S&P stuft Spaniens Bonität herab

von am 27. April 2012 in Allgemein

Nun ist es also soweit. Es ist Zeit für neue Herabstufungen der Bonität von Krisenstaaten in der Euro-Zone – allen Beteuerungen der Euro-Retter, man habe seine Hausaufgaben gemacht und alles werde gut, zum Trotz.

Mittlerweile muss man sich allerdings ernsthaft fragen, ob die Euro-Retter solcherlei Verlautbarungen selbst noch ernst nehmen. Denn es braucht für die diesmal von S&P gegebene Begründung der Herabstufung von Spaniens Bonität (1) keine Experten mehr, so offensichtlich sind die Probleme dieses Euro-Landes und all jener Länder, die auf striktem austeritätspolitischem Kurs sind.

Was ist durch das Krisenmanagement der vergangenen Jahre besser geworden?

Die verordnete Sparpolitik soll die Schuldenprobleme lösen und defizitäre Haushalte in Ordnung bringen helfen. Aber, Geschichte ist eine Geschichte des Vergessens. Deswegen wollen wohl nur noch die Euro-Retter nicht wahr haben, dass Heinrich Brüning sich irrte und immer neue austeritätspolitische Maßnahmen Volkswirtschaften nur immer tiefer in die Rezession treiben, soziale Spannungen heraufbeschwören, die sich bei Wahlen in der politischen Landschaft in Form des Aufstiegs links- und rechtsextremer Parteien niederschlagen (wofür sich die regierenden Politiker aber nicht verantwortlich fühlen) und so direkt in politische Krisen münden und das Ziel des Schuldenabbaus so nicht gelöst wird, sondern zur Utopie gerät. Darum glauben möglicherweise auch nur noch Geldmarktexperten wie zum Beispiel Herr Draghi (und Mr. Bernanke) fest daran, dass das viele billige Geld, dass sie koste es was es wolle in die Finanzmärkte pumpen, irgendwann in der Wirtschaft ankommt und sie in Schwung bringen wird – irgendwann. Wie war das noch? Die Rente ist sicher … und der Euro stabil.

Willkommen im Märchenland. Doch wer sich ein wenig mit Märchen auskennt, der weiß, dass es sehr viele sehr grausame Märchen gibt. Die Euro-Retter machen Märchen wahr.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

Print article

35 KommentareKommentieren

  • dank - 27. April 2012

    So ein Zufall – vor genau zwei Jahren war da auch was:
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/ratingagenturen112.html

    Hat S&P gar eine Tabelle (5-Jahres-Plan?) dafür?

  • Georg Trappe: - 27. April 2012

    Tja, dumm gelaufen mit dem Projekt Europa.
    Vielen Dank dafuer an die neoliberalen Ideologen in Wirtschaft und Politik, sowie an ihre Auftraggeber, die transatlantisch verbundenen 1%.
    Und willkommen in der grossen Depression 2.0.

    Wer sich dafuer interessiert, wie sich selbstverstaerkende Rueckkoplungen aka Geschaeftsmodelle der Finanzoligarchie funktionieren, der kann ja mal ueber folgendes nachdenken:
    1.) Geschaeftsbanken haben das Potential zur Geldschoepfung (http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/04/banken-und-die-geldschoepfung.html)
    2.) Dieses Poential ist nur durch Eigenkapitalanforderungen an die Bank und durch die Faehigkeit zur Stellung von Sicherheiten auf Seiten der Schuldner begrenzt.
    3.) Daraus ergibt sich die Moeglichkeit einer sich selbstverstaerkenden Mitkopplung der Gestalt, dass

    Die Bank Geld schoepft und als Kredit fuer den Kauf von sog. Assets vergibt.
    Diese Assets selber als Sicherheit gestellt werden.
    Diese Assets in Folge der expansiven Kreditvergabe im Preis steigen
    und so eine Illusion von Wertsteigerung kreieren, die die Nachfrage nach Kredit weiter antreibt und den Wert beleihbarer Assets ausdehnt..
    Worauf die Bank weiter Geld schoepft und als Kredit fuer den Kauf von diesen sog. Assets vergibt.

    Im Fall der US Immobilienkrise waren diese Assets Immobilien.
    Im Fall der sog. Staatsschuldenkrise waren es Staatsanleihen.
    Wenn die Nachfrage nach Staatsanleihen steigt, dann steigt der Preis = Kurs der Staatsanleihen. D.h. die Zinsen dieser Papiere sinken.
    Wenn der Leitzins unter dem Zins langfristiger Staatsanleihen liegt, dann ist es ein gutes Geschaeft fuer die Banken und ihre in Liquiditaet ertrinkenden Grosskunden diese Anleihen in grossen Mengen zu kaufen. Diese sich selbstverstaerkende Mitkopplung kehrt ihr Vorzeichen in dem Moment um, wenn die Zentralbank die Zinsen anhebt und die Zinsstrukturkurve invertiert. Denn dann platzt das Geschaeftsmodell Fristentransformation und die Anleihen werden zu fallenden Preisen verkauft, was das Zeug haelt. Bei Immobilien geschieht das gleiche, da die Illusion der endlosen Wertsteigerung durch die Leitzinsanhebung eine Ende findet. So werden todsichere Assets toedlich, insbesondere dann, wenn sie in grossen Mengen als Bank Aktiva oder als Sicherheit fuer Bank Aktiva gefuehrt werden. Die stark stimulierende Wirkung der Aufwaertsbewegung fuer die Realwirtschaft, wie auch die die desastroese Wirkung des Umkippens duerfte klar sein und inzwischen als durch gut beobachtbare Fakten belegt gelten.

    Und wer dann noch Lust hat, kann sich mal ueberlegen wie in diesem Zusammenhang Ratingagenturen deren Geschaeftsmodell die Generierung sich selbsterfuellender Prophezeiungen ist, wirken.
    Als Anregung dazu:
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/04/ratingagenturen-die-geheimwaffe-der.html
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2011/09/die-strategischen-bomber-der-wall.html

    • Andreas Z - 27. April 2012

      Besser: Danke an die zentralistischen Euro-Sozialisten. Ich verstehen nicht, was an der EUDSSR-Politik neoliberal sein soll.
      Die staatliche verordnete EU-Ideologie mit abenteuerlichen Staatsquoten von über 50 % sind Ausgangspunkt des Übels. Das Kartell aus Großbanken und Regierungen muss über einen neuen ordnungspolitischen Rahmen aufgelöst werden. Das funktioniert aber nur, wenn der Staat sich dauerhaft in seinen Aufgaben begrenzt. Im derzeitigen Moloch sind die Regierungen auf die Banken als Geldbeschaffer angewiesen. Die Reformen können nur über ein liberales nationalstaatliches Konzept für Europa erfolgen. Weniger Zentralismus und nicht mehr ist der richtige Ansatz!

  • Comino - 27. April 2012

    …das ist dann jetzt wohl wieder ein kleines Fanal? Raus mit der Kohle – aber wohin? Gut wenn man nix hat…obwohl es das nicht besser macht. Mir grauts…

  • Roland - 27. April 2012

    Ja, sieht nicht gut aus – und es ist auch keine Hilfe aus Übersee in Sicht.
    Zahlen aus Japan heute:
    Einzelhandelsumsätze im März – 1,2% gegenüber Februar und die Industrie kündigt für Mai Produktionskürzungen von 4,1 % an.

    Abschwung XXL

    • Roland - 27. April 2012

      Und heute aus Frankreich:
      Arbeitslosigkeit, natürlich mal wieder völlig “überraschend”, im März auf ein 13-Jahres-Hoch gestiegen.

      • MagnaBavaria - 27. April 2012

        Eben im Radio gehört:

        Deutschland – völlig “überraschender” Rückgang der Konsumausgaben im März/April

  • schnauzevoll - 27. April 2012

    Die Einzelhändler stöhnen seit September 2011. Dann das miserable Weihnachtsgeschäft und das Schlimmste, das Ausbleiben er erhofften Erholung! Das Geschäft zu Ostern sah dieses Jahr auch bedrückend aus. Meine Eltern müssen nun 16.000€ für den Straßenausbau berappen und sind somit auf Jahre vom Konsum (Rentner) abgeschnitten. Es wird kommen, wie ich es immer gesagt habe. Die Deflation ist zum GREIFEN nahe.

    Und wenn selbst die GFK einen Rückgang vorhersagt, mitten im xxl Aufschwunggetöse, dann ist das, was ich beobachte keine Einbildung, sondern harte Realität.

    • MagnaBavaria - 27. April 2012

      Ist doch kein Wunder, dass kein Geld mehr für Dolce Vita vorhanden ist.
      Ausgaben für:

      Benzin/Heizöl rauf
      Zigaretten rauf durch Steuererhöhung
      Diesel rauf durch EU-Steuer
      Lebensmittel rauf, zum Teil durch Spekulation am Rohstoffmarkt getrieben
      Strompreis rauf, angeblich wegen AKW-Abschaltung
      Preis für Wasser/Abwasser rauf (weil Wasser steht dem Kommunen bis Oberkannte Unterlippe *schönes Wortspiel*)

      um nur mal die Preistreiber zu nennen, die die Meisten von uns treffen.

      • schnauzevoll - 27. April 2012

        Eben! Leider wird diese Preistreiberei als “Inflation” verkauft! Also wäre dann mal wieder der Staat schuld. Ich muss schon sagen, die Manipulation ist in einem so großen Stil im Gange, dass man unmöglich die NWO als Verschwörungstheorie abhandeln kann! Es greifen zu viele Rädchen zu präzise ineinander.

  • Frank Bell - 27. April 2012

    Die Aufschwunglüge ist auch nicht mehr zu halten:

    “Verbraucher-Umfrage in Deutschland – Inflationssorgen drücken Kauflaune”

    http://www.rp-online.de/wirtschaft/finanzen/inflationssorgen-druecken-kauflaune-1.2809274

    Wobei es natürlich NICHT die Inflationssorgen sind, sondern die Tatsache, dass die Menschen EFFEKTIV weniger Geld zum ausgeben haben. Der “Aufschwung” seit Januar 2009 hat nur die Reichen reicher gemacht, sprich Banker und Co., die Boni beziehen und an der Börse einen Wissensvorsprung haben (z.B. der Banker in der Schweiz, der von der CHF-Anbindung an den EUR wusste).

  • MN - 27. April 2012

    “Deswegen wollen wohl nur noch die Euro-Retter nicht wahr haben…”

    Es ist doch offensichtlich, dass die Akteure nicht dumm sind und die Geschichte kennen sie auch. Daher ist es rätselhaft , warum man lieber, zu Gunsten der Verantwortlichen, von unbeabsichtigten Entwicklungen ausgeht anstatt das offensichtlich naheliegende auszusprechen: Es steckt Absicht dahinter!

  • mitwisser - 27. April 2012

    Wird wohl nicht mehr lange dauern bis es in Spanien die parteiübergreifenden Immobilenblasenorganisatoren nicht mehr schaffen den Deckel auf dieser Dose der Pandora draufzuhalten.

  • M.E. - 27. April 2012

    Die Arbeitslosigkeit in Spanien hat in nur einem Monat erneut einen großen Satz nach oben genacht: Steigerung der AL-Quote um über 1,5% in einem Monat!

    ” MADRID (dpa-AFX) – In Spanien ist die Arbeitslosenquote im April auf den höchsten Stand seit 18 Monaten gestiegen. In der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone sei die Quote von 22,9 Prozent im Vormonat auf 24,44 Prozent geklettert, teilte die spanische Statistikbehörde INE am Freitag in Madrid mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg auf 23,80 Prozent gerechnet.”

  • unglaublich - 27. April 2012

    ok, jetzt gibt es nur noch zwei Handlungsalternativen:

    EZB macht dicht, keine Marktintervention mehr, nix mehr, nada, niente..
    ESM gibts auch nicht mehr, die Volkswirtschaften machen ihren eigenen Haircut mit den Gläubigern, gehen pleite und bauen sich neu auf und finanzieren sich künftig mit eigens im Land erwirtschafteten Kapital ohne Fremdverschuldung..
    Deutschland wird ab sofort jeden Cent zurücklegen um das eigene System zu stützen, denn der Schock der kommen wird, wird heftig..

    oder..

    Eurobonds – Vergemeinschaftung aller Schulden und damit das indirekte mittragen anderer Länder Schulden/Fiskal/Wachstumspolitik..

    Pest oder Cholera – nicht Barfuß oder Lackschuh..

  • M.E. - 27. April 2012

    Hallo unglaublich,
    natürlich wäre auch die Schuldengemeinschaft (die es ja in einiger Hinsicht schon gibt – siehe Target 2 und EFSF/ESM mit ihren ständigen Erweiterungen) nur ein zeitlicher Aufschub. Denn sie dient dazu, die restlichen Aufschuldungskapazitäten durch Inanspruchnahme der Teile des Systems zu erschließen, die noch nicht völlig im Subprime-Modus sind.
    Genau das wird ja seit 2008 fortlaufend gemacht: die Staaten übernehmen einen Teil der Schuldenlast von Banken, weil man den Staaten ein höheres Aufschuldungspotenzial zubilligt (der Staat hat finanziellen Zugriff auf alle Bürger, eine Bank nur begrenzt und auf einen Teilbereich), dann schuldet die Zentralbank auf, wenn der Staat sein irgendwie definiertes Aufschuldungsmaximum zu erreichen droht, dann garantieren im Sonderfall Euroraum solventere Staaten für weniger solvente Staaten.
    Dieses Erschließen von zusätzlichen Verschuldungspotenzialen ist also mit Hochdruck im Gange.
    Aber es ist alles nur ein Spiel auf Zeit und sorgt dafür, dass garkeine Inseln solventer Bestandteile im Finanzsystem mehr übrig bleiben. Schon jetzt ist die Vergemeinschaftung von Schulden durch innerstaatliche Rettungsaktionen, durch Rettungsaktionen der Zentralbanken und durch solvente an technisch insolvente Staaten so weit fortgeschritten dass ein Kollaps jeden einzelnen Bestandteil des Systems erfassen würde. Das wäre dann auch ein kompletter Strukturkollaps.
    Mit einem noch höheren Vergemeinschaftungsgrad der Schulden kann man vielleicht noch einmal 2 bis 3 Jahre Zeit gewinnen. Dann sind alle auch bisher noch solventen Einheiten nicht mehr fähig, die Schuldenlast zu tragen.

  • Eric B. - 27. April 2012

    Die Botschaft der Märkte ist nicht eindeutig. Einerseits stufen sie Spanien herab – und strafen damit die rigorise Sparpolitik, die Madrid auf Drängen von Berlin durchzieht. Andererseits wetten sie in Frankreich gegen Hollande, der sich gegen den sparkurs wendet. Wir werden Zeugen eines Machtkampfs, der auch die Märkte erfasst… http://lostineurope.posterous.com/der-machtkampf

  • Andres Müller - 27. April 2012

    Eine Bemerkung zu Brünning. Ich habe mich vor Jahren mit den politischen Entwicklungen damals beschäftigt. Wenn man so will waren die Entscheidungen des Mannes nur die Folge einer dramatischen Entwicklung, die sich heute wiederholt im Grossraum Europa durchsetzt:
    – Sozialdarwinismus
    – Fremdenfeindlichkeit
    – Umverteilung
    – Desorientierung der Gesellschaft, fehlende Visionen
    – Währungsprobleme

    Alle diese Parameter sind in die Europäische Politik zurückgekehrt, besonders interessant ist dass sich die Fehler der Sozialdemokraten und der Liberalen von damals nun zu wiederholen scheinen. Der grosse Unterschied zu damals liegt im inzwischen als gescheitert eingestuften Kommunismus. In dieser Ecke sitzt in der Politik nun ein blindes Auge, was wohl auf die vordergründige Verwandlung Russlands und Chinas zurückgehen dürfte. Was zurück bleibt ist eine noch unsichere Intelligenzia, die sich noch nicht richtig festlegen kann in welche Richtung der Zug im Fall eines Euro-Kollaps weiter geht. Doch wir haben in Occupy ein Podium erhalten, welche ein hoch reaktives Potential hat und das weitgehend frei von ideologischer Festlegung wiederholt sich in die schwierige Literatur von Karl Marx, Keynes und Smith einarbeitet, mit dem Ziel eine verloren scheinende Verteilungs-Gerechtigkeit wieder herzustellen.

  • titoslavija - 27. April 2012

    “der eine teil der wahrheit ist die verfahrene wirtschaftliche situation der industriesstaaten, der andere teil der wahrheit ist, dass die big boys, um jeden preis den zerfall der eurozone erzwingen wollen, was jedoch nicht dagegen spricht, dass der euro unsinn war.”

    den eben jene big boys unterstützen ja gleichzeitig das europrojekt (ganz deutlich goldman sachs), ob das ziel eine schaffung einer weltährung mit einer weltzentralbank ist oder sonst was, kann ich nicht sagen, allerdings wurden krisen in der vergangenheit immer dazu verwendet, um die macht der finanzoligarchie auszudehnen.

    titoslavija 2012

  • Haderach - 27. April 2012

    Sparen ist also falsch Herr Eichner.
    Ich kann nur weit und breit niemanden sehen der spart. Trotz der so viel gescholtenen Austeritätsprogramme machen alle nach wie vor Verluste, kein Budgetüberschuss weit und breit in Sicht. In meiner Naivität dachte ich immer, sparen heißt ein Zuviel, einen Überfluss einbehalten, und für die Zukunft zurückzulegen. Dass ein “weniger Schulden machen” als Sparen bezeichnet wird, ist eine Gewohnheit linker Raubmoral, die in seriösen ökonomischen Betrachtungen eigentlich nichts verloren haben sollte.
    Wenn jemand etwas konsumiert dass er nicht selbst erwirtschaftet hat, muß er es jemanden anderem nehmen. Entweder indem er ihn direkt bestiehlt, oder indem er ihm die Bezahlung in der Zukunft verspricht. Hält er das nicht ein, bestiehlt er ihn indirekt durch Zahlungsausfall.
    Was heute passiert ist das Scheitern der sozialistischen Wohlfahrtsstaatsillusion. Das Scheitern parasitärer Staatsgebilde, die trotz konfiskatorischer Steuerquoten die Alchemie des Papiergeldwesens benötigen um ihre Scheinnützlichkeit aufrechtzuerhalten. Um zu verschleiern dass es schlicht um die Ausbeutung einer Klasse durch eine andere geht. Alle die ihr Dasein auf Grundlage des staatlichen Gewaltmonopols fristen – Beamte, Funktionäre, Politiker, Pensionisten, Banken, etc. alle die entweder gar nichts produzieren, oder Produkte die der Gewaltmonopolist seinen Untertanen mit Zwang vorschreibt – führen Krieg gegen diejenigen die im verbleibenden Wettbewerb einer Krüppelmarktwirtschaft echte Güter produzieren.
    Was Sie als Austeritätsmaßnahmen abkanzeln, ist in Wahrheit nur die Eliminierung der auf Luft gebauten Transferleistungen an den unproduktiven Sektor der Gewaltmonopolprofiteure.
    Ein Land ist nur so reich wie die Summe der durch ihre Wirtschaft geschaffenen Güter. Wer nichts wertvolles produziert, kann auch nichts wertvolles kaufen und konsumieren.
    Die Zeit der Wohlstandsillusion durch den Konsums des Kapitals dreier Generationen – der von Gestern, der von Heute, und der von Morgen – ist vorbei. Nun kommt die Zeit des Zurücksparens – nicht nur für die PIGGS, für alle. Keine Konjunkturprogramm, keine Investition wird verhindern, dass die Gesetze unserer Existenz, das schlichte ” man kann einen Kuchen nicht gleichzeitig essen und behalten” uns einholen.
    Die Austeritätsmaßnahmen sind weder Einsparungen, noch vermeidbar. Sie sind einfach die ersten Schritte auf dem Weg zur Realität der tatsächlich vorhandenen Mittel und Güter. Zum Niveau des tasächlich vorhandenen Wohlstands, und dieser liegt weit unter dem der in den letzten Jahrzehnten durch einn pervertiertes Geldsystem, und die schamlose Belehnung zukünftiger Generationen vorgschwindelt wurde.

    • SLE - 27. April 2012

      @ Haderach

      die Schulden sind erst in der Folge der Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise explodiert und Irland sowie Spanien hatten bis dahin für europäische Verhältnisse vorbildliche Staatsfinanzen und auch in Portgual sah es bis dahin noch genauso gut aus wie in Frankreich und Deutschland.

      siehe dazu:

      Und ja, wer sich in der gegenwärtigen Situation allein auf Austeritätspolitik verlegt, der wendet nichts zum Besseren. Arbeitsmarkt und Binnenmarkt brechen ein, zahlreiche Unternehmen, gerade auch kleine und mittelgroße, gehen über die Wupper, die Staatseinnahmen brechen weg usw.

      All das hat Querschuesse/Steffen hier immer und immer wieder mit Zahlen dokumentiert. Wenn Sie das nicht zur Kenntnis nehmen wollen oder die Fakten anders deuten, dann werde ich Sie auch nicht überzeugen können.

      Ich bin absolut ein Marktbefürworter. Aber Selbstheilungskräfte dichte ich ihm nicht an. Und deswegen kommt es darauf an, wie und womit die Politik den diversen Problemen, die für die Krise ursächlich sind, begegnen.

      Viele Grüße
      SLE

    • Querschuss - 27. April 2012

      Hallo Haderach,
      “Ich kann nur weit und breit niemanden sehen der spart.” ……Das du es nicht siehst, heißt nicht das es nicht geschieht. In Griechenland sind die nominalen Staatsausgaben 2011 um -9,2% zum Vorjahr gefallen und um -20% zum Hoch in 2009, laut VGR. Das dürfte nominal betrachtet eine Sparleistung sein, oder? Gemessen in Prozent am nominalen BIP 2011 waren die Staatsausgaben in Griechenland sogar niedriger als in Deutschland.

      Das keine Budgetüberschüsse erwirtschaftet werden können, bei einer nominalen BIP-Kontraktion von -5,4% zum Vorjahr in Griechenland ist logisch, den mit der BIP-Kontraktion schwinden auch die Steuereinahmen.

      “Zum Niveau des tasächlich vorhandenen Wohlstands,…” …..Wohlstand ist vor allem immer der der erarbeitet wird, sinken durch die Austerität Einkommen, Konsum, Investition und Wertschöpfung werden die flotten Sprüche wie deine zur selbsterfüllenden Erfüllung. Noch nie wurde eine Volkswirtschaft saniert durch weniger Leistungskraft und genau diese weiter sinkende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wird hier im Blog seit über zwei Jahren im Falle von Griechenland, Portugal, Spanien und noch mit leichten Abstrichen in Italien dokumentiert.

      http://www.statistics.gr/portal/page/portal/ESYE/BUCKET/A0704/Other/A0704_SEL84_TS_QQ_01_2000_04_2011_03_P_EN.xls

      “Gewaltmonopolprofiteure” …Argumentationskette kommt mir bekannt vor.

      Gruß Steffen

  • hunsrückbauer - 27. April 2012

    @titoslavija
    nicht zu vergessen, dass die noch aktuelle weltordnung der kräfte einer sehr unwillkommenen änderung entegegen geht. die dominanz der alten kolonialmächte des 15. – 21. Jh. geht ihrem ende entgegen und die änderungen werden ihnen mächtige verluste bringen so sie denn nicht bereit sein wollen, neue allianzen zu schmieden. doch diese erkenntnis muß reifen um handlungsalternativen zu offenbaren und das dauert, ist ein schmerzhafter, leidvoller prozess, an dessen ende vernunft oder untergang stehen. Europa hat den Vorteil, dass es ein Vielvölkerstaatsgebilde ist, das versucht wurde von wem auch immer, mit der Klammer € zu einem EInheitsstaat zu formen, dieser Verusch ist gescheitert, nicht jedoch Europa. Merkel mit ihrem “der € ist Europa” und “fällt der €, fällt Europa” ist schon Geschichte. Die Wahlen in GR, F, NL, CZ, die anstehen bzw. absehbar sind, werden Europa wieder dahin zurückbringen, wo es hingehört, in ein Vielvölkerstaatsgebilde einer wirtschafts- und handelsunion, denen der Zerfall des € offenbart hat, dass es bis zur politischen Union noch einiger anstrengungen bedarf. diese werden die neuen regierungen angehen im gemeinsamen und klassischen disput, der stets ärgerlich und langwierig sein wird, der es aber allen ermöglichen wird, auch daran zu partizipieren und sich einzubringen. die probleme wurden jetzt offenkundig, keiner will sie, niemand kommt ohne blessuren davon, das europa nach Sarkel und Merkozy wird sie als Neustart begreifen. vielleicht nicht ganz im sinne von zurück auf los, aber erst mal innehalten und ausloten, wo soll´s denn gemeinschaftlich hingehen. Das wird auch dazu führen, dass man arrangements der alten zeit überprüfen wird, sowohl aus ideologisch/politischen als auch aus finanziellen erwägungen heraus. Die nordatlantischeterrororg. wird sicher keinen dauerhaften bestand mehr haben, ebenso wenig der bedingungslose gehorsam gegenüber den usa. die briten werden sich an einer wegscheide finden für oder gegen europa und gegen/für den gemeinsamen solidarischen Niedergang mit dem imperium. So meine Hoffnung.

  • der-oekonomiker - 27. April 2012

    Habe auch einen kleinen Diskussionsbeitrag zu leisten: http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/04/standpunkt-199-europas-lugen.html

  • Harald E - 27. April 2012

    Hoffnung ?

    Anno Dezember 2011
    *****
    ZEIT: Herr Geißler, würden Sie mit der Linken paktieren?

    Geißler: Prinzipiell ja. Es kommt auf die Sache an. Mit den Grünen geht es jetzt ja auch. Im Parlament dagegen gibt es Koalitionszwänge, die gemeinsames Agieren verhindern. Das kann sich ändern.

    Geißler: Frau Wagenknecht, würden Sie mit der CDU paktieren?

    Wagenknecht: Mit CDU-Politikern wie Heiner Geißler kann ich mir jederzeit eine Zusammenarbeit vorstellen…..

    Das ganze 4-seitige Interview:
    http://www.zeit.de/2011/51/Streitgespraech-Wagenknecht-Geissler/seite-1

    *****

    Wächst da zusammen, was zusammengehört ? 😉

    Interessante Zeiten.
    Ich denke, wir werden noch überraschende Wendungen sehen.

    Ebenso werden wir überraschende Manöver sehen…….Geld spielt dabei keine Rolle.

    Wichtig ist einzig, ob sich die Probanden für diese Aktionen noch genügend Restglaubwürdigkeit erhalten können.

    Nicht von mir…..(bei mir ist -auch dank Querschuesse, etc..- die gesamte Polit-Mischpoke sowas von unten durch)
    …aber vielleicht von Anderen.
    60-70% wählen hierzulande CDU/CSU/SPD/Grün/FDP

    Der Pool der Leichtgläubigen ist also derzeit noch gut gefüllt.

  • Haderach - 27. April 2012

    @SLE
    Die Saat für die Schulden wurde lange vor der Finanzkrise gelegt.
    Die Perversion einer kontinentalmonopolistischen Geld-, und Zinspolitik hat zu gewaltigen Fehlinvestitionen – in Griechenland und Portugal direkt in den Staat und seine Günstlinge, in Spanien und Irland in die Immobilienwirtschaft – geführt.
    Was heute passiert ist nur die Abschreibung der bereits vor Jahren gemachten Fehlinvestitionen.
    Was Sie meiner Meinung nach nicht verstehen, ist dass Geld und Kapital 2 völlig verschiedene Dinge sind. Man kann Kaiptal in Geld umrechnen, aber man kann aus Geld kein Kapital machen. Kapitalvermehrung bedeutet Wohlstandsvermehrung, Geldvermehrung bedeutet Wohlstandsumverteilung. Letzteres bringt Unfrieden und Konflikte. Innerstaatlich wird das durch die Kraft der Bürokratie und das nationale Zusammengehörigkeitsgefühl kaschiert, interkontinental wird es kollossal scheitern.
    Die Selbstheilungskräfte des Marktes existieren nicht nur, sie sind ein unausweichliches Naturgesetz. Wenn Sie im Wald ausgesetzt werden, und beim Nahrungssuchen mehr Energie verbrauchen als die Nahrung die sie finden Ihnen gibt, werden Sie sterben. Investitionen die mehr Kapital vernichten als sie schöpfen, töten die Wirtschaft in gleicher Weise. Nichts und niemand kann etwas daran ändern. Man versucht es zu kaschieren indem die parasitären Verursacher sich bei den verbliebenen Wertschöpfern bedienen (sowohl innerstaatlich als auch innerkontinental). Solange bis auch das letzte Kapital unwirtschaftlicher Verschwendung zugeführt wurde.
    Es handelt sich hier um eine Krise eines durch und durch sozialistischen Wirtschaftssystems. Staatsmonopolistisches Geld und staatsmonopolistischer Zins sind Merkmale von Planwirtschaft und Sozialismus. Wer dieses System für kapitalistisch hält, hat wirklich nichts verstanden. Am Ende bringt Sozialismus immer Verarmung und Unterdrückung. Dahin führt unsere Reise. Die PIGGS sind nur etwas vorgelaufen, wir werden bald folgen.
    “You can ignore reality, but you cannot ignore the consequences of ignoring reality”.
    Ayn Rand

    • Aber - 27. April 2012

      Parasitär sind wir alle, da wir von den Investitionen zehren, die schon vor Millionen Jahren getätigt wurden (Rohstoffe).
      Auch wenn wir diese Investitionen nicht verwerten würden, wären wir parasitär, da wir nämlich ALLES von der Natur nehmen müssen, um zu überleben. Jedes Lebewesen ist parasitär. Die Erde ist unser Wirt.
      Der Versuch ein Land, eine Gemeinschaft, eine Religion, eine Staatsform oder einen Menschen gegenüber anderen zu bevorzugen mit dem Argument des parasitären Wirtschaftens ist folglich völliger Unsinn.

      Wahrer Kapitalismus würde SOFORT aufhören jegliches Ding zu produzieren, jegliche überflüssige Arbeit zu vermeiden, überhaupt irgendetwas gegen die Natur zu tun.
      Warum?
      Weil die Natur alles KOSTENLOS zur Verfügung stellt, alle Produkte für uns herstellt, alles für uns tut ohne dass wir nur einen Fingerstreich tun müssen, außer es sammeln, essen usw.

      Ein wahrer Kapitalist will möglichst viel “bang for the buck”, und am meisten davon bekommt er wenn er die Natur einfach machen lässt und sich genüsslich zurücklehnt und sie machen lässt.

      Sie (und Ayn Rand und wie sie alle heissen die neuen Propheten des Irrsinns)
      sind kein Kapitalist sondern nur, ja was sind sie, das ist die Frage…

    • Querschuss - 27. April 2012

      Hallo Haderach,
      “Nichts und niemand kann etwas daran ändern.” …. wie praktisch, die selbsterfüllende Prophezeiung, insofern ganz auf TINA-Linie.

      “Es handelt sich hier um eine Krise eines durch und durch sozialistischen Wirtschaftssystems.” …..Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren, die Einkommens- und Vermögenskonzentration in wenige Hände maximieren ist Kennzeichen eines durch und durch sozialistischen Wirtschaftsystems?

      Gruß Steffen

  • Harald E - 27. April 2012

    @Haderach

    Investoren laufen ja nicht selbst im Wald herum.

    Die lassen andere laufen, während sie selbst wohlbehütet auf einem Nahrungsberg sitzen und jedwede Risiken und Arbeit auf die verteilen, die ihnen für nen lumpigen Brennesselsalat sogar noch mit bloßen Händen die Trüffeln aus dem Boden graben.

    Das ist Zynismus….kein Sozialismus 😉

  • killingfields - 27. April 2012

    Hallo,
    laut Pressemiteilung muss die Soffin wg. der Umschuldung Griechenlands 13,2 Milliarden Euro abschreiben!
    http://www.fmsa.de/de/presse/pressemitteilungen/2012/20120427_pressemitteilung_fmsa.html

    Bisher wurden 22,1 Milliarden Euro an Verlusten eingefahren.

    Dabei hieß es immer, wir werden mit Gewinn aus der ganzen Sache herauskommen.
    War wohl nix!
    Da kommt noch mehr, noch viel mehr!

    • Appaloosa - 27. April 2012

      Also wenn ich mir die Börsen und den Euro-Kurs anschaue wurde GR und SP zwischenzeitlich gerettet? *g

    • Argonaut - 27. April 2012

      @ killingfiels

      Danke ! Bin gerade am durchstöbern……..

      Aber dass finde ich auch höchstinteressant:

      http://www.fmsa.de/de/service/ausschreibungen/

      Wie soll man das bitte deuten ?

      Ich würde sagen es gab keine Ausschreibung sondern der Auftrag direkt vergeben.

      Die Credit Suisse, dein lieber Nachbar…………… 😉

  • klaus - 27. April 2012

    430 Mrd Feuerpower oder Geld zum verfeuern?
    – 230 Mrd Übersee erst ab November.

    200 Mrd.
    – die Kosten eines Bailouts für Spanien sollten um 120 Mrd. Euro sein.

    Bleiben also noch vielleicht 80 über.
    Wird wohl ein Brandmäuerlein.

    Hier der Link zu den 120 Mrd Schätzung.
    http://www.guardian.co.uk/world/2012/apr/27/spain-crisis-huge-unemployment-banks

    Achso, Deutschland wird wohl keine 33 Mrd. wie im Handelsblatt,
    sondern eher 41,5 Mrd dazu geben.

    Wahrscheinlich irgendwas dazwischen.

    Grüße

    klaus

  • ergo sum - 3. Mai 2012

    Ob unsere Euro-Retter die Herabstufungen Ernst nehmen, ist belanglos, denn für sie sind sie ja nicht bestimmt. Aber die internationalen Investoren sind den Ratingagenturen heute dankbar, dass sie wie immer zuverlässige Arbeit leisteten und ihre Kunden rechtzeitig vor Europa gewarnt haben.

1 Trackback

  • Brandmauer steht | Erlkoenig - [...] zuletzt  weltweit Geld zusammen gekratzt hat, ist mittlerweile so erfurchtseinflößend hoch, das S&P Spanien herunter stuft. Da haben die…