Krisendomino: Eine neue Banken- und Wirtschaftskrise kann Barack Obama sich nicht leisten

von am 12. Januar 2012 in Allgemein

In den USA herrscht Wahlkampf. Nach den ersten Vorwahlen der Republikaner in Iowa und New Hampshire zeichnet sich Mitt Romney, ehemaliger Gouverneur von Massachusetts, Gründer von Bain Capital und Multimillionär, als Favorit ab. Angesichts der anhaltend desolaten Wirtschaftslage mit hoher Arbeitslosigkeit, dürfte seine Wirtschaftskompetenz der wohl wichtigste Trumpf gegenüber seinen innerparteilichen Konkurrenten, aber vor allem auch gegen Präsident Obama sein – vorausgesetzt er setzt sich bei den Vorwahlen seiner Partei als Präsidentschaftskandidat durch. Verschlechtert sich die Wirtschaftslage in den USA, kann er diesen Trumpf ausspielen. Kommt es gar zu einer neuen Bankenkrise und dadurch bedingt zu einem Einbruch der US-Wirtschaft, wären Obamas Tage als US-Präsident vermutlich gezählt.

Allein schon deswegen ist davon auszugehen, dass die regierenden Demokraten um Präsident Obama in 2012 schlicht alles unternehmen werden, um eine Bankenkrise und eine Verschlechterung der Wirtschaftslage zu verhindern. Es ist nur die Frage, ob es funktioniert.

Einerseits scheinen nach wie vor probate Konzepte zu fehlen, andererseits hat der Streit um die Erhöhung der Schuldengrenze nur zu deutlich gezeigt, dass die Bereitschaft der Republikaner, ihm zu helfen, so gut wie nicht vorhanden ist. Finanzielle und politische Lähmung in allen wichtigen, aber heftig umstrittenen Fragen, ist – angesichts der Verschuldung und der Mehrheitsverhältnisse im Kongress – das Resultat. Das wird sich im Jahr der Präsidentschaftswahl wohl kaum ändern.

Vor allem aber gleicht der Versuch, wenigstens irgendeine Art oder auch nur den Anschein von Stabilität zu wahren, einem Kampf mit der Hydra, weil es nicht nur in den USA, sondern weltweit so viele gefährliche Brandherde gibt. Auch wenn er ihn – mit Blick auf die weltweiten Bemühungen um Stabilität – nicht alleine führen muss, so ist dennoch ein sehr großes Fragezeichen hinter die Frage zu setzten, ob es gelingen kann, fortlaufend alle Brandherde unter Kontrolle zu halten, ohne die zugrundliegenden Probleme wirklich zu lösen. Denn letzteres ist bislang nicht geschehen, wobei man darüber streiten kann, wie lange es – rückblickend bis zur Lehman-Pleite (2008) oder auch der US-Immobilienkrise (2007) – schon nicht gelungen ist.

Die Krisen kriseln seit vielen Monaten vor sich hin. Die bestehenden Risiken sind weder weniger noch wirklich kleiner geworden. Sie sind noch nicht einmal genau abzuschätzen, aufgrund der nach wie vor geringen Transparenz. Es braucht zudem nicht viel, um die ohnehin erneut schwer angeschlagenen Finanzmärkte auf Talfahrt zu schicken. Eine Reihe von Ökonomen erwartet mittlerweile zudem eine Rezession, was als neues, zusätzliches Stabilitätsrisiko zu verbuchen ist.

Und es geht auch nicht mehr nur um die Stabilität von Märkten und hochverschuldeten Staaten. Denn der Druck auf die Verantwortlichen in Politik, Finanzwelt und Wirtschaft sowie die Nervosität und die Empfindlichkeiten sind mittlerweile überall sehr hoch und das nagt mithin auch an der Stabilität von Institutionen und des politischen Systems. Die Toleranzgrenze ist für viele nicht länger verhandelbar, nicht für Jürgen Stark, der als EZB-Chefvolkswirt zurücktrat, nicht für Philipp Hildebrand, der sein Amt als Präsident der Schweizer Notenbank (SNB) niederlegen musste (1), nicht für Bill Daley, der nicht länger Stabschef Präsident Obamas sein wollte (2), nicht für viele Bürger, die in Krisenländern auf die Straße gehen und nicht für viele Deutsche, beispielsweise mit Blick auf das Verhalten des Bundespräsidenten Christian Wulff.

Die Warnung, die der italienische Ministerpräsident Mario Monti anlässlich seines Besuchs in Deutschland gestern aussprach, ist deswegen sehr ernst zu nehmen: “Wenn es für die Italiener in absehbarer Zeit nicht greifbare Erfolge ihrer Spar- und Reformbereitschaft gibt, wird in Italien ein Protest gegen Europa entstehen, auch gegen Deutschland, das als Anführer der EU-Intoleranz gilt, und gegen die Europäische Zentralbank.” (3) Was er damit meint, ist klar: Die Krise wird als nächstes auf das politische System übergreifen, wenn es nicht gelingt, die kriselnden Volkswirtschaften aus der Abwärtsspirale herauszuführen. Darauf kommt es an, nur das zählt letzten Endes, denn nur das ist es, was alle Bürger verstehen, weil sie es zu spüren bekommen. Das war in den 30er Jahren so und es gilt auch heute – für Europa ebenso wie für die USA, Großbritannien und Japan.

Die Bewältigung der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise ist so gesehen nur ein Mittel zum Zweck. Sie weiterhin nicht zu bewältigen, ist die sichere Fahrkarte in eine ernste Wirtschafts- und Politikkrise.

Es könnte sein, dass Barack Obama das zu spüren bekommt.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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28 KommentareKommentieren

  • laolawelle - 12. Januar 2012

    Ich habe einen sehr schönen Artikel zur lage der US-Wirtschaft gefunden:

    http://www.propagandafront.de/196950/us-wirtschaftszusammenbruch-beschleunigt-sich-meldungen-uber-erholung-sind-reine-propaganda.html

  • Roland - 12. Januar 2012

    Heutige Zahlen deuten darauf hin, dass die USA ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft (ex Autos) gehabt hat.
    Ohne das enormen Gegenhalten des staatlichen Haushaltes, der auch 2012 eine Neuverschuldung von einer Billion USD (amerikanisch: “Trillion”) aufnimmt, würde die US-Wirtschaft einfach abschmieren.

    Für einen Aufschwung wird es bei dem sich verstärkenden Gegenwind vornehmlich aus Europa vermutlich dennoch nicht reichen.

    Zur Ablenkung der Wähler wäre im Frühjahr/Sommer daher ein Krieg ganz passend. Wie wäre es mit einem Angriff auf Syrien oder den Iran ?

    • sunwalker - 12. Januar 2012

      Da wird wohl auch schon kräftig an der Eskalationsschraube gedreht:

      http://www.politaia.org/wirtschaft/nachster-hammer-gegen-den-dollar/

      War so etwas nicht auch ein Kriegsgrund gegen den Irak?

    • kurzdump - 12. Januar 2012

      In Anbetracht des Wahltermins müsste der Angriff auf den Iran sobald wie möglich passieren und auch rasch zu Ende sein!
      Denn die ersten Konsequenzen, der Einbruch der Märkte und der explodierende Ölpreis würden Obama ganz und gar nicht in die Hände spielen.

      Falls der Krieg innerhalb weniger Monate als Erfolg gefeiert werden könnte würden sich auch die Märkte bis dahin beruhigt haben, der Ölpreis wäre wieder auf “Normalniveau” und Obama hat die Siegerkarte.

      Daher: Entweder jetzt oder erst nach den Wahlen.

  • mitwisser - 12. Januar 2012

    Romney hat Wirtschaftskompetenz? Als Gründer eines Finanzinvestors im Lande des Turbokapitalismus. Na das kann ja heiter werden.

  • mitwisser - 12. Januar 2012

    Nachtrag:

    http://online.wsj.com/article/SB10001424052970204331304577140850713493694.html

    Von einer Heuschrecke dürfte sich sein Aufreten bei den gekaperten Firmen nicht allzu sehr unterscheiden.

    Dann werden halt noch ein paar Millionen mehr Food Stamps gedruckt, damit das Prekariat dort wenigstens keine Hungerrevolten anzettelt.
    Im weiteren Sinne ist der Mann ein typsicher Repräsentant der Wall Street. Dann wirds für die Lobbyisten wenigstens billiger ihre Interessen dort zu wahren. Und das Spiel geht weiter wie bisher…..

  • M.E. - 12. Januar 2012

    Nachdem die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA während der letzten Monaten merklich gefallen war, gab es in dieser Woche einen starken Anstieg um 24000.
    Das Wachstum der US-Einzelhandelsumsätze ist im heute berichteten Zeitraum deutlich zurückgegangen, bereinigt um die PKW-Umsätze sind sie sogar etwas geschrumpft.
    Die Phase der geringfügigen Besserung im 2. Halbjahr 2011 scheint den Höhepunkt überschritten zu haben. Die Besserung wurde auch nur erreicht, weil die private Sparquote fiel, also die partielle Entschuldung der Privathaushalte zum Stillstand kam. Insbesondere durch Ausweitung der Autokrdite und Studentenkredite.
    Nun beginnen sich auch die Einsparungen bei den Staatsausgaben auszuwirken, die allerdings auch nur dafür sorgen werden, dass die Neuverschuldung von etwa 1,3 Billionen Dollar p.a. auf 1,1 Billionen reduziert wird. Ein nach wie vor völlig untragbares Niveau. Und wenn die Baby-Boomer jetzt Jahr für Jahr ins Pensionsalter kommen, werden die Defizite sogar wieder zunehmen und die Unterdeckung der meisten Pensionsfonds wird offenkundig werden. Wenn die Regierung einen Bankrott von staatlichen Pensionskassen in der Zukunft vermeiden will, denn solche Bankrotte hätten verheerende Auswirkungen, wird sie zur starken Unterstürtzung dieser Kassen gezwungen sein.
    Der Verfall der US-Infrastruktur wird weitergehen, weil die Republikaner Infrastruktur-Ausgabenprogramme ablehnen.

    Die Republikaner sind Gefangene ihrer prinzipiellen Ablehnung von Steuererhöhungen. Bei der geringen Steuerquote hätten die USA hier durchaus noch Potenzial, vor allem bei der Besteuerung der reichen Bevölkerungsteile. Das haben aber alle republikanischen Kandidaten ausgeschlossen.
    Somit wird das gigantische US-Staatsdefizit einnahmeseitig nicht zu reduzieren sein.

    • SLGramann - 12. Januar 2012

      Richtig, M.E.! Das Programm der Republikaner besteht darin: 1.) möglichst keine Steuern zu erheben, 2.) keine Schulden machen zu wollen und 3.) auf dieser Grundlage einen hochgerüsteten Staat betreiben zu wollen, der ständig unendlich teure Kriege führen und irgendwie mit China mithalten soll.

      Wie das zusammengehen soll, das weiß kein Mensch. Auch die Reps haben das in der Praxis nie hinbekommen. Gestrichen wird in der Praxis dann immer Punkt 2 – denn Schuldenkönige waren schon Reagan und Bush 2.

      Sind die Reps erbärmlicher, als sie widerlich sind oder anders herum?

      Grüße.

      • peterb - 12. Januar 2012

        “Sind die Reps erbärmlicher, als sie widerlich sind oder anders herum?”
        Da fehlt noch was: Dümmer als / oder …

      • Tourist - 12. Januar 2012

        “Wie das zusammengehen soll, das weiß kein Mensch.”

        Ja ist doch glaskalr, wie das zusmmengehen soll! Mit Armut! “Not macht erfinderisch”, denkt sich ein marktüberzeugter Republikaner! Also wird schon alles gut! Die Horden von armen Menschen und ausgstoßenden Menschen sollen mal endlich ihre Rolle als Tellerwächer ernst nehmen!

        So denkt der marktgläubige Fortschrittsoptimist!

        Dann folgen solche Argumente wie:

        “Ja hier musste ja auch noch keiner verhungern!”

        Oder

        “Jammert mal nicht so rum ihr faules armes PACk!!! Seht nach Afrika da issts schlimm! Also kann doch ein bisschen Tellerwaschen nicht soo schlimm sein!”

        der dumme Idiot, der so denkt, rafft nur nicht, dass es nurLOHN Arbeit gibt, wenn vorher auch Gewinne ertwirtschaftet wuden! Gibts keine Gewinne oder die Aussciht darauf, gibts auch keine Lohnstellen!

        Aber auch das deutet ja ein Radikaler so um:

        “Tja dann muss er, der Arme, halt mal für weniger Lohn arbeiten! Und damit auskommen! Und wenn er oder sie es nicht schafft, dann ist er halt zu schwach für den konkurrierenden Überlebenskampf der Marktwirtschaft und gehört sowieso selektiert!”

        Spätestens bei solchen Argumenten die Hand vors Gesicht nehmen und das Ballaballa-zeichen mit eindringlichen Blick gegenüber dem Marktfreund machen!

        Denne sist vergeblich folgendens Argument kalr zu machen:
        Denn der dumme Marktfreund denkt im Ernst LOHNArbeit wäre eine Frage des Preises! Und nicht der Auftragslage, des Verbrauchs, der gelingenden Gewinnmaximierung und der Kaufkraftentwicklung! UNd auch, was viele immer unterschätzen, des Sättigungsgrads!

        Wie gesagt: Befriedigung ist der Tod und der Stillstand der Markttwirtschaft! Die Marktwirtschaft “will” nicht, das wir befriediigt werden!

    • kurzdump - 12. Januar 2012

      Die USA hat, genau wie wir ebenso kein nachhaltiges Geschäftsmodell. Ich bin Techniker, kein Ökonom, dennoch glaube ich zu erkennen dass es sich um ein strukturelles Problem handelt.

      In den vergangenen Jahrzehnten haben die Länder der westlichen Welt ihre Binnenwirtschaft durch Verlagerung der Industrie in Schwellenländer und durch Automatisierungen in der Dienstleistung massiv beschnitten. Sowohl essentielle Güter als auch reine Konsumgüter werden nun importiert, wobei – wenn überhaupt – nur ein sehr geringer Wertschöpfungsanteil durch die Binnenwirtschaft beitragen wird. Die Abhängigkeit von Rohstoffimporten ist ein zusätzlicher Faktor.

      Exporte gehen tendenziell zurück weil die Schwellenländer damit beginnen selbst Autos oder Hightech Produkte und Anlagen zu bauen. Für Dienstleistungen gilt das sinngemäß.

      Dadurch entsteht doch – sofern Tourismus oder andere “rücklaufende” Kapitalströme das nicht ausgleichen können, was bei den wenigsten Ländern der Fall ist – zwangsweise ein Leistungsbudgedefizit. Gelingt es nicht dieses Defizit zu verringern führt das im Falle der USA zu endlosem Schuldenwachstum und dem Export einer weltweiten Inflation. Bei Ländern mit eigener Währung oder dem Euroraum wäre die Konsequenz ebenfalls ein Schuldenwachstum das letztendlich in galoppierender Inflation endet. In beiden Fällen kann dass das jeweilige Land alternativ auch schrittweise vom Ausland aufgekauft werden.

      Hinzu kommt dass immer weniger Arbeitsplätze entstehen – die Automatisierung schreitet schließlich in allen Wirtschaftsbereichen weiter voran. Man kann diese frei werdenden Kapazitäten natürlich “intern” beschäftigten, zB in der Verwaltung oder der Wellnessbranche, am Leistungsbudget ändert das aber nichts.

      Wenn ich damit richtig liege gibt es für die USA nur noch wenige Optionen wenn ein Systemreset oder -kollaps vermieden werden soll:
      1. Handelszölle oder andere Maßnahmen zum (nachhaltigen) Ankurbeln der Binnenwirtschaft
      2. Aufgabe des Leitwährungscharacters des USD damit der Weg in eine reale Abwertung möglich wird
      3. Globale Währungsreform
      4. Länderunion MIT Schwellenländern und Ressourcenreichen Ländern gründen
      5. (Welt)Krieg

      Steuererhöhungen, Steuerreformen, o.ä. würden dieses Problem nicht lösen können.

      • kurzdump - 12. Januar 2012

        Leistungsbilanz natürlich … nicht -budget 🙂

  • Nina - 12. Januar 2012

    USA kann sich nicht weiter verschulden,sie haben genug schulden,diese website ist sehr informativ vielen dank. Liebe Grüsse Nina

  • henne - 12. Januar 2012

    @kurzdump
    Gebe die in Teilen (Automatisierung) als Dipl.-Ing. recht…. .

  • Werner - 12. Januar 2012

    “…Die Warnung, die der italienische Ministerpräsident Mario Monti anlässlich seines Besuchs in Deutschland gestern aussprach, ist deswegen sehr ernst zu nehmen…”

    Mario Monti hat in seinem total überschuldeten Italien eigentlich Besseres zu tun als Deutschland Ratschläge zu geben, sollte man meinen (a la “wer im glashaus sitzt soll nicht mit Steinen um sich werfen”.)

    Und, man muss ja nicht jedem Ablenkungs-Manöver (derer die im Glashaus sitzen) Beachtung schenken.

    mfg. Werner

  • der-oekonomiker - 12. Januar 2012

    Amerika wird einfach in den nächsten Wochen den Druck auf den Euro weiter erhöhen und so von seinen eigenen riesigen Problemen (1. Armut, 2. Armut, 3. Armut) ablenken. Fkt. doch bestens, wie wir schon seit Monaten beobachten können.
    Eine wunderbar stimmige Aussage von Werner: “Monti hat in seinem total überschuldeten Italien…”. Voller Gefühl, aber auch Fakt? Ich habe so meine Zweifel. Spielt aber für Monti’s Aussagen keine Rolle. Die stimmen trotzdem, wie sich an Irland, Portugal und – schon sehr viel weiter – Griechenland beobachten lässt (in Amerika übrigens auch).
    Weit und breit niemand, der diese Entwicklung stoppen will/kann.

  • dank - 12. Januar 2012

    Komische Welt, in der die Schuldner die Geldgeber erpressen können
    siehe Target2, Banken, Staaten, HedgeFonds, …
    …und nicht zuletzt Montis Warnung, die durchaus auch als Drohung verstanden werden kann.

    Die schwadronieren alle rum – so lange bis wir (Menschlein) alle unser
    Geld, oder was wir dafür halten, abholen/abziehen – uns verweigern, den Käse,
    in der Form, weiter mitzumachen, und dann weinen alle.

    FiatMoney sucks und macht uns kirre – bring back the good old gold.

  • Eurelios - 12. Januar 2012

    Alles keine guten Aussichten.

    Malen wir es mal ganz schwarz:

    http://www.gegenfrage.com/eu-zusammenbruch-bankfeiertage-und-krieg/

    Leider hat dieser Gerald Celente vielen Fällen recht recht behalten

  • Presto - 12. Januar 2012

    Als Kritiker des US Regimes habe ich auch folgende Webseite gefunden, die dem interessierten Leser Infos bietet: http://wsws.org/de/2012/jan2012/wahl-j06.shtml

    Ich denke bei jedem Wahlkampf in den USA nur noch an die Vertretung des Volkes durch die Finanzmafia, mehr nicht.

  • Benedikt - 12. Januar 2012

    Von den Automatischen Budgetkürzungen, die eigentlich ab dem Haushaltsjahr 2013 umgesetzt werden sollten, falls man sich nicht massive Einsparungen einigen kann, hört man jetzt nichts mehr. Auf ein massives Sparprogramm konnte man sich nicht einigen. Vor ein paar Tagen hat das US Militär seinen Budgetplanung für die Zukunft vorgestellt. Da war auch nichts von Einsparungen zu sehen. Da wurde nur umgeschichtet, Mehrausgaben für Technik, dafür ein paar Tausend weniger Soldaten. Und die Ratingagenturen schweigen dazu eisern, obwohl man noch letztes Jahr verlautet hatte, nur wenn massive Kürzungen kommen, behalten die USA ihr AAA Rating.

  • Holly01 - 12. Januar 2012

    Es wird ruhiger, die “anglikanischen Finanzmärkte” lassen die europäische Schuldenkrise auf kleinerer Flamme weiterköcheln.
    Die Zinsen wurden erhöht und bei Kapitalbedarf, werden die Zügel wieder angezogen.
    An der grundsätzlichen Situation hat sich seit dem Jahrtausendwechsel und der dot.com Blase nichts geändert.
    Die Politiker scheuen das Spüaren am Wähler wie der Teufel das Weihwasser, die wursten lieber von Haushalt zu Haushalt weiter und bleiben so erpressbar.
    Die Deindustrialisierung geht ebenfalls weiter, weil der Westen die Stückpreise nicht in den Griff bekommt.
    Deutschland bleibt Exportnation, weil ein Binnemarktprogramm die Konkurrenzfähigkeit gefährden würde.
    Nirgends ist einer der ein Interesse an dem big bang hat.
    Die Dollarbesitzer haben allerdings etwas gelernt : den Amis siind ihre Interssen absolut gleichgültig. Die schleichende Flucht aus dem Dollar via Währungsswaps wird zunehmen, damit werden die Amis den Druck vom Euro nicht runternehmen. Der dicke Daumen bleibt.
    Nur am Rande : Obama ist in der gleichen Studentenschaft wie GW Buch jr. und inhaltlich passt da kein Blatt dazwischen.
    Ich rechne fest mit einem Irankrieg und ich rechne fest damit, dass die Türken versuchen werden die Kurdengebiete aus dem Irak und Iran unter ihre Kontrolle zu bekommen. Die Amis hätte nichts dagegen, denn das würde Israel entlasten, weil sich der Hass teilen würde. Die antiisraelische Front würde für einen Krieg zu schwach.
    Für Europa könnte es 2012 noch einmal ruhiger werden. Verpennen die europäischen Politiker auch diese Pause, dann kommen die Probleme in 2013 (nach der Wahl in USA) verstärkt zurück.

    • Benedikt - 13. Januar 2012

      Letztens gelesen, die Türkei braucht mehr als 100 Mrd $ an Netto Kapitalzuflüsse, um die Wirtschaft am laufen zu halten. Die Türkei erzeugt ihr 10% Wachstum mit Konsum- und Baukreditsteigerungen von teilweise über 30%, finanziert durch kurzfristiger Kapital vom Ausland. Bei einen Krieg dürfte das Kapital massenweise wieder aus der Türkei flüchten. Während einer schweren Wirtschaftskriese einen Asymetrischen Krieg gegen den Iran und Irak zu führen wird nicht einfach. Die Iraner trainieren ja die Hisbollah aus, die Israel schon besiegt hat. Das ist für die Türkei auch ein Selbstmordkrieg.

      • Holly01 - 14. Januar 2012

        Die Türkei entwickelt sich sehr gut. Die Drehscheibe zwischen Europa und dem Arabien hat Potential in beide Richtungen.
        Die Türkei hat ausserdem einen konstanten Kapitalzufluss aus dem Ausland, weil die türkischstämmigen im Ausland tätigen, nach wie vor große Summen in die Türkei spülen.
        Ein Krieg mit dem Irak ist nicht möglich, weil der Irak keine Armee hat. Das kann man bestenfalls als Frakmente bezeichnen.
        Ein Krieg mit dem Iran wäre an der Seite der USA und GB und damit kalkullierbar. Ich glaube nicht, dass in dieser Situation das Kapital flüchtet.
        Erdogan ist kein Idiot, er spielt die israelische Leier sehr geschickt, um die Amis bei Laune zu halten. Die Wasserfragen in der gesamten Region werden nur mit der Türkei zu beantworten sein.
        Ein Faustpfand, das höher wiegt als das Erdöl im Mittelmeer.

  • cesarjonas - 12. Januar 2012

    Hallo,

    ein sehr sehr guter Beitrag. Der letzte Absatz ist der wertvollste. Sehr gut analysiert, und was mich besonders freut, ein politisch rationales denken steht dahinter. Nur mit dieser Nüchternheit, welche in Ansätzen auch Monti zeigt, ist diese Krise von unserem “System” überwindbar.

    Man findet doch immer wieder diese Perlen hier auf diesem Blog. Vielen Dank.

    Grüße aus Dresden

  • jo - 13. Januar 2012

    Die Gewinne der US Firmen sind weiterhin hoch, viele sitzen auf vollen Kassen. Nur kommt bei der Masse der US-Bürger immer weniger davon an, die werden nach Ablauf der Staats-Hilfen einfach sich selbst überlassen und solange keine Presse davon berichtet hat es den Anschein dass es besser läuft (weil die Statistiken ja leicht besser werden). Die jahrgangsstarken Baby-Boomer werden aber nicht so schnell von ihren angesparten Pensionen leben koennen, diese Zahlungen kann die Wirtschaft nicht leisten, da die Gewinne von der legalen Finanzmafia abgegriffen werden und mit China ein neuer eigensinniger Spieler dabei ist (Vergleichbar mit Japan in den 80gern) der noch nicht unter der Kontrolle der Finanzmafia steht. China kann nur durch eine vorhergehende innere Schwächung unter Kontrolle gebracht werden, die Schwächung kann und darf auch wirtschaftlicher Natur sein und zu einem Autoritätsverlust der dortigen politischen Elite führen. Russland ist hier vergleichsweise zu klein (wenn auch sehr reich an Bodenschätzen) und deutlich leichter zu knacken, ein geschickt platzierter Boris Jelzin 2 und schon läuft es marktwirtschaftlich liberal im Sinne der Wallstreet/London, unter Herausbildung einer loyalen russischen Oligarchenschicht die als lokale Statthalter funktionieren werden.

    Ob die USA einen Krieg gegen Iran führen werden? Ich weiss es nicht und ich hoffe nicht, denn Iran wird in wenigen Jahren wohl sein Öl für sich brauchen (wozu dann demokratisieren?), auch die Lage in Mittelasien ist sehr verwirrend, die Türkei-Russland-Iran-Israel-USA-China und die vielen Länder drumherum sind viel zu komplex miteinander verwoben dass eine menschliche Intellegenz hier keine erfolgreiche langfristige Taktik hervorbringen kann. Es herrscht ein fragiles Gleichgewicht, mit einer potentiellen iranischen A-Bombe wäre das Gleichgewicht-des-Schreckens weit stabiler, aber die dann folgende Aufrüstung der Nachbarländer würde zu neuen Ungleichgewichten führen bzw die Gefahr dass ein paar nationalistische und/oder religiöse Radikalisten ihr Heil im grossem Krieg sehen (weil erst danach kommt ja das Paradies, der Mahdi oder der Messias zurück auf die Erde).

    Alle sehr pessimistisch, aber andererseits haben wir den kalten Krieg ohne nuklearen Winter hinter uns gebracht und in vielen Krisengebieten wäre für die einfachen Menschen ein dauerhafter/stabiler Waffenstillstand schon mehr als sie heute haben. Für Europa ist ein weiterer Wohlstandsverlust, wie in den USA, nicht zu verhindern. Er sollte aber sozial abgefedert werden, hoffentlich gelingt uns dass (Geld und Ressourcen wären da, nur die maßlose Gier Einzelner steht dagegen).

    alles meine private meinung die sich nach tag und gemütsverfassung jederzeit ändern kann.

  • der Bauer aus dem Hunsrück - 13. Januar 2012

    der amit bruacht inzwischen außer öl keine rohstoffe mehr, weil er keine eigene wirtschaft mehr hat. er braucht außer dem öl auch noch geld um die produkte, die er importiert, weil er sie selber nicht mehr herstellt und deshalb keine rohstoff mehr braucht, kaufen zu können um seiner bevölkerung noch einen gewissen wohlstand zu suggerieren, der auch immer weniger wird und immer weniger ihn mitkriegen. der ami konfisziert lieber! Afganistan, IRAQ, Sudan, Somalia, Nigeria, Nahost…Nordafrika. Überall werden Konten unlibesamer Länder konfisziert und anschließend geplündert. Bei Lybien waren es 200 Mrd $, die sich die Siegermächte unter Rechnungstellung für die selbst provozierten Kriegskosten, unter den Nagel gerissen haben. Nicht umsonst hat Chavez, der Präsident Venezuelas, der kein Freund der USA ist, sein Gold wieder heim ins Reich geholt. Der Ami und mit ihn das große Geld, der Zionismus und die organisierte Kriminalität, gehen immer dreister vor nur der deutsche Michel und seine Micheline merkt nix und denkt deshalb in beträfe es nicht. Ach Michel, bis du ausgeschlafen hast, stehs´de nackig da.

  • Georg Trappe - 14. Januar 2012

    Es gibt in den USA auch noch klar denkende Menschen, die bei ihrer Analyse der Probleme unabhaengig von Parteizugehoerigkeit zu Verbesserungsvorschlaegen faehig und bereit sind, wie dieser Artikel zu berichten weiss:

    http://baselinescenario.com/2012/01/12/refusing-to-take-yes-for-an-answer-on-bank-reform/

    Allerdings scheinen die massgeblichen Persoenlichkeiten der politischen Klasse in den USA, wiederum parteiunabhaengig, nicht mehr in der Lage oder willens zu sein, diese ansich hoffnungsvollen Ansaetze aufzugreifen und in konkrete Gesetzgebungen zu ueberfuehren.
    Das Ganze erinnert sehr stark an die Zustaende vor der franzoesischen Revolution in Frankreich und ist somit aus meiner Sicht ein deutlicher Beleg dafuer, wie weit die Refeudalisierung fortgeschritten ist und wie weit die amerikanische Demokratie im Laufe der Zeit, Zug um Zug, von den Finanzoligarchen der Wall Street vereinahmt und zu einer Plutokratie umfunktioniert wurde.

    Stichworte sind:

    1) Permanente Finanznoete (J. Necker)
    2) Blockade von Reformen durch die Priveligierten (Adel, Klerus)
    3) Eskalierende Not und Hunger in den unteren Bevoelkerungsschichten (Brotpreise)
    4) Entstehung eines breiteren politischen Bewusstseins