Portugal spart sich auf Griechenlandkurs: Europas Austeritätskonzept – just another kind of war

von am 16. Oktober 2012 in Allgemein

Europa hat den Friedensnobelpreis erhalten – gestern hat Portugals Regierung ihre neuen drastischen Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen verkündet. Portugal befindet sich damit endgültig in derselben Abwärtsspirale wie Griechenland, obwohl das Land anders als die Griechen keine ineffektiven Verwaltungsstrukturen und kein Korruptionsproblem hat und bis zur Krise auch kein Staatsschuldenproblem.

Die Regierung nennt das mit dem Haushalt für das Jahr 2013 verknüpfte Sparpaket gerecht, weil die Steuererhöhungen alle Einkommensklassen treffen. Insbesondere Folgendes sieht der Haushaltsplan vor: (1) (2)

In der Einkommensklasse von 7.000 bis 20.000 Euro im Jahr wird der bisherige Steuersatz zum 1. Januar 2013 von 24,5 auf 28,5 Prozent angehoben. Für Einkommen ab 41.000 Euro p.a. erhöht er sich von 35,5 auf 45 Prozent. Der bisherige Spitzensteuersatz von 46,5 Prozent wird auf 48 Prozent angehoben und gilt nicht mehr für Einkommen ab 153.000 Euro p.a., sondern bereits ab 80.000 Euro Jahreseinkommen. Es wird aber auch eine Finanztransaktionssteuer eingeführt.

4,3 Milliarden Euro sollen dadurch insgesamt zusätzlich in die Kassen des Staates gespült werden. Im Mittel steigt der Einkommensteuersatz um ein Drittel. Für einen durchschnittlichen Arbeiter können sich die Steuererhöhungen auf bis zu drei Monatsgehälter summieren.

Insgesamt 2,7 Milliarden sollen zudem durch Ausgabenkürzungen eingespart werden. Dazu gehören u.a. Rentenkürzungen, Einsparungen im Bildungs- und Gesundheitssektor sowie Kürzungen bei den Zuschüssen für private Autobahnbetreiber. Zwei Prozent der 600.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst sollen entlassen werden.

Die Gesamtheit der Maßnahmen belastet den Mittelstand am stärksten und dürfte, so wird berichtet, viele Portugiesen an die Armutsgrenze führen.

Portugal ist nicht Griechenland, aber es erhält dieselbe Medizin mit exakt derselben Wirkung. Wer kann das jetzt noch bezweifeln?

Der Volkszorn in Portugal kocht. Die Wut auf die Regierung, die das Land sichtbar für jeden immer tiefer in die Krise und immer mehr Menschen in Arbeitslosigkeit und Armut treibt, wächst. Die Regierung zieht sich auf den Standpunkt zurück, die Maßnahmen seien notwendig und alternativlos, um die Auflagen der Troika für die Inanspruchnahme der Finanzhilfen zu erfüllen. Jede Regierung, die in den letzten fast drei Jahren in Griechenland amtierte, hatte austeritätspolitische Maßnahmen stets in derselben Weise begründet. Immer wurde und wird dabei in Aussicht gestellt, die Maßnahmen würden den Haushalt wieder in Ordnung und das Land wieder auf Wachstumskurs bringen.

Doch egal wohin man auch schaut geschieht infolgedessen exakt das Gegenteil.

Die Antwort der damit konfrontierten Befürworter des austeritätspolitischen Kurses, also der wirtschaftsliberalen Vertreter, ist dieselbe, die sie schon in der ersten Weltwirtschaftskrise stets gegeben haben, wenn sie mit den negativen Folgen dieser Politik konfrontiert wurden. Es ist die Versicherung, dass die Maßnahmen am Ende den gewünschten Erfolg bringen werden. Sie gründet jedoch auf nichts anderem als dem festen Glauben an die Selbstregulierungskräfte der von allen „negativen“ staatlichen Beeinflussungen und Lasten „befreiten“ Märkte, den John M. Keynes einst mit dem zynischen Ausspruch „In the long run we are all dead“ kommentierte.

Die von Heinrich Brüning zu Beginn der 30er Jahre ebenso hart wie jetzt von der griechischen, der portugiesischen und spanischen Regierung durchgesetzte Austeritätspolitik führte die Weimarer Republik in ein wirtschaftliches, soziales, politisches und gesellschaftliches Chaos, das erst infolge eines fatalen Machtwechsels beendet wurde. Die Illusion einer ebenso effektiven wie vernünftigen Krisenpolitik hielt nur bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Was haben wir daraus gelernt?

Die Regierungen der Europäischen Union, die EZB und der Internationale Währungsfonds zwingen, wie drei Jahre nach Beginn der Griechenlandkrise längst klar geworden ist, immer mehr Schuldenstaaten auf einen austeritätspolitischen Kurs. Die Entwicklung weist bisher sehr deutlich in Richtung einer wirtschaftlichen, sozialen und politischen Tragödie, die gleichbedeutend mit finanzieller Abhängigkeit ist.

Bis zu diesem Punkt drängen sich Vergleiche mit der Weimarer Republik auf, aber hier hören die Vergleichsmöglichkeiten auch auf.

Der weitere Verlauf der Entwicklung bei Beibehaltung des austeritätspolitischen Kurses wird schon deswegen keine Wiederholung der Geschichte sein, weil es dieses Mal um eine Union von miteinander ver- und in die globale Wirtschaft eingebundenen Staaten geht. Allerdings ist es schon ein alarmierendes Zeichen, dass das mit der Vergabe des Friedensnobelpreises betraute Gremium die Europäer jetzt mit der Auszeichnung daran erinnerte, dass die Europäische Gemeinschaft insbesondere aus Gründen der wirksamen und dauerhaften Befriedung des Kontinents geschaffen wurde. Der Schlüssel dazu waren gemeinsame wirtschaftliche Vorteile.

Niemand wird in Europa heute einen Krieg vom Zaun brechen wollen, um die finanziellen und wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Doch der eingeschlagene austeritätspolitische Weg könnte, wenn er – anders als in der Weimarer Republik – weiter beschritten wird, am Ende nicht weniger verheerende Wirkungen entfalten. Vielleicht werden wir ex post einmal sagen müssen, dass es nur ein von Europa gegen sich selbst geführter Krieg mit anderen Mitteln war. Wir wissen es nicht genau.

Was wir indes heute wissen müssten, ist, dass wahr ist, was Keynes schon vor etwa 80 Jahren mit seinem berühmt gewordenen Ausspruch bezüglich des wirtschaftsliberalen Vertrauens auf eine die Selbstregulierungskräfte der Märkte stützende Angebotspolitik auf den Punkt brachte: Auf lange Sicht sind wir alle tot.

Die Europäische Integration wurde immer vom Wunsch der Realisierung wirtschaftlicher Vorteile angetrieben. Das war und ist der Kitt, der Europa zusammenhält. Deswegen wurde der Binnenmarkt realisiert und auch die Währungsunion. Deswegen wollten neue Mitgliedstaaten der Union beitreten und deswegen wurden sie aufgenommen. Was hält Europa noch „am Leben“, wenn die wirtschaftlichen Vorteile, die es seinen Mitgliedern geboten hat, nicht mehr realisierbar sind?

Europa ist die wirtschaftliche Erfolgsstory abhandengekommen und nun beschleunigt es seine wirtschaftliche Abwärtsspirale im blinden Vertrauen auf etwas, das es nicht gibt. Die verbreitete Verwendung des Begriffs „Euro-Retter“ ist ein Zeichen dafür, wie umfassend die Verkennung der Realitäten tatsächlich ist.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

Print article

54 KommentareKommentieren

  • HaPennyBacon - 16. Oktober 2012

    Noch tun die hiesigen Medien so, als ob uns die Debakel von Griechenland oder Portugal “nur” Geld kosten. Aber auch die Deutsche Schuldenspirale dreht sich unablässig weiter und wird mit jedem Tag größer. Der Point Of No Return ist längst überschritten aber die große Mehrheit der Bevölkerung glaubt immer noch daran das man nur brav sparen muss und genügsam leben soll um es “später” einmal “gut” zu haben. Leute, euer “später” wird grad von einer skrupellosen Bande von Finanz-Zockern eingesackt, versteht das doch endlich! Denkt immer dran, egal was euch die lieben Politiker oder die Medien erzählen, entscheidend ist wer den Ball hat. Fragt immer, wer bekommt wirklich euer Geld bzw. das Geld aus den Rettungsaktionen.

  • Holly01 - 16. Oktober 2012

    Es ist ja alles richtig. Aber, ich möchte doch eine wichtige Frage stellen :
    Ein Schuldensystem, wie es von dem anglikanischen Finanzsystem über alle Staaten und Lebensbereiche gestülpt wurde, ist ebenfalls asozial.
    Es wird Geld geschöpft und Zins geerntet. Ein Zins der von den Schuldnern bezahlt wird und der sich durch das gesamte Leben zieht. An allen Stellen des Wirtschaftslebens wird heute vorfinanziert.
    Der “Normalverbraucher” kann diese Last garnicht mehr leisten.
    Rentenbetrug am Ende des Arbeitslebens und Kapitalbetrug während des Arbeitslebens sind die Folgen.
    Die Abhängigkeit durch Schulden generierte Schein BIP wächst exponential. Das Schuldensystem ist das agressivste, gegen die Normalbürger angewendete Repressionsregime, welches man sich vorstellen kann. Nur der Bürgerkrieg hat schlimmere Auswirkungen.
    Also die Frage : Wie wollen Sie denn diesen gesellschaftlichen Zustand entschärfen?
    Der Derivatemarkt ist nicht zu halten, weil die Zinslast auf Dauer nicht zu leisten ist. Schon jetzt werden die Zinsen von den öffendlichen Marktteilnehmern zur Verfügung gestellt, nicht erwirtschaftet. Es ist geschöpfter Scheinzins.
    Die USA haben 77% ihrer Anleihen in 2011 von der FED kaufen lassen. Es gibt keinen Markt für die Weltleidwährung und die Staatsanleihen.
    Das System der US-Defizitkonjunktur wird zusammenbrechen, weil es immer mehr und in der Summe größere Anteile an Weltwirtschaft gibt und geben wird, welche kein Interesse an diesem System haben.
    Pax americana ist inhaltlich gescheitert. Die Idee überlebt durch lokales Chaos via “arabischer Frühling” u.ä..
    Also, wie möchten Sie Abstand zu diesem System herstellen? Verlassen kann die EU das System ja garnicht, der Euro ist zu 80% mit Dollar besichert, der Euro ist ein Dollar mit anderer Farbe gedruckt.
    Es wäre schon erstrebenswert wenigstens einige wenige Werte zu sichern …. und das geht nur indem man das Schuldenregime zurückdrängt und das Finanzkasino herunterfährt.
    GB mit seinen “Finanzinseln” unter königlichem Recht und exterretorial ist da nicht einmal angerissen. Es gibt einen Allienmarkt, mitten in Europa, der die Eurokrise angestossen hat und am Laufen hält.
    Euroland wurde um Billionen erleichtert, aber das Geld ist ja nicht weg ….. aber es ist schon eine politische Krise in der man akzeptieren muss, das der anglikanische Finanzmarkt nicht überleben kann.
    Mit allen Machtfaktoren und Verschiebungen, welche sich daraus ergeben.

    • SLE - 16. Oktober 2012

      Hallo Holly,

      das Finanzmarktsystem der jetzigen Prägung dominiert alles und die Bemühungen, es am Laufen bzw. Leben zu erhalten – zuletzt nur noch auf Kosten der Schuldner und Steuerzahler – sind mittlerweile so aberwitzig, dass jeder weiß: Lange geht das nicht mehr. Darin stimme ich zu. Das Schuldenregime muss zurückgedrängt und das Finanzmarktcasino heruntergefahren werden. Das haben Sie ja schon gesagt. Das Schuldensystem ist aber vor allem deswegen so problematisch, weil es praktisch in der Hand weniger, sehr großer Player konzentriert ist (ebenso wie der Derivatemarkt) und Wettbewerb hier praktisch keinerlei regulierende Funktion mehr hat (Stichworte: Finanzlobby, Betrug (US-Hypothekenkrise), Libor-Mainipulation, Insiderhandel etc.). Dieses System kanalisiert Gewinne und konzentriert auch Vermögen. Das alles sind Kennzeichen überreifer, verkrusteter Märkte und das Problem dabei ist, dass die Politik die Entstehung dieser Strukturen und Verhältnisse selbst massiv gefördert hat und sie nun unter massivem Mitteleinsatz und mit Hilfe brachialer Sparmaßnahmen künstlich am Leben erhält, anstatt, umzusteuern. Letzteres heißt: downsizing in Verbindung mit einer Ausrichtung der Politik auf klein- und mittelständische Strukturen, denn die zocken nicht, sondern stützen die Wirtschaft. Die ganze Liquidität, die die Notenbanken in die Märkte spülen, kommt ja auch praktisch nicht in den Wirtschaftskreislauf, sondern dient nur noch dem Erhalt des bestehenden Finanzmarktsystems bzw. dem Erhalt derer, die zu groß sind, um sie kollabieren zu lassen. Nur mit einem zielstrebigen strukturellen Umbau der Märkte lässt sich die Situation m.E. entschärfen.

      Grüße
      SLE

      • Holly01 - 16. Oktober 2012

        Hallo Hr. Eichner,
        ich gebe Ihnen gerne Recht. Das problem ist aber die machtverteilung. Politik wird vom Kapital bestimmt. Wer nicht die Weihen des (Kapital-) Systems hat, der darf nicht einmal in ein Mikro husten, von einem Amt ganz zu schweigen.
        Ökonomisch gibt es garkeine Krise. Gesellschaftlich sieht das schon ganz anders aus. Kontraktion des Wirtschaftskörpers sind der Normalfall.
        Die Kapitalinhaber machen sich Strukturen zu nutze, bzw. haben diese Strukturen nach ihren Bedürfnissen schaffen lassen. Die CoL und die WS haben viele Kapitalgrößen kommen und gehen sehen, aber ihre Funktion wurde von allen eingesetzt.
        Die Zinserpressung, der Wirtschaftskrieg (um es auf den Punkt zu bringen) mit dem das anglikanische Finanzsystem die EU im allgemeinen und die Eurozone im besonderen gerade abkocht hat ja auch Tradition.
        Erst war es Afrika, dann Asien und heute ist es Europa und später wird es China sein.
        Es ist dem Kapital völlig egal wie Menschen, Wirtschaften oder Regionen dabei oder danach aussehen, die ziehen ihre ganz persönliche Kapital- und Machtexpansion durch.
        Den Wirtschaftskrieg kann die Eurozone nicht gewinnen. Aber man braucht Europa ja auch noch für später (kleiner und abhängiger).
        Ein paar der US-Investoren sind zu hoch herangegangen, Soros will Deutschland aus dem Euro um den Rest erpressbarer zu machen.
        Ja, man könnte Einiges und mach sollte Vielles, es ist nur nicht umsetzbar in diesem Umfeld. Die Politik versucht Schaden zu begrenzen (an der Machtstrukturen und am eurupäischen Großkapital) und Optionen in die Hand zu bekommen.
        Aber wie geschrieben, ich gebe Ihnen in sehr vielem Recht. Es ist nur ein Mangel an Umsetzungsdruck vorhanden.
        Die SPD kann nach wie vor mit der großen Koalition drohen, TINA ist in Deutschland exelent abgesichert und Merkel hat alle Trümpfe in der Hand. Die Presse spurt und die “öffendlichen” Medien wurden mit der GEZ Reform mit dem besten aller Mittel ruhig gestellt, Geld.
        Das ist in ganz Europa so, man verteilt um, von nutzlos nach nützlich….. leider ist das so.

        • SLE - 16. Oktober 2012

          Das sehe ich sehr ähnlich. Aber gerade deswegen kann es ja nicht schaden, bewusst zu machen, was falsch läuft und warum – immer wieder.

          Grüße
          SLE

  • Roland - 16. Oktober 2012

    Die Portugiesen werden sich vermutlich eine solche Verarmung wie die Griechen nicht gefallen lassen. Anders als letztere haben sie noch lebendige Revolutions-Erfahrungen aus dem Jahre 1974. Und die Armee ist, anders als in Griechenland, nicht reaktionär, sondern potentiell revolutionär.
    Griechenlands Opposition leider wird lediglich von einem gutaussehenden “Schlaffi” angeführt und bleibt trotz aller Demos ein zahnloser Hase.

    • Georg W. - 16. Oktober 2012

      …und was kommt nach der Revolution, wenn der Haushalt noch immer in Schieflage ist???

      • Roland - 16. Oktober 2012

        Die Haushalte der Länder der “Südschiene” können nur durch radikale Umverteilung von oben nach unten INNERHALB dieser Länder in Ordnung gebracht werden. Hinzu kommen muss ein rascher Schuldenschnitt. Mit jedem Tag, der vergeht, schreitet über ESM und EZB der Gläubiger-bailout voran – und zum Schluss haben u.a. wir Steuerzahler die gesamten faulen Forderungen an der Backe.
        Die Zeit rennt !

      • Holly01 - 16. Oktober 2012

        Der kleine häßliche Bruder der Revolution heisst “Enteignung”.
        Das ist die bewährte politische Lösung und es ist kein Ausweg. Es bereichern sich nur andere und das (Finanz-) Regime bleibt das gleiche.

        • langlode44 - 16. Oktober 2012

          Ja richtig, Grosseigner, Aktionäre und wie dieses Gesocks auch immer heisst enteignen grade den Rest der Menschheit. Aber das sind ja die Guten, die schaffen Aabeidsblädse….

        • Lothar - 16. Oktober 2012

          Enteignung der 1%. Exakt. Sie koennen nicht weiter auf Kosten der Menschen und diesem Planeten ihr Parasitendasein fuehren. Wie Ghandi sagte: Eigentum jedenseits des individuel genutztem Besitzes ist Diebstahl.

          Daran ist nichts aber auch gar nichts haesslich, sondern es ist wunderschoen. Und ja es wird auch die obere Mittelschicht und all die Geldverliebten treffen – doppelt wunderschoen.

          Und das oberste Ziel eines Staates sollte auch nicht die Verteilung von Wohlstand auf seine Bevoelkerung sein, sondern Gluecklichsein und das kann man nicht mit Geld erkaufen. Ich habe noch nie einen Reichen gesehen der unbeschwert und rundum gluecklich war, aber schon viele aermere.

  • TSTM - 16. Oktober 2012

    Ja, das mächtige Geld. Bloß niemanden der fleißig lobbyiert auf die Füße treten, was ist denn schon des Volkes Wille wert?

    Aber bei all den Zahlen sollte man nicht auch die eigentlich relevanten vergessen:

    Allein in der EU: 10,5 mill. Griechen, 10,6 mill. Portugiesen und 47 mill. Spanier hat es schon viel zu viel gekostet. Gesamt- und Jugendarbeitslosigkeit trotz kreativsten statistischen Methoden auf Katastrophenstand, Rentenkürzungen (ca. jeder fünfte ist Rentner, ca. jeder 3. ist u 25J=arbeitslos). Eine vernichtende Zwischenbilanz.

    Und Amiland mit seinem SNAP-Programm (wie viel waren es doch gleich? So um 47 mill. US-Bürger?) ist ja eigentlich schon die Klippe runter, unabhängig vom fiskalischem Kliff 2013.

    An der richtigen Stelle mal hart durchgreifen? Fehlanzeige.

    Wenn man es schafft, sich aus dem abgestumpften Bewusstsein zu reißen und die Sache mal versucht als ein objektiver Dritter zu betrachten kommt man, zumindest ich, auf folgendes Ergebnis:

    Die Realität die einem umgibt, kann es aus rechtlichen, betriebs- und volkswirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten gar nicht geben. Moralisch-ethisches Grundsätze mal außen vor. Unmöglich.

    Aber es ist so.

    Und was der Homo Sapiens Sapiens in der Stein-, Bronze- und antiken Zeit schon so sozial fortgeschritten! Wer hätte das gedacht, dass der Zenith diesbezüglich schon vor Jahrtausenden überschritten wurde.

  • Eurelios - 16. Oktober 2012

    @ HaPennyBacon

    Du schreibst:

    entscheidend ist wer den Ball hat.

    Den Ball hat jetzt im Euroland der ESM.

    Den vergleiche ich mit einem Melker im Kuhstall der die Kühe (Staaten/Menschen) seine Milch (Geld) absaugt und an den sehr wenigen Geldeliten verteilt.

    Wenn Deutschland (beste Melkkuh im Stall) von den ESM kräftig gemolken
    wurde und dann man feststellt das auch dieses (wenn auch etwas später als die anderen) Euter leer ist.

    Spätesten dann geht der Euro über die Wupper und die 99 % der Bevölkerung haben die
    Arschkarte gezogen bzw bekommen

  • JL - 16. Oktober 2012

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner

    Der Friedensnobelpreis, den Europa dieses Jahr erhalten hat, wird scheinbar fast schon abgöttisch beschworen. Was dort verschiedentlich hinein interpretiert wird könnte manchen vermutlich an vorchristliche Kulte erinnern, um die „Geister“ die man rief nun endlich wieder loszuwerden.

    Diese „Geister“ mit Namen Schulden, Überschuldung und Zinslast sind aber äußerst hartnäckig und wollen einfach nicht verschwinden.
    Dabei lebte man in der EU so friedlich und froh nebeneinander- was unzweifelhaft auch gut und richtig ist- nur aber halt dauerhaft über seine wirtschaftlichen Verhältnisse.
    Im Ergebnis dessen sehen wir jetzt staatliche Reaktionen unter dem Motto „Wir müssen Sparen- koste es was es wolle“.

    Ergo werden staatlicherseits also „Opfergaben“ gefordert- bis die Opfer nichts mehr geben können und Zeitgleich neue Kredite erwartet, weil man kreditunwürdig ist. Ob dies die „Geister“ abschrecken wird bleibt abzuwarten.

    Wenn nicht könnte man ja immer noch bei den Naturvölkern in Afrika und Amazoniens zu deren Ritus zwecks „Geistervertreibung“ anfragen. Dies wäre aber natürlich mit nicht zu unterschätzenden Risiken verbunden, würden diese „Naturburschen“ zum Beispiel behaupten, wer pleite ist muß auch Pleite gehen können.
    Solch eine Aussage könnte möglicherweise einen bleibenden Schock bei Politikern in Europa verursachen.

    Mit freundlichen Grüßen
    JL

  • Basisdemokrat - 16. Oktober 2012

    Was sich mir nicht so ganz erschließt, ist folgendes: Wie könnte ein sinnvoller Übergang dieser immensen Geldsummen in die Realwirtschaft stattfinden? Und ist dies nicht zwangsläufig mit Mega-Hyper-Inflation verbunden? Dazu habe ich ein interessanten Disput zwischen Prof. Richard A. Werner und Jörg Asmussen gesehen ( http://www.youtube.com/watch?v=hoq2kKZkkHo so ab 1:47:00).

    Im Moment scheint es ja so zu sein, dass diese Summen gebraucht werden, um das System nicht zusammenbrechen zu lassen.
    Prof. Werner schlägt vor Konsum- und Finanzkredite zu unterdrücken dafür aber Investitionskredite zu fördern, was einer “produktiven Kreditschöpfung ” führe (http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=X6-FItgst4Y ca. 41:40 ).

    Mein Vorschlag:
    Würde man z.B. ein 5 Millionen- Dächer-Programm auflegen und Quasi eine für die Häuslesbesitzer kostenneutrale Finanzierungsbeihilfe oder Aufwrackprämie beisteuern würde das, so über den Daumen gepeilt, 100 Mrd. in produktive Kanäle führen.

    Analoge Beispiele lassen sich sicher leicht finden.

    Oder löst das zwingend eine Inflation aus?

    • langlode44 - 16. Oktober 2012

      @Basisdemokrat: Machen wir Basisdemokratie, machen wir Basisdemokratie in allen Ebenen der Gesellschaft. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten, gleiche Anteile. Ist dann Geld überhaupt noch erforderlich? Ich sag da einfach mal: nein!

      Zu deinem ersten Absatz, dieses überschüssige Geld darf niemals nich in die Gütermärkte eindringen (teilweise tut es das schon), es würde tatsächlich eine Hyperinflation auslösen. Es soll mal schön da bleiben wo es ist, bis wir nen Plan haben aus dem Dilemma rauszukommen.

      Hier mal nen Lesetip (sehr umfangreich) zum Geld:

      http://kulturkritik.net/index_allgem.php?code=pfrwol115

    • Ert - 16. Oktober 2012

      Mit der EnEV 2009 und bald 2013 kommt doch genau das – effektiv auch für den Altbestand, wenn irgendwas per Firma renoviert wird. Und wenns nicht hilft – dann sicher ab 2015 mit Modernisierungszwang – am besten Tod modernisieren, damit dann in 10-20 Jahren neu gebaut werden kann.

      Der Wahn dabei ist, das gerade die ganzen Steinwoll, Glasswoll und Styropor/Styrodurdämmungen bei der Herstellung brutal viel Energie Fressen (haben >90% Anteil an den 36.000.000 Kubikmeter Dämmstoffen alleine in D!). Dazu haben Glas/Steinwolle in den Klebeharzen (1 bis 7% Anteil) ca. 30% Formaldehyd und stehen unter dem Verdacht krebs zu erregen (Asbestose). Das Styroporkrams ist absoluter Sondermüll! Und beides kann nicht wie Lehm mit Feuchtigkeit umgehen. Holzfaser- oder Pappverbundmaterial hat leider kaum einen Markt bzw. eine Lobby – obwohl energetisch und Umwelttechnisch massivst besser.

      Mal sehen was kommt – aktuell diskutiert man ja einen Heizungsumrüstungszuschuss.

    • langlode44 - 16. Oktober 2012

      Versuch der Zweite: Das Geld als Prozess begreifen, is nich einfach, weis ich. Es hatte nen Anfang, nen Höhepunkt und is nu an sein Ende geraten. Dieses kann sein eine lange Phase des
      allmählichen Ablebens des Geldsystems – Stichwort Deflation -, wahrscheinlicher is inzwischen eine globale Hyperinflation. Dann is es wech das Geld, einfach wech…

      Basisdemokrat machen wir einfach Basisdemokratie, gleiche Rechte, gleiche Pflichten, gleiche Anteile. Was kostet dann ein `Arbeitsplatz ` – vermutlich nichts. Mal drüber nachdenken, einfach so…

      • Ert - 17. Oktober 2012

        Das macht ja auch das agieren momentan so schwierig. Einerseits müssen immer mehr ist arbeitsplatzverluste rechnen, andererseits kann der Crash irgendwann kommen.

        Die beste Strategie ist aktuell wohl in das zu Investien was “Rendite” und Lebensqualität bringt: Ausbildung, wissen, eigener Obst und gemuesegarten mit Gewächshaus,, energiespartechnik wo es wirtschaftlich wirklich Sinn macht (Amortisation in weniger als 5-6 Jahren), sowie vermoegen außerhalb des Systems – falls eine Atombutze hoch geht oder man arbeitslos wird.

    • SLE - 17. Oktober 2012

      Hallo Basisdemokrat,

      die geldsummen dürfen nicht in die realwirtschaft und sie werden dort in diesem Umfang auch gar nicht abgefragt, weil die Nachfrage gar nicht da ist. Im Gegenteil führt ja gerade die Austeritätspolitik dazu, dass letztere massiv wegbricht.

      Jetzt große Konjunkturpakete aufzulegen bringt allenfalls ein neues Strohfeuer. Die Abwrackprämie etwa hat damals der Autoindustrie geholfen, aber jetzt steht sie wieder vor denselben Problemen. Konjunkturprogramme helfen auch deswegen nicht, weil angesichts vielfach hoch konzentrierter globaler Märkte – und das sind ja gerade die, um denen es den Politikern bei allen Stabilisierungsbemühungen immer nur geht – dazu führen, dass die Gewinnströme kanalisiert werden. Die Profiteure sind am Ende wieder die Großen (und die Vermögenden) und damit ist das eine Strukturkonservierungspolitik.

      Von diesen höchst problematischen, instabilien Strukturen müssen wir aber wegkommen und das erreicht man nur durch eine entsprechend differenzierende Politik. Regeln, Maßnahmen und Förderungen dürfen eben NICHT mehr große Unternehmen und Banken begünstigen, sondern auf den klein- und mittelständischen Sektor ausgerichtet werden. Die letzten 40 Jahre wurde in den Industriestaaten genau das Gegenteil gemacht und dies war anfangs von Vorteil und richtig, ist aber im Zuge der Entwicklung der Märkte und Volkswirtschaften zunehmend kontraproduktiv geworden. Das muss geändert werden.

      Grüße
      SLE

      • Ert - 17. Oktober 2012

        @sle

        Durch die abwrackpraemie ist der gebrauchtwagen Markt für Pkw alter als 3 Jahre nach meine Informationen kollabiert. Denn die, die sich normal ein 4-8 Jahre alten Pkw kaufen sind gerade noch beim abzahlen des Prämienfahrzeuges.

        Noch mal zieht solch eine Nummer also nicht – zumindest nicht innerhalb der nächsten 24 Monate.

      • Basisdemokrat - 18. Oktober 2012

        Hallo SLE,

        ” die geldsummen dürfen nicht in die realwirtschaft und sie werden dort in diesem Umfang auch gar nicht abgefragt, weil die Nachfrage gar nicht da ist. Im Gegenteil führt ja gerade die Austeritätspolitik dazu, dass letztere massiv wegbricht.”

        Viele Hausbesitzer und Mieter, auf welche die Kosten ja ebenfalls umgelegt werden, wären hocherfreut, wenn sie für die kommenden Energiekrisen besser gerüstet wären. Insofern bestünde eine riesige Nachfrage wenn…, ja wenn genug billiges Geld vorhanden wäre. Die Handwerksbetriebe könnten über Jahre Kapazitäten aufbauen und hätten eher ein Facharbeiternachfrageproblem. Richtig gemacht, wäre dies sicherlich kein Strohfeuer, sondern eine nachhaltige, sinnvolle Investition in unser aller Zukunft. Ferner würde auch der klein- und mittelständische Sektor gefördert. usw…

        “Konjunkturprogramme helfen auch deswegen nicht, weil angesichts vielfach hoch konzentrierter globaler Märkte – und das sind ja gerade die, um denen es den Politikern bei allen Stabilisierungsbemühungen immer nur geht – dazu führen, dass die Gewinnströme kanalisiert werden. Die Profiteure sind am Ende wieder die Großen (und die Vermögenden) und damit ist das eine Strukturkonservierungspolitik.
        Von diesen höchst problematischen, instabilien Strukturen müssen wir aber wegkommen und das erreicht man nur durch eine entsprechend differenzierende Politik”

        Das leuchtet mir ein. Wer aber sollte diese differenzierende Politik durchsetzen?
        Der Widerspruch zwischen den hinter den Nationalstaaten stehenden Kräften und einer befriedigenden Funktionalität der globalen Märkte wird immer offensichtlicher.
        Die Konzerne versuchen ja bereits von diesen “problematischen, instabilen Strukturen” wegzukommen. Nicht zuletzt auf Grund der Erfahrungen von Fukushima.

        http://www.it-business.de/index.cfm?pid=10701&pk=367739&type=article&fk=310248

        http://www.it-business.de/marktforschung/marktzahlen/articles/310248/

        Mit freundlichem Gruß
        Basisdemokrat

    • NN - 17. Oktober 2012

      @Basisdemokrat – 16. Oktober 2012

      Eine Haeuslebauer-Praemie ist ja noch sozialer als die Abwackpraemie. Oekologisch mag sie sinnvoller als die Abwrackpraemie sein (sogar ziemlich sicher), aber sie waere auch asozialer (da Hauspreis >> Autopreis). Damit wuerden in D mindestens 50% der Bevoelkerung (und zwar der aermere Teil) durch das Raster fallen. Ca. 50% haben naemlich kein Wohneigentum.

  • klaus - 16. Oktober 2012

    Natürlich ist das KRIEG.

    So nennt man halt die Umverteilung von Arm nach Reich.
    Was sollte Austerität sonst sein?

    Und der Gewinner des Krieges ruft sich bereits aus.

    Schäuble als OVERLORD der FINANZ .

    Die ganze EU ist schockiert von der ultimativen Forderung für
    das Verbleiben Griechenlands und der Genehmigung der Anleihekäufe.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/9613384/Germany-shocks-EU-with-fiscal-overlord-demand.html

    Bescheidenheit war Gestern.

    Das wird lustig.
    Und wenn keiner mitspielt, wird es noch lustiger.
    Rufen wir dann den Krieg aus?

    😉

    • SLE - 17. Oktober 2012

      Hallo klaus,

      wenn man die Ergebnisse dieser aktuellen Umfrage sieht, hat man nicht den Eindruck, dass dies bei uns tatsächlich als “Krieg” angesehen wird.

      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/umfrage-deutsche-haben-vorurteile-gegenueber-hartz-iv-empfaengern-a-861603.html

      Was Uniformierteit alles anrichten kann. Wir sollten daran denken, wenn der nächste Populist auf der Suche nach Wählerstimmen auf dieser Welle reitet.

      Viele Grüße
      SLE

      • klaus - 17. Oktober 2012

        Hallo SLE,
        die Vorurteile dienen ja auch nur dem Beugen der Hartz4ler und
        damit dem Abschrecken der Lohnforderungen.
        Schlicht dem Lohndumping.
        Die Lohnstückkosten müssen lt. Tina sinken, europaweit.
        Dazu müssen Sozialsysteme ausgeblutet werden und
        die Privatisierung erfolgen. Die GKV soll im Moment Pleite gemacht werden.
        Die Hängematte muß weg.
        Kündigungsfristen, Praxisbeitrag muß bleiben, die Krankenkassen
        sollen den Überschuß der Hartz4ler an das AA zurückgeben und
        da durch Sanktionen nur 1,3 Mrd der geplanten 2,1 Mrd Euro gespart
        werden konnten, sieht man sich erbost, das die Grenze in Sicht ist.
        Mindestlohn ist ein Papiertiger, der eh nur Leute des 1sten Arbeitsmarktes nützt.
        D.h. nach einem Jahr ist selbst das Makulatur.
        Nach dem einen Jahr verlangen Pädagogen 3/4 des geplanten Mindestlohnes
        vom Hartz4ler. Denn die sind schützenswert.
        Das ist ja das Problem.
        Schulungen nützen den Schulungsunternehmen.
        Die ganzen FernUnis sind vor der Pleite.
        Daher gibt es die Sprüche, das Bildung wichtig wäre.
        Da muß man die Betrachtungsweise ändern.
        Nutzt es dem Verwaltungsapparat oder dem Betroffenen?
        Exakt diese Frage wird nie gestellt.
        Und exakt hier hat der Steuerzahler ein Recht auf Auskunft.
        Wenn Alt Hartz4ler lobt, will er mehr Geld vom Steuerzahler um
        seinen Fortbildungs- und Verwaltungsapparat zu füttern.
        Hat jemand mal eine Benotung von JobCentern gesehen?
        Von allen Beteiligten und nicht von Vorselektierten?

        Exakt Wirtschaftszweige die Soziales im Warenkorb haben,
        Altersheime,Hartz4-Schulungs-Unternehmen reiten auf der
        Schiene der Plünderung der Sozialsysteme in Deutschland.
        Abschöpfen der Liquidität. Häuschen des kleinen Mannes gegen Schwarzgeld.
        Hinzu kommt ein EU-Topf , aus dem auch wieder Subventionen
        fließen, sobald die Hartz4ler unterschrieben haben.

        Fast vergleichbar mit der Landwirtschaft bei Brache, extensiver Bewirtschaftung
        und Biotop-Konservierung. Die Subventionierung ist schauerlich.
        Völlig ohne die Perspektive wirtschaftlichen Ertrag an irgendeinem Tag
        in der Zukunft zu erwirtschaften.

        Es sind Karzinome eines sozial von Neoliberalen ausgebeuteten Grünen Systems
        das die Egalisierung der Armut durch ganz Europa zum Ziel hat.
        Grüne Gedanken und gelbes Geldabschöpfen.
        Selbst die Alten/Eltern sieht man als soziale Hängematte. Auch sie werden
        bewußt hineingezogen. Es sind die Lender of Last Resort. Wie die Junggesellen.

        Dank ESM und Fiskalpakt bald quer durch Europa.
        selbst die Ungarn verzichten bereits dankend auf den Euro.

        Und mit Deutschland als oberstem Finanzwächter, ohne den
        Schutz des Grundgesetzes im Euroraum, wird es wohl eher ins
        Bitterböse umschlagen.

        Länder ohne vergleichbare Industriestruktur werden in die Knechtschaft
        und Insolvenz wandern. On a long enough timeline, but they will. 🙁
        Und nichts wird das Ändern.
        Die Forderungen von Schäuble werden heftiger und einige Länder
        werden es Brennen lassen. Wissen Sie doch, das Sie pleite sind.
        Die Insolvenz wird sie alles kosten. Warum sollten Sie noch arbeiten
        um ein System zu stützen, das wie ein Holz-Harvester das Geld absaugt?

        Deswegen geht der Euro hoch.
        Spanien geht nicht auf Ramsch-Niveau, weil Bernanke Moodies
        angebettelt hat, bis nach der Wahl zu warten.
        Sonst nix.

        Sonst wäre die Kettenreaktion mitten in den Höhepunkt der US-Wahl gefallen.
        Dann hätte alles im Dreck gelegen, weil die Handlungsfähigkeit nicht
        gegeben war. Jemand mit Rollstuhl hat wohl bei Bernanke gebettelt und hat dazu den
        Preis erfahren. Morgan Stanley mag das investierte Geld in Griechenland
        nicht verlieren. Sonst werden die böse.
        Deshalb der Traum vom Overlord.
        Dazu eine Bertelsmann-Studie über 1,7 Bio Eu mit dem damit verbundenen
        Domino-Effekt.

        Es wird schwer das Geld für Banken aufzutreiben, das die Banken
        in die BRIC-Staaten investiert haben.
        Leider erwirtschaftet dieses Geld nix, da noch ca. 50 Prozent an Geld fehlen.
        Man hat dorthin investiert, weil der Faktor Arbeit hier zu teuer war.
        Jetzt hat man in Europa und in den BRIC’s die Hälfte des Geldes.
        Teilweise Halbfertig-Bauten in den PIIGS.

        Die Banken sind mit Basel3 überfordert und legen einen Zettel der Brics/PIIGS
        in den Tresor. Leider zählt der bald nicht mehr.
        Die Liquidität geht runter und daher werden Alle zu Krediten gezwungen.
        Der Arbeitslose für einen angeblichen Berufseinstieg zu einem Auto-Kredit.
        Dem Arbeitstätigen redet man die Inflation ein, um ihm marode Bau-Substanz
        als Geldanlage/Betongold gegen Immo-Darlehen aufzuschwatzen.
        Dem Rentner die Inflation damit er an der Börse hin- und her hüpft.

        All dies macht sich nur im Dienstleistungssektor bezahlt und trägt in
        keiner Weise zum OutPut bei.
        Und kurz danach hört man die Insolvenzen gehen hoch.
        Das System bläht sich auf und wird zwangsversteigert.

        10 Euro an Verkehrsprotokoll kosten im Endresultat nach einem
        Jahr über 100 Euro.
        Ein System das von den Kosten lebt und seine Bürger frisst.

        Problem wird auch nicht der Populismus sein.
        Für alles politisch Unvermeidbare wird eine 2/3tel Mehrheit
        zum Ändern des Grundgesetzes benötigt.

        Deshalb kämpfen Steinbrück und Merkel.
        Aber jeder weiß, das 2/3tel Mehrheit nur mit einer
        großen Koalition geht.

        Das ist der Punkt um den es geht.
        Wie kann ich mit den MainStream-Medien den Wähler
        von diesem Zusammenhang abbringen?

        Denn wer um diesen Punkt weiß, wählt auf Grund seines
        Geldbeutels keine der Beiden.

        Tja, deshalb warten wir auf den 7.November.
        Um zu sehen ob Obama gewinnt und die restlich
        230 Mrd des IWF für die Firewall freigibt.

        Wenn nicht, dann halt gute Nacht.
        Denn ohne die 230 Mrd der Firewall ist zuwenig Liquidität
        bei den Banken. Daher die Banken-Union zum 1.1.13
        Dann muß sie kommen.
        Und der Volksentscheid muß dann her.

        Schäuble hat es eilig. Ich kann schon den Gummi riechen.

        Grüße Klaus

        P.S. Übrigens die Story von Moodies wird in den amerikanischen
        Medien anders gesehen als in den Europäischen.
        Seltsame Gründe sicherlich. 😉

  • Frankenfurter - 17. Oktober 2012

    Bedeutet “Downsizsing” zwangsläufig Effizienzverlust?

    In einer sehenswerten Reportage über ökologischen Landbau auf Arte “Bio für neun Milliarden” ist die Antwort der Autorin klar und eindeutig NEIN !

    http://www.arte.tv/de/programm/242,day=4,week=42,year=2012.html
    Ihre These nach umfangreichen Recherchen auf der ganzen Welt:

    Der kleinteilige Ökolandbau kann mindestens genauso effizient und preiswert für die Verbraucher arbeiten, wie der “moderne” großflächige und industrielle Landbau.

    Es besteht zudem der begründete Verdacht, dass die gezielte Förderung/Subventionierung von landwirtschaftlichen Großbetrieben viel zu hohe soziale, ökologische und gesundheitliche Kosten verursacht, die allesamt nicht in die Verbraucherpreise einfliessen, aber natürlich von der Volkswirtschaft als Ganzes zu tragen sind.

    • Ert - 17. Oktober 2012

      @frankfurther

      Effizienz bedeutet wenig Abfall. Ich denke das der ökologische Landbau in jedem fall effizienter ist als der industrielle Anbau mit seinem zwang zur künstlichen Bedingung und zum Einsatz von Gift.

  • Frankenfurter - 17. Oktober 2012

    weniger vielleicht Abfall auch, ich meinte aber die betriebswirtschaftliche Effizienz bezogen auf Energie/Kosteneinsatz und vor allem in Puncto Ertrag pro Flächeneinheit!

  • Hunsrückbäuerlein - 17. Oktober 2012

    ein korruptes System, das für sich auch noch das Gewaltmonopol des/als Staat in Anspruch nehmen kann, läßt sich nicht mit Geld und guten Worten niederringen, ihm muß man sein Lebenselexier – Geld – entziehen um es entweder zu gesunden oder sterben zu lassen. Die Angst vor dem DANACH ist für/bei uns Menschen systemimanent und desshalb nur mit großem Leidensdruck zu überwinden – und der wird kommen, sicher, ganz sicher!

  • Hunsrückbäuerlein - 17. Oktober 2012

    Nachtrag:
    der Volksmund sagt so schön: “der Fisch fängt am Kopf das Stinken an”, ich hoffe das gilt auch für das Gesunden bzw. Sterben. Wir sollten die USA genauestens unter Beobachtung halten.

  • Holly01 - 17. Oktober 2012

    Die eigendliche Frage ist doch :
    Warum kann ein chinesischer Arbeiter von (umgerechnet) 500€ hervorragend Leben und ein europäischer Arbeiter braucht die 4-fache Summe.
    Die Antwort ist wenig spektakulär. Das Geldsystem der Chinesen ist an einer ganz anderen Stelle seiner Entwicklung als das Europas.
    Die wirtschaftliche Dämpfung durch Zinslast ist in Europa und auch in den USA sehr viel größer. Der Kapitalstock, den man benötigt, um in Europa keine Zinslast sondern einen Zinsgewinn zu erwirtschaften liegt laut Hr. Popp bei etwa 1 Mio. Euro pro Jahr.
    Auch hier bei Querschuesse kann man sehr viele gute Beiträge zur Geldverteilung durch Einkommen anschauen.
    Die Summe der Zinsbelasteten (und überlasteten) ist in den westlichen Industriestaaten viel zu hoch. Das ist Konsumdämpfen und in der Rückkopplung natürlich wirtschaftsschädlich.
    Das wird auch niemand bestreiten.
    Man muss dringend Wege finden, mit denen man einerseits die Masse der Menschen in das Wirtschaftsleben zurück bekommt und nicht als reine Zinssklaven herumlaufen läßt.
    Die Diskussion in der Öffendlichkeit wird bewußt umgelenkt.
    Beispiel : Ein Durchschnittsrenter hat über 50 Jahre einen Rentenpunkt pro Jahr erworben. Das ist eine Rentenanwartschaft von grob 1500€ über grob 20 Jahre also runde 360k €.
    Eingezahlt wurden (heutige Kaufkraft unterstellt) 50 jahre * 20% * 30K Jahreseinkommen = 300k €uro.
    Wenn man nur den Geldwertverlust währen der Auszahlungszeit zu Grunde legt hat der Durchschnittsrenter seine Rente selbst eingezahlt, also vollfinanziert.
    Berechnet man eine Verzinsung, die ja über die asoziale Staatsverschuldung via Staatsanleihen ebenfalls einfließt, so bezahlen ( grob überschlagen) 2 Renter eine Beamtenpension mit.
    Alles vollfinanziert ohne Umlage.
    Die ganze Rentendiskussion dient nur der Ablenkung.
    Beispiel 2 : Die Anzahl der Kinder sinkt, die Kosten für das Schulsystem, die Lehrer, die Unis und die Ausbildungen im gewerblichen Bereich sinken zwanksläufig auch.
    Wo bleibt der Zugewinn?
    Der Skandal wird medial zugekleistert. Man führt Scheindebatten. Niemand traut sich an die Systemlösung, denn das würde bedeuten Zinsgewinne real zu kürzen und umzuverteilen.
    Immer wenn eine neue Idee durch die Medien gezerrt wird, ist die Ablenkung schon eingebaut.
    Das ist wie bei Unternehmensberatern : Wenn das neue Produkt präsentiert wird, muss man die Rede und die Argumente so wählen, daß man die Probleme die man gerade einbaut nicht offensichtlich werden läßt.
    Das nächste Produkt will ja wieder beworben werden.
    Es ist eine Angstkrise der Masse die ganz bewußt herbeigeführt wird und die ganz bewußt schrittweise die erwarteten Lasten auch eintreten läßt.
    Es ist ein Hochdruckofen der menschlichen Ängste der über die üblichen Ventile geregelt wird : Hoffen und Bangen. Am Ende steht Litargie und das dumpfe geschehen lassen. DAS ist der Grund für die Länge der Krise, man stumpft die Leute ab.

  • Holly01 - 17. Oktober 2012

    Entschuldigung, der Rest lautet :
    Man muss dringend Wege finden, mit denen man einerseits die Masse der Menschen in das Wirtschaftsleben zurück bekommt und nicht als reine Zinssklaven herumlaufen läßt – ohne das System, in dem wir alle leben zu ruinieren und damit uns alle zu ruinieren.

    • langlode44 - 17. Oktober 2012

      Nein Holly01, wie müssen Wege finden die Ökonomie wieder den Interessen der Gesellschaft unterzuordnen, die Wirtschaft ist grade dabei alle Bereiche der Gesellschaft sich untertan zu machen. Und alle heisst alle. Widerlichstes Beispiel: Monsanto hat sich das Patent auf den männlichen Samen eintragen lassen, also vor dem nächsten Vergnügen sind da erst mal ein paar Dollar übern Teich zu schicken. Is kein Witz, suche die Quelle jetzt nicht, Nachricht hat schon ein paar Jahre auf`m Buckel.

      • Eurelios - 17. Oktober 2012

        Tja es ist schon unglaublich das mit der Samengeschichte.

        Aber letztendlich wurde das Patent wieder einkassiert:

        http://www.greenpeace.de/themen/patente/nachrichten/artikel/sperma_patent_widerrufen/

        • langlode44 - 17. Oktober 2012

          Es geschehen noch Zeichen und Wunder, sagenhaft.

      • Holly01 - 17. Oktober 2012

        Sie stünden einen Phalanx aus Kirche, Politik, Medien und dem daraus resultierenden Machtapperat aus Repression, öffendlicher Moral und existenziell, wirtschaftlicher Bedrohung gegenüber.
        Das Geld hat alle vor sich als Abfangschild vereint, europaweit.
        Das ist so, als wenn Sie bei Ebbe die Flut mir blossen Händen stoppen wollten. Sie bräuchten viele Hände … und das macht dieses System unmöglich.
        Sie glauben immer noch an Demokratie, Aufklärung und Gewaltenteilung, machen Sie sich besser davon frei. Das ist aus meinem Blickwinkel betrachtet schon lange nicht mehr die Substanz unserer Gesellschaft.

        • klaus - 17. Oktober 2012

          @Holly01
          Kardinal Marx hat den Mindestlohn verworfen.

          In der FAZ hat darauf jemand Kontra gegeben und
          darauf hingewiesen, das unter
          Matthäus,20 ,vers 1-16 oder so steht :
          ” Du soll Ihnen Ihren gerechten Lohn geben “.

          Tja, mittlerweile versteht man die Kirchenaustritte.
          Dabei war Marx früher doch gemäßigter.

          Ob er die Seiten gewechselt hat?

          Tja, was soll man sagen?
          Es ist der kleine Mann, der noch an das Recht glaubt.
          Er hat ja sonst nix.

          Gruß klaus

          • Pessimist - 18. Oktober 2012

            Ob er die Seiten gewechselt hat?

            Hast Du schon mal …. ? Ich nicht.

            Denk ich an …. in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.

            Amen

            • SLE - 18. Oktober 2012

              Hallo Pessimist,

              Verunglimpfungen gehen hier nicht. Das sollte doch mittlerweile bekannt sein.

              Grüße
              SLE

          • Pessimist - 18. Oktober 2012

            Hallo SLE,

            da Sie überhaupt nicht beurteilen können, ob mich Gauck um den Schlaf bringt oder nicht, verbuche ich Ihre hilflose Löschaktion bzgl. Gauck unter absoluter Ahnungslosigkeit.

            Und der Pope Marx kann mich ja gerne wegen Verunglimpfung anzeigen.

            Guten Abend

            • SLE - 18. Oktober 2012

              Ich weiß Ihre Höflichkeit zu schätzen. Haben Sie auch noch irgendetwas Substantielles beizusteuern?

              Grüße
              SLE

  • Holly01 - 17. Oktober 2012

    Um diesen ganzen Unsinn einmal auf einen (vielleicht den) Punkt zu bringen :
    Eine Bank liegt auf einer Insel und ist im Endkundengeschäft. Also sehr übersichtliches Kredit- und Einlagengeschäft.
    Nun nehmen wir einmal an, die Insel wird durch was auch immer völlig zerstört, nur die Bank bleibt stehen und die menschen überleben.
    Totaler 100%iger Verlust aller Kreditnehmer und Sicherheiten.
    Was passiert mit dieser Bank?
    Die Bank schreibt die Kredite ab. Die Kredite sind aber aus dem Nichts geschöpft und dahin zurück gegangen. Verlust ? Nichts.
    Zinsausfall? Ja, aber der lag ja in der Zukunft, wurde also erwartet.
    Ausfall der Sicherheiten?
    Natürlich Ausfall, aber die Bank hat bei den Sicherheiten weder Leistungen erbracht, noch Geld investiert, also Verlustsumme real “Null”.
    In Realität schreibt die Bank tatsächlich ihre Gebühren ab.
    Das Einlagengeschäft wäre nur in so weit betroffen, als das Wirtschaftsleben auf der Insel zu Erliegen kommt, das Einlagengeschäft hat nichts mit der Kreditvergabe zu tun.
    Zinserwartungen der Kunden? Werden enttäuscht, zumindest, wenn die Erwartungen auf dem Wirtschaftsleben der Insel beruhen.
    Die Geldmenge wird von der Zentralbank über die Mindesreserve abgeschöpft.
    Also : Wie kann eine Bank real Pleite gehen? Das geht garnicht, es sei denn Banken machen Geschäfte, die nicht bankenmäßig sind.
    Die Staatskrise, Schuldenkrise, Bankenkrise ist alles nur heisse Luft. Eine Nebelwand um zu vertuschen, wie das Geld beidhändig zum fenster rausgeschmissen wurde, um Einzelne zu bereichern …
    Just my 5 Cent

    • zykliker - 18. Oktober 2012

      Sorry, dass die Bank von dem Kreditausfall nicht betroffen wäre, stimmt nicht ganz; spielen wir einen Kredit mal exemplarisch durch:

      Rentner A hat ein Sparbuch bei der Insel-Bank über 100 Geldeinheiten (GE), in der Bilanz der Insel-Bank steht:

      Aktiva: Kasse 100 GE, Passiva: Verbindlichkeiten aus Sparbuch 100 GE

      Unternehmer B nimmt einen Kredit über 1000 GE auf, die Insel-Bank bucht:

      Forderungen aus Kredit (an B) 1000 GE an Verbindlichkeiten aus Girokonto (von B) 1000 GE

      B kauft ein Boot zum Transport von Touristen und überweist 1000 GE an Werft C auf ein Konto bei der Festland-Bank; die Insel-Bank bucht:

      Verbindlichkeiten aus Girokonto (von B) 1000 GE an Verbindlichkeiten bei der Festland-Bank 1000 GE

      ein Tsunami zerstört das Boot, Unternehmer B meldet Insolvenz an, die Insel-Bank bucht:

      Abschreibungen auf Kredit 1000 GE an Forderungen aus Kredit (an B) 1000 GE

      Die Abschreibung des Kredits verringert das Eigenkapital der Insel-Bank, die Verbindlichkeit gegenüber der Festland-Bank (aus dem Zahlungsvorgang von B) bleibt aber bestehen.

      Die Insel-Bank ist insolvent, wenn wir das Beispiel auf die gesamte Insel sinngemäß anwenden. Natürlich verliert bei einer Bankpleite auch der Rentner A sein Sparbuch, wenn nicht irgendein Einlagensicherungsfonds….

      Es ist schon richtig, dass die Geldschöpfung aus (fast) nichts erfolgt, aber das Geld-/Zins-System ist nicht primär die Ursache der Probleme, sondern zunächst die zu einseitige BIP-Verteilung; inzwischen fungieren die Zinsen aber zugegebenermassen als Brandbeschleuniger.

      • Holly01 - 18. Oktober 2012

        @ Zykliker :
        Zitat : “Verbindlichkeiten aus Girokonto (von B) 1000 GE an Verbindlichkeiten bei der Festland-Bank 1000 GE

        ein Tsunami zerstört das Boot, Unternehmer B meldet Insolvenz an, die Insel-Bank bucht:

        Abschreibungen auf Kredit 1000 GE an Forderungen aus Kredit (an B) 1000 GE

        Die Abschreibung des Kredits verringert das Eigenkapital der Insel-Bank, die Verbindlichkeit gegenüber der Festland-Bank (aus dem Zahlungsvorgang von B) bleibt aber bestehen. ”
        .
        Dieser Teil ist nicht richtig.
        Die Bank schöpft 1000GE und gibt sie dem Unternehmer. Der Unternehmer zahlt diese 1000GE für sein Boot.
        Das Boot wird zerstört. Sicherheit (Boot) und Schuldner (erwerbslos) fallen zu 100% aus.
        1.) Der Kredit wurde aus dem nichts geschöpft, er wird abgeschrieben. Kosten nur die Gebühren.
        Die Sicherheit wird abgeschrieben, reale Kosten “null” da weder investiert noch geleistet wurde.
        Inselbank : ende.
        2.) Unternehmer : Kreditlinie 1000GE gezogen, Boot gekauft.
        Boot zerstört, Kontostand minus 1000GE aus dem Kredit und der Bootszahlung. Diese bleiben bestehen, wenn die Inselbank keinen Verzicht erklärt.
        3.) Festlandbank : erhalten 1000GE vom Unternehmer, gezahlt 1000GE an die Werft.
        Nullsummenspiel, Gebühr eingezogen.
        Geschäft beendet.
        .
        Sie sehen : Die leistungslose und schöpfende Bank hat keinen Verlust. Sie hat immer eine offene Forderung. Das ist etwas ganz anderes.
        Die Werft hat ihr Geld übrigens auch erhalten und das Boot geliefert, ist also auch ein abgeschlossener Vorgang.
        .
        Der Einzige der voll im Risiko steht ist der Kreditnehmer. Die Einzige die risikofrei Gewinn macht ist die (Sicherheiten einziehende) Bank.
        Man darf nicht übersehen, daß die Zinsen nicht geschöpft werden. Bei jedem Kredit werden Sicherheiten in Höhe der Zinsleistung von den Sicherheiten einbehalten. Diesen Teil !! kann !! kein Kreditnehmer zurückzahlen. Der Kreditnehmer !! muss !! also in Höhe der Zinsen ausfallen.
        Ein Kreditausfall ist systeminhaltlich der Normalfall. Ein Normalfall ist nie ein Problem.

        • zykliker - 18. Oktober 2012

          “1.) Der Kredit wurde aus dem nichts geschöpft, er wird abgeschrieben. Kosten nur die Gebühren.
          Die Sicherheit wird abgeschrieben, reale Kosten “null” da weder investiert noch geleistet wurde.
          Inselbank : ende.”

          Die Inselbank hat einen Verlust von 1000 GE aus dem Kreditausfall des insolventen Schuldners!
          Dies war nur ein Kredit als Beispiel; gehen alle Insulaner Pleite, ist auch die Inselbank Pleite.
          Natürlich verschwindet durch Kreditabschreibungen auch das entsprechende Geld wieder, übrigens auch bei normalen Kredittilgungen; deshalb wächst die Geldmenge eben auch nur im Ausmass der Netto-Kreditausweitungen.

          “Sie sehen : Die leistungslose und schöpfende Bank hat keinen Verlust. Sie hat immer eine offene Forderung…Die Einzige die risikofrei Gewinn macht ist die (Sicherheiten einziehende) Bank.”

          Sorry, das ist deshalb Unsinn, weil bei einem insolventen Kreditschuldner die offene Forderung endgültig abgeschrieben werden muss (zu Lasten des Eigenkapitals)! Und die Sicherheit (das sicherungsübereignete Boot) ist zerstört!!

          Bitte im Zweifel die Buchungen verstehen, sonst produzieren wir nur heisse Luft.

          • Holly01 - 18. Oktober 2012

            @ Zykliker : Damit begeben Sie sich in das weite Feld der Bewertung und Handhabung.
            Die Forderung der Inselbank hat den offensichtlichen Wert von “Null”.
            Die Forderung ist an dieser Stelle das Gegenstück zu den 1000GE die ja wirklich real in das Bootsgeschäft geflossen sind.
            Beurteilung 1 : Die Forderung gegenüber dem System muss erfüllt oder abgeschrieben werden. Resultat 1 : Die Bank muss gegenüber dem System ( nicht gegenüber den Handelspartner, das ist ein extrem wichtiger Aspekt) für den Ausgleich aorgen, zur Not aus dem Eigenkapital.
            Beurteilung 2 : Das Geld wurde aus dem Nichts geschöpft, es gibt keinen Gläubiger (ausser dem ideelen System). Wäre eine Forderung auf geschöpftes Geld nicht handelbar, gäbe es nicht einmal ein ideeles System demgegenüber eine Verpflichtung bestünde.
            Die Notenbank schöpft das Geld wieder ab, es wird also an anderer Stelle sowieso aus dem System entfernt.
            Resultat 2 : Die Bank hat einen Kredit geschöpft und es wurde ein Wert geschaffen. Geldmenge und materieller Wert sind ausgeglichen.
            Der Wert wurde zerstört (man könnte ihn auch abschreiben), also muss die Geldmenge angepaßt werden. Das bedeutet das geschöpfte Geld wird genauso beseitigt, wie es geschaffen wurde. Die Bank streicht den Geldbetrag mangeln materiellem Gegenstück. Die Forderung wird durch die Geldlöschung aufgehoben.
            Das System ist ebenfalls ausgeglichen.
            .
            Sehen Sie, die USA brauchte Liquidität und hat durch den maroden Immobilienmarkt Forderungen generiert.
            Diese Forderungen wurden gehandelt. Eine Forderung ist nur da lösbar, wo sie geschöpft wurde. Alle anderen halten eine Granate in der Hand, denn die Forderung wurde ja bezahlt. Es gibt also auch einen Gläubiger für das geflossene Kapital.
            Forderungen gegenüber dem System zu generieren, diese zu handeln obwohl die Forderungen nicht werthaltig sind ist Betrug.
            Könnte man Forderungen gegen den Kreditnehmer nicht handeln gäbe es garkeine Krise.
            .
            Es ist Bilanztechnik und Ethik, aber es ist kein Gotteswerk.

  • klaus - 18. Oktober 2012

    @ Holly01

    “Die Staatskrise, Schuldenkrise, Bankenkrise ist alles nur heisse Luft. Eine Nebelwand um zu vertuschen, wie das Geld beidhändig zum fenster rausgeschmissen wurde, um Einzelne zu bereichern …”

    Also Krieg. Die Umverteilung von Klein nach Groß.
    Mit dem Hintergrund das unsere Damen/und Herren “Doktoren?” in der Führung
    ihre geistigen Fähigkeiten ausgelebt haben und wir zahlen dürfen.

    Und dazu geben die jetzt uns(unsere) als Pfand/Bürge und gehen
    einen trinken.

    In Amerika muß jeder Konzernchef seine Bilanz mit eidesstattlicher Erklärung
    abgeben. Eine schöne Praxis, die vor allem für Deutschland wichtig wäre.
    Natürlich mit der entsprechenden Erhöhung des Strafmaßes bei
    Bilanztäuschung.

    “Also : Wie kann eine Bank real Pleite gehen? Das geht garnicht, es sei denn Banken machen Geschäfte, die nicht bankenmäßig sind.”

    Also Trennbanken? Dann geht das Geheule los, das Sie niemanden mehr
    “beraten?” können. Das Kundengeschäft wäre ja dann halbwegs gesund.

    P.S. Gerade bei Handelsblatt gesehen.
    Spanien begrenzt Pokertopf ( Bad Bank ).
    Und Hollande mag keinen Overlord.
    More to come….

  • klaus - 18. Oktober 2012

    Sollte

    Und dazu geben die jetzt uns(unsere Arbeitskraft für die nächsten 20 Jahre )
    als Bürge/Pfand und gehen einen trinken.

    Das dürfte eher hinkommen.
    😉

  • Holly01 - 18. Oktober 2012

    @ Klaus : Das siebte Berufungsgericht der USA hat wie folgt geurteilt (eigene Wortwahl und nach eigenem Verständniss :
    Es ist rechtens, wenn eine Bank die Kundengelder wie Eigenkapital behandelt. Es ist rechtens mit den Kundengeldern die Schulden der Bank zu begleichen, Bankgeschäfte selbst zu tätigen oder zu veranlassen und Geschäfte mit Kundengeldern zu besichern.
    .
    Das heisst, eine Trennbank ist keine Lösung. Es muss schon eigenständige Rechtsgebilde geben, welche einmal das Endkundengeschäft machen und andere welche den gesamten Rest an Bankgeschäften erledigen.
    Genau genommen funktioniert es sogar nur dann, wenn die Endkundenbank keine US-Tochter oder US-Mutter hat.
    Endkundengeschäft ist eigendlich das falsche Wort, es müßte Einlagen- und Hypothekengeschäft heissen. Schon der Handel mit Aktien wird (sobald die Aktie nicht mehr direkter Besitz wird) problematisch, weil ein Fond schon wieder Investmentbanken ähnlich ist und über kurz oder lang auch rechtlich so gestellt wird.
    Wer sein Geld auf der Bank liegen hat, der hat kein Geld (zumindest in den USA). Es ist eine Abtretung der Nutzungsrechte an die Bank, was auch den Hype um das Plastikgeld erklären mag.

  • Toni - 18. Oktober 2012

    Europa ist auf dem Weg seiner Bestimmung – leider. Wohin? Hin zum 8. u. letzten Reich des Drachens. Wer näheres dazu erfahren will, lese z.b. das hier:

    http://www.bibelbund.de/htm/2000-3-217.htm

    (Kurzversion – Einführung zum Thema)

    oder lausche einem der vielen hervorragenden Beiträge von Dr. Roger Liebi rd. um erfüllte und noch ausstehende biblische Prophetie (für mich ist Liebi eine außerordentliche Erscheinung; ich habe noch keinen Menschen gefunden, der über solch profunde und detailreiche Kenntnisse rd. um die biblische Prophetie verfügt; man kann und muß nicht in allem mit ihm übereinstimmen, aber im großen Ganzen stimme ich ihm zu).

    Empfehlenswert zum Thema ist sein Vortrag – Europa Hoffnung oder Illusion (dabei ist zu bedenken, daß Liebi und ähnliche Theologen diese Ansichten nicht erst seit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise verkünden sondern im Grunde seit Jahrzehnten!):

    Empfehlenswert von den vielen Vorträgen von Liebi sind auch:

    – Die Endzeitrede Jesu auf dem Ölberg

    Auf folgender Seite z.B. die Vorträge:

    http://www.cgmm.de/downloads/vortraege/referenten/roger_liebi

    – Der verheißende Erlöser – Biblische Prophetie, ihre Erfüllung und historische Echtheit
    – Ein Volk (Israel) kehrt Heim
    – Israel und die besetzten Gebiete, wem gehört das Land – was sagt die Bibel?

    und
    – Weltgeschichte im Visier des Propheten Daniel

  • Toni - 18. Oktober 2012

    Ergänzung zu Daniel:

    Das ganze bitte im Internet googeln und die kostenlose Betrachtung als pfd herunterladen.

    Gruß!

  • Bernd Rickert - 20. Oktober 2012

    Ich verstehe nicht, wieso eine Institution den Friedensnobelpreis erhält, weil sie einem fiktiven Konflikt vorbeugt, indem sie die Gefahr konkreter Bürgerkriege schürt. Eine durchaus mögliche Revolutionswelle könnte gegebenenfalls nur durch den Fokus auf Krieg oder wie bereits unter Bismarck und Hitler durch Ausgrenzung einer Bevölkerungsminderheit abgewendet werden. Zweites ist nicht nur nicht gewollt, sondern bereitete stets auch den Boden für zwischenstaatliche Kriege.
    Die Wahrscheinlichkeit einen Krieg wegen der sich anbahnenden Rohstoffkrise, der Wirtschaftskrise oder altmodischer Territorialansprüche gegen das schön weit entfernte China anzuzetteln, scheint im Augenblick noch gering. Misstrauische Investoren flüchten jedoch wegen Europas Nähe zu Russland und China bereits in die allierten USA und Japan.
    Die EU, die sich schlafwandelnd auf innere und äußere Kriegsszenarien zubewegt, hat den Friedensnobelpreis meiner Meinung nach sicher nicht verdient. Die EU ist überregional, von der noch aktuellen Einbindung in die NATO abgesehen, militärisch bedeutungslos. Einer Institution, die sowieso nichts zu melden hat, den Friedensnobelpreis zu verleihen macht keinen Sinn.