Portugal: weiterhin geht wenig voran

von am 23. Januar 2017 in Allgemein

PortugalNach dem Antritt einer sozialistischen Minderheitsregierung in Portugal, unter Duldung des Linksblocks, der Kommunisten und der Grünen Ende November 2015, gab es in der letzten Zeit einige Medienberichte von einem portugiesischem Aufschwung, Dank dem Ende der Austerität, so wie zuvor die üblichen Verdächtigen vor dem Linksruck warnten, dem Ende von Austerität und in Folge Portugal zügig unter dem Rettungsschirm landen sahen. In der Realität stimmt beides nicht. Portugal wird 2016 sogar halbwegs das Maastrichtdefizit einhalten und irgendwo bei einem Staatsdefizit von -2,8% bis -3,2% landen, der Tourismus läuft gut, das Leistungsbilanzdefizit wurde gekehrt in einen kleinen Überschuss, aber die Staatsverschuldung bleibt hoch, die Nettoauslandsschulden auch und viele wirtschaftliche Detaildaten legen nahe, da geht weiter nichts bzw. sehr wenig!

Zunächst zum Staatsschuldenstand:

s1502Die Entwicklung der Bruttostaatsverschuldung Portgals in Mrd. Euro von Q1 2000 bis Q3 2016 im Chart. Zuletzt in Q3 2016 stieg die Bruttostaatsverschuldung auf 244,397 Mrd. Euro, ein moderater Anstieg von +12,182 Mrd. Euro zum Vorjahresquartal.

Aber es drohen jederzeit weitere Rettungsmaßnahmen im Bankensektor, welche die Staatsschulden anpeitschen, aber eben nicht das BIP und der absolute Bruttostaatsschuldenstand ist im Verhältnis zum nominalen BIP enorm hoch:

s1503Die Entwicklung der Bruroostaatsschulden im Verhältnis zum nominalen BIP von 1955 bis 2015 und für Q3 2016 im Chart. In Q3 2016 dokumentiert sich ein Schuldenverhältnis von 133,4%!

s1504Die Entwicklung des Staatsdefizits nach Maastricht von 1999 bis 2015 im Chart. Im Jahr 2015 standen -4,4% des nominalen BIPs als Defizit. In den ersten 3 Quartalen 2016 betrug das Defizit -3,406 Mrd. Euro, nach -4,566 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Portugal könnte also irgendwo um die -3,0% im Jahr 2016 landen.

Die Ausgaben des Staates (Zentralregierung in Lissabon) bleiben flach, so die offiziellen Daten, anders als eine Aufgabe von Austerität vermuten lassen würde:

s1505Die Entwicklung der monatlichen Ausgaben der Zentralregierung von Januar 1992 bis November 2016 über 12 Monate rollend, jeweils die letzten 12 Monate aufaddiert. Was immer die “Linken” in Portugal tun, ein keynsianische Ausgabenpolitik sieht sicher anders aus.

Ähnliches zeigen die Arbeitnehmerentgelte der Staatsbediensteten:

s1507Die Entwicklung der Summe aller Arbeitnehmerentgelte beim Zentralstaat von Januar 1992 bis November 2016 über 12 Monate rollend im Chart. Seit dem gerollten Hoch aus November 2008 ging es bis November 2016 um -33,3% abwärts. Man drückt die Gehälter der Angestellten und Beamten nicht weiter, aber aufwärts geht’s anders!

Interessant bei den letzten beiden Charts, ohne den Euro ging es nicht nur deutlicher aufwärts, sondern auch stetig.

s1508Die Entwicklung des realen BIP in Prozent zum Vorjahresquartal in Portugal von Q1 1996 bis Q3 2016 im Chart. In Q3 2016 stieg das reale unbereinigte BIP um +1,6% zum Vorjahresquartal. Saisonbereinigt stieg es um +0,8% zum Vorquartal. Das Wachstum begann schon vor dem Regierungswechsel, hängt auch an der weltwirtschaftlichen Erholung und reflektiert auch die fantasiereichere Methode zur BIP-Berechnung nach ESVG 2010, wie überall, was sich dann bei diversen wirtschaftlichen Detaildaten nicht zeigt.

s1509Die Entwicklung des realen BIPs in Prozent zum Vorjahr von 1961 bis 2015 und für 2016* in der Schätzung. Der Trend ist eindeutig und für eine vergleichsweise unterentwickelte Volkswirtschaft ist das Wachstum viel zu schlapp – um aufzuholen!

s1511Die Entwicklung des saisonbereinigten Outputs der breit gefassten Industrie (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) seit Januar 1990 im Chart. Im November 2016 sank der Output um -0,8% zum Vormonat auf 97,7 Indexpunkte. Das Hoch liegt schon länger zurück, ist aus April 2002 mit 122,6 Indexpunkten. Ein Einbruch bis November 2016 von -20,3%!

s1512Die Entwicklung des Outputs der Zementindustrie seit Januar 1982 im Chart. Im November 2016, wie auch schon im bisherigen Jahr 2016 lag der Output selbst deutlich unter den tiefsten Niveaus aus den 80er Jahren! Fortschritte? Zum Hoch aus März 2000 betrug der Einbruch -78,7%!

Wenn beim Zement nichts geht, geht auch am Bau nichts:

s1525Die Entwicklung des saisonbereinigten Outputs im Baugewerbe von Januar 2000 bis November 2016 im Chart. Im November 2016 stieg der Produktionsindex de Baugewerbes leicht, um +0,8% zum Vormonat, auf 52,8 Indexpunkte. Zum saisonbereinigten Hoch aus Dezember 2001 mit 181,4 Indexpunkten ging es um -70,9% abwärts.

s1513Die Entwicklung der Zahl der gesamten Baugenehmigungen in Portugal seit Q1 1971 im Chart. Zuletzt in Q3 2016 wurden nur schlappe 4’122 Baugenehmigungen registriert!

s1514Die Entwicklung der Zahl der Baugenehmigungen nur von Wohnimmobilien in Portugal seit Q1 1971 im Chart. Zuletzt in Q3 2016 wurden nur schlappe 2’617 Baugenehmigungen für Wohnimmobilien genehmigt. In Q1 1991 zum Hoch waren es 17’239 Baugenehmigungen!

Noch schlimmer, denn nicht aus jeder Baugenehmigung folgt eine wirklich fertiggestellte Wohnung:

s1515Die Entwicklung der Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Portugal seit Q1 1971 im Chart. Zuletzt in Q3 2016 wurden nur noch 1’178 Wohnungen fertiggestellt!

Interessanter Nebenaspekt, in Portugal gab es keine Immobilienblase, trotzdem ist der Bau kollabiert:

s1533Die Entwicklung der Immobilienpreise (blau) als Index 2005=100 und der Baugenhemigungen von Wohnimmobilien (2005=100/ rot) im Chart.

Auch noch ein bezeichnender Chart:

s1516Die Entwicklung des Outputs bei der Benzin-Herstellung in Portugal in Tonnen seit Januar 1977 im Chart. Zuletzt im Oktober 2016 lag der Output bei 85’187 Tonnen. Zum Hoch im August 2000 lag der Output bei 212’554 Tonnen.

s1518Die Entwicklung des Stromverbrauches in Gwh in Portugal von Januar 1987 bis November 2016 im Chart. Aufschwung?

s1519Die Entwicklung beim Output von PKW und NFZ in Einheiten (rot) und der 12 Monate gleitende Durchschnitt (schwarz) von Januar 2000 bis Dezember 2016 im Chart. Zuletzt im Dezember 2016 wurden 8’947 Fahrzeuge produziert.

Im Gesamtjahr 2016 wurden 143’096 PKW und NFZ hergestellt, ein Rückgang von -8,6% zum Vorjahr, nach bereits -3,0% 2015. Der Rekord bei der Produktion wurde bereits 1998 mit 271’030 Einheiten markiert.

In Portugal bestehen fünf Montagewerke, so von VW, Mitsubishi Trucks, Opel, Toyota Motor Europe, PSA Peugeot Citroen und etwa 180 Unternehmen im Umfeld als Zulieferer.

s1520Die Entwicklung des saisonbereinigten realen Einzelhandelsumsätze seit Januar 1990 im Chart. Im November 2016 sank der saisonbereinigte Einzelhandelsumsatz um -1,3% zum Vormonat, auf 90,8 Indexpunkte. Zum saisonbereinigten Hoch im Februar 2008 mit 105,6 Indexpunkten ging es real um -14,0% abwärts.

Aber die Arbeitslosigkeit ist doch gesunken?

s1521Die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenquote in Portugal von Januar 1983 bis November 2016 im Chart. Im November 2016 sank die Arbeitslosenquote auf 10,5%.

s1522Die Entwicklung der saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit von Januar 1983 bis November 2016 im Chart. Im November 2016 lag die Quote der Jugendarbeitslosigkeit bei 28,4%.

s1523Die Entwicklung der Zahl der registrierten Arbeitslosen, derer die AKTIV in den Arbeitsämtern nach Arbeit suchen, dies innerhalb von 4 Wochen erneut tun, von Januar 1974 bis November 2016 im Chart. Zuletzt im November 2016 sank die registrierte Arbeitslosigkeit um -63’816 zum Vorjahresmonat, auf 486’434. Zum Hoch im Januar 2013 waren es 740’062 registrierte Arbeitlslose, ein Schwund von -253’628 Arbeitslosen.

Hier sind sie also die Erfolge, aber langsam, denn die Masse des Rückganges der Arbeitslosigkeit geht zurück auf den Bevölkerungsschwund (Auswanderung):

s1524Die Entwicklung der Bevölkerung seit Q1 1998 bis Q3 2016 im Chart. Zuletzt in Q3 2016 sank die Bevölkerungszahl auf 10,302200 Millionen und damit zum Hoch um -272’000 Einwohner. Noch “besser” -346’600 entschwanden bei Total Labor Force, also bei den Arbeitskräften die dem portugiesischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen! Dies entwertet die Fortschritte bei der Arbeitslosenquote in Portugal ganz erheblich!

Wird wenigstens investiert um die unterentwickelte Volkswirtschaft voranzubringen? Der Blick auf die Nettoanlageinvestitionen (Bruttoanlageinvestitionen minus Abschreibungen):

s1529Die Entwicklung der nominalen Nettoanlageinvestitionen von 1960 bis 2015 und für 2016 lt. der letzten Schätzung von AMECO, in Mrd. Euro im Chart. Nach Abschreibungen schwindet immer noch der Kapitalstock!

Nach nun jeder Menge Charts, die in der Mehrzahl eine Volkswirtschaft in schweren Nöten zeichneten, noch etwas Positives:

s1526Die Entwicklung der monatlichen Leistungsbilanz Portugals von Januar 1996 bis November 2016 im Chart. Im November 2016 stand ein Überschuss von +74,550 Millionen Euro, in den ersten 11 Monaten 2016 von +4,254 Mrd. Euro!

Schön, aber natürlich nicht ausreichend um im Aggregat nachhaltige positive Änderung zu erzielen:

s1527Die Entwicklung der kumulierten Leistungsbilanz seit Januar 1996 bis November 2016 im Chart. Seit Januar 1996 kumulieren sich -174,139 Mrd. Euro an Leistungsbilanzdefizit, die letztlich die heutige Nettoauslandsverschuldung Portugals darstellen, plus den zusätzlichen Verlusten aus dem Bestand.

s1528Die Entwicklung des Vermögensstatus (Net International Investment Position (NIIP)) von Portugal seit Q1 1996 bis Q3 2016 auf Quartalsbasis in Mrd. Euro im Chart. In Q3 2016 lag die Nettoauslandsverschuldung auf -190,193 Mrd. Euro. Es geht nur mühsam voran und dies selbst in einer Zeit, wo die Weltwirtschaft noch zieht und alle Verwerfungen gedeckelt werden durch die Notenbanken. Der erreichte kleine Abbau der Nettoauslandsverschuldung ist noch ein Garant für NICHTS.

Teil der Nettoauslandsschulden sind die Target2 Verbindlichkeiten:

s1534Die Entwicklung des Target2 Saldos der potugiesischen Zentralbank von Januar 1999 bis November 2016 im Chart. Zuletzt im November betrug die Target2 Verbindlichkeit -72,342 Mrd. Euro.

Auch im Kern bleiben die Fortschritte zu schwach, zwar sinkt das Handelsbilanzdefizit und das erzielte Exportvolumen steigt, aber zugleich bleibt das absolute Niveau viel zu schwach um irgendein Problem in Portugal lösen zu können:

s1532Die Entwicklung des nominalen Importvolumens (blau) und des nominalen Exportvolumens (rot) von Januar 1970 bis November 2016 im Chart. In den ersten 11 Monaten 2016 lag das Exportvolumen nahezu unverändert zum Vorjahreszeitraum bei 46,209 Mrd. Euro. 

Immer noch steht ein Handelsbilanzdefizit:

s1531

Die Entwicklung der portugiesischen Handelsbilanz bei Waren und Güter von Januar 1970 bis November 2016 im Chart. In den ersten 11 Monaten betrug das Defizit -9,363 Mrd. Euro, nach -9,291 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum.

So, um auf den Eingang im Artikel zurückzukehren, nein es geht nicht wirklich voran, auch die neue Links-Regierung bringt keinen Aufschwung herbei, die Staatsausgaben bleiben flach, die Industrie und der Bau darben, ebenso die Investitionen. Das ausgewiesene reale BIP-Wachstum suggeriert besseres, aber im langfristigen Trend betrachtet bleibt das Wachstum zu schwach, vor allem wenn man die heutigen BIP-Methoden der Beschönigung mit einpreist.

Wie auch immer, ob Konservative oder Linke, innerhalb des Korsetts im Euro, mit einer gemeinsamen Währung mit Deutschland, damit für Portugal einer völlig überbewerteten Währung, bekommt man keinen wirklichen Aufschwung hin, wie es nötig wäre um ansatzweise international als Produktionsstandort mitzuhalten. Dafür bräuchte es eine Ära der Investitionen, der Geldschöpfung, der Abwertung nach außen und gravierender struktureller Verbesserungen. Das wird unter den gegebenen Umständen nicht stattfinden. Kleine Korrekturen, wie die Anhebung des Mindestlohnes zum Jahresanfang von 505 Euro, auf 530 Euro und kleine Verbesserungen bei Niedrigrenten sind schön, reichen aber nicht um irgendwas relevantes bei der Binnennachfrage anzuschieben, dafür bleiben die heimische Wertschöpfung und die Einkommen daraus, viel zu schwach!

Quellen: Ine.pt/PortalBportugal.pt/Datenbank

Kontakt: info@querschuesse.de

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11 KommentareKommentieren

  • Gundermann - 23. Januar 2017

    Ja, das sieht im Großen und Ganzen wenig erbaulich aus. Damit kann man die horrenden Schulden Portugals wohl auch weitgehend als uneinbringlich einstufen.

    • Georg Trappe - 24. Januar 2017

      Die Vorstellung, dass die einmal aufgetuermten Schulden abgebaut werden koennten, ist absurd. Siehe Japan! Japan ist im Gegensatz zu Portugal eine hochentwickelte Volkswirtschaft mit Marktfuehrerschaften in einigen grossen und wichtigen Industrien. Dort bekommt man seit drei Jahrzehnten Stagnation = die Vermeidung eines Zusammenbruchs nur dadurch hin, dass sich Staat und Ausland immer weiter verschulden. Waere das nicht der Fall, dann wuerde in Japan alles zusammenbrechen.
      Das kann man auch verstehen, wenn man will. Dazu muss man sich aber mal von den absurden Maerchen der sog. Wirtschaftswissenschaften, die vonBankstern gekauft wurden, verabschieden und verstehen, wie Banken funktionieren. Wenn man dann noch die Gleichewichtstheorien durch ihr Gegenteil ersetzt, salopp von mir als Fettaugensyndrom bezeichnet, dann und nur dann versteht man, warum nur immer neu geschoepftes Geld = Aufschuldung die Sache in Gang haelt und warum dieses Geld trotz eines stetigen Mengenwachstums nicht in dem Mass den Weg in die Haende der Schuldner findet, wie es ein genereller Schuldenabbau erfordern wuerde.

      Aus einer solchen Brille betrachtet ist das, was in Portugal vor sich geht ein Verbrechen. Man treibt die jungen Leute aus dem Land, um einem unmoeglichen Ziel naeher zu kommen.

      Und noch etwas! Die von den Drecksaecken immer wieder verteufelte Staatsverschuldung ist in Portugal erst durch die Ereignisse 2007/08 von einem Niveau von 60% des BIPs auf ueber 120% des BIPs gesprungen. Und zwar weil in den USA Bankster massenhaft triple A rated Schrott in Umlauf gebracht haben, diesen nach Europa verkauft haben, um dann die Zinsen anzuheben, was diesen Konstrukt zwangslaeufig zum Einsturz bringen musste. Um das Schlimmste zu vermeiden sind in Europa die Staaten, auch Portugal, reihenweise in die Bresche gesprungen und nun bekommen sie von den Drecksaecken dafuer den Arm umgedreht. Und ich verstehe nicht, warum selbst hier im Forum, wo die Geschichte, anhand von Fakten haarklein aufgezeigt und protokolliert wird, immer wieder in die vollkommen unhaltbare Argumentationskette der Verantwortlichen zurueck gefallen wird.

      Das Geld- und Bankensystem wurde von den Bankstern so konstruiert, dass die Basis ihres Einkommens aus Zinsdifferenzgeschaeften, die Geldmenge=Verschuldung staendig steigen muss, wenn nicht alles zusammen brechen soll. Punkt!
      Das kann man weder durch mehr Schulden machen noch durch Sparen loesen. Auch durch mehr Wettbewerb und oder Wachstum nicht. Da muss man schon an die feinen Herrschaften, die dies fuer sich in unsere Gesellschaften eingepflanzt haben, ran. Und zwar handfest und nicht nicht mit Deals und Vergleichen, die diese Schurken mit Geld bezahlen, das sie selber in beliebiger Menge schoepfen.

      • micdinger - 24. Januar 2017

        Aber, aber Herr Trappe, wer wird denn die Leistungsträger dieser Welt Drecksaecke nennen.
        Die Leser der Querschuesse sind zwar schon infiziert, doch viele hoffen wohl noch dass sie letztendlich nicht wie sie vom Baum der Erkenntnis essen müssen. Gerade den jüngeren Lesern ist unbedingt vom Lesen ihrer Webseite https://georgtsapereaude.blogspot.de/ abzuraten, wollen sie nicht wie sie den Kaiser nackt sehen.
        Auch Seiten wie https://tandemvipera.blogspot.de/ und https://www.peakprosperity.com/crashcourse/deutsch sind brandgefährlich. Nach einiger Zeit wird dem Leser klar, dass die Zukunft wohl doch anders werden wird als von den Drecksaecken versprochen.
        Da solche Seiten allerdings durchgearbeitet werden müssen und nicht mal schnell überflogen werden können, werden den meisten Menschen die von den Leistungsträgern verbreiteten Hoffnungen und Illusionen noch eine Weile erhalten bleiben.

        • Georg Trappe - 24. Januar 2017

          Danke fuer den Ordnungsruf ;-).

    • Georg Trappe - 24. Januar 2017

      Und wenn man mal verstanden hat, dass unsere Wirtschaftsweise nur funktioniert, wenn die Basis des Bankster Einkommens aus Zinsdifferenzgeschaeften = die Geldmenge = die Verschuldung staendig steigt, dann kann man auch anfangen die richtigen Fragen zu stellen. Naemlich wer bekommt fuer was ud zu welchen Konditionen dieses staendig frisch geschoepfte Geld? Und wer entscheidet darueber? Sind offensichtlich realwirtschaftlich inkompetente Bankster wirklich alternativlos?

      Ist es sinnvoll ungeheure Mengen an Geld fuer die Spekulation auf Aktienkurse auszureichen?

      Wie weit kann man das ganze Finanzkasino, diesen irren vollkommen unproduktiven Umverteilungs- und Verschiebebahnhof eindampfen, um Mittel fuer realwirtschaftliche Aktivitaeten frei zu bekommen?
      Was macht man mit Spekulanten Ikonen wie Buffett und Soros? Waeren die anstatt in Forbeslisten nicht besser auf Elba aufgehoben?
      Sind “Kapital” ansammelnde Versicherungen ueberhaupt sinnvoll? Oder koennte man nicht Schaeden an realwirtschaftlichen Objekten durch Kredite=frisch geschoepfts Geld beheben, was dann durch Praemien zurueck gezahlt wird?
      Ist es sinnvoll Anreize zu schaffen um groessere Geldmengen anzusparen? Zinsstrukturkuve?
      Wie vermeidet man die durch exzessive Kreditgeldschoepfung immer wiederkehrende “Blasen”bildung=Kreditfinanzierter Aufbau von Ueberkapazitaeten?
      https://www.tagesschau.de/wirtschaft/bankenrettung-deutschland-101.html
      usw. usf.

      Die selbsternannte fuenfte Gewalt gehoert an die Kandarre genommen und zwar hart. Denn das was spaetestens mit der Krise 2007/08 offenbar geworden ist, ist schlicht nicht hinnehmbar. Beim besten Willen nicht. Auch dann nicht, wenn man nicht Absicht sondern Irrtum vermuten wuerde.
      Uebrigens ein nach wie vor extrem gut bezahlter “Irrtum”;-).

  • Olaf23 - 24. Januar 2017

    Wau, danke! Das ist ausführlicher als ich es mir erwartet hatte!

    • Querschuss - 24. Januar 2017

      Hallo Olaf,
      wenn schon Mal eine versprochene Analyse ansteht, dann eine möglichst umfassende, denn nur so wird sie wirklich aussagefähig. Eine isolierte Datenbetrachtung führt wahrscheinlich zu einem weniger objektiven Bild. Meine dazu garnierte Meinung ist dagegen natürlich subjektiv, auch wenn ich sie aus dem Datenmaterial ableite.

      Gruß Steffen

  • Olaf23 - 24. Januar 2017

    Die Zahlen sprechen ja durchaus für sich. Wenn jetzt noch irgend wann Indien kommt, dann hast du mich für das Jahr 2017 vollauf glücklich gemacht! 😉
    Zumal ich wirklich extrem gespannt auf Indien bin! Ich verfolge das Thema Bargelabschaffung schon eine ganze Weile bei Norbert Häring und wenn man dazu jetzt noch Zahlen hat, dann kann man sich hoffentlich ein gutes Bild von den wirtschaftlichen Konsequenzen machen. Wobei es natürlich evtl. noch etwas zu früh für Zahlen ist, aber wahrscheinlich ist das, wenn du einmal die Basis hast, gar nicht mehr soviel Aufwand das dann später noch mal mit aktualisierten Zahlen zu beleuchten oder?

    • Querschuss - 24. Januar 2017

      richtig, die täglichen Daten hier sind die Basis, einmal erarbeitet, bieten sie Grundlage auch für umfassende Analysen. Richtig Arbeit ist es diese Daten, wo noch nicht vorhanden, zu suchen, zu sichten und einzupflegen. Die Masse der Arbeit hier basiert auf dem, was irgendwann in den letzten Jahren an Quellen und Datensätzen angezapft wurde.

      Indien nehme ich mir mal vor, aber besser in ein paar Monaten (zwei bis fünf).

      Gruß Steffen

      • Olaf23 - 24. Januar 2017

        Ja, es hat keine Eile und in ein paar Monaten sind die Zahlen sicher auch aussagekräftiger.

  • Uwe - 24. Januar 2017

    “Die selbsternannte fuenfte Gewalt gehoert an die Kandarre genommen und zwar hart.”
    Auch wenn der Michel die Ursachen nie verstehen wird, merkt er die Leere in seinem Magen und
    lehnt sich gegen das System auf. Ihm genügt die Aussage: Die Bankster sind schuld und die
    Altparteien helfen ihnen. Schon geht er wieder wählen. Das Problem in DE ist die Gewaltlosigkeit der Deutschen. Sagte nicht Lenin: Sollen die Deutschen einen Bahnhof stürmen, lösen sie vorher
    noch brav die Bahnsteigkarte. Nun, es (t)rumpelt auf der Welt. Michel bekommt es mit.
    Gruß Uwe