Irland: PKW-Neuzulassungen mit -22,0% und kumuliert in den PIIGS mit -21,7%

von am 8. Mai 2012 in Allgemein

Auch der irische Automobilherstellerverband (The Society of the Irish Motor Industry (SIMI)) berichtete sehr schwache PKW-Neuzulassungen. Im April 2012 ging es um -22,0% zum Vorjahresmonat abwärts auf 6’770 PKWs. Die Neuzulassungen in Irland sind saisonal extrem volatil, aber deutlich wird im Vergleich zum Vorjahresmonat die Talfahrt sichtbar. Im März lag die Veränderungsrate noch bei -9,0%, im Februar bei -8,5% und im Januar bei +1,5%. Somit liegen jetzt alle Daten zu den Neuzulassungen aus Portugal Irland, Italien, Griechenland und Spanien vor und ein Blick auf die kumulierten PKW-Neuzulassungen lohnt, denn in der Summe ist zum Hoch der Neuzulassungen in den PIIGS ein immenses Volumen ausgelöscht worden, das Ausmaß der Kontraktion ist beeindruckend, denn selbst in den 90ern lagen die Neuzulassungen deutlich höher.

Die Entwicklung der monatlich kumulierten PKW-Neuzulassungen aus Portugal Irland, Italien, Griechenland und Spanien jeweils aus dem April seit 1990 im Chart. Im April 2012 sanken die PKW-Neuzulassungen in den PIIGS um -21,7% zum Vorjahresmonat auf 205’490 neu zugelassene PKWs. Der April 2012 markierte die niedrigsten Neuzulassungen seit 1990! Zum Hoch im April 2000 mit 412’902 PKW-Einheiten ging es um -207’412 Neuzulassungen bzw. um satte -50,23% abwärts!

Die Entwicklung der monatlich kumulierten PKW-Neuzulassungen in den PIIGS seit Januar 1990 bis April 2012 im Chart. Zum Hoch im März 2007 wurden 511’636 PKWs neu zugelassen, im April 1012 nur noch 205’490 PKWs, ein Einbruch von -59,84% und ein Einbruch vom Volumen her, der deutlich größer ist als die kompletten PKW-Neuzulassungen von Deutschland aus April 2012! Selbst zum langfristigen Durchschnitt mit 333’584 neu zugelassenen PKWs von Januar 1990 bis Dezember 2007, der auch jeweils den saisonal sehr schwachen August enthält, ging es um -38,4% abwärts.

Gemessen an den PKW-Neuzulassungen hat in der Endkonsequenz der Euro keinen Wohlstand den PIIGS gebracht, sondern deutlich weniger Neuzulassungen als noch in den 90ern, dies allein ist absurd, denn die enorme Produktivität und der Output von hochmodernen Werken in Europa und der Welt, implizieren einen höheren Konsum als in den 90ern! Zugegeben sind für diese Aussage, bezogen auf den Wohlstand, PKW-Neuzulassungen ein unzureichender Indikator und Wohlstand bleibt auch immer ein Frage der gewählten Definition. Trotzdem weisen diese Daten auf einen sich immer weiter zuspitzenden Widerspruch unserer Zeit hin. Massenoutput mittels Technologie- und Produktivitätssprüngen von immer weniger Mitarbeitern, treffen auf schrumpfende Kaufkraft und sinkenden Konsum. Dies spitzt die Krise bereits aus diesem Grundwiderspruch heraus weiter zu und die temporären Effekte aus der Globalisierung, die diesen Widerspruch mittels neu gewonnener Absatzmärkte kaschierten, lassen künftig nach.

Quelle Daten: Simi.ie/Press Release: Car sales down by almost a quarter; Motor Industry says second registration plate needs to be introduced, sowie die der anderen nationalen Automobilherstellerverbände bzw der Importeure

 Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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5 KommentareKommentieren

  • klaus - 8. Mai 2012

    Keine PKW-Umsätze, nur Auftragseingänge in Deutschland,

    der FISKAL-PAKT zeigt kräftige Risse.

    Austerität ist im Zweifel.
    Tja, man hat FERTIG mt Sparen.

    Endlich kommt Schwung auf das Rad und
    die Subventionen in
    “Künstlichen Beschäftigungsfabriken”
    werden in Zweifel gesetzt.

    Die Bewertung ändert sich,
    nicht Pädagogik und Verwaltung,
    sondern Konstruktives wird wichtiger.

    Hier mal wichtigere Stimmen dazu, als meine,
    vielleicht etwas zu subjektive Stimme.

    handelsblatt.de

    Gruß klaus

  • klaus - 8. Mai 2012

    Endlich kommt Schwung auf das Rad und
    die Subventionen in
    “Künstlichen Beschäftigungsfabriken”
    werden in Zweifel gesetzt.

    Die Bewertung ändert sich,
    nicht Pädagogik und Verwaltung,
    sondern Konstruktives wird wichtiger.

    ———–
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/euro-fiskalpakt-oekonomen-zerpfluecken-merkels-krisenpolitik/6602206.html

    An einem Strukturwandel zulasten der in der Vergangenheit
    mit Krediten künstlich aufgeblähten Sektoren werden
    die Krisenländer nicht vorbeikommen.“
    So seien klassische Konjunkturprogramme zur Schaffung
    einer künstlichen Nachfrage nach Produkten,
    die ansonsten keiner haben wolle,
    in einer solchen Situation „das falscheste Rezept“,
    unterstrich Fichtner.
    —– handelsblatt.de

    Oh, hatte nicht vermutet, das Html-Tags das Wichtigste
    rausschneiden.

    🙂

    • Bernd Rickert - 8. Mai 2012

      ” … Schaffung einer künstlichen Nachfrage nach Produkten,
      die ansonsten keiner haben wolle …”

      Das Handelsblatt hat sicher Frau Klatten gefragt, ob sie gerne einen Fiat 500 haben wollte.

  • Bernd Rickert - 8. Mai 2012

    Den Widerspruch von steigendem Angebot bei zwar vorhandener, aber unbefriedigter Nachfrage hast du sehr gut beschrieben. Dieser Widerspruch liegt darin, dass die Industriellen nicht gesellschaftsfähig sind und ausschließlich auf das Geld schielen. Das Gesellschaftsschichten deswegen in den Status eines Entwicklungslandes fallen, verstößt zwar gegen die Menschenrechte

    bezüglich des Fahrzeugaustosses insbesondere gegen Artikel 27

    “1. Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.”

    zur Verhinderung ungleichzeitiger Entwicklung in homogenen Gesellschaftsystemen. In heterogenen Gesellschaftssystemen gibt’s sowieso keine Menschenrechte. Darauf läuft die EU-Politik jedoch hinaus..Die Menschenrechte scheinen den elitären Affenstall nicht zu interessieren.

    Auch die PIIGS sind nur “periphäre”, wirtschaftlich irrelevante Gebiete, die als Puffer gegen illegale Einwanderer und militärischen Strategien unterworfen sind. Anders lassen sich weder die absurden griechischen und italienischen Investitionsprogramme noch die Austeritätspolitik erklären.

  • titoslavija - 8. Mai 2012

    für mcih sieht das europrojekt immer mehr danach aus, um zwietracht in europa zu sähen und nciht um frieden zu schaffe.
    wie sonst ist zu erklären, dass in den medien ständig die rede davon ist, dass deutschland derjenige ist, der sagt wo es lang geht und der böse ist, der die den südeuropäern die spardiktate aufzwängt, obwohl merkel auf jede ihrer forderungen praktisch zurücknehmen musst.