Neun auf einen Streich: S&P-Rating, die Euro-Zone oder wer wem vertrauen kann

von am 14. Januar 2012 in Allgemein

Standard & Poor´s hat gestern die Kreditwürdigkeit von Frankreich und Österreich um eine Stufe von AAA auf AA+ heruntergesetzt. Das Rating von Malta, der Slowakei und Sloweniens wurde ebenfalls um jeweils eine Stufe zurückgenommen. Die Bonität von Italien, Spanien, Portugal und Zypern verschlechterte sich um zwei Stufen. (1)

Am Donnerstag hatte das Handelsblatt berichtet, dass auch Fitch angekündigt hat, nach Abschluss einer laufenden Überprüfung und Neubewertung der Risiken könnte noch im Januar die Kreditwürdigkeit einiger Euro-Staaten herabgestuft werden. (2) Es könnte also bald noch dicker kommen.

Ebenfalls am Freitag wurde berichtet, der US-Präsident Barack Obama habe in einem Brief an den Präsidenten des Repräsentantenhauses, John Boehner, eine weitere Anhebung der US-Schuldengrenze um 1,2 Billionen Dollar verlangt, weil dies nötig sei, um Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. (3) Die aktuelle Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar wurde allerdings bereits im Frühjahr letzten Jahres überschritten. Bereits Ende November hatte die US-Staatsverschuldung die Schwelle von 15 Billionen US-Dollar überschritten (4) und ist somit allein zwischen Juni und Ende November um 700 Milliarden Dollar gestiegen. Der Kongress hat nun 15 Tage Zeit, um auf Obamas Aufforderung zu reagieren.

Für Großbritannien sieht es in puncto Gesamtverschuldung – also die Schulden von Staat, Wirtschaft, Finanzsektor und Haushalten zusammengenommen – selbst im Vergleich zu den USA dramatisch aus, wie Steve Keen jüngst sehr schön dargelegt hat: Die Verschuldung von Privatwirtschaft und privaten Haushalten liegt nach offiziellen Daten im Vereinigten Königreich zusammengenommen bei 450 Prozent, wobei allein 250 Prozent auf den Finanzsektor entfallen. (5) Nach Daten von Morgan Stanley sieht es sogar noch schlechter aus. Die Ratingagentur gibt für Staat, Wirtschaft, Finanzsektor und Haushalte in Großbritannien einen Gesamtschuldenstand von 950 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) an, wobei die Schuldenquote des britischen Finanzsektors alleine mit 600 Prozent des BIP veranschlagt wird. (6) Dagegen nehmen sich die Schulden von Staat (81 Prozent), Realwirtschaft und Haushalten (knapp über 100 Prozent bzw. knapp unter 100 Prozent des BIP) bescheiden aus. Gleichwohl bekommt Großbritannien von den großen drei Ratingagenturen nach wie vor die Top-Bonitätsnote.

Gemäß der Daten des Internationalen Währungsfonds ergibt sich für nachfolgend aufgeführte EU- und Industriestaaten bezüglich der Staatsschuldenquote (Staatsverschuldung in Prozent des Bruttoinlandsproduktes) folgendes Bild (Daten Stand September 2011) (7) (8):

  • Frankreich:            86,81 Prozent
  • Deutschland:         82,64 Prozent
  • Österreich:            72,33 Prozent
  • Italien:                 121,07 Prozent
  • Malta:                    66,26 Prozent
  • Slowakei:               44,94 Prozent
  • Slowenien:             43,64 Prozent
  • Spanien:                67,42 Prozent
  • Portugal:             106,03 Prozent
  • Zypern:                  63,96 Prozent
  • Japan:                  233,10 Prozent
  • Großbritannien:     80,76 Prozent
  • USA:                    100,05 Prozent

Dazu muss berücksichtigt werden, dass in der Euro-Zone sowohl erhebliche Stützungsmaßnahmen zur Sicherung der Staatsfinanzen kriselnder Euro-Staaten ergriffen wurden als auch Maßnahmen zur Eindämmung der Staatsverschuldung. In den Vereinigten Staaten ist bisher nichts dergleichen geschehen. Stattdessen wurde im Zuge der Finanzmarktkrise Jahr für Jahr schlicht die Schuldengrenze angehoben – noch 2006 lag sie bei knapp 9 Billionen Dollar. (9) Kommt der US-Kongress der Forderung Obamas nach, womit gerechnet wird, steigt sie 2012 auf 15,5 Billionen Dollar.

Vor dem Hintergrund der Entwicklung fällt es zunehmend schwer nachzuvollziehen, nach welchen Kriterien die großen Ratingagenturen Standard & Poors, Moody´s und Fitch Bonität von Staaten bewerten – zumal sich gezeigt hat, dass im Krisenfall die Staaten auch für die Schulden des Finanzsektors geradestehen müssen.

Für Ratingagenturen sind ebenso wie für die Finanzmärkte Glaubwürdigkeit und Vertrauen entscheidende Geschäftsgrundlagen. Doch beides geht mit jedem weiteren schwer nachvollziehbaren und deswegen umstrittenen Rating sukzessive verloren. Die große Aufmerksamkeit und Aufregung, die Ratingentscheidungen bezüglich Staatsanleihen seit Monaten in Presse und Medien erhalten bzw. entfalten, indizieren unerschütterliches Vertrauen in die Bonitätsurteile, sind aber trügerisch. Denn vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit Top-Ratings für strukturierte Wertpapiere, die sich im Zuge der US-Immobilienkrise massenhaft als toxisch herausstellten, werden Investoren sich zunehmend die Frage stellen müssen, inwieweit sie bei Anlageentscheidungen noch auf die Ratings der großen Ratingagenturen vertrauen können – sofern sie nicht gesetzlich dazu verpflichtet sind. Ein gebranntes Kind scheut bekanntlich das Feuer und die Nervosität an den Finanzmärkten ist aufgrund der fragilen Stabilität hoch. Wo die größten Risiken liegen, ist keineswegs ausgemacht.

Damit ist die Lage auch für Ratingagenturen kritisch. Ist das Vertrauen erst einmal weg, wird es für Ratingagenturen schwierig werden, es wieder zurückzuerlangen. Bedeutungsverlust wäre damit vorprogrammiert.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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65 KommentareKommentieren

  • Richard Kallok - 14. Januar 2012

    Eine klare Analyse und ein deutliches Urteil. Gespannt darf man sein, ob der deutsche Mainstream sich auch endlich dazu bereit findet.

  • der-oekonomiker - 14. Januar 2012

    Eine Beschreibung, die zu kurz greift. Es geht bei den Ratings garnicht um die korrekte Bewertung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Europa. Wer wissen will, wie diese Agenturen in den nächsten Wochen und Monate “ticken” der muss sich die amerikanischen Verhältnisse ansehen, inkl. die Entwicklung bei der Präsidentschaftswahl. Die USA bekämpfen den Euro mit allen Mitteln, was ich auf meinem Blog schon seit Monaten immer wieder mehr oder weniger deutlich herausstelle. Wer sich in diese Thematik einlesen will, der wird z. B. am 23.09.2011 fündig: “Die Triple-A-Märchen”. Es ist deshalb auch ganz klar, warum Deutschland noch nicht abgestuft worden ist: Diese Herabstufung wird ein Kracher, der muss richtig zelebriert werden. Vorher fallen aber noch einige andere Ratings. Denen setzt die Abstufung von Deutschland nur noch die Krone auf. Kommen wird sie, unausweichlich. Da hilft kein GR-Austritt, Nord-Süd-Euro, D-Mark II, oder was auch immer so an “Sinn-vollen” Ideen gehandelt wird. Es geht um den Dollar und Amerikas Weltmacht.

    • Catweazle - 14. Januar 2012

      Ob der Dollar steht oder fällt hängt einzig und alleine vom militärischen Drohpotential der Amerikaner ab. Wird das in Zukunft ignoriert, dann sind die grünen Papierschnipsel im nu nur noch Altpapier. Die USA hatten im November ein Handelsbilanzdefizit von fast $50 Milliarden. Das war nur der Monat November und es wird niemals gegenüber den Gläubigern ausgeglichen. Ein Darlehen das man sich einfach nimmt und das niemals zurück bezahlt werden muss –> ein anderer Ausdruck dafür ist wohl Diebstahl.
      Das die Ratingagenturen zur Diebesbande gehören, darin besteht wohl überhaupt kein Zweifel. Organisiertes Verbrechen nenne ich das!

  • SLGramann - 14. Januar 2012

    Hallo Herr Eichner,

    wie Sie richtig feststellen, haben die Ratingagenturen bereits deutlich an Bedeutung verloren. Deren Urteile waren nie wirklich objektiv. In erster Linie sind sie Interessen verpflichtet, die nicht unbedingt dem objektiv besten Interesse der Gläubiger entsprechen.

    In den letzten – sagen wir mal – 20 Jahren waren sie zu allererst dem Interesse des “Systems” verpflichtet, das darin bestand, die Menge aus Geld und Kredit immer weiter über die Menge der realen Güterproduktion auszuweiten.

    Diese unmäßige Ausweitung der Schuldner/Gläubiger-Beziehungen war der Treibstoff für die krebsartige Ausweitung der Finanzwirtschaft und den ständigen relativen Bedeutungsverlust der Güterwirtschaft.

    Das alles hat auch den Ratingagenturen in die Hände gespielt.

    Was jetzt aber die konkrete Beurteilung europäischer Staaten angeht, finde ich die Ratings eher noch zu positiv.

    An einer Wahrheit kommt man ja langfristig nicht vorbei:

    DAS GRUNDPROBLEM DER EUROPÄISCHEN KRISE SIND DIE LEISTUNGSBILANZUNGLEICHGEWICHTE ZWISCHEN DEN EUROSTAATEN.

    Solange Deutschland seine Exporterfolge zu Lasten anderer Eurostaaten feiert, steigen dort die Schulden und hier die – höchst wackligen – Forderungen.

    Wer mehr Güter importiert, als er exportiert, muss eben ein Äquivalent an Kapital importieren, vulgo: Schulden machen.

    Das ist keine politische Aussage, es ist nicht mal in erster Linie eine ökonomische Aussage, das ist nur Mathematik.

    Da Deutschland absolut nicht bereit ist, seinen Exportkrieg abzubrechen, bedeutet das, dass die Auslandsverschuldung so gut wie aller anderen Eurostaaten weiter und weiter ansteigen muss.

    Wie sollen diese Auslandsschulden jemals bedient werden können, wenn diese Staaten nie in die Lage kommen können, Exportüberschüsse gegen Deutschland zu erwirtschaften?
    Nur dann könnten sie ja Kapital exportieren – sprich, Schulden zurück zahlen.

    Auch das ist wieder nur Mathematik.

    Eine Verbesserung der Schuldnerposition dieser Länder ist überhaupt nur auf zwei Wegen denkbar:

    1.) Wir bekommen zumindest ausgeglichene Leistungsbilanzen innerhalb der Eurozone.

    oder

    2.) Deutschland verzichtet offiziell und nach festen Regeln auf seine Forderungen und exportiert auch ganz Waren, ohne dafür gleichwertige Gegenleistungen zu verlangen (das ist die Transferunion).

    Beides sehe ich nicht.

    Die derzeitigen Konzepte (Sparen, Deflationieren, Rettungspakete) tragen jedenfalls nicht über den Tag hinaus.
    Die Situation wird sich Stück für Stück weiter verschlechtern, solange man sich nicht zu 1.) oder 2.) durchringen kann.
    Persönlich plädiere ich für 1.), glaube daran aber am wenigsten.

    Grüße

    SLG

    • SLE - 14. Januar 2012

      Hallo SLGramann,

      mag schon sein, dass die Ratings für die Euro-Staaten nicht so arg daneben liegen. Das Problem ist, dass sie im Ländervergleich über die Euro-Zone hinaus, insbesondere wenn die USA und Großbritannien mit einbezogen werden und vor dem Hintergrund der von den Agenturen angegebenen Begründung der schlechteren Ratings für Euro-Staaten, nicht mehr stimmig sind. Regelmäßig wird angegeben, es würde zu wenig für die Stabilisierung der Staatsfinanzen getan und die Wirtschaftsaussichten seien schlecht. Das stimmt aber ebenso für die USA und Großbritannien, Dort wird das von den Ratingagenturen nicht in derselben Weise bemängelt und noch dazu bescheintigten sie etwa Großbritannien auch wirtschaftlich solide Perspektiven – was schon an Hohn grenzt.

      Sie haben natürlich Recht, was das zentrale Problem in der Euro-Krise anbelangt. Ich denke sogar, man muss noch etwas tiefer bohren, wenn man die Ursachen der Leistungsbilanzungleichgewichte hinterfragen will. Sie hängen m.E. vor allem auch damit zusammen, dass die Marktführer, große, global operierende Konzerne eben, in den großen EU-Staaten sitzen. Zur Erinnerung: Eine zentrale, allerdings nicht offen kommunizierte Intention der EU-Erweiterung ist es gewesen, diesen europäischen Großunternehmen die Märkte der Beitrittsländer zu erschließen – und genau das ist ja auch geschehen. Ihre Leistungsbilanzdefizite können die Beitrittsländer auch deswegen nur sehr schwer abbauen, weil es dort keine heimischen Unternehmen gibt, die auch nur den Hauch einer Chance hätten, im Binnenwettbewerb gegenüber diesen Konzernen zu bestehen. Das artet in Wut gegen diese Konzerne aus, wie man etwa in Ungarn sehr deutlich sehen kann.

      So gesehen ist es eigentlich nicht ganz korrekt bei der richtigen Diskussion um die Leistungsbilanzungleichgeichte diese Ebene immer auszublenden. Aber ich denke, das wissen Sie ja auch selbst.

      M.E. wird man überhaupt nur dann eine Chance haben, in Krisenstaaten wie etwa Griechenland das Leistungsbilanzdefizit abzubauen, wenn man dort entsprechend des “infant industry”-Arguments einzelne Bereiche der Wirtschaft vor dem internationalen Wettbewerb schützt. Das ist eine heikle Sache und es widerspricht auch dem Freihandelsgedanken. Ich glaube aber nicht mehr, dass sich eine binnenwirtschaftliche Entwicklung in strukturschwachen Schuldenstaaten anders in Gang bringen lässt. So lange es die nicht gibt, gibt es auch keine Chance, die Leistungsbilanzdefizite dort abzubauen.

      • Systemfrager - 14. Januar 2012

        Wo soll ich unterschreiben?
        😉

    • Kistrof - 14. Januar 2012

      Die genannten Wege 1.) und 2.) sind die – sagen wir – “ehrlichen”.

      Es gibt m.E. noch einen 3.) und zwar die Inflationierung durch die EZB. Damit “verzichten” die Gläubiger auch indirekt. Lösung 3.) hat den großen Charm dass es sich innerhalb des Systems vollziehen lässt: Weder müssen Deutschland sein Exportüberschüsse abbauen noch mussen die Gläubiger Ihre Kredite abschreiben.

      Ich habe Zweifel ob das klappt und ob die Deflationären Kräfte nicht letztlich stärker sind. Man wird sehen. Auf alle Fälle wird die Inflationspolitik einige unangenehme Verzerrungen mit sich bringen.

  • Werner - 14. Januar 2012

    Aha, jetzt wird also der Überbringer der schlechten Nachrichten (totale Überschuldung der Staaten bei geringsem Wachstum = geringe Kreditwürdigkeit) abgestraft.
    Und alles ist wieder gut.
    Hurra, so einfach ist das Leben.

    Als weiteren Punkt für eine Verminderung der Kreditwürdigkeit würde ich würde ich noch die mangelne Einsicht in die wirkliche finanzielle Situation hinzufügen.
    Diese kann man nur mit Kindesmissbrauch bescheiben !

    Siehe hierzu : http://www.youtube.com/watch?v=Li0no7O9zmE&context=C3f9454eADOEgsToPDskKqfwVWqpDUSYwOM1Jtzk-N

    mfg. Werner

    P.S. : Den “Wettbewerb” wer nun der bösere Bube ist (USA oder Europa) finde ich kindisch : Beide sitzen in etwa in der gleichen Sch..sse.
    Und der “Wettbewerb” lenkt nur von eigentlichen Übel (der hoffnungslosen Überschuldung) ab.

    • SLE - 14. Januar 2012

      @ Werner

      Mir geht es nicht darum, den Überbringer schlechter Nachrichten zu verurteilen, sondern aufuzeigen, dass die Ratingagenturen nicht transparent und nachvollziehbar Länderratings erstellen. Die Ratingagenturen begründen Abstufungen von Euro-Staaten regelmäßig damit, dass nicht genug gegen die Schuldenkrise getan wird oder sie den Maßnahmen misstrauen und mit schlechten Wirtschaftsaussichten. In den USA wird gar nichts gegen die Schuldenproblematik unternommen, die Wirtschaftsdaten sind – wie auch Steffen hier im Blog regelmäßig zeigt – schlecht und eine Besserung ist nicht in Sicht. Mit einer Ausnahme hatte das aber keine Konsequenzen für das US-Rating. In Großbritannien sieht es ähnlich aus.

      Es sieht deswegen sehr danach aus, als würde bei den Länderratings mit zweierlei Maß gemessen und dadurch werden eben manche Staaten im Wettbewerb um Investoren und bei den Konditionen der Kreditaufnahme besser gestellt. Da ist nicht kindisch. Man nennt das Wettbewerbsverzerrung.

      Grüße
      SLE

    • Michael - 15. Januar 2012

      Das sind keine Überbringer schlechter Nachrichten mehr. Sie sind Katalysatoren für die Verschärfung der Krise. Die kippen Benzin ins Feuer und verfolgen politische Absichten. Sie können ja gerne mal die Wirtschaft von UK mit der Spaniens vergleichen und selbst einschätzen….
      http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/BCC2/group1/xdis_en.html
      Einfach UK, Spain dann alle Länder und die vergangenen Jahre Revue passieren lassen

  • Schumpeter - 14. Januar 2012

    Schönen guten Abend.

    Ob politisch motiviert oder nicht sei mal dahingestellt. Es war überfällig. Es wirkt jedenfalls wie ein Brandbeschleuniger. Ich bin froh, wenn der Karren mit Lichtgeschwindigkeit endlich gegen die Wand fährt und wir anschließend die “Schuldigen” an den Pranger stellen können.

    So wie bisher kann es jedenfalls nur immer in die eine Richtung gehen. Richtung Wand.

    • Catweazle - 14. Januar 2012

      Das mit den “Schuldigen” an den Pranger stellen betrachte ich allerdings für ein haltloses Gerücht. Oder sitzt irgend ein Fuzzi der die letzte Immo/Banken-Krise mitverbrochen hat mittlerweile im Knast? Man wird wie üblich andere Buhmänner/Frauen wie Arbeitslose, Rentner oder Ausländer finden. Dafür hat man ja die Systempresse.

    • Lazarus09 - 14. Januar 2012

      Muhahahaha.. die “Schuldigen” an den Pranger stellen können.

      Der war gut …. die wahren Schuldigen werden wie der Blitz wie immer einen Sündenbock parat haben.. und die Idioten werden den wie immer dankbar annehmen…

      • Lazarus09 - 14. Januar 2012

        Jaa der pöse Pöbel …hat über seine Verhältnisse gelebt und so die schöne Wirtschaft kaputt gemacht .. von der Gier der Lohnabhängigen gar nicht zu reden ..

        666

        • SLE - 14. Januar 2012

          Ja, so heißt es immer und dazu gab es letztens einen wunderschönen Chart im RWER-Blog, der zegt, wie sich die Arbeitnehmereinkommen in Relation zu den Unternehmensprofiten ind den USA in den letzten 40 Jahren entwickelt haben und zwar wen man deren prozentuale Anteile am US-BIP betrachtet.

          http://rwer.wordpress.com/2012/01/04/chart-of-the-day-us-profit-and-wage-shares-1970-2011/

          Ein erschrechkender Chart, finde ich – vor allem wenn man bedenkt, dass sich die EU sich auf demselben Weg befindet und die Sache jetzt durch die Austeritätspolitik noch erheblich beschleunigt wird.

          Grüße
          SLE

  • henne - 14. Januar 2012

    http://www.freitag.de/positionen/1150-schockstrategie-f-r-europa

    Wer diesen Artikel versteht, weiß auf welchen Weg wir uns befinden!
    Im Dezember geschrieben.

  • Benedikt - 14. Januar 2012

    Die Ratingfirmen machen ihr Hauptgeschäft in den USA. Die USA können das Ratinggeschäft ohne weiteres Todregulieren. Daher ist man zu den USA ein wenig gnädiger. Man sägt ja nicht am Ast, worauf man gemütlich sitzt. Vor der Wahl im November wird es keine Ratingfirma es wagen die USA herunterzustufen.

    Das erste richtige Sparpaket dürfte frühestens Mitte 2013 kommen.

  • Gast01 - 14. Januar 2012

    Der Unterschied zwischen den EU-Ländern und USA/GB/Japan ist, dass letztere keinen Zweifel auf kommen lassen an der Potenz ihrer ZB jede erdenkliche Summe bereitzustellen um Verbindlichkeiten (zumindest des Staates) zu decken.
    Darum sehen die Ratingagenturen deren Schuldscheine als sicher an. Stimmt ja rein technisch gesehen auch. Die EZB oder EU-Politiker (oder wer zur Hölle auch immer das in Europa entscheidet) – können oder wollen die Bilanz nicht derart verlängern und daraus ergibt sich Unsicherheit, die sich dann in den Ratings niederschlägt.
    Wobei diese ‘Noten’ eben Meinung(en) sind – aus anglo-amerikanischer Perspektive. Man muss denen nicht folgen.

    • SLE - 14. Januar 2012

      Hallo Gast 01,

      da haben Sie Recht. Vielleicht sollte man auch einfach gar nicht mehr so exzessiv wie bisher darüber in Presse und Medien berichten und vor allem sollten Europas Politiker nicht fortlaufend in der Öffentlichkeit über die Ratings diskutieren. Dennoch: Dass S&P, Moody´s und Fitch ein Quasi-Monopol haben und die Kriterien, nach denen sie bewerten, nicht transparent machen, ist ein unhaltbarer Zustand. Da muss sich etwas ändern und ebenso bei Regeln, etwa bezüglich der Verbindlichkeit von Ratings für spezifische Anlegergruppen (etwa Versicherungen).

  • Werner - 14. Januar 2012

    @Gast01
    “…keinen Zweifel auf kommen lassen an der Potenz ihrer ZB jede erdenkliche Summe bereitzustellen um Verbindlichkeiten (zumindest des Staates) zu decken…”

    Das wäre ja ganz neu dass die Notenbank für die Verbindlichkeiten des Staates aufkommen soll. Es gibt nur ein Wirtschaftsmodell wo dies (gewollt) so ist : Kommunismus . (In D auch in der Weimarer Republik und dem Nazi-Regime.)

    mfg. Werner

  • Gast01 - 14. Januar 2012

    Das wäre ja ganz neu dass die Notenbank für die Verbindlichkeiten des Staates aufkommen soll.

    lol – dafür gibt’s die Höchststrafe:
    ciomic-bären erklären die welt

  • Knut34 - 14. Januar 2012

    Europe: How A Handful Of French Banks Will Implode The Euro

    Stimmt das?

    http://etfdailynews.com/2012/01/12/europe-how-a-handful-of-french-banks-will-implode-the-euro-gld-slv-vgk-fxe-ewq/

  • Gast01 - 14. Januar 2012

    Vielleicht sollte man auch einfach gar nicht mehr so exzessiv wie bisher darüber in Presse und Medien berichten und vor allem sollten Europas Politiker nicht fortlaufend in der Öffentlichkeit über die Ratings diskutieren.

    well – ich fürchte darauf haben Sie und ich keinen Einfluss. Für die Amerikaner ist IMHO ‘Der Spiegel’ hauptsächlich die deutsche Presse (evtl noch FTD). Wobei ich ‘Der Spiegel’ zu den Transatlantikern rechne – also ich denke die sind Partei (und ja ich bin Verschwörungstheoretiker).

    Dass S&P, Moody´s und Fitch ein Quasi-Monopol haben und die Kriterien, nach denen sie bewerten, nicht transparent machen, ist ein unhaltbarer Zustand. Da muss sich etwas ändern und ebenso bei Regeln, etwa bezüglich der Verbindlichkeit von Ratings für spezifische Anlegergruppen (etwa Versicherungen).

    Ja – das ist nicht haltbar. Solange die Agenturen bestimmen dürfen was ‘mündelsicher’ ist und was nicht haben die zuviel Macht. Aber (href=”http://www.youtube.com/watch?v=G0GJKX4QdLo”>2 B. honest) da werden ich oder Sie wohl so schnell nix dran ändern.
    naja – es ist spät und … mmt ist kompliziert – bis bald!

  • Gast01 - 14. Januar 2012

    SRY – link:
    http://www.youtube.com/watch?v=G0GJKX4QdLo

  • Holly01 - 14. Januar 2012

    Danke an die Querschiesser für den Beitrag.
    Ich würde etwas weiter fassen wollen :
    Die Ratingargenturen beurteilen den Willen die Schulden zurückzuzahlen.
    Die USA und GB zahlen zweifellos zurück. Sie drucken das Geld dafür zur Not.
    Ergebiss : trippel A
    Also so von den Ratinargenturen gewünscht.
    .
    Hier prallen zwei Welten aufeinander. Die anglikanische Welt sieht es als fatalen Fehler an einen Einbruch der Wirtschaft zuzulassen. Jede Kontraktion/Depression ist des Teufels und man muss es verhindern.
    Inflation ist tolerierbar, wenn man die Gesamtsumme “BIP” steigert. Das BIP ist der heilige Gral.
    Zumindest vordergründig, denn natürlich ist die Wahrheit : Die USA haben beides, Waren und Geld. Die USA haben aber noch etwas, nämlich den Chinaboom. Der basiert vornehmlich auf amerikanischem Geld.
    Die Werkbank der Welt holt ihr Wachstum primä aus dem Hefeteig, der in der Basis mit amerikanischem Geld “geht”.
    Die Chinesen sind in der Zwickmühle. Die USA bekommen Waren und sie bekommen Papier, aber sie können ihre Währung nicht freigeben, denn die USA würden ihre Gewinne abziehen.
    Das würde die chinesische Wirtschaft mindestens destabilisieren, wahrscheinlich sogar einbrechen lassen.
    In der Summe sind die chimerikanischen Interessen klar : der Status quo muss erhalten bleiben. Dafür benötigen die USA Geld.
    Europa ist beim Geldbedarf ein Konkurrent, den man klein halten will und das gelingt imo phantastisch.
    Ausserdem haben sich die Europäer in eine Abhängigkeit begeben, die dazu einlädt die Defizite von Chimerika per Staatsanleihenzinsschraube in Europa zu bezahlen. Auch klappt ganz prima.
    Was sie Handelsungleichgewichte innerhalb Europas angeht, so möchte ich darauf hinweisen, dass es kein europäisches Land ohne Handelsungleichgewichte innerhalb seiner Regionen gibt und das schon seit Jahrhunderten. Das funktioniert trotzdem ….
    Target 2 und EFSF/ESM sind doch nur Transfermechanismen auf Notenbanken-/Politikebene. Am Ende ist das nur Papier, nett um die deutschen Zinsen via Transfer an dei anderen Europäer weiterzureichen.
    Wir alle sollten uns von den Summen und dem Geldbegriff in diesem Zusammenhang lösen. Es ist kein Geld, was da aufgelistet wird, es ist das Produkt der Gelderschaffung durch Banken.
    Es ist irreal und egal, wie hoch die Summen sind. Das ist Papier meine Herren und Damen.
    So lange dieses Papier aus der realen Wirtschaft rausgehalten wird und alle Rechnungen real bezahlt werden ist es wie Dagoberts Goldspeicher : unterhaltsame Lektüre, nur ohne Bilder.
    .
    Real ist Inflation. 2% sind angepeilt, was bedeutet alle 40 Jahre muss der Kapitalstamm akkumuliert werden, weil er sonst weginflationiert wird.
    Das …. und nur das ist der Hintergrund für den heilen Gral der Anglikaner. Die Jagen ihren eigenen Schwanz, wie ein junger Hund oder eine junge Katze.
    Leider sind 2% Utopie, die sind bei 5-7% im Moment, jeder mag ausrechnen wie schnell das Geld wachsen muss, um das “Dummenrennen”” weiter laufen zu können.
    Der Irankrieg wird es richten.
    Europa wird bluten.
    Deutschalnd verliert sein trippel A weil die Eurorettung zu teuer werden könnte. Daran sieht man : die Ratingargenturen haben Humor ……

  • Kistrof - 14. Januar 2012

    Ein Grundproblem unseres Geldsystems ist m.E. der eigene überragende Erfolg.

    Geld jeder Form- und das kann man nicht oft genug sagen – ist keine fixe Größe sondern immer eine gesellschaftliche Konstruktion und unterliegt somit einer Evolution. Die Konstruktion gewinnt Vertrauen durch immer wieder erlebte Verwendbarkeit. Geld funktioniert durch Vertrauen und Vertrauen entsteht durch die Erfahrung “es funktioniert”. Ein sich selbst stabilisierender Prozess.

    Wenn Vertrauen und Funktion ein Masstab für den Erfolg einer gesellschaftlichen Konstruktion sind dann muss man der Konstruktion “Geld” in seiner heutigen Ausprägung einen absolut überragenden Erfolg bescheinigen. Wohl noch nie in der Geschichte der Menschheit hat sich eine Konstruktion in fast allen Gesellschaften weltweit so durchgesetzt. Was z.B. “Recht” ist sehen Deutsche und Chinesen wohl recht unterschiedlich. Bei “Geld” dürften die Vorstellungen näher beeinander liegen.

    Die Idee war gut, sie stößt halt irgendwann auf Ihre Grenzen. Die Gründe warum das heutige Geldsystem nicht mehr funktional ist kann man hier im Blog und anderswo gut nachlesen.

    Es ist völlig normal, dass Gesellschaftliche Konstruktionen entstehen, wachsen (oder auch nicht ), irgendwann nicht mehr funtkionieren und auf dem Müllhaufen landen. Man denke nur daran, wie wenig uns heute noch Konstruktionen wie “Kirche”, “Adel”, “Volk”, etc. interessieren. Beim Thema Geld (in seiner heutigen Form) wird das vermutlich ähnlich sein und man darf sich hier auf einen schmerzhaften Prozess einstellen:
    *)Fast jede Facette unsere Lebens hat irgendwie mit Geld zu tun, folglich werden auch sehr viel Facetten unseren Lebens einen Umbruch erleben.
    *)Geld funktioniert global und in Echtzeit. Wenn eine Bank in Frankreich umfällt, wackelt die Wirtschaft in China. Alle sind von allen abhängig, Redundanzen sind weg-“optimiert”. Darum hat China auch die Herabstufung durch S&P kritisiert.

    Wir haben das historische Privileg zu erleben wie “Geld” (und manch andere moderne Konstruktionen) ihren Zenit erreicht und überschreitet. Wie Karl Marx einmal sagte: “Ideen … das sind Ketten, denen man sich nicht entreißt, ohne sein Herz zu zerreißen.”

  • Werner - 14. Januar 2012

    @Holly01

    “…Die USA und GB zahlen zweifellos zurück. Sie drucken das Geld dafür zur Not.
    Ergebiss : trippel A…”

    Ähhh, war da nicht im letzten Sommer zu lesen :
    “Erstmals hat die führende Rating-Agentur S&P die US-Kreditwürdigkeit auf AA+ gesenkt.”
    Schon vergessen ?

    AA+ wie jetzt FrAA+nce ?

    mfg. Werner

  • Tourist - 15. Januar 2012

    Aalles im Griff auf der Titanic: Die Grafik zur Lösung vom AAAALLLEEEEMM findet ihr hier: 🙂 Enjoy:

  • Georg Trappe - 15. Januar 2012

    Was ist Rating? Wikipedia sagt:
    “Ein Rating oder Kreditrating (englisch für ‚Bewertung‘ oder ‚Einstufung‘) ist im Finanzwesen eine Einschätzung der Bonität eines Schuldners. Häufig werden die Ratings durch eigens hierauf spezialisierte Ratingagenturen in Form von Ratingcodes von A bis D vergeben. Auch die Deutsche Bundesbank kann Ratings oder Bonitätsprüfungen vornehmen.”
    Was ist Bonitaet? Wikipedia sagt:
    “Bonität (von lateinisch bonitas, „Vortrefflichkeit“) oder Kreditwürdigkeit ist in der Finanzwirtschaft die Eigenschaft einer natürlichen Person oder von Unternehmen oder Staaten, die aufgenommenen Schulden zurückzahlen zu können (wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit) und zurückzahlen zu wollen (Zahlungswilligkeit). Bei Emittenten von Wertpapieren wird unter Bonität die Fähigkeit verstanden, die Emission nebst Zinsen zu bedienen und zu tilgen. Daraus ableitbar ist die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer in der Lage und willens sein wird, die erforderlichen Rückzahlungen zu leisten.”

    Es handelt sich also um Prognosen. Und zwar um relativ langfristige fuer die wirtschaftliche Entwicklung von Staaten. Wer sich mit der Qualitaet von Prognosen, also deren Treffsicherheit, der Experten und Profis im Bereich Wirtschaft beschaeftigt hat, weiss nicht nur worauf sie beruhen, sondern auch was von ihnen zu halten ist. Wenn dann nicht einmal die Methoden, mit denen diese Hypothesen erstellt werden, offen gelegt werden, dann ist das Ganze endgueltig als Kaffeesatzleserei einzuordnen. Immerhin hielten alle drei Ratingagenturen fuer Lehman bis zum Tag der Pleite ein A Rating fuer angemessen.

    http://www.huffingtonpost.com/2009/09/30/credit-rating-agency-anal_n_305587.html

    Dass diesen “Orakeln” dennoch soviel Beachtung und Bedeutung zugemessen wird, ist ein klares Indiz fuer den Geisteszustand derjenigen, die diesem Voodoo nicht nur Raum gewaehren sondern foermlich huldigen.

    Stellt man den Geisteszustand derer, die diesen Hokuspokus derart in den Mittelpunkt stellen (lassen) aber nicht in Frage, dann stellt sich die interessante Frage: Was soll denn damit bezweckt werden?

    Und da denke ich, dass der oben verlinkte Artikel im Freitag wahrscheinlich naeher an der Antwort ist, als uns allen lieb sein kann.

    • SLE - 15. Januar 2012

      Sauber abgeleitet. Eigentlich müsste das jeder wissen. Doch irgendwie gerät dieser Zusammenhang immer wieder in Vergessenheit. Danke, dass Sie wieder daran erinnern.

      Gruß
      SLE

      • Georg Trappe - 16. Januar 2012

        Ich verlinke selten und ungern die BILD Zeitung. Aber aus gegebenem Anlass komme ich heute nicht umhin eine dieser Ausnahmen zu machen:

        http://www.bild.de/geld/wirtschaft/euro-krise/deutschland-euro-austritt-konzern-chefs-dafuer-22082006.bild.html

        Und da wird dann so langsam klar, worauf das so erfolgreiche deutsche Team (Wir sind Deutschland) eingestimmt werden soll und woher der Wind weht:

        1. Disziplinierung der Krisenlaender. Am deutschen Wesen soll alles genesen. Der Stechschritt wird wieder modern. Reeeechts um!

        2. “Zwar würde in den ersten Jahren nach einem solchen Schritt die Arbeitslosigkeit zunehmen, da der Export infolge der Währungsaufwertung einbrechen werde, sagte Reitzle. Dies würde jedoch den Druck auf die deutsche Wirtschaft erhöhen, noch wettbewerbsfähiger zu werden.”
        Erinnert mich irgendwie an “letzte Blutstropfen” , “treue Pflichterfuellung” und “ungebrochenen Glauben an den Endsieg”.

        3.”Und schon fünf Jahre später könnte Deutschland im Vergleich zu den asiatischen Wettbewerbern stärker dastehen.“
        Deutschland, Deutschland ueber alles….. mal wieder.

        4. “Eine Meinung, die auch der Ex-BDI-Chef (Henkel) vertritt.”
        Na dann kann ja wirklich nichts mehr schief gehen, oder?

  • Joerg Buschbeck - 15. Januar 2012

    9 auf einen Streich? Es sind 10 – Deutschland hat es doch nun auch erwischt 🙂

    http://www.global-change-2009.com/blog/breaking-news-%E2%80%93-%E2%80%9Estandard-fools%E2%80%9C-stuft-die-deutschen-herunter/2012/01/

  • Joerg Buschbeck - 15. Januar 2012

    Man kann S&P wirklich nur in höchsten Tönen loben, wenn man die Begründung der Herabstufung anschaut…

    http://www.global-change-2009.com/blog/ein-dickes-lob-fur-standardpoors-okonomische-verblodung-in-europa-wird-runtergestuft/2012/01/

  • SLGramann - 15. Januar 2012

    @Holly01,

    “Was sie Handelsungleichgewichte innerhalb Europas angeht, so möchte ich darauf hinweisen, dass es kein europäisches Land ohne Handelsungleichgewichte innerhalb seiner Regionen gibt und das schon seit Jahrhunderten. Das funktioniert trotzdem …”

    Ja, das funktioniert. Aber nur, weil innerhalb von Staaten Transfers laufen. Nehmen Sie Ost- und Westdeutschland. Das ist das Paradebeispiel!
    Organisieren Sie einen gleichartigen Transfer innerhalb der Eurozone und der Euro ist stabil. Er müsste natürlich viel größer sein…
    Einige Deutsche würden dann allerdings staunen, was sie der Euro so kostet und die Lügerei von Schäuble-Merkel wäre aufgeflogen. Das darf aber nicht sein.

    Grüße

    • Systemfrager - 15. Januar 2012

      Genau das ist das Problem.

      Man kann nicht einfach sagen: Nur weil ich produktiver bin, ist mein gutes Recht deine nationale Wirtschaft zu zerstören. (Weil der freie Markt göttliche Befugnisse hat!) Aber die Verpflichtungen der früheren nationalen Wirtschaft der Nation gegenüber, also für die Rrenten, Sozialsysteme, Ausbildungsysteme, usw. zu sorgen davon will ich gar nichts wissen

      Und genau so benimmt sich DE in den letzten Jahren. Und macht sich auf eine ungeheuerliche Weise ungeliebt. Deshalb hat die EU keine Zukunft.

      • Holly01 - 15. Januar 2012

        Doch kann man, man muss es sogar sagen.
        Hufschmied war ganz sicher ein ehrbarer Beruf und er ernährt noch heute seine Meister, aber man kann den Gang der Zeit nicht aufhalten. Man muss ihn nutzen.
        So etwas hat weder mit Wirtschaftssystem zu tun, noch mit Ideologie. Das ist reine Vernunft.
        Die Frage lautet nämlich : warum haben Staaten mit so positiver Sonnenenergiebilanz/Meter und Scheindauern keine starke Solarhersteller?
        Warum hat man trotz Küste und Tourismus so große Defizite.
        Die Menschen dort sind weder faul noch dumm, aber sie werden mies verwaltet.
        Demokratie bedeutet Eigenverantwortung, auch für die eigenen Politiker. Das werden wir auch noch schmerzhaft erfahren.
        Wir schweigen auch beharrlich dazu, dass die FDP ihre Parteimitglieder in einer Endzeitoffensive in alle möglichen Ämter presst.
        Das Schäuble weniger Schulden aufnehmen musste als gedacht, hat niemanden mehr überrascht als ihn selbst. Mit Können hat das nichts zu tun.
        Jeder ist seines Glückes Schmied. Sie können den Erfinder der erfolgreich vermarktet nicht loben und die Verlierer retten wollen. Sie müssen sich schon entscheiden ….

        • Systemfrager - 15. Januar 2012

          >>> Demokratie bedeutet Eigenverantwortung
          >>> Jeder ist seines Glückes Schmied.
          Ich fragte mich schon oben, was für einen Unsinn dieser da verzapft, na klar, der ganz übliche neoliberale Unsinn

        • Systemfrager - 15. Januar 2012

          >>> So etwas hat weder mit Wirtschaftssystem zu tun, noch mit Ideologie. Das ist reine Vernunft.
          Wie konnte ich nur dies vergessen. Uverzeihlich

          • Holly01 - 15. Januar 2012

            genau ^^

  • bronko - 15. Januar 2012

    Die Herabstufungen bedeuten ja nun, dass die Eigenkapitalrichtlinien nach BASEL (was gilt im Moment II oder III?) schärfer werden. Die, die jeweiligen Staatsanleihen haltenden Banken werden vermutlich wieder einmal weiteren höheren Kapitalbedarf anmelden. (Unicredit)
    Ich tippe auf ein verstärkten Anstieg der EZB Bilanz. Auch wenn hier angemerkt wird, das die EZB nicht unendlich Anleiehen kauft, tut sie es doch nur nicht direkt, können wir ja an den hier gezeigten Charts immer wieder beobachten. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch die “sensationelle” Emission spanischer und italienischer Papiere letzte Woche. Da waren die CDS sicher günstiger zu haben als jetzt.

  • klaus - 15. Januar 2012

    Standard & Poors hat Recht !

    Dabei wird objektiv die finanzielle Lage per Grade
    mitgeteilt.

    Moody’s und Fitch werden folgen.
    Und nächste Woche sind EFSF und die Banken dabei.

    Hier noch mal der Grund für deutsches
    Triple A – PayDay Scenario

    http://www.ft.com/cms/s/0/75fbb38e-c28e-11e0-9ede-00144feabdc0.html#axzz1jWegtua0

    und dann hier

    http://www.reuters.com/article/2011/09/27/us-eurozone-idUSTRE78Q1BQ20110927

    Ja, hier war man noch stolz in gebrochenem Englisch
    den Bonds-Exchange anzukündigen.

    Ein halbes Jahr später wird das Ganze zur Wahrheit.
    Deutschland zahlt und alle großen Parteien finden
    es alternativlos.

    Tina hat im Juli unterschrieben.
    Jetzt bekommen wir Auswirkung und Erklärung dazu.
    Die Erklärung soll aber für den DUMMEN Deutschen
    im Karneval untergehen.

    Die Wachstumsbremsen will man entfernen lt. Merkel.

    Das wäre ja dann wohl der Kahlschlag im Sozialstaat.
    Aber da sind wir ja schon führend mit H4.
    Ganz Europa hat Mindestlöhne.
    Dafür gibt es in D mehr Arbeit für weniger Geld.
    Wie gesagt, weg mit den Wachstumsbremsen!

    Tja, gut das ein jeder Politiker nach der Wahl
    ein Upgrade einfahren kann, bevor gespart wird.

    😉

  • Michael S - 15. Januar 2012

    Schön wie sich manche Glaubenssätze schon in die westliche Gesellschaft gefressen haben

    1.Prognose = 100%Zukunft
    2.Modell = Fundierte Grundlage
    3.Medien = Informieren den Bürger über das Wichtige
    4.Anlageentscheidung = Rating gleich Anlageempfehlung
    5.Finanzindustrie = Die Welt ist so kompelex dass man Finanzmarktderivate Verbriefungen Ratingagenturen Hedgefonds CDS Swaps… braucht

    Richtig ist
    1.Prognose = Tipp (Wie beim Lotto)
    2.Modell = Hängt von den Parametern ab! Ich kann jedes Ergebnis erzeugen was ich (subjektiv) will. Man kann die Welt nicht Modellieren weil sie schlicht weg zu komplex ist. (Beachte auch Black Swan)
    3. Medien = Berichten unter Gesichtspunkten Quote(Faule Südländer),niedrige Kosten(Einspieler hat 30 Sekunden,was bringen den die anderen Sender so)
    4. Anlageentscheidung = Rating ist die Meinung eines Anderen es ist nur seine persönliche Meinung. Niemand den ich kenne hat schon mal seine private Anlage entschieden aufgrund eines Ratings von S&P. Ratingagenturen gibt es nur weil Banken zu faul sind sich ihre Eigene Meinung zu einem Investment zu machen.(Nein Chef bei mir gibts kein Risiko die 10 Milliarden sind in AAA geparkt. Was das genau ist weiß ich nicht irgenwas mit Immobilien(sicher), Verbrieft(noch sicher), Strukturiert(Hört sich schon extrem sicher an))
    5. Finanzindustrie = “Industrie” (Brauch man nichts dazu sagen) In Zeiten von Geldautomaten, Onlinebanking müsste der Bipanteil der Finanzindustrie eigentlich zurückkehen. Bürger macht ja eh alles selber. Wenn die Banken mal so viel macht haben wie in den USA oder GB dann ist das Land am Arsch. Gameover! Dann wir Ottonormalbürger von Politikern und Medien mit “systemrelevant” bombardiert, Rettungspakete (Ohne Ende) denn die nächste Krise kommt bestimmt.

    • SLE - 15. Januar 2012

      Sehr gut auf den Punkt gebracht. Kann man das auch als Poster kaufen? Sollte sich jeder (insbesondere auch Politiker) an die Wand hängen können – an einen Ort, an dem er es den größten Teil des Tages vor Augen hat.

      Gruß
      SLE

    • der-oekonomiker - 15. Januar 2012

      Auch nicht schlecht. Danke.

  • dicke Bertha - 15. Januar 2012

    “Auf den wichtigsten Aspekt hat Herr Reitzle hingewiesen: die deutsche Industrie war zu D-Mark-Zeiten auch deshalb wettbewerbsfähig, weil sie durch den ständigen Aufwertungsdruck immer produktiver, effizienter und kreativer sein musste als die Konkurrenz. Dieser disziplinierende Effekt ist jetzt nicht mehr da. Der weiche Euro ist zu einem süßen Gift für die deutsche Industrie geworden.”

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/deutscher-euro-austritt-mit-anderen-laendern-denkbar/6069218.html?p6069218=3

    Also Herr Reitz , Herr Henkel.
    Dann verständigen wir uns doch auf Lohnerhöhungen um x %.

    Auf den ersten Blick ist der Mechanismus plausibel:

    Sinkende Preise für deutsche Exportgüter bedeutet > deutsche Waren verdrängen auf den Exportmärkten einheimische andere ausländische Waren > Um die Waren kaufen zu können muß in den Importländern einheimische Währung in deutsche Währung umgetauscht werden > deutsche Währung verteuert sich durch die höhere Nachfrage > entgegengesetzter Effekt mit der deutschen Währung lassen sich mehr ausländische Waren zu niedrigeren Preisen kaufen > DIE LOHNSTÜCKKOSTEN NÄHERN SICH EINEM GEMEINSAMEN GLEICHGEWICHT AN.

    Leistungsbilanzdefizite und überschüsse gleichen sich aus.

    WAS ich dann nicht verstehe , warum mußten wir unsere Löhne innerhalb der Währungsunion senken?

    Und haben nicht auf mehr Kreativität gesetzt?

    Warum hat der Staat die Unternehmen massiv subventioniert, Steuersenkungen, Exporthilfen, … bis hin zu LOHNSENKUNGEN (Lohnnebenkosten)?

    HATTEN SIE 2005 KEIN VERTRAUEN IN DIE DEUTSCHEN UNTERNEHMER HERR HENKEL????

    Was passiert eigentlich in den Büchern deutscher Banken, wenn die ausländischen Forderungen (Kredite, Wertpappiere, …) durch Wechselkursänderungen stark an Werthaltigkeit verlieren?

    Soll dann die deutsche Bank die Banken (DIE EINKOMMEN BESTIMMTER GRUPPEN) retten.

    Und zum Lohnverzicht aufrufen, weil die Rettung inflationäre Auswirkungen haben könnte?

    ICH VERTRAUE DEM STAAT.

    DEM PLANEN UND DER VORAUSSICHT MENSCHLICHEN HANDELNS (ENTWICKLUNGSZIELE) und der Kontrolle von Macht , … mehr als der Rhetorik von den ‘freien’ Märkte.

  • klaus - 15. Januar 2012

    Es wird immer Alternativloser. TINA ruft zum Endkampf.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article13816069/Diese-deutsche-Familie-lebt-praechtig-ohne-Geld.html

    Endlich werden die Wachstumsbremsen beseitigt und
    die Leidensbereitschaft gefördert.

    Tja, es wird Zeit auszuwandern.

    Wer jetzt noch an Gehaltssteigerung glaubt,
    der hat sie nicht mehr alle.

    Ab jetzt stützt jeder SEINEN Euro.

    ;))

  • Goldman - 15. Januar 2012

    “Der Unterschied zwischen den EU-Ländern und USA/GB/Japan ist, dass letztere keinen Zweifel auf kommen lassen an der Potenz ihrer ZB jede erdenkliche Summe bereitzustellen um Verbindlichkeiten (zumindest des Staates) zu decken.
    Darum sehen die Ratingagenturen deren Schuldscheine als sicher an. Stimmt ja rein technisch gesehen auch.”

    die usa und japan werden zurückkommen, da bin ich recht sicher…nicht nur weil sie die kraft der eigenen währung haben, sondern weil auch die andere dinge stimmen…bei den briten bin ich mir nicht so sicher..

  • Tourist - 15. Januar 2012

    Ich halte auch nicht viel von mittel-bzw. langfristigen Prognosen!

    Eins nun ist aber auch sicher! Die aktuellen Schuldenstände der jeweiligen Sektoren! Und eins ist auch gewiss, die werden irgenwann fällig! Mal früher, mal später! Q2 2011 lag der öffentliche Schuldenstand der EU 27 bei 10.121.615.000.000 Euros! Dass sind knapp 80 % des Bips der Eu 27!

    Und wenn der findige Kaitalismusanalytiker begreift, dass der Staat eben auch ein Konsument ist und ohne ihn der Laden schon lange zusammengebrochen wäre … (Ohne Staat gibts keine Marktwirtschaft, als Ordnungsstifter und als Konsument! Er ist die Voraussetzung, die Bedingung für die Marktschaft) , … dann stellt sich die Frage, was mit der Marktwirtschaft passiert, wenn ihre existenzielle Voraussetzung mal wegbricht! Ganz schön anstrengende Zeiten!

    SInd die notwendig? nö!

    Warum macht mans trotzdem? Weil jeder eingetrichtert bekommt, die Marktwirtshaft wäre ein kosmisches Naturgesetz und von daher alternativlos!

    Und wie sich sowas äußert, so ein fataler Glaube, sieht dann so aus:

    http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:ausweg-aus-der-krise-mein-glaube-an-den-kapitalismus-ist-unerschuetterlich/60152945.html

    Das Motto:
    “Rettet das, was euch fertig macht!”

    Gibt es was bescheuerteres und unvernünftigeres??? Ich kenne nix!

    Gruss

  • Lazarus09 - 15. Januar 2012

    Leute eigentlich ist die schöne freiheitlich Demokratische Marktwirtschaft wie jede andere heuer nichts anderes als ein Pyramiden-Spiel…die Ersten ,Vorderen an der Spitze stopfen sich die Taschen voll auf dem Rücken der anderen untendrunter auch nach diversen Resets nach Kriegen bleibt es trotzdem wie es ist … die Ersten kassieren der Rest rennt den Träumen und im Fortgeschrittenen Stadium den Lebenshaltungskosten hinterher … das meint : Rise and Fall Zyklen … only Reset ! Das Monopoly Spiel erklärt es spielerisch nahezu perfekt … 😉

    666

  • klaus - 15. Januar 2012

    Zerohedge und NYTimes ( Tyler Durden/Paul Krugman ) sehen
    die Auflösung der Fiskalunion.

    http://www.zerohedge.com/contributed/tyler-durden-and-paul-krugman-agree-%E2%80%93-eu-toast

    TINA hat alles kaputt gespart und wenn ESP/ITA jetzt dazu noch
    Staatseigentum veräußern sollen treten sie aus.

    Schätze mal das wird bis Mai zur Debatte stehen.

    Bis dahin werden wir Henkel noch tausendmal zum
    Nordeuro und Südeuro hören.

    So lange bis Mayer von der DB die Fische füttern geht.

    Muahahahaa.

    • Benedikt - 16. Januar 2012

      Das dauert noch sehr viel länger, wie Mai 2012. Eine Währungsreform ist auch sehr schmerzhaft.
      Als nächstes dürfte in Kerneuropa der Abschwung zurückkommen. Das wird die Krise noch einmal richtig verändern.

  • Holly01 - 16. Januar 2012

    Bei diesem ganzen Transfergerede wundert mich nur ein Sache. Jemand der nur ausgibt, was er hat benötigt keine Transfers.
    Transferunion beinhaltet explizit eine Weiterverschuldung. Wer will denn das?
    Jerder wie er kann, nicht jeder wie er möchte!

    • Systemfrager - 16. Januar 2012

      Tja, wo du Recht hast
      Aber auch noch jemand braucht keinen Transfer
      Der Dieb und der Plünderer, der hat eben, der braucht von dem anderen nichts

      (das unten war auf der falschen Stelle)

  • Duke van Hudde - 16. Januar 2012

    Bei der Vershculdung der USA bin ich ganz klar bei dir.Wobei wie shcon angedeutet wurde noch ein paar wichtige Punkte zu beachten sind.Da ist zum einen der Punkt das die USA die mit Abstand grösste Millitärmacht sind.Das sollte man nie vergessen und alleine deshalb kann man die USA nicht mit Griechenland vergleichen.
    Das ist der Dollar die Reservewährung der Welt was ein extremen Export der Währung ermöglicht ohne das es stark auf den Kurs drückt.

    Als letztes sind China und Japan zu nennen die beide in Teufelsküche kommen können wenn der dollar abschmiert.Gerade china hat soviele Anleihen das die quasi weiter kaufen müssen damit das ganze nicht zusammenbricht.Hier hat sich für mich schon die Macht umgedreht den wnen die USA nicht mehr zahlen will kann auch China sie nicht dazu zwingen.

    Als letztes kann die Fed unendlich Geld drucken und das wird sie im Notfall auch machen und sie sind quasi aus der Nummer raus mit dann natürlich allen Folgen für die alten Geldbesitzer.

    Bei GB und der hohen Schuldung der Banken muss man die immer noch grosse Bedeutung der City in der Welt ansprechen.Die Zinsen für das Geld muss nicht umbedingt die Volskwirtschaft GB aufbringen sondern das muss zu einen nicht kleinen Teil das Ausland machen.

    Der wohl wichtigste Punkt aber ist eine Definitionssache.

    Das Raiting gibt eine Ausfallwahrshceinlichkeit wieder und ich kann mir gut vorstellen das ein Teil der Schulden in der Eurozohne ausfallen werden.Der Forderungsverzicht gegenüber Griechenland ist ja schon sowas in der Art ohne das man es ausspricht.Ich halte es für klar möglich das dann weitere Länder folgen werden.

    GB und die USA werden aber nicht ausfallen sondenr die werdne zu Not halt Geld durcken und somit gibt es kein Ausfall.

    • Systemfrager - 16. Januar 2012

      Tja, wo du Recht hast
      Aber auch noch jemand braucht keinen Transfer
      Der Dieb und der Plünderer, der hat eben, der braucht von dem anderen nichts

  • Joerg Buschbeck - 16. Januar 2012

    @holly1

    “Bei diesem ganzen Transfergerede wundert mich nur ein Sache. Jemand der nur ausgibt, was er hat benötigt keine Transfers.”

    Du betrachtest(wie fast alle Deutschen bis hin zu “Mutti”) die Bilder eines einzelnen Wirtschafters(Partialsatz), diese sind für Staatshaushalte nicht zutreffend, da gelten Globalsätze.

    http://www.global-change-2009.com/blog/der-allgemeingultige-zusammenhang-von-staatsschulden-und-privatem-geldvermogen/2012/01/

    • Holly01 - 16. Januar 2012

      Zitat : “Globalsätze – allgemeingültig, trivial aber paradox”.
      Ich möchte ergänzen : Sammlung von Aussagen amerikanischer Ökonomen, welche mit Nobelpreisen überhäuft wurden und die verfasst wurden, damit wir uns bei dem Ganzen nicht so doof vorkommen.
      Eine Aussage in einem politisch/militärisch geprägtem Umfeld zu Sinn und Wirkung ökonomischer Vorgänge ist so wie die Erklärung von Wetter mit Physik.
      Natürlich kann man berechnen, dass ein Schmetterlingsflügelschlag im Amazonasgebiet, einen Hurrikane in Nordamerika verursacht, aber es bleibt Unsinn.
      Staaten die mehr ausgeben, als Sie einnehmen erzeugen natürlich eine erhöhte Nachfrage mit allen Folgen (Arbeitsplatzbildung, Sozialabgaben, Steueraufkommen).
      Aber eine auf Zinszahlungen basierende und durch die üblichen Übergangsverluste (Ineffiziens von Verwaltung, Verschwendung/Ineffiziens beim Konsum, Fehlplanungen/Fehlllokation) betriebene Überhöhung des BIP (Ich hasse diese Basis, weil sie eine reine Augenwischerrei ist), ist alle mal schlechter, als eine den Einnnahmen angemessene Wirtschaftsförderung, -lenkung.
      Von Subventionsfehlleistungen auf Pump will ich hier besser garnicht anfangen, genausowenig von Lobbyismus.
      Das der Staat die Selbstreinigung der Wirtschaft aushebelt, indem er Wachstumsdellen mit öffendliche Ausgaben zuschüttet ist Schwachsinn.
      Staatsaufgaben sind : Umverteilung von Starken zu Schwachen zur Herrstellung von fairen Lebensverhältnissen, Bildung, Verwaltung, Verteidigung, Rechtssprechung, Polizeiaufgaben und ein paar andere……
      Subventionen sollten entweder Grundlagenforschung dienen oder auf Kreditbasis mit fester Zeitschiene (z.B. 10 Jahre) gewährt werden.
      Das Griechenland überhaupt noch einen Militärhaushalt hat ist lächerlich.
      Als EU- und NATO-Land hätte es sich aus dem Bereich als erstes verabschieden müssen (vielleicht abgesehen vom militärischen Personal, weil die als Arbeitslose auch keinen Sinn machen und zumindest in der Wartung der Waffen, werterhaltend tätig sein könnten).
      .
      Just my 5 Cent.

    • Holly01 - 16. Januar 2012

      Zitat : “Was bedeutet diese Größenmechanik denn auf die Staatsverschuldung übersetzt?”
      Diesem Teil stimme ich natürlich zu. Auch wenn meine Meinung dazu ebenso selbstverständlich zu gering zählt um trivial zu sein ….

  • Benedikt - 16. Januar 2012

    Wie die Eurokrise jetzt weitergeht, kann doch keiner sagen. Als nächstes werden Frankreich und Belgien in den Krisenstrudel geraten. Deren XXXL Banken werden genauso Enden, wie die Unicredit. Das wird ein weltweiten Credit Crunch geben. In FR werden die noch Kredite vergeben, überall anders werden die sich zurückziehen.
    Danach dürften die Exportstarken Länder wie DE oder NL in den Strudel reingeraten. Der BRIC Boom hat deren Schwächen bisher kaschiert. Bloß die werden sich gegen einen Abschwung auch nicht wehren können. Ich denke Mitte 2012 dürften alle Euroländer in der Krise stecken. Die Transferszahlungen aus DE, müsste man mit Einsparungen in DE ausgleichen. Das wird der Knackpunkt des Euros.
    Ich denke, vor 2013 wird es keine Austrittswelle geben.

    • Lazarus09 - 16. Januar 2012

      Wie die Eurokrise jetzt weitergeht, kann doch keiner sagen

      Die teuflische Krise™ wird solange die Garantöse und der Ersatznapoleon ” Retten™ und Garantieren™ ” weitergehen bis der letzte Cent in den Taschen der alternativlosen Märkte™ verschwunden ist.
      Danach …… die Sintflut 😉 simpel isn’t

  • Sharen Grimmett - 28. Februar 2012

    Ein guter Beitrag, ueber den ich gerne mal ‘laut’ nachdenken wollen wuerde. Gruss, Marcel

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