Griechenlands Börse reagiert auf die Wahl – der FTSE ATHEX Banks schmierte gestern ab

von am 8. Mai 2012 in Allgemein

Nach der Wahl in Griechenland ging es auch an der griechischen Börse abwärts. Auffällig ist insbesondere auch das Minus von 12,6 Prozent des griechischen Bankenidexes FTSE ATHEX Banks am gestrigen Handelstag. (1) Als Halter griechischer Staatsanleihen haben gerade die griechischen Banken unter dem griechischen Schuldenschnitt gelitten.

Jetzt ist die weitere Zukunft in Bezug auf die Schuldenfrage in Griechenland erneut ungewiss. Denn die beiden Regierungsparteien, Nea Dimokratia (ND) und PASOK, die mit der Troika (EZB, Europäische Kommission und Internationaler Währungsfonds) den Sanierungskurs ausgehandelt hatten, haben im Parlament keine Mehrheit mehr. Antonis Samaras, der Chef der ND, scheiterte bereits gestern mit seinem Versuch, eine Drei-Parteien-Koalition zu bilden. (2)

Weil jedoch außer ND und PASOK keine der fünf anderen Parteien, die es ins Parlament schafften, dem ausgehandelten Sanierungskurs zustimmt, ist nun die Frage, ob dies der nach griechischem Wahlrecht nun mit der Regierungsbildung beauftragten zweitstärksten Partei gelingt: Syriza, das Bündnis der radikalen Linken mit seinem Frontmann Alexis Tsipras.

Das unerwartet starke Abschneiden von Alexis Tsipras, dem Spitzenmann des Bündnisses der radikalen Linken, Syriza (16,78 Prozent) und die Position, die es in Bezug auf den künftigen Krisenkurs in Griechenland vertritt  sowie das ebenso unerwartet schlechte Abschneiden der Nea Dimokratia (ND) (mit nur noch 18,85 Prozent) steigert nun, nachdem der Auftrag zur Regierungsbildung auf Syriza übergegangen ist, offensichtlich die Unsicherheit an den Märkten.

Syriza hat vor allem deswegen so stark zugelegt, weil die Partei gegen den Troika-Kurs ist, aber für den Verbleib im Euro. (3) Vor allem aber will sie auch die griechischen Schulden nicht begleichen. (4) Es ist insofern nicht überraschend, dass die griechische Börse und insbesondere der Bankenindex auffällig negativ reagierte.

Gleichwohl erscheint es unwahrscheinlich, dass Syriza eine Regierungsbildung innerhalb der drei Tage, die ihr dafür gemäß des griechischen Wahlrechts zur Verfügung stehen, gelingt. Die inhaltlichen Positionen der Parteien, die es ins Parlament geschafft haben (insgesamt sieben), decken sich in wichtigen Punkten nicht. (5) (6) Insofern ist es auch wenig wahrscheinlich, dass die PASOK, auf die als drittstärkste Partei im Falle des Scheiterns von Syriza der Auftrag zur Regierungsbildung übergeht, eine Regierungsmehrheit organisieren kann.

Sehr wahrscheinlich wird es deswegen – wie vom Wahlrecht für diesen Fall vorgeschrieben – bereits im Juni Neuwahlen geben.

Allerdings dürfte auch dies an den Märkten eher mit Sorge zur Kenntnis genommen werden. Die große, Unsicherheit verursachende Frage ist nämlich, ob sich die Gewichte zwischen den Parteien dann nochmals verschieben werden und wenn ja, zu wessen Gunsten. Dabei wird die Unsicherheit, wenn man sich einmal genauer anschaut, wie die ins Parlament eingezogenen Parteien in wichtigen Wahlbezirken abgeschnitten haben (7), vielleicht gar nicht so sehr von den extremen Positionen der Parteien am äußersten rechten und linken Rand aus, also von der neo-faschistischen Chrysi Aygi (Goldene Morgenröte) (von 0,3 (2009) auf 6,97 %) und der Kommunisten (K.K.E.) (von 7,5 (2009) auf 8,48 %).

Bedenkt man vielmehr, wie stark nicht nur die PASOK (von 43,9 (2009) auf 13,18 %), sondern vor allem auch die konservative ND (von 33,5 (2009) auf 18,85 %) verloren und auf der anderen Seite Syriza (von 4,6 (2009) auf 16,78 %) gewonnen hat, dann könnte es durchaus möglich sein, dass Syriza bei einer Neuwahl im Juni erneut hinzugewinnt und vielleicht sogar stärkste Partei wird. Syriza ist der große Gewinner der Wahl. Die Positionen der Partei des Ingenieurs Alexis Tsipras stehen somit im Fokus und das verheißt für den ausgehandelten Schuldenkompromiss und Sanierungskurs nichts Gutes.

Viele werden sich vielleicht daran erinnern, wie die Unsicherheit an den Märkten anstieg, als vor einigen Monaten der damalige griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou (PASOK) überraschend ankündigte, er plane, das griechische Volk über die mit der Troika und den Euro-Partnern ausgehandelten Bedingungen für weitere Finanzhilfen und die Umschuldung abstimmen zu lassen. (8) Wenn Syriza in wahrscheinlich notwendig werdenden Neuwahlen im Juni stärkste Kraft werden sollte und den ihr dann nach griechischem Wahlrecht zustehenden Bonus von 50 Sitzen im Parlament erhält (den aktuell die ND bekam), wäre das im Resultat nichts anderes.

Es wäre für den damals eingeknickten und in der Folge zurückgetretenen Giorgos Papandreou eine nachträgliche Bestätigung für die Richtigkeit seiner damaligen Idee – jedenfalls aus Sicht der griechischen Bevölkerung. Damals war er nur ein “Rebell für einen Tag” und ist auf Druck der Euro-Retter vor den möglichen Konsequenzen zurückgeschreckt – was an den Börsen für eine deutliche Entspannung sorgte. (9) Ob die griechischen Wähler bei eventuellen Neuwahlen im Juni auch zurückschrecken werden, darauf würde ich keine Wette abschließen wollen.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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16 KommentareKommentieren

  • rainer fuchs - 8. Mai 2012

    Um den Untergang unserer heutigen Systeme zu verstehen, muss man wissen, dass die Wirtschaftswissenschaften nur eine Pseudowissenschaft ist. Um die aktuellen Entwicklungen zu erklären, braucht man die Systemik (musste ich gerade zum Wörterbuch von Word hinzufügen) als Wissenschaft für komplexe Systeme.
    Um Lösungen zu finden braucht man die Bionik (Lösungen aus Millionen von Jahren evolutionär gewachsenen und erfolgreichen komplexen Systemen, die auf Kreisläufen und Rückkopplungen beruhen) und die Kybernetik, um diese Lösungen auf die Mensch-basierten Systeme passgenau zu entwickeln und umzusetzen.
    Man bekam den Eindruck das marktwirtschaftliche Wirtschaftssystem sei ein Naturgesetz und Aussagen wie 2% Inflation ist „gesund“ und Deregulierung entfesselt „positive“ Kräfte, weil der Markt dies steuert. Dabei hätte man sich bei der Logik über die wirklichen Naturgesetze hinwegsetzen müssen. Denn unser Wirtschaftssystem basiert auf Wachstum ohne große Differenzierung, nämlich Schulden erzeugen Geld, nur durch mehr Schulden kann neues Geld von der EZB abgeholt werden. Es wurde sogar davon ausgegangen, dass das Wachstum stärker ist als der Zins, der zurückgezahlt werden muss. Da es aber unendliches Wachstum nur in kranken Systemen gibt und jedes gesunde Wachstum ohne neue Strategie an ihre Grenzen stößt aufgrund endlichen Futters (Ressourcen) war der Kollaps unumgänglich (quasi ein Naturgesetz).
    Der größte Fehler war es von den Notenbanken dem Alkoholiker nicht bei den ersten Anzeichen einer Krankheit den Alkohol zu entziehen und eine Therapie für den Aufbau eines verbesserten Lebenssystems zu beginnen, sondern immer mehr Alkohol nachzuschießen, um die Symptome zu verschleiern (Zittern, Volatilität), denn man wollte kurzfristig noch einiges rausholen als Arbeitgeber. Sinkende Zinsen bis zum Null-Zins waren die zwangsläufigen Symptome, da die „Realwirtschaft“ nicht mehr mit dem Schuldzins mithalten konnte (Gewinnspanne wird immer kleiner), bis die Privatbanken das billige Geld für negativen Zins bei den Notenbanken parkten.

    • Vogel - 9. Mai 2012

      Aller guten Dinge sind drei: Systemik, Bionik, Kybernetik. Schön intelligent umgesetzt – wer wollte das auch nicht intelligent umsetzen – unn schon iss alles paletti.

      Mir graust’s! 🙁

  • rainer fuchs - 8. Mai 2012

    Jetzt möchte ich von der bildlichen Interpretation, die die Wirkungsmechanismen aus einer weiteren Perspektive veranschaulicht, zu den Systemfragen kommen (Lösungsansätze).
    Die Marktwirtschaft als System hat natürlich schon funktioniert und hat viele Dinge und Zustände für die Menschen hervorgebracht, die Frage ist nur ob man ein System das 50, 100 oder 200 Jahre hält als erfolgreiches System bezeichnen kann, vor allem wenn die angestoßenen negativen Entwicklungen noch lange nach dem Ende des Systems weiterwirken und die Voraussetzungen für ein neues, besseres System erschweren. Denn die Marktwirtschaft hat weltweit auch einen beispiellosen Ressourcenverbrauch bewirkt für vermehrt fragwürdig nützliche Dinge für den Menschen. Geld wurde immer mehr zum Selbstzweck, was eigentlich nur dem Spiel vorbehalten war. Das heißt, Geld war nicht Mittel zum Zweck, sondern Superreiche, auch weniger Reiche haben sich an den Kontoauszügen ergötzt.
    Die soziale Marktwirtschaft hatte durch das soziale ein ausgleichendes Rückkopplungselement integriert, das durch die negative Kraft des neoliberales Gedankengutes, das durch Medien und Ausbildungsinhalte immer stärker in die Köpfe Einzug fand, ausgehebelt wurde. Es ist kein Zufall, dass Gier (Jürgen Klopp praktiziert dies in den Spielsystemen des Sports, indem er das Motivationspotential in die für ihn richtigen und erfolgreichen Verhaltensweisen kanalisiert), ein mächtiges Instrument in der Motivation menschlichen Handelns, in den Mittelpunkt von Entscheidungsprozessen rückte. Daraus entstanden natürlich soziale Ungleichgewichte. Deshalb wäre die soziale Marktwirtschaft eigentlich ein guter Ansatzpunkt für ein funktionierendes System (Rückkopplung) gewesen, und hätte um ein ausgleichendes Rückkopplungselement für die Umwelt und Nachhaltigkeit noch verbessert werden können, um auch in dieser Hinsicht gefährliche Extreme ausgleichen zu können (Versuche waren da, also wurde dies, wenn auch nicht bewusst schon erkannt). Allerdings geschah dies halbherzig und Erfolge waren meist nur durch Intransparenz gewährleistet. Das wird deutlich in dem Umstand, dass Deutschland hauptsächlich grüner wurde durch das Outsourcen der Schwerindustrie und des produzierenden Gewerbes.
    Der Schlüssel zu allem ist aber die Veränderung der menschlichen Lebenswelt. Durch die Globalisierung (Vernetzung, Internet) im Zuge der alles verändernden neuen komplexen Handlungsmöglichkeiten des Menschen (Informations-, Kommunikationstechnologie) sind die bestehenden Größen von Raum und Zeit fundamental verändert worden (Transformation).
    Leider sind die Anpassungsmechanismen der regulierenden Systeme (Gesellschaft -> Politik, Wissenschaft, etc.) durch ihre Strukturen, aber auch durch Interessen nicht mitgekommen und in ein uneinholbares Hintertreffen zu den einseitigen, und deshalb destruktiven Interessenssystemen gelangt. Mit dieser Sichtweise kann man leicht die Entwicklung logisch nachvollziehen der letzten 30 Jahre. Wie durch die anfängliche Struktur sich zum Beispiel die Interessenssysteme der Banken mit derartiger Lichtgeschwindigkeit im Vergleich zur Schallgeschwindigkeit der regulativen, ausgleichenden Systeme ausbreiten konnte.

    • Vogel - 9. Mai 2012

      Na geht doch. Ich werde zwar immer noch unruhig schlafen, aber Du scheinst Dich dem Kern der Sache – dem durchschnittlich einssiebzig hoch gestapelten Zellhaufen – zu nähren.

      Bin schon gespannt, wie Du den Faden weiterspinnst, ehrlich. 😐

  • Bernd Rickert - 8. Mai 2012

    Meines Wissens hat die Syriza auch als stärkste Fraktion keinen Anspruch auf den 50-Sitze Bonus, da sie ein Parteienbündnis bildet. Dieser Bonus wird meines Wissens nur Parteien gewährt und sollte in der Vergangenheit die absolute Mehrheit entweder für Pasok oder ND sichern.
    Dieser Bonus erschwert nun und wohl auch nach Neuwahlen die Regierungsbildung.

    Zur Wahl bleibt zu bemerken, dass sehr viele Abgeordnete, die vorher hoch gehandelt wurden, nicht wieder ins Parlament eingezogen sind. Eine derarte Abstrafung durch den Wähler wäre in Deutschland wegen der Listenplätze nicht möglich.

    • SLE - 8. Mai 2012

      Syriza wird in der Wahlstatistik des griechischen Innenministeriums als Partei geführt:

      http://ekloges.ypes.gr/v2012a/public/index.html?lang=en#{%22cls%22:%22level%22,%22params%22:{%22level%22:%22epik%22,%22id%22:1}}

      Und auch in anderen Berichten über Syriza und Alexis Tsipras wird das linksradikale Bündnis als Partei bezeichnet – nicht als Bündnis von Parteien

      http://greece.greekreporter.com/2012/05/07/alexis-tsipras-the-man-to-watch-on-the-greek-political-scene/

      Sie sagen “meines Wissens”. Haben Sie eine Quelle dafür?

      Viele Grüße
      SLE

      • Lothar - 8. Mai 2012

        Sprech mal mit Griechen, die werden dir alle bestaetigen das in den griechischen Medien es immer heisst das Syriza kein Recht hat auf die 50 Sitze.

      • Bernd Rickert - 8. Mai 2012

        Die Info hatte ich aus focus. Dort wird explizit drauf hingewiesen.

        “Selbst wenn Syriza mehr Stimmen als die Nea Dimokratia erreicht hätte, wäre der Bonus an die Konservativen gegangen, denn im Wahlgesetz wurde verankert, dass nur Parteien und keine Sammelbündnisse von diesem Recht profitieren können.”

        http://m.focus.de/politik/ausland/tid-25697/politisches-erdbeben-in-griechenland-athen-vor-der-totalblockade_aid_748447.html

        Allerdings führt Focus eine pro ND Berichterstattung.

        Grüße
        Bernd Rickert

        • SLE - 8. Mai 2012

          Danke Lothar & Bernd Rickert. Dann wäre das ja geklärt. Damit würde die Regierungsbildung also auch im Falle von Neuwahlen in jedem Fall schwierig.

          Viele Grüße
          SLE

  • Grummel - 8. Mai 2012

    Hallo Herr Fuchs,
    Mit dem Allermeisten von dem was Sie beschrieben haben stimme ich überein.
    Die systemischen Voraussetzungen die eine Selbstorganisation bedingen, bringen es manchmal leider mit sich, dass in einer “kinetischen” Betrachtung, Fehlleistungen vorprogrammiert sind, welche erst durch ein korrektives Feedback in eine Evolution überführt werden können.

    Wenn ich die grundlegenden funktionalen Voraussetzungen eines Systems betrachte, auf der Materiellen, der Konnektiven und der “entwickelnden” Ebene.. und diese auf den Mensch übertrage indem ich nach Luhmann die Generalisierten Symbolischen Kommunikationsmedien “Geld”, “Liebe” und “Wissen” zur Rate ziehe (die im wesentlichen das Maslov-dreieck kommunizieren/”selbstorganisieren”) …und welche “Parallel” verzahnt sind (auch in der Differenzierung des Gesellschaftsystems)

    Ergibt sich für mich eine Perspektive aus der Ihr Zitat:

    “Leider sind die Anpassungsmechanismen der regulierenden Systeme (Gesellschaft -> Politik, Wissenschaft, etc.) durch ihre Strukturen, aber auch durch Interessen nicht mitgekommen und in ein uneinholbares Hintertreffen zu den einseitigen, und deshalb destruktiven Interessenssystemen gelangt.”

    Die Sache nicht ganz trifft.
    Denn für mich sieht es so aus als ob, das Kommunikationsmedium “Geld” korrumpiert wurde, sich also nicht weiter sondern “falsch” entwickelt hat. Das heißt das es dem Zweck der Kommunikation entzogen wurde/wird und so das System als ganzes unter “Materialmangel” leidet.

    Es wird an den parallelen Subsystemen liegen ob diese durch ihre Wechselwirkung wieder eine Ausgewogenheit herstellen können, oder ob sich die Ungleichgewichte fortsetzen.

  • DukevanHudde - 8. Mai 2012

    Hmm es ist so gekommen wie ich es mir eigentlich gedacht hatte ,aber wie erwartet halt sehr knapp.

    Nur wie es zu einer Regirung kommen soll bleibt ziemlich unklar.

    Die Eurofaschisten haben nur 149 Sitze
    Die Syriza mit ihrer Euro Ja aber Trojka nein position liegt zwar in der Mitte nur wird sie sicher nich genug von den beiden anderne Lagern abziehen.Dazu glaube ich nicht das sie mit den ganz rechten zusammengehen würde.
    Tja und die Kommunisten mit Euro nein Trojka nein sind die dritte Richtung.

    Nur dank der 50 Sitze Regelung ist eine Regirung ohne die ND sehr schwer möglich hinzubekommen und das bei solch 3 uterhciedlichen Sichtweisen.

    Es wird wohl Neuwahlen geben und es danach könnte irgendwer umfallen.Sollte Syriza aber keine Anspruch auf die 50 Sitze haben dann wirds wohl selbst nach der Neuwahl keine Regirung geben können.Das müste man echt mal rausfinden.

    • Lothar - 8. Mai 2012

      Wenn die Syriza die staerkste wird (also noch 3% dazugewinnt was durchaus moeglich ist) sind die Verhaeltnisse klar. Dann bekommt naemlich auch die ND oder PASOK keine 50 Sitze und sind damit auf die ihnen zustehenden 35% reduziert.

      Wichtig ist das sich die 151 nicht ND und PASOK auf eine Koalition einigen und wenn sie auch nur eine einzige Sache beschliessen, naehmlich dieses Wahlfaelschungsgesetz zu annulieren. Danach koennen sie sich aufloesen und zweimal Neuwahlen machen (denn ein Wahlgesetz kann nur zur uebernaechsten Wahl geaendert werden – no so ein legaliserter Betrugsversuch der ND/PASOK).

  • SLGramann - 8. Mai 2012

    Die Position zum Euro von Syriza ist aus wahltaktischen Gründen verständlich. Sie ist aber inhaltlich ziemlich sinnfrei bzw. einfach verlogen. Das Motto dabei ist offensichtlich: “Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.” Meint hier: “Wir bleiben im Euro, folgen aber den Vorgaben der Herren des Euro aus Berlin und Brüssel nicht.”
    Das kann nicht funktionieren. Syriza wird – sollten sie nach wahrscheinlichen Neuwahlen die Geschicke des Landes bestimmen – den Austritt aus dem Euro doch organisieren müssen oder vor der Troika zu Kreuze kriechen müssen.
    Ein Austritt würde für die Griechen zunächst den totalen Absturz bedeuten, viel schlimmer, als heute schon. Aber nach 2 oder 3 Jahren könnte es dann wieder aufwärts gehen. Man hätte also – anders als heute – eine Perspektive für eine bessere Zukunft!

  • rainer fuchs - 8. Mai 2012

    danke für das feedback, werde ich drüber nachdenken und mein wissen mit ihrem versuchen zu synchronisieren. erst dann weiß ich, ob die (positive) Kritik sticht.

  • Duke van Hudde - 8. Mai 2012

    Für mich ist diese Position alles andere als Dumm.Was würde denn passieren wenn Griechenland ernst macht und nicth mehr zahlt.

    EZB ist sofort Pleite und braucht frisches Geld.
    Garantien werden fällig und es fliest damit für alle sichtbar echtes Geld
    riesiger Vertrauensverlust in den Südländer mit stark steigenden Zinsen

    Tja und somit hätte nicht nur Griechenland ein grosses Problem auch die anderen und die vielleicht ein grösseres Problem.

    das volk in Deutschland könnte vielleicht sagen wir sollten die Garantien nicht auszahlen aber dann bekommt die Merkel schnell einen Anruf ihrer “Freunde” für die sie so gerne Feiern ausrichtig.Teflonmerkel muss daher den Volk das ganze irgendwie verkaufne.Ich traue ihr das zu das ise das schafft aber sie kann auch dadran scheitern.

    Die anderne Südländer werden kaum noch Kredit bekommen da jeder angast hat das sie das gleiche machen.

    Am Ende haben die anderen grössere neue Probleme wie Griechenland eh schon.Griechenland hat kaum was zu verlieren dann der Trojka sowieso nicht.Die anderen haben aber sehr viel zu verlieren.

    Es kann sein das sich die MAcht zwischen Gläubiger und Shculdner umgedreht hat und dann wirds aber so richtig dunkel für das Merkel.

    Wenn man es den Griechen also abnimmt das sie so handeln könnte sich die Eurofasschisten gezwungen sehen Griechenland ein Angebot zu machen was sie nicht ablehnen können und das sieht dann aber mal so richtig anders aus wie das was ide Trojka so zur Zeit macht.

    Von daher sehe ich es als riskant aber as spielbare Variante an was Griehcneland dann macht.
    Das Merekl hat sich halt schon viel zu tief in den Pot(Schuldensumpf)reintreiben lassen das sie schlecht sagne kann jetzt ist Schluss.

    Nun aber wir wissen ja der Euro ist ein Friedensprojekt.

    Die Deutschegeldelite wollte halt an die Aufwertungsrendite der arbeiter ran bei Lohnzurückhaltung die es über Jahrzente gab.Diese hat sich dank des Euros unter dne Nagel gerissen aber das sowas nicht ewig gut gehen kann hätte man wissen können.

    Lohnsteigerungen von 40 % in Griechenland bei Reallohnverlusten in Deutshcland in der Eurozeit können nicht funktionieren.

    • SLGramann - 8. Mai 2012

      Duke, klar haben die Griechen als Schuldner ein “Erpressungspotential”. Auf der anderen Seite gehe ich davon aus, dass man in Berlin gar nicht so unfroh wäre, wenn man den Griechen den Hahn abdrehen könnte, weil sie den Befehlen der Troika nicht mehr nachkommen. Auch in Berlin hat man ja begriffen, dass die Eurozone ohne Griechenland etwas stabiler und beherrschbarer wäre.

      Gut, auf die EZB würden riesige Buchgeldverluste zukommen, wenn man den Griechen den Hahn abdreht und die dann die Pleite erklären müssen. Aber hey, das ist ja ne Staatsbank. Die kann man ohne weiteres wieder rekapitalisieren – das Geld zur Rekapitalisierung der EZB könnte man sich im Bedarfsfall sogar vorher bei der EZB selber leihen. Die haben schließlich die Druckerpresse 🙂

      Also, ich denke, wenn die Griechen nicht “spuren”, nimmt Berlin die Gelegenheit war und exekutiert hier ein Exempel, indem es die Griechen zum Austritt aus der Eurozone zwingt. Die entstehenden Verluste wird man als Preis wohl akzeptieren.

      Ich halte den Austritt Griechenlands aus dem Euro inzwischen deshalb für überwiegend wahrscheinlich und ich denke, das wird den Griechen auf lange Sicht gut tun.