G8-Treffen in Camp David: Der Gipfel der Geschmacklosigkeit

von am 20. Mai 2012 in Allgemein

Wie heißt es immer: In schweren Zeiten schauen die Menschen auf diejenigen, die sie an der Spitze stehend führen.

Und schwer sind die Zeiten in jedem Fall.

Das gilt ganz besonders für die Schuldenstaaten, die immer tiefer in der Krise, wirtschaftlicher Not und teils chaotischen Verhältnissen versinken. Das gilt nicht nur für Griechenland sowie in zunehmendem Maße auch für Portugal, Spanien und Italien. Es gilt auch für Großbritannien und insbesondere für die USA – auch wenn das gegenwärtig nicht im Fokus der Berichterstattung steht.

Gerade darum sollte es beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der weltweit führenden acht Industrienationen und Vertreter der Europäischen Kommission und des Europäischen Rates in Camp David in den USA gehen. Die Zwischenbilanz der Krisenbekämpfung ist alles andere als ermutigend: Alles, was in Europa bisher gegen die Schulden- und Wachstumskrise unternommen wurde und das war nicht wenig, vor allem war es auch sehr teuer, hat die Lage für und vor allen Dingen der Menschen in den Krisenstaaten nicht verbessert. Die Lage hat sich im Gegenteil immer weiter verschlechtert. In den USA sieht es keineswegs rosiger aus, auch wenn Präsident Barack Obama dies die Weltöffentlichkeit gerne glauben machen möchte. Dort herrscht indes eine politische Paralyse, die nicht nur dem laufenden Präsidentschaftswahlkampf geschuldet ist, sondern ebenso der exorbitanten und weiter ansteigenden Verschuldung sowie, was den Krisenkurs anbelangt, derselben Orientierungslosigkeit, die sich zuletzt auch in Europa breitgemacht hat.

Das Resultat der nun schon seit 2008 andauernden Krisenpolitik ist, man kann es nicht beschönigen, erschütternd. Und erschütternd ist auch, was der G8-Gipfel in Camp David in Anbetracht des Ernstes der Lage und vor allem der Dringlichkeit der Beantwortung der Frage, wie man denn nun endlich effektiv die Schulden- und Wachstumskrise in den Griff bekommen kann, an konkreten Ergebnissen gebracht hat: Nichts. (1) Die Chefs der führenden acht Industrienationen haben keine ermutigenden Neuigkeiten für all jene Menschen und Staaten, die immer stärker unter den Folgen der ungebremsten Vertiefung der Krise zu leiden haben. Auf mehr als wolkige Allgemeinplätze konnten sie sich nicht verständigen. Nicht einmal ansatzweise ist so etwas wie eine gemeinsame Linie zu erkennen gewesen.

Stattdessen bekommt die Welt Bilder von kindlich vergnügten Staats- und Regierungschefs zu sehen (2), die in Camp David das Finale der Champions League zwischen Bayern München und Chelsea am Fernsehen verfolgen.

Gewiss, auch Staats- und Regierungschefs sind Menschen und mithin Fußballfans. Vielleicht wurden uns diese Bilder von ihnen präsentiert, weil sich Wahlstrategen oder wer auch immer dachte, es sei eine gute Sache, einmal die menschliche Seite derjenigen zu präsentieren, die bestimmen, wie und wo es global vorangeht. Wie dies wirken würde, wenn mit Blick auf Lage in den Krisenstaaten die brennenden Fragen weiter unbeantwortet bleiben und damit die Betroffenen mit ihren Problemen alleine gelassen werden, darüber hat offensichtlich niemand nachgedacht. Ansonsten wäre er schnell zu dem Schluss gelangt, dass solche Aufnahmen aus dem G8-Gipfel einen Gipfel der Geschmacklosigkeit machen würde.

Das G8-Treffen ist für den Rest der Welt eine herbe Enttäuschung. Die Bilder von den weltweit mächtigsten Staatslenkern, die weltvergessen, entspannt und vergnügt das Endspiel der Champions League anschauen, unterstreichen die unterirdischen Resultate des Treffens und führen aller Welt auch bildlich glasklar vor Augen, was sie von den Menschen an der Spitze, die sie durch die Krise führen sollen, in der Not wirklich erwarten kann: Nichts.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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23 KommentareKommentieren

  • bauagent - 20. Mai 2012

    “Vielleicht wurden uns diese Bilder von ihnen präsentiert, weil sich Wahlstrategen oder wer auch immer dachte, es sei eine gute Sache, einmal die menschliche Seite derjenigen zu präsentieren, die bestimmen, wie und wo es global vorangeht”

    Das diese Menschen eben nicht bestimmen, wo die Welt in Jahren steht, haben bereits die anderen G8 Treffen bewiesen.

    So lange keine Situation herbeigeführt wird, der unser Geldsystem in den Grundfesten in Frage stellt, so lange wird es auch keine Lösung mehr geben können. In dieser Phase ist einfach alles derart überdehnt, dass nur noch eine Umverteilung von oben nach unten helfen könnte das Sterben zu verlangsamen. Hierzu müssten aber diejenigen, die 60 Jahre an der Umverteilung von unten nach oben partizipiert haben, bereit sein.

    Wie wir sehen sind sie dies aber nicht nur nicht, sondern sie geben ihren Zöglingen in der Politik nur kleinste Spielräume, um die Massen ruhig zu halten.

    Obama will im November wiedergewählt werden und braucht die Wahlkampfstütze der Hochfinanz. Hollande will seine Eurobonds durchsetzen und holt sich Monti in´s Boot, der seinerseits in Italien gescheitert ist. Der Rest schaut amüsiert zu.

    In einer Zeit, wo nur noch das auf den Prüfstand stellen des aktuellen Geldsystems helfen könnte, verstecken sich alle Verantwortlichen hinter ihren individuellen Problemen und lassen Zahlen schönen, nutzen ihre Medien zum Vertrösten und hoffen, dass andere die Situation irgendwie bereinigen.

    Auch hier wird es Gewinner und Verlierer geben. Der überragende Teil der Bevölkerungen wird einiges durchmachen müssen, damit die Globalisierung der Hochfinanz und Oligarchie weiter gehen kann.

    • bruno - 22. Mai 2012

      Vom Geldsystem spricht ja – meiner Wahrnehmung nach – in der öffentlichen Diskussion kaum jemand.
      Freue mich darüber, in Ihrem Beitrag davon zu hören.

      Die Soziologen versagen hier auf ganzer Linie. In der Mitte der Gesellschaft steht das Geld. Und die Soziologen überlassen das Feld einer Glaubensgemeinschaft, den Ökonomen und Wiwis und Volkwirtschaftlern.

      Kaum jemand weiß, wie Geld in den Wirtschaftskreislauf kommt und wie Geld gemacht wird und unter welchen Bedingungen. Geld ist ein Konstrukt. Wir konstruieren es nach Regeln.
      Geld ist kein Ding an sich. Die Regeln dienen dem menschlichen Zusammenleben nicht und es gibt verheerende Auswirkungen auf die Umwelt.
      Geld hat einen Konstruktionsfehler, der unser gesamtes Miteinander in Frage stellt und immer wieder zerstört. Unser Geld dient uns nicht, weil es falsch konstruiert ist. Geld kommt immer als Schuld in Umlauf. Immer muss es zurückgezahlt werden. Dabei entstehen immer mehr Werte und immer weniger Menschen wären notwendig uns mit dem zu versorgen was wir wirklich wirklich brauchen. Gesunde Nahrung (bio für alle kein Problem), unbelastete Kleidung, Wohnung baubiologisch, echte Bildung usw. usw. Aber mit diesem Schuldgeldsystem geht das nicht. Bildung verursacht keine Kosten (nur in einem falschen System ist das so). Ein Gesundheitssystem verursacht keine Kosten, es stellt im Gegenteil einen Wert dar. Wir können es haben, wenn nicht alle auf dem Feld arbeiten müssen. Die Frage ist doch nur, ob wir genügend Menschen haben, die diese Werte schaffen können und wollen. Und die haben wir.
      Die brauchen dann nur noch das Geld/Papier mit dem sie ihre Ausgaben tätigen können. Kostet fast nix in der Herstellung. Und da muss die Art der Verteilung natürlich auch geregelt werden. Aber diese Regeln könnten uns dienen, statt uns zu versklaven.

  • Erich - 20. Mai 2012

    Bislang wurde ja auch mit allen Mitteln versucht, nur die Gläubiger zu retten, indem die Steuerzahler die Kredite einfach nur übernahmen. Dabei gehört ein teilweiser Zahlungsausfall seit jeher mit zum Kreditgeschäft. Vernünftiger wäre es gewesen, ähnlich wie bei der Commerzbank die Aktionäre der Gläubiger durch Verlust ihres Eigenkapitals am Zahlungsausfall zu beteiligen, und die Banken/Versicherungen anschliessend mit Staatsmitteln zu rekapitalisieren.
    Dann hätten die Gläubiger wenigstens einen Teil der Verantwortung für das Desaster tragen müssen, und es wäre auch einiges von dem überschüssigen Geld verschwunden.

    Bin mal gespannt, ob Hollande die Eurobonds auch ohne deutsche Beteiligung befürworten will. Dann zahlt nämlich nur Frankreich höhere Zinsen. Hier wird einfach mit allen Mitteln danach gesucht, uns deutsche Steuerzahler an deren regulären Haushalten zu beteiligen. Nur weil diese Staaten ihre Reichen nicht ordentlich besteuern wollen, sollen wir dafür einspringen. Sicher ist unser Steuersystem effizienter, aber wenn man sich den Anteil der Bevölkerung mit eigenem Immobilienbesitz ansieht, dann stehen wir eher schlechter da.

    Und darauf zu vertrauen, dass man mit Eurobonds gleichzeitig Bedingungen für vernünftiges Wirtschaften verbinden könnte, ist wohl ziemlich weltfremd. Bei der ersten Gelegenheit würden diese sofort wieder über Bord geworfen werden.

  • ergo sum - 20. Mai 2012

    Ein Bild ist tausend Worte wert. Hollande wich nie von Obama’s Seite, während Merkel sich wie immer an die Russen klammerte, in diesem Fall Medwedjew, da Putin absagte.

  • Bernd Rickert - 20. Mai 2012

    Privatleben und Arbeit gehören getrennt.
    Fiel das Fernsehübertragung in die Arbeitszeit?
    Wenn ja ist mindestens eine Abmahnung fällig.

    Außerdem ist es nicht Aufgabe der Regierungschefs sich selbst zu präsentieren. Vielmehr wurden sie gewählt um ihren Souverän zu repräsentieren. Der Souverän ist das Volk. Hier besteht offensichtlich ein Missverständnis im Arbeitsvertrag.

  • Bördy - 20. Mai 2012

    Die Bonds werden kommen. Dann gute Nacht Deutschland. Rette sich kann, nur WIE?

    • Bernd Rickert - 20. Mai 2012

      Gravierende Reformen wie Eurobonds oder den Fiskalpakt führt man in stabilen, guten Verhältnissen ein. Das habe ich schon vor 18 Monaten geschrieben.

      Der Fiskalpakt ist zum Glück eine Totgeburt. Die davon ausgehenden Turbulenzen hätte die EU in ihrem Ist-Zustand wohl kaum überlebt. Eurobonds, die aus der Not geboren sind, reißen das Ruder nicht rum. Jeder deutsche Steuerzahler trägt das Gros der Risiken aus Eurobonds genauso wie target2, EZB-Interventionen oder sogenannten Rettungspaketen, von denen allesamt nicht ihr Ziel erreicht haben. Liquidität kommt nicht dort an, wo sie nützlich ist. Statt dessen werden billige Placebos verabreicht.
      Die Behandlung von oben, Vakuum in Bankbilanzen zu füllen, ist wegen der angeschlossenen Geldwäschepumpen eine hoffnungslose Luftnummer ohne Fundament.

      Währenddessen genießen die oben erwähnten Führer die Schwerelosigkeit im freien Fall.

    • MCD - 21. Mai 2012

      Diese vorberetenden Massnahmen sollten bereits abgeschlossen sein!

  • Das Häschen - 20. Mai 2012

    Sag es mit Musik!

    Mit Fahnen, Pauken und Granaten
    Für die Monarchen,
    Orientexpress-Konstantinopel-Wien
    Gebt dem Lande todschickeste
    Salon-Party-Plonarchen
    Lasst die Andersdenker
    Nur gen Amerika ziehn.
    Kaiser, Fürsten, Könige-
    All beliebte Monarchen

    Erfreut erneut, wohin heut’
    Der Zug der Zeit sie fährt

    Gebt dem Lande tollkühnste
    Parade – Patriarchen
    Gebt dem Volk die Heiligen,
    die es so begehrt.
    (Falco – Monarchy Now)

    Es ist traurig, aber es ist so. Der Reiz des (Schönbrunner) Flieder ist unwiderstehlich.
    Flieder = Bargeld

  • Klaus Gettkant - 20. Mai 2012

    Die “Märkte” werden sich über diesen “Nonevent” freuen. Man kann wieder in die eine oder andere richtung spekulieren. Und falls man wieder daneben gelegen hat, dann zahlt es halt der Steuerzahler.
    Das nächste Rettungsprogramm wird dann wieder alternativlos sein. 🙂

  • Ausser Rand und Band - 20. Mai 2012

    Souverän ?? Wer ??

  • klaus - 20. Mai 2012

    Der G8 – Gipfel war nix.

    Leere Versprechungen auf Papier
    und Bilder schießen.
    http://www.zerohedge.com/news/g-8-caption-contest

    Hinter den Kulissen jedoch, –

    Osborne verlangt von Schäuble mehr Geld
    http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/9277732/Wealthy-eurozone-countries-must-back-weak-nations-George-Osborne-warns.html

    Hollande will 57 Mrd per Finanz-Transaktionssteuer ( Tobin-TAX ) reinholen,
    was Cameron ablehnt.
    http://www.guardian.co.uk/world/2012/may/18/g8-summit-financial-tax
    also versucht Hollande Kosten einzusparen und versucht
    einen früheren Afgahnistan-Abzug als 2014. Merkel meckert.
    http://www.n24.de/news/newsitem_7939494.html

    Und Griechenland rausschmeißen?
    Tja, das ist alles wieder sehr schwierig.
    Geldmäßig will keiner mehr was wissen. Dann gibt es
    kein IWF-Geld ( 230Mrd U$)
    http://www.telegraph.co.uk/finance/comment/rogerbootle/9277943/The-most-pro-European-thing-to-do-now-is-reject-the-euro.html

    Die Unternehmen bereiten sich indes auf ein
    Auseinanderbrechen der Eurozone vor.
    http://www.telegraph.co.uk/finance/comment/9278128/Multinationals-sweep-euros-from-accounts-on-daily-basis.html

    Und Europas Banken warten auf Rettung,
    die evtl. nicht mehr kommt.
    http://www.guardian.co.uk/business/2012/may/20/europe-waits-greece-choose-flame-fear-spreads
    Die englischen Banken sind fertig für den Euro-Exit
    http://www.guardian.co.uk/business/2012/may/20/banks-ready-for-greece-eurozone-exit

    Und Roubini sieht die letzten Züge
    http://www.guardian.co.uk/business/economics-blog/2012/may/18/greek-euro-tragedy-nears-final-act

    Und ein Kern-Europa mit ähnlicher Tradition
    ist im Kreativ-Bereich gesucht.
    http://www.guardian.co.uk/business/2012/may/20/euro-ripe-creative-destruction

    Was soll man sagen?
    Merkel und Cameron haben die Position stur gehalten
    und jetzt macht jeder sein Ding.
    Oder es ist zu erwarten.

    Bis zur Präsidentschaftswahl macht man auf Einigkeit,
    damit Obama bleiben kann und 230 Mrd U$ vom IWF freigibt.

    Und sonst nix Neues.
    Ausser das die kranken Länder in EuroZone und
    dritter Welt unter der Sturheit leiden.
    Hollande ist wohl erstmal vor dem Gas geben
    eingeparkt.

    🙁

  • Goldman - 20. Mai 2012

    Jauch einschalten 😉

    • Querschuss - 20. Mai 2012

      Hallo Goldman,
      Sarrazin wird wohl wieder Millionen mit seinem Buch verdienen, der Medienhype trägt dazu bei, in der Sache selbst ist er bei Jauch rhetorisch und vor allem argumentativ äußerst schwach.

      Eine Weile her, aber in Bezug auf Sarrazin immer noch richtig, gerät leider nur in Vergessenheit: https://www.querschuesse.de/divide-et-impera/

      Gruß Steffen

      • lottchen - 21. Mai 2012

        Könnte grad echt explodieren. Ich habe vor fast 20 Jahren bei Frau Ohr Examen gemacht. Seit 20 Jahren redet sich die Frau den Mund fusselig über die Probleme der Eurozone. Jetzt kommt dieser Maulheld, springt mit irgendwelchem Holocaust-Gequake auf den fahrenden Zug auf, und macht den großen Reibach damit. Das ist umso ärgerlicher, als er 1997 noch über die Verheißungen des Euro tönte und gar meinte, man dürfte den SWP nicht so eng auslegen. Nichtsdestoweniger werden seine Jünger jetzt wieder jubilieren, dass nun “endlich mal einer die Wahrheit sagt”, und ihn als den großen Helden feiern. Von den Leuten, die seit 20 Jahren auf die Probleme hinweisen, haben diese Jünger natürlich in ihrem Leben noch nichts gehört. Das einzige, was dieser Trittbrettfahrer mit seinem rechtspopulistischen Gewäsch erreicht ist, dass eine sachliche Diskussion über die Probleme der Währungszone noch schwieriger wird.

    • redlope - 21. Mai 2012

      Sarrazin ist der Kläffer der Eliten. Er hat den Boden bereitet für die “Sündebock”-Diskussion, die nun durch das plötzliche Auftreten (verfassungsschützerisch unterstützter?) Salafisten an Schrillheit gewinnt – und nun wird der in die Manege geschickt, um das Euro-Knall-Thema auch beim letzten verpennten Bildleser vorzubereiten.
      Sarrazin schreibt nicht versteckt bei Kopp u.ä, sondern bekommt fette Features beim Mainstream, i.e. Stern und Jauch.
      Insofern vermute ich, dass die “Eliten” das Volk nun auf den Crash vorzubreiten gedenken.

  • Goldman - 20. Mai 2012

    Hi Steffen,

    ja, den Eintrag von damals kenne ich. Äußerst gut von dir. Es war aber wieder schön zusehen, wie sich die “Elite” ins Zeug schmeißt, wenn es gegen “ihren” Euro geht. Natürlich hat Sarrazin nicht bei allen Punkten recht und er geht die Dinge auch falsch an, aber eine gewisse Wahrheit steckt schon drin.

    • Querschuss - 20. Mai 2012

      Hallo Goldman,
      ja sicher ist der Euro ein Problem, vor allem für die wirtschaftlich schwächeren Länder, allerdings gäbe es wesentlich prägnantere Argumentationsketten als die gesehenen von Sarrazin.

      Gruß Steffen

  • Boris - 20. Mai 2012

    Hier in der Schweiz war in einer Zeitung vor allem Facebook ein Thema. Also mindestens zwei Artikel pro Tag widmete man ihnen. Die Geschäftsidee ist sicher gut und ich gönne dem Mann seine Milliarden. Allerdings vermisste ich einen Artikel, der hinterfragt, weshalb so viele “Firmen” die eigentlich nichts produzieren so viel Wert haben sollten? Dies kam mir beim Lesen des obigen Artikel wieder in den Sinn – weil es vielleicht so typisch für unsere heutige Zeit ist?
    Bei den G-8 Gipfeln wird gerne vergessen, dass die Regierungschefs (vielleicht von Russland abgesehen) gar nicht so viel verändern können. Das Parlament oder die Regierungskoalition muss meistens noch zustimmen – falls es wirklich mal was neues zu berichten gäbe.
    Persönlich habe ich leider das schlechte Gefühl, dass es in den nächsten Jahren für eine Mehrheit langsam (für ein paar auch schnell) aber ständig bergab gehen wird.

    • Lothar - 21. Mai 2012

      “Bei den G-8 Gipfeln wird gerne vergessen, dass die Regierungschefs gar nicht so viel verändern können.”

      Ja das haben uns neoliberalen auch gut ins Ohr gesetzt, TINA wird schon seit 15 Jahren betrieben und langsam wirkt die Neurolinguale Programmierung. Natuerlich koennen Regierungschefs viel aendern, wenn sie es denn wollen. Wir sind nicht hilflos, all unsere Probleme sind rein menschengemacht, es sind keine Naturgesetze.

      Wenn man natuerlich weiterin SPDCDUFDPGRUEN waehlt dann nicht. Diese Mehrheitspartei mit Einheitsprogramm wird nichts aendern.

      • SLE - 21. Mai 2012

        Das ist ja das Komfortable für Politiker: Die klassische und neoklassische Theorie und somit auch der Neoliberalismus basieren auf der Annahme, dass Märkte prinzipiell selbstregulierend und selbstheilend sind. Darauf ziehen sie sich, die Hände hilflos in die Luft werfend, gerne immer wieder zurück: Wir sind unschuldig! Die Märkte …, Sie verstehen ….

        Das ist mithin auch der Grund, warum sich diese liberale ökonomische Lehre so hartnäckig hält. Würde sie allein schon aufgrund falscher Grundannhamen als Orientierungshilfe für die reale Politik als ungeeignet abgelehnt, müsste man ja zugeben, dass Märkte weder selbstregulierend noch selbstheilend sind. Das würde jedoch heißen, dass es zumindest in nicht unerheblichem Maße an den Politikern selbst und an der Qualität ihrer Entscheidungen liegt, ob die Wirtschaft rund läuft und floriert und sich dies auch für die Gesellschaft auszahlt.

        Grüße
        SLE

    • SLE - 21. Mai 2012

      Ich hab was dazu geschrieben – wenn auch eher im Zusammenhang mit JP Morgan und den Gründen für die SEC-Ermittlungen (http://stefanleichnersblog.blogspot.de/2012/05/keine-guten-neuigkeiten-fur-jp-morgan.html ).

      Mit Deinem Gefühl könntest Du richtig liegen.

      Grüße
      SLE

  • Georg Trappe: - 21. Mai 2012

    Diesen Figuren und ihren Staeben / Ministerien quillt die Unfaehigkeit nicht nur aus den Ohren. Sie bekommen keine saubere Ursachenanalyse hin. In Bezug auf die laufende Krise seit fuenf! Jahren. Wenn man die Asienkrise 1997 als Startpunkt fuer die Moeglichkeit einer Ursachenanalyse waehlt seit 15 Jahren.
    Dabei traegt jeder Hanswurst heute ein Mehrfaches an Rechenleistung in seinem Labtop spazieren, als die NASA zur Zeit der Mondfluege weltweit installiert hatte. Alle 5 bis 12 Jahre verdoppelt sich angeblich das Wissen der Menschheit. Nur die sog. Wissenschaft, die sich die Existenzgrundlage der Menschen, das System Wirtschaft, zum Objekt ihrer Bemuehungen gewaehlt hat stagniert nicht nur, sondern verrennt sich sich in einen Irrsinn, der die Menschheit an den Abgrund gefuehrt hat. Und die ganze Wirtschafts- und Politikelite weiss nichts besseres zu tun, als diesen Schwachsinn zum Dogma zu erheben.
    Dabei ist es wirklich nicht so schwer zu verstehen, dass die Wirtschaft in ihrer aktuellen Konstellation durch Konzentrationsprozesse gepraegt ist, die zwangslaeufig zu destruktiven Instabilitaeten fuehren muessen.
    Bei einem Geldsystem, was die Geldmenge nach oben begrenzt, z.B. durch einen Goldstandard entstehen dadurch Probleme, wie sie in den spaeten 20ern des vergangenen Jahrhunderts zu beobachten waren. Den Massen wurde durch diesen Konzentrationsprozess die Moeglichkeit zur auskoemmlichen Teilnahme am System Wirtschaft zunehmend entzogen. Die Folge eine deflationaere Abwaertsspirale und eine tiefe Depression. Zur Ueberwindung wurden Wege gesucht und beschritten, die Geldmenge soweit wachsen zu lassen, das diese Erstickung nicht statt findet. leider wurde die Ursache damit nicht wirklich behoben. Denn 70 Jahre spaeter stellt sich heraus das die Konzentrationsprozesse immer noch wirksam sind, welch ein Wunder, und auch eine Wirtschaft mit der Moeglichkeit zur unendlichen Geldschoepfung ruinieren und in eine tiefe Krise stuerzen koennen.
    Das scheint aber den Koepfen, die seit dreissig Jahren mit neoliberalem Beton ausgegossen werden, nicht zugaenglich zu sein. Ich frage mich wofuer das G bei den G8 steht? Mein starker Verdacht GEISTESKRANK.
    Viele Gruesse
    Georg Trappe