Wirkung, die vorhersehbar ist.
      Man drückt den Aussenwert und treibt die Anleger vor allem in den Dollar und stabiliert dort das System.
      Ich würde nie behaupten ich glaube einem Berufspolitiker, aber im Ganzen scheint Zypern mir zunächst isoliert.

      • Michael - 18. März 2013

        @Holly01
        Der Unterschied zwischen einem Vorkommen und einer Lagerstätte besteht darin, dass Lagerstätten wirtschaftlich gewinnbar sind. Das trifft für Zyperns richtig beschriebenen Vorkommen erst mal nicht zu. Ebenso verhält es sich mit den meisten Nachweisen von Öl und Gas in Griechenland. Sie sind unbedeutend und aus tektonischer Sicht auf die Bildung von Lagerstätten dieser Art, wird sich daran nichts ändern können.

        EUROPA als Wirtschaftsmacht kann nur zusammen mit den Russen gelingen, denn die heutige Eurozone hat keine nennenswerte Rohstoffbasis.

        Die Banken auf Zypern haben nicht gegen Griechenland gespielt. Man muss bei einem CDS ja nicht warten, bis die Anleihe wertlos verfällt. Man kann den Gewinn auch vorher einstreichen und vergnügt seiner Wege gehen. Die Deutsche Bank gehörte seinerzeit zu den großen short Spielern gegen einige schwache Länder, incl. Italien, sonst hätte sie nicht netto short gegen diverse Länder ausgewiesen.

        Zypern wird bei dieser Art “Rettung” wegen der unabwendbaren Pleite seiner Banken nach diversen Bankruns aus der Eurozone austreten, sämtliche zypriotischen Wertpapiere werden auf das Neue Zypriotische Pfund umgeschrieben. Das wertet 50-60% ab und Zypern ist nicht isoliert, sondern ein herrliches Urlaubsland mit vielen armen, aber freundlichen Menschen. Auf Zypern kann man seine Geldbörse offen auf der Liege liegenlassen und wenn man vom Baden zurückkommt, ist sie noch da. Das ist der feine Unterschied zu anderen Südländern und in der Hinsicht ist es als Insel “isoliert”. Wir haben die Hetze der Medien, ihre offenen Lügen und Falschdarstellungen, gegen andere Völker langsam satt. Das heißt bei aller Liebe nicht, dass wir mit ihnen dieselbe Währung haben sollten.

        • Querschuss - 18. März 2013

          Hallo Michael,
          schöner Kommentar, bringt vieles auf den Punkt.
          Gruß Steffen

  • Andres Müller - 18. März 2013

    und noch etwas macht mich neben dieses Überschreiten der roten Linie zusätzlich wütend, erstens die gleichrangigen Anleihen wurden nicht beschnitten und zweitens will man den Bestohlenen als Ersatz Bankaktien zukommen lassen. Das ist der Gipfel der Frechheit, zumal Aktionäre nicht nur Rechte sondern auch Pflichten haben. Die Bananenrepublik ist nun endgültig eröffnet, da kann niemand mehr seines Einlagekonto sicher sein, auch nicht im Norden.

    Entgegen den Verlautbarungen aus Brüssel kann in Zukunft keine rechtliche Begründung mehr vertreten werden weitere bankrotte Bankerstaaten nicht auf gleiche Weise zu behandeln wie die Sparer in Zypern teil zu enteignen.

  • Lottchen - 18. März 2013

    Wow. Selbst Münchau sieht jetzt ein, dass es so nicht weitergeht.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/europaeische-wirtschaftspolitik-zypern-abgabe-ist-ein-gau-a-889538.html

  • klaus - 18. März 2013

    Fakt ist, wir retten ein Finanz – Transit – Land, durch das mal
    das Geld gelaufen ist.

    Bei Island hat es nicht geklappt.
    Bei Irland hat es geklappt. Bailout.
    Bei Griechenland hat es geklappt. Bailout.

    Und jetzt halt Zypern. Teil-Bailout.
    Je kleiner und manipulierbarer das Land, umso
    besser.
    Kaum Bruttosozialprodukt,usw. alles optimal.

    Ruckzuck haben die Banken ein neues Bailout – Land
    als Geisel.

    Mehr ist das nicht.

    Vielleicht sehe ich alles zu schwarz, aber mittlerweile
    hat man ja Vergleichsmöglichkeiten.

    Vielleicht sehr pessimistisch als Sichtweise,
    aber sie schützt vor Überraschungen.

    😉

    Gruß klaus

    P.S. Und mittlerweile hebt Moodys den Zeigefinger.

  • Frank - 18. März 2013

    auch im dt.Handelsblatt gibt es bereits sehr interessante Blog-Kommentare. Man muß wirklich Sorge haben, dass immer mehr Menschen das Banksystem verstehen, oder sollte man Glück sagen ?

    18.03.2013, 13:26 Uhr Registriertes Mitglied Marco99

    In unserem System des fractional reserve banking gibt es für jeden Bankkunden ca. 2%-3% Bargeld, das auszahlbar ist. Das gilt auch für Deutschland. Angenommen, ein deutscher Steuerzahler hat 10.000 EUR liquidierbar in M1-Form auf einem Girokonto (andere Anlageformen müsste er erst umwandeln oder verkaufen um sie in M1 umzuwandeln um sie abheben zu können), sähe er rechnerisch 200-300 EUR wieder.
    In der Realität würden die schnellsten 3% alles abheben können, der Rest stünde vor Geldautomaten mit der Beschriftung “außer Betrieb” und geschlossenen Schaltern. 97%-98% (!!) aller Bankkunden gingen leider leer aus, da es sich beim Rest um Zahlungsversprechen(!!) handelt (auf Fiatgeld, Zentralbankgeld) (strenggenommen sind diese Zahlungsversprechen kein Geld); es ist “Geld”, das nie existiert hat, außer in Form von elektromagnetischen Zuständen auf irgendwelchen Festplatten.
    Fast niemand ist sich dessen bewusst. M3 durch die Nullzinspolitik der Zentralbanken wächst inzwischen exponentiell und verdoppelt sich in immer kürzeren Abständen – der Abstand zur auszahlbaren Geldmenge wächst ebenso exponentiell.
    Dieses Karussell dreht sich bereits in einer apokalyptischen Geschwindigkeit und wird jeden Tag schneller und kann nur durch immer noch höhere Fiatgeldmengen am “Leben” erhalten werden. Durch die Buchgeldmengenexplosion explodiert gleichzeitig die Labilität des System – kommt es auch nur zu einer winzigen VERTRAUENSKRISE, in der 2%-3% der Menschen “sehen wollen”, steht der Planet vor einer finanznuklearen Implosion, die alles in der bisherigen Geschichte in den Schatten stellen wird. In Zeiten von Twitter und Facebook kann diese Dynamik keine Zentralbank und keine Regierung mehr durch Versprechnungen oder Buchhaltungstricks einfangen. Uns trennt das Jetzt und Hier von der Zündung der F-Bombe nur die Erosion eines winzigen Quäntchen Vertrauens. Es kann überall beginnen. Auch in Zypern… auch morgen…

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gesetzliche-regeln-wie-berlin-die-banken-schliessen-koennte/v_detail_tab_comments/7944528.html

    • micdinger - 18. März 2013

      Keine Bange, M1 kann in unbegrenzter (nominaler) Menge von der Bundesbank als Bargeld bereitgestellt werden. Eventuell kommt es zu kurzfristigen Lieferverzögerungen, weil die Druckerpressen nicht nachkommen. Für den Staat ist es dann nur schwieriger die Abgaben vom Bargeld einzuziehen als vom Buchgeld.

      • Andres Müller - 18. März 2013

        Sie haben etwas übersehen, dieses Geld das jetzt als Einlage bei Banken verbucht ist kann zwar gedruckt werden, aber die Bank (in deren Besitz das ist) kann es nicht in vollem Umfang bei der Notenbank nahbestellen um es auszuliefern – weil die Bank vorher Zahlungsunfähig würde. Ich schätze bei 10% ist Schluss.

        • Andres Müller - 18. März 2013

          um noch nachzudoppeln, falls ein Bankenrun auf alle Banken stattfinden würde, dann würde die Auszahlungsfähigkeit jeder einzelnen Bank infolge der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen den Instituten tatsächlich auf etwa 3% abfallen. Die Einlagen ergeben zusammen 3% Bargeld, nicht weil die Notenbank dies nicht drucken könnte, sondern weil die Banken bei der Umwandlung der Einlagen in Bargeld vorher Zahlungsunfähig würden. Übrigens könnte man in einem solchen landesweiten Bankenrun auch die Einlagesicherung rauchen, der run würde in einem völligen Chaos enden und der Staat müsste irgendwo den reset -Knopf betätigen. Worin der besteht kann man nur spekulieren.

          • micdinger - 18. März 2013

            Ist ja alles richtig. Wenn der Bankrun erst mal einsetzt, dann wird es bestimmt Mittel und Wege geben die Banken zu rekapitalisieren. Sollte das notwendig werden gelten die bisherigen Gesetze sowieso nicht mehr. Bei Bedarf tun sie das ja schon jetzt nicht mehr.

      • Skandinavienfan - 19. März 2013

        “Keine Bange, M1 kann in unbegrenzter (nominaler) Menge von der Bundesbank als Bargeld bereitgestellt werden. Eventuell kommt es zu kurzfristigen Lieferverzögerungen, weil die Druckerpressen nicht nachkommen.”

        Hihi, ich lach mich scheckig und darf sogleich einen Querschuss-post von nebenan zitieren…

        Zypern: zum Aderlass mit dem Sparer

        In der EU-Zone gibt es nur ca. 3.000,- EUR an tatsächlichem Bargeldumlauf für jeden Bürger.

        http://direktzu.at/oenb/messages/fragen-zum-geldvolumen-25982?filter=only_answered&order=date&sorting=desc

        http://www.oenb.at/de/rund_ums_geld/bargeldstatistik/euro_umlaufzahlen/euro-umlauf.jsp#tcm:14-159211

        Per 31. Jänner 2013 waren 14,8 Milliarden Banknoten mit einem Gegenwert von 882,54 Mrd EUR und 101,9 Milliarden Münzen mit einem Gegenwert von 23,5 Mrd EUR in Umlauf. Insgesamt beläuft sich der Euro-Bargeldumlauf somit auf 906,1 Mrd EUR.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Eurozone

        Eurozone 330.831.219 Einwohner

  • Andres Müller - 18. März 2013

    Ich stelle leider immer wieder fest dass die Menschen keine Ahnung haben in wessen Besitz diese Einlagen sind -sie gehören der Bank- und Sie als Kunde haben NUR einen Vertrag mit der Bank, dass diese bitte schön das Buchgeld so schnell als möglich auszuzahlen oder zu überweisen habe. Weil bei einer Banken-Insolvenz die Bank gar nichts von diesem Buchgeld mehr besitzt, kann sie auch nix mehr ausbezahlen. Sonst würde es keine Einlagesicherung brauchen, wenn das in Ihrem Besitz wäre oder als “Sondervermögen” deklariert (wie zum Beispiel physische Gold/Silber/Platin-ETF).

    Das ist so weil die Bank dieses Geld benötigt um es als Hebel für ihre Geschäfte einzusetzen. Die Banken dürfen für jeden einbezahlten Euro zum Beispiel (je nach Land) für 100 Euro Aktien kaufen, oder auch Anderes. Die Banken haben das Recht dieses Geld als ihren Besitz auszuweisen, folglich können sie auch nur solche Einlagen wieder in Bargeld umwandeln was in ihrer Fähigkeit liegt. Jede Abbuchung von den Einlagen senkt diese Hebel, und wenn ein bestimmtes Mass überschritten ist wird die Bank unfähig bei der Notenbank für das auszuzahlende Bargeld zu bürgen, weil sie es anderweitig als Sicherheit eingetragen hat.

    Infolge der Hebelgesetze mit welcher unsere Wirtschaft inzwischen arbeitet, benötigt es tatsächlich nur einen Bankenrun im Ausmass von 10% der Bürger, dass gar nichts mehr verfügbar ist -Schachmatt-.

    Diese Sondervermögen oder Aktien sind weitaus sicherer als Einlagen.

    • Traumschau - 18. März 2013

      Das habe ich aber etwas anders verstanden:
      Die Einlagen der Bürger sind ein Kredit an die jeweilige Bank! Geht die Bank pleite, kann dieser Kredit nicht mehr zurück gezahlt werden. Insofern – aber nur in dieser Betrachtungsweise – ist eine Beteiligung ALLER Gläubiger gerechtfetigt. Allerdings ist der Einlagensicherungsfonds ausgehebelt worden. Man hat wieder einen Rechtsbruch begangen. Das ging nur dadurch, dass diese Enteignung als Steuer verkauft wurde und nicht als das was es tatsächlich ist. Tja, ein Schurkenstück jagt das nächste … Jetzt bin ich auf die Reaktion der Menschen in Spanien, Portugal, etc. gespannt – und ob unsere Mainstreammedien überhaupt darüber berichten!!
      Oder habe ich das alles (wieder) falsch verstanden?
      LG Traumschau

      • JL - 18. März 2013

        Hallo Traumschau,

        Bankeinlagen sind rechtlich gesehen Krediteinlagen. Geht eine Bank pleite werden zuerst vorrangige und dann nachfolgende (nachrangige) Forderungen bedient (sofern noch was da ist). Zu beachten sind auch Guthaben- gleich welcher Art- in Bankschließfächern! Diese fließen in die Konkursmasse einer Pleitebank ausnahmslos mit ein!

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

        • Holly01 - 19. März 2013

          Kann man da eine Rechtsgrundlage zu den Schliessfächern verlinken ?

          • JL - 19. März 2013

            Hallo Holly01,
            hier nachfolgend mal die Schließfachordnung der KBC Bank AG mit Sitz in Brüssel. Dazu ein Auszug über Zwangsöffnungen bei Schließfächern. Da gibt es einen ganz cleveren Trick dazu.

            „Artikel 14 – Zwangsöffnung des Schließfaches
            14.1 Unbeschadet der im Gesetz vom 24. Juli 2008 über verschiedene Bestimmungen enthaltenen gesetzlichen Regelung bei toten Schließfächern kann die Bank das Schließfach ohne Vorankündigung öffnen lassen
            – wenn es wird festgestellt, dass aus dem Schließfach Gerüche, Dämpfe oder andere verdächtige Substanzen dringen. Die Bank ist berechtigt, alle angemessenen Maßnahmen zu treffen im Zusammenhang mit den im Schließfach aufbewahrten gefährlichen, schädlichen oder verderblichen Stoffen, die sich durch die Art der Stoffe bzw. Gegenstände oder durch die Umstände rechtfertigen lassen.
            – Im Falle einer Erbschaft, für die sich innerhalb von sechs Monaten nach dem Todeszeitpunkt noch keine Erben gemeldet haben.

            – Wenn die Bank von den zuständigen Behörden damit beauftragt wird. Schliessfachordnung KBC Bank CW2456D V05-2011 -/- Registriert in Leuven Amt 2, am 19. April 2011 P. 8/12 🙁

            14.2 Mit Ausnahme bei den im vorigen Absatz beschriebenen Vorfällen kann die Bank das Schließfach frühestens vierzehn Tage nach Versand eines gewöhnlichen Briefes an den Mieter öffnen lassen:
            – bei Vorliegen der unter 12.1 beschriebenen Situation;
            – wenn der Mieter sein Schließfach trotz der Kündigung des Vertrags nicht zur Verfügung stellt und daher die Verwendung des Schließfaches nicht mehr gestattet ist.
            Die Bank richtet dieses Schreiben an die ihr zuletzt bekannte Adresse des Mieters.
            14.3 Die Zwangsöffnung erfolgt durch eine von der Bank gewählte Spezialfirma. Ein Gerichtsvollzieher, ein Notar oder wenn es sich um einen Nachlass wie in Artikel 14.1, zweiten Gedankenstrich, handelt ein Beamter des Registrierungsamtes wird dabei zugegen sein, um eine Inventar des Schließfachinhalts vorzunehmen. Der Vertrag wird dann ohne weitere Inverzugsetzung, Begründung oder Einschaltung von Gerichten als aufgelöst betrachtet. Der Mieter trägt alle Kosten der Öffnung, Inventur, Reparatur und des Ersatzes.
            14.4 Der inventarisierte Inhalt wird von der Bank im Namen und für Rechnung des Mieters wie folgt bearbeitet und aufbewahrt Außer den angemessenen Maßnahmen, die die Bank im Zusammenhang mit den im Schließfach aufbewahrten gefährlichen, schädlichen oder verderblichen Stoffen zu treffen berechtigt ist, wird der inventarisierte Inhalt von der Bank wie folgt bearbeitet:

            – Wertpapiere, Bargeld und alle Valoren, die dies zulassen, werden in einem bestehenden oder zu eröffnenden Konto auf den Namen des Schließfachmieters hinterlegt; 🙁

            – alle sonstigen Gegenstände und Valoren werden in getrenntem und geschlossenem Paket in ein zentrales Schließfach der Bank gestellt und aufbewahrt im Namen und für Rechnung des Mieters.
            14.5 Der im vorigen Absatz angegebene Schließfachinhalt gilt für die Bank als Sicherheit für alle Beträge, die der Mieter ihr kraft des Schließfachmietvertrages oder infolge jeder anderen vertraglichen Verpflichtung oder aus irgendwelcher Ursache schuldet.“

            Der Trick ist also, wenn der Staat die Zwangsöffnung- warum auch immer- verfügt, wird ein geldwertes Konto bei dieser Bank eingerichtet, natürlich auf Ihren Namen. Geht die Bank anschließend Pleite ist Ihr Konto eines von vielen- außer, Sie können Nachweisen woher diese Schließfachinhalte stammen. Gelingt dies nicht haben Sie ein Problem.

            Das Funktioniert sogar ohne Bankpleiten, Siehe:
            Wohin mit dem Gold: Schließfächer – knapp und nicht risikolos …

            Mit freundlichen Grüßen

            JL
            PS.: Jetzt werde ich sicher von SLE ausgeschimpft

  • M.U. - 18. März 2013

    Jungs legt euch wieder hin! An der Rolle Rückwärts wird doch schon gearbeitet.

    • Lothar - 19. März 2013

      Jetzt wird erstmal weiter in die Nebelwand reingerollt. Aber fest stehet unter 100,000 wird nichts angetastet mal sehen was die Regelung fuer ueber 100,000 wird.

  • klaus - 19. März 2013

    Trotz Warnung des Zyprischen Präsidenten.

    M E R K E L wollte an die Spareinlagen der ARMEN.

    http://www.zerohedge.com/news/2013-03-18/cyprus-president-rehn-i-told-you-tax-wouldnt-pass-regards-mrs-merkel

    Na, alle Achtung.

    Und die sollten wir wählen.

    *kopfschüttel*

    • SLE - 19. März 2013

      Es kann nicht schaden, sich einmal anzuschauen und unzuhören, was die Bundeskanzlerin selbst unmittelbar nach der Vereinbarung zur Zypern-Hilfe sagte. Deswegen hier der Link zum Video mit Angela Merkels Statement zur Zwangsabgabe von Samstag, den 16.03.13 – also bevor die sich anbahnende Eskalation zu erkennen war -, vor CDU-Mitgliedern im Rahmen ihrer Aufstellung als Spitzenkandidatin der CDU-Landesliste in Mecklenburg-Vorpommern für die Bundestagswahl, im Wahlkampfmodus also:

      http://www.tagesschau.de/wirtschaft/zypern-hilfspaket102.html

      Viele Grüße
      SLE

      • Daniel2012 - 19. März 2013

        ist mir gestern auch glatt aufgefallen, das sie diesmal innerhalb weniger stunden eine kehrtwende vollziehen muss. sie ist halt nur darin geuebt nichts konkretes zu sagen.

  • klaus - 19. März 2013

    Danke SLE.

    Tja, unsere geschönte Fassung gibt wirklich keinen
    Aufschluß, was da kommt.
    Offensichtlich sind die gesamten Vorbehalte nicht zugänglich.
    Nur die Wagenknecht hatte wohl ehrlich das Motto
    begriffen und gesagt.

    Damit dürfte die ZH-Fassung wohl stimmen.

    Klasse, wie Brüderle sich aus dem Staub rausmacht und
    durch sein Nichtgesagtes noch Druck aufbaut.

    Das sind die Leute, die Prof. Lucke als Rattenfänger sehen.

    Tja, an denen und Ihren leeren Kassen ( ein Resultat ihrer
    Politik und Fehleinschätzung von Bürgern) werden wir
    noch lange Freude haben. Vermögensumverteilung durch HIV
    ist einfach, doch den gestürzten Mittelstand zur Mitarbeit für
    den Übernehmenden zu begeistern, ist was anderes.

    Denn oftmals ist der Nutzniesser ausbildungstechnisch und finanziell
    nicht in der Lage den umverteilten Reichtum zu nutzen.
    Da muß die Politik schon etwas mehr Baugeld von Steuerzahler
    an die Hand nehmen. Lücken die man übersehen hat.
    Nach dem Motto, Übernahme geklappt nach Versteigerung,
    Objekt wertlos. 😉

    Danach kommen dann solche Ideen.
    Plötzlich muß der kleine Mann ja Angst haben, einen Kredit eingeräumt zu
    bekommen, natürlich einen, dessen Geld er nie sehen wird.
    Das wird wohl im Gesundheitswesen,… jetzt öfter kommen.
    Daher läuft ja auch die Krankenkasse über.

    Gruß klaus

1 Trackback