Griechenland: PPI mit -6,7% im Juli 2015

von am 29. August 2015 in Allgemein

Wie das griechische Statistikamt ELSTAT am Freitag mitteilte, sanken im Juli 2015 die Erzeuger/Produzentenpreise um -6,7% zum Vorjahresmonat, nach -5,7% im Juni. Seit nun dreizehn Monaten in Folge sinken die Produzentenpreise (PPI) im Vergleich zum Vorjahresmonat.


Die Entwicklung der Produzentenpreise der Industrie (all industries) in Prozent zum Vorjahresmonat, von Januar 1996 bis Juli 2015 im Chart. Im Juli 2015 sank der PPI um -6,7% zum Vorjahresmonat.

Die Entwicklung der Produzentenpreise, als Index 2010=100, von Januar 1995 bis Juli 2015 im Chart. Im Juli 2015 sank der PPI um -6,7% zum Vorjahresmonat, auf 104,3 Indexpunkte.

Noch bis August 2012 (114,7 Indexpunkte), also bereits mitten in der Krise stiegen die Preise auf ein Allzeithoch, nun dokumentiert sich ein Rückgang der Produzentenpreise von -9,0% zum Hoch und dies bei einem nominalen BIP-Einbruch von -27,0% zum Hoch und einem Einbruch der Summe aller nominalen Arbeitnehmerentgelte von -30,2%. Daran gemessen dokumentiert sich ein noch moderater Preisrückgang bei den Herstellerpreisen, der nicht ausreicht um preisliche Wettbewerbsfähigkeit herzustellen, sondern nur Folge der anhaltenden Depression ist. Zwar weist das griechische Statistikkamt für Q2 2015 einen saisonbereinigten nominalen BIP-Anstieg von +0,1% zum Vorquartal aus und real von +0,9%, nur diese Daten sind wenig stichhaltig und gehen nicht konform mit einer Menge von Detaildaten, welche hier bei Querschuesse regelmässig veröffentlicht werden. Aber auch die offiziellen BIP-Daten zeigen eines, Wettbewerbsfähigkeit kann nicht erreicht werden, denn die Investitionen sterben aus:

Die Entwicklung der saisonbereinigten nominalen Bruttoanlageinvestitionen von Q1 1995 bis Q2 2015 im Chart. In Q2 2015 sanken die nominalen Bruttoanlageinvestitionen um -19,5% zum Vorquartal, auf 4,545 Mrd. Euro. Mit nominalen Bruttoanlageinvestitionen wie Anfang 1995 wird man die unterentwickelte Volkswirtschaft auch weiterhin nicht voranbringen. 

Zum Hoch aus Q3 2007 brachen die nominalen Bruttoanlageinvestitionen um -73,0% ein. Ohne Investitionen in neue, bessere Produktionsanlagen, in höhere Produktivität, Infrastruktur usw. wird Griechenland nie seine wirtschaftlichen Probleme lösen, da helfen auch keine sinkenden Preise, die sind nur Ausdruck der miesen wirtschaftlichen Lage.

Quelle: Statistics.gr/PressReleases: PRODUCER PRICE INDEX IN INDUSTRY: July 2015

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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2 KommentareKommentieren

  • JL - 30. August 2015

    Den vorgegebenen neoliberalen Denkmustern folgend hat man auf diesen Verheißungen bauend zunächst Löhne und dann dieser Fata Morgana weiter folgend Produktionen und Investitionen gesenkt.

    Nur leider hatte sich nichts zum Besseren gewendet- na so was auch.

    Das nun die Daten noch steiler in den Keller gehen liegt sicher nur an „vorübergehend strukturell notwendigen Anpassungsprozessen“ wie die politische Elite aller Orten nun sicher vermuten werden. Und wenn das letzte griechische Filetstück verramscht wurde, ja dann aber geht’s bestimmt ungebremst aufwärts.

    Wer‘s glaubt…

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Hinterfrager - 31. August 2015

    Jubel, Trubel, Heiterkeit – Griechenland wächst !! Dass Meldungen wie diese eher Anlass zur Sorge geben sollten, interessiert den Mainstream auf und neben dem Parkett natürlich überhaupt nicht!

    http://de.reuters.com/article/topNews/idDEKCN0QX0Z020150828

    Ebensowenig übrigens, dass eine zuletzt gesehene Erhöhung des realen BIP womöglich ausschließlich mit einer knallharten Deflation zu tun haben könnte…