Putschversuch in der Türkei schlägt Brexit: Von der Kurzlebigkeit der Nachrichten an den Börsen und dem Blick aufs große Krisenbarometer

von am 17. Juli 2016 in Allgemein

Der Putschversuch in der Türkei ist gescheitert. Ganz sicher hätte ein gelungener Putsch den Wochenauftakt an den Börsen turbulent ausfallen lassen. Dazu wird es nun nicht kommen. Doch das Scheitern der Putschisten und Erdogans Antwort darauf haben die Sicht auf die Türkei als Land und als Investitionsstandort quasi über Nacht verändert. Diese neue Unsicherheit dürfte an den Finanzmärkten sehr wohl ein Thema sein und bleiben.

Präsident Erdogan ist kein Garant für Stabilität der Türkei

Denn wie der Putschversuch belegt, ist Präsident Erdogan keineswegs eine Garantie für die künftige Stabilität und sichere Verhältnisse für Investoren in der Türkei. Zwar mag seine Macht nun stärker sein als zuvor, was politisch für klare Verhältnisse sorgt. Doch Erdogan selbst ist ein Quell der Unberechenbarkeit und Unsicherheit. Seine Marschrichtung für die Türkei ist vollkommen klar und zu stoppen ist er nun auch nicht mehr.

Die Türkei verwandelt sich unaufhaltsam in einen Staat, in dem Demokratie nicht mehr viel zählt, die Religion, der Islam, dagegen sehr viel und der Wille Erdogans noch sehr viel mehr. Das Land ist nicht mehr auf dem Weg zur Europäischen Union, sondern dürfte im Gegenteil schon bald ein gar kein europäisch geprägtes Land mehr sein. Die Transformation der Türkei ist sicher, weil der Aufstand gegen Erdogan in der Bevölkerung keine Unterstützung gefunden hat. Erdogans Rückhalt in der Bevölkerung ist offensichtlich sehr groß und das ist für ihn eine Blankovollmacht, seine politischen Vorstellungen Realität werden zu lassen.

Ein weiterer politischer Rückschlag für die EU

Erdogans innenpolitischer Triumph ist eine Sache. Die außenpolitische Folgen und die wirtschaftlichen Perspektiven der Türkei eine andere. Die wirtschaftliche Erfolgsstory des Landes als aufstrebendes Schwellenland hat einen erheblichen Knacks bekommen. Erdogan ist auf dem besten Wege, das Land politisch zu isolieren. Er ist ein launischer Herrscher. Nicht nur die EU wird künftig bei Erdogan auf Granit beißen. Ihn zu hofieren, macht die Sache auch nicht besser.

Nimmt man das größere Ganze in den Blick, so könnte man die folgende Zwischenbilanz für die Europäische Union ziehen: Die Zahl ihrer politischen Misserfolge steigt in erschreckendem Tempo. Die Austeritätspolitik hat einen Spaltkeil in die EU getrieben und die Ungleichgewichte vergrößert. Die Ukraine ist inzwischen praktisch ein gescheiterter Staat. Die Niederländer haben im Referendum das Assoziierungsabkommen der EU mit diesem Land gestoppt. Die Flüchtlingspolitik hat die Risse innerhalb der EU noch vergrößert und dazu beigetragen, die Briten aus der EU zu treiben. Das Brexit-Votum wiederum hat gezeigt, wie anfällig das europäische Bankensystem noch immer ist und die Türkei ist nach Erdogans Sieg über die Putschisten und über seine Gegner für die EU politisch de facto unerreichbar geworden.

Das globale Krisenbarometer zeigt nichts Erfreuliches

Sieht man über die EU hinaus, lässt sich festhalten, dass die Zahl der potenziellen Krisenherde nicht geringer geworden, sondern weiter gestiegen ist. China bleibt aufgrund des sich abschwächenden Wachstums und der Verschuldungsprobleme ebenso wie Japan aufgrund der nach wie vor wirkungslosen Abenomics auf der Liste. Großbritannien und die EU sind hinzugekommen, das europäische Bankensystem steht erneut darauf. Brasilien steuert wirtschaftlich und politisch immer tiefer ins Chaos. In den USA sind nicht nur die immer wieder aufflammenden sozialen Spannungen Besorgnis erregend, sondern auch die von vielen geäußerten Zweifel an der Robustheit der US-Wirtschaft und am Höhenflug der US-Börsen. Die Liste ließe sich fortsetzen. In immer mehr Industrieländern ergibt sich eine politische Pattsituation, die das Regieren schwierig macht. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung steigt.

Der Putschversuch in der Türkei und seine Folgen haben schlagartig den Brexit als dominierendes Thema ebenso wie Italiens Problembanken in den Hintergrund gerückt. Die Turbulenzen an Chinas Börsen sind Schnee von vorgestern. Doch das ist nur wieder einmal ein Beispiel dafür, wie rasch ungelöste Probleme und Krisen unter die Wahrnehmungsschwelle rutschen. Ein Krisenbarometer gibt es leider nicht. Gäbe es eins, es würde uns wohl anzeigen, dass sich der Zeiger immer noch im Krisenbereich befindet und weiter nach unten bewegt – dem Höhenflug an den Börsen zum Trotz.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

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35 KommentareKommentieren

  • Stepe - 17. Juli 2016

    Hallo SLE
    mit der Analyse der “Gesamtlage“ stimme ich mit Ihnen überein, wenn gleich, China mit 6,5% Wachstum als Schwäche bezeichnet wird. Was mich stutzen lässt ist Ihre Aussage: „Der Putschversuch in der Türkei ist gescheitert.“ Wer sagt das wie kommen sie darauf. Bei dem was sie danach schreiben scheint mir eher das Gegenteil der Fall ist. Die Schwankungen der Börse zu nehmen ist schon sehr verwegen, betrachte man das der „Putsch“ um 11:00 Uhr los ging und am anderen morgen erledigt war. Mit oder ohne Putsch ist in diesen Zeiten mehr denn je ein „Investitionsstandort „ „ sehr wohl ein Thema“, vor allem einer der den Profit sichert.
    Ich denke das Erdogan für die Sicherung der Profite ein Garant ist, das sein EGO dabei bedient werden muss will ich zugeben. Da frage ich mich wie „Erdogan selbst ist ein Quell der Unberechenbarkeit und Unsicherheit.“ sein kann wenn danach gesagt wird: “Seine Marschrichtung für die Türkei ist vollkommen klar und zu stoppen ist er nun auch nicht mehr.“ warum sollte sie weshalb gestoppt werden?
    Sehr richtig ist: “Die Türkei verwandelt sich unaufhaltsam in einen Staat, in dem Demokratie nicht mehr viel zählt“ Das ist bei den EU Mitgliedern aber nichts außergewöhnliches und in der Welt sowieso nicht. Das scheint mir auch kein Hinweis dafür zu sein, das die Türkei kein Europäisches Land mehr ist. Jedenfalls ist es eine Demokratische Legitimation das Erdogan den Rückhalt hat wie beschrieben. Es muss nicht gemocht werden, aber wenn es so ist, was solls.
    Na klar sind zwei „Sachen“ immer zwei. Der Knacks den jetzt dem „Putsch“ aufgebunden werden soll hat es schon länger. Das lag an der Politik der Vergangenheit und nicht nur der der Türkei. Was ist ihm „die Stange“ gehalten worden als das russische Flugzeug abgeschossen wurde, da könnte mensch meine das es beflügelt. Das war dann ja auch so.
    Erdogan kann die Türkei nicht „politisch(zu) Isolieren“ Dazu reichen die Sprüche der Dänischen Natohetzer. Ich denke das er ein Narzisstischer Mensch ist und das er das auslebt. Das sagt aber nichts über die Ökonomie des Landes aus. Seinem Narzissmus ist bisher, im besonderen, durch Frau Merkel nachgekommen worden.
    Wie oben gesagt, das Handeln der EU ist katastrophal falls es in eine Humanistischen EU gehen sollte. Ich kann nicht sagen ob es „eine Zwischenbilanz“ sein kann, für eine Zwischenbilanz bräuchte ich einen Endpunkt. Für Griechenland könnte der definiert werden. Mit der Ukraine haben sie vollkommen Recht ist aber kein EU Staat, Pleite dennoch. Das haben die Niederländer wohl so gesehen und sich Demokratisch entschieden. Wie es mit dem Brexit weitergeht würde ich erst in Zwei Jahren sagen, obwohl mit Spekulationen im Kopf herum gehen.
    Sehr gut finde ich wenn Sie sagen: „Krisen unter die Wahrnehmungsschwelle rutschen.“‘sie rutschen nicht nur dahin, sie brauchen auch nicht mehr angegangen werden. Zur Türkei muss auch mit keiner Lösung oder zumindest mit dem Versuch aufgewartet werden, es spekuliert sich so trefflich.
    Der „Höhenflug an den Börsen“ bleibt doch..

    Gruß Stepe

    • Systemfrager - 18. Juli 2016

      “Die Türkei verwandelt sich unaufhaltsam in einen Staat, in dem Demokratie nicht mehr viel zählt“ Das ist bei den EU Mitgliedern aber nichts außergewöhnliches und in der Welt sowieso nicht.

      So, so … Wenn die einzige Möglichkeit besteht, dass sich ein souverenes Land von davor schutzt, dass es nicht zu einer Kolonie des raffgieriegen, rücksichtlosen und räuberishcen Westens wird, so wie etwa die Osteuropa von Estland bis Griechenland, dann soll man stolz und mit bestem Gewissen rufen: Es lebe Erdogan! SLE liest zu viel die westliche Lügenpresse.
      Tja, noch einmal: SLE liest zu viel die westliche Lügenpresse, wenn er in Bezug auf die EU überhaupt das Wort Demokratie in den Mund nimmt.

      • Holly01 - 18. Juli 2016

        Demokratie ist so ein Begriff der bei der Nutzung inhaltlich sehr stark vom Benutzer abhängt. Die Eliten verbinden damit völlig andere Inhalte, als das Prekariat.
        Der gemeinte Inhalt ist ja die Republik und da ist die EU genauso sicher angekommen, wie die USA mit ihren Bürgerkriegs ähnlichen Zuständen.
        Ich warte ja nur auf die Wahlreform mit dem drei Klassen Wahlrecht. Das ist urdeutsch, gut erprobt und hat den Herrschaften gut gefallen, das kommt auch wieder…….
        Ich denke aber bei SLE, dass er schon auf die Beteiligung der gesamten Bevölkerung an der Entscheidungsfindung und der Verteilung abzielt und sich das wünscht.
        Die gleiche “Lügenpresse” hat uns doch trotz 3 Militärputschen vorgegauckt die Türkei wäre eine parlamentarische Demorkratie und die haben auch die Trennung von Staat und Religion in §2 ihrer Verfassung festgeschrieben. Es kann ja keiner etwas dafür, dass das keiner dem Ergogan gesagt hat …

  • JL - 17. Juli 2016

    Erdogans Politik ist vollkommen unberechenbar und sicher allesmögliche, nur eben nicht auf langfristige und stabile Kontakte ausgelegt.

    Um was auch immer es den Putschisten ging, zweierlei haben sie erreicht: Erdogan ist seiner „Präsidialdiktatur“ deutlich näher gekommen als vor diesem Ereignis und mit den Amerikanern hat er es sich jetzt auch noch verscherzt.

    Wirtschaftlich geht es bei den Türken bergab und die jüngsten Ereignisse werden diesen Trend wohl eher beschleunigen indem ausländische Investoren entweder nicht mehr investieren oder Gelder abziehen. Diese Entwicklung wird sicher erst voll durchschlagen wenn man längst zur Tagesordnung zurückgekehrt ist.

    Wie bereits angedeutet, hat Erdogan sich nun erfolgreich selbst isoliert- eine sehr schwache „Leistung“ seinerseits. Russen wie Amerikaner sind deutlich verärgert und sehen in Erdogan keinen verlässlichen Partner mehr. Für die Amerikaner wird Erdogan aber zunehmend zu einem Problem. Das politische Oberhaupt der NATO- Südflanke versucht sich in eigenen Interessen bezüglich den Nahen Osten und sich als Großmacht gegenüber Russen und eben den Amerikanern darzustellen. Das wird mit Sicherheit nicht gut gehen.

    Also wird man ihn am ausgestreckten Arm verhungern lassen, b.z.w. solange jedwede Unterstützung einfrieren bis es den Türken richtig schlecht geht. Das Ergebnis wird zukünftig entweder ein erneuter Putsch sein oder ein eskalierender Bürgerkrieg. Die Amerikaner setzen sicher diskret auf letzteres um die Grenzen der Großmachtsambitionen des türkischen Sultans aufzuzeigen. Bei beiden Varianten wird Erdogan nur verlieren können.

    Für Europa wiederum sind die Äußerungen Erdogans gegenüber Amerika eine Steilvorlage um die Türken mangels „Demokratieverständnisses“ nicht näher einbinden zu müssen.

    Wer eine Schlacht gewinnt, hat noch lange keinen Sieg errungen- das muß man wohl auch in türkischen Palästen erst noch lernen.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Gundermann - 17. Juli 2016

    Die Türkei sieht nach Deutschland Ende Juni Anfang Juli 1934 aus. Ein (angeblicher) Putsch ist gescheitert, das Regime rechnet mit den (vermeintlichen) Putschisten ab. Schon zuvor wurde im Parlament “aufgeräumt” als zahllose Parlamentarier ins KZ – sorry, ne, in Schutzhaft kamen, nachdem das Parlament ihre Immunität aufhob. Selbstentmachtung des Parlamentes – erinnert ebenfalls an das Ende der Weimarer Republik. Dieses Land in die EU aufzunehmen ist eine groteske Vorstellung.

    • JL - 18. Juli 2016

      Hallo Gundermann

      Tatsächlich sieht alles nach dem sogenannten Röhm- Putsch aus. Die verbalen Anschuldigungen gegen die USA und die Entlassung von 2800 Richtern dienen ausschließlich Erdogan um seine Macht auszubauen und sich außenpolitisch umorientieren zu wollen.

      Es ist nicht auszuschließen daß die Amerikaner Erdogan eine Falle gebaut haben, schließlich ist der Abschuß einer russischen SU 34 in Syrien sicher nicht ohne Autorisierung der NATO durchgeführt worden, dies weckt Erinnerungen an Saddam Hussein und dessen Kuwaitkrieg.

      Rein sachlich nutzt ihm eine erneute Annäherung an Russland wenig. Die Russen mögen ihn nicht und die Amis wollen ihn nicht- er ist für beide Seiten ein permanent unkalkulierbarer Unsicherheitsfaktor der sich deren Ansicht nach unautorisiert in die Nahostpolitik einmischt.

      Wer hoch pokert kann eben auch viel verlieren, aber das kommt sicher erst noch.

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

  • Holly01 - 18. Juli 2016

    Hallo,
    der “Putsch” ist extrem schwer einzuordnen.
    – Es war Erdogan selbst: Dann ist das gut gelaufen.
    – Es waren Gülen rsp. die CIA, dann ist das der dümmste Vorgang seit Jahrzehnten. Erdogan ist die halbe Nacht mit dem PKW quer durchs Land gefahren und keiner hat ihn fest gesetzt? Seine Regierung wurde nicht fest gesetzt und ihre Kommunikation nicht unterbrochen. Die Presse wurde nicht gleich geschaltet. Es gab keinen “Anführer” mit der üblichen Erlärung ala “wir haben, wir werden, wir garantieren ….”.
    Nix davon.

    Das Problem der Türkei ist nicht Erdogan. Das Problem der Türkei ist die Neuordnung der Region und der drohende Verlust von etwa 25% der Landesfläche wobei die Quellgebiete von Euphrat und Tigris in diesem Verlustgebiet liegt.
    Was (aufgrund der mangelhaften Informationen) von Deutschland aus wie ein krasses und unberechenbares Verhalten aussieht ist der Versuch der Türkei die Bildung des Kurdenstaates zu verhindern.
    Dafür ist Ergogan so ziemlich jedes Mittel recht. Aber erfolgreich wird er damit nicht sein. Die EU und die USA haben sich längst fest gelegt. Kurdistan kommt und wird aus der Türkei, dem Irak, dem Iran und Syrien herausgebrochen. Das ist das größte “Friedensprojekt” seit 100 Jahren.
    Dieser neue Staat wird so völlig von den USA anhängig sein (bzw den Sicherheitsgarantien der USA), dass man davon ausgehen kann, dass dieses Gebilde direkt NATO-Mitglied wird.

    Ein Investitionshemmniss ist das nicht. Der Einfluss der Türkei wird hoch bleiben. Der Bosporus bleibt türkisch und die Kontrolle bleibt strategisch.
    Also tief durch atmen. Das ist nur das übliche CIA Gezerre, bei dem man erst nach Jahren weiß wer wen womit veralbert hat.
    lg Holly

    • Holly01 - 18. Juli 2016

      Erdogan träumt vom Wiederaufstieg des osmanischen Reiches. Er bietet den USA die Führung dieser Region an. Er würde gerne von Sarajewo bis weit hinter Bagdad eine friedliche Völkergemeinschaft regieren, vereint in den alten Grenzen und zusammen gehalten von den alten Inhalten.
      Bei Seidenstrasse als alte Handelsroute kommen dem ganz andere Fantasien als dem Rest Europas.
      Eine Reink ganz ganz alter Strukturen.
      Da wäre Jerusalem als ganz alte Drehscheibe zwischen Asien, Afrika und Europa auch gerne wieder dabei …
      Ja wenn da nur dieser Hegemon nicht wäre …..

      • Holly01 - 18. Juli 2016

        Etwas OT:
        Wo solche Bewegungen gerne ankommen, wenn die als AfD oder AKP oder wie auch immer starten:
        http://www.heise.de/tp/artikel/48/48843/1.html

        Ach naja, das ist auch ein Vasall der Demokratie Bringer aus Washington. Sonderbar wie überall die Infrastruktur zerfällt, Länder nicht mehr lebensfähig sind und die Wirtschaft im Chaos ersticktz nicht wahr Schäuble? Die schwarze Null ist schon sexy, aber die Folgen kann man auf der ganzen Welt sehen.
        Da kommen wir auch hin. Zitat aus dem Artikel:
        “”Das Duerte-Phänomen ist keine Revolte der Armen. Es wird von der Mittelklasse angetrieben. Es ist der wütende Protest unter den bescheiden Erfolgreichen, inklusive der Arbeiter in Call Centern, der Uber-Fahrer und der Arbeitsemigranten.”

        Ach was, das ist die Mittelschicht rsp das was davon noch übrig geblieben ist?
        So eine Überraschung, dass die Leute mit Zähnen und Klauen den Status für ihre Kinder erhalten wollen und dabei zu jedem Mittel greifen.
        Das ist bei der Basis der AfD auch so. Das ist ultrakonservativ nationalistisch und neigt gerne auch zur Aggressivität
        Siehe auch gerade Türkei, wo der Mob auf der Strasse auch gerne mal Gewalt anwendet.

        Erstaunlich, nur eine Welt aber ganz viele Völker in denen das exakt gleiche passiert. Nicht das es da gemeinsame Ursachen gibt ….. die USA zum Beispiel deren Wirtschafts- und Finanzsystem auf Kosten aller anderen betrieben und erhalten wird.
        Aber das ist ja VT.
        lg Holly

        • Holly01 - 18. Juli 2016

          Postdreokratisch -> preanarchisch
          In trüben Teichen kann man gut fischen, fragt die Briten die waren da Profis. Aber nach dem DoppelWK haben sich alle die Hand gegeben und hatten auch alle genug eigene dreck vor der Tür, also schwamm drüber.
          Nun kommen die Briten schlagen die Hand aus, spucken Europa ins Gesicht und scheissen auf dem Konsens, weil die zu alten Ufern aufbrechen, wo Krieg, Destablisierung und Sanktionen ganz normale politische Mittel waren.
          So kann der Hegemon die Radikalisierung Europas vorantreiben von London bis Ankara, weil da nur Idioten sitzen, die wegen ihrer Posten alles (aber auch wirklich alles tun), um dabei zu sein.
          Es ist zum Brechen ……
          …. und der Hosenanzug immer mitten drin, die Volksverräterin und Kriegskanzlerin mit ihrem Co dem Gauck und ihrer Nachfolgerin der immer breiten Flinten Uschi.
          Na dann legt mal die Sicherheitsgurte an, das wird turbulentes Wetter ….

            • Holly01 - 18. Juli 2016

              In Syrien entscheidet sich das Schicksal für den kurdischen Staat. Begleitorchester in der EU/NATO
              http://www.fit4russland.com/analyse/1724-der-nordatlantische-kriegs-zugzwang

              Das Öl aus dem kaspsischen Becken entscheidet über die Versorgung Asiens im Allgemeinen und Chinas im Besonderen.
              China bekommt immer noch über 80% seines Rohöls aus dem arabischen Raum.
              Erst wird diese Versorgung gekappt, dann ist Russland dran…….
              Ölkriege … Ressourcenkriege …. Machtspiele …. den Briten ist offensichtlich eine Rolle zugedacht, die sie in der EU nicht spielen könnten.
              Die Türkei als Meisterstein in diesem Schachspiel mitten drin.
              Hat Putin von Erdogan eine Aktion verlangt, um zu beweisen das der Flugzeugabschuss wirklich seine Sache war?
              http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/07/18/russland-und-tuerkei-putin-sagt-erdogan-unterstuetzung-zu/
              Dann haben die Amis aber ein Problem. Mit Israel, Russland, der Türkei, Syrien, dem Iran und Libyen sind die Länder die die Ami Politik nicht wollen klar vorne.
              Kommt es zur Annäherung Türkei-Russland ist der EU/NATO schwer in der Defensive.
              ….. und die CIA hat ihren Trumpf (das Militär) gerade verloren ……
              Was macht Saudi Arabien eigentlich gerade? Die waren mit Erdogan doch immer ganz und gar verbündet …… der Jemen Krieg läuft ja auch nicht so richtig rund ….

              Die Amis scheinen die Kontrolle über den gesamten nahen Osten zu verlieren.

  • Holly01 - 21. Juli 2016

    …… bin ich eigentlich der Einzige, der eine Destabilisierung der gesamten “westlichen Staaten, Systeme und Bündnisse” sieht die wie ein Flächenbrand durch alle Strukturen fegt, die vor 10 Jahren noch als unzerstörbar, unangreifbar und absolut herrschend zu betrachten waren?
    Die USA scheinen nicht nur vollständig blockiert sondern intern im freien Fall zu sein.
    Die völlig übertriebenen Börsenkurse …. lächerlich.
    Der nahen Osten im Allgemeinen und die Situation in Syrien … lächerlich
    Türkei …. lächerlich.
    Flüchtlingskrise … lächerlich
    Nordafrika … lächerlich
    Brexit … lächerlich
    NATO Übernahme der EU …. also ein Militärputsch …. lächerlich
    Bankenkrise in Italien … lächerlich
    Ausnahmezustand in Frankreich …… Arbeitsgesetze … lächerlich
    Spanien ….. das Defizit explodiert schon wieder … EU-Strafe ….. lächerlich … Portugal ebenfalls
    Die Slaven mit ihrer eigenen Politik gegenüber der EU als ob sie gar keine Mitglieder wären …. lächerlich
    Die Militarisierung der Bundeswehr …. “Verteidigungsetat” verdreifachen … lächerlich

    Wo sind denn die USA bei all dem? Bestehen die USA nur noch aus CIA, NSA Operationen .. lächerlich
    Der Westen fällt auseinander ….. mit erstaunlichem Tempo … mal sehen wo die Gravitationswellen einschlagen
    lg Holly

  • Holly01 - 22. Juli 2016

    Schau an, Monetarismus für Dummies:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/07/22/erste-zentralbank-prueft-einfuehrung-einer-virtuellen-waehrung/

    Die BoE macht sich offensichtlich Gedanken über die Emission von Giralgeld (ja das ist schließlich das virtuelle Urgeld) durch die Notenbank.
    Offensichtlich zeigen die “Simulationen” eine Grenzwirkung von Geld. Alleine die Ausschüttung von “neuem” Geld bringt ein Wachstum, wegen der geringeren Eigenkostenquote von dem Altgeld.
    So ein Humbug, das ist alles seit 50 Jahren bekannt. Ganz ganz alter Wein in neuen Schläuchen. Das einzige Neue ist die Erkenntnis, dass privates virtuelles aka girales Geld durch die Bindung an privates Eigentums-/Handelsrecht weniger Vertrauen erweckt, als gesellschaftlich garantiertes Geld das über das Rechts- und Gesetzessystem abgesichert ist.
    Auch nicht wirklich neu.
    lg Holly

  • Basisdemokrat - 23. Juli 2016

    Wie weit die USA bereit sind zu gehen, konnte wer wollte erkennen, als es 2015 zum Abschuss eines Russischen Kampfjets an der syrisch-türkischen Grenze kam. Nur die Türkei hatte damit gar nichts zu tun!

    • Basisdemokrat - 23. Juli 2016

      ab Minute 4:00
      Gruß BD

    • Basisdemokrat - 23. Juli 2016

      “Die letzte Etappe

      Diese fundamentale Umgestaltung des politischen Systems der Türkei ist nicht weniger als ein Staatsstreich. Im Unterschied zu jenem der Militärs allerdings vollzieht sich dieser Putsch in gut geplanten und vorsichtig umgesetzten Etappen. Das Scheitern des Militärputsches leitete die finale Etappe dieses Putsches ein.

      Wie bei jedem Staatsstreich müssen die Machthaber, in diesem Fall die AKP-Regierung, den Staatsapparat und die strategisch wichtigen Bereiche der Gesellschaft, wie den Bildungssektor, von oppositionellen Elementen „säubern“: In den vergangenen Tagen wurden zahlreiche hochrangige Soldaten verhaftet, Tausende Richter und Lehrer entlassen, Polizisten suspendiert und lokale Funktionsträger entmachtet. Etwa 50 000 Staatsbedienstete wurden insgesamt entlassen.”

        • Holly01 - 24. Juli 2016

          Die Bundesregierung aka der Sicherheitsrat haben sich ernsthaft damit beschäftigt für
          – einen Einzeltäter
          – mit einer Handfeuerwaffe
          – der offensichtlich psychisch gestört war
          die BUNDESWEHR im Inneren einzusetzen.
          Die Politik giert danach diese Mittel zum Einsatz zu bringen.

          Ich schätze bei unklarer Sachlage, wird diese Politik keinerlei Skrupel haben den Ausnahmezustand in Kraft zu setzen.

          Ein Einzeltäter der isoliert an einer Stelle in einem zeitlich eng abgestimmten Rahmen eine Tat begeht, führt beinahe zum Bundeswehreinsatz — > innerhalb des Bundesrepublik.

          Es ist unfassbar das das Verfassungsgericht keine Eigeninitiative zeigt und sich eindeutig dazu äussert.
          Es ist unfassbar das der entsprechende Bundesanwalt keine Ermittlungen aufnimmt.

          Dieser Staat ist inhaltlich, sachlich und personell völlig abgeglitten. Er funktioniert im Inneren nicht mehr.
          Er funktioniert auch nach Aussen nicht mehr.
          Wo ist eigentlich diese wehrhafte Demokratie?
          Wo sind die Kontrollen und die Korrekturen?

          Wer stoppt diese Halbaffen in der Regierung und den drei Säulen auf denen dieser Staat beruht?

          • Holly01 - 24. Juli 2016

            .. sediert von den MM, gelenkt in Hinterzimmern, totalüberwacht und ganz offensichtlich mit Lichtgeschwindigkeit auf dem Weg in eine Granitwand zu rasen.
            Aber keine Sorgen, die Kapitalinhaber meinen das muss so sein und verbiegen alle Inhalte so lange, bis die Granitwand nicht mehr zu sehen ist ….
            danke Im Erika ….. für gar Nichts

            • Holly01 - 24. Juli 2016

              Ist es paranoid wenn ich diagnostiziere, dass die NATO aka das Militär die Destabilisierung überwacht, damit man gesteuert die Staaten so unerträglich macht und die äußeren Staaten so bedrohlich erscheinen lässt, dass man ein neues System aka Staatsform etablieren kann?

              Das kann ja lustig werden ……

  • Basisdemokrat - 24. Juli 2016

    Als 10- Jähriger hätte ich es spannend gefunden, bei der Erschaffung der Welt dabei zu sein. Da dieses Ereignis aber ohne mich stattgefunden hat, wäre der Sitz in der ersten Reihe bei ihrem Untergang auch nicht schlecht.

    Meine Chancen steigen von Tag zu Tag.
    Gruß BD

  • Basisdemokrat - 25. Juli 2016

    Es kann sich nur noch um 50 -70 Jahre Handeln:
    Immanuel Wallerstein, senior research scholar at Yale University, USA. Co-founder of the world-systems analysis. From 1994-1998 president of the International Sociological Association. Author of numerous books, including „The Modern World-System“.

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