In der Wachstumsfalle – Griechenland & Co. (Teil 3): Lösungsperspektiven jenseits der Wachstumslogik

von am 6. März 2012 in Allgemein

In der Wachstumsfalle

In Teil 1 und Teil 2 ging es um Wachstum versus wirtschaftliche Entwicklung. In Teil 2 wurde dazu zunächst das bisher maßgebliche Wachstumsmodell und darauf bezugnehmend auf der mikroökonomischen Ebene die Entwicklung des Innovationsverhaltens eines erfolgreichen, das heißt wachsenden Unternehmens betrachtet (Schaubild „The three stages …“ (1)). Im späten Stadium des Erfolges, der „Phase der Spezialisierung“ – das ist das Kennzeichnende –, ist es für den Erfolg von Unternehmen wie etwa Hewlett Packard, IBM, General Motors, Daimler, SAP usw. nicht mehr erforderlich, signifikante Innovationen bei Produkten und Prozessen zu tätigen. Denn bei den Produkten hat sich ein dominantes technisches Design herausgebildet, das von der Produkt- und von der Prozessseite her optimiert wird – insbesondere unter Kostengesichtspunkten. Das hohe Produktionsvolumen, der erreichte Grad der Produktivität und generell der Effizienz sowie die realisierten Skalenerträge sind in einem wettbewerblichen Umfeld, in dem Kosten und Preis entscheidend sind, ein dickes Sicherheitspolster für die erreichte Marktposition.

Das ist, wie gesagt, eine mikroökonomische Perspektive und insofern für gesamtwirtschaftliches Wachstum und wirtschaftliche Entwicklung zunächst nicht unmittelbar relevant. Das ändert sich jedoch, wenn viele, volkswirtschaftlich bedeutende Märkte von lediglich ein paar großen, erfolgreichen Unternehmen dieses Typs dominiert werden und hinzu kommt, dass es sich durchweg um Märkte handelt, die ihren Zenit, das heißt ihre Reifephase, überschritten haben. Auf solchen Märkten herrscht angesichts der Dominanz von wenigen Großunternehmen, des bereits ausgeschöpften Wachstumspotenzials, stagnierender Nachfrage und Überkapazitäten ein harter Preis-, Kosten- und mithin Verdrängungswettbewerb. Der enorme Kostendruck wirkt sich nicht nur auf die Löhne aus, sondern tendenziell auch negativ auf die Beschäftigung. Es kommt verstärkt zur Durchführung von Kostensenkungsprogrammen, aber auch zu – mit zu hebenden Synergien gerechtfertigten – Fusionen und Übernahmen.

Erinnern Sie sich noch an die ETH-Studie von Vitali, Glattfelder und Battiston (2) von September 2011? Sie hatten auf der Basis von Daten aus dem Jahr 2007 erstmals die Beteiligungsstrukturen und Verflechtungen der 43.060 multinationalen Konzerne analysiert und dabei nicht nur einen erheblichen Grad der Verflechtung festgestellt. Vielmehr ergab ihre Untersuchung auch Folgendes: (3)

  • Es existiert ein einzelnes, großes Netz, das 75 Prozent aller multinationalen Konzerne sowie 94,2 Prozent der gesamten operativen Erträge aller 43.060 Konzerne umfasst;
  • dieses Netz verfügt über einen Kern von 1.318 besonders einflussreichen Konzernen, der sich zu 75 Prozent selbst kontrolliert und der zu 75 Prozent aus Unternehmen aus der Finanzindustrie besteht;
  • 737 Konzerne dieses Kerns kontrollieren gemeinsam faktisch 80 Prozent dieses Netzes;
  • 147 Konzerne dieses Kerns kontrollieren gemeinsam faktisch 40 Prozent dieses Netzes;
  • 24 der 50 einflussreichsten Konzerne sind US-Firmen;
  • 49 der 50 einflussreichsten Konzerne stammen aus dem Finanzsektor, darunter u. a. JP Morgan Chase, Bank of America, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Deutsche Bank, UBS, Credit Suisse, Barclays und Axa, aber auch Bear Stearns, Lehman Brothers, Merrill Lynch und Citigroup, die zwischenzeitlich in der Finanzkrise untergegangenen, übernommen oder gerettet worden sind.

Das bedeutet stark vereinfacht ausgedrückt: Die globalen Märkte sind geprägt von Unternehmen in der „Phase der Spezialisierung“, die nicht nur deswegen und bedingt dadurch, dass sie auf ausgereiften Märkten operieren, den Fokus auf Preis- und Kostenwettbewerb legen. Vielmehr erhöht sich der Druck dazu infolge des Einflusses und des Renditestrebens der Finanzmärkte nochmals. Fusionen und Übernahmen, Kostensenkungsprogramme, Beschäftigungsabbau u.a. – das sind alles Maßnahmen, die von den Finanzmärkten gefordert und belohnt werden. Es sind Maßnahmen, an denen die Finanzmärkte direkt oder indirekt kräftig verdienen.

Hinzu kommt, wie in Teil 2 erläutert, dass Effizienzstreben, Kostenwettbewerbsfähigkeit und damit letztlich der Kostenwettbewerb selbst auch seitens der Politik gefördert und unterstützt wird, nämlich bedingt durch das herrschende gesamtwirtschaftliche Wachstumsmodell.

Das heißt, die Wirtschafts- und Industriepolitik fördert direkt oder indirekt Fusionen, Übernahmen, Kostensenkungsprogramme und Beschäftigungsabbau und insbesondere Unternehmen in der Phase der Spezialisierung (National Champions), weil dies der Logik der herrschenden Auffassung darüber, wie Wachstum und letztlich Beschäftigungsaufbau erreicht werden kann, entspricht (siehe zum herrschenden Wachstumsmodell das Schaubild „Erwarteter Nutzen von Innovation“ (4)).

Unter diesen Bedingungen auf den globalen Märkten schlägt das Verhalten auf der mikroökonomischen Ebene auf die Märkte und ebenso auch gesamtwirtschaftlich voll durch.

Die beschriebenen Bedingungen sind Realität und müssen als Ursachenkomplex für anhaltende Wachstums- und Beschäftigungsprobleme gesehen werden – auch wenn es die in Deutschland aktuell noch nicht in erkennbarer Weise gibt. Das wird geflissentlich ignoriert. Die im internationalen Wettbewerb stehenden Konzerne, die Finanzmärkte und die Politik agieren offensichtlich nach wie vor in einer Weise, die mit dem herrschenden Wachstumsmodell vollkommen kompatibel ist, obwohl dies zunehmend nicht mehr zu den unterstellten und gewünschten Resultaten führt – nicht auf volkswirtschaftlicher Ebene und zunehmend auch nicht auf der mikroökonomischen Ebene, das heißt bei erfolgreichen Unternehmen in der Phase der Spezialisierung. Das ist der Grund dafür, warum ich diese Aufsatzreihe mit dem Titel „In der Wachstumsfalle“ überschrieben habe.

Zurück zu dynamischer Entwicklung

Dass ein Ausweg aus dieser „Wachstumsfalle“ nicht gesehen wird, hängt damit zusammen, dass in der neoklassischen Wachstumslogik gedacht und auf welche Weise Wettbewerb auf Märkten erklärt und definiert wird, nämlich prinzipiell als reiner Preiswettbewerb, bei dem Effizienz und Kosten ausschlaggebend sind. Aber auch dieses spezifische Wettbewerbsverständnis ist ein neoklassisches, wie ich an anderer Stelle ausführlich erläutert habe (5).

Es weist folglich dieselben prinzipiellen Erklärungsschwächen wie die neoklassische Wachstumstheorie auf und bevorzugt oligopolistische, also von wenigen effizienten Großunternehmen dominierte Märkte. Es ist auch außerhalb der Wirtschaftswissenschaften, das heißt in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – ob nun bewusst oder unbewusst – zur herrschenden und mittlerweile, im Zuge von mehreren Dekaden der erfolgreichen Anwendung, unhinterfragten Vorstellung von der Funktionsweise von Wettbewerb und Märkten im Sinne von Wachstumsgenerierung geworden.

„Entwicklung“ – im Sinne der in Teil 1 vorgenommenen Unterscheidung von „Wachstum“ – lässt sich so nicht erklären. Warum das so ist, veranschaulicht das folgende Schaubild „Kennzeichen der Marktentwicklung und des Wettbewerbs“.

Was das Schaubild zeigt, ist der idealtypische, s-förmige Verlauf der Entwicklung eines Produktmarktes. Dabei steht die – anfangs blaue, dann rote – Kurve für die Entwicklung der Gesamtproduktionsmenge über den Marktlebenszyklus. Am Anfang, in der sogenannten Experimentierungsphase ist die Nachfrage nach einem neuen Produkt gering. Danach steigt sie stark (Expansionsphase) und später (Ausreifungsphase) nur noch langsam weiter an. In der letzten Phase stagniert der Markt oder er bildet sich zurück, das heißt er stirbt.

Letzteres geschieht in der Realität eher selten. Ein Beispiel für einen Markt, dessen Entwicklung in die Rückbildungsphase einmündete, ist der Uhrenmarkt (Ende der 1970er Jahre), der dann allerdings durch die Erfindung der Quarzuhren einen erneuten, starken Aufstieg erlebte. Damit wird zugleich ein entscheidender Punkt deutlich: Der tatsächliche Verlauf der Entwicklung von Märkten ist vom Innovationsgeschehen abhängig sowie vom Verhalten der Anbieter UND der Nachfrager

Im Schaubild wird das bildlich mit der „Wettbewerbswippe“ verdeutlicht. Der Angelpunkt der Wippe ist jener Punkt im typischen Verlauf der Marktentwicklung, an dem der Wettbewerb kippt. Das heißt, in den frühen Phasen (blaue Kurve) sind die Funktionalität sowie qualitative Merkmale der Produkte/Leistungen ausschlaggebend dafür, welcher Anbieter Nachfrage hinzugewinnen kann. Bedingt durch die Produktreifung, das Aufkommen eines dominanten technischen Designs auf dem Markt und die Verbesserung der Herstellungsprozesse kommt die Entwicklung des Marktes dann jedoch an einen Punkt, an dem Preis und damit die Kosten im Wettbewerb wichtiger werden als Funktionalität und Qualität. Das ist klassischerweise – das heißt bei normaler Entwicklung des Innovationsgeschehens – in der späten Expansionsphase der Fall. Erst von da an ist Wettbewerb im Wesentlichen „Preis- und Kostenwettbewerb“.

Insofern greift das neoklassisch geprägte Wettbewerbsverständnis zu kurz, denn es beschreibt lediglich den Wettbewerb in den späten Phasen der Marktentwicklung (roter Bereich) zutreffend. Die von Funktionalität und Qualität geprägte Form des Wettbewerbs in den frühen Phasen der Marktentwicklung (blauer Bereich) wird ausgeblendet.

Die tatsächliche Entwicklung kann zudem beeinflusst werden durch politisch gesetzte Rahmenbedingungen und Fördermaßnahmen.

Das ist leicht nachzuvollziehen, wenn man etwa an den Energiemarkt (regenerative Energien) oder an den Automobilmarkt (Hybrid-/Elektroauto) denkt. Solche innovativen Leistungen und Produkte, die sich von den bisher etablierten signifikant unterscheiden (in der Erzeugung und/oder als Produkt) werden nicht gekauft, weil sie kostengünstiger zu erstellen und den bisher etablierten preislich überlegen sind, sondern weil sie qualitativ oder funktionell andere Merkmale haben, die von Nachfragern höher gewichtet werden als der preisliche Nachteil gegenüber herkömmlichen Produkten und Leistungen. Signifikante Innovationen bzw. neue Produkte und Leistungen stoßen deswegen – wie im Schaubild dargestellt – anfangs nur auf eine geringe Nachfrage. Das ist auch der Grund, warum beispielsweise das Elektroauto die Automobilkonzerne einerseits im Zweifelsfall (bei einer harten Wirtschaftskrise) nicht stabilisieren oder „retten“ kann, andererseits aber im Prinzip – infolge der auf längere Sicht davon ausgehenden möglichen Gefährdung ihrer Marktposition (unkalkulierbarer Wettbewerb, Entwertung von Produktionskapital und Wissen) auch nicht wirklich in ihrem Interesse ist.

Eine Politik, die sich am neoklassischen Wachstumsmodell und Wettbewerbsverständnis orientiert, behindert jedoch auf ausgereiften und stagnierenden Märkten das Aufkommen einer starken innovativen Dynamik mit signifikanten Innovationen/Veränderungen, weil sie die etablierten Unternehmen in ihren Bemühungen, preis- und kostenwettbewerbsfähig zu sein, unterstützt. Mit anderen Worten trägt sie dazu bei, dass die „Wettbewerbswippe“ nicht wieder zugunsten eines von Funktionalität und Qualität dominierten Wettbewerbs ausschlagen kann.

Das aber ist die Voraussetzung dafür, dass die Entwicklung auf reifen Märkten neue Impulse bekommt und neue Wachstums- und Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen können, auch wenn das zunächst, wie in Teil 1 erklärt, je nach Intensität und sektoraler Reichweite des Umbruchs durchaus erhebliche negative Effekte mit sich bringen kann (Stichwort: „Prozess der schöpferischen Zerstörung“). Es kommt dadurch in jedem Fall Bewegung in die jeweiligen reifen Märkte und die Verteilung der Marktanteile und es kann nicht anders sein, als dass dies zu Lasten der Marktanteile der bis dahin von der Entwicklung begünstigten, erfolgreichen Unternehmen geht, deren Innovationsstrategie und Erfolg bis dahin nicht offensiv auf signifikante Innovationen, sondern defensiv auf Verbesserungsinnovationen ausgerichtet war (siehe Schaubild „The three stages …“ (6)).

Bleibt die Politik bei dem Wachstumsmodell und bei dem auf Preis/Kosten reduzierten Wettbewerbsfähigkeitsbegriff, dann fördert sie auf aktuell zahlreichen reifen Märkten nicht den Wandel, sondern den Erhalt des Status Quo. Sie produziert „ewige“ Gewinner mit einer in der Konsequenz immer stärkeren Kanalisierung von Gewinn- und Einkommensströmen und erreicht damit unter den gegebenen Bedingungen das Gegenteil dessen, was sie zu erreichen beabsichtigt, nämlich schwaches, stagnierendes Wachstum, instabile Märkte – infolge der von Konzernen insbesondere bei komplexen Produkten ausgehenden, weitreichenden Netzwerkabhängigkeiten (z. B. Automobilsektor) – und Beschäftigungsabbau.

Das Wachstums- und Entwicklungsdilemma

Die Krise von Griechenland & Co. ist aus diesem Grund in der dargestellten Perspektive zugleich auch die sich anbahnende Krise der führenden, westlichen Industriestaaten und sie ist deswegen ein Problem, das eine gesamteuropäische Lösung erfordert. Sie resultiert daraus, dass das bisher einheitlich verfolgte Wachstumsmodell in den führenden Industriestaaten faktisch ausgereizt ist und gerade auch deswegen auf Griechenland & Co. nicht erfolgreich angewendet werden kann. Denn die strukturschwachen Krisenstaaten in der europäischen Peripherie vermögen – von Ausnahmen wie Italien abgesehen – auf keiner Ebene das erforderliche Niveau der Preis- und Kostenwettbewerbsfähigkeit zu erlangen, um unter Freihandelsbedingungen im internationalen Wettbewerb, auf internationalen Märkten erfolgreich mitspielen zu können. Dies erreichen zu wollen hieße letztlich, dass sie auf volkswirtschaftlich relevanten Märkten in puncto Effizienz, Produktivität und Skalenerträge mit den multinationalen Konzernen bzw. den erfolgreichen Unternehmen in der Spezialisierungsphase gleichziehen können müssten. Was das bedeutet, kann man sich vor Augen führen, wenn man an die eingangs zitierte Untersuchung der ETH zum globalen Netzwerk der multinationalen Konzerne und an die zentrale Bedeutung von Finanzkonzernen denkt.

Letztere werden zudem aufgrund ihrer starken Verflechtungen und von Renditeerwägungen in hohem Maße am Erhalt des bestehenden Systems der globalen Wirtschaft in dessen aktueller Struktur interessiert sind. Sie können damit kaum ein Interesse am erfolgreichen Umbau der Wirtschaft der Krisenstaaten haben, weil dies sowohl in der Logik des Wachstumsmodells als auch in der Logik des hier diskutierten Entwicklungsmodells zu Lasten des Erfolgs der bislang erfolgreichen Wirtschaftsstrukturen in den führenden Industriestaaten gehen müsste.

Es gibt wohl kaum ein besseres Beispiel dafür, wie sehr unternehmerische und volkswirtschaftliche Interessen und Ziele auseinanderfallen können.

Bausteine einer Lösung jenseits der Wachstumslogik

Nachfrager

Das alles ist nicht misszuverstehen als alleiniges Problem der Politik. So lange die Nachfrager nicht die Wirtschaftsprobleme bewusster als von ihnen mitverursacht und beeinflussbar erkennen, ihre individuellen Möglichkeiten zur Beeinflussung stärker wahrnehmen und Kaufentscheidungen bewusster und gezielter treffen, wird sich kaum etwas zum Besseren verändern lassen.

Finanzmärkte

Gegenwärtig dominieren die Finanzmärkte die Realwirtschaft und nicht, wie es eigentlich sein sollte, umgekehrt. Von den im großen Stil abgewickelten Finanzmarktgeschäften ohne Bezug zu realwirtschaftlichen Aktivitäten (im Bereich Derivate/Wetten) gehen nicht nur immense Risiken für die Finanzmarktstabilität aus, für die im Ernstfall – wie geschehen – Regierungen zu Lasten der Steuerzahler Auffanglösungen finden müssen. Sie verteuern auch die Beschaffung von für realwirtschaftliche Aktivitäten erforderlichen Rohstoffen (Stichworte sind etwa „Chocfinger“ (7), bankeigene Rohstofflager (8)) und von Energie sowie nicht zuletzt auch Kapitalmarktfinanzierungen beträchtlich (Stichwort: Wetten auf Staatspleiten). Daneben verursachen sie weitere Probleme in der Realwirtschaft (Stichworte u. a.: Firmenübernahmen durch „Heuschrecken“, US-Häusermarkt – Prozesse unseriöser Wertpapiergeschäfte und ungerechtfertigter Zwangsenteignungen). Wenn das Verhältnis zwischen Finanzmärkten und Realwirtschaft nicht wieder vom Kopf auf die Füße gestellt wird, bleiben selbst ansonsten erfolgversprechende „Aufräumarbeiten“ in Staatshaushalten und Volkswirtschaften, beispielsweise in Griechenland, eine Sisyphusarbeit.

Lobbyismus und Korruption

Ausufernder Einfluss von Lobbyisten auf die Politik und Korruption sind keineswegs nur ein Problem in Griechenland oder Italien (9), auch wenn es dort vielleicht besonders gravierend ist. Klientelpolitik und Korruption sind in den Industriestaaten verbreitet und damit generell etwas, was der Lösung des Problems einer schwachen wirtschaftlichen Entwicklung im Wege steht. Das gilt insbesondere in kleinen, überschaubaren Volkswirtschaften, aber auch in solchen, in denen sich mächtige Interessengruppen herausgebildet haben und/oder auf deren Märkten große Oligopolisten das politische Interesse auf sich ziehen. Ausufernder Einfluss von Lobbyisten und Korruption sind der Tod der Chancengleichheit und des fairen Wettbewerbs. Beides ist auch Ausdruck für das Ausmaß der Veränderungsresistenz (Verkrustung) des wirtschaftlich-politischen Systems.

Egal ob in Griechenland, Italien, Deutschland, Großbritannien oder in den USA – solange daran nichts geändert wird, lässt sich eine dynamische wirtschaftliche Entwicklung schwerlich erreichen.

Politik

Unter den gegenwärtigen Bedingungen, das heißt angesichts vielfach ausgereifter, oligopolisierter und teils stagnierender Märkte, kann die generelle politische Aufgabe nur darin bestehen, Verkrustungen auf den entsprechenden Märkten aufzuweichen und aufzulösen. Egal ob Industrie, Forschung, Energie, Bildung oder Infrastruktur – die Politik kommt der Dynamisierung der Wirtschaft keinen Schritt näher, wenn sie schlicht nur ihre Anstrengungen und finanziellen Aufwendungen in diesen und anderen Politikfeldern erhöht. Auf reifen Märkten mit hoher Unternehmenskonzentration profitieren davon direkt oder indirekt in erster Linie die etablierten großen Unternehmen und insofern tragen sie auf ausgereifte Märkten zum Erhalt des Status Quo bei.

Worauf es stattdessen ankommt ist ein differenzierender Politikansatz, der all jene Bedingungen, Verhaltensweisen und Kräfte fördert, die für ein Zurückschwingen der „Wettbewerbswippe“ zu einer von Funktionalität und Qualität geprägten Wettbewerbsform erforderlich sind.

Nach gängigem neoklassischen und liberalen Wettbewerbsverständnis würde eine solche differenzierende bzw. spezifische Verhaltensweisen begünstigende Politik mit dem Hinweis auf die Selbstregulierungskräfte als wettbewerbsverzerrend eingestuft und abgelehnt werden. Auf ausgereiften, verkrusteten Märkten (Stichwort: „ewige“ Gewinner) versagen jedoch die den Märkten zugeschriebenen „Selbstregulierungskräfte“. Je mehr Märkte von diesem Problem betroffen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer krisenhaften Zuspitzung von volkswirtschaftlicher Dimension. Unter solchen Bedingungen ist eine differenzierende Politik notwendig, um wieder eine dynamische Entwicklung auf verkrusteten Märkten in Gang zu bringen. Denn der Wettbewerb leistet dies, anders als beispielsweise in der völlig anderen wirtschaftlichen Situation des Nachkriegsdeutschlands, die in gewisser Weise das krasse Gegenteil der heutigen war, in diesem Fall nicht. Wirtschaftsliberalismus ist deswegen für die aktuellen Probleme in der Wirtschaft keine Lösung. Konjunkturprogramme, die ebenfalls nicht differenzierend eingesetzt werden, sind es aber ebenso wenig.

Ein differenzierender Ansatz bedeutet, man müsste sich die Märkte anschauen und unter anderem fragen:

  • Welche Rolle spielt Lobbyismus? Gibt es Korruption?
  • Welche Entwicklungsphase liegt vor? Sind Kosten und Preis ausschlaggebend im Wettbewerb um Nachfrageanteile oder Qualität und Funktionalität? Welche Bedeutung haben signifikante Innovationen? Gibt es ein dominantes technisches Design oder unterschiedliche Produktkonzeptionen? Hat sich eine „Best Practise“ herausgebildet?
  • Welches Verhalten herrscht auf der Nachfrageseite vor? Was kann man tun, um nachfrageseitig einen entwicklungstragenden Wettbewerb anzuregen, bei dem Qualität und Funktionalität im Vordergrund stehen?
  • Was kann man angebotsseitig tun, um dies zu fördern? Gibt es marktstrukturell bedingte Verkrustungen? Wie können sie aufgelöst werden?
    Im Extremfall kann ein differenzierender Ansatz dazu führen, dass als Voraussetzung für einen entwicklungstragenden Wettbewerb Konzerne entflochten werden müssen. Angesichts der gegenwärtigen, hier stark pointiert skizzierten Bedingungen auf zahlreichen Märkten ist das wahrscheinlich.

Sie halten das alles eigentlich für selbstverständlich? Seien Sie versichert, von Ausnahmen abgesehen spielen diese und ähnliche Fragen bisher kaum einer Rolle. Sie liegen jenseits der herrschenden Wachstums- und Wettbewerbslogik.

Griechenland & Co.

Speziell in Griechenland gibt es keine ausgeprägte industrielle Basis. Wirtschaftsstrukturelle Schwächen gibt es im Prinzip aber auch in den anderen Krisenstaaten der EU, zum Beispiel Portugal und Spanien. Italien wiederum hat eine ausgeprägte Industriestruktur, ist aber im Wettbewerb auf den globalen Märkten zurückgefallen.

Für Italien gilt insofern das, was hier zuvor allgemein für die Stimulierung einer dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung angesichts des ausgereizten Wachstumsmodells und der herrschenden Strukturen in der globalen Wirtschaft gesagt wurde. Für Griechenland reicht das allein nicht aus und ähnlich verhält es sich beispielsweise auch mit Portugal oder Ungarn, die bisher vom Effizienzstreben multinationaler Konzerne insofern profitierten, weil diese dort Produktionsstandorte ansiedelten, um u. a. von den niedrigen Lohnkosten zu profitieren. Dass allein Volkswagen mit seinem Werk in der Stadt Palmela in Portugal mit 3.000 Beschäftigten einer der größten Exporteure dort ist und für mehr als 5 Prozent der Exporte dieses Landes steht (10), veranschaulicht dies exemplarisch.

Es ist insofern mehr als fraglich, ob Krisenstaaten mit ausgeprägten wirtschaftsstrukturellen Schwächen wirtschaftliche Entwicklung durch die Förderung der exportorientierten Industrie in Gang bringen und Wachstum erzielen können. Was stattdessen erfolgversprechend erscheint, ist die Förderung der Fähigkeit der heimischen Wirtschaft, die Binnennachfrage zu decken und damit die Importe und die Importabhängigkeit zu verringern. Dabei kommt es vor allem auch darauf an, dass das Geld im jeweiligen Land und dort im Wirtschaftskreislauf bleibt. Wenn ein Ausstieg aus dem Euro aus politischen Gründen ausscheidet, kann das angesichts der Dominanz von Global Playern nur bedeuteten, dass man die jeweilige Wirtschaft zumindest partiell aus dem internationalen Wettbewerb herausnehmen muss. De facto würden damit Importbeschränkungen und auch Kapitalverkehrskontrollen notwendig.

Das ist nicht mit Primat des Freihandels und somit auch nicht mit dem „Washington Consensus“ (11) zu vereinbaren, den Internationaler Währungsfonds und Weltbank bei der Sanierung von angeschlagenen Staaten anwenden. Aber es andererseits ein zentraler Bestandteil des wirtschaftsliberalen Paradigmas, dass Freihandel grundsätzlich gut für alle Volkswirtschaften ist. Das Scheitern dieses Paradigmas kommt aber gerade auch im hier besprochenen Versagen des in den Industriestaaten verfolgten Wachstumsmodells zum Ausdruck. Es ist im Übrigen die Frage, ob bzw. wie lange sich führende Industriestaaten wie etwa die USA tatsächlich, das heißt faktisch, noch daran halten. Wenn ihre Wirtschaft nicht nur nicht wieder auf die Beine kommt, sondern sich weiter talwärts bewegt, dürfte das Freihandelspostulat auch dort schnell zu Makulatur werden.

Es gibt mit Blick auf die Strukturen auf den globalen Märkten noch eine weitere Maßnahme, die eine dynamische Entwicklung in Griechenland & Co. sowie darüber hinaus effektiv fördern würde: Dekonzentrationspolitik.

Doch wie auch immer man es dreht: Es wird Einschnitte beim Lebensstandard in den Schuldenstaaten geben. Es ist nur die Frage, mit welcher Perspektive sie einhergehen.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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28 KommentareKommentieren

  • Systemfrager - 6. März 2012

    Sehr schön zusammegefasst
    (chapeau)
    Und die Schlussfolgerung ohne Abstriche richtig:
    >>> Wirtschaftsliberalismus ist deswegen für die aktuellen Probleme in der Wirtschaft keine Lösung.

    Außerdem, sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass sich nie in der Geschichte ein Land ohne einen starken Staat industrialisieren konnte

  • Andres Müller - 6. März 2012

    Eine gute Darstellung der Problemkreise. Gegenüber den Multinationalen Konzernen hat die Politik des Westens zum Scheitern der eigenen Industriestandorte geführt. Einige Jahre nach dem Zusammenbruch der UDSSR ist das kapitalistische Freihandlskonzept des Westens gescheitert, eine indirekte Folge der wegfallenden Konkurrenz mit dem Sozialismus. Die westlichen Sozialisten haben sich in die neoliberalen Strukturen der Politik eingefügt -Schröder und joschka Fischer sind heute kapitalistisch orientierte Akteure, Steinbrück ein Mann von Krupp.

    Das nächste auf dem Programm des Scheiterns ist die Demokratie im Bereich der Marktwirtschaft, der endgültige Abbau der sozialen Marktwirtschaft. Ich sehe nur wenige Auswege aus dem Dilemma, das wäre der Aufbruch in eine neue Weltordnung -eine mit der Vision den Hunger von der Erde zu bringen -und zwar rücksichtslos und mit allen Mitteln. Die soziale Aufgabe den Hunger und die Niedriglöhne zu bezwingen wäre eine angemessene Aufgabe des 21. Jahrhunderts. Und wenn ich sage mit allen Mitteln, dann müsste das heissen die Zerschlagung des real existierenden Finanzsystems -die kontrollierte Wertschöpfungsreduktion des Bankensektors, sowie ein Währungssystem dass sich nicht zu weit von realen Werten entfernen kann. Das kann man tun indem das CDS-System an den IWF eingelagert wird, und somit Entprivatisiert. Ich bin schon bereits mein Konsumverhalten anzupassen, aber nur dann wenn ich sehe dass von Oben nach Unten umverteilt wird -und zwar mit genaus radikalen Mitteln wie man nun fälschlich die Banken rettet -und einen Zitronensozialismus für Reiche errichtet hat.

  • Tourist - 6. März 2012

    @ SLE das ist überhaupt keine Analyse der gegenwärtigen Krise der Wirtschaft!

    Allein die Beschreibung der Marktentwicklung in die fühe und die (schlechte ) rote Phase ist mehr als unpassend.

    Dabei möchte ich mal darauf zeigen, das gerade die dominanten Unternehmen, die ja vermeintlich Innovation verindern, die Innovationstreiber der letzten Jahre waren.

    Ein Blick nach Apple zeigt es doch. Oder nach Nestle in die Lebensmittelbranche!

    Anders gesagt: In der Realität sind die Marktteilnehmer direkt oder indirekt alle durch Elastizitäten davon berührt, dass Innovationswettbewerb und Preis- bzw. Verdängungswettbewerb PARALLEL verlaufen.

    Sie schreiben ja gerade so als wären Konzerne nicht in der Lage ein paar hunderttausend Euro in innovative Ideen zu investieren und ein paar windige Tüftler und Köpfe zur Ideenfindung zu engagieren! Das passiert doch ununterbrochen!

    Darüber hinaus sind alle Produktivitätsentwicklungen transferier – und vererbbar bspw. in neue Generationen oder auch in andere Branchen oder Länder! Können sich ausmalen, was das für Folgen hat für die Lohn- und Gewinnentwicklung hat?

    Selbst wenn ein Pionierunternehmer ein neues Produkt auf den Markt schmeisst, wird er sicherlich die Produktionsanlagen so ausrichten und zusammenkaufen, die von vorneherein seine Stückkosten und Lohnstückkosten gering halten!

    Und mit ihren wirtschaftpolitischen Forderungen ist das grundsätzliche Problem der “Entwertung von Arbeit” in der Marktwirtschaft und der daraus resultierende Wachstumszwang überhaupt nicht aus der Welt

    Auch innovative Produktion hat nicht steigende Löhne zum Ziel, sondern primär Gewinnmaximierung! dabei kann es mal passieren das vereinzelt Löhne für manche Belegschaften steigen, aber eins passiert mit Sicherheit nicht! Dass das Lohnniveau insgesamt (!!!!!!) , also makrökonomisch duch innovative Produktion und Innovative Produkte hochgehoben wird.

    Oder anders. Die Grundverhaltensweise: “Mit so wenig Zeitaufwand wie nötig soviel Absatz und folgich Umsatz wie möglich zu schaffen” bleibt immer in Kraft!”

    Das Problem des Kapitalismus ist nicht sein Wettbewerb, sondern seine Zwecksetzung und seine Sachzwänge! Der Gewinn! Und da ist mikroökonomisch die Lohnentwicklung IMMER ein Hindernis! Es gibt KEINE, aber auch KEINE denkbare bzw. empirisch beobachtbare Marktkonstellation, wo dieser Widerspruch NICHT gültig ist!

    Gewinn und Lohn sind makroökonomische Gegensätze! Sie sind NICHT – in keinster Weise – aufhebbar!

    Ich denke, sie sollten lieber ihren Fokus auf die Arbeitszeitsproduktivität legen und welche Folgen diese Entwicklungen für die Marktwirtschaft hat!

    Von daher halte ich ihren Ansatz für analytisch verfehlt und eher irreführend!

    Gruss Tourist

    • Kistrof - 6. März 2012

      @Tourist: “Auch innovative Produktion hat nicht steigende Löhne zum Ziel…” Das ist schon größtenteils richtig und trotz Deiner vehementen Rethorik decken sich Deine Argumente z.T. mit denen von SLE.
      Auch jungen Unternehmen kann man Gewinnmaximierung unterstellen. Die operieren allerdings in einer Welt, in der Innovationsgeschwindigkeit wichtiger ist als die Kosten. Nicht, dass die Kosten egal wären aber der eigentliche Hebel liegt woanders.
      Es kommt auch darauf an, was man mit “Innovation” meint. SLE bezieht sich – wenn ich das richtig lese – auf Basisinnovationen, die eine grundsätzlich neue Technologie einführen. Z.B. Computer, Telefon, o.ä. So gesehen ist APPLE ein zwar sehr erfolgreiches aber nicht besonders innovatives Unternehmen.
      In der Tat sehe ich keine neue Basisinnovation, die auch nur annähernd mit z.B. der IT-Revolution vergleichbar wäre. Ich selber bin aus der Branche. Vor 20 Jahren waren Softwareentwickler noch Freaks oder Künstler, von 15 Jahren waren es Architekten, dann Ingenieure und heute sind eher Klemptner. Die Innvoationsschritte sind definitiv kleiner geworden.

      Noch was. Du schreibst “Gewinn und Lohn sind makroökonomische Gegensätze! Sie sind NICHT – in keinster Weise – aufhebbar!” Das klingt eher wie ein Glaubenssatz und mit solchen Absolutismen wäre ich vorsichtig.

      • Lothar - 6. März 2012

        “und heute sind eher Klemptner” ja aber einem Haus das man einreissen und mit komplett neuen Sanitaeranlagen wieder aufbauen muesste.

    • SLE - 8. März 2012

      Noch ein schöner Nachtrag zu Apple und zur Frage, wie sehr das Unternehmen auf dem Markt und im Wettbewerb auf seine innovative Stärke baut:

      http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/moegliche-us-klage-apple-steht-unter-verdacht-der-preistreiberei/6303956.html

      Gruß
      SLE

  • Lothar - 6. März 2012

    Sieht lustig aus was da auf uns zukommt, denn Merkels Plan scheint jetzt fundamental zusammenzubrechen.

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Schuldenschnitt-droht-zu-scheitern-article5685481.html

  • Tourist - 6. März 2012

    Hallo Kistrof

    Zitat:
    “Noch was. Du schreibst “Gewinn und Lohn sind makroökonomische Gegensätze! Sie sind NICHT – in keinster Weise – aufhebbar!”

    “Das klingt eher wie ein Glaubenssatz und mit solchen Absolutismen wäre ich vorsichtig.”

    Nun dann kann ich nur den logischen Kern dieses Satzes empfehlen!

    Oder noch einfacher: Löhne sind Kosten und minimieren den Gewinn! Darin eine Glaubenslehre zu hören, ist schon grotesk, werter Kistrof.

    “Das ist schon größtenteils richtig und trotz Deiner vehementen Rethorik decken sich Deine Argumente z.T. mit denen von SLE”

    Sie können sich garnciht decken zum Teil, was mich zum Schluss führt, dass du meine Argumente nicht verstanden hast. Würde SLE meine Argumente nur mal vereinzelt konsequent zuende denken, dann würde er feststellen, dass seine wirtschaftspolitischen Forderungen gar keinen nachhaltigen oder Kapitalismus verbessernden Sinn ergeben.

  • chris - 6. März 2012

    Was hat Nestle denn bitte für Innovationen?
    Auf dem Lebensmittelmarkt von Innovationen zu reden, da spitz ich die Ohren.
    Da braucht man nur Grundnahrungsmittel und keinen Chemiepampen, oder Gentechzeugs.
    Gut Apple beutet aus in China und schafft auch riesen Gewinne.

  • Georg Trappe: - 7. März 2012

    Ersteinmal vielen Dank fuer diese gelungene Artikelserie und die Herausarbeitung der Mechanismen, die in diese angeblich alternativlose, sich staendig verengende Sackgasse fuehren und letztendlich im zentralen Lebensbereich Wirtschaft das Klima einer Gaskammer erzeugen.
    Vielen Dank auch fuer die Hinweise auf die Ansatzpunkte fuer Loesungsmoeglichkeiten.
    Fuer all diejenigen, die wie ich, ein mathematisches Modell brauchen, um zu begreifen, wie diese Konzentrationsprozesse funktionieren und wie verheerend die sie unterstuetzende Politik/ treibende Ideologie wirken, moechte ich noch diesen Hinweis geben:

    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2011/11/wie-sich-das-system-selbst-zerstoert.html

    Die Frage, die bleibt, ist: Warum beharren die angeblich besten Koepfe der Welt in den verantwortlichen Positionen auf eine Wirtschaftspolitik/ideologie, die so offensichtlich und konsequent die Mehrheit zu Verlierern macht und so letztendlich auch die “ewigen Gewinner” in den Abgrund reisst?

  • Thatwasthepension - 7. März 2012

    Bei der nächsten Innovationsrunde wird es nicht mehr um Produkte, Lohnstückkosten etc. gehen, sondern es wird der finale Countdown zur totalen Monopolisierung eingeleutet. Es geht um Wissen als größter Schatz der Menschheit und dieses soll per internationaler Gesetzgebung fest in die Hände einiger Weniger Monopolisten übergeben werden.

  • flo - 7. März 2012

    Das derzeitige System funktioniert in gut geführten Ländern besser als jedes andere bisher getestete System. Länder wie Holland, Dänemark, Schweiz, Singapur, Südkorea, Kanada, Australien, Japan aber auch grosse Teile Deutschlands generieren ungekannten Massenwohlstand. Es gibt auch in diesen Ländern Verlierer, nur geht es denen oft besser als der Masse der Menschen in weniger erfolgreichen Ländern. Das ist einfach Fakt!

    Nicht das System ist kaputt, es gibt nur zu wenig Länder, die im brutalen Wettbewerb bestehen können. Wenn man Freihandel will, muss man mitkämpfen. Solange mehr oder weniger freier Welthandel vorherrscht, gibt es keinen anderen Weg als sich dem Wettbewerb auszusetzen.

    • kurzdump - 7. März 2012

      Die Rahmenbedingungen des derzeitigen Systems führen dazu dass unser Planet nachhaltig ruiniert wird. Es geht letztenendes nicht um Wohlstand, sondern um Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit ist das erste Gebot, der Wohlstand muss sich unterordnen.
      Wenn die Rahmenbedingungen richtig gesetzt werden (sozialer Ausgleich national wie international, ökologische Balance) dann kann ein “freier” Markt tatsächlich gut sein. Was wir jetzt haben ist eine Katastrophe! Unsere Kinder werden dafür bluten.

  • Tourist - 7. März 2012

    “Es gibt auch in diesen Ländern Verlierer, nur geht es denen oft besser als der Masse der Menschen in weniger erfolgreichen Ländern. Das ist einfach Fakt!”

    Ja. nur ein unnützer Fakt, werter flo!

    Und ein unzulänglicher Vergleich, der für nichts gut ist, ausser bestehende Umstände, so zu lassen wie sie sind, da es ja woanders schlechter ist!

    flo, ich hab mal ne Frage in deinem Sinne: Rechtfertigt der Fakt, dass Menschen vergewaltigt und gefoltert werden, die Aussage, dass es Menschen die nur geschlagen und psychisch missbraucht werden, besser geht als den gefolterten bzw. vergewaltigten? Und legitimiert ein schlechterer Umstand den schlchten Zustand des status quo?

    Hier wurde einmal China in einer Duksssion vorgeworfen, dass es ein Umwelt”sünder” wäre! daraufhin kam ein Prochinaargument, das in die Runde geworfen wurde. Es lautete sinngemäß: “Ja es gäbe ja Umweltzerstörung schlimmeren Ausmasses auch in anderen Ländern!”

    Und? Rechterfertigt ein noch größerer Schaden, einen geringeren Schaden?

    Ganz klar, NEIN!

    “Solange mehr oder weniger freier Welthandel vorherrscht, gibt es keinen anderen Weg als sich dem Wettbewerb auszusetzen.”

    Ja! in der Tat! Ja solange etwas VOR-HERRSCHT, kann man nur mitlaufen. Der Satz kommt mir doch sehr bekannt vor!

    @ Chris

    “Was hat Nestle denn bitte für Innovationen?”

    Kirstoff
    “Es kommt auch darauf an, was man mit “Innovation” meint.”

    So sage ich Nestle und Agrar- bzw. Nanotechnik! Das kann als innovativ betrachtet werden!

    (Damit behaupte ich nicht, dass ich das für vertetbar halte, was Nestle damit machen MUSS und WIRD! Vorsicht, nagel mich nicht auf etwas fest, das nicht meinem Blickwinkel entspricht)

    Wenn Innovation schon subjektiv ist, dann wird es nicht messbar und ist nicht in seinem Rahmen nutzbar! Das ist ja eben der Prunkt!

    So wird geschrieben:

    “SLE bezieht sich – wenn ich das richtig lese – auf Basisinnovationen, die eine grundsätzlich neue Technologie einführen.”

    Und die sollen dann so arbeitsintensiv sein, dass sie das Problem der “Entwertung der Arbeit” aufheben?

    Niemals!

    Löhne sind Kosten und minimieren den Gewinn! Der Satz ist nicht nur Satz, sondern überlebensstrategisches Verhaltensgebot in der Marktwirtschaft, durch alle technologischen Entwicklugnen hindurch!

    Und daher resultiert mein Fokus eher danach zu fragen, wie sich die Arbeitszeitproduktivität und der Wachtsumszwang daraus AUCH negativ auswirken!

  • Tourist - 7. März 2012

    Nun ja, ich hab jetzt meine Argumente dargelegt und andre könnens noch tun und der Leser kann ja selbst entscheiden, was er für sinnvoll hält! Ich sehe es nur für wichtig an zu begründen, dass SLE mit seinen anzuerkennenden Beitrag, leider nicht zum Kern des Problems der Marktwirtschaft vordringt!

    Gruss und tschuess

    • Systemfrager - 7. März 2012

      Man muss 2 Aspekte unterscheiden
      1) ihm geht es vor allem um die Bedeutung der Innovationen
      2) und dann auch die Erklärung der griechischen Lage/Probleme mit Innovationen
      Der erste Punkt ist gelungen, der zweite nicht. Ich weiß aber nicht, ob das, was ich als Punkt 2 fomuliert habe, wirklich von ihm so gemeint wurde. (Als ob nur eine Innovationswelle das Einzige wäre, was eine Wirtschaft überhaupt retten könnte.) Im Titel steht es so, nämlich das Wort “Griechenland” … aber trotzdem …
      Ich habe den Punkt 2 einfach ignoriert und dann passt alles
      😉

  • Torro - 7. März 2012

    @ ich sehe du hast vom System keine Ahnung. Es gibt keinen freien Welthandel. Wir befinden uns in einer globalen Planwirtschaft gesteuert von Finanz- und Industriemächtigen. Außerdem ist Wohlstand ein nicht definierter Begriff der gerne als Argumentationstool mißbraucht wird…

  • JH - 7. März 2012

    Der Artikel stellt die grundsätzlichen Probleme richtig dar, nur, zu zurückhaltend. Die dargestellten Problemkreise entfalten doch mittlerweile ihre negative Wirkung für das menschliche Individuum absolut spürbar und heftig.

    Es geht nicht um pauschale Innovation als Selbstzweck, sondern um Innovation eines Gebrauchsgutes für einen privaten Konsumenten, die einen zusätzlichen realen Nutzen erzeugt.

    Beispiel Armbanduhr:
    Der Konsument tauscht die Sonnenuhr gegen die mechanische Uhr, später tauscht er die mechanische Uhr gegen die batteriebetriebene Quartzuhr, später tauscht er die batteriebetriebene Quartzuhr gegen die solarbetriebene Funkuhr.

    Und welche neue, zusätzliche, sinnvollen Nutzen erzeugende Innovation kommt nach der
    solarbetriebenen Funkuhr ???

    Hinzukommt, daß während der Produktlebenszyklen der einzelnen Uhr-Technologien die Produktionsprozesse wesentlich effizienter geworden sind, die Unternehmenszielsetzungen sich hin zu kurzfristigen maximalen Renditetstreben entwickelt haben.

    Viele vermeintliche technische Innovationen sind eigentlich Produktvariationen, die mit viel Marketing-Gesülz in den gesättigten jeweiligen Teilmarkt gedrückt werden sollen.

    Viele Gebrauchsgüter sind unter Nutzengesichtspunkten hochgradig ausgereift.Hinzukommt, das eine wirkliche Produktinnovation im Sinne sinnvoller neuer Nutzenstiftung oft langlebiger ist und weitere ergänzende Produkte überflüssig macht. Hinzukommmen psychologische Überforderungen der Konsumenten durch fragwürdige Innovationen, wie beispielsweise nervige piepsende Park- Abstandswarner, wenig alltagstaugliche Touchscreens, tausende nicht genutzte Funktionen in Tabellenkalkulationsprogrammen, 70 Waschprogramme von denen 2 genutzt werden etc, etc

    • SLE - 7. März 2012

      Hallo JH,

      volle Zustimmung – ich wollte nicht zu dick auftragen.

      Ich glaube, das angesprochene Problem ist vor allem auch auf der Seite der Nachfrager zu sehen, die vielfach einfach blind darauf vertrauen, dass alle alternativ angebotenen Produkte und Leistungen erstens halten, was die Anbieter diesbezüglich versprechen und zweitens allein über den Preis zu nahezu 100 Prozent vergleichbar ist.

      Reife Märkte haben wir ja schon lange. Bedingt durch die immer weitreichendere Einebnung der Unterschiede zwischen alternativ angebotenen Produkten haben die Nachfrager nach und nach ihre Qualitätsmaßstäbe weitestgehend über Bord geworfen. Deswegen haben es gerade auch Anbieter, die aus dem Produkteinheitsbrei auf den Märkten ausbrechen, schwer, dies den potenziellen Käufern zu vermitteln – jedenfalls dann, wenn diese Angebote teurer als herkömmliche sind.

      Mittlerweile gibt es wieder eine größer werdende Gruppe von Nachfragern, die sich – aus wachsender Unzufriedenheit über die gebotene Qualität oder Funktionalität dessen bewusst geworden ist und sich Qualitätsmaßstäbe neu erarbeitet und damit die Latte für Kaufentscheidungen wieder höher legt . Aber das kann sich angesichts der Arbeitsmarkt- und der realen Lohn-Entwicklung sowie Einkommensverteilung und des – angesichts vielfach oligopolistischer Strukturen – vielfach hohen Preisniveaus noch längst nicht jeder leisten. Das ist ein Problem.

      Viele Grüße
      SLE

  • SLE - 7. März 2012

    @ alle

    Danke für die schönen Kommentare, die mir zeigen, wie kontrovers man diese für uns so zentralen Zusammenhänge sehen, diskutieren und auch zu lösen versuchen kann. Um nichts anderes ist es mir dabei gegangen.

    Darum habe ich das Thema auch nicht in allen Strängen – wie von Systemfrager angemerkt – zu Ende diskutiert. Es geht m. E. gegenwärtig aber auch noch nicht so sehr um fertige Lösungen, sondern darum, die bisher in eindimensionaler Logik geführte Krisendebatte (Stichwort: TINA) zu überwinden und zu öffnen.

    Wenn ich dazu beigetragen habe, dann bin ich zufrieden.

    Viele Grüße
    SLE

  • Stefan Siewert - 7. März 2012

    Kein TINA für Griechenland

    Natürlich ist das Griechenland-Szenario nicht alternativlos. Die Frage ist die bestehende Komplexität, die Eigenlogik der Entwicklung, die Einbettung in die jeweiligen politischen Zusammenhänge und der Lernprozess des Publikums und seiner Entscheidungsträger. Was richtig ist, ist nicht politisch durchsetzbar. Es geht um Lernprozesse bei den Entscheidungsträgern und der Bevölkerung.

    Die folgenden Ausgangspunkte sehe ich als relevant an:
    • Griechenland befindet sich an der europäischen Peripherie und hat ein Problem mit seiner Modernität, seinen Institutionen, seinem Staatsverständnis, der Effizienz seiner Bürokratie, und vieles mehr.
    • Der europäische Einigungsprozess hat widersprüchliche Impulse gebracht. Vor dem Beitritt zum Euro gab es einen Reformschub, danach wirkte der Euro zwar wohlstandsmehrend, aber strukturkonservierend.
    • In einer sich beschleunigenden Dynamik verlor Griechenland seine Konkurrenzfähigkeit und den Anschluss an die Moderne. Die unterlassenen Reformen entfalteten eine zunehmend negative Wirkung: vom Militär, dass sich zunehmen im Verhältnis zur Türkei positionierte, in der Staatswirtschaft, in der Beherrschung durch die 200 führenden Familien, den geringen Industrialisierungsgrad etc.pp.
    • Unter dem Euro divergierte die europäische Entwicklung. Der strukturelle Webfahler der fehlenden politischen Union kommt heute zum Erscheinen. Griechenland ist das schwächste Glied.

    Griechenland ist der einzige entwickelte Staat, der in neuester Geschichte zahlungsunfähig wurde. Die erforderliche Umwälzung ist durchaus mit der Transformation von einer Plan- zu einer Marktwirtschaft vergleichbar. Zugleich ist aber Griechenland Teil der Europäischen Gemeinschaft, daher reicht eine isolierte Betrachtungsweise nicht aus.

    Welche Optionen bestehen? Offensichtlich ist das Austreten Griechenlands aus dem Euro mit erheblichen und wenig kalkulierbaren Kosten begleitet. Andererseits verfügt Griechenland damit über ein Erpressungspotential, dass es nutzen kann, die erforderlichen Reformen aufzuschieben. Aus der Berichterstattung der vergangenen zwei Jahre gewinnt man den Eindruck, dass innere Reformen nur dann erfolgen, wenn der außenpolitische Druck ausreichend groß ist. Dies ist ein signifikanter Webfehler, denn damit wird das ursprüngliche Ziel der Rettungspakte, Zeit zu gewinnen, ad absurdum geführt.
    Die erforderlichen institutionellen Reformen sind dann und nur dann erfolgreich, wenn Griechenland sie will. Der erste Schritt für erfolgreiche Reform ist es, Tatkraft und Innovationsfähigkeit zu zeigen und diese Reformen eigenständig zu planen und in Angriff zu nehmen. Sparkommissare und delegierte Finanzbeamte sind schädlich, denn sie erreichen – weil sie auf offenen und verdeckten Widerstand treffen – das Gegenteil. Sie machen erst Sinn, wenn eine kritische Phase der Einleitung von institutionellen Reformen erreicht ist und auswärtige Hilfe bei der Schnelligkeit und Konsequenz der eingeleiteten Maßnahmen hilft.

    Der Test, ob Griechenland wieder auf die Beine kommt – oder wie lange es von der Europäischen Gemeinschaft subventioniert wird – ist, dass Griechenland sich eine Reformagenda nicht von der Troika verordnen lässt, sondern die erforderlichen Strukturreformen eigenständig plant und umsetzt.

    Wir werden nach den Wahlen im April sehen, wie es um Griechenland aussieht.

  • NN - 7. März 2012

    Hallo,

    danke fuer diesen interessanten Beitrag.

    Die Ueberlegungen sind alle sehr richtig.

    Das Hauptproblem ist jedoch meiner Meinung nach die immer ungleichere Vermoegens- und Einkommensverteilung. Je mehr Markteilnehmer aus dem Markt “herausfallen” oder zu lowest budget-Lösungen greifen, weil die finanziellen Mittel einfach nicht reichen, desto weniger Wachstum kann erreicht werden (bzw. der Markt schrumpft sogar).

    Meines Erachtens kann das Problem z.B. nicht nur allein durch (politische) Foerderung von SMEs geloest werden (was die EU uebrigens schon tut, Forschungsantraege haben hoehere Chancen akzeptiert zu werden wenn SMEs beteiligt sind und nicht Konzerne). Der Hauptpunkt ist die Verteilungsfrage, alle andere sind nuetzliche flankierende Massnahmen.

    Wie sollen z.B. die Nachfrager qualitativ hoeherwertige Produkte kaufen, wenn sie einfach das Geld dazu nicht haben? Was sollen die (armen) Grossverdiener und Vielbesitzer denn anderes machen als ihr Geld moeglich gewinnbringend in Hedgefonds oder aehnlichem anzulegen? Wie soll Korruption und Lobbyismus geringer werden, wenn die “Potentialunterschiede” (zwischen reich und arm) immer groesser werden und Personen, die diese Unterschiede nutzen (Lobbyisten und/oder korrupte Menschen), immer groesseren Profit erwarten koennen (und obendrein auch noch sehen auf welchen Niveau die “da oben” leben)?

    Viele Gruesse

    -NN

  • chris - 7. März 2012

    Also in der Agrartechnik sehe ich ganz klar die von Friedrich Wenz betriebene Technik als innovativ.
    Was uns die Firmen mit Innovationen auf die Nase drücken wollen ist zweifelhaft.

    Die Automobilindustrie ist lahmarschig, verschleudert viele Millionen und werden von einzelnen Tüftlern vorgeführt.

  • chris - 7. März 2012

    Noch ne Ergänzung zu Innovation bei Nahrungsmitteln:

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/edgar-gaertner/menschenversuche-mithilfe-von-lebensmitteln.html

    Teuer und unnütz.

  • Georg Trappe: - 8. März 2012

    Weil es zumindest aus der Perspektive der wirtschaftlichen Konzentrationsprozesse zum Thema passt.

    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/milliardaere106.html

    Und um bei der Inflation der Milliarden den Daumen kalibriert zu halten, ueber den man diese Dinge anpeilt und in Augenschein nimmt. 1 Milliarde entspricht 10 Jahre lang jeden Mittwoch und jeden Samstag eine Million im Lotto! 10 Milliarden bedeuten also ueber 100 Jahre! zweimal woechentlich! eine Million! Wer will da behaupten, das Innovationen sich nicht lohnen;-).

    Allerdings stellt sich die Frage, warum diese Ikonen des “amerikanisch neoliberalen Traums” in den einschlaegigen Magazinen und prominenten Listen so regelmaessig und umfaenglich gehegt, gepflegt und auf Hochglanz poliert werden, wenn gleichzeitig 26000 Menschen pro Tag an den Folgen von Hunger sterben, ein Energiekonzept betrieben wird, das die Lebensgrundlagen auf diesem Planeten gefaehrdet und eine staendig wachsendes Heer von arbeitslosen Menschen (auch in den hoch entwickelten Volkswirtschaften) die Beteiligung am zentralen Lebensbereich Wirtschaft verwehrt wird. Und das bei einer Weltbevoelkerung, die z.Zt. pro Jahr um etwa 80 Millionen waechst, was einer kompletten BRD pro Jahr! entspricht.

    Und wenn ich dann lese:
    “Nicht das System ist kaputt, es gibt nur zu wenig Länder, die im brutalen Wettbewerb bestehen können. Wenn man Freihandel will, muss man mitkämpfen. Solange mehr oder weniger freier Welthandel vorherrscht, gibt es keinen anderen Weg als sich dem Wettbewerb auszusetzen.” dann kann ich nur sagen das das mediale Trommelfeuer der Mainstream Propagandamaschinerie offenbar “vollstaendige” Arbeit leistet.

    • SLE - 8. März 2012

      … und wenn man dann noch berücksichtigt, wie wenig sich die meisten für all das wirklich interessieren und wie verschwindend gering das Interesse tatsächlich ist, sich das und die zugrundeliegenden Zusammenhänge zu erklären, …. tja, was soll man dann noch dazu sagen?

      Grüße
      SLE

      • Querschuss - 8. März 2012

        Hallo SLE,
        ja wir sind gerade mal der Tropfen auf den großen Stein mit intakter Substanz und mit wenig Hoffnung auf absehbarer Aushöhlung, gerade deshalb herzlichen Dank für deine tollen Beiträge bei Querschuesse.

        Gruß Steffen

      • Georg Trappe: - 9. März 2012

        Es ist nicht einfach sich aus den vorgegebenen, allgegenwaertigen und uebermaechtig praesentierten Schemata zu loesen und selbst wenn man das schafft besteht jederzeit die Gefahr sich im Wald der Nebelkerzen zu verlaufen oder beim Schwimmen gegen den Strom den Mut oder die Kraft zu verlieren. Von daher ist die Arbeit die Querschuesse und Sie hier leisten, naemlich anhand von Fakten und ganz grundsaetzlichen Ueberlegungen zu einer Diskussion, die auf Emanzipation im zentralen Lebensbereich Wirtschaft abzielt, beizutragen nicht hoch genug einzuschaetzen.

        Viele Gruesse
        Georg Trappe