Regierungskrise in Portugal oder: „Trümmerfeld by Euro-Retter“

von am 4. Juli 2013 in Allgemein

Rücktritt des Finanzminister am 1. Juli (1), Rücktritt des Außenministers am 2. Juli (2), der aber abgelehnt wurde, Rücktrittsandrohungen von Landwirtschaftsministerin Assunção Cristas und Sozialminister Pedro Mota Soares am 3. Juli (3), anhaltende Rücktrittsforderungen gegenüber Premierminister Pedro Passos Coelho, anhaltende Massenproteste und Generalstreiks im ganzen Land gegen den einseitigen Sparkurs, unterstützt von entsprechenden Forderungen seitens der sozialdemokratischen Opposition, Gewerkschaften und Unternehmern – das sind die schon von Griechenland her bekannten Zutaten für eine perfekte Regierungskrise.

Der Hintergrund dafür ist, dass die portugiesische Wirtschaft nunmehr bereits das dritte Jahr in Folge in einer tiefen Rezession steckt und die Arbeitslosigkeit weiter ansteigt, genauso wie das Loch im Staatshaushalt, das nach den Planungen durch die eisernen austeritätspolitischen Maßnahmen der Regierung eigentlich kleiner werden sollen. Im ersten Quartal 2013 vergrößerte es sich im Vergleich zum Vorjahresquartal von 7,9 Prozent auf 10,6 Prozent. In den letzten 12 Monaten bis Ende März stieg das Defizit auf 7,1 Prozent an, über das gesamte Jahr 2012 war es auf 6,4 Prozent geklettert. (4) Die Staatsschuldenquote liegt bei 123 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Es ist das dritte Jahr, in dem Portugal, genauso wie Griechenland und Irland, im Gegenzug für Finanzhilfen im Umfang von 78 Milliarden Euro die strikten krisenpolitischen Vorgaben der Troika – Europäische Kommission, EZB und Internationaler Währungsfonds (IWF) – befolgt, die darauf abzielen, den Haushalt zu sanieren und die Volkswirtschaft wieder auf eine solide Grundlage zu stellen – genauso wie in Griechenland und Irland. Die Bundesregierung hat immer mit besonderem Nachdruck von allen Regierungen in hoch verschuldeten europäischen Krisenstaaten gefordert, die austeritätspolitischen Vorgaben der Troika zu befolgen.

Jetzt ist die Regierungskrise perfekt. Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva blieb nichts anderes übrig, als ein Krisentreffen mit Vertretern der wichtigsten politischen Parteien sowie mit dem Ministerpräsidenten Coelho anzuberaumen, um das Auseinanderbrechen der Regierungskoalition und Neuwahlen zu verhindern. (5)

Wer die Entwicklung in Griechenland verfolgt hat, für den kommt das angesichts der Tatsache, dass die Krisenpolitik derselben Rezeptur folgt, nicht unerwartet. Portugal wandelt absolut zielsicher auf Griechenlands Pfaden.

Der bisherige portugiesische Finanzminister und Architekt der in Portugal höchst umstrittenen austeritätspolitischen Konzeption nach „Troika-Art“, Vitor Gaspar, ist ein parteiloser Ökonomie-Professor (6), war zuvor Generaldirektor für Forschung bei der EZB und später auch für die Europäische Kommission tätig (7). Es ist in diesem Zusammenhang vielleicht erwähnenswert, dass auch schon der Ende 2011 in Griechenland eingesetzte Premier der aus Technokraten bestehenden Übergangsregierung, Lucas Papademos, Wirtschaftsprofessor und Ex-Notenbanker (EZB-Direktoriumsmitglied) und wie Gaspar primär für die Umsetzung des Sparkonzepts zuständig war. (8) Auch in Italien ist in der jüngst vereidigten neuen Regierung ein Notenbanker für diese Aufgabe ausgeguckt worden. Wirtschafts- und Finanzminister wurde Fabrizio Saccomanni. Er ist Ökonom, parteilos und war zuvor Generaldirektor der italienischen Notenbank, der Banca d’Italia. (9)

Vitor Gaspar hat für seinen Rücktritt folgende Gründe angegeben: (10)

  • schwindender Rückhalt in der Bevölkerung für seinen Sparkurs,
  • das Urteil des Verfassungsgerichts, mit dem Teile seines letzten Sparpakets für verfassungswidrig erklärt worden waren und
  • die jüngsten Rückschläge bei der Verringerung des Haushaltsdefizits, die seine Glaubwürdigkeit in Frage stellten.

Das ist die euphemistische Umschreibung für eine katastrophale krisenpolitische Bilanz. Die Euro-Retter haben Portugal mit ihren krisenpolitischen Vorgaben in ein wirtschaftliches und politisches Trümmerfeld verwandelt. Gaspar war dabei für die Details und den operativen Teil zuständig.

Außenminister Paulo Portas sieht das offensichtlich genauso. Er trat einen Tag später zurück, weil Premierminister Coelho den Kurs von Vitor Gaspar trotzdem unverändert fortsetzen will und zwecks Wahrung der Kontinuität Finanz-Staatssekretärin Maria Luis Albuquerque als Nachfolgerin bestimmte.

Die Bundesregierung fühlt sich verpflichtet, Coelho den Rücken zu stärken und ließ in Anbetracht der politischen Krise verlauten, sie sei zuversichtlich, dass Portugal weiterhin am vereinbarten „Reformkurs“ festhalten werde, auch wenn, wie konzediert wurde, das natürlich nicht einfach sei. Regierungssprecher Steffen Seibert ergänzte: “Aber weil er an den Wurzeln anpackt, wird er Erfolge bringen“. (11)

Das klingt einfach nur noch zynisch, denn offensichtlich wird Portugal zu Tode reformiert, im Zweifel gerne auch mal unter Missachtung der Verfassung. Die Aussage des Regierungssprechers lässt ernste Zweifel aufkommen, ob er bzw. diejenigen, die ihm dies zu sagen auftrugen, mit der realen Entwicklung und den gegenwärtigen Verhältnissen in den Krisenländern vertraut sind, die auf diesen Reformkurs verpflichtet wurden. Auch Griechenland ist keineswegs über den Berg. Im Gegenteil ist dort gerade erst die Regierungskoalition aus denselben Gründen wie jetzt beinahe in Portugal zerbrochen und die Debatte über einen neuen, unvermeidlichen Schuldenschnitt hat bereits begonnen. (12) Griechenland wackelt ebenfalls wieder und die Regierung in Italien ist auch nicht die stabilste. Merkwürdig ist eigentlich nur, dass so wenig über den Ernst der Lage in Spanien berichtet wird und Massendemonstrationen in mehr als 27 Städten des Landes in der Berichterstattung von Presse und Medien unter den Tisch fallen (13).

Das alles belastet die Bundesregierung nicht, die jetzt einen Gipfel in Berlin inszenierte, um stolz entschlossenes Vorgehen gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa zu demonstrieren. (14) Geflissentlich blendete sie dabei aus, dass die Jugendarbeitslosigkeit in den letzten Jahren im Zuge des von ihr selbst forcierten austeritätspolitischen Kurses in den Krisenländern explodiert ist, weil der nämlich bestehende klein- und mittelständische Strukturen regelrecht ausradierte. Das Angebot zinsgünstiger Kredite für kleine und mittelgroße Firmen und dicke Förderprogramme für die Einstellung von Jugendlichen sind kaum geeignet, um daran etwas zu ändern. Das ist beinahe wie Dünger nach einer Brandrodung zu streuen, damit wieder alles besser wächst.

Das alles belastet auch die Euro-Gruppe und die Europäische Kommission nicht. Der niederländische Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem äußerte sich ebenso wie Kommissionspräsident José Manuel Barroso „besorgt“ über die Regierungskrise in Portugal – allerdings nicht wegen der verheerenden Bilanz der Krisenpolitik! Besorgt sind beide Herren vielmehr darüber, dass Portugal sich vom krisenpolitischen Kurs nach „Troika-Art“ verabschieden könnte.

Ich rufe Portugal auf, seiner Verantwortung gerecht zu werden“, sagte der Eurogruppen-Chef deswegen (15) und der Kommissionspräsident assistierte mit der Ermahnung, die erste Reaktion der Finanzmärkte auf die politischen Turbulenzen verdeutliche die Gefahr, dass die politische Instabilität die zuletzt erreichte finanzielle Glaubwürdigkeit Portugals schwächen könne.

So, so, die von immer neuen Betrugs- und Manipulations-Skandalen geschüttelten und vom erneuten Absturz bedrohten Finanzmärkte sind also für die Europäische Kommission Kompass und Gradmesser für die europäische Krisenpolitik.

Na, dann kann ja eigentlich gar nichts schief gehen.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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62 KommentareKommentieren

  • RedMoe - 4. Juli 2013

    Zum Kotzen. Einfach zum Kotzen.

    Das einzige, was diesen Narren einfällt ist weiterhin die übliche Leier “mangelnde” oder “schwindenden Reformbereitschaft” sei der Grund, warum es mir der “Spar- und Reformpolitik” nicht klappt. Darüber, ob die Rezepte überhaupt geeignet sind, die Probleme der EWU anzugehen, wird weiterhin nicht nachgedacht. Und natürlich ist das oberste und wichtigste Ziel weiterhin, dass man “das Vertrauen der Märkte” gewinnt. Die verantwortlichen Akteure leben damit weitehrin in ihrer Lilalaunewelt, die absolut Null berührungspunkte mit der Wirklichkeit hat.

    Langsam wünscht man sich direkt, es würde mal eine “ägyptische Lösung” geben.

  • Traumschau - 4. Juli 2013

    Hallo SLE und Danke für den guten Beitrag. Es bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als immer wieder das gleiche zu dem Thema zu schreiben. Das hat auch H. Flassbeck erfahren, der laut eigener Darstellung von hohen Tieren in der Kommission beschworen wurde, in seinen Bemühungen der Darstellung der Krisenursachen bloß nicht nach zulassen:
    http://www.flassbeck-economics.de/abo-preview-tiefgreifende-anpassungsprozesse-im-suden-das-bmf-wascht-seine-hande-in-unschuld/

    Also, weiter gehts – was anderes bleibt wohl nicht zu tun!!
    LG Traumschau

    • RedMoe - 4. Juli 2013

      Wenn das, was Flassbeck sagt, stimmt, dann wäre das wirklich mal eine sehr positive und ermutigende Nachricht. Solange aber diese Stalinisten von Union und FDP regieren, sehe ich jedoch schwarz – im wahrsten Sinne des Wortes. Man muss sich alleine mal den Haushalts”experten” der Unionsfraktion Barthle anschauen, seines Zeichens Deutsch- und Sportlehrer, der jeden, der im BT mal auf den simplen Zusammenhang “Handelsüberschüsse = Handelsdefizite” hinweist, mit netten Zwischenrufen wie “Voodoo-Ökonomie” oder “verquerte Logik” belegt.

      Und das sind dann die Parteien, denen vom Wähler die größte Wirtschaftskompetenz angedichtet wird.

    • Frankenfurter - 4. Juli 2013

      Das Krisenmanagement der Troika baut seit 2008 bis heute auf “Strukturreformen”. Wie sahen diese Maßnahmen für Portugal aus? Das Bundesfinanzministerium Schäubles lobt 2012 die Reformergebnisse: “Auch in Portugal sind die Lohnstückkosten gesunken. Wachstumsstärkende Reformen auf dem Arbeitsmarkt betreffen unter anderem die Liberalisierung geschützter Berufe, die Anerkennung von Berufsabschlüssen, einen gelockerten Kündigungsschutz, geringere Abfindungszahlungen, die Kürzung der Überstundenvergütung und die Streichung von Feier- und Urlaubstagen.” Anfang 2013 wurde in P. die Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden erhöht (zu gleichen Löhnen).

      Lt. Flassbeck-economics hat mit der Reallohnabsenkung in Spanien, Portugal, Griechenland und Italien “zwischen 2010 und heute die Arbeitslosenquote noch einmal um die gleiche Größenordnung zugenommen (plus 6 Prozentpunkte) wie zwischen 2007, dem konjunkturellen Höhepunkt vor der Finanzkrise, und 2010, dem Beginn der Lohnanpassungen.”
      Übrigens: die gleiche Grafik zeigt, dass die Nominallöhne seit Euroeinführung in diesen Ländern tatsächlich stark zugenommen haben. Aber nicht so die Reallöhne! Bei den Inflationsbereinigten Löhnen sehe ich eine Flatline seit 1999 mit einem Mini-Anstieg in den Jahren 2007-2008. Das wusste ich bisher gar nicht. Ich dachte, nur in Deutschland ist das Einkommen der abhängig Beschäftigten seit Jahren real eingefroren.

  • Huthmann - 4. Juli 2013

    Das Problem mit dem Euro und den Südländern ist, daß letztere mit dem Euro zwar die nicht-abwertungsgefährdete Kaufkraft haben, die sie unbedingt wollten, aber daß sie leider nicht die Produktivitätssteigerungen aufweisen, die erforderlich wären, um diese Kaufkraft auch zu erhalten.

    Anders ausgedrückt: aus dem Norden muß ständig zugeschossen werden. Und dagegen wehren sich die Nordländer.

    Nun haben wir also einen “Schizophrenen” vor uns, mit zwei Seelen in einer Brust, der in Therapie ist. Durch ständigen Austausch beider Seiten kann ggf. doch noch ein neues Ganzes werden.

    MfG

    • Traumschau - 4. Juli 2013

      Jaja, Flassbeck hat es ja oft genug erklärt: Jedes Land muss seine Lohnzuwächse entlang der Produktivität PLUS Inflationsziel der Eurozone (1,9%) anpassen. Alle – außer Frankreich – haben dagegen verstossen. Wenn die Grafiken von Flassbeck in seinen Vorträgen stimmen, dann ist das Problem so groß, dass daran die Eurozone zerbrechen wird – es wird ja bei uns in “Dunkeldeutschland” mit seinem europaweit größtem Niedriglohnsektor über diesen Sachverhalt nicht einmal diskutiert. Also, jedenfalls nicht in den hiesigen Medien.
      Ich persönlich glaube, dass er und Querschüsse sowie zahlreiche andere Blogs, die das zum Thema machen, richtig liegen. Die AfD sagt dazu m.W. gar nichts. Deshalb ist diese Partei für mich keine Alternative, sorry!

      • Huthmann - 5. Juli 2013

        In der Vergangenheit hat Frankreich gegenüber Deutschland immer abgewertet und das die letzten 50 Jahre.

        Selbst ohne die “Schröderschen-Reformen” arbeitet Frankreich deutlich weniger produktiv als Deutschland. Meiner Rechnung nach macht das pro Jahr ca. 2% des BIP aus.

        Dies zur Ergänzung.

        Was die Flassbeck`schen Zielkriterien anbetrifft. Die Planung ist ok, aber das Erreichen ist die Kunst und da sehe ich vor allem in den Südländern die Probleme. Denn effizienter zu werden ist deutlich schwieriger als ineffizienter.

        MfG

        • Traumschau - 5. Juli 2013

          Hallo Huthmann,
          H. Flassbeck hat dargelegt, dass der Produktivitätszuwachs in den letzten Jahren in beiden Ländern gleich war. Der Unterschied besteht darin, dass sich Frankreich bei den Löhnen an das Inflationsziel angepasst hat, während Deutschland weit darunter lag.
          LG Traumschau

          • Huthmann - 5. Juli 2013

            Gibt es da eine Quelle? Würde mich interessieren.

            Danke.

            MfG

  • dank - 4. Juli 2013

    Finde das Wort “Arbeitslosigkeit” ob der Umstände mittlerweile unzutreffend.
    Vielleicht sollten wir hier ein neues Wort suchen, das eher zeigt, dass keine Arbeitsplätze vorhanden sind. Arbeit würde es genug geben, nur eben keine, die (Dank der NeoLibs-Marschrichtung) entlohnt wird, sodass hiervon der Lebensunterhalt bestritten werden kann.
    Arbeitsplatzlosigkeit?
    Würde es eher treffen und sicherlich wird diese Zahl in Zukunft steigen müssen, wenn die Rationalisierungen und Automatismen weiter greifen. Was da allerdings für alle Länder gilt.

  • Delta120 - 4. Juli 2013

    Der Neoliberalismus hat in Europa gezeigt, was er kann. Diese Zeit war wichtig, denn er hat jedem gezeigt, dass man die wirtschaftliche Stärke eines Landes nur eine Zeit verdecken kann. Dann früher oder später fällt einem der verzapfte Mist wieder auf die Füsse.

    Da politisch entschieden, den Euro “koste es was es wolle” zu halten, bedarf es keiner großen Vorstellungskraft, was passieren würde, wenn es jetzt in Griechenland und in Portugal Wahlen stattfinden würden.

    Die Entscheidungen, die nächstes Jahr nach der Bundestagswahl getroffen werden müssen bedeuten entweder eine große Solidarität und damit auch Umverteilung zwischen den Bürger wie auch zwischen den Staaten

    oder

    Alternativ steht der Austritt und der Offenbarungseid einiger Euroländer aus eigenem Entschluss in den Südländern der Eurozone, nach diesem wirtschaftlichem Experiment, sicherlich auf der Agenda.

    Alle Gipfel zeigen Ratlosigkeit und es ist kein ernsthaftes handeln zu entdecken, außer dieser verlorenden vor allem jungen Generation in einer weiteren Lernrunde zu parken. Denn die Alten haben ja Kinder und eine Umschichtung von alt auf jung würde nur Sozialhilfeempfänger schaffen und kaum Einsparung schaffen, denn das Geld wird ja eh für die Familien benötigt. Das Problem sind die fehlenden (ausreichend vergüteten) Arbeitsplätze.

  • Frankenfurter - 4. Juli 2013

    Danke, Dank ;-). Arbeitsplatzlosigkeit – das trifft es besser!

  • Holly01 - 4. Juli 2013

    Als Deutscher entsteht bei mir ein massives Unwohlsein, wenn Politmarionetten so tun, als träfen Sie Entscheidungen in meinem Namen und im Namen der “Mehrheit”.
    Die entscheiden nicht.
    Die haben keine Mehrheit.
    Ich fordere ein Extrafeld bei allen Wahlen in der EU :

    [ ] Ich weigere mich eine der aufgeführten Parteien zu wählen, da sie mich nicht vertreten.

    • Frankenfurter - 4. Juli 2013

      Das ist die Lösung, lieber Holly01 😉

    • dank - 4. Juli 2013

      Sollen dann die Vertreter der Nichtwähler auch in den Bundestag einziehen?

      Evtl. wäre dann ein Ein-Wort-Wahlprogramm mit sehr viel Erfolg gekrönt:
      DAGEGEN!

      Ausgeschrieben:
      Die Partei der Nichtwähler verspricht eins. Sie ist DAGEGEN. Gegen alles was die Regierung durchpeitschen will und wird dies alles auch hinterfragen. Mit geschätzten 30 % stellt diese Partei 1/3 der Sitz im BT.

      Btw: Wer vertritt denn eigentlich die Nichtwähler?! Ist das GG-konform, dass es keine Vertreter dieser Massen gibt? 😀

      • Holly01 - 4. Juli 2013

        @ Dank :
        “Btw: Wer vertritt denn eigentlich die Nichtwähler?! Ist das GG-konform, dass es keine Vertreter dieser Massen gibt?”

        Darüber mach ich mir einen Kopf, wenn ich einer Vertreter der Parteienwähler zu erkennen glaube.
        Das wird aber nie der Fall sein.
        Also, sehen Sie das Einsparpotential.

        • dank - 4. Juli 2013

          Oder wie wäre es, wenn alle Parteien, die in den Bundestag gewählt werden, prozentual die Anzahl der Sitze (ebenso wie die Wahlgeldspritze pro Stimme) abgeben muss, die die Nichtwähler ausgemacht haben?
          Das würde dann schon schmerzen und vielleicht dazu führen, dass versucht wird mal ein wenig mehr auf die Basis einzugehen…

  • Frank Bell - 4. Juli 2013

    Ich frage mich, warum nur Deutschland durch den Hartz IV-Wahnsinn gehen muss?

    So etwas sollten wir auch von den Südländern verlangen dürfen, denn schliesslich bekommen die unser Geld. Ich weiss, das wenigste kommt direkt bei den Menschen an, ABER:

    Spanien hat das ganze Geld in seine Infrastruktur gesteckt, Autobahnen und Schnellzüge. SUPER-MODERN. Und klimatisiert. Was die Deutsche Bahn nicht auf die Reihe bekommt.

    Und zur Wirtschaftskompetenz der SPD fällt mir nur ein Wort ein: Steinbrück. Finanzminister und unfähig, einen Hedge-Fonds zu erklären. Na, danke!

    • Holly01 - 4. Juli 2013

      @ Frank Bell :
      Weil Menschen die den ganzen Tag damit beschäftigt sind, morgen eine warme Mahlueit zu haben und morgen ein Dach über dem Kopf zu haben, völlig unpolitisch sind.
      Die machen keinen Ärger, denn die interessieren sich keinen Deut für diesenganzen Kram.
      Die haben ganz reale akute Probleme.

      Als in den pariser Vororten die Unruhen waren hat ein französischer Minister sinngemäß gemeint :

      Die Deutschen sind da klüger als wir- Bei denen gibt es die gleichen Probleme und schlimmere, aber die Bildung ist so schlecht und die Ablenkung so gut, daß sich da keiner rührt.

      Die Leute haben nicht einmal die Möglichkeit zur familiengründung, nur noch Lebensabschnittspartner und Existenssicherung.

      Mein Arbeitgeber bekommt Ingenieure für 1500 € angeboten. Das ist ein -Bruttoverdienst- und vom “Vermieter”. Deutschkenntnisse vun Unterschriftsberechtigung vorhanden.

      Was denken Sie denn wie sich die Menschen inzwischen prostituieren und das sich viele im Job gefallen lassen (müssen).
      Da ist der grabschende Chef noch easy …….
      Da besteht kein Bedarf auf politische Fortbildung in unseren Qualitätsmedien.
      So … macht man mundtot !

      • Frank Bell - 5. Juli 2013

        Hallo Holly01, du hast leider vollkommen recht!

        Mir ist es ein Rätsel, wie die FAZ seit Monaten von Vollbeschäftigung und Mangel an Fachkräften schwafeln kann, wenn gleichzeitig Fachkräfte nichts kosten (dein Beispiel).

        Diese Verrückten bei den Zeitungen realisieren nicht einmal, daß deren geliebte Marktwirtschaft das Gegenteil postuliert, denn sonst müßten ja Fachkräfte (Mangelware) teuer bezahlt werden.

    • klaus - 5. Juli 2013

      @Frank Bell

      Der nächste Trick kommt, wenn die CoBa-Aktie bei 1 Euro steht.
      Dann geben die CoBa-Aktien als Stundenlohn an Hartz4ler aus.

      Mir persönlich wäre aber eine Aktie an einem Weingut lieber.
      Schüttelschecks mag ich nicht.

      😉

      Gruß klaus

      P.S Ich bitte um Entschuldigung für meinen unsachlichen Kommentar.
      Leider hatte ich bereits auf absenden geklickt.

      Die große Koalition kommt so sicher, wie der Zypern-Griff ins Konto.

  • Uwe - 4. Juli 2013

    Die kennen halt alle nicht die Alternative – ich geh´ sie am 22.9.wählen. Auch wenn ich damit nur meine Hände in Unschuld wasche, ist das besser als alles abzunicken. Die Frage an meine Eltern und Großeltern, warum sie sich damals nicht gegen die braune Diktatur gewehrt haben, klingt mir noch heute in den Ohren. Diese global-elitistische Diktatur wird noch größeren Schaden als der WW2 anrichten. Sieht das denn niemand?

    • Eurelios - 4. Juli 2013

      Auch wenn ich damit nur meine Hände in Unschuld wasche,

      Sehe ich anders, in deinem Posting von vorher, schreibst Du (ich hoffe das Du geht in Ordnung),
      Die Alternative zu wählen wäre einen Versuch wert.

      Genau dies ist trifft den Nagel auf den Kopf. Ich war in meinem Leben noch nie politisch aktiv
      aber die derzeitige Zeit hat für mich solche Zustände angenommen die ich jetzt mit meiner
      ganzen Kraft ändern will. So bin ich seit Anfang an bei der AfD dabei. Gut, dort ist auch nicht
      alles Gold was glänzt aber die meisten Mitglieder sind einfache Mitbürger denen die derzeitigen
      Breitbandpolitiker nur noch zum Kotzen finden weil sie keine Politik mehr für die Masse
      der Menschen machen in unserem Lande sondern nur noch für die Wenigen der Oberklasse
      um nach ihrer politischen Laufbahn ausgesorgt zu haben.

      • Frank Bell - 5. Juli 2013

        @ Eurelios

        Die AfD ist längst von FDP-Mitgliedern unterwandert, die auf diese Art und Weise ihre Parlamentsposten behalten wollen.

        Von Neuanfang kann ich da nichts mehr erkennen.

        Du bist nur der Laufbursche für das Establishment, welches weitermacht wie bisher!

    • Markt - 5. Juli 2013

      Tja die “bürgerlichen” Deutschen wählen Ihren “Okonomieprofessor” mit Begeistrung selbst. In diesem “ordentlichen und demokratischen” Land muss so einer gar nicht als Technokrat von außen eingesetzt werden.
      So spielen sie den Eliten direkt in die Hände.

  • Eurelios - 4. Juli 2013

    @ Holly01

    [ ] Ich weigere mich eine der aufgeführten Parteien zu wählen, da sie mich nicht vertreten.

    Genial!

    Aber mit Angaben der Personen und diese müssten dann die Möglichkeit bekommen
    bei einer Zusammenkunft die Personen zu wählen die in den Bundestag einziehen
    %tual Ihrer Stimmanteile.

  • Traumschau - 5. Juli 2013

    Hier noch eine kleine Untermauerung der völlig desolaten Wirtschaftspolitik Deutschlands:
    http://www.jjahnke.net/rundbr99.html#2953
    Es ist m.E. vollkommen klar, dass mit dieser Politik der ganze Laden auseinander fliegen wird.
    Ich glaube mir einzubilden, warum diese Politik gemacht wird – aber das darf oder sollte man nicht so laut sagen: Die “hören alle mit”!!
    … aber die sind nicht schlau genug herauszukriegen, wer an Bord dieser einen Maschine aus Moskau tatsächlich ist, sein sollte, oder so …
    UND: DAS ist wirklich gefährlich. Wenn nachrichtendienstliche Erkenntnisse sich hauptsächlich auf Gerüchte und Mutmaßungen stützen, damit Kriege anzetteln und gewählte Präsidenten demütigen …
    Was für eine beschissene Welt (GS und CO lassen auch an dieser Stelle recht herzlich grüßen) das tatsächlich ist – das erahnen immer mehr Menschen (so hoffe ich zumindest).
    LG Traumschau

  • Traumschau - 5. Juli 2013

    Da ich schon mal beim Thema “Gesamtzusammenhang” bin:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=17860#more-17860
    Naja, die “Verschwörungstheoretiker” bekommen wohl prominenten Zulauf …
    Wenn ich nur daran denke wie oft ich (und viele andere) ausgelacht wurde …
    Aber, was soll´s: Besser irgendwann als nie!
    Wenn wir jetzt noch dazu kommen, unser Geldsystem als die ur-ur-sprüngliche Krisenursache zu identifizieren, dann besteht doch tatsächlich noch Hoffnung – insbesondere für die Ärmsten dieser Welt!
    LG Traumschau

    • Markt - 5. Juli 2013

      “unser Geldsystem als die ur-ur-sprüngliche Krisenursache”

      Da werden wir uns wohl leider noch einige Zeit auslachen lassen müssen.

    • Ro - 5. Juli 2013

      Geldsystem und Ursache – meine Rede, schon lange.

      Man muss etliches aushalten, um diesem Fakt seinen Weg in die Köpfe zu bahnen. Es ist DIE Ursache, der Rest ein Folgen.

    • Naja - 5. Juli 2013

      und ohne das geldsystem können wir dann alle kostenlos unseren schwachsinn ausleben und unsere mühsam entwickelte und eingeimpfte handlungsweise und vorstellungswelt ausleben ? alle kostenlos in klimatisierten zügen und auf autobahnen in uns rechtmäßig zustehenden vehikeln fahren, die so vorzüglich unsere einstellung preisgeben und bitte menschenrecht sein sollen, weil ohne gehts nicht mehr. steckt hinter allem nicht eine noch ursprünglichere krisenursache? unsere (von außen eingegebene) einstellung, unsere (andressierten) überzeugungen und unsere (von anderen bestimmten) ziele? steckt hinter allem nicht eine noch viel tiefer liegende ursache, die in uns selbst (und damit meine ich nicht die vielbeschworene und als allgeminentschuldigung dienende “menschliche natur”) liegt und dessen ursprung der schlüssel zu allem ist?
      z.b. “Ihr Ideal ist es Mensch zu sein. Aber für sie heißt Mensch sein:Unterdrücker sein. Das ist ihr Modell von Menschlichkeit… Deshalb ist das Verhalten des Unterdrückten ein vorgeschriebenes Verhalten, folgt es doch den Richtlinien des Unterdrückers.” etc.pp

      • Traumschau - 6. Juli 2013

        @Naja
        Es geht nicht darum kein Geldsystem zu haben. Es geht m.E. nach darum, dass dieses Geldsystem in Händen einer Oligarchie ist und nur zu deren Nutzen arbeitet, während ein immer größer werdende Teil der jeweiligen Bevölkerungen verarmen. Solange private Banken fast beliebig Giralgeld schöpfen können und damit im Kasino spielen, werden immer Bankenrettungen etc. notwendig sein, weil die mit dieser Geldschöpfung einhergehenden Renditeansprüche nicht erwirtschaftet werden können. Das führt letztlich dazu, dass die Menschen enteignet werden.
        Letztlich muss einer Geldschöpfung immer ein realwirtschaftlicher Wert gegenüber stehen. Nur das ist leider schon lange nicht mehr der Fall.
        Deshalb ist m.E. ein Zusammenbruch des Finanzsystems unausweichlich, weil “man” an diesem unhaltbaren Zustand nichts ändern will. Die Macht dieser Finanz-und Wirtschaftsoligarchie ist sehr groß und bestimmt de facto die Politik.
        Wir müssen ein Geldsystem haben, dass nicht von bestimmten Interessen okkupiert ist.
        Nur, da sehe ich derzeit schwarz.
        LG Traumschau

        • Ro - 6. Juli 2013

          Exakt und Dank.

  • Bernd Rickert - 5. Juli 2013

    Bei allen politischen Entscheidungen sollte man als allererstes bedenken, wer der Entscheidungsträger persönlich von den Entscheidungen profitiert.

    • Ro - 5. Juli 2013

      Exakt – wer profitiert!

      Pyramidales Denken.

      Eine weitere Ursache für das KEINE Lösung gefunden wird, werden soll in dieser Krise. Es kratzt ansonsten an den Privilegien.

  • Erklärbär - 5. Juli 2013

    Ihr habt das Ganze aus den Augen verloren. Deutschland ist der europäische Trojaner, der dafür sorgen soll, das diese Wirtschaftszone einem primären deutschen Einfluss unterliegt. Da Deutschland der Erfüllungsgehilfe der USA ist, dient das Ganze nur der Überschreibung einer ganzen Wirtschaftszone an die USA. Wenn auch Europa den USA gehört, dann sind die Wege fast komplett geebnet, um an die entsprechenden Ressourcen zu gelangen, wo das viele Öl und andere Bodenschätze lagern. Was man früher mit Hilfe eines Weltkrieges erledigte, geht heute nur so, weil die Waffenmacht einen zu großen Schaden anrichten würde, was den Nutzen mit zerstören würde. Also geht man den Umweg über die Wirtschaft. Wenn Amiland dann seine “Osterweiterung” komplettiert hat, führen wir den Dollar ein und dann zwingen wir den Rest der Welt auch noch in die Knie. Als Saddam Hussein die Ölfelder anzünden ließ, war das offenkundig ein Wink mit dem Zaunpfahl, um was es den miesen Amis wirklich geht.

    Im Grunde ist das Spiel leicht zu durchschauen. Alleine die Vorstellungskraft reicht nicht aus, um es glauben zu können. 😉

  • Traumschau - 5. Juli 2013

    @Huthmann
    In diesem Vortrag von Flassbeck bei 24:30

    LG Traumschau

  • Querschuss - 5. Juli 2013

    Hallo Huthmann,
    die Quelle ist die Ameco-Datenbank:
    http://ec.europa.eu/economy_finance/ameco/user/serie/SelectSerie.cfm

    Dieses Thema und die entsprechenden Daten gab es auch bei Querschuesse schon, siehe:

    Draghi liest die Leviten – anhand irreführender Daten!

    Arbeitsproduktivität als reales BIP je Beschäftigten:
    Frankreich: reale Arbeitsproduktivität um +9,2% seit 1999 bis 2012
    Deutschland: reale Arbeitsproduktivität um +9,6% seit 1999 bis 2012

    reale Arbeitnehmerentgelte je Beschäftigten:
    Frankreich: um +12,6% seit 1999 bis 2012
    Deutschland: um +0,2% seit 1999 bis 2012

    Der Punkt ist nicht, dass Flassbecksche Zielkriterien schwierig über einen großen Währungsraum mit 17 Mitgliedern zu erreichen sind, sondern dass es Einzelne gibt, die diese Ziele gar nicht auf dem Radarschirm haben bzw. solche Ziele bewusst unterlaufen um sich einseitig Wettbewerbsvorteile zu beschaffen. Wer damit gemeint ist dürfte wohl klar sein!

    Es ist ja das verrückte an der heutigen Welt, noch nie waren verfügbare Daten so zahlreich, noch nie Wissen und Daten so umfangreich öffentlich zugänglich und trotzdem geht es unverdrossen in die falsche Richtung bzw. Analysen erzielen keine Wirkung, weil viele die Rückschlüsse nicht wahrhaben wollen oder einfach auch keine Handhabe besteht den wirtschaftspolitischen Kurs zu ändern bzw. mitzubestimmen. Eine real existierende Unmündigkeit des Einzelnen in der gelebten repräsentativen “Demokratie”!

    Gruß Steffen

    • Traumschau - 5. Juli 2013

      Danke für ursprüngkliche Quelle!!
      LG Traumschau

    • Huthmann - 6. Juli 2013

      Hallo Querschüsse,

      Produktivitätsveränderung über reale BIP-Veränderung zu messen ist sicher eine erste Annäherung. Allerdings gilt es zu sehen, daß das jeweilige BIP anders zusammengesetzt sein kann hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Wertbetrachtung.

      Ein Extrembeispiel ist z.B. Spanien mit seinem Häuserboom. Hier wurde kreditgetrieben ein BiP über Jahre erzeugt, das heute teilweise “abgeschrieben” werden muß. Die Abschreibungen der Kredite beschäftigt nicht nur den einzelnen Kreditnehmer in Spanien sondern in Folge die Banken und dann die Euro-Gemeinschaft über diverse Rettungsschirme.

      Zurück zu Frankreich. Ich habe den Produktivitätsunterschied über die Wechselkursveränderung Franc-Mark von 1950 bis 2000 ermittelt. Und da kommen ungefähr 2,5% im Jahr heraus, was die Mark im Vergleich zum Franc an Wert gewonnen hat.

      Wenn ich mir Frankreich anschaue und ich kenne Frankreich recht gut, so kann ich nicht erkennen, daß selbst in den 2000er Jahren hier auf gleichem Innovations-, Effizienz- und Transparenzniveau gearbeitet wird. Das ist mit Deutschland – völlig wertfrei – nicht vergleichbar. Insofern würde ich den Vergleich der realen BIP-Veränderung mit großer Vorsicht genießen.

      MfG

      • Querschuss - 6. Juli 2013

        Hallo Herr Huthmann,
        mit so einer Argumentation dreht man sich im Kreis, Fakt ist, in Deutschland lag die Steigerung der Arbeitnehmerentgelte deutlich unter denen der anderen in der Eurozone. Unterstellt man das die ausgewiesenen BIP-Raten der Franzosen und dann sicher nicht nur von denen im Vergleich zu Deutschland überzeichnet sind und damit auch die Produktivitätsentwicklung, kommt man an den Punkt, EU-Kommission und ihre Institutionen müssen dafür sorgen, dass gleiche Standards und Transparenz usw. herrschen, leistet man dies nicht oder kann man dies nicht leisten, führt dies nicht nur den gemeinsamen Währungsraum ad absurdum, sondern dies wäre u.a. einer der Garanten des Scheiterns der Eurozone.

        Kann man keine gemeinsamen volkswirtschaftlichen Zielen vereinbaren oder verhindern unterschiedliche Standards die Umsetzung und Kontrolle, dann ist die Währungsunion langfristig unhaltbar. So würde ich das im Kontext ihrer Argumentation konsequent zu Ende denken. ….. Dasselbe gilt natürlich wenn erst gar keine gemeinsamen volkswirtschaftlichen Ziele vereinbart werden oder gar diese bewusst von Einzelnen unterlaufen werden.

        Ich denke allerdings nicht, dass die Wirtschaftsdaten Frankreichs und deren Qualität von unseren signifikant abweichen. Letztlich ist das Gesamtbild sehr schlüssig, die NICHT adäquate Teilhabe der deutschen Arbeitnehmer an Exporterfolgen und Produktivitätsfortschritten ermöglicht ja gerade die Handelsbilanzüberschüsse und in Folge den schlappen Binnenkonsum. Frankreich ist in diesem Kontext eine Art Spiegelbild, die bisher solide Teilhabe verspielte die Wettbewerbsfähigkeit, gerade gegen solche Drücker wie Deutschland, dafür boomte in Frankreich spiegelbildlich der private Konsum, da es bis dato die realen Einkommenssteigerungen auch hergaben. Dies dürfte allerdings der Blick in die Vergangenheit sein. Seit 2-3 Monaten drehen auch die Einzelhandelsumsätze in Frankreich ins Negative, die PKW-Verkäufe schon länger, sinkender Produktionsoutput wird auch die Einkommenssituation in Frankreich verschlechtern, fangen die auch noch wirklich an zu Sparen geht das Licht aus, diesmal aber in Deutschland mit, da Frankreich der größte deutsche Exportmarkt vom Volumen her in der Welt ist.

        Zu funktionierenden Institutionen in einer funktionierenden Währungsunion gehört auch das Erkennen von Kreditexzessen und Blasen wie am spanischen Immobilienmarkt, was eigentlich auch keine Überforderung darstellt, denn jeder der nicht völlig blind war bzw. bewusst es verdrängte, konnte die Exzesse und deren Folgen z.B. in Spanien frühzeitig sehen und entsprechend hätte man antizyklisch gegensteuern können/müssen!

        Gruß Steffen

  • Rolmag - 5. Juli 2013

    Aber welche Alternativen gibt es denn?

    Portugal war beim Euroeintritt kaum viel höher vom Lebensniveau her gesehen als die ehemalige DDR. Dann haben die auf Teufel komm raus, mit wertvollem Geld in der Tasche, sich ein Leben auf Pump finanziert.

    In Griechenland oder Spanien haben die Bürger auf Pump Urlaub gemacht, soweit ging das bereits.

    Zu einem knallharten Sparkurs kann es daher nur eine Alternative geben, die jedem der gegen den Sparkurs ist klar sein sollte. Diese Alternative lautet reichlich Deutschgeld. Ob wir uns das leisten können oder nicht ist eine Frage der Ansprüche die wir an unser Dasein stellen.

    Wenn es für die Deutschen ok ist, volle acht Stunden zu arbeiten aber zu leben wie ein Sozialhilfeempfänger, dann können wir die Zone noch 10- 20 Jahre lang finanzieren, bis hierzulande die letzten fähigen und staatlich ausbeutbaren Arbeitskräfte abhanden gekommen sind in dieser wirtschaftspolitischen DDR 2.0.

    • Querschuss - 5. Juli 2013

      Hallo Rolmag,
      nur zur Kenntnisnahme, deutsche Reallöhne steigen seit 2 Jahrzehnten nicht mehr und genau dies ist einer der Hauptgründe warum der Starke in einer Währungsunion die eh schwachen Partner realwirtschaftlich endgültig an die Wand spielt. Während in Deutschland seit 2000 der Output um +18,9% stieg, schrumpfte die eh schon unterentwickelte Industrieproduktion in Portugal um -20,3%, in Griechenland um -31,0% und in Spanien um -23,1%! Die Südperipherie kann die Schulden nicht mit Sparen aller volkswirtschaftlichen Sektoren (=Rezession) abbauen, sondern nur aus getätigter Wertschöpfung, dafür muss aber in die unterentwickelten Industrien investiert werden, um entsprechend handelbare Waren und Güter zu produzieren, die u.a. auch deutsche Konsumenten, mittels höherer Einkommen nachfragen könnten. Nur so lassen sich die Ungleichgewichte auflösen. Austerität ist der sichere Weg in den Zahlungsausfall der Südperipherie und den Zusammenbruch der Eurozone, denn mit ihr unterbleiben die Investitionen und die erzielte Bruttowertschöpfung und der Output von Waren und Gütern sinkt seit 3 Jahren stetig und werden es bei unveränderten Rahmenbedingungen weiter tun, wenn auch mit verringerter Dynamik.

      Die Lösung kann nie das deutsche Vorbild sein, also alle in der Eurozone üben Lohnzurückhaltung und bleiben mit Lohnsteigerungen unter der Preissteigerungsrate + Produktivitätszuwachs. Tun sie es, müssen entweder Chinesen und Amis alle europäischen Überschüsse aufsaugen oder eben wahrscheinlicher die Volkswirtschaften der Eurozone geraten in deflationäres Gefilde und ziehen sich sinnlos gegenseitig in den Abgrund.

      Alles hundertfach hier durchgekaut.

      Gruß Steffen

      • Huthmann - 8. Juli 2013

        Hallo Querschüsse,

        Ihre Betrachtung ist mir zu saldenmechanisch unterwegs. Ob jemand im globalen Wettbewerb sich wie durchsetzt ist nicht mechanisch zu planen. Es geht darum, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, zu verbessern und dies konstant.

        Zum Beispiel die Entwicklung Chinas: erklären Sie einmal denen, daß sie nicht soviel exportieren sollten, weil andere dann deren Produkte importieren müssen mit Folgen von Ungleichgewichten. Die Chinesen wollten einfach “hochkommen” und ihre Position am Weltmarkt verbessern. Andere drohen dadurch abzusteigen. Das ist das Kennzeichen von Wettbwerb und der ordnet die Länder über ihre Wechselkurse ein.

        Nicht, daß Sie mich falsch verstehen, ich schätze Ihre Analysen und Meinungen, aber die Dynamik eines wettbewerbsorientierten Wirtschaftssystem kommen Sie nicht mit saldenmechanischer Regulierung bei. Einblicke kann es eröffnen, wenn man z.B. zuviele Sektoren einer VWL gleichzeitig sparen.

        • Querschuss - 8. Juli 2013

          Hallo Herr Huthmann,
          kein Problem, sie müssen ja auch nicht meine Sicht haben bzw. teilen. Die Sicht von Produkten und Dienstleistungen aus, ist betriebswirtschaftlich und sicher richtig und wichtig und natürlich auch Bestandteil der saldenmechanischen Zusammenhänge, aber nur die pure Saldenmechanik zeigt schön auf, warum, wenn alle volkswirtschaftlichen Sektoren gleichzeitig ihre Ausgaben senken immer Rezession ist und warum eben die chronischen Exportüberschüsse Deutschlands, zur Überschuldung z.B. der Volkswirtschaften der Südperipherie führen und im Gegenzug die deutschen Exportüberschüsse via Kapitalexport Deutschland zum Gläubiger macht und ganz klar würden steigende Arbeitnehmerentgelte in Deutschland, über dem Produktivitäts- und Preissteigerungszuwachs, zügig die Spitze der Wettbewerbsfähigkeit kappen und damit den Exportüberschüssen, deren Finanzierung und den akkumulierten Forderungen daraus. Dafür würde die Binnennachfrage (Investitionen und Konsum anspringen). Ich plädiere nicht für saldenmechanische Regulierung, sondern die Saldenmechanik erklärt schön volkwirtschaftliche Zusammenhänge und damit auch die Krise. Sicher könnte man daraus auch ableiten, worauf der Fokus gerichtet werden müsste um Ungleichgewichte zu verringern, nur ich mache mir wenig Illusionen, dass dies geschehen wird 🙂

          Gruß Steffen

        • SLE - 8. Juli 2013

          Hallo Herr Huthmann,

          China will vom Exportmodell weg und stärker auf die Entwicklung der Binnenwirtschaft setzen. Das hat Präsident Xi Jinping schon erklärt. Im Herbst soll ein neues Wirtschaftskonzept vorgestellt werden, an dem derzeit noch gearbeitet wird. China ist also längst klar geworden, dass die die Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr über Exporte definiert und Wachstum und Entwicklung so nicht mehr sichergestellt werden können.

          Grüße
          SLE

  • Holly01 - 5. Juli 2013

    Hallo Rolmag,

    “in dieser wirtschaftspolitischen DDR 2.0”

    Diese “Neuauflage” ist ja nicht auf DE oder die EU beschränkt.
    Die Töpfe werden ja weltweit vergeben oder besser verteilt.
    Die EU und die NSA können unbesorgt die Daten ziehen oder bereitstellen, denn es ist – egal – .
    Wenn die Amis ein Patent wollen, denn nehmen sie es sich.
    Wenn die das Patent weitergeben wollen, dann tun sie es.
    Was, wann, wo und in welcher Form auf den Markt kommt, ist keine Entscheidung der Unternehmer, es ist eine Entscheidung der Finanzierer.
    5 Manager kontrollieren den deutschen Einzelhandel.
    200 Aufsichtsräte die deutschen Konzerne.
    1 Bank kontrolliert die Finanzierung des gesamten deutschen Mittelstands.

    Das “goverment” ist längst installiert.
    Es gibt keinen Widerstand, weil alle in Verantwortung Teil des Systems sind.
    Ein Problem ?
    Egal, wir geben einen Quartalsbericht raus und eine Gewinnwarnung.
    Warum egal ? Na weil sich andere darum kümmern, das Konzern x seine “Planziele” erreicht.
    Wer übermotiviert ist und gute Produkte schneller anbieten will, als es vorgesehen ist, dem geht es wie Samsung.
    Als die BD mit der Postbank zusammengeführt wurde, hat man dei Coba mit der Dresdner zusammengebracht, man hatte 2 Großbanken.
    Das war aber so nicht vorgesehen. Masse für die DB ja, Alternativen ? Nein.
    Denkt denn einer die DB macht eine Kapitalerhöhung in 24h und die Coba posaunt das 3 Monate vorher aus, weil die Coba-Manager so doof sind?
    Die DB hat ihr Derivateportfolio als einzige Bank der Welt erhöht (so weit mir bekannt).
    Die DB ist die Granate in der Hand der Finanzmärkte und die Verstrickung im Derivatemarkt ist der Sicherungsstift.

    DE hat nie entschieden, immer nur umgesetzt. Oft übereifrig und selbstverliebt, aber bitte, Intelligenz ist keine Voraussetzung für Politik.

    Alternativen ?
    Suizid wäre eine Lösung.
    Das würde bedeuten, man kehrt in den Kriegszustand zurück. Mit allen Folgen, die von Beschlagnahmung aller Güter, über Reparationen, bis hin zum Ausstoss aus der “Wertegemeinschaft” reichen.
    Das entspricht in etwa den britischen Plänen zum Ende des DoppelWW, aus DE ein reines Agrarland zu machen.
    Kann man machen. Aber das sollte man in DE auch den Leuten vorher sagen, was los ist und die mehrheitlich entscheiden lassen.
    Ich sehe da keine Mehrheit ……

    • Querschuss - 5. Juli 2013

      Hallo Holly01,
      “Wenn die Amis ein Patent wollen, denn nehmen sie es sich.”… Wie erklärt sich dann allein ein Handelsbilanzdefizit der USA bei Waren und Gütern im Mai 2013 von -63,8 Mrd. Dollar? Von -278,4 Mrd. Dollar seit Januar 2013, von -727,9 Mrd. Dollar im Jahr 2012 und von -10,567 Billionen Dollar seit Januar 1987? Ich frag ja nur, wo sie doch an alle Patente kommen, wenn sie wollen. Dies allein scheint kein hinreichendes Argument zu sein.

      Gruß Steffen

      • Holly01 - 5. Juli 2013

        Ja, das stimmt. Das Zwillingsdefizit ist tasächlich eine Achillesferse des Systems “USA”.
        Ich habe mir den Mitschnitt des irischen Bankertelefonates mehrfach angehört, bevor mir klar wurde was mich gestört hat.
        Die hatten keinerlei Zweifel.
        Die standen mit 40 Mrd. Euro im Regen und hatten ihren Arbeitgeber ruiniert und die hatten -keinerlei- Angst oder Zweifel.
        Für die stand nie in Frage, daß ihnen nichts passieren kann.

        Meine (sehr dünne Antwort) lautet : ich weiss es nicht, ich vermute, die haben jeden Zweifel ausgeblendet und meinen sie (die USA9 könnten sich -jedes- Defizit leisten und erlauben.
        Es wird ja sowieso nie fällig gestellt.

      • Holly01 - 5. Juli 2013

        Es gibt noch einen Aspekt, der aber einzuordnen ist :
        Der fracking-twist würde ganz sicher nicht getanzt, könnten die USA das Öl immer noch für (geschöpfte) Dollar kaufen.
        Es läuft etwas, das ich nicht überblicken kann, aber ich mach das am Goldmarkt fest, denn da läuft auch etwas.
        Beides gegen das System “USA”.
        Ich würde annehmen, es gibt Reibereien wegen dem Verteilungsschlüssel.

        • Querschuss - 5. Juli 2013

          Hallo holly01,
          darin sehe ich keine ernsthafte Antwort auf meine Frage, du kommst von einer Baustelle in die nächste, oft reichlich nebulös, aber ok.

          PS: Der Fracking-Twist wird getanzt, weil eben auch für geschöpfte Dollar kein endloser Rohölexportmarkt vorhanden ist und die Nettoexporte bzw. das vorhandene weltweite Nettoexportvolumen tendenziell sinkt und diesem Fakt nicht mit mehr geschöpften Dollar zu begegnen ist, sondern nur mit neuen Fördermengen, aus unkonventionellen Ölressourcen. Warum Fracking und ein sinkender Goldpreis gegen das System USA sein sollen, erschließt sich mir nicht.

          Gruß Steffen

          • Holly01 - 5. Juli 2013

            @ Querschuesse :
            Wenn die USA die von mir unterstellte Macht zur Verteilung der Güter, Dienstleistungen und monetären Mittel hätte, dann würde die USA ihre letzte Reserve (fracking) doch bis zu einem Zeitpunkt zurückhalten, wo kein Öl zur Verteilung vorhanden ist.
            Der Spotmarktpreis ist ja immer noch lächerlich niedrig. Der Preis ist zudem, für jemanden, der das Geld einfach schöpft, eher relativ.
            Der “fracking-twist” läuft also meiner Sicht auf die USA entgegen und damit (wieder aus meiner Perspektive) gegen die USA und ihr Verteilungssystem.
            Der Goldmarkt ist (wieder aus meiner Sicht) der Eintausch von Papiergeld (Derivate) gegen physikalisches Gold.
            Die Broker haben mit ihrem Geschäftsmodell die Möglichkeit eröffnet, Papiergeld in Gold zu wandeln.
            Man muss sehen, ob es Leute gibt, die physikalisches Gold zum Strassenpreis abgeben oder ob die Derivate auf Gold verfallen, wie in Hongkong.
            Ein Beweis für Vertrauen, in das (von mir unterstellte) System USA ist das aber kaum.
            Also hier (Goldmarkt) wie dort (Öl) eine Entwicklung die (nach meinem Gusto) für die USA und den Petrodollar eher nachteilig sind und für Kontrollverluste sprechen (könnten) ?

        • SLE - 6. Juli 2013

          Hallo Holly01,

          der vom Fracking- bzw. von den nierigen Energiekosten getriebene “Aufschwung” der USA ist mir auch suspekt. Zwei Artikel dazu als Hintergrund:

          “More Financial Worries Coming to Light in Domestic Shale Drilling Industry”: http://www.desmogblog.com/2013/03/28/more-financial-worries-coming-light-domestic-drilling-industry

          “Shale Game”: http://www.fwweekly.com/2013/03/13/shale-game/

          Grüße
          SLE

          • Holly01 - 6. Juli 2013

            Hallo SLE,

            genau genommen bewegt mich eine etwas andere Variante der Frage :

            Nachdem die USA die gesamte Welt über 10 Jahre mit Terror, Beeinflussung und Militärgewalt überzogen haben, ist jedem klar : diese Taktik ist nicht aufgegangen, sie ist gescheitert.

            Es wird eine Gegenbewegung geben.
            Wer führt diese?
            Wie wird das “Zurückschwappen” aussehen und verlaufen?
            Wird es “Gnade” für den Verlierer USA geben, in monetär, wirtschaftlicher Art?

            Die Übermacht USA ist gebrochen. Was wird daraus?

            Die zur Zeit noch herrschende absolute militärische macht und das Duckmäusertum der Europäer die sich hinter den USA verstecken (auch voreinander) wird enden, aber wie ?

  • Michael - 5. Juli 2013

    @Holly01
    Gold ond Öl laufen normalerweise parallel und sind Gegenparts zum US-Dollar. Da ist mit Sicherheit was faul. Gegen die USA ist das nicht gerichtet. Im Gegenteil, der Preis für WTI-Öl ist geringer als der für Brent. Der fallende Goldpreis ist bei steigenden Marktzinsen (für die richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen) schlüssig. Der stabile oder gar steigende Ölpreis nicht. Bei steigenden 10y – Zinsen müsste der Dollar stärker werden. Der Haken ist, dass die USA bei höheren Zinsen theoretisch pleite wären. Praktisch nicht. Sie sind in IHRER Währung verschuldet. Sie können unbegrenzt Dollars drucken. In dem Maße sollte der Dollar allerdings gegen Gold abwerten. Das kommt schon noch. Es fehlt am politischen Willen das Banken – Problem wirklich zu lösen. Stattdessen wird manipuliert, bis die Schwarte kracht.

    • Holly01 - 5. Juli 2013

      Hallo Michael,
      ich habe Deinen Beitrag erst gesehen, als meine Antwort an Querschuesse schon raus war, sry. Inhaltlich paßt es aber trotzdem halbwegs denke ich.

  • Holly01 - 5. Juli 2013

    Ich versuch es anders herum, weil ich nicht weiss, ob das zu verstehen ist, was ich meine.
    Wenn Leute aus Derivaten heraus gehen und physikalische Werte statt dessen wählen, dann wird Geld frei.
    Dieses Geld ist (im Gegensatz zum FED Geld) im Kreislauf und verdünnt diesen Kreislauf.
    Es gibt 2 mögliche Reaktionen :
    – herabsetzen der Geldgeschwindigkeit. Ist aber bei der Menge an Märkten und Teilnehmern schwierig.
    – Inflationierung der Währung.
    Beides läuft den QE aber massiv zu wider. Sinkende Geldgeschwindigkeit bedeutet geringere Wirtschaftstätigkeit. Inflation bedeutet im Zweitrundeneffekt Lohnerhöhungen und steigende Einkaufspreise.
    Da wir über den Dollar sprechen, würde das die sowieso erlogene Erholung noch weiter aushöhlen.

    Ist das Gleiche wie oben, nur anderer Blickwinkel.

    • Eurelios - 5. Juli 2013

      nur anderer Blickwinkel.

      Egal was man für einen Blickwinkel hat mE ist das ganze Dilemma das Geldsystem, egal ob
      $ oder Euro oder sonst einer anderen Währung die auf ein Zinseszinzsytem basiert der eigentliche Verursacher der Probleme die sich jetzt weltweit aufschaukeln.

      Das sage sogar ich als AfDler.

      Es gibt in der AfD schon vielel Mitglieder die diesen Thema in das Parteiprogramm aufnehmen
      wollen.

      Wird erst nach der BTW gehen aus Wahlkampf taktischen Gründen in einem Parteitag wo
      diese Mitglieder dann einen Antrag stellen werden der dann zur Abstimmung kommt.

      Hier mal das erste Posting im Arbeitsforum der AfD wegen dem derzeitigem Geldsystem das
      dann zu einer Kettenreaktion führte:

      Geldsystem – verstehen und hinterfragen

      Beitragvon Dr. Wolfgang Reimer » Do 4. Apr 2013, 10:33
      Verehrte Foristen,

      mit dem Problem des gescheiterten Euro und seiner für “alternativlos” erklärten Rettung durch die Bundeskanzlerin (und die ihr mehr oder weniger angeschlossenen Parteien) hat unsere Partei “Alternative für Deutschland” durch ihre im Parteiprogramm formulierte Gegenposition den Finger in die Wunde vieler Menschen gelegt.
      Nach meiner Überzeugung steht die Währung Euro als pars pro toto neben Dollar, Pfund und anderen Währungen (zumindest der westlichen Welt) deshalb im Feuer,
      weil er Teil eines Geldsystems ist, in dem das Geldschöpfungsmonopol Banken und diesen dadurch das Privileg zugestanden wurde, unter Beachtung eines Mindestreservesatzes “Giralgeld” in nahezu unbegrenzter Höhe zu erzeugen, in Umlauf zu bringen und damit Zins und Zinseszins zu generieren. Der Mindestreservesatz wurde nach meiner Kenntnis in England im Jahre 1844 (Peel`sches Bankengesetz) auf 100% festgelegt (sog. “Vollgeld”) und bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts von allen fortschrittlichen Industrienationen so übernommen, um in späterer Zeit immer weiter reduziert zu werden . So schrieb die EZB bis Januar 2012 noch 2%, seither nur noch 1% als Mindestreserve vor. Infolge dessen konnte die Geldmenge exponentiell wachsen, die Staaten konnten sich hoch verschulden und die Anteilseigner der Banken verdienen prächtig an den Zinsen ihrer Lizenzgeber, den hochverschuldeten Staaten unserer westlichen Welt, sprich deren Bürgern, die ja mit ihren Steuern immer auch Bürgen sind.
      Mir stellen sich viele Fragen zur Beurteilung der Funktionalität unseres Geldsystems insgesamt und seinen Nutzniesern. Und ich frage mich sehr ernsthaft, ob unsere Partei sich hierzu nicht einen gewissermaßen über die Diskussion um die Eurorettung hinausgehenden Ansatz erarbeiten und mit gebotenem Weitblick in das anläßlich des Gründungsparteitags zu verabschiedende Grundsatzprogramm aufnehmen sollte. Die fachliche Expertise dazu sollte doch jedenfalls vorhanden sein, sodaß es, nach der politischen Willensbildung in der Partei, nur noch des konsequenten politischen Willens dazu bedarf.

      Eine angeregte Diskussion kann sicher sehr interessant werden!

      Mit freundlichen Grüßen

      Wolfgang Reimer

  • macsoja - 5. Juli 2013

    Hallo,

    ich finde die Zusammenfassung und die Meinung sehr fundiert und die Zusammenhänge auf den Kapitalmärkten sehr gut dargestellt.

    Wenn es an den Anleihemärkten losgeht, wird sich also einiges beschleunigen, was sich aktuell eher andeutet.

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/felix-und-roman-zulauf-im-interview-erholungsfantasien-sind-eine-fata-morgana/8446814.html

    schönes we
    mac

  • Marakesch - 5. Juli 2013

    Es lohnt sich, einen Blick nach China zu werfen. Deren Arbeitsmarkt entwickelt sich, wenn die Quelle german china org stimmt, so wie wir es hier kennen.

    Hochqualifizierte nehmen nicht mehr jeden Job an, sie wollen gut bezahlt sein und nicht auf dem Land arbeiten. Das beißt sich mit den Forderungen der Arbeitgeber, die sich billige und “flexible” Arbeiter wünschen.

    Ausserdem soll es einen Überhang an Akademiker geben, die einfach nicht mehr beschäftigt werden können, weil diese Stellen nicht vorhanden sind. Die Flexibilisierung, Effizienzierung der Firmen oder auch Verschlankung kommt in China immer mehr an. Da wachen gerade viele Leute auf. Realitäten pur. Die Entwicklung ist weiter zu beobachten.

  • JL - 6. Juli 2013

    Rücktritte sind letztlich Eingeständnisse von Versagen.

    Man hat mittels Austerität die Wirtschafts- und Staatsverschuldungskrise an sich eben nicht entschärft, sondern im Gegenteil sogar beschleunigt.

    Ganz im Stiele von Griechenland hat man jahrelang die regionale Wirtschafte stranguliert um damit Verbesserungen der Wirtschafts- und Finanzlage zu erhoffen- ein sehr geistreiches Gedankenkonstrukt seitens der Troika und nationaler Politiker.

    Richtiger ist wohl, dass sich Staaten bis zum Zusammenbruch für die Rettung der Finanzinstitute verschuldeten und nun alles und jeden zur Kasse bitten müssen um nicht den eigenen Staatsbankrott zu verkünden. Schließlich währe dies letztlich das Ende der EU und des Euros!

    Dieser Zusammenbruch kommt wohl früher oder später dann sicher doch, aber besser ist es schon sich vorher „abgeseilt“ zu haben.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • klaus - 7. Juli 2013

    Steuerabkommen

    England – Schweiz

    ging daneben.

    Wegen Wohnsitz.
    England hat ein Haushaltsloch !

    Schäuble wollte uns das empfehlen.

    http://www.guardian.co.uk/business/2013/jul/05/tax-avoidance-uk-effort-switzerland-fails

    Da hätte jemand wohl einfach den Wohnsitz umgemeldet und
    wäre raus gewesen. OHNE zu zahlen. Respekt.
    Eine Briefkastenfirma als Zahlungskollektor hätte es
    wohl auch getan.

    Toll und das fehlende Geld hätte man dann aus den
    lt. Propagandamedien immer überlaufenden Sozialkassen ausgeglichen.

    Gruß klaus