Spanien-Wahl mit Desaster-Potenzial für die EU: Mit Brexit-Schub an die Macht?

von am 26. Juni 2016 in Allgemein

Protestbewegungen sehen sich nach dem Aufsehen erregenden Brexit-Votum verstärkt im Aufwind. Nur wenige Tage zuvor hatten auch die Bürgermeister-Stichwahlen in Italien dasselbe angezeigt. Zwei Kandidatinnen der „Fünf-Sterne-Bewegung“, Italiens populäre Anti-Establishment-Partei von Beppe Grillo, eroberten das Bürgermeisteramt in Rom und Turin und erhöhten damit den Druck auf den Ministerpräsidenten Matteo Renzi und seine sozialdemokratische Partito Democratico (PD). (1) Denn der hat seine politische Zukunft mit dem Ausgang eines Referendums über eine Verfassungsänderung im Oktober verknüpft.

Dass es bei den Kommunalwahlen so schlecht für seine Partei laufen würde, damit hatte er allerdings nicht gerechnet. Der Ausgang der Kommunalwahlen und der Erfolg der „Fünf-Sterne-Bewegung“ wurden in Italien einhellig als Stimmungstest und als schwerer Denkzettel für Renzi gewertet sowie als Zeichen dafür, dass er beim Referendum im Herbst scheitern könnte. (2)

Damit drohen sich für den Herbst in Italien und für die EU neue Turbulenzen an.

Wahlumfragen sagen eine erneute Pattsituation voraus

Heute finden allerdings zunächst einmal Neuwahlen in Spanien statt. Und auch die haben es in sich.

Das Land wird seit den Wahlen im Dezember geschäftsführend von Mariano Rajoy und seinem konservativen Partido Popualar (PP) geführt, weil es nicht gelungen ist, eine neue Regierung zu bilden. Das könnte sich heute ändern, obwohl bisher alle Experten eher davon ausgegangen sind, dass sich wieder eine ähnliche Pattsituation ergibt wie nach den Wahlen zuvor.

Das ist es auch, was bisher in allen Umfragen zum Ausdruck kommt.

  • Der PP könnte demnach auf 28-30 Prozent der Stimmen kommen und damit erneut stärkste Kraft im Parlament werden.
  • Die Sozialisten (PSOE) können mit einem Stimmenanteil von 20-22 Prozent rechnen, werden aber wahrscheinlich von dem neuen Linksbündnis von Podemos mit der Vereinigten Linken (Iu) überholt.
  • Das Linksbündnis „Unidos Podemos“ liegt in den Umfragen bei 24-26 Prozent.
  • Der wirtschaftsliberalen Partei Ciudadanos (Ciu) wird ein Anteil von 14-16 Prozent zugetraut.

Damit liegen alle vier großen Parteien gemäß Umfragen ziemlich genau dort, wo sie auch bei der Parlamentswahl im vergangenen Dezember gelandet waren.

Das Brexit-Votum und ein Skandal verändern die Wahlaussichten der Parteien

Der überraschende Ausgang des Brexit-Votums bringt nun jedoch unerwartet Unsicherheit in die Wahlen. Der als Erfolg für die rechte Anti-Establishment-Partei Ukip von Nigel Farage gewertete Ausgang des Referendums in Großbritannien könnte Spaniens Linkspartei Podemos unverhofft Schützenhilfe leisten. Denn die von Pablo Iglesias geführte Partei ist ebenfalls eine Anti-Establishment-Partei. Sie entstand aus einer Protestbewegung gegen die Austeritätspolitik der Regierung Mariano Rajoy und positioniert sich damit explizit gegen den krisenpolitischen Kurs der EU.

Außerdem könnte Podemos ebenso von einem neuen PP-Skandal um den konservativen Innenminister Fernández Díaz profitieren, der diese Woche in Spanien Schlagzeilen machte. Eine Zeitung hatte Gesprächsmitschnitte veröffentlicht, die den Eindruck erwecken, er und der Direktor der katalanischen Anti-Betrugsbehörde hätten vor zwei Jahren nach Möglichkeiten gesucht, separatistische Politiker in Katalonien der Korruption zu bezichtigen. (3)

Die Partei des Ministerpräsidenten Rajoy wird ohnehin seit Monaten von einer scheinbar nicht enden wollenden Kette von Skandalen erschüttert. Doch dass es nun ausgerechnet um Katalonien geht, das sich von Spanien abzuspalten versucht und deswegen mit der Regierung in Madrid im Dauerstreit liegt, verleiht der Affäre so kurz vor der Wahl eine zusätzliche Brisanz. Denn von den vier großen, im Parlament vertretenen Parteien ist nur Podemos bereit, die Katalanen über ihre Unabhängigkeit entscheiden zu lassen.

Beide Ereignisse, der Skandal um den spanischen Innenminister und ganz besonders die Brexit-Entscheidung, könnten zu einer ausschlaggebenden Veränderung in der Wählerstimmung geführt haben, die in den Umfragen nicht mehr erfasst wurde und sie deswegen als höchst unsicher erscheinen lässt.

Die Ereignisse überholen die Politik in Brüssel … und hängen sie ab

Die heutige Wahl in Spanien, dem viertgrößten Euro-Land, birgt insofern neues Überraschungspotenzial und sie könnte sich als neuer, schwerer Schlag für die EU erweisen. Denn es ist angesichts des Stimmungsumschwungs in der EU, den das Votum der Briten anzuzeigen scheint, nicht mehr auszuschließen, dass Podemos zum konservativen Partido Popular aufschließen und es schaffen könnte, eine neue, linke Regierung zu bilden.

Die Wahl in Spanien hat gemeinsam mit bereits jetzt erkennbaren ersten, schwerwiegenden Folgen des Brexit-Votums – Schottland bereitet ein neues Unabhängigkeitsreferendum vor (4), Moody´s droht Großbritannien mit einem Downgrade (5) – das Potenzial, zum Wochenauftakt an den Börsen für eine neue Abwärtsdynamik zu sorgen und die Agenda des Krisentreffens der Staats- und Regierungschefs der EU am Dienstag um einen weiteren schwierigen Tagesordnungspunkt zu bereichern.

Die Ereignisse drohen die Politik in Brüssel bereits jetzt, am zweiten Tag nach Bekanntgabe des Ergebnisses des Referendums in Großbritannien, zu überholen und hoffnungslos abzuhängen. Das erinnert fatal an den Beginn der Euro-Krise.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

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16 KommentareKommentieren

  • Basisdemokrat - 26. Juni 2016

    Reisende soll man nicht aufhalten …, es sei den sie nehmen zuviel mit, von dem man glaubt, selbst ein Anspruch darauf zu haben.
    „Ein neuer unabhängiger Staat würde zu einem Drittland in Bezug auf die EU“, stellte EU-Kommissionspräsident José Manuel Durao Barroso klar. Sollte Katalonien einen Aufnahmeantrag in die EU stellen, so müsste dieser einstimmig von den 28 Mitgliedsstaaten akzeptiert und von allen Staaten ratifiziert werden. Also wird es wohl bei einem autonomen Status bleiben. Das wissen die Spanier. Insofern wird der Bezug zum Brexit vermutlich eher moderat bleiben. Außerdem hatte Scheuble nie die Absicht GB raus zu ekeln.
    Gibraltar wird vermutlich den Nationalstolz anstacheln und eher dem reaktionären Lager zu gute kommen. Übrig bleibt noch die Angst vor Veränderung die den Leidensdruck immer viel zu lange in Schach hält.
    In meiner Glaskugel sehe ich nur, dass ich nichts sehe. Gruß BD

  • Holly01 - 26. Juni 2016

    Hallo,
    die Unzufriedenheit der Menschen lädt sich zwar bei der EU ab, es geht aber im Grunde, um die gesellschaftlichen Veränderungen, die die Menschen nicht wollen.
    Die neoliberale Agenda ist ja keine EU Sache.
    Die EU läuft da genauso in die Katastrophe wie der Rest der Welt.
    Die 20-80 Gesellschaft mit der Massenarbeitslosigkeit und der völligen Perspektivlosigkeit für die 80% ist das Problem.
    Die Schuld haben die nationalen Eliten in Brüssel abgeladen. Nun bekommt Brüssel die Quittung.
    Inhaltlich würden wahrscheinlich die ganz überwiegenden Mehrheiten in den Ländern die EU im Moment verlassen.
    Inhaltlich eine Abrechnung mit dem Neoliberalismus. Eine Abrechnung mit den Eliten. Eine Abrechnung mit dem eigenen Unvermögen der jeweiligen Gesellschaften den unmenschlichen Wahnsinn zu verhindern.
    Nur wenige Länder sind so massiv organisiert wie Deutschland. Hier gibt es nicht nur keinen Widerstand, nein der Widerstand wird in einer Partei gesammelt die die neoliberale Agenda noch einmal verschärfen wird und auf Jahrzehnte absichert.
    Deutschland ist damit inhaltlich isoliert und es ist unfähig aus sich heraus etwas zu ändern.
    Mag sein das die deutsche Bevölkerung nur die Politik bekommt, die sie sich mit ihrem Tun verdient hat.
    Der Rest Europas wird das aber nicht mitgehen.
    Egal ob in der out, die EU wird ihr Gesicht verändern.
    Die britischen Eliten haben das Referendum angesetzt um ihre Forderungen noch einmal (wieder einmal) zu maximieren, aber der Widerstand gegenüber den britischen Sonderwegen ist ja über Jahrzehnte gewachsen.
    Die EU wird nicht fortbestehen. Egal ob Austritte oder nicht, die EU wird nicht so fortbestehen, weil die Menschen diese Politik und ihre Folgen nicht wollen.
    Frankreich und seine Proteste, das wird in Deutschland tot geschwiegen.
    Frankreich ist nur ein Anfang.
    Die slawischen Staaten werden mit ihrem Narzissmus völlig anderes reagieren. Aber die EU verändern wird das trotzdem.
    Diese Entwicklung ist nicht mehr zu stoppen. Diese Entwicklung läuft gegen die Wünsche der deutschen Elite.
    Die Propaganda Maschine wird gerade geölt.
    Das “jetzt erst Recht” wurde bereits verkündet.
    Die deutsche Antwort lautet: die EU braucht nicht weniger sondern mehr Brüssel.
    Dei deutschen Eliten sind dumm ….. und das ist ein Grund zur Hoffnung 🙂
    lg

    • Eurelios - 26. Juni 2016

      Die deutschen Eliten sind dumm ….. und das ist ein Grund zur Hoffnung

      Wirklich?

      Da fällt mir dann das Zitat von Erich Kästner ein:

      Wenn ein Kolonialwarenhändler in seinem kleinen Laden so viele Dummheiten
      und Fehler machte wie die Staatsmänner und Generäle in ihren großen Ländern,
      wäre er in spätestens vier Wochen bankrott.

      Leider ist es dann so das der Bankrott wenn er dann kommt die Menschen
      in unserem Lande ausbaden müssen.

      • Klaus - 26. Juni 2016

        Hallo Eurelios,

        Kolonialwarenläden gibt es nicht mehr, die Tante Emma-Läden kennen die meisten auch nicht mehr, Kästner haben die jungen Menschen vergessen…..

        “Staatsmänner” und Generäle haben wir mehr wie zu Kästners Zeiten. 🙂

        Und Dummheiten gibt es seitdem Menschen auf diesem Trabanten sind….

        L.G.

        Klaus

  • Erino - 26. Juni 2016

    Die “Eliten” haben kein Problem damit, international zu sein. Wenn man genug Geld hat, kann man überall gut leben, und sich jeweils das Beste heraussuchen. Doch für den einfachen Arbeitnehmer ist das eben nicht so, sie müssen das hinnehmen, was eben da ist. Von daher kann ich gut verstehen, wie sich die unterschiedlichen Ansichten entwickeln. Nur sind die Eliten eben nur eine kleine Schicht, die sich inzwischen weit abgehoben haben von der Mehrheit der jeweiligen Bevölkerung. In Zeiten, wo es mit dem Wachstum nicht mehr so gut läuft wie früher, ist es eben schwerer, allen “gerecht” zu werden. Die Eliten wollen nicht verzichten, und haben offensichtlich die Mittel, sich durchzusetzen (ich erinnere nur an die Aussagen von Warren). In schwierigen Zeiten wie diesen ist einem eben das Hemd näher als der Rock, und die Nationalstaaten sind nun mal fassbarer als das ferne Europa, wohin man immer alle negativen Entscheidungen delegiert.

    Nun kommt da tatsächlich ein Referendum, das nicht so ausfällt, wie gewünscht, und schon hat man ein Problem. Es ist schon irgendwie lustig, wie jetzt unsere Eliten darauf reagieren. Solange sie nur im Trotz verharren, wird da wohl kaum eine Besserung zu erwarten sein. Wenn es nicht so ernst wäre, und die Auswirkungen auf unser Leben nicht so dramatisch, könnte man sich ja einfach zurück lehnen, und das ganze Kasperltheater aus der Ferne betrachten. Aber was kann man schon tun, die etablierten Parteien sind offensichtlich unfähig und überfordert, und die AfD ist nicht wirklich eine Alternative.

    • Marja - 26. Juni 2016

      Man braucht gar nicht international zu gucken. Schön im eigenen Land gibt es so viele Parallelgesellschaften, die untereinander keinen relevanten Kontakt haben. Da kann sich jeder selbst fragen, wie viele Menschen er aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen kennt.

  • JL - 26. Juni 2016

    Man sollte sich mal einen virtuellen „Rundgang“ über Europa gönnen.

    In Holland will man möglichst bald auch ein Referendum zur EU- Mitgliedschafft abhalten und der Sozialist Hollande in Frankreich gern die französischen Arbeitnehmer platt machen.

    Orban in Ungarn, von Junker „liebevoll“ kleiner Diktator genannt, konnte sich gegen die EU- Absolutisten behaupten und in Österreich gab es scheinbar Unregelmäßigkeit bei der Bundespräsidentenwahl zugunsten eines europafreundlichen Politikers.

    In Schweden lehnt man weitere verordnete Migrationseinwanderungen ab und die Schweiz hat ihren Antrag auf Mittgliedschafft zur EU geräuschlos zurückgezogen.

    Die Portugiesen haben auf absehbare Zeit keine Zukunft und die Spanier keine stabile und korruptfreie Regierung.

    Caesars Erbe Renzi hängt politisch in den Seilen und in Griechenland reitet man- politisch gewollt- ein totes Pferd.

    In Deutschland werden Rinder getötet und entsorgt weil sie gemäß EU- Bestimmungen nicht zuordenbar sind und der BGH findet das Gebaren der EZB in Ordnung.

    Das war nur ein unvollständiger Abriss der gegenwärtigen Lage
    .
    In Brüssel wird man ein Problem mit der EU wohl erst dann verorten, wenn es die EU faktisch nicht mehr gibt.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Klaus - 26. Juni 2016

    Was oder wer gehört überhaupt zur Elite?

    Sind Macht,- Geld,- Moralelite identisch? Was oder wär käme, wenn die derzeitige “Elite abgelöst würde?
    Ich denke, bei zehn Befragten gäbe es 10 verschiedene Antworten.

    Wie sollte die derzeitige politische Elite” abgelöst werden? Durch Wahlen oder wie wir es in der Vergangenheit hatten, durch blutige Revolutionen?

    Wei Stefan in seinem Beitrag sehr gut formuliert hat, geht es um einen Richtungskampf zwischen rechten “Eliten”, der Mitte und der linken “Elite”. Der Trog bleibt der gleiche.

    Was mir bisher noch niemand einleuchtend erklären konnte, wie soll die Zukunft nicht nur einzelner Gruppen, sondern der Masse der Bevölkerung aussehen?

    Nicht nur die “Eliten” haben Probleme mit der Einordnung der derzeitigen Lage. Die Mehrheit der Bevölkerung ist entsetzt über die derzeitige Lage.

    Zum Thema “Elite” gab es mal einen schönen Beitrag in der ZEIT. (1955 !)
    http://www.zeit.de/1955/06/wer-gehoert-zur-elite

    • Eurelios - 26. Juni 2016

      Danke für den Link. Kein Wunder das unser Oberkassenwart Herr Schäuble mal
      in etwa gesagt hat. Das Volk weis manchmal nicht was gut für die Masse der Menschen ist
      das müssen wir halt entscheiden.

      In dem Artikel steht wörtlich:

      Die Elite ist anders als die Masse. Die Masse will in erster Linie reibungslos und glücklich leben, sie ist zugleich anspruchsvoll und verantwortungslos.

      Wenn das damals die gängige Lehrmeinung war die man damals den Oberprimanern
      eingetrichtert hat ist diese Denkweise mancher “Politikeliten“ kein Wunder. 😉

  • Hunsrückbauer - 26. Juni 2016

    Es ist verrückt!
    Europa wird keine Zukunft haben ohne die EU. Die EU wird jedoch auch keine Zukunft haben bei den Menschen in Europa. Zuviel Porzellan ist zerschlagen worden von den alten Granden in den letzten beiden Jahrzehnten. Die Menschen haben die Nase voll und plädieren mit ihren Wahlen für eine andere Eu, nicht für ein anderes Europa!

    • Holly01 - 27. Juni 2016

      Hallo Hunsrückbauer,
      die EU kann morgen weg sein. Die Völker aber werden bleiben. Deutschland kann morgen aufgelöst sein. Die Menschen werden aber weiter da sein.

      DIESE EU braucht absolut niemand.
      Ich sehe niemanden der die Kriegstreiberei legitimiert hätte.
      Ich sehe niemanden der die Austeritätspolitik legitimiert hätte.
      Ich sehe niemanden der den Abbau der demokratischen Rechte legalisiert hätte.
      Ich sehe niemanden der diesen sozialen Abbau legitimiert hätte.
      Ich sehe niemanden der diese Radikalisierung der Kapitalinhaber und der Banken legitimiert hätte.
      Ich sehe niemanden der diese Verarmung von ganzen Gesellschaften legitimiert hätte.
      Ich sehe auch nicht die Legitimierung für die Suche neuer Freunde im “Osten”.

      Es gibt gewählte Regierungen. Aber die wurden nicht für so einen Scheiss gewählt, nirgends.

      Die Radikalisierung (teilweise der Hass) wird sich Bahn brechen, wahrscheinlich mit Gewalt. Die Bundesregierung hat gerade Terrorgesetze verabschiedet, die haben Angst.
      Diese Angst habe ich übrigens auch.
      Ich würde nur andere Reaktionen wählen und bevorzugen.
      Es gibt nur nichts zu wählen.
      Verschiedene Label gleicher Inhalt …
      Also zerlegen die Menschen das System ansich, denn die Menschen dringen immer so lange zum Kern der Probleme vor, bis sie sie glauben gefunden zu haben, was das Übel ist.
      Die Eliten werden sich wie immer schützen.
      Die werden Sündenböcke aufbauen.
      Die EU ist so ein Sündenbock in GB, sonst müßten die ja zugeben das die seit 30 Jahren nur Scheiss machen in der Politik.
      Ne keine Sorge, das geben die nicht zu.
      Die werden die Leute weiter veralbern.
      Das Problem ist nur: Die Leute werden das System zerlegen, auf der Suche nach den Missständen.
      DAS erleben wir gerade. DAS wird auch keiner mehr stoppen. Da müssen nun sichtbar “Köpfe rollen”, aka Schuldige gehen und Umstände geändert werden.
      Das Opfern wird schon klappen, Opfer gibt es genug, die Schuldigen werden sich da raus winden.
      Die Schuldigen sind Menschen wie ich oder Sie. Wir haben das alles zugelassen, gefördert, gefordert, mitgemacht.
      Wir werden uns ganz sicher nicht der Verantwortung stellen.
      Ne wir opfern kräftig andere.
      …… läuft ….
      lg Holly

      • Holly01 - 27. Juni 2016

        Wenn Wir die Gesellschaft wären, von der wir so gerne behaupten sie zu sein, dann wäre unsere Gesellschaft eine völlig andere …..
        Dann wäre Gauck schon lange aus dem Amt, die Merkel hätte nach ihrer Kriegstreiberei Zeit für ihre Rosenzucht und die SPD hätte nach der Agenda noch 0,5% Stimmenanteil
        xD

        Wir sind nur nicht diese idealistische Gesellschaft, wir sind knall harte Egomanen, die den Narzissmus ausleben und dabei alles und alle opfern.
        Genau darum werden wir diese Krise bis zur bitteren Neige auskosten.
        Das ist wie bei Alkoholiker:
        – erst ist Alkohol Klasse
        – dann wird Alkohol zu einem Problem
        – dann frönt man der Sucht
        – dann frisst einen die Sucht so lange auf, bis der Körper es nicht mehr zum Alkohol schafft
        – dann kommt der Entzug
        – dann fällt die Entscheidung: eine neue Runde mit Alkohol oder man kommt weg davon

        Nach dem 7 jährigen, dem 30 jährigen, dem 100 jährigen, den napoleonischen, den französischen und dem Doppelweltkrieg hatten wir immer die Entscheidung.
        Jedes Mal war das der ultimativ letzte Krieg.
        Aber wir kriegen vom Krieg spielen einfach nicht genug. Wir fangen das immer wieder an.
        Die Antideutschen sind bekloppt, aber als Gegenreaktion sehr nachvollziehbar.

        Die EU wird zerbrechen. Deutschland wird aufrüsten. Deutschland wird Krieg führen.
        So viel zumindest steht aus meiner Sicht fest …
        lg

        • Holly01 - 27. Juni 2016

          …. wir wählen FREIWILLIG 100% Systemparteien in die Parlamente ………
          Mehr Einigkeit geht nicht.

          • Holly01 - 27. Juni 2016

            …… aber der/die Eine wird kommen. Nein nicht Gott, aber nah daran. Ein/e Problemlöser/in wie es besser nicht geht.
            Natürlich muss man da Abstriche machen. Wo gehobelt wird da fallen Späne. Wo man aufräumt, da muss man auch weg schmeissen. Wo man verbessert muss das Schlechte minimiert werden.

            Eine Gesellschaft ist immer genau so stark wie die Zuverlässigkeit mit der das Recht das schwächste Glied der Gesellschaft schützt und das Leben dieses schwächsten Gliedes lebenswert macht.
            Das nennt man Humanismus / Menschlichkeit.
            Wo ist unsere Menschlichkeit eigentlich geblieben?
            Wann haben wir alle Ideale geopfert?
            Wo ist unsere Zukunft?
            Nur noch Leid, Armut, Elend?
            Genau so schaut es aus …………
            bittere Grüße Holly

  • Holly01 - 29. Juni 2016

    Hier ein Dokument über die Relevanz des Brexit:
    https://www.comdirect.de/inf/indizes/detail/chart_big.html?ID_NOTATION=12105789&timeSpan=1D&chartType=MOUNTAIN&openerPageId=indizes.detail.chart.middle&BRANCHEN_FILTER=false&INDEX_FILTER=false&ID_NOTATION_INDEX=&fromDate=01.07.2015&toDate=01.07.2015&interactivequotes=true&useFixAverage=true&fixAverage0=0&fixAverage1=0&freeAverage0=&freeAverage1=&freeAverage2=&chartIndicator=&indicatorsBelowChart=VOLUME&indicatorsBelowChart=#timeSpan=10D&e&

    Ein peak von etwa 60min mit dem die Kurse nach unten justiert wurden. Tatsächlich interessiert sich auf der Kapitalseite keiner für diese Vorgänge.
    Während man über TTIP “schwer verhandelt” wird CETA von der Komission der EU durch gewunken und die nationalen Parlamente dürfen nicht einmal abstimmen.
    Ist CETA durch ist TTIP egal. CETA reicht den Konzernen völlig aus.

    Die veralbern uns.
    Während dessen werden Menschen mit der Medikamentenverordnung zur Verwertung durch die Pharmaindustrie frei gegeben und die Komission verlängert die Zulassung von Glyphosat für weitere 18 Monate. Man muss oder kann ja in der Zeit mal schauen ob das wirklich Krebs erregend sein könnte.
    Während dessen brechen die Insektenbestände in Mitteleuropa ein. Bienenvölker sterben in einem Umfang das die Bestäubung der Pflanzen eingeschränkt ist.
    Das ist keinen Bericht wert……..
    lg

    • Holly01 - 29. Juni 2016

      Aber keine Sorge, keiner braucht natürliche Bestäubung, wir können das Saatgut ja bei den Pharmakonzernen kaufen.
      Genetisch verändert, damit die Pflanzen die man daraus zieht nicht wieder keinen können. Nicht das sich da jemand aus der Anhängigkeit herauszüchtet.
      Wer diese Pflanzen auf seinem Acker hat muss an die Konzerne zahlen. Ob er die selbst angepflanzt hat ist egal. Schadensersatz für Bauern die das Zeugs nicht wollen aber haben, gibt es umgekehrt natürlich nicht.
      Aber Bayer kauft Monsanto ………….. da wächst nach meiner Meinung zusammen was nach bester IG Farben Tradition zusammen gehört.
      Die EU hat viel viel mehr Probleme. Die Gesellschaften in der EU haben viel viel mehr Probleme.
      Die Eliten sind ein Teil des Problems.
      lg Holly